Beiträge von totog

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    Bin ich der einzige, der das Prinzip "Alle verteidigen, alle greifen an" für die meisten Kinder als sehr/zu anspruchsvoll empfindet? Für F-Spieler möchte ich das behaupten und immer noch für viele E-Spieler.

    Das Thema wurde schon zig male durchgekaut und auch hier werden wir kein Allheilmittel finden.


    Im Grunde ist es aber einfach das was 6 F-Junioren spielen wenn kein Trainer sie einteilt. Bzw. finden Sie dann während der F bereits eine eigene Einteilung und wechseln sich selber ab. Einteilen als Hilfestellung ist für mich einerseits durchaus ein Mittel aber es führt auch immer wieder dazu das einzelne Kinder einfach hinten oder vorne auf Bälle warten. Je nach Gegner.


    Ich selbst habe gerade eine Mannschaft übernommen in welcher die "schlechteren" Spieler immer vorne auf Bälle gewartet haben weil der Trainer Sie so einteilte. Der Lernerfolg war überschaubar.
    Warum Kinder mit Fußball überfordert sein sollen versteh ich nicht so ganz. Wenn ich nicht unerreichbare Ziele ausgebe werden sie auch nicht überfordert nur weil es Gegner gibt.


    Gruß
    Torsten

    Nun muss auch ich die Möglichkeit nutzen um mal Dampf abzulassen,


    folgende Situationen haben sich am Wochende zugetragen.
    Nachdem ich zu Saisonbeginn eine E1 (2006er Jahrgangsmannschaft) mit nur 9 Spielern im Kader (gespielt wird 6+1) übernommen und meine (nun) E2 (11x- 2007) abgegeben habe weigerten sich mehrere Spieler der E2 in der E1 auszuhelfen. Da mir dann auch noch ein E1 Spieler 15min vor Treffpunkt absagte musste ich kurzfristig noch Ersatz aus der F-Jugend organisieren. Als Trainer hinterfragt man sich hier schon das erste mal. Das Spiel (2 F-Spieler im 8 Mann Kader) ging in der Folge auch 1:13 verloren. Wobei die Kids niemals aufgesteckt haben. Zu den letzten Spielen waren trotz allem deutliche Verbesserungen zu sehen und nach dem ersten Tor unserer Mitspielerin nach drei Jahren Fußball gab es Freudentränen welche mir jetzt noch Gänsehaut verursachen. Am Ende war ich dann doch froh das Spiel nicht abgesagt zu haben.


    Während sich unsere Spieler im Anschluss umzogen nahm mich ein Vater eines besseren Spielers zur Seite und erklärte mir ich sollte aufpassen da die Kinder ja die Lust langsam verlieren würden. Auch ein Lernerfolg wäre ja in "so einer Mannschaft" für bessere Spiel nicht möglich. Da es sich hierbei um denjenigen Vater handelt welcher eigentlich mit mir die Jugend übernehmen wollte da er es ja so schade fand das die Kids im letzten Jahr Zitat: "durch die festen Positionen gar nichts gelernt hätten", musste ich mir erst mal auf die Zunge beißen. Er relativierte seine Aussage zwar dann noch mit dem Hinweis das er schon sehen würde das bei einer "Leistungs- E1 und E2" die schlechteren Spieler auf der Strecke bleiben würden aber "so könne es ja auch nicht weitergehen".
    Nun muss man festhalten das diese Mannschaft letzte Saison die Spiele in der Regel 0:3 bis 0:8 verloren hat und die besseren beiden Spieler plus Torwart in die D-Jugend wechselten. Erzielt wurde die Ergebnisse mit den besten Spielern in der Abwehr und die anderen vorne wartend mit 2-5 Ballkontakten pro Spiel.
    Wir haben nun das Ziel nach vorne zu spielen und Tore zu schießen. Positionen werden gewechselt und jeder bekommt gleiche Spielanteile. Ergebnisse 1:11 und 1:13 in besagtem Spiel.


