Beiträge von TorRalf

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    Ich frage mich, ob ich nicht auch (zusätzlich?) den Erschöpfungszustand vor dem Spiel abfragen müsste. Denn wenn die Regenerationszeit unterschiedlich ist, kann sich ein Spieler, der nach dem Training bei 9 lag, ja vor dem Spiel wieder fit sein, während das bei einem anderen, der nach dem Training bspw. bei 8 lag, noch nicht der Fall ist.

    Oder mache ich hier einen Denkfehler?

    Ich habe den Autor des von let1612 gefundenen Blogs zu meiner Frage angesprochen. Jürgen Pranger war einverstanden, dass ich sie hier wiedergebe (Vielen Dank, Jürgen !!!)


    'Belastungs- und Regenerationsmanagement ist ein sehr komplexes Thema und der Großteil der Literatur bezieht sich auf den semiprofessionellen Fußball, professionellen Fußball oder leistungsorientierten Jugendfußball. Die Grundprinzipien bleiben jedoch gleich.


    Die übergeordnete Frage ist: Wann darf ich meine Spieler wie stark belasten, damit sie sich körperlich bestmöglichst weiterentwickeln, ohne sich zu verletzen.


    So, einfach gesagt, als dann in der Praxis umgesetzt.


    Da jeder Spieler auf eine Belastung unterschiedlich reagiert und auch unterschiedlich schnell regeneriert, ist es entscheidend zu wissen, wie der einzelne Spieler auf die gesetzte Belastung reagiert hat und, ob er ausreichend regeneriert ist, um die nächste Belastung zu tolerieren.


    Im Grunde kann dies nur über ein entsprechendes Monitoring funktionieren. Entweder man nutzt ein Trackingsystem oder man erhebt subjektive Daten, wie die Rate of perceived exertion etc. und leitet daraus entsprechende Konsequenzen für sein Training ab.


    Um auf deine Frage zurückzukommen... "inwiefern die Regeneration ausreicht, wenn Freitag Abend trainiert und Samstag Mittag gespielt wird. Besteht hier aufgrund relativ kurzer Regeneration ggf. ein erhöhtes Verletzungsrisiko? Oder ist das undramatisch, wenn ansonsten nur 2 bis 3mal die Woche trainiert wird (im Breitensportverein)?"


    Das kann so pauschal nicht beantwortet werden. Wichtig ist, dass die Spieler vollkommen erholt in das Spiel gehen. Ansonsten, wie du schon richtig erwähnt hast, wird nicht nur die Leistungsfähigkeit gemindert, sondern die Verletzungswahrscheinlichkeit der Spieler steigt. Das bedeutet folglich, dass das Training am Freitag Abend so gewählt werden muss, dass die Spieler spätestens Samstag Mittag vollkommen regeneriert sind. Die Schwierigkeit dabei ist, dass die passendes Trainingsbelastung von Mannschaft zu Mannschaft und sogar von Spieler zu Spieler variiert (deswegen ist ein Monitoring so wichtig => Belastung zu hoch? Belastung passt? Belastung zu niedrig?).


    Auch ein Training am Donnerstag kann zu intensiv ausfallen und die Spielleistung am Samstag negativ beeinflussen. Deswegen kann nicht pauschal gesagt werden, dass in diesem Fall ein Training am Freitag falsch oder richtig ist. Die richtige Antwort darauf ist leider - und ich weiß, dass ist nicht sehr befriedigend - es kommt darauf an (= Intensität, Umfang, Leistungsniveau der Spieler).


    Ich hoffe ich konnte dir ein wenig weiterhelfen. "

    Hier ein kleiner Artikel zur Regeneration und körperlichen Verfassung von 8- bis 12-Jährigen: Offenbar sind zumindest im unteren Bereich die Kinder müdigkeitsresistenter und erholen sich schneller als Erwachsene.

    Danke, das stand vor einiger Zeit auch im Spiegel. Ich hatte den Artikel einigen überbesorgten Eltern in der E-Jugend zugeleitet (verbunden mit dem Argument, dass die Kinder sich auch weiter bewegen und in Wettkämpfen messen, wenn kein Training ist, zum Beispiel auf dem Schulhof). Interessant ist aber der ältere Juniorenbereich (ab C-Jugend). Vielleicht versuche ich hierzu mal mein Glück mit einer Anfrage beim DFB ...

    Klingt alles plausibel. Mir geht es aber um empirische Belege, sportwissenschaftliche Untersuchungen o.ä., wie sie seinerzeit Verheijen für den Profibereich angestellt hat.

