Beiträge von Libra

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    Hallo Mittelfeldstratege. Mich wundert etwas deine Aussage, dass du auf taube Ohren gestoßen bist. Bei wem denn? Beim Verein? Seit wann entscheiden denn bitte die Eltern, in welcher Mannschaft ihre Kinder spielen? An deiner Stelle, würde ich das so nicht mit mir machen lassen. Du bist der Trainer und du entscheidest. Wenn ich auf biegen und brechen ein jüngeres Kind aufs Auge gedrückt bekommen würde, welches körperlich und spielerisch total überfordert ist, würde ich das nicht akzeptieren.

    Wie kann es denn sein, dass dieses Forum über einen so großen Zeitraum so zu gespamt werden kann? Ist hier denn niemand zuständig? Löscht diese Beiträge und Accounts doch mal!

    Ich weiß ja nicht wie ihr das seht, aber 250 Euro wäre für mich ein Haufen Geld, um mein Kind für 5 Tage in ein Trainingslager zu schicken.
    Man kann nicht mehr machen, als es den Eltern und Kindern anzubieten. Selbst wenn du es den Kindern schmackhaft machst, werden einige Eltern aufgrund der Kosten sicher ihr Veto einlegen.

    Zum Thema, dass dann halt auch störende Eltern wegmüssen: Ich lebe in einer sog. "Metropolregion". Wir sind also hinsichtlich Kinderzahlen prinzipiell schon mal in einer guten SItuation. Trotzdem steht der Fußball auch hier in der Gegend in hartem Wettbewerb zu anderen Sportarten und zur Schule und die meisten Jugendteams sind auf Kante genäht. Ich habe aktuell 2 Abgänge zu verkraften (hören beide völlig auf mit Fußball) und jetzt noch 11 Kinder im Kader. Das geht gerade noch so. Wenn mir zwei weitere KInder abspringen, müssen wir uns vom Spielbetrieb abmelden. Und es gibt genügend Alternativen für die Eltern in der Gegend. Darum gilt die ganz klare Ansage der Vereinsführung: Alles im Konsens mit den Eltern machen und niemanden verärgern.


    So viel zum Thema Wunsch und Realität.

    Genau das waren auch meine Gedanken. Die wenigsten Eltern interessiert es, was in einigen Jahren ist. Sie wollen jetzt und hier Spiele gewinnen und sich über Siege freuen. Wenn ich das in diesem Verein nicht kann, dann gehe ich zum anderen. Man müsste den Eltern schon beim Vereinseintritt direkt das Konzept erklären. Dann gibt es hinterher keine Missverständnisse und unerwartete Abgänge.

    Hallo in die Trainerrunde!


    In diesem Forum geht es um Themen wie Fair Play Liga, es geht um sportliches und soziales Verhalten, was gerade bei den Kindern sehr wichtig sein soll. Aber wie steht es denn wirklich um diese Themen, wenn man sie mit Fussball in Verbindung bringt?


    Wir Fussballtrainer versuchen den Kinder und Jugendlichen täglich Fair Play zu vermitteln. Aber was sehen wir jede Woche bei den Profis im TV? 90% der Schiedsrichterentscheidungen werden von heftigem Reklamieren begleitet. Kaum eine Entscheidung wird einfach hingenommen. Rudelbildung, Bälle wegschlagen, Bälle nicht freigegeben, den Gegenspieler anschreien, aggressive Körpersprache, auf-und ab tigernde Trainer an der Seitenlinie, die regelmäßig brüllen und toben. Selbst die eindeutigsten Fouls, die wirklich nur gegen den Gegenspieler gehen und den Ball nicht im Entferntesten erreichen, werden nicht akzeptiert. Man könnte eine unglaublich lange Liste anfertigen. Ich will Kinderfussball nicht mit Profifussball vergleichen. Aber sollte es nicht eine Vorbildfunktion geben?


    Vielleicht erscheint euch dieser Punkt seltsam, aber dieses ganze Verhalten überträgt sich sogar auf Videospiele! Ich weiß nicht, wer von euch mal "Fifa" gespielt hat. Diese ganzen Verhaltensweisen, die ich aufgezählt habe, gibt es dort genauso! Fast jeder Pfiff wird begleitet von ungläubigen Kopfschütteln, einer Rudelbildung oder irgendwelchen Gesten, die gegen den Schiedsrichter oder den Gegenspieler gehen. Diese Spiele werden von unseren Kindern gespielt! Naja, zumindest ist es realistisch! Ist ja schließlich eine Fussballsimulation.