    Nun war ich als Trainer schon ziemlich angepisst, mein größter Fehler kommt jedoch erst noch.
    Vorbelastet vom Spiel der E1 fuhr ich noch an unserem Sportgelände vorbei wo gerade das Spiel der E2 zu Ende ging. Hier teilten mir die Eltern des ersten E2 Spielers mit wie leid es Ihnen tut das ihr Sohn nicht in der E1 spielen wollte. Er hatte es sich aber schon mit den anderen Spielern der E2 abgesprochen wie Sie denn das nächste Spiel angehen werden (wir spielen sehr freie Aufstellung auch noch in der E2). Er werde aber gerne in den nächsten Spielen aushelfen da ja viele seiner Freunde E1 spielen. Ich war einfach leider zu spät dran mit meiner Anfrage. OK für mich und gegessen. Der zweite Spieler welchen ich in die E1 holen wollte war jedoch leider schon weg, hatte aber seine Jacke liegen lassen. Also habe ich ihm diese gebracht da ich auch hier das Gespräch mit den Eltern suchen wollte. Immerhin war unser E1 und E2 Konzept im Vorfeld klar kommuniziert worden und auch das "aushelfen" wurde mit allen abgesprochen.
    Hier bekam ich nun als Antwort "das ich das Nein durchaus als generell auffassen kann und dies ja auch kein Wunder sein". Immerhin verliert die E1 ja immer so hoch das sich natürlich keiner gerne die Hacken abrennt für das Team. Des weiteren sei die E2 ja so eine gute Mannschaft welche wir nicht auseinander reißen sollten. Die gewinnen ja sicherlich noch das ein oder andere Spiel. Meine Hinweise das die E2 nur als E2 spielen kann wenn es eben die E1 auch gibt und als E1 auch nichts gewinnen würde verhallten ungehört. Auch unser Konzept alle gleich spielen zu lassen wurde in diesem Zuge noch kritisiert da man ja in der E2 Runde schon mehrere spiele hätte gewinnen können. Randnotiz: Wir spielten am Wochenende das 2te E2 spiel. Erstes wurde 1:13 verloren und dieses 0:7. Aber Sie wissen ja das wir daran nicht ändern werden.
    Nun bleibt festzuhalten das es sich beim Sohn ganz klar um den Star der Mannschaft handelt. Der Vater hat mich letztes Jahr erst einmal drei Trainings beobachtet bevor die Zusage kam das der Sohn auch fest in der F (und nicht in der E) spielt. Dennoch war unser Konzept in der F letztes Jahr völlig in Ordnung. Aber da wurde auch fast alles gewonnen.


    Am Ende ärgere ich mich fast am meisten das ich das Gespräch gleich nach dem Spieltag gesucht habe und nicht erst etwas Zeit ins Land ziehen ließ. Klar war ich in dem Moment etwas angepisst das ich mit zwei F-Spielern antreten musste. Dennoch überwiegt heute die Freude über die tollen Erlebnisse unserer Spielerin usw. Dennoch gebe ich zu das ich mich seit Samstag immer wieder selbst ertappe an unserem E1 und E2 System zu zweifeln. Und genau darüber kann ich mich immer wieder erneut ärgern. Ich hoffe das kommt jetzt richtig rüber.


    Gruß
    Torsten

    Hallo Greenhorn,


    ich kenne deine Situation nur zu gut. Ich denke vor selbem Dilemma und selben Kommentaren der Eltern steht jeder Trainer wenn er diese Art von Kinderfußball spielt und die Mannschaft (warum auch immer) nicht erfolgreich ist. Dazu folgt auch noch eine Kapitel im Frustabbau-Thread hier.


    Allheilmittel kenne ich leider auch keines aber ein paar Antworten kann vielleicht doch beitragen.


    Das wichtigste ist das du weißt was dir am wichtigsten ist und das du an deinen Zielen festhältst. Wenn du eine breite Ausbildung deiner Kinder möchtest bist du auf dem richtigen weg. Den Spaß am Spiel und all dies musst du deinen Kindern eben im Training vermitteln. Das geht auch ohne Erfolge auch wenn dies einige bestreiten werden.


    Im Training versuche ich 3er Teams zu bilden. Soll ich im Training konsequent die Besseren miteinander/gegeneinander spielen lassen oder sind ausgeglichene 3er Teams zielführender?

    Ich persönlich wähle im Training hier möglichst immer deinen ersten Vorschlag. Gute gegen gute heißt das sich jeder anstrengen muss. Schlechtere gegeneinander heißt zwar einerseits das ein in Summe schlechteres Spiel folgt aber auch Spieler X hat die Möglichkeit ein, zwei oder auch drei Gegner auszuspielen und so Selbstvertrauen zu tanken. Gegen bessere hätte er eher weniger Erfolg und meist auch weniger Spielanteile.


