Beiträge von Dirk Coerverfan

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    joergstgt und fubaba
    mailt mich an dirkbroeker(aaaatttt)web.de
    Dann sende ich euch mein mein Excelfile. Aber Achtung es basiert auf der Coerver-Methode.


    fubaba
    Absolut richtig, Positionierung hat meines Erachtens, in der G, F und E-Jugend nichts zu suchen. Hier orientiere ich mich an dem Straßenfußball von früher. Auf der Straße gab es niemals Erwachsene, die den Kindern vorgeschrieben haben, wo und was sie zu spielen haben. Wenn sie dann mit 12 oder 13 in die Vereine kamen, waren sie in der Individualtaktik viel besser durch den Straßenfußball ausgebildet als die heutigen gleichaltrigen Vereinsfußballer, die durch eine manchmal 7 jährige Taktikschulung(Quälerei) gegangen sind.
    Positionsspezifische Spezialisierung sollte, so werde ich es auch handhaben, laut DFB erst in der B-Jugend erfolgen.
    Nein, mein Training beinhaltet keine Spiel- und Übungsform, die die Knäuelbildung auflöst. In der F- und E- Jugend habe ich immer kleine Fußballspiele/turniere (2:2 bis max 4:4) gemacht. Meine Jungs und Mädels sind jetzt überwiegend in der D-Jugend. Ohne das ich es jemals gefordert oder trainiert hätte, existiert das Knäuel in der Offensive nicht mehr. Ab einem gewissen Alter(die Literatur für Unfallverhütung schreibt ab dem ca.11-13 Lebensjahr) öffnet sich das Gesichtsfeld, die Kinder lernen Entfernungen und Geschwindigkeiten abzuschätzen und sie können mit einen Mal spiegelbildlich denken. Somit ist es für sie ab diesen Alter auch erst möglich nicht besetzte Räume in einiger Entfernung zu erkennen, die sie dann auch besetzen können. In der Defensive versuchen meine Spieler immer den Ballführenden zu doppeln, selbst das Zustellen der Passwege sehe ich immer öfter, ohne es das ich Beides jemals trainiert und gefordert habe.


    Bevor ich antworte, versuche ich einmal ballorientierte Raumdeckung sehr vereinfacht so zu erklären wie ich sie verstehe. Hier gibt es natürlich ganz unterschiedliche Ansichten.
    Grundsätze:
    Die größte Gefahr geht vom Ball aus, also muss ich alles dafür tun, um ihn zu erobern.
    Die finalen Pässe (Pässe die sofort zum Torschuss führen könnten) dürfen nicht beim Passempfänger ankommen.


    Ballorientiert heißt für mich in Ballnähe eine Überzahl zu schaffen.
    Raumdeckung heißt für mich zu aller erst, dass die gefährlichsten Passwege des Gegners zugestellt werden.


    In der ballorientierten Raumdeckung im Erwachsenenfußball kommt es ganz oft zu der Situation, das der Ballbesitzer von 3 Spielern (2 Verteidiger doppeln und der Arme wird auch noch hinterrücks vom Mittelfeldspieler attackiert) angegriffen wird. Warum soll ich dieses ballorientierte Verhalten bei den Kindern auflösen?
    Hier haben wir beide wohl eine unterschiedliche Auffassung von der ballorientierten Raumdeckung.


    Am Ende der nächsten Saison (fast alle Kinder sind dann alter Jahrgang D-Jugend) fange ich gaaaanz laaaangsam mit Spielformen an, die das Zustellen der Passwege spielerisch schult.
    z.B. 2 Angreifer gegen einen Verteidiger auf 2 Tore die er er verteidigen muss.

    Hallo Zico,


    Thema Taktiik:
    Wr hatte vor ca. 2 Jahren schon einmal eine ähnlichenThread aufgemacht
    Ich persönlich finde es ist immer noch einer der Besten in diesem Forum.
    Spielsysteme 7:7
    Allerdings geht es dort um 7er Fußball. Die Grundideen sind auf das 5er Fußball übertragbar.


    Grundlagentaktik in der F-Jugend:
    Hat die andere Mannschaft den Ball, bin ich Verteidiger und muss verhindern das die Anderen ein Tor schießen..
    Hat meine Mannschaft den Ball bin ich Stürmer und wir müssen versuchen ein Tor zu erzielen.


    Ich finde es klasse, dass du versuchtst dein Training mittel- und langfristig zu planen. Damit befindest Du dich auf dem richtigen Weg. Nur so funktioniert, die Ausbildung im Kinder- u. Jugendfußball.


