Beiträge von Dirk Coerverfan

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    RedDevil

    ich habe wirklich nur eine Minute gebraucht. Google Suche:

    "dfb e-jugend training ballan u. mitnahme"


    Ergebnis:

    https://www.dfb.de/fileadmin/_dfbdam/121037-399-e-te.pdf


    Trainerdialog der Stützpunkttrainer des DFB.

    Ich denke, dass es das selbe Problem, wie vor 15 Jahren ist.

    Die Stützpunkte legen immer noch die falschen Schwerpunkte. Statt sich auf sämmtliche Dribbeltechniken und - taktiken zu konzentrieren wird immer noch viel zu viel Wert auf Passtechniken und Gruppentaktiken gelegt.

    Hast Du schon jemals auf einem Trainerdialog der Stützpunktrainer gehört wie schlecht die Spieler (meistens U12 und U13) die Dribbeltechniken und -taktiken beherrschen?


    Anekdote: Ich habe mich vor 3 Monaten mit einem Stützpunkttrainer und einem Assistenztrainer eines NLZ unterhalten.

    Meine Frage lautete: "Wie bringt ihr euren Spielern die Dribbeltechniken und -taktiken bei?"

    Diese Antwort kam wirklich von beiden fast gleichzeitig wie aus der Pistole geschossen: "Das können sie sich in Youtube-Videos ansehen"

    Ich hoffe einfach, dass es die einzigen Stützpunkttrainer und NLZ-Trainer waren, die so eine Antwort bringen.

    Fantomas

    Es ist vollkommen richtig, dass wir alle immer und immer wieder dazulernen. Die meisten von uns lernen aus den Fehlern, die sie gemacht haben und werden dadurch besser.

    Was da auf dem Papier steht ist definitiv von Trainern geschrieben worden, die keine Neulinge sind. Es wäre ja fatal, wenn jemand über etwas schreibt, wovon er keine Ahnung hat.

    Diese DFB Bücher sind, so meine Meinung in einer sehr einfachen Sprache aufgebaut, die jeder verstehen kann. Die Inhalte sind auch so geschrieben, dass fast alle Übungen- und Spielvorschläge sofort, auch von nicht ausgebildeten Trainer, umgesetzt werden können.


    Wünschenswert wäre es natürlich, wenn jeder potentielle Trainer einen "Paten" an die Hand bekommt, der ihn in dem ersten Jahr unterstützt. Was machen wir aber wenn der "Pate" aus der "Old-Scool" kommt? Dann haben wir wieder das Prinzip: "Die Mutter der Dummen ist ewig schwanger" Ich persönlich möchte nicht, dass Neulinge altes und falsches Wissen annehmen. Mir sind neue Trainer, die alles hinterfragen und ihre eigenen Ideen haben, viel lieber als die Erfüllungsgehilfen und "Ja-Sager".

    Einen Koordinator sollte es in jedem Verein geben. Meistens sind es die Jugendwarte... oder mache ich einen Denkfehler?


    Deshalb hier meine Idee:

    Wer Lust hat Trainer zu werden, der sollte erst einmal das Kindertrainer Zertifikat machen.

    Dann kann er schon von Anfang an erkennen ob sein "Pate" sich schon mit den neuen Ideen des Kinderfußballs befasst hat.


    Ich vergleiche es gerne mit einem jungen Lehrer. Als Trainer sind wir doch auch nur Lehrer.

    Lehrer lernen erst die Theorie, bevor sie in der Praxis auf die Kinder losgelassen werden. Dann haben sie im Referendariat auch einen "Paten" der sie begleitet. Und dann werden sie irgendwann auf die Schüler losgelassen.

    let1612

    Genau deshalb bin ich so gerne in diesem Forum.

    Dein Link, bzw. der Inhalt des Links, ist einfach genial.

    Vielen Dank dafür.


    Constantin

    Eines Vorweg. Vielen Dank, dass Du so kritisch warst. Dadurch habe ich mich noch mal etwas intensiver mit dem Begriff "goldenes Lernalter" befasst und viele neue Dinge erfahren.