    Wir reden dann immer von Emotionen. Aber sind das alles noch Emotionen oder sind es einfach nur Unarten? Warum sieht man solch ein Verhalten nicht beim Handball? Gibt es dort einen Pfiff gegen einen selbst, wird der Ball sofort auf den Boden gelegt. Rudelbildungen gibt es quasi gar nicht und auch diese Kopf an Kopf Situationen, die einem Hirschkampf gleichen, sieht man dort nicht. Was stimmt also nicht mit dem Fussball, dass es scheinbar nur in diesem Sport Mode ist, gegen alles zu reklamieren und ständig die Konfrontation mit dem Schiedsrichter oder dem Gegenspieler zu suchen? Ist das eventuell nur ein Eindruck den man bekommt, weil der Fussball im Gegensatz zu anderen Sportarten einen so hohen Stellenwert bekommen hat? Ich finde nicht. Oder ist das Regelwerk beim Fussball einfach zu umfangreich und lässt den Schiedsrichtern zu viel Interpretationsspielraum, welcher sich dann in fast jeder Situation anzweifeln lässt?


    Ich frage mich also: Ist es nicht heuchlerisch, wenn wir den Kindern dieses gepflegte Verhalten einimpfen, uns aber am Wochenende beim Herrenfussball gegen den Rivalen aus dem Nachbardorf genau entgegengesetzt verhalten? Ich will damit nicht sagen, dass wir deswegen von vornherein aufgeben sollten unsere Kinder in die richtigen Bahnen zu lenken und grundsätzliche Dinge zu vermitteln. Aber was sind die Erwachsenen am Ende wirklich für Vorbilder, wenn es um die Wurst geht? Solange es nur um die Bambini Meisterschaft geht, zeigen wir wie Fair Play aussehen soll. Geht es aber in den Bereich, wo es vermeintlich um etwas geht, fallen auf einmal Begriffe wie "Zeitspiel" oder "taktische Fouls", die mit Fair Play ja mal so gar nichts zu tun haben. Worauf bereiten wir unsere Kinder also mit der FPL so akribisch vor, wenn es doch ganz offensichtlich am Ende auf etwas ganz anderes hinausläuft?


    Mich frustriert dieses ganze Thema zur Zeit einfach nur. Ich bin sehr gespannt auf eure Meinungen.

    Ich denke ich verstehe Goodie seinen Gedankengang. Auf der einen Seite die FPL, die mit dem Leistungsgedanken nichts zu tun haben soll und alle Kinder gleich behandelt. Auf der anderen Seite die NLZ, die nach Leistung sortieren und Wettbewerbe bestreiten, die auch nur die besten zulassen.

    Du hast da wohl was falsch verstanden. Ich melde meinen Jungen da sicher nicht an. Ich sagte ja bereits in einem anderen Beitrag, dass ich das ganze kritisch sehe und Preis/Nutzen nicht gut finde. Wollte nur mal ein Beispiel aufführen.

    Ich habe mal ein Angebot hier aus unserer Umgebung rausgesucht. Es handelt sich dabei um die Fussballschule von Hannover 96, die ein Individualtraining durchführt. 8 Wochen lang, ein Mal die Woche á 75 = 199 Euro. Macht ca. 25 Euro pro Trainingseinheit.

    Ich halte von diesen ganzen Fördertrainings nichts. Auch wenn ich mich mit dieser Meinung eventuell ins Abseits stelle, sehe ich die meisten Fussballschulen als Abzocke an.


    Wie will man denn an einem Wochenende oder meinetwegen auch in einer Woche, Kinder merklich verbessern? Das ist ein Prozess, der über Monate und Jahre geht. Für mich stehen die Preise und das was es meinem Kind bringt, in keinem Verhältnis. Als "Event" ist so eine Fussballschule mal was feines und eine Erfahrung wert. Wenn ich aber sehe, dass Kinder nun zu diesen Fördertrainings geschleppt werden und man für diese einen Haufen Geld bezahlt, dann sehe ich das sehr kritisch. Für mich sind diese Veranstaltungen "Fallen" für gut betuchte, ehrgeizige Eltern.


    Wenn es im örtlichen Verein einen guten engagierten Trainer gibt, dann ist das eine gute Basis denke ich.

    Generell finde ich, dass jeder Spieler mal auf jeder Position gespielt haben sollte. Und das beinhaltet auch die Position des Torwarts. Allein für die Erfahrung, wie sich das denn anfühlt, wenn man da hinten drin steht und mal ein Gegentor bekommt oder einem Ball gut hält.


    In meiner Mannschaft (F-Jugend), haben sich zwei Spieler herauskristallisiert, die total gerne im Tor spielen. Ich muss an Spieltagen nicht mal etwas sagen, denn in den meisten Fällen sprechen die beiden sich selber ab wer in das Tor geht.