    Vielen Dank, ob ich Deine Schlussfolgerung teile, dass die Ausführungen auch für den Breitensport gelten, weiß ich aber nicht. Es ist doch eine völlig andere Belastung, wenn die Profis unter der Woche an sechs Tagen, teilweise zweimal trainieren. Da sind die Speicher natürlich schneller leer. Die haben doch eine viel größere Belastung als ein C-Jugendlicher, der zweimal die Woche trainiert. Belastungssteuerung im Breitensportverein ist ein weißer Fleck in der Diskussion. Ist eben weniger Geld im Spiel, Verletzungen haben kleinere monetäre Auswirkungen..

    Hallo Kollegen, der Begriff der "Belastungssteuerung" oder der "Periodisierung" des Trainings wird häufig verwendet. Allerdings finde ich dazu wenig Material, insbesondere nicht in Bezug auf Junioren (C-Jugend aufwärts). So bleibt zum Beispiel für mich die Frage ungeklärt, inwiefern die Regeneration ausreicht, wenn Freitag Abend trainiert und Samstag Mittag gespielt wird. Besteht hier aufgrund relativ kurzer Regeneration ggf. ein erhöhtes Verletzungsrisiko? Oder ist das undramatisch, wenn ansonsten nur 2 bis 3mal die Woche trainiert wird (Breitensportverein)?

    Dieser Punkt ist nur ein Beispiel. Habt Ihr vielleicht Literaturtipps, die speziell den Amateur- und Juniorenbereich betreffen? Vielen Dank!

    Tut mir leid, Leute, die meisten Beiträge bekommen das Label "Thema verfehlt". Das Thema ist "Positionsspezifisches Training". Abgesehen davon werdet Ihr Euch auch nicht überzeugen. Das ist aber auch nicht nötig, denn in Eurer Welt seid Ihr die Besten 😀👍❗

    Manche schlichten Gemüter, wie zum Beispiel ich, verlieren bei andauernder Überforderung die Lust an einer Sache. Ich könnte mir vorstellen, dass es auch anderen Menschen so geht. Das ist vielleicht nicht wissenschaftlich, aber Empirie.

    Und natürlich gibt es Dinge, die man Kindern zeigen muss, damit sie wissen, dass es sie überhaupt gibt (zum Beispiel kompliziertere Finten). Manchmal ist sie Welt nicht schwarz oder weiß, sondern grau... Aber es gibt zu viele Päpste im Fußball, wenn auch oft nur mit ihnen selbst als Gläubigen 😀...

    Die Mischung macht's! (drei Punkte für den Volksmund)

    Du hast meinen Thread genau richtig interpretiert. Vielen Dank für Deine bisherigen - wie immer - kompetenten Antworten und Ideen.

    Ab der C-Jugend sollen die Spieler ja langsam auf festen Positionen eingesetzt werden. Das würde dann eigentlich ein positionsspezifisches Training erfordern. Hierzu eine Frage: Wie kann ein positionsspezifisches Training im Breitensportverein umgesetzt werden, wenn es dort neben dem Trainer maximal einen Co - Trainer gibt?

    Ich habe ihn schon mehrfach 1 vs 1 mit Blocken / Passivem Verteidigen spielen lassen. Die Bewegungen sind flüssig, angstfrei und sehen eigentlich wie früher aus. Hier geht es darum, das Knie nach einem halben Jahr Pause wieder an fußballspezifische Bewegungen zu gewöhnen. Zweikämpfe wären dann nach 6 bis 8 Wochen der nächste Schritt. Schmerzen hatte er zum Glück nur am Tag der Verletzung.

    Vielen Dank, das war schon sehr hilfreich. Gibt es vielleicht noch mehr Ideen? Frohe Ostern!

    Ja, Fifa11kids ist fest eingeplant. Momentan müssen wir noch Drehbewegungen und aprupte Richtungswechsel vermeiden. Deshalb war ich auf der Suche nach einfachen Übungen, die trotzdem nicht so schnell langweilig werden.

    Hallo,


    bei dem Thema wäre ich sehr vorsichtig und würde eher zu langsam als zu schnell wieder mit etwas anfangen.


    Wie alt ist dein Sohn denn? Wie ist das normale Trainingspensum? Wie oft die Woche bekommt er Physio / Krankengymnastik?

    Da hast Du völlig Recht. Ich habe aber keine Anbieter gefunden, die professionell Aufbautraining mit Ball anbieten. Er macht derzeit 2mal Physio und 2mal Krankengymnastik an Geräten (KGG) pro Woche. Wenn er muskulär wieder gut aufgestellt ist, wird das weniger. Der Arzt hat für Individualtraining grünes Licht gegeben. Ich würde das maximal zweimal die Woche machen wollen. Er ist erst 12 Jahre alt, also ungewöhnlich jung, und hat sich im Zweikampf verletzt. Ich selbst habe zwar die C-Lizenz, aber die bereitet auf so etwas natürlich gar nicht vor.