Beiträge von Constantin

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    let1612

    Wer nicht in das "Mannschaftsystem" (Gesellschaftssystem) passt, wird auch aussortiert... Kommt mir irgendwie bekannt vor ;) Wenn man bestehendes mit einem kritischen Auge betrachtet und hinterfragt, wird man aussortiert, blockiert, ignoriert oder sogar beschimpft ;)


    Als Trainer musst du eine Idee haben wie du und die Mannschaft spielen willst und dafür suchst du dir die entsprechenden Spieler und bildest sie selbst aus. Ist ja wie in einer Firma... Du hast Werte und suchst dir Mitarbeiter die, diese Werte mittragen. Du änderst ja nicht ständig deine Werte, nur weil ein Mitarbeiter nicht damit klar kommt oder? Ist in der Mannschaft nichts anderes. Es gibt Werte und Vorgaben an die sich Spieler, Trainer und Funktionäre halten sollen. Wenn jemand ständig aus der Reihe tanzt, kannst du deswegen nicht einfach ein System umstellen, nur damit dieser Spieler reinpasst. Du musst den Spieler dann eben auf einer Position in deinem System einsetzen auf der er seine Qualitäten am besten einsetzen kann. Im Fall von Sane und Wagner war nicht das System das Problem, sondern der Trainer, der das Leistungsprinzip außer Kraft gesetzt hat. Sane und Wagner hätten auch im 1-4-2-3-1 ihre Qualitäten sicherlich sehr gut einsetzen können...

    Aber was ist dir jetzt wichtiger?


    Würdest du den Spieler der charakterlich besser passt (Brandt; Gomez) oder den der die bessere Leistung bring (Sane?; Wagner) mitnehmen?


    Sane ist meines Erachtens nicht so gut, dass seine Qualitäten eine Schädigung des Mannschaftsklimas rechtfertigen. Dass das Klima wohl dann trotzdem ziemlich schlecht gewesen ist, ist natürlich trotzdem richtig.


    Edit: Ich bin davon ausgegangen, dass du mit "Werte" soziale Aspekte meinst.

    let1612


    Mit dem "guten Gedanken" meinte ich in erster Linie die hier vorgestellten Lösungen an sich, nicht unbedingt deren Einsatz in einer bestimmten Altersklasse/Mannschaft.


    "4000 Wörter" war zwar eine Übertreibung, aber im Kern bleibe ich dabei. Ich kann so ein Thema (wie die meisten anderen auch) nicht auf die kleinsten Details herunterbrechen. Das Thema ist ja in der jetzigen Form schon komplex und wird mit jeder gegebenem Information noch schwieriger.


    Gleich mal vorweg: Ich halte sehr viel vom Manuel Baum (daher auch mein Beispiel). Ich denke jemand der über einen solchen Zeitraum so erfolgreich ist wie er, bringt eine gewisse Autorität mit.

    Und Spielaufbau aus eigenem Abstoß ist wirklich basic, das sollte man durchaus mal durchgesprochen haben, mache ich übrigen auch bei guten D-Jugenden. Es ist ja nicht so dass man ein Schema F bastelt, es geht um ungefähre Raumaufteilung und mögliche Optionen, da sollte man ruhig das ein oder andere parat haben

    Auch wenn ich dir die Worte etwas im Mund umdrehe: Mir geht das nicht weit genug. Ich muss Taktik nicht nur durchsprechen, ich muss sie immer wieder wiederholen, bis sie automatisiert ist. Da ist Taktiktraining, dem Techniktraining sehr ähnlich. Gruppentaktische Dinge (z.B.: Tiefenstaffelung) müssen so oft wiederholt werden, dass der Spieler sie genau so im Schlaf beherrscht wie Dribbling oder Passspiel.

    Deswegen stört mich auch der Fokus auf das 1 gegen 1. Das ist für mich in der U15 Teil der Grundlagen und muss natürlich immer wieder trainiert werden.

    Aber ich muss trotzdem einen nicht zu geringen Teil meines Trainings auf taktische Übungs-/Spielformen verwenden.

    Natürlich nicht beim Beispiel Abstoß, was du eben verwendest, sondern bei komplizierten Sachen, wie eben Pressing etc.