    Als in der G-Jugend mal so gar keiner ins Tor wollte, habe ich es schon mal so gemacht, dass ich gesagt habe, der Torwart ist heute der Kapitän. Auf einmal gingen ganz viele Hände hoch und fast jeder wollte ins Tor. Man kann also auch ruhig mal etwas tricksen, anstatt nur stumpf zu bestimmen.

    Wenn der Spieler sich bei dir wohlfühlt, warum soll er dann wechseln? Hast du das Gefühl im nichts mehr beibringen oder ihn nicht genug fordern und fördern zu können?


    Ich verstehe diese ganzen Gedankengänge nicht. Warum soll eine "kleine Dorfmannschaft" nicht auch mal einen Spieler solcher Klasse halten können? Warum muss jeder Spieler mit dem kleinsten Ansatz von Talent direkt zum nächst größeren Verein? Muss man aus jedem Spieler wirklich immer alles rauspressen und eine Profilaufbahn anvisieren?
    Ja ich weiß...Fragen über Fragen. Aber so was geht mir durch den Kopf, wenn ich so was lese.


    Gruß!

    Fair Player Liga hin oder her, wenn die Tainer nicht dahinter stehen, dann macht das alles keinen Sinn.
    Was mir im allgemeinen auffällt, ist, dass Trainer von spielschwachen Mannschaften mehr Begeisterung für die FPL aufbringen können, als die Trainer, welche eine starke Mannschaft zur Verfügung haben.
    Gerade heute, habe ich bei einem Hallenspieltag wieder erlebt, dass eine wirklich sehr sehr schwache Mannschaft, wirklich erst total auseinander genommen werden muss, bis der Erfolgstrainer zufrieden ist. Da wird dann der kleine Messi bis zum bitteren Ende nicht ausgewechselt, damit der Gegner bloß zweistellig vom Platz geschickt wird. Da schauen einige wirklich nur auf das Torverhältnis der Tabelle, weil der Konkurrent auf Augenhöhe, könnte ja ein Tor mehr gegen diese armen Kinder schießen.
    Ich selber habe meine Goalgetter in die Abwehr geschoben und die Abwehrspieler vorne spielen lassen. An die ganz starken Spieler meiner Mannschaft, gab es die Anweisung, die Mitspieler mehr in Szene zu setzen.
    Ich habe auch eine starke Mannschaft. Manchen Eltern ist es schwer zu vermitteln, dass man nicht auf biegen und brechen vorne mitspielen muss. Würde ich das tun und nur auf Ergebnis spielen, würde die Einsatzzeit mancher Spieler darunter leiden. Das kann ich in der U8 einfach nicht durchziehen. Deswegen wird am Ende der Saison sicher ein anderer Trainer den Kreismeisterpokal voller Stolz in die Höhe strecken. Das ein Drittel seiner Mannschaft dabei auf der Strecke geblieben ist wird ihm egal sein.

    Das klingt ja schon etwas verhärtet, wenn einer der Eltern meint dich daran erinnern zu müssen, dass du ja nicht der Vater wärst. Aber das musst du ja auch nicht sein. Auf dem Fussballplatz bist du der Trainer und gibst somit die Anweisungen. Und das würde ich auch ganz deutlich so ansagen.
    Die Eltern meiner Mannschaft sind mittlerweile echt klasse, weil jeder verstanden hat, dass die Kinder nur verunsichert werden.
    Die Methode mit dem auswechseln ist sicher wirksam. Ich weiß allerdings nicht ob ich das machen würde. Das Kind wird quasi für das Fehlverhalten der Eltern bestraft. Der erste Schritt muss auf jeden Fall das direkte Gespräch sein. Ich würde es vor allen Eltern gleichzeitig ansprechen, denn ich habe die Erfahrung gemacht, dass die Eltern sich so auch gegenseitig während des Spiels daran erinnern, sollte doch mal jemand übertreiben mit dem reinrufen.

    Hallo Grimore,
    verschaffe dir erstmal einen Überblick, auf welchem Stand die einzelnen Spieler sind. Dafür würde ich das Training erstmal einfach halten. Das beudeutet Grundlagen wie schießen, passen und Ballführung. Danach kannst du dann spezifische Übungen machen.
    Kinderfussball sollte Spaß machen. Deswegen keine stumpfen Trockenübungen, sondern viel mit dem Ball und möglichst viele Übungen mit einem Torabschluß versehen. So mache ich es auf jeden Fall.


    Wenn du vorher schon beobachtet hast, dass Spieler sich gegenseitig ärgern und mobben, dann würde ich vor dem Training alle zu einem Mannschaftskreis zusammenrufen. Ich würde keinen einzelnen ansprechen und bloßstellen, sondern solche ein Verhalten im allgemeinen ansprechen. Die Kinder müssen wissen, dass sie ein Team sind und so etwas nicht geht. Den Mannschaftskreis dann vielleicht beenden, indem sich alle nochmal abklatschen.


