Beiträge von Dirk Coerverfan

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    @Paul


    Ich begleite diese Jungs seit der G-Jugend. Die Mädchen stießen so nach und nach dazu, so dass wir ab der E-Jugend eine Mädchenmannschaft melden konnten.
    Natürlich hatte ich auch eine kleine Fluktuation.
    In der F-Jugend habe ich 4 Spieler dazu bekommen und einer hat uns verlassen (Umzug an die Ostsee) In der E-Jugend gingen 3 Jungs (einer wurde Jagdhornbläser und die beiden Anderen gingen weil der Vater Probleme mit meiner Philosophie hatte). In der D-Jugend habe ich einen Spieler dazubekommen.
    Ich möchte mich nicht genau festlegen, aber bei meiner 97er und 98er Mannschaft sind es ca 15 - 20 Spieler gewesen, die von mir ausgebildet wurden.


    Bei den Mädchen hat keines aufgehört.


    Unser Dorf hat 700 Einwohner in dem Kreisgebiet leben 258140 Einwohner. Es geht hier nicht um Talent, hier geht es um kindgerechte Ausbildung. .Der Junge, dem ich in der F-Jugend das größte Talent prognostiziert habe hat den Sprung in den Stützpunkt nicht geschafft. Durch meine Art der Ausbildung habe ich sie in ihrer Entwicklung nicht behindert. Ob es Talente sind oder werden kann man, so glaube ich, auch jetzt noch nicht wirklich sagen. Sie sind halt nur weiter entwickelt als Gleichaltrige.


    Wir müssen endlich lernen, dass wir als Trainer nicht die Entwicklungsbremsen sein sollen. Meiner Meinung nach sind die Taktiker, die Systemverliebten und die Positionierer, in der G-, F-, und E-Jugend völlig fehl am Platz. In diesen Alterstufen werden solche Trainer sogar zu Talentbremsen.


    Ich wollte L.M nur klar machen, dass ich kein Theoretiker sondern ein Trainer der Praxis bin, der den Breitenfußball und den Talentfußball aus eigener Erfahrung kennt. Darum habe ich die Bemerkung mit der Häufigkeit des Trainings gemacht. Deshalb hier einmal ein typische Woche von mir während meiner Sturm- und Drangzeit.


    Montag: Den Stützpunkttrainer als Trainer unterstützt.
    Dienstag: Vereinstraining mit meiner Großgruppe(C-Jungs und -Mädchen, D-Jungs und -Mädchen)
    Mittwoch: Coervertraining mit der Coerver-Masterclass. (Die Ausbildungserfolge dieser Gruppe habe ich noch gar nicht erwähnt)
    Donnerstag: Vereinstraining mit meiner Großgruppe(C-Jungs und -Mädchen, D-Jungs und -Mädchen)
    Freitag: Kreisauswahltraining mit der E-Jugend
    Sonnabend: Trainerausbildung DFB oder Coerver-Clinic
    Sonntag: Trainerausbildung DFB oder Coerver-Clinc und Spiel meiner D-Jungs.


    Na und dann stand ich natürlich auch noch am Rand sobald eines meiner 3 anderen Kinder (der Älteste spielte bei mir) ein Spiel hatte.

    @Paul


    ja es sind Doppelnennungen dabei.


    Die D-Jugend Jungen umfasste in meiner letzten Saison (2009/2010) als Trainer 12 Spieler. (9er Feld)


    9 Jungs waren Kreisauswahlspieler in der E-Jugend (6 x 97er und 3 x98er Jahrgang) Halt stimmt so nicht ganz es waren sogar 4 x 98er ( einer hat nach einem Jahr aus schulischen gründen aufgehört.


    5 Spieler von diesen Jungs sind immer noch Stützpunkt Spieler


    3 dieser Spieler sind zurzeit in der Landesauswahl.


    Die D-Mädchen umfasste in meiner letzten Saison (2009/2010) als Trainer 10 Spielerinnen (7er Feld)


    6 Spielerinnen waren in der E-Mädchen Kreisauswahl und 3 von diesen Mädchen waren im erweiterten Kreis der Landesauswahl.


    Ich verstehe Deine letzte Frage nicht. Was finde ich ungewöhnlich?

    L.M.
    Dann möchte der Theoretiker dir erzählen was aus seinen
    theoretisch Fußball spielenden Kindern geworden ist. Übrigens ist unser
    Dorf dafür bekannt, dass hier das genetische Gallien ist. Jedes Kind welches hier geboren wird, ist
    während seiner Zeugung in den Zaubertrank gefallen.