    Erst einmal solltest du dir für deine Mannschaft Ziele definieren.
    Achtung, Achtung, Achtung die Alterstufe bzw. der Individuelle Entwicklungsstand deiner Spieler gibt die Ziele deiner Ausbildung vor.
    Auf dieser Seite sind einge Ziele: http://www.training-wissen.dfb.de/index.php?id=508096
    Hier da Ausbildungskonzept mit den Zielen und den Leitlinien für ein effektives Training: http://www.dfb.de/uploads/media/dfb_rtk_flyer_A4_quer_01.pdf (Seite 18, 19, 34 und 36 sind für dich bestimmt von Interesse)
    Falls du dem DFB skeptisch gegenüber stehst findest Du auf dieser Seite auch ganz viele Infos über Ziele und Inhalte
    http://fd21.de/126137.asp (Grundlagen und Trainingsplanung sollten dir eine Menge Infos über die F-Jugend geben)


    Wenn du mutig und aufgechlossen für Neues bist, kannst du auch versuchen dich mit der Coerver-Methode auseinander zu setzen. Siehe: http://fd21.de/105120.asp
    Hier könnte ich Dir einen Jahrestrainingsplan für F- und E-Jugend zur Verfügung stellen. Diesen müsstest du allerdings auf deinen Mannschaft umstellen.


    Mittelfristig Trainingsplanung in der F-Jugend.
    In meiner damaligen Mannschaft hat sich folgende Planung bewährt.
    Grundsätzlich bin ich davon ausgegangen, dass die Kinder (F-Jugend) 7 Trainingseinheiten (TE) benötigen, damit sie Bewegungen und Techniken in der Grobform können. Das traf auch in 80 % der Fälle zu. Manchmal haben die Kinder schneller und manchmal langsamer gelernt.


    Beispiel der Planung anhand vom Dribbling und Vollspannstoß
    TE 1 Vollspanndribbling ohne Gegner- Zeit- und Raumdruck
    TE 2 Vollspanndribbling ohne Gegner und Raumdruck aber mit Zeitdruck (Wettkampf; wer kann am schnellsten)
    TE 3 wie TE 3
    TE 4 Vollspanndribbling ohne Gegner aber mit Raum und Zeitdruck (Wettkampf; wer kann am schnellsten z.B. Slalomstangen)
    TE 5 Vollspanndribbling mit passiven Gegner sowie Raum und Zeitdruck (Wettkampf; Hase u Jägerspiele mit sehr großen Vorteil für den Dribbler)
    TE 6 Vollspanndribbling mit teilaktiven Gegner sowie Raum und Zeitdruck (Wettkampf; Hase u Jägerspiele mit Vorteil für den Dribbler)
    TE 7 Vollspanndribbling mit aktiven Gegner sowie Raum und Zeitdruck (Wettkampf; Hase u Jägerspiele mit minimalen Vorteil für den Dribbler)


    Achtung ab TE 4 beginnt das zweite Thema somit konnte ich bei geschickter Wahl der Themen (Ähnlichkeiten müssen vorhanden sein) immer zwei, manchmal auch 3 Schwerpunkte trainieren.
    TE 4 Vollspannstoss ohne Gegner- Zeit- und Raumdruck
    TE 5 Vollspannstoss ohne Gegner und Raumdruck aber mit Zeitdruck (Wettkampf; wer trifft am Häufigsten)
    TE 6 wie TE 5
    TE 7 Vollspannstoss ohne Gegner mit Raum- und Zeitdruck (Wettkampf; wer trifft am Häufigsten in ein verkleinertes Tor)
    TE 8 Vollspannstoss mit passiven Gegner mit Raum- und Zeitdruck (Wettkampf; wer trifft am Häufigsten in ein Tor mit Torwart aus kurzer Entfernung)
    TE 9 Vollspannstoss mit aktiven Gegner mit Raum- und Zeitdruck (Wettkampf; wer trifft am Häufigsten in ein Tor mit Torwart aus größerer Entfernung)
    TE 10 Vollspannstoss mit aktiven Gegner mit Raum- und Zeitdruck (Wettkampf; Hase Jägerspiel mit Torwart aus größerer Entfernung)


    Ab TE 8 kann mit dem dritten Schwerpunkt begonnen werden.


    Hast Du das Ziel noch nicht erreicht , d.h.: die Kinder setzen den Schwerpunkt noch nicht im Spiel in der Grobform um, machst Du einfach eine oder 2 TE mehr.

    Mulder


    Entscheidend ist doch welches Ziel du dir diese Saison gesetzt hast.
    Eine sehr allgemeine Frage, von ganz vielen, könnte z.B. lauten:
    Was sollen die Spieler am Ende der Saison von dir mit bekommen/genommen haben?