    Ich hatte witzigerweise eine ähnliche Nachricht wie du im Kopf mit ähnlichen Argumenten, habe mich aber dagegen entschieden sie zu posten.

    Ich denke nämlich einerseits, dass es, wie du ja selber sagst, schwer möglich ist, Mannschaften ohne präzise Kenntnis einzuschätzen.

    Und letztlich ist es ja die Aufgabe des Trainers einzuschätzen was er seinen Spielern zumuten will.

    Außerdem kenn ich kaum ambitionierte Mannschaften, die nicht bereits als U13, viel im Großfeld testen und in der U14 wird sowieso 11v11 gespielt.


    Den Aspekt mit dem Fördern von 1 gegen 1 Duellen durch das 3-4-3 halte ich ehrlich gesagt für ziemlichen Schmarrn. Wer im ambitionierten Jugendbereich (Verbandsliga trainiert bei mir in der Gegend tlw. 4 mal) in der U15 das 1v1 nicht beherrscht, der wird es nicht mehr lernen. Und im Sinne der Spitzenförderung sollten dann schon die anspruchsvolleren Sachen einstudiert werden.


    Der FC Augsburg fordert von seinen Jugendtrainern ab der U15, dass sie mit ihren Mannschaften ein Mittelfeld- oder situatives Angriffspressing spielen. Macht Sinn: Das Verhalten im Pressing ist ein taktisches Basic und muss dementsprechend immer weiter eingeschleift werden damit es den Spielern ins Blut übergeht. Ähnlich sehe ich es auch mit offensivtaktischen Vorgaben. Priorität sollte meines Erachtens sein, dass die Basics (also Hinterlaufen; Steil-Klatsch; Dreiecksbildung? etc.) sitzen. Aber wenn ich eine Truppe habe, die einen einrückenden Außenverteidiger auf die Reihe bekommt, dann bitte. Wir müssen die Jugendlichen ja auch auf dem Niveau fördern auf dem sie sind und dürfen sie nicht einfach in Schablonen pressen.


    Dein letzter Punkt ist an sich schon richtig...Aber wie stellst du dir das vor? Soll Effzeh in einem 4000 Wörter Text alle seine Spieler analysieren und wir basteln dann jeder ein komplexes taktisches Konzept? Das würde ja jeden Rahmen sprengen.


    Ich finde schon, dass es wichtig ist sich immer wieder auf das Wesentliche zu konzentrieren, aber man braucht auch nicht jeden guten Gedanken mit dem Argument "zu schwierig"zu zerreden.


    So toll ich dieses Forum auch finde, muss ich leider immer wieder feststellen, dass komplexere Themen einfach ignoriert werden. Schade.


    Ist einfach sehr sehr Kifu dominiert hier...

    Du hast Recht, das stört mich hier ehrlich gesagt auch etwas.


    Mein Beitrag diesen Zustand zu ändern:


    Zum Thema Technik habe ich da eine Theorie: Viele unterschätzen im Großfeld einen Faktor, der bei kleinen Spielformen weniger zum Tragen kommt: Die hohe Passdistanz. Denn besonders wenn du in kleinen Spielformen arbeitest um hohen Gegnerdruck zu simulieren, verringerst du die Passdistanz. Und es ist technisch deutlich anspruchsvoller einen hart (evtl. sogar etwas unsauber gespielten) Pass über 20-25 Meter (AV auf Stürmer z.B.) unter Druck zu verarbeiten, als das mit einem 5-Meter Pass zu machen. Mein erster Gedanke hierzu wäre z.B. bei den isolierten Technikübungen stärker längere Distanzen einzubauen (->Steil-Klatsch?) Aber wie ursalien schon erwähnt hat kann es natürlich auch mit Psychologischen Dingen zu tun haben.


    Abschließend lässt sich sagen, dass es hier kein Patentrezept gibt. Ruhe am Ball unter Gegnerdruck ist eine derart elemtare Fähigkeit im (höherklassigen) Fußball, dass hier nur ein langfristiges Arbeiten erfolgreich sein wird.