    Im Spiel habe ich schon beides Versucht. Gute Blöcke sind in der Regel auch erfolgreich. Allerdings hast du dann auch extrem schwache Reihen und mein Eindruck war das dies eher einen Keil in die Mannschaft treibt. Ausgeglichene Blöcke führen anderseits oft dazu das einzelne Spieler versuchen das Spiel an sich zu reißen da ihnen in ihren Augen die Mitspieler fehlen. - Guter Rat ist teuer!

    2x 90 Minuten Training pro Woche sind einfach zu wenig ;).

    Für alles was man machen möchte sind auch 5x 90min zu wenig. Bedenke aber das 2x 90minuten in der E-Jugend durchaus eine gute Zeit ist. In vielen Vereinen stehen nur 1x 90minuten und weniger zur Verfügung (Platzbelegung usw.). Wichtig ist die Zeit möglich gut und effektiv zu nutzen ohne den Spaß zu kurz kommen zu lassen.


    Gruß
    Torsten

    in solchen Fällen kann ein unabhängiger Aussenstehender, der beide Seiten überhaupt nicht kennt, wunder bewirken !!!!

    Da ich selbst noch nicht in der Situation war kann ich nur soviel sagen das ich sicher auch anders reagieren würde wenn es die eigenen Kinder treffen würde als ich mir nun in diesem Fall überlege.


    Bevor du aber sehr viel Arbeit in etwas steckst informieren dich nochmal. Soweit ich weiß gibt es in den Verbanden DFB, BFV, usw. Schlichter Stellen. Deren Zweck ist es genau diese neutrale Sicht auf Konflikte zu haben und zu beraten. Ob diese in deinem Fall heran gezogen werden können weiß ich nicht.
    Hinsichtlich deiner Suche kann ich nur Sagen wer sucht, der findet. Klar gibt es das Problem öfters. Suchst du nach Eltern bei denen die selbe Situation gut funktioniert findest du auch. Das Netz liefert dir alles. - Bitte nicht abfällig verstehen. Bei euch läuft was schief und da gehört angesetzt. Wie? und was nun noch möglich ist ist schwer von der Ferne zu beurteilen.


    Ich für meinen Teil Trainiere derzeit eine E mit einem Kader aus 23 Kinder. Um das Theater mit Rotation usw. zu vermeiden haben wir zwei Teams gemeldet. Nun haben sich in den Ferien aber zwei Kinder etwas schwerer Verletzt, eine möchte derzeit nicht mehr spielen und zusätzlich ist noch Erntezeit und so spielte ich am Wochenende mit zwei F-Junioren im Kader. Daher kann ich deine Trainer verstehen nur ein Team zu melden. Gerade in der E mit Schulwechsel und allen anderen Themen welche auf die Kinder einprasseln sind Ausfälle eher die Regel.


    Abhängig davon wie die Herbstrunde läuft werden wir im Frühjahr vielleicht nur ein Team (derzeit 20er Kader) melden. Hierzu gibt es aber dann vorab eine Liste wer wann geplant ist und diese wird auch an die Eltern verteilt. Änderungen werden dann kurzfristig entsprechend gehandhabt. Warum schreibe ich das hier?
    Für mich wäre dies der beste Weg in eurem Fall gewesen. z.B. hätten die Eltern der nicht berücksichtigten einen entsprechenden Vorschlag (Musterliste) an die Trainer senden können. Fruchtet dies nicht gerne auch an den Jugendleiter mit einer Erklärung der Situation usw. - Somit wäre nicht eine Person allein dagestanden und das ganze hätte mehr Gewicht besessen. Bei aller Trainernot, den Austritt von 6-10 Kindern gleichzeitig möchte kein Jugendleiter auf seine Kappe nehmen.


    Ob du bei den Eltern der nicht berücksichtigen Kinder nach allem noch Gehör findest weiß ich nicht. Aber ich würde versuchen eine entsprechende Liste als Vorschlag zu erarbeiten. Wenn ihr noch die bereits berücksichtigten Spieler einsetzt müsste doch auch für alle Verantwortlichen im Verein die Schieflage erkenntlich werden.


