Gut, das Du das implizite Lernen in dem Zusammenhang erwähnst. Ein Reinrufen während einer Spielsituation mit vorgegebener Lösung ist wohl eher explizites Lernen.
Ich frage mich gerade ob Du auch in Spielformen im Training korrigierend eingreifst, wenn eine Spielsituation gelöst wird,
die Lösung aber -langfristig- nichts bringt?!? und wie ist das im SPiel wenn es mehrere Lösungen gibt?!?
Ist explizites Lernen denn per se schlecht?
Ja, mache ich. Ich korrigiere ja auch Pässe die ankommen, wenn vielleicht erst der nächste oder übernächste Spieler den Ball verliert.
Den Spieler nach möglichen Lösungswegen zu fragen hat in den meisten Fällen auch nicht mehr viel mit implizitem Lernen zu tun. Zumindest dann, wenn die Anzahl der Antwortmöglichkeiten auf ein oder zwei akzeptierte Antworten begrenzt. Das ist dann nicht viel anders als wenn ich dem Spieler etwas mündlich erkläre.
Die unterschiedlichen Lernkanäle (auditiv, visuell, etc.) kann ich im Training aktiv ansprechen. Im Spiel wird es etwas schwieriger das zu steuern.
Ich hab in der U15 einen extrem schnellen Offensivspieler, der aber die Angewohnheit hat, zu unpassenden Zeitpunkten den Ball zentral zu fordern, statt Breite zu geben. Außerdem wählt er bek offenen Bällen zu selten den tiefen Laufweg (speziell bei geringem Abstand Ball-Kette). Der Junge spielt seit 10 Jahren Fußball...ich habe also meinen Zweifel, dass er das von selber irgendwann besser. Also habe ich mich bei zwei Vorbereitungsspielen (Leistungsvergleich je 15min Spielzeit) direkt neben ihn an die Seitenlinie gestellt und die gewünschten Aktionen gecoacht (Synchroninformation; visuelles Lernen), danach habe ich mich in einer Pause mit ihm an die Tafel gesetzt und ihm die Verhaltensweisen nochmals besprochen (Spätinformation, auditives Lernen). Dann sollte er in den nächsten Spielen am selben Tag diese Muster selbstständig und sinnvoll anwenden (implizites Lernen).
Bolzplatzfussball ist bis zu einem bestimmten Punkt absolut sinnvoll. Aber in dem Moment in dem ich Gruppentaktisch arbeite, werden die Kids dort keine Fortschritte mehr erzielen. Zumindest habe ich auf dem Bolzplatz noch nie jemanden hinterlaufen oder ein Steil-Klatsch gespielt.
Ich denke wir reden etwas an einander vorbei: Ich habe mir schon was dabei gedacht, als ich meine ursprüngliche Aussage auf deb Bereich E und älter beschränkt habe. Im E-Alter würde ich auch nur die stärkeren Mannschaften betrachten. Je einfacher und individueller die Lösung, desto einfacher kann ein Spieler von selber darauf kommen. Je komplexer die Lösungen werden, umso mehr Synchroninformation muss ich als Trainer liefern und umso expliziter läuft der Lernprozess ab.