    Was das Spiel durchs Zentrum betrifft: Ich würde mir Gedanken über die Einbindung der AV, sowie die Bewegungen der Spitze machen. Das Spiel vom IV bis zum Stürmer durch die Mitte zu spielen ist ziemlich anspruchsvoll und setzt eigentlich gravierende Fehler des Gegners vorraus. Insbesondere, weil du ja eine Überzahl deiner Spieler in der ersten Linie forderst. Das führt unweigerlich dazu, dass du irgendwo auf dem Feld in Unterzahl gerätst (z.B. Dreierkette -> ein sechser Fehlt). Klingt langweilig, ist aber effektiv: Durch Spielverlagerungen könnt ihr versuchen einen AV frei zu spielen, welcher einen Korridor auf den Stürmer oder (besser) 10er vor sich hat. Desweiteren kann man auch über den Flügel sinnvoll nach vorne kommen (Hinter-/Vorderlaufen; Kommen-Gehen der Flügel um ein Paar Beispiele zu nennen).


    Zu den Angreifern: Du kennst bestimmt das (vereinfachte) Prinzip "Ballnah hoch/Ballfern tief". Letztendlich würde ich das so auf 10er und 9er anwenden (wobei der 10er immer Ballfern agiert.) Der Stürmer startet einen Lauf hinter die Kette und bindet einen Gegenspieler, während der 10er Diagonal einrückt und den Ball fordert. Allerdings denke ich, dass dieser Ball durch den AV einfacher zu spielen ist als durch den IV.


    Zum Thema Sané:


    Auch wenn die Entscheidung im Nachhinein wohl kritikwürdig ist, so dind die Gründe die dazu geführt haben durchaus nachvollziehbar.


    1) Leistungsprinzip: Auch wenn fussballschule_tirol sagt, dass Sané eine gute Saison bei City gespielt hat, letztendlich ist die Leistung in der Nationalmannschaft für eine WM Nominierung ausschlaggebend. Und da konnte Sané kein Stück überzeugen.

    Er tut sich, meine ich, extrem schwer mit dem situativen finden von guten Entscheidungen. Beim Österreich Spiel hat man das bei einigen Kontern extrem sehen können. Bei Pep bekommt er ein klares taktisches Korsett bei dem er seine Schnelligkeit und Dribbling-Qualität ausspielen kann. Bei der NM ist er nicht so eingebunden.


    2) Charakter: Aussagen der Trainer lassen darauf schließen, dass Sané die NM nicht so wirklich ernstgenommen hat. Und auch sein Verhalten im Zusammenhang mit dem Confed Cup, wird ihn nicht direkt beliebt gemacht haben.


    3) Wen hätte man denn sonst daheim lassen sollen? Draxler? Der hat in der Vorbereitung mehr überzeugt als Andere. Brandts Nominierung war mE eine sehr gute Entscheidung. Gomez kann man zwar kritisieren, aber bei ihm wären wohl eher Wagner und Petersen die Alternative gewesen. Zumal Werner als klassische Sturmspitze wenig überzeugen konnte, da man ihm das Leipziger Spiel doch stark angesehen hat.

    meinst du das ernst? Ich sehe meine Spieler jedes training und in den spielen. Darauf erstelle ich stärken/schwächenprofile unter Berücksichtigung natürlicher Schwankungen(wachstum etc). Um das valide zu machen braucht es wochen... bei spielern die ich kenne!!!! Hut ab vor jedem der das so schnell kann?

    Trainer E


    Klar meine ich das Ernst, sonst würde ich es ja nicht schreiben ?.

    Aber du redest ja von einer anderen Perspektive. Als Trainer hast du die Möglichkeit solche Schwankungen zu berücksichtigen... Powerzwergenpapa hat diese als aussenstehender nicht (und um dessen Einschätzung ging es ja ursprünglich). Auch im U9 Bereich gibt es Scouts von NLZs (auch wenn es manchen nicht gefallen mag), die so vorgehen. Wenn dann ein Spieler einen oder zwei schlechte Tage hat, dann fliegt er von der Scouting-Liste. Die Ressourcen jeden Spieler fünf oder sechs mal zu beobachten oder sogar mittrainieren zu lassen hat auch ein NLZ nicht.

