Beiträge von Alter_Sack

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    Nachdem meiner Mädchen-D am Wochenende die Spieleröffnungen mal wieder gar nicht gelungen sind (fast immer nix Auftaktbewegung, nix offene Stellung, beim Abstoß alle mit dem Rücken zum gegnerischen Tor) überlege ich, bei einem lockeren Freundschaftsspiel mal etwas zum "Wachrütteln" (nicht als Dauerlösung) auszuprobieren: Beim Abstoß gehen ausnahmslos alle Feldspielerinnen zurück auf die eigene Torlinie (verteilt von links nach rechts); auf Kommando der Torhüterin laufen alle nach vorne, kurz danach stößt die Torhüterin (am besten nach außen) in den Lauf einer Spielerin ab. Hat jemand von euch schon einmal derartiges probiert? Dass das bei einem unpräzisen Abstoß nach hinten losgeht, ist mir schon klar :)

    Beim 3-3 finde ich charmant, dass es nur zwei Positionen, nämlich Sturm und Abwehr, gibt. Das ist einfach und klar, Stichwort "vom Einfachen zum Komplexen".

    Sehe ich ganz anders. Der Charme des 3-3 in der E ist gerade, dass die beiden Reihen gemeinsam stürmen und verteidigen können und sollen. Ich spreche beim Spiel mit dem "Sechserwürfel" deshalb auch nie von "Abwehr" oder "Sturm", sondern nur von "hinterer Reihe" und "vorderer Reihe". Wenn wir in der Defensive sind, kommen natürlich beide Reihen zurück und verteidigen (keiner bleibt vorne stehen); wenn wir in der Offensive sind, gehen beide Reihen (weit) über die Mittellinie und stürmen. Gleichzeitig wird der Torwart zum Feldspieler und sichert hoch (bis maximal auf der Mittellinie) stehend gegen Konter ab. Wenn dann der Gegner ein 2-2-2 mit unvariablen Positionen spielt, stehen dessen Stürmer gerne mal 20 Meter hinter dem Torwart, schauen zu, wie sich ihre Mannschaft in der Defensive in Unterzahl schlägt und warten auf den nach vorne gebolzten Ball. Auch das horizontale Verschieben des "Sechserwürfels" in Ballnähe funktioniert praktisch von alleine. Damit gewinnt man nicht jedes Spiel (insbesondere auch deshalb, weil viel vom jeweiligen Torhüter abhängig ist), aber es gibt eben keine "Verteidiger" und "Stürmer" mehr.


    "Komplex" und daher für den Anfang ungeeignet wäre in der obigen Logik übrigens das Spiel 3 gegen 3, da es sich für Positionsspiel grundsätzlich nicht eignet... :)


    Grüße

    Es sind nicht die Torhüterinnen, sondern häufig die unzureichende Positionsausbildung.

    Ja sicher - eine entsprechende Basis-Positionsausbildung (richtige Grundstellung, aktives Spiel, nicht auf der Linie kleben, Beherrschung der Spieleröffnung etc.) setzt aber eben voraus, dass bei der Spielerin auch Interesse an der Position vorhanden ist. Dieses Interesse ist aber - so mein Eindruck - bei Mädchen schwieriger zu erreichen als bei Jungs. Vor Jahren gab es übrigens dazu hier schon einmal einen Thread zum Aspekt der "Angst vor dem Ball" bei Torhüterinnen, siehe auch Torhüterin mit Angst vor dem Ball


    Bei Schulfußballturnieren wird dieses Problem noch viel deutlicher als im Vereinsfußball: Dort dominieren mehr oder weniger ins Tor gezwungene "Not-Torhüterinnen" ohne positionsspezifische Kenntnisse; deshalb ist fast jeder Ball, der aufs Tor kommt, auch drin. Hat dagegen eine Mannschaft eine einigermaßen gut ausgebildete Torhüterin, ist diese Mannschaft kaum zu schlagen.


    Grüße

    Haltet ihr es für sinnvoll, mit einer talentierten Mädchen-Mannschaft (U12-Juniorinnen; 5 davon sind in der U12-Mädchen-Kreisauswahl, eins spielt in der Westfalenauswahl!) in einer Jungen-Spielklasse mitzuspielen?
    Wir haben das Gefühl, dass ansonsten dem Verein das eine oder mehrere Mädchen verloren geht, da die Mädchen ja nicht alle (noch nicht einmal ein einziges Mädchen!!!!) in der Jungen-Mannschaft mitspielen dürfen!!!! Talentierte Mädchen sollten ja in einer Jungenmannschaft mittrainieren u. -spielen, damit sie besser gefördert werden u. "Wettkampfhärte" bekommen.
    Eure Meinungen dazu sind gefragt!

    Wenn es sich um einen Ausnahmejahrgang handelt (auch in der Breite) und die Torposition (die große Schwäche vieler Mädchenmannschaften) auch bei Rotation mehrfach gut besetzt werden kann, könnte das klappen. Die Mannschaft sollte dann aber z.B. als unterste D gemeldet werden. In den meisten Verbänden gibt es auch die Möglichkeit, eine Mädchenmannschaft in einer Jungsliga einen Jahrgang drunter spielen zu lassen (wäre bei dem Jahrgang in der kommenden Saison dann E); dann wird es einfacher. Soweit bekannt ist, dass ihr eine reine Mädchenmannschaft seid, müsst ihr aber damit rechnen, dass es Vereine geben wird, die ihre Mannschaften bei Spielen gegen euch entweder mit Spielern höherer Mannschaft verstärken oder gleich mit der 1.E bzw. 1.D antreten, um sich die Blamage einer Niederlage gegen eine Mädchenmannschaft zu ersparen.


