Beiträge von Constantin

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    Es gibt im Jugendbereich grundsätzlich keine echten Bundesligen. Die Junioren Bundesligen stellen im Grunde Regionalligen dar (sind auch als solche strukturiert) und bilden die höchste Spielklasse im Jugend-Bereich.


    Ich kann mir vorstellen, dass es ein Kommunikationsproblem gibt, denn eigentlich sollte von DFB vorgaben nicht abgewichen werden.

    KingPaeng


    Also an den Reglern einfach/schwer würde ich anders schrauben. Aber grundsätzlich denke ich nicht, dass die Form zu einfach ist.


    Gruppentaktisches Training:


    Du markierst ein entsprechend großes Feld (mit einem Tor an den jeweiligen Stirnseiten) an dessen einen Stirnseite die 3 (bzw. 2; bzw 4) Angreifer starten. Die/Der Verteidiger beginnen/beginnt in entsprechendem Abstand und müssen versuchen die Angreifer am Torabschluss zu hindern. Um Zeitdruck zu erhöhen startet ein zusätzlicher Verteidiger in entsprechendem Abstand von hinten. Die einzelnen Abstände sind entsprechend wieder vom Leistungsniveau abhängig.


    Grundsätzlich gilt: Coaching ist wichtiger als Organisation. Also sollte dir bevor du diese Formen trainierst klar sein, wie sie taktisch richtig ausgespielt werden.

    Welche Liga spielt ihr überhaupt?


    Zu Idee 1:

    Als erster Schritt einer methodischen Reihe prinzipiell recht sinnvoll, wobei ich 4 gegen 4 gefühlt etwas klein finde. Du musst halt darauf achten, dass durch richtige Wahl des Raumes eine gewisse Spielnähe bewahrt bleibt. Es stellt sich übrigens auch die Frage nach dem Defensivverhalten der Sparrings-Mannschaft. Spielt sie Gegenpressing oder lässt sie sich sofort fallen. Das kann einerseits mit den von dir erwarteten Gegner, eurer eigenen Spielweise (-> Stichwort: ganzheitliches Training) oder aucg deinem Coaching Schwerpunkt zusammenhängen. Auf keinen Fall würde ich irgendeine Form der Kontaktbegrenzung einführen. Deine 3 Kontakte in Zone 3 führen genau zu einer Verschleppung des Tempos was quasi ein Widerspruch zu deinem wichtigsten Coachingpunkt ist.


    Apropos Coachingpunkte:
    Dir muss natürlich grundsätzlich klar sein was du im Detail sehen willst. Das ist im speziellen von eurer Pressingstrategie abhängig (nach außen od. nach innen lenkend; Pressinghöhe). Spontan würde ich folgende Punkte ansprechen:


    -Durchlaufen (besonders der außen positionierten Spieler)

    -Steil-Klatsch-Steil Kombinationen (oder z.B. direktes Spiel in die Spitze ->Abhängigkeit vom Ort der Balleroberung)

    -raumgreifendes Dribbling

    -Ausspielen klarer Überzahlen (besonders 3 vs 2, weil besonders häufig).


    Zu Idee 2:


    Der Ausgangssituation fehlt meines Erachtens die Spielnähe: Warum laufen beide Teams aufeinander zu? Normalfall ist, dass die defensive Mannschaft sich zurückzieht. Ich würde den Ballgewinn in ein Training der Kontersituation grundsätzlich immer einbauen. Dadurch hast du eine Abhängigkeit von deiner Pressingstrategie und hast realistische Ausgangspositionen der Spieler. Am einfachsten erreichst du das im 11 gegen 11 (Sparrings-Team bekommt Passfolge vorgeschrieben; Coaching-Team presst und erobert den Ball->Konter). Fehlende Spieler werden sinnvoll gestrichen.



    Idee von mir:


    Ich würde dem Ganzen (wie bereits angedeutet) erstmal das Gruppentaktische Ausspielen von Überzahlen aus methodischen Gründen vorschieben. Je nach Leistungsstand 2v1; 3v2; 4v3. Wenn das sitzt kannst du in größere und komplexere Formen gehen.