    Gruß
    Torsten

    Hier der versprochene Erfahrungsbericht zum 3-3-2 wobei es den Kindern als 3-2-3 verkauft wurde um die offensive Ausrichtung in die Köpfe zu pflanzen.


    Nach allen den Anregungen und Hinweisen hier im Forum habe ich mir vorab überlegt wie kann ich es den Kindern am besten vermitteln was wir von ihnen wollen. Kernpunkte welche ich hier mitgenommen haben waren folgende:


    - Die Spieler müssen genau wissen was jeder von ihnen machen muss.
    Hierzu habe ich eine Visualisierung ausgearbeitet welche ich Seite für Seite den Jungs erklärt habe. Abwehr spielt in einer Kette und versucht das Spiel von Tor weg zu halten. Torwart hat somit die Möglichkeit lange Bälle als Libero abzugreifen. 6er stimmen sich ab und spielen beide nach vorne. Die "Außenstürmer" müssen die Flügel besetzen und versuchen das Spiel in der Breite zu halten. Mittelstürmer bleibt vorne und ist erster Verteidiger. usw....
    - Wie bekommen wir die eher defensive Denkweise aus den Köpfen der Spieler?
    Hierzu haben wir u.a. die hier vorgeschlagenen Wortspiele gewählt. Die Außenspieler (von der Aufgabe her eher Mittelfeld) wurden somit Außenstürmer genannt. Soviel vorweg es macht tatsächlich einen Unterschied wie ich die Positionen benenne.


    Zu den beiden Spielen am Wochenende:
    Freitag stand ein Spiel gegen eine Mannschaft an welche aus den ersten Spielen, genau wie wir, noch zu wenige Punkte mitnehmen konnte. Die Zielsetzung der Jungs war also zählbares mitzunehmen. Kurzfassung ist; Wir haben 58 Minuten (von 60) aufs Tor des Gegners gespielt. Leider aber zu wenig Gefahr ausgestrahlt. Durch drei Konter unterlagen wir 0:3.
    Hinzuzufügen ist jedoch das wir bereits in der ersten Hälfte mehrere Aluminium Treffer hatten. Leider kam ein Ball über die Abwehr durch und wir lagen in er Halbzeit 0:1 hinten. Auch unser Konzept ging an diesem Tag eigentlich zu 100% auf. Die Jungs marschierten an der Auslinie auf und ab und zeigten wirklich tollen Fußball. In der zweiten Halbzeit legten sie sogar noch einen Gang zu und trafen alleine in dieser 4x die Latte. In den letzten Minuten haben wir einen Verteidiger aufgelöst und in den Sturm beordert. Wir wollten auch mal die Eier haben die hier immer beschrieben werden! Leider entschieden die Außenspieler etwa zur selben Zeit das Sie vermehrt nach innen ziehen wollten und so wurde es vorm Tor extrem eng und wir nahmen uns somit selbst den Vorteil. Zusätzlich wurden wir hinten etwas anfälliger und zwei Befreiungsschläge des Gegners fanden einen Abnehmer. 0:2 und 0:3.


    Trotz des Ergebnis bin ich seit Freitag überzeugt das dieses System sehr gut zu unseren Spielern passt. Einzig an Durchschlagskraft nach vorne fehlte es noch. Die Tatsache das mehr als 50% der Spieler nach den spiel weinend am Mittelkreis standen beweist das Sie alles gegeben haben und mit Herzblut gekämpft haben. Es macht es uns Trainern aber auch nicht leichter die Jungs so leiden zu sehen.


