Beiträge von Chris

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    Zitat:


    bcefferen schrieb am 06.09.2006 13:01
    Da Eltern die Rechte ihrer Kinder wahrnehmen hat kein Trainer und kein Verein die Möglichkeit das geltende Recht zu unterlaufen, wenn Eltern klar und deutlich ihren Willen erklärt haben.
    Trainer die deshalb zu Sanktionen greifen bewegen sich deshalb außerhalb des Rechts und sollten sich deshalb in Frage stellen bzw. hinterfragen. Sonst könnten es andere mit entsprechen Konsequenzen tun.




    In welche geltenden Rechte greift ein Trainer denn da ein? So gesehen, tut man das auch bei diversen anderen Dingen, wie "Strafrunden" (von mir nicht angewandt, aber das ist ein anderes Thema), Disziplinarmaßnahmen usw.

    Ich denke einfach, dass wir unsere Kinder und Jugendlichen heute viel zu sehr in Watte packen und jeden Mist hinterfragen und auf viel zu vieles Rücksicht, das muss einfach nicht sein. Verloren geht dabei der Gemeinschaftssinn und die Teamfähigkeit vieler.

    Ich sehe das so:

    Als Trainer gebe ich die Regeln vor, u.a. das Duschen. Wenn sich Spieler daran nicht halten wollen, ist das genau so wenig zu akzeptieren, wie bei anderen Regeln. Da interessieren mich letztendlich auch die Eltern nicht, denn die könnten sonst genau so gut in anderen Bereiche reinreden (Aufstellung, Training usw.).

    Genau so wie Flügi habe ich es auch gelernt, allerdings ist das mit dem Effet bei Jugendspielen so eine Sache, da gibt es noch nicht all zu viele, die so schießen, insofern kann man das eigentlich vernachlässigen. Aber für den Lerneffekt sicher nicht schlecht.

    Zitat:


    phyl schrieb am 21.08.2006 16:59
    wäre es also jetzt hilfreicher wenn ich statt den üblichen 10 min dauerlauf pro training um den platz die selbe übung mit ball vollziehen lasse?

    das ausdauertraining, also die 10 min werden bei mir jedes mal durchgeführt, da ich nur 2mal die woche meine jungs trainiren kann und nich immer nur auf die kondi eingehen kann. das ist meine kondieinheit pro training. danach kommen immer übungen mit dem ball ran.

    sollte ich also auch (mal oder immer??) diese ausdauerform mit ball durchführen lassen? also dass die spieler beim laufen den ball mit sich führen?




    Wenn du die 10 Minuten laufen lässt um den Platz und ihnen stattdessen einen Ball mitgibst, hast du nur minimalen Gewinn gegenüber dem normalen Dauerlauf.

    Ein paar Grundgedanken, warum man weg vom Dauerlauf soll:
    - wenn man eh nur 2-3 mal die Woche trainiert, sollte man so viel wie möglich Fähigkeiten am Ball schulen, da ist jedes Trainieren ohne Ball (bestimmte Koordinationsübungen oder reine Sprintformen ausgenommen) nachteilig
    - Motivation ist mit Ball immer höher
    - Die fußballspezifische Ausdauer ist eine andere als die, die du durch reine Dauerläufe schulst.


    Wenn du nun 10 Minuten mit Ball laufen lässt, wirst du die gewünschten Effekte kaum erreichen. Große Effekte technischer Art stellen sich nicht ein, wenn man mit dem Ball im Kreis läuft. Die Motivationssteigerung dürfte sich auch in engen Grenzen halten, wenn man den Jungs einfach so nen Ball an den Fuß drückt, die sind ja auch nicht doof. Nebenbei - durch zehn Minuten Dauerlauf hast du spätestens nach ein paar Wochen keinen Trainingseffekt mehr, da der Körper sich daran gewöhnt hat, also machst du durch die zehn Minuten in jedem Training keinen Ausdauer"gewinn" mehr.