    Wissenschaft schafft Wissen.
    Wenn ich überall in der Fußballfachliteratur und in der Sportliteratur vom "goldenen Lernalter" lese und es auch tatsächlich im Technikerwerbstraining genau so von den Spielern bestätigt komme, dann glaube ich, hat dieser Begriff eine Berechtigung.

    Da ich selbst kein Sportwissenschaftler, Kindermediziner, Kinderpsychologe, usw. bin, kann und möchte ich mich nur an dieses von ihnen geschaffene Wissen orientieren.

    Außerdem habe ich festgestellt, dass Wissenschaftler auf ihren Webseiten und ihren Publikationen eine Sprache sprechen, die ich nicht wirklich verstehe. Deshalb bin ich froh, dass der DFB einfache Sprache und einprägsame Begriffe wie, "goldenes Lernalter" benutzt.

    Alle Trainer im deutschsprachigen Raum sollen, unabhängig von ihrem Bildungsgrad, den Inhalt der Bücher und Videos verstehen.


    Hier einmal ein Podcast eines Sportprofessors, der sich kritisch mit dem Begriff auseinander setzt(leider in englisch):

    Sensible Phasen – Kritik & Folgen für die Trainingspraxis
    Goldenes Lernalter, "Window of opportunity" und sensible Phasen als Modell für langfristige Trainingsprozesse Im Wachstums- und Reifeprozess durchlaufen…
    sportsandscience.de


    Und hier jemand der das Wort nicht in den Mund nimmt aber sehr einfach und verständlich beschreibt, was sensible Phasen in bestimmten Alterstufen bedeuten:

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    Da ich extreme Erfolge in der individuellen Ausbildung der Kinder erzielt habe und schon wieder erkenne, dass es auch im dritten Durchgang zu diesen Erfolgen kommen kann, werde ich auch weiterhin meine Ausbildung und die gestaltung meines Lehrplans an den sensiblen Phasen und dem "goldenen Lernalter" ausrichten.

    Meine Kinder haben immer den größten Sprung in der U11, U12, und U13 gemacht.

    Hier ist und war es ihnen möglich, fast immer auf Anhieb zu lernen. Einmal zeigen und sie können es nachmachen.

    Beispiel:

    Während ich in der U10 für das Erlernen der "Außenschere Außen" noch 3 bis 5 TE einplane, benötige ich in der D-Jugend für den viel komplexeren "Zidane Move" eine bis maximal 2 TE.

    Der DFB spricht nicht umsonst vom "1. goldenen Lehrnalter".


    Das selbe Phänomen gibt es auch in der U16 und U17, laut DFB dem "2. goldenene Lernalter".

    Hier kann man als Trainer noch einmal ganz massiv die Techniken zur Perfektion bringen und neue Bewegungen erlernen.

    Diese Alterstufe habe ich leider nur 2 Jahre trainiert, es ist gigantisch welchen Lernzuwachs, gerade im technische Bereich, die Spieler erlangt haben.

    ScuBac

    diese Bücher waren damals der erste wirklich gute Schritt und sind auch heute noch eine sehr gute Hilfe.

    Leider sind dort immer nur die Grobziele behandelt worden. Der Trainer hat sehr viele Übungs- u. Spielformen für die einzelnen Altersstufen an die Hand bekommen. Es wurde in diesen Büchern eine neue Trainingsgliederung vorgestellt.

    Allerdings wurde dort nicht einmal eine methodische Reihe vorgestellt.

    Diesen Schritt(Buch) hätte ich erwartet, wurde meiner Kenntnis nach aber nicht gemacht.


    CoachT

    Ich glaube nicht, dass diese Bücher aus der Zeit gefallen sind. Die Bücher haben den Grundstein dafür geschaffen, dass die neue Trainigsphilosophie umgesetzt wurde.


