Würde bei der Übung einfach mal die ersten drei mit Namen vorgeben.
Wenn einer es nicht kapiert, ihn konkret ansprechen warum er nicht reingelaufen ist? Somit ist er unter Zugzwang bzw. muss sich erklären. Dann nochmal die drei genannten reinlaufen lassen. Wenn er es wieder nicht kapiert macht er sich vor der Mannschaft lächerlich, seine Sache.
Aber die anderen 9 bestrafen weil einer pennt schadet dir mehr als das es hilft.
Ich möchte ja, dass die Übung auch ohne mein zutun reibungslos läuft, damit ich mich auf das Coaching konzentrieren kann. Vielleicht ist es nicht ganz deutlich geworden, aber ich habe logischerweise mehrere Gruppen, die auch entsprechende Aufgaben innerhalb eines Durchlaufs bekommen.
Das was mich stört, ist ja eigentlich, dass ich die Übung abbrechen und neu beginnen muss, wenn ein Spieler fehlt. D.h. dann das alle Spieler wieder zurück auf Anfang müssen. Es pennt ja nicht nur einer, die Reihenfolge ist nicht vorgegeben.
Solche Kritik ist immer sehr problematisch, da sie nicht sachbezogen ist. Du lieferst dem Spieler keine Hilfestellung sondern kritisiert was Offensichtliches. So ein Verhalten passiert ja nicht aus Absicht und das weiß auch der Spieler. Im schlimmsten Fall fühlt er sich persönlich beleidigt. Bei solchen "Aussetzern" würde ich den Fehler immer erst bei mir suchen, weil meine Übung die Spieler vermutlich über- oder unterfordert hat. Wenn man die Schuld dann beim Spieler sucht verliert man langfristig seine Autorität, da Strafen sich für den Spieler willkürlich und ungerechtfertigt anfühlen.
Und da kommen wir zur Ursprünglichen Thematik zurück:
Warum kann ich keine offensichtlichen Sachen kritisieren? Zumindest wenn es um fußballunspezifische Aufgaben geht, bei denen es nur um einen reibungslosen Übungsablauf geht.
Klar, in einer Übung motze ich nicht bei einem einfachen Fehlpass, das bekommt der Spieler ja selber mit.
Klar, Selbstkritik ist wichtig, aber hinterfrägst du deine Einheiten auch, sobald ein Spieler mal pennt? Insbesondere bei taktischen Schwerpunkten muss ich als Spieler auch einfach mal zuhören und aufpassen. Da überlege ich mir als Trainer nicht, wie ich das ganze vielleicht interessanter gestalten kann.