    Sonntag luden wir dann zum Kellerduell. Wie traurig nach all den tollen Spielen, aber es trafen sich zwei Teams mit 0 Punkten aus den ersten vier Spieltagen.
    Kurzfassung: Spiel auf ein Tor, wir trafen sogar und dann zeigte sich unsere momentan größte Baustelle. 1:2 für den Gast. Wir spielten im Anschluss zu verbissen und konnten nichts mehr drehen.
    Im Vergleich zum Freitag haben wir einen anderen Spieler als Mittelstürmer positioniert da wir mehr Druck auf den Torwart ausüben wollten um unsere Nachschussmöglichkeiten zu nutzen. Da unsere beiden Außenspieler am Samstag (zusätzlich zum Freitag) noch Ersatz in der C-Jugend machten merkte man schnell das diese nicht die Frische von Freitag hatten. (Verbieten möchte ich es Ihnen aber auch nicht, ist aber ein anderes Thema). Dennoch gelang es uns das Spiel in die Hälfte der Gäste zu verlagern. Mitte der ersten Hälfte schafften wir es dann auch die zweite sich bietende Nachschussmöglichkeit über die Linie zu drücken. Die Freude war rießig. Im direkten Gegenangriff nach dem Anstoß schossen die Gäste von der Mittellinie auf unser Tor. Unser Torwart (seines Zeichens E-Jugend) verschätzte sich und der Ball Übersprang ihn. Zwei Minuten später hatte der Gast einen Freistoß 3 Meter hinter der Mittellinie, nähe der Außenbahn und schaffte es diesen ins lange Ecke unter die Latte zu Zirkeln. 1:2 für den Gegner. In der Folgen haben unsere Jungs zwar nicht aufgesteckt allerdings die Grundordnung etwas verloren. Die Außenspieler rückten zu oft in die Mitte und das gesamte Spiel verlagerte sich mehr und mehr auf die Seite des frischeren Außenspielers. Die Räume wurden damit jedoch noch enger. Bis zuletzt gelang es uns nicht das Ergebnis zu korrigieren.


    Fazit und weitere Baustellen:
    - Ich denke das System passt trotz aller Rückschläge sehr gut zu unseren Jungs. Wenn sich die Außenspieler einbringen können und außen bleiben werden wir auch unsere Punkte einfahren. Einzig der Torinstinkt fehlt den meisten Spielern noch. Zusätzlich müssen Sie lernen auch im Rückstand ihre Postionen zu halten da Sie sonst die Räume zu eng machen.
    - Leider haben wir derzeit aus zwei D-Jugend Torhütern keinen verfügbar. Einer war mehrere Wochen krank und seine Mutter hat ihm erst mal Zitat "mehrere Wochen Pause vom Fußball" verordnet. Und der zweite (frisch aus der E-Jugend) kommt nicht mehr da er angeblich im Spiel von seinen Mitspielern kritisiert wurde. Zu einem Gespräch vorm Treffpunkt am Sonntag erschien er (bzw. die Mutter hatte darum gebeten) leider nicht und wir Trainer saßen allen im Vereinsheim. Somit bestreiten wir die Spiele aktuell mit Torhütern aus der E-Jugend. Hier haben wir zwar 4 Spieler welche gerne ins Tor gehen aber der Unterschied zur D-Jugend ist einfach groß. Aus diesem Grund versuchen wir derzeit auch die Torhüter zu wechseln um diese zu schonen. Für die D- ist das natürlich suboptimal.


    Huch, wurde ganz schön viel!


    Gruß
    Torsten

    Ich kann dich sehr gut verstehen da ich meine gute (im Vergleich zum Umfeld) F-Jugend dieses Jahr abgegeben habe und eine eher schlechte E1 übernommen hab. Die ersten Spiele gingen ähnlich hoch verloren wie bei dir. - Dennoch hatten wir bisher kaum Probleme mit der Motivation.


    Meine Kernpunkte mit dem Team sind:


    Die Entwicklung steht über allem
    Gilt zwar in allen Jugenden aber hier aufgrund der schlechten Ausgangslage besonders. Auf Sieg spielen erübrigt sich ja. Ich setze meinen Kindern erreichbare Ziele an die Sie auch glauben. z.B. sage ich auch ganz klar das es mir egal ist ob wir 5:x oder 10:x verlieren. Wichtig ist das wir min ein Tor schießen. Diese werde dann auch entsprechend gefeiert und gelobt.
    Zusätzlich gibt es für einzelne Spieler immer wieder Sonderaufgaben. z.B. Trau dich auch mal einen Gegner auszuspielen. Jeder Versuch wird entsprechend honoriert. usw. Wichtig ist einfach immer im erreichbaren Rahmen bleiben damit die Kinder ihre eigenen Erfolgserlebnisse haben.


    Belohnungen
    Hört sich wilder an als es ist. Belohnungen können auch Worte sein. Oder Spieler X ist im nächsten Spiel unser Kapitän weil er zum ersten mal ein ganzes Spiel online war und nicht immer zur Mama geschaut hat. Diese kleinen Erfolge gilt es immer wieder hervorzuheben. Klar wirken auch Gummibärchen nach den Spiel in Verbindung mit einem kurzen "Dies und das war heute gut" Wunder. Ist aber gar nicht immer nötig.