    Beim Erlernen des Fußballspielens unterscheiden wir in:

    Technik

    Taktik

    Kondition

    Koordination (bin mir nicht sicher, ob es endlich als eigener Überbegriff Anerkennung gefunden hat)

    Persönlichkeit


    Genau diese Dinge sprechen die Bücher an. Es hat sich im Grundlagenbereich einzig die Spielform des Wettkampfs geändert.

    RedDevil

    Ich denke der DFB ist sich der Problematik bewusst.

    Mathias Sammer sagte einmal als er noch sportlicher Direktor des DFB war: "Der Schlüssel zum zukünftigen Erfolg des deutschen Fußballs is der Kinder- u. Jugendtrainer"

    Er hat damals sehr, sehr viel bewegt und musst dabei extreme Widerstände von den Landes- u. Kreis Fußballverbänden überwinden.

    Seinem Engagement haben wir es zu verdanken, dass es den Kleinfeldfußball mittlerweile bundesweit gibt.


    Auch hat er in der ständigen Anpassung der Kinder- u. Jugendtrainerausbildung seine Duftmarken gesetzt.


    Der DFB hat genau dieses Thema immer mehr vereinfacht und bietet folgenden, wie ich finde, genialen Lehrgang an:

    Kindertrainer*in Zertifikat
    Wissenswertes rund um das Kindertrainer*in Zertifikat ⚽ Informationen, Termine, Anmeldung ⚽ DFB-Akademie
    www.dfb-akademie.de

    Oesi81

    Solche Traings wie Du beschrieben hast, kennt jeder Kindertrainer der Welt.

    Bei mir ist es das "Regenwettersyndrom". Sobald es auch nur ganz leicht regnet, sind die Kinder um 200% aggressiver.

    Goodies Ansatz des Schlafkönig finde ich perslönlich genial. Das werde ich auch mal ausprobieren.


    Ich wirke dem entgegen, indem ich jedes Training mit einem Fungame eröffne.

    Hier mal mein Klassiker:

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    Sobald die Kinder lachen, ist das Eis gebrochen. Anschließend gibt es auch beim stärksten Regen kein "Regenwettersyndrom"

    Damit die Kinder (zurzeit U6 bis U10) gerne zum Training kommen, beende ich mein Training immer mit Erfolgserlebnissen (z.B. 2 gegen 2 Turnier auf sehr große Tore, so dass jeder Spieler viele Tore schießt) für jeden Spieler und ganz zum Schluss gibt es ein lustiges Ritual. Zurzeit machen wir den "Ronaldo Kreis" zur Verabschiedung.


    Die Kinder gehen mit einem positiven Erlebnis aus dem Training und kommen gerne zum Training weil es am Anfang immer etwas zu lachen gibt. Dadurch kommen sie immer mit einer offenen, positiven und motivierten Einstellung zum Training.

    Ich denke es gibt sehr viele Faktoren, warum es vom DFB keine fertigen bis ins Detail gehenden Lehrpläne gibt.

    Hier einige Beispiele warum es so sein könnte.

    1. Anzahl der wöchentlichen Trainingseinheiten (TE) ist in den Vereinen unterschiedlich.

    2. Infrastruktur (Plätze, Tore, Hüttchen, Minitore, Bälle usw)

    3. Zustand der Plätze und Platzgrößen

    4. Zugriff der Teams auf Hallenzeiten

    5. größe der Ortschaften und damit die Anzahl und die Qualität der Spieler die dem Trainer zur Verfügung steht.

    Das waren nur einige kleine Unterschiede, die mir spontan im Bezug der unterschiedlichen Bedingungen der Vereine eingefallen sind.


    Die drei eigentlichen Hauptpunkte sind meiner Meinung nach:

    1. Zu wenig Trainer, die wissen wie man methodisch ausbildet. Erläuterung siehe unten Fußnote1

    Warum soll sich jemand die Mühe machen, wenn nur ganz wenige Trainer in der Lage sind, diese Ziele auch methodisch zu verfolgen?

