Beiträge von Dirk Coerverfan

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    nero

    Ich hatte längere Zeit Kontakt mit Hermann Badstuber, dem Vater von Holger Badstuber. Er war damals Jugenkoordinator vom SSV Ulm und ist leider 2008 viel zu früh verstorben. Der SSV Ulm war damals Partnerverein von Bayern München. Der damalige Koordinator von Bayern, den Namen habe ich leider vergessen, sagte immer, dass der FC Bayern München die talentierten Spieler so lange wie möglich in den Partnervereinen spielen lassen will, damit aus diesen Talenten "Häuptlinge" werden. Denn der FC Bayern sucht für seine A-Jugend "Häuptlinge". Da es in einer Mannschaft immer nur 1 oder 2 Häuptlinge geben kann, wäre es nicht besonders gut wenn Bayern die Spieler schon in der C-Jugend holt.

    Lass Dein Sohn wieder "Häuptling" werden.

    fahrender Vater

    meine "verrückten" Wechsel habe ich immer mit den Trainern der anderen Mannschaften abgesprochen. Der Schiedsrichter wussten ebenfalls davon. Damals mussten die Wechsel auch nicht im DFB Net eingtragen werden. Somit kam es bei mir auch niemals zu "taktischen" Spielunterbrechungen. Ich wurde halt belächelt und das wars. Natürlich wussten die Trainer der anderen Mannschaften, dass ich als Lehrwart und Referent für die damalige FÜL-C Ausbildung (heute Trainer C-Lizenz) verantwortlich war. Dadurch habe ich wohl weniger Gegenwind bekommen.


    Push bei Meisterschaften, der einen durch die ganze Jugend trägt. Woran machst Du es fest, dass es einen unterschätzten Effekt gibt?

    Coach1976

    Vielen Dank für Deine tollen Beitrag.

    Hier noch ein oder zwei ergänzende Fragen für jeden Trainer, der sich immer noch an die Ergenisse klammert.


    Warum bleibt die gleiche Spielzeit eine Illusion?

    Warum ist man ein schlechter Kinder- u. Jugendtrainer wenn man absteigt?


    Die Idee mit den Leistungsvergleichen und einer eingermaßen gelungenen Staffeleinteilung wird bereits ausprobiert. Leider noch nicht im gesamten Bundesgebiet (Hoheit der Kreis- und Landesfußballverbände)

    Warum kann man Wettkampfhärte erst in der C-Jugend lernen, dass geht doch noch früher..oder? Wer definiert was Wettkampfhärte ist?

    Möchtest Du so unter Druck einen neuen Job auf der Arbeit erlernen? Wenn Du nicht schnell genug lernst, brauche ich dich als Arbeitnehmer nur noch für 3 Stunden pro Woche. Unsere Firma will ja nur Gewinne erzielen und da stört es uns wenn Du mehr als 3 Stunden/Woche arbeitest.

    Cleverer wäre es doch wenn Du eine längere Lernphase oder Nachhilfe von Deinem Arbeitgeber bekommen würdest...oder?

    Goodie

    Wenn ich die familiäre Situation, den Gesundheitszustand sowie seine Terminplanung abgeklopft habe und nichts gegen eine Trainingsteilnahme spricht, geht es meiner Meinung nach nur noch um Lustlosigkeit, dann muss ich mich als Trainer hinterfragen.

    Ist mein Training nicht altersgerecht?

    Ist mein Training nicht spaßig genug?

    Gibt es im Team Probleme mit ihm?

    Ist mein Training eine Über- oder Unterforderung für ihn?

    Muss ich meine Trainingsgruppen noch mehr differenzieren um ihn nicht zu über- oder zu unterfordern?

    Chantale


    D-Jugend = 1. Goldenes Lernalter. Diese Kindern können Techiken und Bewegungen fast auf Anhieb lernen.

    Wer als Trainer diese Zeit mit dem Lehren von Gruppen- und Mannschaftstaktiken nutzen möchte, verschwendet unnötigte Zeit und beraubt die Spieler einer der wichtigsten Phasen des Technikerwerbs- und Technikverfestigungstrainings.

    Diese Chance hat man nur noch einmal in der B-Jugend, dort geht es dann aber um das Technikpräzisonstraining.


