Moin,
Pressing ist die hohe Kunst des Fußballs. Kann viel schiefgehen. Da muss der ganze Mannschaftsverbund mitarbeiten, es sind Abstände einzuhalten etc., komplexer Vorgang, ein hohes Maß an Abstimmung erforderlich.
also mit einer relativen Anfängertruppe würde ich erst mal bei gegnerischem Ballbesitz gucken dass die Mannschaft immer wieder in eine stabile Grundformation 'gegen den Ball' kommt und nicht die Offensiven einfach da stehen bleiben wo sie gerade sind bzw. langsam zurück trotten. Dann ist schon viel gewonnen an Stabilität.
Sehe ich komplett anders. Pressing im Fußball ist das einfachste in der Welt. Du hast immer die selben Abläufe, wenn Du ins Pressing gehst, du musst nur begrenzt auf das Verhalten der anderen Mannschaft reagieren und eigene Entscheidungen musst Du sowieso nicht treffen.
feu92 Du musst, damit Deine Spieler mit System pressen, halt auch von Deiner Seite ein System definieren. Wollt Ihr den Gegner vorne unter Druck setzen oder stabil stehen? Meine persönliche Meinung: Ich würde auch und gerade bei Anfängern vorne voll drauf gehen. Du hast ja geschrieben, dass Ihr im 2-1-2 auf Kleinfeld spielt. Hier (bei so kleinen Feldern) finde ich es sinnvoll, wenn man gegen den Ball aus einer Mannorientierung heraus spielt. D.h. Bei Ballbesitz Gegner ordnet sich jeder Spieler einem Gegenspieler zu oder läuft den ballführenden Spieler an. Sobald ich überspielt wurde muss ich versuchen von vorne Druck auf den Ballführenden zu bekommen.
Man kann dann nochmal einen Schritt weitergehen und sobald der Torwart den Ball am Fuß hat (und nicht in die Hand nehmen darf) diesen mit einem(!) Offensiven über den Deckungsschatten anzulaufen. Also in einem solchen Winkel, dass der Spieler gleichzeitig Druck auf den Ball machen kann und gleichzeitig der Gegenspieler in seinem Rücken nicht anspielbar ist.
Auch wenns jetzt etwas anektotisch rüberkommt:
Vor ein paar Jahren hab ich das mal bei einem Junioren-Hallenturnier so gemacht. Das war ein U13-Breitensport Turnier, bei dem eine Mannschaft nicht angetreten ist. Um das kurzfristig zu kompensieren haben wir entschieden eine Torwart-Mannschaft zu bilden, welche ich als Turnierleitung an diesem Tag betreut habe.
Das was ich oben geschrieben habe, war das einzige was ich den Kindern in den fünf Minuten vorm ersten Spiel mit an die Hand gegeben habe. Am Ende sind die Kinder bei einem 10er Turnier bis ins Halbfinale gekommen.