    In diesem Jahr trainiere ich die Jahrgänge 98, 97, 96 alle in einer gemeinsamen Trainingsgruppe.
    Ich habe mir nicht einmal die Frage gestellt, mit welchen System wir am Wochenende spielen.
    Wenn ich das machen würde, sehen meine Ziele und somit meine Trainingsarbeit komplett anders aus.


    Mannschaftssysteme und das Verhalten der einzelnen Spieler in einem System ist nicht das Ziel in dem "goldene Lernalter"
    Ziel ist es in dieser Alterstufe die Kinder so auszubilden, dass sie am Ende der D-Jugend individual-taktisch in der Lage sind offensive und defensive Situationen auf fast allen Positionen zu meistern.


    Somit kann deine Frage im Bezug auf System nur lauten:
    Welches System ermöglicht mir den größten Fortschritt in der Ausbildung zu erreichen?


    Meine Antwort:
    Auf 7er Feld 3:3
    Auf 9er Feld 3:3:2
    auf dem völlig unsinnigen (sorry) 11er Feld 3:4:3 oder 4:3:3 (natürlich ohne Libero da jeder das Recht auf BOS-Ausbildung hat)

    Uwe
    Ist dir hier ein Rechenfehler unterlaufen?
    Bei Säuglingen reden wir doch noch nicht von Talenten--- oder? :)


    Talentprognosen werden erst bei 11-14 Jährigen gemacht. Daher beginnt das Stützpunkttraining erst ab der D-Jugend.
    Wenn man 2003 sofort alle Talente in den Stützpunkten und den Leistungszentren der Bundesliga Vereine (gab es damals nur sehr wenige) nach der DFB Philosophie ausgebildet hätte, könnte man fast davon ausgehen, dass die Erfolge in 2008 und 2009 das Ergebnis davon ist.
    Diese Kinder sind also zwischen 1989 und 1993 geboren worden. Somit haben sie ihre Bewegungserfahrungen noch in den Wälder, auf denSchulhöfen und auf den Straßen machen dürfen. In ihrer frühen Kindheit gab es nur sehr vereinzelt die Bewegungsbremsen(Playstation, Privatfernsehen, Computer und Handy)
    Für diese Kinder war also erst die DFB-Philosophie ab der D- bzw. C-Jugend wichtig, da sie die umfangreiche Bewegungschulung noch auf der Straße erleben durften.. Somit haben sie meiner persönlichen Meinung nach alle Phasen des DFB Ausbildungskonzeptes durchlaufen.


    2007 wurde das Konzept nachgebessert. Wenn es tatsächlich greifen sollte, dann müssten wir in den nächsten Jahren nicht nur in Europa sondern in der Welt eine dominate Rolle spielen. Und wenn man dann noch bedenkt, dass nur 2% der jetzt aktiven Kinder- und Jugendtrainer(meine Statistik in unseren KFV) eine Ausbildung nach 2003 gemacht haben, dann scheinen dem DFB noch rosige Zeiten bevor zu stehen.


    Ich persönlich halte es für falsch, den Erfolg der Ausbildung an den Gewinn von Europa- und Weltmeisterschaften im Jugendbereich zu messen.
    Für mich ist der Gradmesser eines guten nationalen Konzeptes immer noch die Anzahl der Spieler, die den Sprung in den bezahlten Fußball machen. Da habe wir zurzeit immer noch ein sehr großes Defizit. Mal schauen was die Jahrgänge ab 1989 an Talenten, für die Profiligen der Welt hervorbringen.


    Chris
    Ich liebe Statistiken. Kannst du sie uns zur Verfügung stellen. Über Rapidshare oder einen anderen Dienst dürfte es doch kein Problem sein.

    @NF
    Wenn du Menschen immer fremdsteuerst, und der Steuermann ausfällt, fehlt den Menschen anfangs die Orientierung. Manche Menschen finden die Orientierung nie wieder, bei Manchen dauert es halt sehr lange, wiederum Andere finden sofort für sich die richtige Richtung und einge versuchen sogar den Steuermann zu ersetzten.
    Je jünger man mit der Fremdsteuerung aufhört, desto schneller können sich die Menschen wieder Eigenverantwortlich bewegen.


    Du bist schon lange in diesen Forum und gibst an, dass du deine Denkweise in Bezug auf Kindertraining und -betreuung auf Grund einiger Postings schon einmal hinterfragt hast. Du hättest dich nach eigener Aussage im Bezug auf das Reinrufen sogar geändert. Im Gleichen Atemzug sagst du aber dass das Reinrufen unbedingt nötig ist damit die Kinder Ergebnisse erzielen. Es ist wirklich beeindruckend wie Du nach 194 Postings immer noch keinen Milimeter von deinen alten Prinzipien abweichst.