    Hier die Erfolge, die dieses gallische Dorf erzielen konnte.
    Jungs 97er und 98er:
    3 Spieler sind Landesauswahlspieler.
    9 Spieler waren Kreisauswahlspieler
    5 Spieler sind immer noch im Stützpunkt.
    Mädchen 97er:
    6 Spielerinnen waren in der Kreisauswahl
    3 Spielerinnen waren Stützpunktspielerinnen und im erweiterter Kreis der Landesauswahl.



    Die Grundlagen für diese Ausbildungserfolge habe ich den Kindern ausschließlich im theoretischem
    F-Jugend Training und im theoretischen F-Jugend Spiel vermittelt.


    Weil es mir dann doch zu viel Theorie wurde, stand ich manchmal bis zu 6 mal
    in der Woche (inklusive privater Fußballschule, Kreisauswahltraining,
    Trainerweiterbildung, Kinderfußballcamp, Landesauswahltraining und
    Mannschaftstraining) auf dem Platz und erzählte den Kindern wie Training
    aussehen könnte, wenn wir den trainieren würden.




    Man o man. Ich mag hier im Forum gerne diskutieren, denn durch diese
    Diskussionen lerne ich immer sehr viel, aber das mir jemand vorwirft,
    dass ich Quark erzähle ist mir dann doch ein wenig zu viel. Lieber L.M.
    ich gebe mich hier immer offen und ehrlich. Wer ein wenig Talent im
    Umgang mit Google besitzt, kann vieles über mich und meine Mannschaften
    herausbekommen. Nicht jeder muss sich meiner Meinung anschließen und mit
    mir einer Meinung sein aber mich so darzustellen als wenn ich "Wasser
    predigen und Wein saufen würde " ist schon fast eine Beleidigung.


    Ich handelte genau so wie ich es im obigen Posting beschrieben habe.
    Übrigens werde ich das ab dieser Saison mit den mir anvertrauten
    F-Jugendlichen wieder so machen, da es für mich absolut kindgerecht ist.




    PS: Ich habe ich den Inhalt nach deinem "PS" nicht wirklich verstanden.
    Magst Du es noch einmal so schreiben, das auch ich den Sinn verstehe.

    TOTAL FRUSTIERT
    Hier die harte Realität aus der Fußballprovinz
    Nachdem ich meine 1997er 7 Jahre begleiten durfte, habe ich mich entschlossen mit meinem Kleinsten, einen nochmaligen Versuch zu starten.


    Endlich wieder F-Jugend Trainer, Juhu!! Spielfreude, Unbekümmertheit, nette Gegner, einfach nur Spaß haben.
    Alles das habe ich mit der Betreuung der F-Jugend verbunden.
    Dann das grausame Erwachen am 10.09.2010. Herzlich willkommen in der Realität!


    Der F-Jugend-Straffelleiter (Beisitzer im Kreisjugendausschuss) hat alle Trainer und Betreuer zu einer Sitzung eingeladen. Das wir bei uns immer zu Beginn der Hin- und Rückserie so gehandhabt.
    Also habe ich keinen Verdacht geschöpft. Freudig erregt fuhr ich zum Tagungsort, da ich einen Vortrag über die Trainerausbildung und die Kurzschulungen halten sollte.
    Die Sitzung verlief auch ziemlich entspannt. Während meines Vortrages stellte ich ganz kurz das Fairplay Modell des Aachener Fußballkreises vor. Dadurch kam es auch zu einer kleinen Diskussion. Bis plötzlich der Kreisjugendobmann (Er war ebenfalls der Einladung gefolgt, welches ja auch sein gutes Recht ist) aufstand und fragte: "Meine Damen und Herren, wir wollen in unseren FK bei den F-Jugendlichen die Punktrunde wieder einführen, weil in Hamburg, in Mecklenburg Vorpommern und in fast allen anderen Landesverbänden die F-Jugendlichen ebenfalls mit Tabellen spielen. Ich möchte jetzt eine Abstimmung. Wer ist dafür?"
    Natürlich habe ich mich, noch bevor es zur Abstimmung kam, zu Wort gemeldet und meine Meinung bzw. die DFB Ansicht kundgetan. Darauf hin kam es zu einer lebhaften aber sehr sachlichen Diskussion.
    Die Argumente der Tabellenbefürworter kennt ja mittlerweile jeder aber hier noch einmal ein Auszug der schlimmsten Argumente:
    -Anhand der Tabellen kann ich mir die Mannschaften besser aussuchen, die ich mir zu meinen Turnier einladen werde.--
    -Die Kinder wollen und müssen wissen wo sie stehen.
    -Leistungsgesellschaft und, und, und.
    Schließlich wurden 3 Modelle zur Abstimmung gebracht und mit folgendem Ergebnis, in Klammern, zur Kenntnis genommen


    Modell 1 Tabellen ja aber ohne Torverhältnis (5 oder 6 Stimmen).
    Modell 2 Tabelle ja genau wie im Erwachsenen Fußball (12 oder 13 Stimmen).
    Modell 3 keine Tabellen (15 oder 16 Stimmen).