    In Summe ist meine Erfahrung das Kinder hauptsächlich dann die Motivation verlieren wenn Sie ihr Ziel als nicht erreichbar einschätzen. XY meint einfach immer wir können eh nicht gewinnen und lässt den Kopf hängen. Ich sehe es also als meine Aufgabe den Kindern erreichbare Ziele in die Köpfe zu pflanzen und das erreichen immer wieder hervor zu heben. - Bisher wirkt es!


    Nicht zu vergessen Vorbild sein
    Wenn der Trainer den Kopf hängen lässt werde die Kinder nicht positiv sein. also mit dem Grübeln möglichst bis zu hause warten! - Ist nicht immer leicht, ich spreche aus Erfahrung. Aber auch Rückschläge gehören immer dazu.


    Gruß
    Torsten

    @Schimanski
    Tolle Erklärung der Spielsituationen und Verteilungen. Genau daher habe ich hier um eure Erfahrungen gebeten. Mit jeder Antwort lerne ich mehr über das ganze Thema.


    wenn ich aber deine Spieler zähle und der Torwart die erste eins ist bist du doch auf 7:7 unterwegs!? Verstehe ich das falsch? Hier sind wir aber in der extra Rolle des 9:9 unterwegs.


    Gruß
    Torsten

    Die Laufwege nach vorne sind weit weniger das Problem als die nach hinten

    Das ist aber doch ein ständiges Problem unabhängig vom System. :D Ist zumindest mein Eindruck.
    In unserer D ist es aber wirklich so das die Kids wenn sie Verteidiger hören viel zu sehr hinten kleben bleiben. Ich bin ja Abwehr. Daher ist der offensive Außenverteidiger im Moment noch ein Schritt zu viel. Aktuell kämpfen wir eher noch mit Grundlagen wie "die Abwehr rückt mindestens bis zur Mittellinie" und solche Basics. Das hat sich aber bereits sehr in den Köpfen verfestigt und darauf heißt es nun aufbauen.


    Generell finde ich das System aber durchaus interessant und werde es sobald die Köpfe der Kids etwas flexibler denken als zur Zeit vielleicht mal einen Versuch wagen.


    Gruß
    Torsten

    @Chris


    Spielfeldbreite enger ist gleich anspruchsvoller sehe ich ähnlich. Anderes wird ja auch in der ganz normalen Trainingssteuerung verwendet. Allerdings wüsste ich nicht das bei uns jemand auf die ganze Breite spielt. Auch auf der BFV Seite findet sich nur folgender Beitrag.


    BFV D9 Merkblatt


    Zusätzlich muss ich festhalten das dann auch das ganze Feld genutzt werden muss und das in vielen Mannschaften auch bereits ein Problem darstellt. Das wäre aber sicher mit Training in den Griff zu bekommen.

    Ich favorisiere im 9vs9 ein 4-1-2-1

    Ich denke das man hierfür einen sehr guten 6er braucht. Ich danke mal das du hier aus dem vollen greifen kannst wenn ich deine Videos so sehe. Ich denke aber auch wenn die Außenverteidiger nicht entsprechend mithelfen entsteht gerade über die Flügel sehr schnell ein großes Loch.

    So spielen wir
    lineupbuilder.com/?sk=cx591

    Interessant. Meintest du nicht das 4 Linien eine Herausforderung sind? ^^
    Auch wenn du es mit nur drei Linien beschreibst sind es in deine Darstellung ja vier.

    Anschließend haben wir auf 3-2-2-1 umgestellt, wobei ich sagen muss, dass die beiden Sechser eine ganze Saison gebraucht haben, um sich an die neue Position zu gewöhnen. Zumal ein Verteidiger zum Sechser ausgebildet wurde und meist zu defensiv stand, was wiederum zu einem "Loch" im Mittelfeld führte. Ich war überrascht, wie lange das dauert, bis die Kinder die neuen Positionen einigermaßen erlernt haben. Immerhin kann ich jetzt meine Erfahrung an die "neuen" D2-Kollegen weitergeben.

    Du machst mir ja Hoffnungen. Ich werde dennoch in das 3-2-2-1 umstellen. Am Montag kann ich mehr berichten.