    Ist aber eigentlich eine total individuelle Sache die Kadergröße. Je nach Alter, Spielklasse und Coaching-Stil kann die optimale Menge variieren. Wir arbeiten momentan mit einem festen Kader von 22 Spielern bei einer geschätzten Trainingsbeteiligung von etwa 95%. Und das ist teilweise auch notwendig. Beim spielnahen Taktik-Training ist eine hohe Spielerzahl fast schon obligatorisch (um bspw. ein 11 gg 11 zu ermöglichen).


    Ich finde 16 Spieler/2 Trainer aber eigentlich noch einigermaßen im Rahmen. Wenn du z.B. 2×4gg4 aufbaust kann jeder Trainer eine Spielform coachen. Wenn du in der Halle bist, kann ich mir schon vorstellen, dass es Platzprobleme gibt. Aber auch das sollte sich eigentlich lösen lassen (Koordinationsleiter auf dem Gang?)

    Ich kriege häufig mit, dass Kindern gesagt wird, sie sollen in der eigenen Hälfte (bzw. vorm Strafraum) warten und "absichern". Ich finde das ist richtiget Müll und würde es meinen Spielern niemals so beibringen.


    Allerdings widerspreche ich Andre insofern, als dass ich schon denke, dass eine Gruppe motivierter Kinder dazu tendieren wird den Ball möglichst früh zu erobern. Und ich sehe auch keinen Sinn darin das zu verbieten. Denn wenn ich "Spielaufbau" trainieren und fordern will, dann doch bitte unter Gegnerdruck. Mal von dem Erzeugen von 1:1 Situationen mal abgesehen.

    Würde (wie oben bereits angesprochen) den Prüfer auf die erwähnte Thematik ansprechen.


    Allerdings hindert dich ehrlich gesagt nichts daran nach den erlernten Regeln (Methodik) eine Trainingseinheit zu konzipieren. Und mal davon abgesehen: Wir wussten bei unserer C-Lizenz Prüfung bis zuletzt nicht, ob wir D oder C Jugend hätten, teilweise wurde das sogar grmischt. Es geht weniger um die entsprechende Altersklasse (wo ich denke, dass bei einer leistungsstarken E-Jugend alt sowas durchaus Thema sein kann) als vielmehr um die erlernte Methodik.

    Alles andere? Klar. Aber Schule? In welchem Umfang? Hast du hier Einblicke? Würde mich wirklich interessieren. Ich meine mal gehört zu haben, dass die NLZs auf Schule durchaus Wert legen, damit die, die es nicht schaffen dennoch eine gescheite Grundlage für eine Zukunft haben.

    Was ich so an Infos und Inside-View habe:

    Jein


    Einerseits ist es richtig, dass bei NLZs ein großer Wert drauf gelegt wird, dass die Schüler stabil in ihren Noten bleiben. Wenn mit dem Wechsel ins NLZ plötzlich deutlich schlechter werden wird das schon kritisch gesehen.


    Allerdings gibt es da nicht, die Ausrede "Ich schreibe morgen Test und muss lernen". Termine (z.B. Training) sind Pflichttermine. Die Kinder müssen ihre Schule so im Griff haben, dass sie keinen Konflikt mit dem Training bekommen.

    Nach meinem Verständnis sollten die Vereine das Startgeld allerdings auch erstatten. Immerhin wird an sie ja auch der Mitgliedsbeitrag gezahlt. Und wenn nicht, würde ich das sicher nicht selber zahlen, sondern es mir von den Eltern holen.


    Und sollte das beides nicht möglich sein, dann würde ich mir ganz genau überlegen, ob ich im richtigen Verein bin...

    Sorry hab mich falsch ausgedrückt, ich meinte natürlich in erster Linie Spielformen.


    Die Schwierigkeit ist ja gerade der Sinn der Sache. Wie kann ich mich aus einer engen Situation mit dem ersten Kontakt lösen und dabei im Optimalfall gleich darauf den Mitspieler anspielen?


    Man muss sich mal vom Idealbild des "One-Touch-Fußballs" lösen. In den meisten Fällen ist ein Spiel mit zwei Kontakten deutlich sauberer und genauer. Selbst Nagelsmann erwartet von seinen Spielern, dass sie, wenn möglich, mit zwei Kontakten spielen.