    Ich finde es wirklich Klasse, dass du die Mannschaft abgegeben hast und das du ganz schnell, ganz weit weg gelaufen bist. Deine ehemalige Mannschaft wird es dir irgendwann einmal danken. Die Kinder werden sich nach einiger Zeit daran erfreuen, dass sie wieder kreativ, selbständig und eigenverantwortlich spielen und handeln dürfen.
    Den Kinder konnte nichts Besseres passieren.

    @ Andre
    Da zeigt sich mal wieder, dass eine breit angelegte Bewegungsschulung in allen Sportarten gefördert werden muss.
    Wenn Dein Sohn, ohne das er jemals Spezial- und hoffentlich auch kein Dehnungstraining bekommen hat, weiter wirft und schneller läuft als die Spezialisten, dann sollten sich die Trainer der Leichtathletik einmal hinterfragen warum das so ist.


    Gewissenhaft warm machen mit Dehnen?
    Ist die Trainerin eine ausgebildete Physioterapeutin?
    Wenn ja, ist es OK, auch wenn ich persönliche der Meinung bin, dass es in dieser Alterstufe absolute Zeitverschwendung ist.


    Wenn sie aber eine in den 1980er bis 2006 Ausgebildete Trainerin ist, ist sie durch die "Old School" Trainerausbildung des DSB und oder des
    DLV gegangen. Dort wurden die gleichen Referenten eingesetzt, die auch beim DFB die Trainer ausgebildet haben.
    Somit hat sich das Dehnen als Dogma innerhalb kürzester in der Trainingslehre fast aller Sportarten verbreitet.


    Leider wurde dass Dehnen erst in den letzten Jahren des vorigen Jahrhunderts wissenschaftlich untersucht. Die Ergebnisse sind erschreckend.
    So viel verbratene Trainingszeit für 0 Komma 0 Wirkung in den meisten Sportarten (Ausnahmen sind Sportarten mit gewünschter Hypermobilität).
    Der Einzige der davon wirklich etwas davon hatte war der Erfinder der Stretching Welle. Kohle, Kohle, Kohle
    Hier eine Seite die zum Nachdenken anregen sollte. Leider ist sie nicht mehr aktualisiert worden.


    http://www.nostretch.de/index.php?page=dehnen-noch-sinnvoll.
    Diese Seite habe ich vor 2 Jahren schon einmal vorgestellt. Damals wurde das Dehnen auch beim DFB massiv hinterfragt. Es sollte aus allen Trainerlehrgängen als Bestandteil des Trainingslehre verschwunden sein. Der Autor der Seite ist mittlerweile sogar Referent in der Trainerausbildung des DFB.


    Warmmachen/Einstimmen je nach Alterstufe ist ein absolutes Muss. Für mich ist es immer die Vorbereitung auf eine zu erbringende körperliche Höchstleistung.
    Das kann man über ganz viele unterschiedliche Spielformen, in denen alle Muskeln angesprochen werden, erreichen.
    Diese Spielformen kann man auch in der Leichtathletik bis zum Eintritt der Pubertät verwenden.

    @ Insomnia
    Ich treibe bzw. trieb mich seit Jahren in diversen Kinder- und Jugendfußballforen rum. Am Anfang war ich Mitleser, dann habe ich mich mit eingebracht und durfte dadurch viel, sehr viel, lernen. Mein Blickwinkel auf den Jugenfußball hat sich durch dieses Diskutieren fast komplett gedreht. Irgendwann kam ich in den Foren an die Grenzen . Da ich mehr wissen wollte machte ich die DFB Trainer-Lizenz. Durch das Wissen aus den Foren hatte ich überhaupt keine Mühe dem theoretischen Teil der Ausbildung zu folgen.
    Irgendwann stellte jemand aus dem Vorstand unseres KFV fest, dass ich als Referent für die Ausbildung von Fachübungsleitern geeignet sein könnte. Somit wurde ich zum Lehrwart ernannt/gewählt und war dadurch gleichzeitig Mitglied des Vorstandes. Durch beharrliches Einsetzten für das 7er Feld ist es uns irgendwann gelungen, dass diese Ideen bis in den letzten Verein vorgedrungen sind. Unter anderen habe ich an alle E- und D-Jugendtrainer sowie allen Jugendleitern einen Text gemailt, den ich zuerst in diesen Forum gepostet habe.
    Auf der letzten Jugendversammlung unseres KFV wurde endlich von den Vereinsvertretern beschlossen, dass die D-Jugend 7 gegen 7 bzw 9 gegen 9 auf Halbfeld spielt. Und jetzt bin ich ein klein wenig stolz, dass ich einen kleinen Beitrag dazu geleistet habe, das die Vereinsvertreter sich für den kindgerechten Fußball in unseren Kreis entschieden haben.
    Und das alles nur weil ich hier und woanders mit diskutiert habe.