    Zum Glück ist es auch die Lehrmeinung der neuen DFB Ausbildungsverantwortlichen. Schaut euch die Videos von Hannes Wolf auf Youtube an. Fachlich ist sowohl im Kinder- und Jugendfußball und im Breiten- und im Spitzensport extrem gut aufgestellt. Er ist ein rhetorisch extrem begabter Moderator. Auch wenn die Erklärvideos manchmal über 1 Stunde gehen, werden sie nie uninteressant.

    Genial wie er Kimmich und Tah in einem Video erklärt, warum die Videoanalyse im B- Jugendbereich der U-Nationalmannschaft nichts zu suchen hat.

    stefan1977

    Beim Fußball geht es ab dem F-Jugendalter fast immer ums Gewinnen wollen. Die Kinder wollen sich ab diesen Alter mit Jedem und Allen messen. Sie kommen in das Wettkampfalter und kommen erst wieder mit 85 Jahren oder später wieder raus ;) .

    Es hat auch nichts mit Gleichmacherei sondern mit Chancengleichheit zu tun, wenn alle Kinder die gleiche Spielzeit bekommen.

    Das Kinder nicht eingewechselt werden wollen, habe ich persönlich noch nicht erlebt. Da muss vorher alles schief gelaufen sein.

    Ja, jeder Wechsel bringt das Mannschaftsgefüge durcheinander und kann die Mannschaft schwächen. Dann müssen sich die Spieler halt mehr anstrengen, damit es wieder besser wird. Es geht für mich aber immer um die individuelle Ausbildung der Spieler, deshalb ist es doch genial, wenn sie sich nach einer Einwechslung noch mehr anstrengen müssen. Es gibt frühreife Spieler und Spätentwickler. Ich traue mir trotz meiner Erfahrung nicht zu, den Spätentwickler schon in der C-Jugend zu erkennen. Es wäre doch fatal, diese Spieler nicht spielen zu lassen obwohl sie im gesamten Bereich des DFBs gesucht werden.


    Bei der Trainingsbeteiligung bin ich immer noch nicht im Reinen mit mir.

    Ich stelle mir immer die Fragen:

    Wenn jemand wenig zum Training kommt... warum ist das so?

    Wenn jemand schon sehr wenig Trainingsminuten hat, wird er auf der Ersatzbank dann den Rückstand an Trainingsminuten aufholen?

    Wird er sich auf der Ersatzbank mental, technisch, taktisch konditionell verbessern?

    Darf ich einen Spieler aus erzieherischen Gründen auf die Bank verbannen?

    Wenn wir gegen eine sehr viel weiter entwickelte Mannschaft spielen, dürfen dann die offensiv starken Spieler nicht spielen, weil wir hinten "Beton anrühren" wollen?


    Einem D-Jugendlichen würde ich niemals sagen woran er arbeiten muss. Das muss ich als Trainer erkennen und wenn es mein Lehrplan vorsieht, trainieren.

    @DirkCoerverFan Machst du tatsächlich Wechsel alle 1-2 Minuten? Kann mir wirklich nicht vorstellen wie das funktionieren soll. Würde ja dann doch auch einige geben die in der kurzen Zeit auf maximal einen Ballkontakt kommen. Geht ja dann doch wieder am ursprünglichen Ziel vorbei.

    Fuppes

    In der F-Jugend, damals 7 gegen 7, habe ich tatsächlich jede Minute gewechselt.

    In der E- und D- Jugend je nach Anzahl der Ersatzspieler auch mal alle 2 Minuten. Sobald das Spiel nach Ablauf dieser Zeit unterbrochen wurde, habe ich gewechselt. Die Schiris kamen fast jedesmal auf mich zu und haben gefragt, ob ich wieder so verrückt wechseln werden ^^

    Die Ballkontakte habe ich nie mitgezählt. Es waren aber schon ein paar mehr als nur einer in den 6 bis 12 Minuten ununterbrochener Spielzeit pro Spieler. Ich war und bin Befürworter des Gegner-, Raum- und Zeitüberwindenden Dribblings in diesen Alterstufen. Somit hatte jeder Spieler sehr viele Ballkontakte.