    Funino mit 2 Mindestkontakten?

    Habe ich so noch nie gehört. :D


    Übungen mit 2 Pflichtkontakten sind eigentlich (mit richtigem Coaching verbunden) extrem wichtig. Denn sie erzwingen einerseits, wie von Skriwer schon erwähnt einen sinnvollen ersten Kontakt, andererseits wird auch eine aktive Entscheidungsfindung der Spieler gefordert. Meist sind direkte Spiele im Fußball klassische "Angstpässe", während ich bei 2 Kontakten was mit dem Ball machen muss, wenn ich ihn bekomme.

    Hängt alles denk ich mit dem Charakter der Mannschaft zusammen. Je Leistungsorientierter umso mehr Turniere. Also wenn totog sagt er macht maximal alle 2 Wochen ein Turnier, werden andere Mannschaften sagen, dass man im Sommer auch jede Woche ein Termin ist.


    Was das Absprechen von Terminen angeht: Turniere werden organisiert und die Eltern möglichst früh (am besten direkt nach Erhalt der Zusage). Die Eltern fragen ob sie dafür sind, würde ich nur bei einer Anfahrt von >30 Minuten machen. Und selbst da könnte man eigentlich einen Mannschaftsbus organisieren (wenn der Verein sowas hat).

    Skriwer


    Ok, beim Abkippen des (ballfernen) 6ers würde ich dir grundsätzlich erst einmal zustimmen, allerdings tut der 6er (ausgehend von einer Formation mit Doppelsechs) ja erst einmal grundsätzlich, ganz nach der Devise Ballnah hoch, ballfern tief. Es sollte ja grundsätzlich ein 6er eine etwas absichernde Rolle einnehmen.

    Ein vollständiges übernehmen der Position (-> Titel des Thread) ist das aber meines Erachtens nicht.


    Thomas Tuchel hat mal in einem Interview gesagt (bin jetzt aber zu faul das rauszusuchen, du musst mir also einfach mal blind glauben), dass er eine Restverteidigung von 4-Mann für notwendig hält.

    Klassisches Szenario wäre da für mich z.B.:


    LAV rückt auf (bspw. Durch Hinterlaufen) und fehlt somit in der Deffensive. Die jetzt vorhandene Restverteidigung wäre also 2IVs+RAV+ (je nach System) der defensive oder ballferne 6er =4 Spieler.

    Beim Andribbeln des Innenverteidigers wäre das ähnlich: Beide Außenverteidiger bleiben tief +verbleibender IV +defensiver 6er.

    In beiden Fällen bleibt eine Restverteidigung ohne, dass eine Position übernommen(!) werden muss.


    Ein Aspekt der mir aufgefallen ist: Mir ist durchaus bewusst wie ein Andribbeln abzulaufen hat allerdings ist mir der Begriff "Tempodribbling" ins Auge gestochen. Ohne hier Wortklauberei betreiben zu wollen: Ich hab da grad den klassischen David Luiz im Kopf der mit dem Kopf durch die Wand rennt.

    Es wurde hier ja bereits mehrmals ein vorstoßender (andribbelnder) IV thematisiert. Aus meinem taktischen Verständnis heraus macht es doch gar keinen Sinn diesen durch einen 6er abzusichern.


    Das Ziel welches der andribbelnde IV verfolgt, ist im Zentrum eine Überzahlsituation herzustellen(bzw. einen Gegenspieler zu binden). Diese Überzahl würde durch das Fallenlassen des 6ers doch sofort wieder aufgelöst. Ich würde neben dem gebundenen Gegenspieler sofort einen eigenen Mitspieler zur Absicherung binden.

    Viel logischer erscheint es mir, dass sich als Folge, die noch verbliebene Kette (normal 3 Mann) zusammenzieht und so absichert.

    Ich hätte kein persönliches Problem damit, wenn man als Trainer im Kleinfeldbereich keinen Einfluss auf die Kinder hätte. Betrifft mich ja selber nicht einmal, da ich Co-Trainer einer U15 bin.