    2. Es macht einen riesigen Unterschied in der Zielformulierung, ob eine E- bis einschließlich A-Jugend 1x oder sogar 4x die Woche trainiert.

    Es müssten 4 verschiedene Lehrpläne dafür geschrieben werden.

    3. Es muss jemand zentral beim DFB machen, wenn es einen Lehrplan für den gesamten DFB geben soll. Hannes Wolf wäre bestimmt dazu fähig, kämpft aber schon an sehr vielen Fronten. Vielleicht wird aber schon irgendwo beim DFB daran gearbeitet. Es gibt genügend Lehrer, die auch fußballbegeistert sind und solche Mammutaufgabe machen könnten.


    Fast 15 Jahre habe ich als ergebnis- und tabellenorientiert Kinder u. Jugendtrainer gearbeitet. Dabei habe ich keine Fortschritte bei der Ausbildung meiner Kinder erzielt. Rundenlaufen und Dehnen haben meine Kinder nicht wirklich besser gemacht. Ich war immer nur von der Anzahl der Talente abhängig, an welcher Stellle wir in der Tabelle standen. Als Dorfverein (ca. 700 Einwohner) muss man statistisch gesehen mit sehr wenigen Talenten auskommen. Somit waren meine Mannschaften fast immer am Ende der Tabelle, in der untersten Liga zu finden. Es gab damals keine zentrale Idee in Deutschland, wie man Kinder- u. Jugendliche ausbilden sollte.

    Erst ein "Aha-Erlebnis" mit den Coerver-Videos:

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    brachte mich im Jahre 2002 darauf, dass man Kinder individuell und vor allem methodisch ausbilden kann/soll/muss.


    Seit dieser Zeit habe ich für mich einen detailierten Lehrplan, den ich mit jedem Durchlauf immer wieder neu anpasse, geschrieben.

    In diesem Lehrplan, in dem ich viele detailierte Ziele formuliert habe, stehen aber nicht alle Ausführungsdetails der Bewegungen drin.

    Da ich jedes Kind individuell betrachten muss.

    Beispiel: Der eine Spieler hat X-Beine, der andere hat O-Beine. Da lege ich völlig andere Anforderung an das Ausbildungsziel, wenn es um das Außenspanndribbling geht.


    Bei der Erstellung meines Lehrplan war für mich die höchste Priorität beim Formulieren des Ausbildungszieles: Wie alt sind die Kinder und was sagt die Wissenschaft, was die Kinder in dieser Alterstufe körperlich, geistig und seelisch können?


    Beispiel: Kinder können erst mit ca. 9 Jahren Entfernungen gut einschätzen, das Gesichtsfeld ist um bis zu 30° eingeschränkt, die Nah-Fernsichtumschaltung ist verlangsamt. Siehe Anhang, dort sind noch viel mehr altersentsprechende Einschränkungen aufgeführt.

    Warum sollte ich dann vor dem 9- Lebensjahr schon mit Taktiktraining beginnen? Ich kann die Entwicklung der Kinder dadurch nicht beschleunigen.


    Als zweithöchste Priorität habe ich immer versucht, sensible Lernphasen der Alterstufen, zu berücksichtigen.

    Beispiel:

    Warum sollte ich mit Kindern vor der Pubertät gezieltes Maximalkraftraining machen, wenn sie noch keinen Testosteroneinschuss haben?



    Fußnote:

    Ja, ich weiß, jede Statistik ist so gut wie die Datenlage und jede Statistik kann so ausgelegt werden wie man es gerne möchte.

    Trotzdem dieser Versuch.

    Es gab 2024 insgesamt 91.842 Kinder- u. Jugendmannschaften und es wurden 2023 laut "KI" 5300 Trainer-C Lizenzen vergeben. Wenn ich davon ausgehe, dass von diesen Lizenzen die Hälfte im Erwachsenbereich (ich denke es sind weit über 80%) trainiert, dann haben wir jedes Jahr ca. 2650 Trainer für den Nachwuchsbereich ausgebildet.