    Übrigens die Verbände sind nicht anonym. Du gehörst genau so dazu wie dein Verein und deine Vereinsvertreter.

    Das sind doch alles Fragen, die die Probleme der Erwachsenen darstellen und sind vom Denken der Erwachsenen geprägt.


    Ich habe mir damals folgende Fragen nicht gestellt:
    Was können Kinder in den verschiedenen Altersstufen?
    Was empfehlen Sportlehrer, Pädagogen, Kindertrainer und Sportwissenschaftler?
    Welche Schlußfolgerungen ergeben sich für die altersgerechten Spielformen, Spielregeln und Spielfeldgrößen.


    Wie kann ich mit wenig Aufwand die Antworten auf diese Fragen umsetzen?


    Diese Fragen brauchte ich mir auch nicht stellen, da ich damals alles aber auch wirklich alles über Fußball wusste. Ich war ja schließlich der Fussballgott der Senioren in der A-Klasse :)

    Wie ihr aus meinen gesamten Postings entnehmen könnt bin ich heute ein absoluter Verfechter des Kleinfeldes.
    Natürlich habe auch ich nicht die Weisheit mit Löffeln gefressen und Lehrer, Pädagoge und Sportwissenschaftler bin ich auch nicht.


    Als ich vor fast genau 20 Jahren (Ende der 1980er) hatten wir einen Kreis Jugend Fußballobmann, der sehr fortschrittlich dachte. Er führte u.a.die Sonderrunden für Bambini, F-, E- und D-Jugend ein. In diesen Sonderrunden wurde ohne Tabelle gespielt, Kinder die noch nicht so weit entwickelt waren, durften eine oder zwei Jahrgänge tiefer spielen. Die Regeln für den Kinderfußball wurden vereinfacht. Als Krönung wollte er die Kinder auf verkleinerten Feldern spielen lassen. Die D-Jugend sollte auf das Kleinfeld spielen.
    Als ich davon zum ersten mal hörte, damals war ich noch Jugendobmann, habe ich nur mit dem Kopf geschüttelt.
    Mir stellten sich damals viele Fragen:
    Die Felder müssen Linien haben, wer soll die Plätze kreiden? Was mit den Linien machen wenn gleich darauf die Senioren spielen?
    Mehr Mannschaften bedeuten auch mehr Platzbedarf bei Training und Spiel-- woher nehmen? Wo bekomme ich die Schiedrichter her? Wer übernimmt die Schiedsrichterkosten? Wir benötigen mehr Trainer, wer macht diesen Job? Wer bezahlt die Trainer? Wir benötigen mehr Bewegliche Tore, wer bezahlt sie? ....................?
    Kraft meines Amtes habe ich mich auf den Verbandstagsitzungen ganz klar für die Beibehaltung des Großfeldes ausgesprochen.


    Ist euch bei den Fragen, die ich mir damals gestellt habe etwas aufgefallen?

    Absolut richtig.
    Sie haben von mir kein Spielsystem vorgegeben bekommen.
    Ich habe genau so gehandelt wie ich es oben beschrieben habe.


    Alles was ich jetzt sage ist hypothetisch, weil nicht nachweisbar.
    Sie haben sich fantastisch entwickelt. Die Jungs und Mädels sprühen nur so vor Kreativität. Mutige Dribblings, spontane tödliche Pässe, überraschende weil noch nie geübte Doppelpässe, Torschüsse sobald sich die Möglichkeit bietet, Verteidiger die den Stümer ausfintieren, sofortiges attackieren des ballbesitzenden Gegners, wären bei positionierten Kindern niemals in der Häufigkeit zu sehen.


    Einer meiner Spieler wurde von einem Bundesligisten zum Probespiel eingeladen. Leider spielen sie in dem Landesverband 11 gegen 11. Er sollte als Innenverteidiger in einer 3er Kette agieren. Diese Position hat er bei mir logischerweise noch nie gespielt, da ich noch nie positioniert habe. Das sah die ersten 5 Minuten wirklich unterirdisch aus.
    Der Trainer rief ihn kurz an den Rand und erklärte ihn in 30 Sekunden, was er von ihm verlangte. Diese Anweisungen setzte er nahezu perfekt um.
    Kann Zufall gewesen sein, kann sein das er sowieso nur gesichtet wurde weil er eine hohe Spielintelligenz besitzt, kann aber auch sein das er diese Intelligenz besitzt weil er nie positioniert wurde.


    Aus meinem Team haben es damals 5 Jungs in die Kreisauswahl geschafft.Sie wurden dort von dem Auswahltrainer ob ihrer sehr hohen Flexibilität gelobt.