    Ich hab folgende Erfahrung gemacht: Bei uns spielen zwei Jugendliche, die ich beide für sehr gute Fußballer. Einem von den Beiden würde ich (auch in der U15 noch) den Sprung in ein NLZ zutrauen. Die beiden haben jeweils kleine Geschwister, die in der U12 spielen. Die beiden sind vom Potential und von der Entwicklung her meilenweit von ihren großen Geschwistern entfernt. Der Unterschied ist so groß, dass ich mich sogar bei einem Altersunterschied von 3 Jahren sowas zu bewerten traue...

    Ich vergleich nun die Jugendtrainer, die die Kleinen im KF hatten mit dem Trainer der großen Geschwister und komme zum Ergebnis, dass das Training im KF auf jeden Fall eine gewaltige Rolle spielt.


    Eine andere Sache die mich an deiner Afgumentation stört ist folgendes: Im Grunde sagst du ja, dass man es nicht besonders gut machen kann, dafür aber besonders schlecht. D.h. andersrum: Wenn ich nicht gerade richtig desolates Training anbiete, hole ich eh schon das Optimum raus. Und das mir persönlich ehrlich gesagt zu wenig. Selbst wenn du Recht hättest (woran ich meine Zweifel habe), dann möchte ich als Trainer doch trotzdem das absolut Bestmögliche Training anbieten. Diesen Erhgeiz habe ich für mich selber.

    Ich stimme da AKjfv in seiner Einschätzung zu. Das Argument die Kinder würden sich schon von allein genug bewegen ist aufgrund des immer weiter wachsenden Medienkonsums hinfällig.

    Natürlich kannst du als Jugendtrainer nicht durch herausragendes Training spätere Nationalspieler formen. Aber die Schere in Sachen Trainingsqualität und den damit zusammenhängenden späteren Fähigkeiten ist doch durchaus vorhanden.

    Punkt 2:

    Die Schere zwischen starken und schwachen Spielern konnte ich nicht kleiner machen.

    Im Gegenteil, es wurde eher noch stärker.

    Aber will ich das überhaupt? Ich meine ich kann das ja auch anders formulieren: Die Entwicklung ist nur bei den Schwächeren vorhanden, während die starken Spieler stagnieren. Ist doch jetzt auch keine Idealvorstellung, oder?


    Prinzipiell möchte ja aus jedem Spieler das maximal Mögliche herauskitzeln. Und das kann auch bedeuten, dass die Stärken irgendwann viel weiter weg sind.

    Ich bin da ehrlich gesagt (mit Einschränkungen) bei McLovin.

    Es gibt extrem viele technisch hervorragende Spieler, denen allerdings ofr der Zug zum Tor und die damit verbundene Torgefahr fehlt. Deswegen finde ich es schon wichtig, dass man den Kindern erlaubt auch aus weniger erfolgsverprechenden Positionen (z.B.: spitzer Winkel) abzuschliessen.


    Aber Bauernspitz aus der Distanz braucht nun wirklich keiner und das fördert im Training der Kinder auch rein gar nichts. Da würde ich allerdings etwas unkomplizierter ansetzen:

    Torschüsse dürfen (Training) bzw. sollen (Spiel) nur im Angriffsdrittel erfolgen. Und im Spiel würde ich das auch entsprechend aktiv coachen.

    Klar, es ging um nichts mehr. Aber auch in der F-Jugend gehts um nichts und alle Trainer drehen ständig am Rad, deswegen finde ich die Aktion mega cool vom Trainer.


    Wie ist das Spiel am Ende ausgegangen?

    Haben 2:1 verloren. Am Ende waren sich aber eigentlich alle einig, dass es ein absolut hochklassiges U13 Spiel war.


    Und um mal einen Schritt weiter zu gehen: Ich denke, dass dieses Spiel so gelaufen ist war nur aufgrund der fairen Atmosphäre möglich. Wenn sich ein Kampfspiel entwickelt hätte, glaube ich nicht, dass die Jungs so viel aus dem Spiel mitgenommen hätten.

    Denn hochmotiviert waren auf dem Platz alle, aber keiner von den Jungs hat sich zu irgendwelchen Unsportlichkeiten (Theatralik, versteckte Fouls etc.) hinreissen lassen.