    Eine weitere Alternative wäre eine gemischte Mannschaft, das scheint aber nach deinen Worten in eurem Verein leider nicht gewünscht zu sein. Die beste Lösung ist aus meiner Sicht ein Zweitspielrecht für die spielstarken Mädchen, die dann sowohl in einer Jungs- wie auch in einer Mädchenmannschaft trainieren und spielen könnten. Damit könnten dann Unterforderungen bei Spielen vermieden werden. Das Problem ist eben, dass im Mädchenfußball häufig sehr unterschiedlich starke Mannschaften gegeneinander antreten müssen und Ergebnisse wie ein 20:0 keine Seltenheit darstellen. Würde man in den fraglichen Altersklassen aber ganz auf Mädchenmannschaften verzichten und versuchen, konsequent alle Mädchen bis inkl. der D in Jungsmannschaften zu integrieren, hätte das zur Folge, dass viele Mädchen entweder auf den Fußball verzichten oder zum nächsten Verein weiterziehen, weil sie (oder aber ihre Eltern) eine reine Mädchenmannschaft wünschen.


    Grüße

    Liebe Kolleginnen und Kollegen,


    ich lese hier schon seit Jahren mit und habe mich jetzt angemeldet, um meine Eindrücke in die Diskussion zu werfen. Zunächst: Fair-Play-Regeln funktionieren nach meiner Erfahrung immer dann, wenn auf beiden Seiten vernünftige Menschen stehen, die ihren Mannschaften auch entsprechende Verhaltensweisen vermittelt haben. Das ist natürlich auch ein Lernprozess und funktioniert nicht von heute auf morgen - aber es geht, und zwar selbst dann, wenn es um sportlich "wichtige" Spiele geht.


    Fair-Play-regeln funktionieren immer dann nicht, wenn sie auf einer Seite entweder ignoriert oder aber zum Zweck des Gewinnens instrumentalisiert werden. Hierzu zwei Beispiele:


    Erstes Beispiel (Ignoranz): Feldturnier E-Jugend, Fair-Play-Regeln sind verabredet. Nach einem Zweikampf im gegnerischen Strafraum ruft einer meiner Spieler "Foul" und hebt den Arm, meine anderen Spieler bleiben stehen (war so verabredet für diesen Fall). Der gegnerische Trainer brüllt "kein Foul, weiterspielen" hinein - entgegen den Abmachungen. Meine Spieler bleiben trotzdem stehen und kassieren natürlich ein Tor. Ich greife ein und erinnere den gegnerischen Trainer an die Fair-Play-Regeln; wir einigen uns dann auf einen Schiedsrichterball an der Stelle des (vermeintlichen) Fouls. Bis dahin nicht besonders aufregend, der Kollege scheint seinen Fehler eingesehen zu haben, das Spiel endet mit einem 1:1. Später geht der Kollege aber an den Stand der Turnierleitung (die den Vorfall nicht beobachtet hat) und lässt das Ergebnis auf einen 2:1-Sieg seiner Mannschaft umschreiben ("Wir haben zwei Tore geschossen").


    Zweites Beispiel (Instrumentalisierung): Spiel zweier 1.G-Mannschaften (ja, wirklich G, kein Tippfehler). Der Trainer der gegnerischen Mannschaft (bundesweit bekannter Verein, der in der Öffentlichkeit oft für seine "hervorragende Jugendarbeit" gelobt wird) ist ein klassischer Brüllaffe (Eltern durch die Bank genauso, weil so vom Trainer erzogen), hält sich aber bezüglich Entscheidungen erfreulich zurück. Das kann er auch deshalb beruhigt tun, weil alle seine Spieler so konditioniert sind, dass sie bei gefährlichen Situationen den Gegenspielern in die Beine zu treten und gleichzeitig den Arm zur Entschuldigung auszustrecken haben. Rund zehn klassische "Notbremsen" gab es in diesem Fair-Play-Spiel.


    Unter solchen Umständen ist der Ruf nach einem Schiedsrichter zunächst nachvollziehbar. Aber: es muss dadurch nicht wirklich besser werden. Auch hierzu wieder ein Beispiel: Mädchen-E-Feldturnier; eine Spielerin meiner Mannschaft verletzt sich bei einem Zweikampf und bleibt schreiend liegen. Der lizensierte Schiedsrichter hat kein Foul gesehen und lässt deshalb das Spiel weiterlaufen und keine Behandlung zu. Meine Mannschaft stellt nach einer Minute das Spiel mehr oder weniger ein; zwei meiner Spielerinnen kümmern sich während des laufenden Spiels um das verletzte Mädchen - für den Schiedsrichter aber nach wie vor kein Grund zur Spielunterbrechung. Erst nachdem wir deshalb ein Gegentor kassiert haben, darf die Verletzte vom Platz getragen werden. Hätten wir nach Fair-Play-Regeln gespielt, wäre das Spiel mit Sicherheit von beiden Mannschaften sofort unterbrochen worden, ohne dass ein Trainer eine Anweisung hätte geben müssen.


    Mein (vorläufiges) Fazit: Bei Anwendung von Fair-Play-Regeln geht es manchmal schief, aber mit Schiedsrichtern auch.