    Gruß
    Torsten

    Hallo Chris,


    wie spielen eingerückt an den Seiten somit nicht gesamte Breite des Großfeldes.


    Dein Hinweis mit den 4-5 Linien ist auch eine meiner Erkenntnisse. Darum werden wir in den nächsten Spielen auch eine Linie auflösen. Ich bin zwar bereit wieder am Grübeln aber ein 3:2:3 finde ich fast etwas zu wenige gestaffelt für die gesamte Spielfeldlänge. 16er-16er Großfeld.


    Spielklasse ist die unterste. Zielsetzung ist oberes Mittelfeld was ich der Truppe auch zutraue. Leider haben sie letzte Saison noch D-Jugend Kleinfeld gespielt und somit ist das 9:9 für alle Spieler trotz älterem Jahrgang neu.


    Gruß
    Torsten

    Hallo zusammen,


    Da ich mir gestern den gesamten Thread Spielsysteme 7:7 (Thread 7:7)durchgelesen habe und mehr als interessant finde wollte ich selbiges für 9:9 eröffnen.


    Ich für meinen Teil habe bisher nur F- und E-Jugend auf 7:7 Feld betreut. Hierbei gab es nur eine Vorgabe alle machen alles. Genau aus diesem Grund sind Spielsysteme für mich eher Neuland und zusätzlich empfinde ich das 9:9 System welches hier nur in der D-Jugend gespielt wird als Exot. Als Co-Trainer in der D-Jugend macht man sich aber dennoch seine Gedanken wie man den Kindern am besten helfen kann und Sie gleichzeitig bestmöglich auf das 11:11 vorbereitet.


    In den ersten Spielen haben wir unten stehendes 3:1:2:1:1 System gespielt. Generell haben wir gegen den Tabellen ersten die 2. Halbzeit gleichwertig gespielt und gegen den 3. die Partie nach den Korrekturen und Hinweisen in der Halbzeit von 1:0 in ein 1:2 gedreht. Leider hatten wir dann eine genau 90 Sekunden Auszeit was uns das 3:2 einbrachte. Es scheint also kein absolut falsches System für unsere Jungs zu sein allerdings stellen wir schon fest das wir nach vorne einfach viel zu wenig Druck erreichen. Im Spiel gegen den ersten hatten wir z.B. trotz "Überlegenheit" in der ganzen Halbzeit genau einen Torschuß. Nun könnte ich mich freuen das ich spielen lasse wie Guardiola bei Bayern aber ich möchte euch meine Überlegungen darlegen und nach euren Erfahrungen mit Spielsystemen im 9:9 fragen.


    Bisher haben wir uns folgendes Überlegt und zum Teil auch ausprobiert:


    3:1:2:1:1
    Die drei Verteidiger sollten In einer Reihe spielen und die AV werden auch immer ermutigt offensiv zu Arbeiten. Leider hat der bisherige Trainer welcher die Truppe in auch in der E hatte immer Manndecker spielen lassen was die Jungs alle noch im Kopf haben. Sie verfallen damit immer wieder in Manndeckung mit Libero. - Daran wird bereits gearbeitet.
    Vor der Abwehr spielt ein defensiver Mittelfeldspieler um diese zu entlasten und gleichzeitig die Spieleröffnung nach vorne einzuleiten. - Klappte eigentlich ganz gut.
    Zwei Außenspieler im Mittelfeld welche Außenbahnen besetzen sollten. - Spielten (wohl auch dem nächsten Punkt bedingt) immer etwas zu tief.
    Ein offensiver Mittelfeldspieler welcher eigentlich eine zusätzliche Anspielstation darstellen sollte. - Leider hat dieser meist eher defensiv agiert was unser gesamtes Spiel sehr ineffektiv machte und auch die Außenspieler eher nach hinten zog.
    Der Stürmer hing hier nun eher verloren in der Luft da er kaum Bälle bekam. Einzig im Gegenpressing konnte er Akzente setzen.


    Mein Eindruck und meine Erkenntnis ist da es hier zusätzlich zur Position des 6ers welche ich als die wichtigste erachtet habe auch ganz entscheidend von der 10er Position abhängt ob man erfolgreich ist oder nicht. Natürlich ist mir auch klar das kein System funktioniert wenn die Spieler es nicht einhalten. Ich sehe meine Aufgabe aber auch darin ihnen ein umsetzbares System mitzugeben.