    Die Stimmen wurden nur vom Kreisjugendobmann gezählt und ganz leise bekannt gegeben, deshalb kenne ich auch nur die ungefähre Stimmenverteilung.
    Ein anderer Trainer und ich haben mitgezählt. Nach der Sitzung trafen wir uns und jeder hatte ein etwas anderes Ergebnis.


    Ist es nicht Klasse wer hier die Entscheidungen trifft!!?.
    Ein KJO, der es in der F-Jugend doof findet, wenn am Rand Auswechselspieler stehen. Zitat: "Dann lasst doch alle Kinder spielen, es ist doch besser wenn die Kinder 11 gegen 11 spielen als wenn draußen welche herumstehen." Von den 35 Anwesenden Personen waren 5 ausgebildete Kindertrainer, der Rest waren Kinderväter- und Kindermütter-Trainer.
    4 dieser ausgebildeten Trainer wollten keine Punktrunde, nur einer schlug das Modell 1 vor und stimmte dann auch dafür. Er musste wohl so einen Vorschlag machen, da er auch zum Kreisjugendausschuss gehört.
    Somit wird der KJO zur nächsten Beiratssitzung des Landesverbandes gehen und den Antrag auf Einführung der Tabellen in der F-Jugend stellen.


    So funktioniert die Weichenstellung für den Kinderfußball in Deutschland. Willkommen im tiefsten Mittelalter.

    Für alle die, die immer noch Zweifel haben ob man die Kinder in der F-Jugend taktisch schulen muss, habe ich hier noch einmal einen alten Thread (Fred?) verlinkt:


    Spielsysteme 7:7


    So wie ich es damals, vor 4 Jahren, gepostet habe, habe ich es bis 2010 (Ende D-Jugend) durchgezogen.
    Alle taktischen Fähigkeiten haben sich die Kinder bis einschließliche E-Jugend spielerisch ohne äußere Einflüsse (Eltern, Trainer) angeeignet.
    Damit ich den spielerischen Erwerb der Taktik beschleunigen konnte, habe ich als Spielformen im Training immer nur maximal 4 gegen 4 spielen lassen.
    Ab der D-Jugend habe ich Individualtaktik bewusst geschult.


    Die Jungs und Mädchen haben sich im taktischen Bereich viel besser entwickelt als die Positionsidioten und die mit Erwachsenen-Taktiken voll gepumpten Kinder.

    Es gibt unglaublich viele Ansätze in der Talentforschung, aber den Stein des Weisen hat noch niemand gefunden.
    Selbst hochrangige Sportwissenschaftler tappen im Dunkeln/Nebel.


    Wenn ich eine genaue Talentprognose machen könnte, würde ich mich selbständig machen.
    Mehr Geld kann man nicht verdienen.


    Wir brauchen uns hier die Köpfe nicht einschlagen.
    Prima wäre es wenn kein Jugendtrainer mehr als "Talentbremse" auftritt.

    @ Günter Grafe


    Ich bin in einen Beruf tätig, in dem ich mich mit vielen Statistiken befassen muss. Sie dienen mir sogar als Berechnungsgrundlage von Produktendaten, da sie einen wissenschaftlichen Hintergrund haben.


    Deine Statistiken hören sich für mich so an, wie: "Immer wenn die Klapperstörche kommen, steigt die Geburtenrate" Daher auch der Spruch, die Babys bringt der Klapperstorch. Diese Aussage stimmte grundsätzlich. Es gibt aber keinen inneren Zusammenhang zwischen diesen Ereignissen.


    Wer hat festgelegt wo "Larifari" anfängt oder aufhört, wo der Leistungsgedanke anfängt/aufhört, wo der talentierte Spieler anfängt/aufhört, wo der ehrgeizige Spieler anfängt/aufhört, wo der Spaßfaktor anfängt/aufhört, wo die klare Linie anfängt/aufhört, wann die Kinder anfangen zu denken. Puhh harter Tobak für jemanden der Statistiken liebt. Sorry, bei mir sträuben sich bei deiner klar belegbaren Statistik die Haare.


    Außerdem habe ich Probleme mit der Begriffsdefinition: Larifari


    Larifari würde ich nicht mit Spaßfaktor sondern mit halbherzig, oder nicht ernsthaft definieren.