    Für alle die sich nicht trauen den Ansichten und Argumenten von Andre zu folgen, habe ich noch einmal einen Auschnitt meines Posting von vor 2 Jahren hierher kopiert.
    Es ist noch extremer als was der DFB emfiehlt.
    Diesen Text habe ich schon einmal vor fast genau 2 Jahren gepostet:


    Hier die Aufstellung und die Taktik meiner E-Jugend 2x98er(F-Jugend), 2x96(alter Jahrgang) und 5x97er(junger Jahrgang)
    Spieler Nr. 1 Du bist der Torwart und passt auf, dass kein Ball ins Netz geht. In der zweiten Halbzeit spielst Du draußen.
    Spieler Nr. 3 Du verhinderst hinten Tore und schießt vorn welche.
    Spieler Nr. 4 Du verhinderst hinten Tore und schießt vorn welche.
    Spieler Nr. 5 Du verhinderst hinten Tore und schießt vorn welche.
    Spieler Nr. 6 Du verhinderst hinten Tore und schießt vorn welche.
    Spieler Nr. 7 Du verhinderst hinten Tore und schießt vorn welche.
    Spieler Nr. 8 Du verhinderst hinten Tore und schießt vorn welche. Nach 2 Minuten wirst Du eingewechselt
    Spieler Nr. 9 Du verhinderst hinten Tore und schießt vorn welche. Nach 4 Minuten wirst Du eingewechselt. In der zweiten Halbzeit gehst Du ins Tor.
    Wir wechseln alle 2 Minuten durch.
    Bis auf die Ankündigung des Wechsels, gebe ich keine Anweisungen von der Linie. Es wird nur gelobt. Die Eltern wissen, dass sie nur zum Anfeuern und Loben da sind.
    .........


    ....Taktikschulung fängt bei mir mit der Einzeltaktik an und die werde ich erst frühestens in der D-Jugend schulen. Vorher dürfen sich die Kinder ausprobieren.
    Ich weiß, dass ich ziemlich extrem denke und das diese Denkweise auch nicht jedem liegt.
    Aber wie heißt es so schön: Viele Wege führen nach Rom.



    Heute (junger Jahrgang 7er D-Jugend) arbeite ich immer noch fast genauso. Somit sind die Kinder annähernd 6 Jahre lang von mir taktisch so instruiert worden. :)
    Mittlerweile versuche ich den Kinder das Spiel auf 2 Linien näher zu bringen.
    In der nächsten Saison werde ich dann noch die 3 Linie hinzufügen (unser Kreis hat das 9 gegen 9 endlich verbindlich eingeführt). Natürlich beginne ich dann auch mit der Schulung der defensiven Individual Taktik.


    Aus der heutigen Sicht würde ich sagen, dass ich es genauso wieder machen würde. Die anfänglich massiven Widerstände der Eltern konnten
    durch Aufklärung (Einzelgespräche und Elternabende) überwunden werden.


    Vorteile:
    -Wenn ein Spieler krank wird, sich während des Spiels verletzt oder aus irgenwelchen Gründen nicht spielt, kann jeder seine "Position" sofort einnehmen.
    -Beidfüssigkeit wird ständig neu von der Spielsituation gefordert, da sich die Kinder fast frei auf dem Spielfeld bewegen.
    Dadurch auch eine hohe Akzeptanz während des Trainings für die Schulung des schwächeren Fußes.
    -Bis auf 2 Spieler kann jeder im Tor spielen. Vorgabe von mir: Jeder Spieler muss während der Saison mindestens 4 Halbzeiten ins Tor.
    -Es wurde noch niemals ein Torwart von den Feldspielern angemeckert, weil er eine Gurke durchgelassen hat. Alle wissen aus eigener Erfahrung wie schwer es der
    Torhüter hat.
    -Erst jetzt (D-Jugend) kristallisiert sich in dieser Mannschaft ein Torspieler heraus.
    -Alle Spieler spielen extrem ballorientiert.
    -Kein Spieler entzieht sich der Verantwortung für das gesamte Spiel.
    Typischer Spruch von Positionsidioten in der D-Jugend: Damit habe ich nichts zu tun, das ist nicht meine Seite
    -Durch das ungebundene, ballorientierte Spiel haben die Kinder viel mehr Situationen die sie Lösen müssen.
    Jede dieser Lösungen können sie ihren taktischen Erfahrungsschatz hinzufügen.
    Je größer ihr taktischer Erfahrungsschatz ist, desto einfacher können sie später Situationen antizipieren (Vorausberechnung der möglichen weiteren Spielverläufe) .


    Die letzten beiden Aufzählungen sind für mich auch die Hauptgründe warum wir von dem unsäglichen 11er Feld im D-Jugenbereich wegkommen müssen.


    Die restlichen Vorteile findet man in dem Posting von Andre.

