Hier der versprochene Erfahrungsbericht zum 3-3-2 wobei es den Kindern als 3-2-3 verkauft wurde um die offensive Ausrichtung in die Köpfe zu pflanzen.
Nach allen den Anregungen und Hinweisen hier im Forum habe ich mir vorab überlegt wie kann ich es den Kindern am besten vermitteln was wir von ihnen wollen. Kernpunkte welche ich hier mitgenommen haben waren folgende:
- Die Spieler müssen genau wissen was jeder von ihnen machen muss.
Hierzu habe ich eine Visualisierung ausgearbeitet welche ich Seite für Seite den Jungs erklärt habe. Abwehr spielt in einer Kette und versucht das Spiel von Tor weg zu halten. Torwart hat somit die Möglichkeit lange Bälle als Libero abzugreifen. 6er stimmen sich ab und spielen beide nach vorne. Die "Außenstürmer" müssen die Flügel besetzen und versuchen das Spiel in der Breite zu halten. Mittelstürmer bleibt vorne und ist erster Verteidiger. usw....
- Wie bekommen wir die eher defensive Denkweise aus den Köpfen der Spieler?
Hierzu haben wir u.a. die hier vorgeschlagenen Wortspiele gewählt. Die Außenspieler (von der Aufgabe her eher Mittelfeld) wurden somit Außenstürmer genannt. Soviel vorweg es macht tatsächlich einen Unterschied wie ich die Positionen benenne.
Zu den beiden Spielen am Wochenende:
Freitag stand ein Spiel gegen eine Mannschaft an welche aus den ersten Spielen, genau wie wir, noch zu wenige Punkte mitnehmen konnte. Die Zielsetzung der Jungs war also zählbares mitzunehmen. Kurzfassung ist; Wir haben 58 Minuten (von 60) aufs Tor des Gegners gespielt. Leider aber zu wenig Gefahr ausgestrahlt. Durch drei Konter unterlagen wir 0:3.
Hinzuzufügen ist jedoch das wir bereits in der ersten Hälfte mehrere Aluminium Treffer hatten. Leider kam ein Ball über die Abwehr durch und wir lagen in er Halbzeit 0:1 hinten. Auch unser Konzept ging an diesem Tag eigentlich zu 100% auf. Die Jungs marschierten an der Auslinie auf und ab und zeigten wirklich tollen Fußball. In der zweiten Halbzeit legten sie sogar noch einen Gang zu und trafen alleine in dieser 4x die Latte. In den letzten Minuten haben wir einen Verteidiger aufgelöst und in den Sturm beordert. Wir wollten auch mal die Eier haben die hier immer beschrieben werden! Leider entschieden die Außenspieler etwa zur selben Zeit das Sie vermehrt nach innen ziehen wollten und so wurde es vorm Tor extrem eng und wir nahmen uns somit selbst den Vorteil. Zusätzlich wurden wir hinten etwas anfälliger und zwei Befreiungsschläge des Gegners fanden einen Abnehmer. 0:2 und 0:3.
Trotz des Ergebnis bin ich seit Freitag überzeugt das dieses System sehr gut zu unseren Spielern passt. Einzig an Durchschlagskraft nach vorne fehlte es noch. Die Tatsache das mehr als 50% der Spieler nach den spiel weinend am Mittelkreis standen beweist das Sie alles gegeben haben und mit Herzblut gekämpft haben. Es macht es uns Trainern aber auch nicht leichter die Jungs so leiden zu sehen.
Sonntag luden wir dann zum Kellerduell. Wie traurig nach all den tollen Spielen, aber es trafen sich zwei Teams mit 0 Punkten aus den ersten vier Spieltagen.
Kurzfassung: Spiel auf ein Tor, wir trafen sogar und dann zeigte sich unsere momentan größte Baustelle. 1:2 für den Gast. Wir spielten im Anschluss zu verbissen und konnten nichts mehr drehen.
Im Vergleich zum Freitag haben wir einen anderen Spieler als Mittelstürmer positioniert da wir mehr Druck auf den Torwart ausüben wollten um unsere Nachschussmöglichkeiten zu nutzen. Da unsere beiden Außenspieler am Samstag (zusätzlich zum Freitag) noch Ersatz in der C-Jugend machten merkte man schnell das diese nicht die Frische von Freitag hatten. (Verbieten möchte ich es Ihnen aber auch nicht, ist aber ein anderes Thema). Dennoch gelang es uns das Spiel in die Hälfte der Gäste zu verlagern. Mitte der ersten Hälfte schafften wir es dann auch die zweite sich bietende Nachschussmöglichkeit über die Linie zu drücken. Die Freude war rießig. Im direkten Gegenangriff nach dem Anstoß schossen die Gäste von der Mittellinie auf unser Tor. Unser Torwart (seines Zeichens E-Jugend) verschätzte sich und der Ball Übersprang ihn. Zwei Minuten später hatte der Gast einen Freistoß 3 Meter hinter der Mittellinie, nähe der Außenbahn und schaffte es diesen ins lange Ecke unter die Latte zu Zirkeln. 1:2 für den Gegner. In der Folgen haben unsere Jungs zwar nicht aufgesteckt allerdings die Grundordnung etwas verloren. Die Außenspieler rückten zu oft in die Mitte und das gesamte Spiel verlagerte sich mehr und mehr auf die Seite des frischeren Außenspielers. Die Räume wurden damit jedoch noch enger. Bis zuletzt gelang es uns nicht das Ergebnis zu korrigieren.
Fazit und weitere Baustellen:
- Ich denke das System passt trotz aller Rückschläge sehr gut zu unseren Jungs. Wenn sich die Außenspieler einbringen können und außen bleiben werden wir auch unsere Punkte einfahren. Einzig der Torinstinkt fehlt den meisten Spielern noch. Zusätzlich müssen Sie lernen auch im Rückstand ihre Postionen zu halten da Sie sonst die Räume zu eng machen.
- Leider haben wir derzeit aus zwei D-Jugend Torhütern keinen verfügbar. Einer war mehrere Wochen krank und seine Mutter hat ihm erst mal Zitat "mehrere Wochen Pause vom Fußball" verordnet. Und der zweite (frisch aus der E-Jugend) kommt nicht mehr da er angeblich im Spiel von seinen Mitspielern kritisiert wurde. Zu einem Gespräch vorm Treffpunkt am Sonntag erschien er (bzw. die Mutter hatte darum gebeten) leider nicht und wir Trainer saßen allen im Vereinsheim. Somit bestreiten wir die Spiele aktuell mit Torhütern aus der E-Jugend. Hier haben wir zwar 4 Spieler welche gerne ins Tor gehen aber der Unterschied zur D-Jugend ist einfach groß. Aus diesem Grund versuchen wir derzeit auch die Torhüter zu wechseln um diese zu schonen. Für die D- ist das natürlich suboptimal.
Huch, wurde ganz schön viel!
Gruß
Torsten