    Wenn du erst mal primär die aerobe Ausdauer schulen willst, bietet sich folgendes an:
    -Ausdauer/Technikparcours, Rundenlaufen auf dem Platz mit Ball durch einen Parcours, dabei werden Hütchen umdribbelt, Tempi gewechselt, jongliert im Gehen, Ball gelupft und über Stangen Skippings gemacht, Ball durch Hürde spielen, über Hürde springen usw., dazu ein Torabschluss aufs eine Tor, eine Flanke aufs andere Tor usw. - mit etwas Phantasie lassen sich interessante Parcours aufbauen, in die Mitte des Parcours ein Spielfeld mit Toren, und abwechselnd immer in den Parcours und dann aufs Spielfeld (oder zwei Gruppen bilden)

    - Generell: Mach ein Trainingsspiel! Vorgaben zur Ausdauerschulung könnten sein: Spiel über ganzen Platz (auch bei 7:7 oder 9:9 oder so), alle Spieler müssen permanent in Bewegung sein (schult auch ganz gut das permanente Bewegen und Freilaufen), Sprints und Steilpässe sind verboten (da es sonst zu sehr in den anaeroben Bereich geht). Willst du die Intensität erhöhen, dann teile jedem Spieler einen Gegner zur Manndeckung zu, den er beim gegnerischen Angriff decken muss (ist natürlich taktisch fragwürdig, aber darum geht es ja in dieser Übung nicht). Niedrigere Intensität = kleineres Spielfeld.

    - Spielform: Ball innerhalb der eigenen Mannschaft halten, 10 (15, 20) Ballkontakte in Folge sind ein Punkt für die Mannschaft.
    Variationen:
    - Spielfeld verkleinern für höhere technische, niedrigere Ausdaueranforderung, Spielfeld vergrößern für höhere läuferische, niedrigere technische Anforderungen
    - Ballbesitz wechselt nicht durch Zweikampf, sondern durch Abschlagen des Gegners bei dessen Ballbesitz. Wer direkt spielt, kann nie abgeschlagen werden. Folge: sehr viel höhere Intensität (vor allem, wenn mit Manndeckung kombiniert), aber auch sehr hohe technische und spielerische Anforderungen (schon vor man den Ball erhält, muss man gucken, wo man ihn danach hinspielen kann)
    - Jedem Spieler einen direkten Gegner zuteilen (erhöht Intensität)

    Ansonsten kommst du auch mit kleineren Spielformen (4:4, 3:3 auf Linienüberdribbeln, kleine Tore) ganz gut im Ausdauertraining klar, allerdings geht es hier sehr oft und sehr schnell in den anaeroben Bereich hinein (manchmal schon nach 1.30 - 3 Minuten, je nach Übungsgestaltung, daher wäre ich damit etwas vorsichtiger)

    Tordifferenzen von 163:4 machen jede Diskussion über Taktik sinnlos - da spielt schlichtweg eine Mannschaft, die ihren Gegnern so gnadenlos überlegen ist, dass sie auch ohne System spielen kann.

    Du hast sicherlich Recht, dass es einer Grundlagenausdauer bedarf - aber die muss halt eben nicht durch Dauerläufe herausgebildet werden, es geht immer (!) auch mit Ball/Spielformen.

    Im Winter/Frühjahr gehe ich mit meinen bei maroden Platzverhältnissen z.B. Schwimmen, ist angenehmer als ein Lauf im Matsch und man betätigt dazu noch ein paar andere Muskelgruppen, die im Fußball normal nicht gefördert werden. Oder man kann auf dem Matsch Fußball mit einem Rugby-Ball spielen lassen, da wird ordentlich mitgegangen (weil es motivierend ist) und die Ausdauer wird auf dem schweren Boden auch nicht zu knapp geschult.

    Richtig dosiert kann man problemlos sieben mal die Woche trainieren ohne die Kinder (Egal welchen Alters) körperlich zu überfordern. Ich sehe da das Problem nicht, das einige immer heraufbeschwören.

    Das Problem liegt meines Erachtens nicht daran, dass die Leute sich weniger Zeit für die Trainingsvorbereitung nehmen wollen, sondern dass sie schlichtweg einfach keine Ahnung davon haben, was sie tun. So hart muss man das leider sagen.

    Es kommt noch härter: Man muss sich von Leuten, die den Unterschied zwischen Ausdauer und Kondition nicht kennen, oder überhaupt keine Ahnung von Trainingslehre haben, belehren lassen (wie kürzlich ich von unserem U16 Trainer), warum man keine Ausdauerläufe in der Vorbereitung einplane, das wäre in unseren Spielklassen unerlässlich.^^

    Mein Fazit ist, dass es schlichtweg an mangelndem Wissen liegt. Viele haben eben solch ein AUsdauertraining (nichts anderes ist es) kennengelernt, sie haben festgestellt, dass es wirkt (und das tut es bei simplen Ausdauerläufen im aeroben Bereich bis zu einem gewissen Grad ja tatsächlich) und also hat es gut zu sein.