    Im nächsten Spiel wollen wir auf 3:2:2:1 Umstellen.
    Die Überlegungen dahinter sind allem voran das wir durch die beiden 6er die Außenspieler weiter nach vorne ziehen können und somit fast einen 3er Sturm bilden können. Zusätzlich sollten die 6er den Außen das defensive Denken etwas nehmen und diese eher ermutigen nach vorne zu Agieren. Wie es funktioniert kann ich am Montag berichten, dann hatten wir zwei Spiele Bewährung.



    Man sieht (ließt) das ich persönlich ins Thema Systeme bisher nur oberflächlich eingestiegen bin. Ich gelobe jedoch Besserung. Dennoch erhoffe ich mir das wir eine Ähnliche Erfahrungssammlung wie im 7:7 Thread erschaffen können. Ich muss zugeben das ich selten so einen Interessanten und informativen Faden gelesen habe.


    Gruß
    Torsten

    Mir erschließt sich der Sinn und damit das Lernziel nicht wirklich. Soweit ich das richtig verstehe alle auf Höhe des Torwarts und dann Hau Drauf nach vorne.


    Natürlich hast du einen Abstoß vor den Spieler und damit irgend wie auch eine irgendwie offene Stellung aber was sollen die Mädchen dadurch lernen? Ich denke auch das mehr als 80% dieser Aktionen beim Gegner landen da du ja nach dem ersten vielleicht guten Zuspiel vom Torwart keine gestaffelten Anspielstationen (breite/tiefe, Dreieck oder wie du nennen magst) hast. Somit ist jeder vielleicht vorhandene Lernerfolg auch wieder dahin.


    Gruß
    Torsten

    Sehe ich ähnlich. Da es in den letzten Bewertungen eigentlich nur noch um die ausreichenden Verweise auf die Fifa Regelungen ging werden sich die Auswirkungen auf andere Vereine wohl in Grenzen halten. Die entsprechenden Regelwerke und Statuten der Verbände werden verbessert und dann läuft es weiter wie bisher.


    Parallel sehe ich aber auch die Folgen für den Verein an sich. Nach Zwangsabstieg und sportlicher und Finanzieller Talfahrt würde es mich sehr überraschen wenn dieser von heute auf morgen in einer höheren Spielklasse wieder Fuß fassen kann. Natürlich ist eine Zwangsversetzung möglich und auch eine finanzielle Entschädigung liegt im möglichen. Aber dennoch fehlt mir der Glauben das man A einen Wettbewerbsfähigen Kader und B ein entsprechendes Umfeld einfach so nebenbei wieder zusammen bekommt.

    Da gebe ich dir durchaus Recht. Wenn die Finten aber funktionieren haben die meisten Kinder aber auch Spaß daran diese einzusetzen und werden es versuchen. selbst wenn sie es eigentlich gar nicht müssten. Leider erlebt man immer wieder Trainer die die Kinder dann An-mosern das Überlaufen oder ähnliches viel besser gewesen wäre. Ziel verfehlt!


    Zur Umsetzung habe ich geschrieben Spätestens wenn er hängen bleibt. Das dies noch lange dauern kann da stimme ich mit dir überein. In der Regel werden die Abläufe aber auch schleichend immer besser wenn er die saubere Ausführung immer wieder ausführt. Im Idealfall ist die Ausführung bis zu den besseren Gegnern dann auch entsprechend verbessert.


    Ehrlich Gesagt sehe ich dazu auch keine andere Alternative.
    Wie du schreibst ist die generelle Anwendung von Finten gerade für schnelle Spieler sehr schwer zu vermitteln. Also geht es nur durch Ermutigung und Lob. Soll ich nun eine "schlechte" Finte bemängeln? Dann wird der Spieler wohl eher wieder aufs Überlaufen als auf die Verbesserung der Finte zurück greifen. Also bleibt nur die ideale Ausführung im Training immer wieder aufzuzeigen und ggf. auch einzufordern. im Spiel wird jeder Versuch gelobt und maximal eine gute Ausführung noch extra hervor gehoben. Die Umsetzung bleibt ein schleichender Prozess welcher im worst case bis in die C Jugend dauert.