    Als Lehrwart habe ich vor 15 Jahren eine Statik nur für meinen Kreis Fußball Verband erstellt (offizielle Statistiken zu diesem Thema gibt es vom DFB, meines Wissen nach, nicht). Danach haben die wenigsten der ausgebildeten Trainer länger als 3 Jahre als Kinder u. Jugendtrainer gearbeitet.

    Wenn man jetzt die 2650 Trainer mal 3 Jahre nimmt, kommt man im Bereich des DFB auf 7950 ausgebildete Trainer, die methodisch arbeiten können. Eventuell gibt es noch einige lizenslose Trainer, die eine Ausbildereignungsprüfung gemacht haben, die Erzieher oder Lehrer oder die einfach methodisch talentiert sind. Dann kommt man, sehr optimistisch gerechnet, vielleicht auf 10000 Trainer die methodisch ausbilden können. Diese Trainer können sich aber auch selbst Lehrpläne, die auf ihr spezielles Umfeld abgestimmt, schreiben.

    fahrender Vater

    leider ist mir das Verständnis was Ironie und nicht Ironie ist nicht gegeben. Ich kann aus dem obigen Text nicht wirklich erkennen welche Meinung Du vertrittst. Ist ja alles oder doch nur nichts Ironie.

    Sorry, ich mag klare Worte und Sätze deren Inhalt auch Kinder verstehen.


    Wer ist nicht auf Linie und was meinst Du mit unterschwellig oder direkt diskreditieren?

    Ich bin überfordert.


    Im Anhang findest Du eine Folie, die wir Referenten schon seit dem Jahre 2008, den Lehrgangsteilnehmern vermittelt haben.

    Es war schon damals die Auffassung des DFB und ist es auch heute noch.

    Leider nehmen viel zu wenig Kinder u. Jugentrainer an der Trainerausbildung teil.

    Wie genial wäre es wenn alle Kinder u. Jugendtrainer eine Trainerausbildung hätten. Wir müssten uns nicht immer wieder mit genau diesem Thema auseinander setzen.

    Fantomas

    ab der F-Jugend kenne ich auch kein fußballspielendes Kind welches nicht gewinnen will. Wenn sich ein Kind um seine fußballerische Ausbildung Gedanken macht, haben wir als Trainer alles falsch gemacht. Das ist unser Job als Trainer.


    Leider ist es oftmals noch so, dass Kinder gewinnen müssen. Die Trainer fangen wieder an, irgendwelche Ausreden zu erfinden, warum ein Kind heute leider nicht eingewechselt worden ist oder oder nur 5 Minuten gespielt hat oder erst gar nicht zum Spiel mitgenommen wurde.


    Reflektierte Trainer würden sich fragen, wie schaffe ich es, dass alle Spieler ähnlich gut ausgebildet werden.

    Wie bekomme ich den Spieler mit den beiden linken Füßen dazu, auch den anderen Fuß mit in das Spiel einzubeziehen?

    Wer ausbilden will, schaut nicht auf die Ergebnisse, sondern immer auf die Entwicklung des einzelnen Spielers.

    Fechter

    Wie Du anhand meines Usernames erkennen kannst, bin ich ein bekennender Fan der Coerver-Methode.

    Es gibt eine, immer noch sensationelle, 4 teilige VHS Video Reihe aus dem Jahre 1991(Dubai Videos) von Wiel Coerver.

    Es lohnt sich wirklich, sich die ersten ca. 20 Minuten genau anzuhören/anzusehen. Diese Ideen werden erst jetzt ganz langsam in die Ausbildungsphylosophie des DFB übernommen.

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    Peter Schreiner war von diesen Videos genauso angefixt wie ich. Leider wurden die Bewegungen und Finten in dem Dubai Video sehr schlecht erklärt.

    Peter Schreiner hat daraufhin seine eigene Video-Reihe (Erfolgreich Dribbeln) herausgebraucht.