    Ernsthaftigkeit schließt aber den Spaßfaktor nicht aus. Wenn man mit ganzen Herzen eine Sportart betreibt, darf und sollte man doch auch Spaß haben--oder!?. Meiner Meinung nach ist es einfacher, über Spaß als über Druck zu lernen und Leistung zu erbringen. e
    Leistung aus einer intrinsischen Motivation (aus eigener Überzeugung) ist tausendmal besser als Leistung über extrinsische Motivation (von jemand Außenstehenden eingefordert oder verlangt oder durch das Versprechen einer Belohnung eingefordert). Hierzu ein Beispiel: Ich schieße Tore weil ich Lust darauf habe. Im Gegensatz hierzu: Ich schieße Tore weil ich dafür von meinem Vater Geld bekomme. Ich persönlich komme mit Spielern viel besser klar, die von sich aus leistungswillig sind. Spieler von denen ich Leistung einfordern muss gehören für mich ab einer bestimmten Alterstufe (so ca. B-Jugend) auf die Ersatzbank/Tribüne. Soweit braucht man es nicht kommen lassen, wenn man weiß wie man als Trainer arbeiten muss.


    Den normalen Aufhörungsprozess (in der DFB Sprache heißt er "Drop Out") kann man beeinflussen. Die Beeinflussung findet aber schon Jahre früher (ab der G-Jugend) durch


    -altersgerechte Pädagogik,


    -altersgerechte Sprache,


    -altersgerechte Ausbildungsziele


    -altersgerechtes Training,


    -altersgerechte Wettkampfformen,


    -altersgerechte Betreuung/Coaching


    -altersgerechte Methodik


    statt. Wer sich hier an die DFB Empfehlungen hält, wird kaum etwas von dem "Drop Out" merken.


    Einer der Hauptbeweggründe für die Einführung des FÜL-C Kinder- Jugendprofil bzw. des jetzigen Trainer C-Breitenfußball war die Problematik des "Drop Out" in der Pubertät.


    Das wäre mal eine interessante Statistik.


    Hören bei den ausgebildeten FÜL-C bzw Trainer C-Breitenfußball mehr oder weniger Kinder als bei den nicht ausgebildeten Betreuern? Oder noch allgemeiner: Hat sich seit Beginn der Qualifizierungsoffensive (seit 2004/2005 Trainerausbildung, Kurzschulungen, Teamleiterausbildung, Stützpunktfortbildungen, DFB Mobil, Training Online, Grundschullehrer Fortbildung, Fußballabzeichen, Referentenfortbildung) beim "Drop Out" etwas geändert? Wenn es weniger "Drop Outs" sind, hat der DFB eines seiner Hauptziele erreicht. Wenn sich nichts getan hat oder es mehr geworden sind, sollte die Ausbildung schnellst möglich überdacht werden.




    Zu meiner Person kann ich nur so viel sagen:


    Von den Kindern, die ich in den 1990er von der E- bis in die D-Jugend trainiert habe, sind die Meisten wie von Günter beschrieben dem "Drop Out" am Ende der D-Jugend bzw.am Anfang der C-Jugend zum Opfer gefallen. Damals habe ich reduziertes Erwachsenen-Training mit ihnen durchgezogen. Beim Coachen machte ich ebenfalls keinen Unterschied ob ich Kinder oder Erwachsenen vor mir habe. Ich glaube zurzeit spielen 2 (jetzt 26-28 Jahre alt) von ehemals18 Kindern noch Fußball. Hier liegt klares Versagen meinerseits vor. Lieber Günter glaube mir, auch damals war ich nicht halbherzig bei der Sache. Ach übrigens, damals gab es die Konkurrenz von Playstation, Computer und TV kaum.


    Zum Ende der letzten Saison habe ich meine Mannschaften D-, C- Jungs und Mädchen abgegeben. Vor drei Wochen habe ich mich auf den Sportplatz geschlichen, um mir die Trainingsbeteiligung anzusehen. Es fehlte nicht ein einziges pubertierendes Kind bei dem mittlerweile wieder in 3 Trainingsgruppen aufgeteilten Haufen. Es fehlten nur die Kinder, die sich höherklassigen Vereinen angeschlossen haben.


    Meine mir bis zur letzten Saison anvertrauten Spieler habe ich wie oben beschrieben, betreut und trainiert. Das oberste Gebot war immer: Geht raus und habt Spaß.


    Sie müssen so viel Spaß beim Fußball haben, dass sie den PC vergessen.

    @ steini
    Du behauptest jetzt allen Ernstes, dass ich als D-Jugendtrainer eine Fehlbesetzung war/bin? Puhh das ist harter Tobak.