    Welches wäre denn das/Dein ursprüngliche Ziel?


    Mein ursprüngliches Ziel ist die individuelle Ausbildung und die Aussage, dass alle Spieler den gleiche Beitrag bezahlen und somit das Recht auf die gleiche Spielzeit bekommen.

    Chantale

    6 Spieler haben zu vermeintlich höherklassigen Vereinen gewechselt ( damals wurden die Plätze in den Ligen noch vererbt deshalb der Wechsel)

    Damals haben wir geglaubt, dass es ein guter Schritt für die Kinder sei. Wir wollten unseren gut entwickelten Kinder die Möglichkeit geben, sich in höherklassigen Vereinen besser zu entwickeln.

    Für einen Dorfverein war es etwas Besonderes und es war auch etwas Besonderes, dass unser Dorfverein in der E-Jugend die meisten Kreisauswahlspieler stellte.


    Wechsel taktisch genutzt.... in der D-Jugend? Meinst Du das ehrlich?

    Natürlich verursacht das Wechseln ein Spielflußunterbrechung.

    Die Kinder waren immer wieder damit beschäftigt sich mit neuen Mitspielern abzustimmen und das unter vollen Gegnerdruck. Das ist doch genial.

    Wir haben nicht alle sondern fast alle Spiele gewonnen. Nein, das ist auch nichts Besonderes. Wir haben tatsächlich nur gegen Mannschaften verloren, deren Trainer viel zu früh mit Gruppen- u. Mannschaftstaktiken begonnen hatten. Und das alles nur um später einmal sagen zu können, wir waren Kreismeister 2010 und 2011 mit der D-Jugend.

    Meine Aussage ging eher in die Richtung, bilde alle Kinder individuell aus, lasse sie alle Fußballspielen ohne viel reinzureden und ohne Erwachsenentaktiken auszuprobieren. Für mich war die individuelle koordinative und technische Ausbildung die Grundlage des Fußballspielens.

    Hier meine Taktik für die damaligen Kinder von der F-Jugend bis einschließlich D-Jugend.

    Spieler Nr. 1 Du bist der Torwart und passt auf, dass kein Ball ins Netz geht. In der zweiten Halbzeit spielst Du draußen.

    Spieler Nr. 2 Du verhinderst hinten Tore und schießt vorn welche.

    Spieler Nr. 3 Du verhinderst hinten Tore und schießt vorn welche.

    Spieler Nr. 4 Du verhinderst hinten Tore und schießt vorn welche.

    Spieler Nr. 5 Du verhinderst hinten Tore und schießt vorn welche.

    Spieler Nr. 6 Du verhinderst hinten Tore und schießt vorn welche.

    Spieler Nr. 7 Du verhinderst hinten Tore und schießt vorn welche"


    Die beiden Torhüter wurden vor dem Spiel festgelegt. Ich habe bis einschließlich D-Jugend keinen Torwart ausgebildet. Jeder musste ins Tor.

    Das selbe Prinzip habe ich 6 Jahre später noch einmal angewandt.

    Allerdings habe ich die individuelle Ausbildung der Kindern noch einmal verbessert/optimiert.

    Die Kinder haben sich wieder sehr gut entwickelt.

    Nils

    stimmt, ich wurde auch nicht gefragt. ;) Warum eigentlich nicht?

    Ich möchte hier allen Trainern Mut machen, es einfach mal zu versuchen.

    Der Ansatz "lasst sie kicken" ist perfekt. Im Training immer 1 gegen 1 bis max 3 gegen 3 plus evtl. Torwart (je nach Alterstufe) auf kleinen Feldern spielen.

    Spiele verlieren weil ständig gewechselt wird... was ist daran so schlimm? Es geht doch in erster Linie um den Spaß am Fußball.

    Haben Kinder auf der Ersatzbank Spaß am Fußball? Können sich Kinder auf der Ersatzbank weiter entwickeln? Können die Kinder diese verlorene Zeit im Training wieder aufholen oder wird die Schere zwischen den weit entwickelten und den nicht so weit entwickelten Spielern immer größer?