    Powerzwergenpapa das ist immer noch kinderfussball... auch wenn es real madrid ist. Die nummer 9 hatte vielleicht nur einen schlechten tag in der schule oder der beste Kumpel hat einen spieltermin abgesagt. Das ist u8 oder u7 wegen mir. Du plädierst für kindgerechte ausbildung und nimmst hier einzelne spieler und deren aktionen ins visier. Dieses analysieren von jeder aktion und daraus auf irgendwas zu schliessen, aus EINEM spiel, bringt mich echt zum schmunzeln.. das ist kaffeesatzleserei in reinster form. Vllt. Fehlt mir aber auch nur das fachwissen

    Du musst immer das bewerten was du siehst. Natürlich sollte man versuchen aufgrund mehrerer Spiele und Trainings ein differenzierteres Bild zu bekommen.

    Aber letztendlich lässt sich nur durch das analysieren von gelungegenen und misslungenen Aktionen erkennen, welche Stärken/Schwächen ein Spieler hat und wie man auf diese Einfluss nehmen kann.


    Oder anhand welcher Kriterien bewertest du die Fähigkeiten eines Spielers?

    Endlich fliegen mal wieder die Fetzen (tatsächlich positiv gemeint;)). Seit TW-Trainer und Andre nicht mehr aktiv sind ist es ja relativ ruhig geworden. Auf jeden Fall ist das ein hochinteressantes Thema, dass seit langem wieder mal richtigen Mehrwert für mich hat. Meine Bitte an alle Beteiligten: Feuert auf der fachlichen Seite eine Salve nach der anderen ab und stellt dafür das persönliche ein wenig hinten an.


    fussballschule_tirol Ich kenne von Verheijen "Conditioning for Soccer". Liefern die Bücher die du gepostet hast neue Erkenntnisse?

    Schließe mich komplett an. Eine Diskussion in der Form wie oben, in der es auch mal deutlicher zur Sache geht, tut dem Forum gut und bringt dem Leser einen eindeutigen Mehrwert.


    Also fussballschule_tirol und die Anderen, macht bitte weiter.

    Ich versuch hier auch mal meinen Senf dazu zu geben.


    HansMcMans argumentiert ja hier mit der Möglichkeit des Einschleifens falscher Techniken unter Ermüdung. fussballschule_tirol hingegen verweist auf die notwendige Fähigkeit auch am Ende eines Spiels eine saubere Technik zu haben.


    Ich differenziere bei Konditions (welcher Art auch immer) und Techniktraining zwischen dem Aufbau/Erarbeiten eines Aspekts und dem Festigen desselben. In der Vorbereitung baue ich Athletik auf, im Verlauf der Saison versuche ich sie hauptsächlich zu festigen.


    Nehmen wir das Beispiel "Pressing". Meine Pressingvariante studiere ich während der Vorbereitung ein. Da ist dann mMn auch nicht viel mit taktischer Periodisierung. Klar spiele ich auch bei taktischen Formen Fussball, hab aber viele Unterbrechungen (Coaching) und wenig Ballkontakte. Im Saisonverlauf würde ich das nur in Ausnahmefällen machen. Stattdessen packe ich Teilaspekte dieser Thematik in Spielformen (z.B. Tiefenataffelung der Ketten) . Da ist dann im Optimalfall auch Technik etc. dabei.


    In dem Moment in dem ich "festige" gehe ich davon aus, dass die Technik/Taktik bereits beherrscht wird. Und dann kann ich auch das Ausführen unter Erschöpfung fokussieren. Dann mache ich zu Beginn der Einheit einen Athletikteil (ob in Spielformen oder durch "Fahrtspiele" oder was auch immer ist eher eine Frage der Philosophie denke ich) und mache dann z.B. ein Abschlussspiel im 11 gg 11, bei dem ich taktisch korrektes Pressing fordere. Oder ich mach nach der Ausdauer eine Passform/Spielform auf engem Raum, bei dem dann Technik unter Ermüdung trainiert.


    Kommen wir zum Sonderfall Schnelligkeit/Kraft. Dass Individualtraining sinnvoll und wirksam ist mag ich eigtl nicht diskutieren. Klar kann es Probleme mit der Trainingssteuerung geben, aber eigtl erwarte ich von einem Individualtrainer, dass er das auf jeder Leistungsstufe unter einen Hut bringt.