    Andre google mal nach "Dissertation drop out fußball" dort findest Du ganz viele Abhandlungen. Leider kann man anhand der Überschriften nicht erkennen, welches die Richtige ist. Wer also sehr viel Zeit hat, kann uns ja mal den richtigen Link posten.


    zu Manne
    Manchmal ist es besser neue Erkenntnisse einfach zu ignorieren oder zu verschlafen.
    Er hat die Dehnwahn-Welle Mitte der 80er bis Ende der 90er bestimmt auch nicht mitgemacht. Dadurch hat er wohl intuitiv das Richtige gemacht.
    Nicht alles was modern ist ist auch gut.
    Wir brauchen in unserer Gesellschaft immer mal wieder die Bremser (Bedenkenträger), die aufpassen das die Lokomotiven (Vordenker)
    nicht entgleisen. Manne ist halt eher der Bedenkenträger. Er muss nur aufpassen er den Zug auf Freier Strecke nicht zum Stehen bringt. Zurzeit habe ich das Gefühl, dass Manne seine Bremsen aus glüht. Er geht nicht mehr von der Bremse obwohl der Zug gerade volle Fahrt aufnimmt und die Strecke frei von Gefahren und Haltestellen ist.


    manne
    Was ich persönlich ganz sch........ade finde: "Manne wenn Dir die Sachargumente ausgehen, musst Du nicht auf der persönlichen Schiene abfahren."

    @ Günter
    Als Verfechter des 1 gegen 1 im offensiven Bereich versuche ich einmal die Ausbildungsschritte zeitlich zu ordnen.


    F-, E- und D-Jugend Ausbildung im offensiven 1 gegen 1 als absoluter Schwerpunkt. Dadurch werden das Ballgefühl, Ballan- und mitnahme sowie das Dribbling und ganz besonders, und außerdem fast alle Bereiche der Koordination, geschult. Torschuss- und Passtechniken (für mich immer noch das Gleiche) erlernen die Kinder spielerisch ohne große Trainerkorrektur.
    Das defensive 1 gegen 1 wird automatisch mit geschult aber ebenfalls ohne große Tipps und Korrekturen. Da der Angreifer immer im Vorteil sein soll. Stichwort: "Erfolgserlebnisse im Training schaffen."


    D-, und C-Jugend der Kopfball wird eingeführt und die Passtechniken werden perfektioniert. Die ersten offensiven Gruppentaktiken werden geschult.z.B.: Doppelpass, Hinterlaufen usw. Ab der D-Jugend wird das defensive 1 gegen 1 in die Ausbildung mit eingebunden. Ab C-Jugend kommen dann defensive Gruppentaktiken als Inhalt mit in die Ausbildung. Verschieben, Gegenspieler auf den Mitpieler schieben, doppeln, Verteidiger-Dreieck, usw.


    Erst ab der B-Jugend werden die Jugendlichen positionisspezifisch ausgebildet Und ab da kommen auch erste Mannschaftstaktiken wie "One-Touch", in den Trainingsplan.


    Eine der wichtigsten Aussagen, die ich von einem Jugennationaltrainer gehört habe ist: "Abspieler finde ich an jeder Straßenecke, aber die Spieler mit hohen individuelle Stärken in der offensive finde ich in Deutschland kaum bis gar nicht."

    @ Ide


    Deine Spieler haben ein so genanntes Antizipationsproblem (vorausahen/vorausschauen) Wie La Krizz es schon beschrieb, sollte sich die komplette Kette zurückfallen lassen.


    Das Antizipationsproblem kannst du lösen in dem du die Ketten immer und immer wieder mit dieser Situation im Training konfrontierst. Dadurch lernen sie am Verherhalten und an den Bewegungen des Passgebers, ob er er einen kurzen oder einen langen Ball schlägt.


    Übungen hierzu findest Du auf den DVDs "Modernes Verteidigen"

    @ TW Trainer
    hier irrst Du gewaltig.
    Ich befasse mich seit 2003 sehr intensiv mit dem Kinderfußball. Wie du aus meinem Namen erkennen kannst, bin ich ein Anhänger der Coerver-Methode. Wiel Coerver war in den siebziger Jahren des letzten Jahrhunderts ein/der Vordenker im Kinderfußball. Schon sehr früh erkannte er das die Mannschafts-- und Feldgrößen dem Kinderfußball angepasst werden müssen. Seine Theorien wurden dann von vielen Nationalverbänden auf Praxistauglichkeit überprüft. Einige Nationalverbände, (Schweiz, Deutschland) untersuchten seine Thesen in den 1990er Jahren sogar wissenschaftlich. Aufgrund der Ergebnisse waren sich die daran beteiligten Fußballtrainer, Sportlehrer, Mediziner, Pädagogen und Funktionäre einig, dass die Felder und die Mannschaftsgrößen verkleinert werden müssen. In einem früheren Posting habe ich schon einmal mit einem Link auf die Ergebnisse des Schweizer Fußballverbandes hingewiesen. Leider finde ich ihn nicht mehr.