    Es würde so ähnlich wie hier ablaufen.
    http://www.tus-antfeld.de/Spor…nd/Fortbildung%202007.htm


    Ich bin mir nicht sicher ob ich den nachfolgenden Absatz schreiben darf.
    @Uwe, sollte ich gegen irgend etwas verstoßen haben, lösche diesen Absatz bitte.


    Wenn Du auf die Hompage von Coerver Coaching Deutschland (Link unter meinem Coerverlogo) gehst, kannst Du dort die Inhalte der Coerver Trainerschulung in Gelsenkirchen sehen.
    Nähere Details über die Organisation einer Coerver Trainerschulung kannst du erfahren, wenn du mich an mailst.


    Zum Thema totale Vermarktung:
    Nein, wir treten niemals mit der Behauptung an, dass die Coerver-Methode das nonplusultra im Bezug auf die gesamte fußballerischer Ausbildung von Kindern ist.
    Wir kennen auch die Schwächen der Methode, z.B. fehlende Lösungen zur Mannschaftstaktik im defensiven Bereich, nur sehr wenige Lösungen im defensiven, individual und gruppentaktischen Bereich. Im Bereich der Torwarttechniken fangen wir erst mit der Entwicklung der Methodik an.
    Wir haben den Anspruch, die weltweit besten Spezialisten im Bereich der Technik Schulung zu sein. Aber auch hier gibt es viele Möglichkeiten, unter anderem der sehr gute Weg des DFB.


    Das einzige was Coerver-Coaching zur Zeit vermarktet, sind die DVDs.
    Wenn wir total vermarkten würden, müsste man doch ganz anders Werbung betreiben..
    Mir ist nicht eine offensive Werbung von Coerver-Coaching in Deutschland bekannt.
    Uups, das stimmt so auch nicht. Wir versuchen zurzeit, mit einigen wenigen Profivereinen in Kontakt zu kommen. Dazu müssen wir initiativ werden. Das hat aber nichts mit offensiver Vermarktung zu tun.


    Das wir für die Ausbildung der Kinder und der Trainer Geld nehmen ist in meinen Augen doch auch nichts Verwerfliches---oder?
    Wie sollte ich sonst meiner Frau und meinen 4 Kindern erklären, dass ich mal kurz für 2-3 Tage von Schleswig-Holstein nach NRW und Hamburg fahre um 10-20 Trainer auszubilden?
    Im Bereich des DFB bin ich als Referent für die Kurzschulungen tätig. Auch dort bekommen wir Kilometergeld und eine Aufwandsentschädigung und die ist wesentlich höher als bei Coerver. Das bezahlt dann aber nicht der Trainer vor Ort, sondern der DFB.


    Zeige mir doch einmal irgend eine Sache, wo wir ein amerikanisches Gehabe (was auch immer das ist) an den Tag legen.
    Die Jungs, die ich von Coerver Coaching Deutschland kenne, sind alles Menschen wie Du und ich.
    Oder meintest Du meine Postings hier im Forum?

    Eigentlich ist dieses Thema schon verbrannt, deshalb wollte ich zu diesem Thema nicht mehr posten aber Wespe hat mich halt noch einmal inspiriert.


    Moin wespe


    Zitat Coerver 1991: "Noch nie wurde ein Spiel entschieden nur weil ein Spieler den Ball hochhalten konnte".
    Meine Meinung hierzu: Die Zeit die man im Training für das Üben des Hochhaltens verbrät, kann man viel besser für spielnahe Übungen verwenden.


    Wir wollen mit der Anwendung der Coerver-Methode nicht einen bestimmten Typ von Spieler fördern. Unser Ziel ist es
    - technisch perfekte,
    - extrem handlungsschnelle,
    - kreative,
    - offensiv zweikampfstarke
    Fußballer auszubilden.
    Das erreichen wir durch eine sehr individuelle Ausbildung. Wir wollen erst den einzelnen Spieler weiter entwickeln, bevor wir die Mannschaft ausbilden.
    Unsere Denkweise kann man grob so umschreiben.Die Stärke einer Mannschaft ist die Summe aller individuellen Leistungen.
    Natürlich gehört Teamgeist und alle anderen sozialen Komponenten ebenfalls zu unserer Ausbildung.
    Die Schulung der verschiedenen Techniken ist ein Erwerb von Fähigkeiten/Fertigkeiten und hat nichts aber auch gar nichts mit der Schulung oder Förderung von Egoismus zu tun.


    Wenn ich den Umkehrschluss aus Deinen Aussagen überspitzt ziehe, dann darf ich technisch nicht so gut ausbilden, damit die Spieler erst fähig sind in einer Mannschaft zu spielen. Hähh-?