    Herrlich fand ich das Beispiel einer C-1, die letzte Saison gegen uns (C-2 damals noch) gespielt hat. Diese Mannschaft (nicht untalentiert) hat stets 30 Minuten Dauerlauf zu Beginn jeden Trainings gemacht um "konditionell" absolut fit zu sein und alle anderen in Grund und Boden rennen zu können. Wir haben die ganze Saison über keinen einzigen Dauerlauf gemacht. Beim Punktspiel haben wir eine sehr unterdurchschnittliche Leistung geboten, 0:1 hintengelegen um dann in der Schlussviertelstunde durch unsere bessere Fitness (nichts anderes war es an diesem Tag) noch 3:1 zu gewinnen. Das hat mich deswegen so gefreut, weil es ein Praxisbeweis dafür war, dass man durch Ausdauerübungen, die in Spiel- und Torschussformen organisiert sind, sogar eine bessere (da spielspezifischere) Ausdauer erreichen kann, als durch permanenten stupiden Dauerlauf.

    Zu Trillerpfeiffe fällt mir gerade etwas lustiges ein - (ja, ich weiß, hilft nicht dem Thema, aber habt Erbarmen mit mir, ich schreib gerade meine Abschlussarbeit an der Uni und brauch Ablenkung):

    Ein Kumpel von mir trainiert eine D-Jugend und hat dort einen Co-Trainer, der vier Kinder hat. Diesen hat er dann mal das Training alleine leiten lassen und ihn abends dann gefragt, wie es gelaufen ist. Darauf antwortete dieser, dass die Spieler nicht gehört hätten, aber er ja auch nicht mit ihnen fertig werden könnte, da er keine Trillerpfeiffe besitze :D

    Das ist ein schwieriges Thema, dem ich mich zur Zeit auch widmen muss.

    Wir hatten einen 19er Kader, dort gingen 6 Spieler jahrgangsbedingt raus, einer schaffte es von der Leistung nicht und ist in einen kleineren Verein, ein weiterer zu einem Bundesligisten.

    Wir mussten also viele neue holen, insgesamt sind es zehn an der Zahl geworden, die in ein eigentlich funtkionierendes Teamgefüge (der 11 Restspieler) eingebunden werden müssen.

    Wir haben ca. 3-4 Wochen zusammen trainiert und jetzt erst einmal Sommerpause - bis jetzt scheint die Integration gut gelungen zu sein, ca. 6 der neuen sind schon "voll drin", die weiteren vier stehen noch etwas außerhalb, ohne jedoch (soweit ich es mitkriege) aktiv ausgegrenzt zu werden.

    Worauf führe ich das zurück?
    Erst mal ist die Truppe als solche wirklich angenehm und sehr "nett", ich habe von mehreren anderen Kandidaten (die wir dann letztendlich nicht aufgenommen haben, oder denen der Weg zu uns dann doch zu weit war) gehört, dass sie sich von der Mannschaft bei den Probetrainings gleich gut aufgenommen fühlten. Das habe ich dem Team auch in den Wochen vor der Wechselfrist immer wieder gesagt, dass sie alle Neuen nett aufnehmen sollen, da sie wohl selber wissen, wie schwierig es ist, irgendwo neu zu sein.

    Ich habe mir nach jedem Training die Neuen gleich geschnappt und sie gefragt, ob sie sich wohl fühlen, wie sie von der Mannschaft aufgenommen wurden usw., wobei ich nicht so naiv bin zu denken, dass ich da immer die volle Wahrheit gesagt bekommen habe.

    Dazu habe ich meine beiden Spielführern gesagt, dass sie bei den Trainings darauf achten sollen, dass die Neuen nie alleine sind, zum Beispiel bei Partnerübungen einfach mal nicht mit den Freunden zusammengehen, sondern zusehen, dass die Neuen nicht "übrigbleiben." War schon lustig zu sehen (und hat mich auf die Jungs dann auch ein wenig stolz gemacht) zu sehen, wie sie dann gleich wie der Blitz auf die Neuen zugegangen sind, als Partnerübungen angesagt waren (du guckst in die Gesichter der Neuen und siehst auch, dass das dann gleich dankbar angenommen wird).

    Wichtig sind auch Gruppenaktivitäten, wir hatten zum Beispiel relativ fix ein zweitägiges Turnier mit Zelten, auf das wir immerhin 6 der Neuen mitnehmen konnten, etwas Besseres gibt es fürs Zusammenwachsen kaum.

    Nicht zuletzt kommt glaube ich noch dazu, dass bei Jungs das Konkurrenzdenken, wenn auch vorhanden, bei weitem nicht so extrem ausgeprägt ist wie bei Mädchen (behaupte und denke ich jetzt einfach mal so).