    Als es an die Umsetzung der gewonnenen Erkenntnisse (ab ca.. 2001-2003). ging, kam, wenn auch etwas später, der demografischer Faktor (ab ca. 2006-2007) als weiteres Argument hinzu. Somit hatten die verantwortlichen Funktionäre noch einen gewichtigen Grund mehr für die Einführung des Kleinfeldfußballs.
    Zu aller erst ging es bei der Einführung des Kleinfeldfußballs um die bessere technische, taktische und konditionelle Ausbildung der Kinder.


    Online Ausbildung:
    Dort laufen die ersten Studien und Versuche beim DFB. Wenn ich mich recht erinnere, wird die Online-Ausbildung ab dem nächsten Jahr angeboten.
    Meine persönliche Meinung zu diesem Thema: Die Online Ausbildung ist nicht wirklich effektiv. Es fehlt die Kommunikation mit dem Referenten und der Lerngruppe.
    Ganz nach dem Motto: Erzähle mir und ich vergesse. Zeige mir und ich erinnere. Lass es mich tun und ich verstehe


    Die Idee von TW Trainer mit den Kurzschulungen vor Ort in Kombination mit der Online Schulung ist nicht die Schlechteste und müsste mal beim DFB angedacht werden.


    Ausbildung zum Trainer:
    Warum haben gerade die Dorftrainer keine Zeit wenn sie Familie haben?


    Wer sich ausbilden lassen will, findet beim DFB und bei den Landes- oder Kreisverbänden alle möglichen Varianten der Zeitwirtschaft.
    Angefangen vom dreiwöchigen Intensivkurs über die Ausbildung an den Wochenenden bis hin zur allabendlichen Schulung kann man das passende für sich aussuchen. Das geniale daran ist, das es eine Modulausbildung ist. Alle Module müssen im Bereich des DFB inhaltlich gleich ausgebildet werden.
    Jedes der 3 Module könnte, wenn man es nur wollte, in einer anderen Variante absolvieren. Hauptsache man hat alle Module inklusive Prüfungsmodul innerhalb von 2 Jahren abgeschlossen.
    Mittlerweile ist es schon sehr schwer geworden eine Ausrede zu finden, warum man sich nicht ausbilden lassen möchte.


    Toto2
    Warum sollte irgend jemand Interesse daran haben, mehr Mannschaften zu melden?


    @ All
    Zitat von TW-Trainer

    Zitat

    M.E. ist es auch nicht die Frage, ob jetzt 7-er, 9-er oder 11-er Teams das Beste für unsere "Talente" ist, sondern was wir daraus machen!


    Hier noch noch einmal eine mögliche Antwort auf die meines Erachtens falsche These von TW Trainer.
    D7 statt D11

    Mike01
    wenn du glaubst das ich nicht weiß was an der Basis los ist. dann schaue dir diese Seite an. www.tustensfeld.de
    Das ist mein Verein. Hier bin ich seit 40 Jahren fest verwurzelt. Mehr Dorf geht doch nicht-- oder?


    Es hört sich fast so an als ob du mir unterstellen würdest, dass ich die Bodenhaftung verloren hätte.
    Aber genau hier haben wir gezeigt, dass die DFB Philosophie funktioniert.

    ich möchte und werde nicht die Rolle von Andre einnehmen. Er war derjenige, der immer und immer wieder auf die altersgerechten und kindgerechten Ziele der Ausbildung hinwies. Leider hat niemand hier die Funktion von Andre übernommen. Wenn hier auf den DFB und dessen angeblichen neue Wege verwiesen wird dann muss ich einfach mal meinen Senf dazu geben.
    Die Ausbilder, von denen ihr dort unterwiesen wurdet, haben wohl vergessen euch mitzuteilen ab welcher Alterstufe die Kinder den Blick vom Ball nehmen sollen/können.
    Diese Übungen sind erst Bestandteil der E- und D-Jugend Ausbildung.


    Mit den 1999er (in diesen Fall alter Jahrgang E-Jugend) kann man die von euch beschriebenen Übungen machen. Daher kommt auch die Aussage des Stützpunkttrainers.


    Wenn mich nicht alles täuscht, hat AlexCarnia aber für eine F-Jugend gefragt--oder?


