Sir Alex.
so wie du den Torschuss beschreibst ist es auch gängige Lehrmeinung des DFB. Absolut in Ordnung auch die methodischen Schritte finden meine Zustimmung. Du differenzierst sogar, in dem du einzelne Spieler individuell förderst. Deine Übungen zum Verfestigen der Technik ermöglichen eine hohe Wiederholungsanzahl. Alles genau so wie wir es unseren DFB Trainer beibringen. Von deinen Übungen werde ich auch Einige in mein Coerver-Training übernehmen, da sie sehr hohe Wiederholungszahlen bieten.
Bei der Fehlerkorrektur kann man unterschiedliche Wege gehen. Du beschreibst Einen von Mehreren, der auch der gängigen Lehrmeinung des DFB entspricht.
Das du zwischen Torabschluss und Torschuss unterscheidest ist ungewöhnlich zeigt aber auch, dass du versuchst auch hier noch einmal die Ausbildungsschritte zu differenzieren. Somit kannst Du noch mehr im Detail trainieren. Da ich diese Hintergrundinfo nicht hatte, konnte ich nicht davon ausgehen, dass du den Vollspannstoß meintest.
Steini
Deine methodischen Schritte sind meiner Meinung nach absolut gut. Damit können die Kinder schnell lernen und das Erlernte auch verfestigen.
Zu deinem zweiten kurzen Posting mit meinem Zitat (95 % der Trainer mache es).
Sorry, diese Übung ist so mit das Schlechteste und wird auch in auf allen Lehrgängen des DFB so dargestellt, was es im Training geben kann.
Dadurch, dass es schon immer so gemacht wurde, wird diese Übung nicht besser. Diese Übung, so wie ich sie oben beschrieben habe, macht keinem Kind Spaß.
Schau dir die Kinder an wenn sie geschossen haben und wieder 2-3 Minuten in der Schlange stehen und warten müssen bis sie dran sind.
Die beiden Einzigen, die dabei vielleicht Spaß haben, sind der Torhüter und der Trainer, der sich über jeden gelungenen Pass in die Gasse freut.
Auch die "Gewöhnung für den Torwart" zählt nicht. Es gibt wie es hier vorher auch gut beschrieben wurde, kaum eine Situation im Spiel, wo der Spieler ganz frei aus ca. 10 Meter auf das Tor schießen kann.
Mir ging es um die Gewichtung des Torschusses bei den "Trainern" im Kinderbereich. Denn genau diese 95 % der Trainer sind nicht ausgebildet, gewichten den Torschuss aber intuitiv sehr hoch, sonst würden sie es nicht vor jedem Spiel machen.
Da diese Übungsform während der DFB Ausbildung und auch in den Kurzschulungen immer wieder als schlechtestes Beispiel angeprangert wird, würden ausgebildete Trainer diese Übung meiden, wie der Teufel das Weihwasser.
Insgesamt sind hier sehr viele Punkte angesprochen, die absolut der gängigen Lehrmeinung entsprechen.
Ein kleiner aber für mich wichtiger Punkt fehlte bisher noch. Für mich ein ganz wichtige Grundlage. Denn das ist reinste Physik.
Ich kann das Bein noch so fantastisch durchschwingen und das Standbein perfekt platzieren und auf die Fußstellung achten wenn ich den Ball am falschen Punkt treffe.
Wo muss ich ihn treffen, damit er steigt, damit er flach gespielt wird, damit er einen Links- oder Rechtsdrall bekommt?
Wir sprechen in der DFB Ausbildung davon, dass der Ball ein Herz (die Mitte des Balles die am nächsten zum Schussbein des Schützen zeigt) hat.
Trifft man den Ball unter dem Herzen, so steigt er usw.
@ Sir Alex
Was glaubst du, welcher Schuss der natürlichsten Bewegung am nächsten kommt, und welchen die Kinder ohne von Trainer und Eltern beeinflusst worden zu sein, als erstes ausführen?
Da Sir Alex immer mal wieder einen raus lässt, möchte ich noch eine Erläuterung zur "Abschluss"Stufe der Coerver Spielerpyramide bringen.
Alfred Gaulistian, Mitbegründer von Coerver-Coaching, und immer noch einer der Vordenker der Methode, antwortete Folgendes auf eine Frage von uns deutschen Trainer, warum Coerver nicht, so wie es der DFB tut, zwischen Pass und Stoßtechnik(Torschusstechnik) unterscheidet? "Ihr Deutschen seid da zu perfekt, bei euch hätten Spieler wie Aiton, Luca Toni, der ältere Ronaldo (Weltmeister 2002) und viele andere Knipser keine Chance gehabt in die Talentförderung zu kommen, da sie den technisch perfekten Torschuss nicht auch nur annähernd beherrschen."
Weiter oben wurde einmal beschrieben, wie die Profis beim Warmmachen aus 25 Metern ein Ding nach dem Anderen versenken. Sie besitzen im Gegensatz zu den Amateuren die bessere Torschusstechnik. Diese Aussage kann ich absolut betätigen.
Warum aber versagen sie dann genau wie die Amateure der untersten Kreisklasse bei den Distanzschüssen im Spiel, bzw., warum wenden sie dann diese Technik gar nicht erst an?
Und genau da setzt Coerver an.
Wir sind der Meinung, dass man nicht zwischen Pass- und Torschusstechnik differenzieren sollte.
Es ist unserer Ansicht nach ein psychologisches Problem, dem man dadurch aus dem Weg gehen kann, indem man schon von frühester Kindheit die Spieler immer wieder dazu animiert, aufs Tor zu schießen. Dabei gilt der Sepp Herberger Spruch: "Das Runde muss ins Eckige"
Hierbei helfen uns im Training sehr hohe Wiederholungsraten. Ich persönlich schaffe es in der F-Jugend, dass meine Kinder bis zu 200-mal im Training auf das Tor schießen können. Außerdem versuchen wir mit immer neuen aber spielnahen Übungen, den Kindern neue Lösungen für den Abschluss finden zu lassen. Dabei ist es uns egal ob er er das Runde mit Hacke, Spitze oder 1,2,3 im Eckigen versenkt.
Hierzu eine Anekdote von mir.
Ich durfte vor 2 Monaten mit der U15 Landesauswahl einige TE Coerver praktizieren.
Beim Training des Abschlusses korrigierte ich nur extreme technische Ausreißer, alles Andere ließ ich durchgehen. Die Jungs hatten eine unglaublich hohe Trefferquote. Nach dem Training, kam der zusätzlich anwesende DFB-Stützpunkttrainer auf mich zu und sagte, dass ihn Coerver schon beeindrucke aber dass ich beim Torschuss die fehlerhafte Fußstellung nicht korrigiert habe, hat ihn schon gestört.
Darauf hin habe ich in gefragt, "warum soll ich korrigieren, wenn der Ball im Netz zappelt?" Nach wirklich langer Überlegungszeit grinste er mich nur an und hob den Daumen hoch.