    Pep Guardiola hat einmal dargestellt, wie er Schnelligkeit (bzw. Athletik allgemein) fussballspezifisch trainiert. Er wendet positionsspezifische Läufe im spielnahem Raum an, am besten passend zum aktuellen taktischen Thema.


    Robben macht übrigens vor und nach jeder Einheit 30 Minuten Stabilisationstraining/Dehnen um seiner Verletzungsanfälligkeit vorzugeben. Das ist dann übrigens auch nicht mehr taktisch Periodisiert.

    Mal ganz zu Anfang:


    Nimm dich selber nicht zu hart in die Kritik. Du bist als Trainer für vieles verantwortlich, besonders was die Disziplin angeht. Aber wenn du mit Spielern arbeitest, die einfach keinen Bock auf Fußball haben, dann bist du einfach chancenlos. Jede mögliche Sanktion, die du androhen könntest (bis hin zum Ausschluss aus der Mannschaft) verfehlt ihre Wirkung, wenn es dem Spieler mehr oder weniger egal ist. Verschlimmert wird das Ganze noch dadurch, dass du auf jeden Spieler angewiesen bist und dadurch deine eigene Autorität nochmal geschwächt wird.


    Da du offensichtlich ziemlich motiviert bist und auch die Ausbildung zur B-Lizenz ins Auge gefasst hast, halte ich es für absolut sinnvoll sich mit diesem Angebot zu beschäftigen.


    Die Frage die sich mE stellt, ist auf welche Art und Weise du die Saison zu Ende bringen willst:


    A) Du passt dich an deine Spieler an bietest nur noch Gaudi Training an. Klingt erstmal unambitioniert und mag sich mit deinen Ideen beissen...schont aber deine Nerven.


    B) Du behälst deinen (relativ) ambitionierten Kurs bei. Dann würde ich aber so weit gehen und nur noch mit den Jungs arbeiten, die wirklich Bock haben. Die Störenfriede schließt du vom Training aus (zeitlich begrenzt oder dauerhaft).

    Da ich deine Mannschaft nicht kenne und dementsprechend nicht weiß, wie deine Mannschaft zusammen gesetzt ist, kann es dann halt sein, dass du irgendwann alleine auf dem Platz stehst. Das fände dein aktueller Verein auch nicht besonders toll.


    Ich hatte vor einem guten Jahr eine ähnliche Situation wie du. Ich hab mich damals für die übergeschnappte Variante entschieden und hab ab März zwei Mannschaften (einmal als Chef, einmal als Co) betreut. Das bedeutete für mich, dass ich in einer Woche insgesamt bis zu 8 Trainingseinheiten (2×altes Team, 3×neues Team und noch 2-3×als Aktiver) + Spiele hatte. Kann man halt auch nur als Schüler machen...

    Grundsätzlich ist dieses aberwitzige Pensum aber kaum langfristig zu bewältigen.

    Ist zwar bereits Individualtaktik und daher nicht mehr F-Jugend, aber ich würde gerne ein paar Punkte ergänzen:


    Defensiv:

    -Leicht bogenförmiges Anlaufen des Gegenspielers (-> Lenken entweder auf schwachen Fuß oder weg vom Tor)


    -seitliche Schrittstellung; kein zu weites Öffnen der Beine


    -Zwischenstellen des Körpers


    Offensiv:

    -Einsatz des Armes am Gegenspieler (faieres Zwischenschieben, kein Ziehen oder Halten)


    -Kreuzen der Laufwege bei Bewegungsvorsprung


    -Dribbling mit dem Gegnerfernen Fuß (insbesondere seitl. 1gg1)


    -Differenzierung "kurzes" vs. "langes" 1gg1 (also Einsatz von Finten vs. Vorbeigehen im Tempo)

    Welche taktische Spielidee verfolgst du?(Evtl. in Bezug zur Mannschaft die dich haben will)


    Welchen Coaching-Stil legst du an den Tag?


    Wie periodisierst du deine Trainingseinheiten?


    Wie und welche Schwerpunkte setzt du im Training?


    Welche weiteren Besonderheiten hat deine Trainingsarbeit(z.B.Videoanalyse)?


    Mache evtl. eine Auswahl an Übungen, die besonders häufig Anwendung bei dir finden.