    Hier ein Link:

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    Er hat jeder Finte einen deutschen Namen gegeben.

    z.B. Innenschere Außen, Außenschere Außen, Innenschere Innen, Außenschere Innen, Lokomotive, Zidane-Trick usw.

    Ich habe wirklich geglaubt, dass diese Namen der Finten mittlerweile in den Sprachgebrauch aller Kinder- u. Jugendtrainer Einzug gefunden hat.

    Hier die Außenschere Außen. Achtung es sieht aus wie der Übersteiger, ist es aber nicht.

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    Spielzeit: Damals gab es nur das 7 gegen 7 in allen Alterstufen. Erst ab der C-Jugend gab es hier das 11 gegen 11. Es durfte so oft durchgewechselt werden wie man wollte.

    Meistens hatte ich 10 bis 13 Spieler, bzw. auch Spielerinnen mit.

    Die ersten 3 Minuten habe ich nicht gewechselt. Dann habe ich mit der Stoppuhr ca. jede Minute gewechselt (Spielunterbrechung genutzt). Die Einwechselspieler standen direkt neben mir in einer Reihe. Beim Auswechseln kam der erste Spieler neben mir zum Einsatz. Der ausgewechselte Spieler stellte sich hinten an. Und so ging es das ganze Spiel weiter.

    In der F-Jugend habe ich noch alles selbst organisiert. Ab der E-Jugend habe ich einen Co-Trainer die Stoppuhr anvertraut.


    Gewinnen wollen:

    Ab der F-Jugend beginnt bei den Kinder das Wettkampfalter. Jedes Kind (Ausnahmen gibt es immer) will sich immer mit anderen messen und gewinnen.

    "Kinder wollen immer gewinnen, müssen es aber nicht."

    Kann man anhand dieses einfachen Satzes den Unterschied erkennen?

    Internationale Haerte

    Es gibt halt mehrer Ideen, was man als Jugendtrainer erreichen will und wie man es erreichen will.

    Jeder, der hier postet setzt sich doch Ziele. Wenn er die Ziele erreicht hat, sagt er doch bestimmt, dass er erfolgreich war.

    Der eine Trainer möchte in 20 Jahren sagen: "Ich habe mit meinen Jungs so und so viele Meisterschaften gewonnen"

    Der nächste Trainer möchte, dass alle seine Spieler eine Platz in der Dorf-Seniorenmannschaft bekommt. Der sagt eventuelll: "auch wenn wir mit unserer Dorfjugendmannschaft fast immer verloren haben, so ist es mir gelungen alle in den Seniorenbereich zu überführen"

    Der nächste Trainer möchte jeden einzelnen seiner Spieler so gut wie möglich ausbilden. Dieser Trainer, weiß dass das die Spieler immer gewinnen wollen, und muss sie nicht extra motivieren und sagt eventuell: " Mir als Trainer sind Ergebnisse egal, mir sind Tabellen egal, mir sind die Meisterschaften egal, mir ist es völlig fremd Druck auf Kinder auszuüben, denn ich möchte die Spieler bis einschließlich A-Jugend methodisch und mit viel Spaß ausbilden."

    Ich gehöre zu den Trainer, die ihre Kinder individuell ausbilden.


    Da ich methodisch und so gut wie Möglich altersgerecht ausbilde, ist das Spiel am Wochenende meine Ausbildungskontrolle.

    Wenn man es mit der Schule vergleichen möchte, dann ist es die Mathearbeit, oder irgend eine andere Klausur.


    Als Ausbilder schaue ich mir während des Spiels genau an, ob die Spieler meine Ausbildungsziele auch unter Gegnerdruck schon erreichen.

    Deshalb ist es für die Mannschaften, die ich ausbilde, auch extrem schwer Meisterschaften zu gewinnen.

    Beispiel D-Jugend: Ausbildungsschwerpunkt gegnerüberwindendes Dribbling (Außenschere Außen).