    Die Ziele und die Methodik des DFB haben sich im Bezug auf die F-Jugend nicht geändert.
    Da ich erst letzte Woche das Thema mit den angehenden "Trainer C-Breitenfußballer" durchgeackert habe und ich im Besitz der neuesten Ausbildungsunterlagen des DFB bin, kann ich es ziemlich gut beurteilen.


    Wenn ihr mal in den Genuss kommt an einer Kurzschulung des DFB oder an einer Viorführung des DFB Mobil teilzunehmen, dann fragt immer für welche Alterstufe die Übungen sind.


    Ich stelle einfach einmal die Frage: Warum sollen die Kinder in diesem Alter (F-Jugend) den Blick vom Ball nehmen können?

    AlexCarnica
    Wenn ich es richtig sehe schreibst Du für eine F-Jugend.
    F-Jugend ist der Grundlagenbereich. Im Grundlagenbereich ist das Ballgefühl und die Ballbeherrschung eines der wichtigsten Ziele.


    Viele Kinder fangen erst in diesem Alter mit dem Fußballspielen an. Warum sollen sie dann schon den Blick vom Ball nehmen können?


    Lasse sie doch einfach erst einmal ihr Spielgerät mit allen Sinnen erforschen. Erst wenn sie den Ball riechen, schmecken und fühlen können, sollten sie auch den Blick von ihm abwenden können.
    Hier gilt ganz klar: vom Einfachen zum Komplexen und vom Leichten zum Schweren. Wer hier die Methodik verlässt wird immer nur den Ballstolperer ausbilden.
    In der von dir trainierten Altersstufe ist das Anstarren des Balles völlig Alters entsprechend. Nur sehr weit entwickelte Kinder können den Blick vom Ball bewusst abwenden.

    S.M.
    Danke, dass du das Thema noch einmal angefasst hast.
    Ich bin Tom Bombadil noch eine Antwort schuldig geblieben.


    Tom Bombadil
    Mit FSKT (Fußball Spezifische Koordinations Training) habe ich mich vor 4 Jahren ganz intensiv befasst. Damals wurde die Seite www.FSKT.info
    von der Stiftung Jugendfußball ins Leben gerufen. Mittlerweile ist die Seite umgezogen. http://www.soccersense.de


    Die Ideen die dahinter stecken sind wirklich gut und anscheinend wissenschaftlich (bis auf die Tatsache, das dort noch Stoppuhren benutzt werden) untermauert.
    FSKT ist meines Erachtens eine gute Testreihe für die DFB Stützpunkte bzw. für die Leistungszentren der Profivereine.
    Leider sind diese Testreihen extrem zeitintensiv und somit nicht für den Breitenfußball geeignet.


    Daher habe ich auch die von mir oben beschriebenen Übungen gewählt.
    Sie sind mit minimalen Zeit-, Material, und Personalaufwand durchzuführen.
    Als Vergleichswerte nehmen wir die Werte der jeweiligen aktuellen Testgruppen.
    Der Aufbau ist immer der Gleiche. Die Abstände der Hütchen und der Stangen habe ich vorgegeben. Somit kommen nur minimal verfälschte Ergebnisse durch die Stoppuhr zu stande. Die Spieler stehen vor dem Start in der Mitte des Hütchenvierecks.
    Sobald die erste Farbe gerufen wurde drückt der Zeitnehmer die Uhr. Das Berühren der Slalomstangen wird mit 2 Sekunden beaufschlagt. Das Nichtberühren der Hütchen macht den Durchgang ungültig.
    Da diese Koordinationsübungen, wie oben beschrieben, nur einen geringen Anteil an der Auswahl der Spieler hat, können die Toleranzen beim Stoppen vernachlässigt werden.


    Nicht das hier ein falsches Bild aufkommt. Ich bin ein Befürworter der heterogenen Gruppen im Kindertraining der Fußballvereine. Dieses von mir beschriebene Sichtungstraining führen wir durch um Kreisauswahlspieler zu finden.


    Übrigens, ich kenne ich keine einzige homogene Trainingsgruppe im Fußball.

    Ich unterteile in Ausbildungserfolg und Ergebnisse.


    Zurzeit trainiere ich mit einer Kollegin eine Großgruppe bestehend aus D-Jungen 1.Mannschaft 9er Feld, D-Jungen 2.Mannschaft 7er, D-Mädchen 7er, C-Mädchen 7er und C-Jungen 7er
    Ausbildungserfolge:
    Bis zur Winterpause haben 80% der Kinder die gesetzten Ziele erreicht. Diese Ziele habe ich den Kindern niemals mitgeteilt. Sie sind ja keine Erwachsenen.
    In der Hallenphase hat sich die Ausbildung zum Teil völlig unterschiedlich entwickelt. Die D-Jungen 2. konnten größtenteils die Lücke zur D-Jungen 1. nicht schließen. Die Lücke wurde bis auf 2 Ausnahmen eher größer. Die D-Mädchen stagnierten die ersten 2 Monate in ihrer Entwicklung. Die C-Jungen und die C-Mädchen haben sich in der Halle technisch extrem weiterentwickelt.