    DenSen


    Je nach Spielsituation natürlich. Wenn ich in offener Stellung agieren kann und den Ball ohne Gegnerdruck verarbeiten kann, dann sollte ich den Ball immer möglichst mit dem ballfernen Fuß spielen.


    Wenn ich mit dem anderen Fuß spiele, gebe ich dem Ball meistens extreme seitliche Rotation mit. Der kann dann zwar auch ankommen, ist dann aber schwierig zu verarbeiten. Das ist besonders im Abwehr- und Mittelfelddrittel interessant.


    Anders sieht es aus, wenn ich unter Gegnerdruck agiere (besonders: Angriffsdrittel). Hier tritt weniger das genau, sondern mehr das schnelle Passpiel in den Vordergrund.

    Wenn ich zum Beispiel als Doppelspitze mit meinem Sturmpartner einen Spielzug spielen will kann ich den Ball logischerweise nicht mehr mit dem "offenen" Fuß spielen, weil so der Gegner sehr leicht an den Ball kommen würde. Aber auch hier kann ich den Ball übers Standbein vermeiden indem ich den Stürmer in seitlicher Stellung "Blocke" und dann mehr oder weniger halb-offen stehe. Hängt natürlich auch vom Gegenspieler ab.


    Selbiges gilt wenn das Anspiel schon in den falschen Fuß geht.


    Spieler müssen hier lernen situativ richtig zu entscheiden, wobei ich in isoliertem Passtraining in erster Linie die saubere (also "offene") Variante fordern würde.

    Naja, wenn ich dem Gegner von hinten in die Beine trete, erleichtere ich ihm eher das weiterspielen, weil es ja dann Freistoß gibt...


    Ich denke das ist dann auch der regulierende Faktor, sobald es Schiedsrichter gibt. Wer zu oft foult, bekommt viele Freistöße gegen sich.

    Das heißt für mich: Alles was im Rahmen der Regeln ist, ist für mich positiv, alles was außerhalb liegt eher negativ.



    Was ein anderer Punkt ist den du ansprichst: Ein Spieler einer Mannschaft die ich neu übernommen hatte, sagte zu mir, sie sollen Gegner die frei vorm Tor sind bewusst foul spielen, weil in ihrer Altersklasse sowieso kein Schiri Karten verteilen würde.

    Sowas finde ich dann wiederum ziemlich schwach. Als Trainer (in seinem Fall wohl der Ex-Trainer) sollte ich keine Lücken in der Regelung ausnutzen und meinen Spielern so falsche (evtl. sogar gefährliche) Verhaltensweisen beibringen. Deswegen erwarte ich von einem Trainer auch, dass er entsprechend Regelversiert ist, um das einschätzen zu können.

    Ersatzbank


    Naja es gibt immer einen Unterschied zwischen unfairem und aggresivem Spiel. Ich würde von einem Spieler schon erwarten, dass er, wenn der Ball verloren geht, sofort im Vollsprint nachsetzt und den Gegner in einen Zweikampf verwickelt. Bei dem Zweikamof geht es auch gar nicht darum den Ball zu erobern (das ist bei einem technisch starken Spieler sowieso im 1gg1 kaum möglich), sondern diesen unter Druck zu setzen und die Anschlussaktion zu erschweren.


    Und das hat dann halt schon was mit Willen zu tun. Fußball ist nunmal ein Vollkontaktsport und nicht jede körperlichere Aktion ist direkt unfair. Ich hab allerdings auch nicht gesehen, ob der Junge da evtl. übertrieben hat. Aber es ist schon so, dass zum ambitionierten Fußball spielen eine gewisse Härte gehört.


    Ich würde dir empfehlen, dass du dir mal ein hochklassiges (z.B. Landesliga) U17 o. U19 Spiel anschaust. Speziell wenn das Match eng ist geht es da ganz schön zur Sache. Das muss man halt mögen, wenn man auf dem Niveau Fussball spielen will.

    Ersatzbank


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    Er erklärt das Problem ganz gut zwischen 1:00 und 2:00


    Je mehr der Ball über den Standfuss gespielt wird desto schwieriger wird es ihn 1.genau und 2.ohne Rotation zu spielen. In engen schnellen Situationen kann man das schon mal so spielen, aber der Standard sollte eigentlich schon sein, dass der Ball sauber aus einer offenen Stellung gespielt wird.