    Wir haben schon eine Einheit hinter uns benötigen noch 2 bis 4 Trainingseinheiten. Meine Ansage vor dem Spiel: " Jungs, ihr habt die "Außenschere Außen" schon sehr gut im Training geübt, traut euch sie heute im Spiel anzuwenden." Nach der 3 TE fordere ich sie natürlich noch viel stärker ein, bzw. gebe den Spielern Anreize es zu versuchen.


    Es wäre doch fatal für meine Ausbildung, wenn ich im Training das gegnerüberwindende Dribbling trainiere und den Spielern vor dem Spiel sage: Ihr dürft heute nicht Dribbeln, denn gegen die Gegner können wir nur gewinnen wenn wir "one touch" spielen.


    Und natürlich bekommt jeder die gleich Spielzeit. Ich muss doch bei jedem Spieler kontrollieren, ob er das Ausbildungsziel schon erreicht hat.


    Ich bin fest davon überzeugt, wer individuell, methodisch und einigermaßen pädagogisch ausbildet, wird immer, egal auf welchem Niveau sie spielen, extrem starke Mannschaften haben. Denn der Großteil der Kinder- u. Jugendtrainer, die in Deutschland trainieren, können es nicht. Die meisten Trainer wollen Meisterschaften einfahren. Sie trainieren nur einseitig das Passspiel bilden oftmals Positionsidioten aus und fangen viel zu früh mit Gruppentaktiken an.

    Die Ausbilder sind spätestens nach 2 bis 3 Jahren mit ihren Mannschaften auf dem selben Niveau von den Vereinen, die ihre Kinder scouten und keinen Ausbilder als Trainer haben.

    TrainerRafael

    vor Jahren hatte ich ein ähnliches Problem.

    In meiner Firma haben eine Kollegin und ich eine Betriebsportgruppe Damenfußball gegründet.

    Die Mädels waren alle zwischen 18 und 40 Jahre alt und haben noch niemals im Verein gespielt.

    Genau wie Internationale Haerte es beschrieben hat, waren die ersten 4 TE geprägt von Coerver-Übungen aus dem Bereich Ballgefühl- und Ballbeherrschung geprägt. Die ersten Einheiten waren dadurch beding sehr übungslastig (fast 80%).

    Zum Glück ticken Frauen im Bezug auf Übungen und Spielen etwas anders als Männer.

    Hier findet Du einige Übungen.

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    Pocho1505

    Coerver-Übungen. Na endlich treffe ich mal auf einen Coerverfan. =)

    urban1987

    In Deinem Eingangsposting hast Du die Lösung schon fast perfekt erklärt.

    Zitat: "Nach Turnieren bin ich oft sauer und mecker ihn auch mehr an wie ich sollte, vorrangig aber wegen fehlendem Willen. Wir sprechen oft vor Turnieren und ich gebe ihm Tipps, welcher er natürlich 0,0 befolgt."


    Dein Sohn ist ein eigenständiges Wesen. Er spielt Fußball für sich selbst und hoffentlich nicht für den Papa. Wenn er für sich selbst spielt, macht er keine Fehler sondern Bewegungserfahrungen und genießt den Moment des Spielens. Wenn er für Papa spielt macht er aus der Sicht des Vaters Fehler. Dann wird Papa sauer und meckert und versucht dann obendrauf, noch Tipps zu geben.

    Das Ergebnis ist doch klar, er spielt Fußball in der Gegenwart (altersbedingt). Du versuchst ihn Tipps für die Zukunft zu geben weil er in der Vergangenheit aus Deiner Sicht Fehler gemacht hat.

    Versetzte Dich mal in deinen Sohn hinein oder besser stelle Dir vor Du hättest einen Vorgesetzen in deiner Firma, der so reagiert wie Du es oben beschrieben hast.

    Würdest Du jemals wieder 100% Leistung auf der Arbeit bringen?

    Endlich gefunden. Es ist auch schon 20 Jahre alt.

    Das Buch ist von Udo Bassimir und gibt es hier in Uwes Shop:

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    Immer noch lesenswert und passt hier sehr gut zum Thema.