- Danach schieben wir 4 Spieler mit Ball auf Platzbreite auseinander und weisen noch mal auf die Abstände der Kette hin. Jetzt geht es ins seitliche Verschieben, sowie draufgehen und fallenlassen. Dabei wird zunächst aber immer nur eine Station weiter gespielt, so dass man vorher schon weiß, wo der Ball als nächstes landet. Als nächster Schritt wird dann freies Spiel der Angreifer erlaubt, während die Verteidiger weiter nur teilaktiv angreifen.
- Man kann Markierungshilfen verwenden für die Abstände der Spieler zueinander, etwa Hütchen um den Platz in Zonen aufzuteilen, oder Seile, um die Spieler miteinander zu verbinden. Das gilt für alle Übungen.
- Als Steigerung kann man 5 Spieler über die Platzbreite verteilen. Nun noch mal das Prinzip erklären, warum man den "ungefährlichsten" Spieler freilassen kann, und immer wieder unterbrechen, fragen wer der ungefährlichste Spieler ist, und warum.
- Als nächstes schnappe ich mir meistens die 4 Besten bis dahin, stelle sie als Kette, und lasse 10 (15) Angriffe der anderen Spieler (im Wechsel) im 4:4, später dann 5:4 oder, wenn es gut läuft,sogar 6:4 aufn ein Tor mit Torwart, freiem Spiel und Abseits laufen. Das Resultat sind meistens sehr wenig Torchancen, geschweige denn Tore. Und das meistens bei Mannschaften mit sehr guten Offensivspielern. Wenn ich dann die Frage stelle: "Wie viel Tore wären bei einer normalen Trainingsübung gefallen, wenn wir vorher einfach 4:4/5:4/6:4 gespielt hätten?", hat das einen gewissen Aha-Effekt, weil jeder weiß, dass bei solchen Übungen im Training dank unsortierten Abwehrverhaltens normalerweise doch einige Tore mehr fallen = Die Viererkette wird als Vorteil erkannt und angenommen
- Man kann dann dazu übergehen, in der Elferformation ohne Ball das verschieben auf verschiedenfarbige Hütchen zu üben, die die Stellung des Balls symbolisieren, der Trainer gibt durch Nennung einer Farbe die Ballposition vor. Alternativ kann das bei großer Spielerzahl auch dadurch erfolgen, dass die "überzähligen Spieler sich quer im Feld verteilen, statisch sind und sich den Ball hin und herpassen, wobei die Mannschaft entsprechend verschiebt und sich positioniert". Die Spieler werden dann recht schnell selber erkennen, wie eng die Räume für den Ballbesitzenden sind, und dass ihnen das in der Verteidigung einen Vorteil verschafft.
- zum Abschluss öfters ein freies Trainingsspiel anbieten, indem zum Beispiel bei 14 Spielern zwei ins Tor gehen,. und die beiden Mannschaften in ein 4-2 eingeteilt werden und darauf bestanden wird, dass bei Ballverlust als allererstes gemeinsam dieses 4-2-System formiert wird, um dann GEMEINSAM gegen den Ball zu verteidigen. Das hat ebenfalls einen hohen Lerneffekt und die Angreifer merken erneut, dass es ihnen selbst in einem Trainingsspiel nun viel schwerer fällt, zum Torerfolg zu kommen. Trainingsspiele, die in 20 Minuten vorher 8:6 ausgingen, gehen nun 2:1 oder 3:1 oder gar 2:0 aus = Überzeugung für diese Abwehrform bei den Spielern wächst.
In der zweiten Trainingseinheit führe ich oft gern ein Video von Nationalmannschaften vor, wobei man die Viererkette und das Verschieben erkennt, sowie Fehler, die zu Toren führen (Dauer: ca 15-20 Minuten inkl. Unterbrechungen und Erklärungen).
Es gibt noch viele Spiel- und Übungsformen, aber die meisten davon hab ich ja nicht selber erfunden (ich habe versucht, mir die eine oder andere selber auszudenken, manche haben geklappt, andere waren ein Fiasko
), daher höre ich hier mal auf, denn ich hab das Rad ja nicht neu erfunden, sondern setze nur das um, was in Lehrbüchern steht und glaube, dass meine Beschreibung bis hierhin schon recht lang und wirr war... Das ist auch nicht ganz die didaktische Reihenfolge, wie ich sie verwende (grob strukturiert schon), da ich das jetzt einfach mal so aus dem Kopf aufgeschrieben habe. Aber ich denke, es wird schon deutlich, wie ich das so ungefähr umsetze.
Das A und O ist meines Erachtens, dass der Trainer selber voll hinter der Kette steht und den Spielern das WARUM und den VORTEIL vermitteln kann, den sie daraus ziehen können. Immer wieder Übungen unterbrechen und korrigieren: WARUM muss Spieler X jetzt WO stehen? Das führt vor allem bei den Angreifern immer wieder zu Unmut, weil man meistens unterbricht, wenn sie eine gute Aktion haben, aber trotzdem ist das meines Erachtens essentiell. Ich bin der Meinung, jede durchschnittlich talentierte Mannschaft (ich rede nicht von Teams, bei denen die meisten Kinder klar UNTERdurchschnittlich talentiert sind) kann innerhalb von 4-6 Wochen die Grundlagen lernen.