    Meine Erfahrung mit meiner 7er D-Jugend (wir hatten immer um die 10 -14 Spieler mit zum Spiel), die von der G-Jugend nichts anderers kannten als das ich oder ein Elternteil mit der Stoppuhr am Rand standen, um die nächste gerechte, rotierende Auswechslung nach 1 oder 2 Minuten vorzunehmen. Ausnahme war, sobald wir ein Tor erzielten wurde der Torschütze mit einer Pause belohnt und durfte sich hinten anstellen.

    In der 7er G-Jugend haben wir immer sehr hoch verloren, haben aber auch schon sehr viele Tore erzielt. Das war den Kindern wichtiger als das Gewinnen.

    In der D-Jugend waren wir 2 Jahre in der höchsten Spielklasse und haben nur ganz selten verloren.

    Das geniale an dieser Wechseltechnik, niemand fühlte sich benachteiligt. Ich habe dadurch keine "Positionsidioten" ausgebildet. Jeder war auf dem Spielfeld für alles zuständig. Wenn mal ein oder mehrere "Leistungsträger" (völlig falsche Bezeichnung für weit entwickelte Kinder) fehlten, konnten die weniger weit entwickelten Kinder die Lücke sehr gut schließen. Noch besser wurde es, als 6 meiner Vereinsspieler in der C-Jugend zu vermeintlich höherklassigen Vereinen wechselten. Die verbleibenden Spieler haben nicht aufgehört, hatten immer noch Spaß am Fußball und sind mittlerweile im Seniorenbereich die Stützen meines heimatlichen Dorfvereins.

    nero

    Ganz einfache Antwort: Wechsel so schnell wie möglich.


    1. Dein Kind bezahlt den selben Beitrag wie alle anderen auch. Somit hat er aus meiner Sicht, das Recht auf die gleiche Spielzeit wie alle anderen auch.

    2. Die Hauptaufgabe der Trainer ist es, die Kinder so zu trainieren und zu coachen, dass sie lebenslang Lust auf Fußball haben.

    3. Einseitig defensive Ausbildung für einzelne Spieler in der D-Jugend ist total gegen die Phylosphie des DFB. (Goldenes Lernalter)

    4. Auch in dieser Alterstufen kann man immer noch nicht mit absoluter Sicherheit erkennen, wer ein Talent ist oder wer nur weit entwickelt ist. Daher ist es für mich sehr befremdlich, dass euer Trainer nur auf die Stützpunktspieler setzt.

    5. Mir scheint es so als ob die Trainer dem Spielergebnis Alles andere unterordnen wollen, auch wenn sich das Training aus meiner Sicht nicht so schlecht anhört.

    6. In der neuen Ausbildungsphylosophie fordert der DFB, dass alle Kinder zum Spiel mitgenommen werden sollen und das jedes Kind mindestens 75% der Spielzeit auf dem Feld ist. Seite 65: Trainingsphilosophie Deutschland | Entwicklung individueller Qualität – Page 68


    Es ist leider immer noch nicht so einfach einen Verein zu finden, der das kindgerechte Fußballspielen auch umsetzt.

    Frage doch einmal die Trainer, ob sie sich schon eimal mit der "Trainingsphilosophie Deutschland" auseinander gesetzt haben?

    Meiner Meinung nach hat der DFB endlich den Sprung in die richtige Richtung gemacht.

    thepiccow

    Dieser Link ist einfach klasse.

    Es lohnt sich wirklich, dieses Video bis zur letzten Minute anzusehen.

    Genial wie sich die DFB-Phylosophie zum positiven geändert hat.

    Hier kannst Du fast alle Antworten zu deiner Eingangsfrage erfahren. Es fehlt nur das Technikerwerbstraining.

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    Provokante Aussage: wenn ich 2 sec. schneller am Ball bin, kann ich 1 sec. länger bei der Ballkontrolle brauchen und bin immer noch 1 sec. schneller. Und wenn das Potential hier in der Schnelligkeit liegt, weil das Potential in der Technik bereits ausgereizt ist oder nur noch 0,5 sec. her gibt, stehe ich insgesamt besser da.

    Technik, Körper- u. Kopfgeschwindigkeiten sind sind grundlegender Bestandteil meiner Ausbildung.