    Für die ganz Jungen kann ich nicht sprechen. Aber ab der D-Jugend würde ich nicht unter 30 Minuten aufwärmen/einspielen, so wie es der Vorredner gesagt hat. Die gewünschten Effekte stellen sich sonst kaum ein.

    Wenn die Damen im Winter zu lange rumstehen und wieder kalt werden, stimmt das Programm nicht.

    Bei uns:

    ca. 2-3 Minuten individuelles Ein-/Warmlaufen
    Dann trennen sich Ersatzspieler und erste "Zehn", die Ersatzspieler kümmern sich nach dessen Bedarf um den Torwart.

    Die Startspieler:
    - kurzes Fangspiel mit Ball, Intensität nicht zu hoch
    - Kurzpassübung mit wechselnden Positionen (etwas komplex), zur Gewöhnung an Ballverhalten und Untergrund an dem Tage
    - Kurzpassübung gegenüberstehend mit Sprints im Anschluss
    - 5:5 zwischen Mittelkreis und 16er auf Ball halten, keine Zweikämpfe, Passwege zustellen

    Ich frage mich nur immer, ob ich da nicht doch noch irgendwo ein paar Torschüsse einbauen soll, halte aber nichts von den typischen Warmmachaktionen á la "Trainer legt auf und hintereinander darf jeder mal aufs Tor ballern."

    Von der halte ich ehrlich gesagt nichts, Kinder duzen jede Menge Freunde/Kumpels, und zumindest zum Teil ist man ja auch manchmal Freund/Kumpel seiner Spieler.

    Ich, der sich schon immer hat duzen lassen, halte das "Mehr Respekt durch Siezen" nicht für so abwegig, wie es viele hier schnell verdammen.

    Natürlich basiert Respekt nicht nur auf "Du" oder "Sie", sondern auf vielen anderen Dingen, vor allem dem eigenen Verhalten als Trainer. Aber das "Siezen" schafft auf jeden Fall erst einmal ein distanzierteres Verhältnis (ohne Wertung!), welches automatisch bei den meisten Menschen für etwas mehr Respekt/Vorsicht im Umgang miteinander sorgt.

    Man kann nun diskutieren, ob und wieviel Distanz gewünscht oder notwendig ist, und es ist sicherlich ärmlich, wenn man seinen Respekt nur aus dem "Siezen" zieht, aber als Option ist es durchaus vertretbar.

    zu Markus/Jopague57 : Hierarchien sind wichtig für ein Team, du kannst nicht (das habe ich auch lernen müssen) 1:1 mit deinen Spielern stehen, denn letztendlich bist du der Trainer, und nicht "ein weiterer Spieler". Und es ist tatsächlich so, dass Kinder und Jugendliche, wie ein Vorredner schon anmerkte, die Schaffung von Hierarchien und klaren (nicht strengen) Regeln, oft unterbewusst, sehr schätzen.

    zum Vergleich Lehrer/Spieler: Ich denke, dass wir den Kindern näher sind als Lehrer. Zunächst einmal sind sie im Fußballverein oft ungezwungener, sie zeigen sich eher so, wie sie wirklich sind (zum Guten und zum Schlechten), und man darf auch nicht vergessen, dass wir sie öfter/länger sehen!

    Fußball: (bei uns) 3x 1,5 Stunden Training, + Duschen/Umziehen/Rumblödeln = 2 Stunden = 6 Stunden + Spiel 2-2,5 Stunden (Anfahrt etc.) = 8-8,5 Stunden die Woche.

    Ein Hauptfachlehrer sieht seine Schüler in der Regel 4x45 (maximal 5x) Minuten in der Woche, das wären dann 3-4 Stunden.

    Hi, will mich auch mal einführen - vom Coopertest ist im Fußball grundsätzlich abzuraten, und bei Kindern und Jugendlichen sowieso. Dieser Test ermittelt etwas, das mit Fußball kaum eine Relevanz hat, dazu ist er absolut nicht vergleichbar zwischen zwei verschiedenen Testterminen und zwei verschiedenen Individuen, zudem fördert er Sachen wie den "Schlusssprint", der auch nicht da reingehört usw usw.
    Fazit: Absolut ungeeignet.

    Leider sind auch andere Tests, wie etwa Conconi, nicht wirklich geeignet, wenn man sie nicht mit Laktatmessung in Verbindung bringt (Deflationspunkt oft nicht genau zu erkennen usw.). Also leider geht ohne Laktat eine sinnvolle Leistungsdiagnostik nicht wirklich.