    Nach der Winterpause ist unsere Ausbildung fast völlig zum erliegen gekommen. Aufgrund des langen Winters und der damit verbundenen Spielverlegungen konnten wir in der Woche nicht oder kaum noch trainieren. Von 25 angesetzten Trainingseinheiten haben wir bisher nur 5 absolviert. Alle anderen Termine sind den Witterungsbedingungen und den Nachholspielen zum Opfer gefallen. Sämtliche für das Zweite Halbjahr angesetzten Ziele wurden nicht erreicht.


    Durch die vielen Hallenturnier und einige außersportliche Veranstaltungen hat sich bis auf einige wenige Ausnahmen (hier gehört leider auch ein Talent dazu) ein Teamgeist bei den Jungen entwickelt. Die Mädchen haben ihre "Zickengrüppchen" aufgelöst und sind ein richtiges Team geworden.


    Kein Spieler oder Spielerin hat unsere Gruppe aufgrund des Trainings verlassen. Nur durch Umzüge bzw. Umorientierung zu anderen Sportarten haben wir 3 Kinder verloren.
    Im Laufe der Saison konnten wir 4 Mädchen und 6 Jungen als Neuzugänge verzeichnen.


    Von den Mädchen spielten Anfangs noch 4 im Stützupunkt und 3 in der Kreisauswahl. Jetzt sind es leider aufgrund von schulischen Problemen (Fahrt zum Stützpunkt und zur Auswahl fast 1 Stunde) nur noch eine Stützpunkt- und 2 Kreisauswahlspielerinnen.


    Bei den Jungen haben wir 5 (3 wurden für die Landesauswahl vorgeschlagen) im Stützpunkt und 3 in der Kreisauswahl.



    Ergebnisse:
    D-Mädchen: Kreismeister, und Pokalendspiel (mit der Chance auf Sieg)
    D-Jungen 1.: Vizehallenkreismeister, 3. der höchsten Staffel, Pokalendspiel (mit der Chance auf Sieg)
    D-Jungen 2.: 7 der Staffel
    C-Mädchen : 3 der Staffel
    C-Jungen: 2. der Staffel und können noch Meister werden.


    So und jetzt übernehme ich die F-Jugend und zeige ich, dass Ergebnisse im Kinderfußball nur Schall und Rauch sind und das sich Ausbildung im Fußball langfristig auszahlt.

    @Enno


    danke für das Kompliment.


    Ist mir schon klar, dass ich mit meiner Meinung auf Widerstände stoße. Homogene Gruppen haben für den Ausbilder den Vorteil, dass er immer wieder den Lehrplan und die Unterrichte aus seiner Schublade ziehen kann. Wer sich aber ganz intensiv mit der Wissensvermittlung und den Lerntheorien auseinander setzt, kommt an der Auseinandersetzung mit homogenen und heterogenen Gruppen nicht vorbei. Das soll ja auch nicht unbedingt der Job des "normalen" Kinder und Jugendtrainers sein. Aber sobald Du zu den Trainerausbildern gehörst, muss man sich mit den Lerntheorien auseinander setzten. Die Trainer sollen in unseren Lehrgängen auch lernen, über den Tellerrand zu schauen. Nur wer viele Möglichkeiten kennt, kann sich aussuchen mit welcher er arbeiten möchte. Ich habe das Thema, heterogenen Gruppen, hier gepostet weil es mir in diesem Forum so vorkommt, als ob die homogene Gruppe das A und O in der Kinderausbildung ist. Warum sollte sich die Bewegungsschulung so sehr von der Wissensvermittlung in diesen Alterstufen unterscheiden? Da sind die Schulen in einigen Bundesländern wohl schon weiter als die Trainer in den Fußballvereinen.


    Ich kann hier in diesem Forum nur mein auf vielen Lehrgängen erworbenes Wissen weitergeben. Nicht jeder soll auch diesen Weg gehen nur weil ich hier eine uralte Lerntheorie verbreite.


    Hier mal ein Link auf Wikipedia: http://de.wikipedia.org/wiki/H…%A4t_%28P%C3%A4dagogik%29


    Wäre schon interessant wenn sich die Pädagogen unter euch zu diesem Thema einmal äußern.
    Aber auch bei den Fachleuten gehen die Meinungen hierüber weit auseinander. Es kommt immer darauf an an welcher Uni sie studiert haben.