    Im Bereich der Technik und der Kopfgeschwindigkeiten wende ich, so glaube ich, schon die besten Methodiken an.

    Das Koordinationstraining ein unverzichtbarer Teil des Schnelligkeitstraining ist, beherzige ich in jeder Trainingseinheit.

    Mittelfeld#6

    Vielen Dank für das pdf-file. Das Quellenverzeichnis am Ende könnte auch interessant werden.


    Goodie

    Deine Frage ist absolut berechtigt. Soll ich es mit den Eltern besprechen.. da muss ich wirklich noch einmal drauf rumdenken.

    Fakt bleibt aber, dass kein langsames Kind den Sprung in ein NLZ oder ersteinmal DFB Stützpunkt schafft.


    Noch ein Punkt zu meiner Trainerweiterbildung. Wie gesagt, es war im Erwachsenbereich.

    Wir haben nicht nur einen Frontalunterricht bekommen. Anhand von Selbstversuchen hat er uns viele Übungen gezeigt.


    Es waren keine langen Sprints und auch keine Fangspiele. Hauptsächlich waren es Reize setzten und Mobilisierung vom Sprungelenk, von der Waden und Oberschenkelmuskulatur. Außerdem ginge es noch um die richtigen Winkel der Gelenke und um das richtige Aufsetzen des Vorderfusses. Bodenkontaktzeiten und das Training dafür wurden auch angesprochen. Das ist ja mittlerweile nichts Neues mehr im Bereich des DFB. Was mich total beeindruckt hat, waren die rhytmischen Übungen zum Schulen der Sprunggelenke und der oben angesprochenen Muskulatur.


    Und genau darüber suche ich wissenschaftliche Untersuchungen.


    Übungen und Spiele suche ich nicht, es sei denn, sie stehen im Zusammenhang mit den wissenschaftlichen Untersuchungen.

    Goodie

    Die Antwort auf Deine Frage. Warum?

    Eines der wichtigsten Talentkriterien ist die körperliche Schnelligkeit. Sorry, hier kann man wieder sehr stark differnzieren, ist aber nicht ganz so wichtig.

    Die Kopfgeschwindigkeiten kann man, mein Kenntnisstand heute, sehr gut trainieren. Auch hier kann man differenzieren.


    Wenn es uns gelingen würde, die Muskulatur in der F- u. E-Jugend umzuprogammiern, würden wir viel mehr Talente fördern können.

    stefan1977

    Danke für Deine Rückmeldung. Das war bis zur Weiterbildung auch mein Kenntnisstand.

    Danke auch für die anschauliche und für mich verständliche Erklärung des Spiels

    Ja, sogenannte "Speed Games" kenne ich auch mindestens 2...hundert.

    Sie sind ein zwingender Bestandteil meiner Methodik.

    Mit diesen Spielen kann man die Muskeln im F- und E-Jugendbereich (6-10 Jahre) nicht umprogrammieren.

    Oder kann man es doch?

    Es gibt viele Bücher und Abhandlungen, die aber bisher noch ohne wissenschaftliche Grundlagen sind. Bzw, bei denen es hauptsächlich um Kopfgeschwindigkeiten geht. z.B, Torbjörn Vestberg und Predrag Petrovic

    Genau das umprogramieren der Muskeln, so sagte der Referent, könne man bei Erwachsenen durch Übungen erreichen.

    thepiccow

    Für mich stellt sich immer erst die Frage... welches Alter trainiere ich?

    Hier sind wir in der D-Jugend (laut DFB erstes Goldenes Lernalter) Die Kinder befinden sich hier in der sensiblen Phase für Techniktraining. Das Techniktraining würde ich somit allen anderen Trainingszielen zwingend voran stellen.

    Zweite Frage... können die Kinder in dieser Alterstufe Taktik lernen und verstehen?

    Meine Antwort, ja Kinder in der D-Jugend können Taktische Elemente lernen... aber welche?

    Auch hier meine Antwort: Individualtaktik ist in dieser Alterstufe das A und O.

    Warum sollte ich also schon mit Spieleröffnungsvarianten in der D-Jugend beginnen. Spieleröffnung ist Gruppen- und Mannschaftstaktik. Fang mit den Grundlagen der Taktik an. Indiviualtaktik im offensiven Bereich und Individualtaktik im defensiven Bereich.