    Und noch eins,
    Du hast für dich eine Methode gefunden, mit deren Hilfe du die Kinder weiter entwickelst. Das ist auch gut so. Viele Wege führen nach Rom. Und dein Weg ist wirklich nicht der Schlechteste. Ganz nach der Devise," Was ich selbst erfinde, vergesse ich nie"


    Was mich immer nur auf die Palme bringt sind solche völlig an den Haaren herbei gezogenen Aussagen, dass wir mit der Coerver-Methode nur eine Art von Spielern ausbilden wollen.
    Wenn Aufklärungsbedarf besteht, würde ich auch eine Schulung in Hamburg machen.


    Was die Kinder mit den erworbenen Fähigkeiten/Fertigkeiten später machen entscheiden sie selbst. Entscheidend ist, das sie diese Fähigkeiten überhaupt erworben haben.
    Übrigens in unseren Training gibt es in der Regel niemals Spiele die größer als 4 vs 4 sind. Und glaube mir, wir spielen sehr, sehr viel. Der Unterschied zu Deiner Methode ist, dass wir den Kindern vor dem Spiel die Fähigkeiten vermitteln, die sie im Spiel anwenden dürfen.

    @NF


    Sorry, irgendwie haben wir beide uns wohl nicht richtig verstanden.
    Du fragst, ob irgend jemand Übungen kennt, mit denen man die technischen Fähigkeiten eines Spielers voranbringt.
    Ich frage, damit ich Dir spezielle Übungen empfehlen kann, welche Techniken bei dem Spieler geschult werden sollen.
    Daraufhin schreibst Du Dinge auf, die Du schon mal trainiert hast.
    Häähhh?


    Andre
    Ist echt Klasse, das Du schon von vorn herein sagst, dass du die Coerver-Methode nicht wirklich kennst, verurteilst aber gleich die Übungen als stupide und langweilig.
    Die Videos auf Youtube sind Appetithäppchen und sind nur ein minimaler Ausschnitt aus der Coerver-Methode.
    Die Ballbeherrschung Übungen (hauptsächlich auf Youtube zu sehen) werden im Training in kleine Wettkämpfe verpackt und machen maximal 3-5 Minuten des Trainings aus.
    Es handelt sich bei diesen Kindern um ganz normale Kinder, die einfach schon etwas länger nach der Coerver-Methode trainieren.
    Nur auf dem neuesten Video "Super Skills" ist ein 13 jähriger Spieler zu sehen, der angeblich für 1 Million Pfund von einem englischen Verein gekauft wurde. Dieses Video findet man aber noch nicht auf Youtube.
    Mir scheint es fast so, als ob du Angst vor dem Unbekannten hast.


    Es gibt auch bei Coerver ein sogenanntes Technikerwerbtraining (no pressure). Dieses findet isoliert statt, damit sich keine Fehler im Details einschleichen.
    Diese Übungen dauern ebenfalls maximal 5-10 Minuten und können immer mit einem spaßigen Wettkampf / Spiel abgeschlossen werden.
    Das Verfestigen der Techniken findet immer in spielerischer Form statt. Die Schweizer Ausbildung mit ihrer GAG-Philosophie kommt der Coerver Methodik. sehr nah.

    Ich versuche diese Thema einmal aus einer anderen Sichtweise anzugehen.


    Jeder von uns hat doch bestimmt schon die Eltern, Omas und Opas erlebt, die ihren Kinder für jedes Tor oder für jedes gute Spiel einen Euro gegeben haben.
    Und jeder von uns hat darauhin das Gespräch mit den Eltern gesucht.


    Warum will ich diese Verhalten der Eltern nicht?


    Ich möchte nicht, dass die Kinder in Erwartung einer Belohnung zu einer Handlung annimiert werden (extrinsische Motivation).
    Das sind später die Menschen, die nur Leistung bringen wenn sie eine Gegenleistung bekommen. Fällt die Erwartung einer Gegenleistung weg, bricht ihre Leistung weg.


    Im Allgemeinen versuche ich die sogenannte intrinsische Motivation (vereinfacht: selbstbestimmte Handlungsbereitschaft) durch Lob, Neugierde wecken, Interesse erzeugen, ausprobieren lassen, Spass haben und durch eigenen Lösungen suchen, zu fördern.
    Diese Menschen führen eine Handlung aus weil sie Spass und Interesse an der Handlung haben. Eine Belohnung für die Handlung wird von ihnen nicht erwartet.


    Ich bekenne mich aber trotzdem schuldig.
    Obwohl ich es besser wissen sollte, vergebe ich am Ende dieser Saison für die besten 3 Torschützen und für die 3 trainingsfleißigsten Spieler Pokale.
    Wir haben zuviele Pokale im Vereinsheim und bevor wir sie wegschmeißen bekommen sie ein neues Etikett und werden, wie oben beschrieben, verteilt.