    Ihr seid technisch schon sehr weit. Darf ich fragen wie weit ihr seid.

    Der DFB unterscheidet 5 Technik Hauptgruppen (Torschuss, Ballan- und Mitnahme, Dribbling, Kopfball, Passen).

    Ich habe noch nicht den Versuch gemacht alle Untergruppen auzulisten.

    Wenn man es bei der Passtechnik( Innenspann, Außenspann, Vollspann, Hacke, Sohle, Picke, eventuell noch Oberschenkel) mal anhand des Vollspann Passes versucht

    2. Unterkategorie: Vollspann Pass aus dem Stand ruhender Ball

    3. Unterkategorie: Vollspann Pass mit Anlauf ruhender Ball

    4. Unterkategorie: Vollspann Pass aus dem Stand Ball rollt von vorne auf den Spieler zu

    5. Unterkategorie: Vollspann Pass mit Anlauf Ball rollt von vorne auf den Spieler zu

    6. Unterkategorie: Vollspann Pass mit Anlauf der Ball rollt vom Spieler weg

    7. Unterkategorie: Vollspann Pass ohne Anlauf der Ball rollt von links nach rechts

    8. Unterkategorie: Vollspann Pass aus langsamen Dribblingtempo

    9. Unterkategorie: Vollspann Pass aus hohen Dribllingtempo

    10. Unterkategorie: Vollspann Pass aus höchsten Dribblingstempo

    11...25 usw.


    Die selbe Aufstellung kann man für alle Techniken machen.

    Hast Du für Dich schon so eine Liste gemacht. Sie würde Dir helfen Lernziele festzulegen. Jede Unterkategorie ist ein Lernziel für die Kinder.

    Haben deine Spieler alle Techiken und die Unterkategorien schon erlernt und können, bzw. beherrschen sie diese schon?


    Welche Techniken benötigst Du bei der Spieleröffnung ganz besonders?

    Ich stelle mal eine Liste auf.

    1. Passtechnik Innenseitstoß (Abstoß Torwart)

    2. Ballann- u. Mitnahme mit der Innenseite (Ballempfänger)

    3. Passtechnik. Voll- oder Innenspannstoß, eventuell Hacke, Sohle, Oberschenkel oder sogar Picke(Weiterleitung durch den Ballempfänger)

    4. Eventuell Kopfball.

    5. Raumüberwindendes Dribbling falls der Ballempfänger keine Anspielstation aber Raum hat

    6. Gegnerüberwindendes Dribbling falls er keine Anspielstation hat und hohen Gegnerdruck ausgesetzt ist.

    7. Zeitgewinnendes Dribbling falls die Passwege noch zugestellt, der Gegner zu hohe Überzahl in Ballnähe hat und die eigenen Spieler sich noch freilaufen müssen.

    Bei Punkt 5. 6. und 7 müssen die Spieler wissen, mit welcher Fußseite(Innenspann, Picke, Hacke, usw.) sie dribbeln müssen. Und das Dribbling mit den 5(4) möglichen Fußseiten sollten sie auch schon können und eventuell schon beherrschen.


    Wenn das alles bei dir zutrifft, dann geht es erst einmal um die offensive Individualtaktik. z.B. Ballan- und Mitnahme mit Gegner im Rücken (geringer Abstand), Ballan- und Mitnahme (mit größeren Abstand), Ballan- und Mitnahme mit 2 Gegner im Rücken usw. usw.


    Wenn Du das Programm abgearbeitet hast, sind Deine Spielerinnen gut vorbereitet, um in der C-Jugend mit Gruppentaktiken zu beginnen.

    Bis dahin lasse Deine Kinder einfach Fußballspielen, wie sie es wollen. Sie sollen sich ausprobieren und Fehler machen dürfen und aus diesen Erfahrungen die sie dabei sammeln, dürfen sie lernen. Du kannst sie nach dem Spiel, wenn die Emotionen abgeklungen sind, gerne Fragen zu bestimmten Situation stellen, um ihnen zu helfen, eine der vielen richtigen Lösungen zu finden.


    Sorry war mal wieder viel zu lang.