    Niemand ist am Anfang perfekt und macht alles richtig. Versuche fair zu sein und lass die Kinder auch Kinder sein. Lass dich aufgrund deines noch jungen Alters nicht von den Eltern unterbuttern und kommuniziere viel mit ihnen.


    Viel Spaß!


    Gruß Libra

    geht aber nur , wenn man nicht zu den Schwachen der Staffel gehört

    Ich weiß nicht wie das bei euch läuft, aber wir haben in diesem Jahr in einer regionalen Staffel gespielt und sind dort Zweiter geworden. Es gibt vier Staffeln im Landkreis und die ersten beiden jeder Staffel, bilden nächstes Jahr die Kreisliga. Der dritte und vierte ist dann 1. Kreisklasse usw. So spielt also im neuen Jahr jede Mannschaft gegen Gegner, die der eigenen Spielstärke entsprechen.
    Ich denke, dass wir die Liga gewinnen könnten. Allerdings nicht, wenn alle gleich viel Spielzeit erhalten. Aus diesem Grund, werde ich mir persönlich nicht zum Ziel setzen, diese Liga zu gewinnen. Ich bin mir allerdings ganz sicher, dass genau das andere tun werden.
    Für einzelne Pokalspiele bin ich bereit ein gewisses Ungleichgewicht der Spielzeiten in kauf zu nehmen. Diese kann ich, wie erwähnt, wieder ausgleichen. Über eine ganze Saison, kann ich das nicht durchziehen und vermitteln.

    Das ist für mich bei diesem Thema das meistverbreitete Missverständnis.Siegeswillen ist wichtig und es ist auch Deine Aufgabe, den Kindern Siegeswillen zu vermitteln.
    Sie müssen lernen, gewinnen zu wollen. Sie müssen aber auch lernen, nicht gewinnen zu müssen.
    Auch als Trainer im Kinderfußball darf man gewinnen wollen. Man darf aber nicht unbedingt bereit sein, alles dafür zu tun.
    Was die Eltern angeht: "Für die Kinder soll jedes Spiel das Championsleague-Finale sein; für Euch soll es ein Kinderfußballspiel sein." Bislang haben alle Eltern verstanden, was ich damit meine.

    Da habe ich mich vielleicht auch etwas unglücklich ausgedrückt. Den Willen zu gewinnen, sollten die Kinder natürlich immer haben. Sie sollten aber diesen Druck nicht haben, unbedingt gewinnen zu müssen, weil es sonst womöglich noch Mecker gibt.


    Wir hatten vor ein paar Wochen ein Pokalspiel, welches wir knapp mit 4:3 gewonnen haben. Das Spiel war gegen eine der stärksten Mannschaften im Landkreis dieser Altersklasse. Ich muss gestehen, dass die schwächeren Spieler in diesem Spiel wesentlich weniger gespielt haben. Gespielt hat aber jeder! Anders, da bin ich ganz sicher, hätten wir diesen Gegner nicht schlagen können. Nach dem Abpfiff gab es eine solche Euphorie, dass es niemanden interessiert hat, wer nun wie viel Minuten gespielt hat. Die Kinder waren happy, so einen Gegner besiegt zu haben. Niemand war traurig nicht genug gespielt zu haben. Auch von den Eltern kam nach dem Spiel niemand zu mir und hat etwas angeprangert. Ich behalte so etwas immer im Hinterkopf und lasse diese Spieler dann in einem anderen Spiel länger ran.


    Das ist halt das was ich schon früher in diesem Thread meinte. Mit etwas Weitsicht kann man das alles ganz gut und fair ausgleichen, indem man in den "wichtigen" Spielen versucht alles aus dem Team rauszuholen (klingt blöd), während man im normalen Ligabetrieb, die schwächeren Spieler länger spielen lässt.

    Ich finde die Futsal Bälle in der Halle sehr gut. Der Ball ist effektiv länger am Fuß der Kinder und nicht so viel in der Luft. Meinetwegen könnte er noch etwas schwerer sein, damit es noch mehr auf Technik und Zusammenspiel ankommt. Viele Mannschaften haben immer ihren Torschuss Spezialisten, der die Dinger von der Mittellinie ins Tor ballert. Bei unserem letzten Spiel, waren wir spielerisch überlegen, führten 1:0, kassierten aber quasi mit dem Schlusspfiff einen Freistoß von der Mittellinie direkt ins obere Eck. Ist ja schön, wenn man so ein Schussgewaltigen Spieler in der Mannschaft hat. Viele Trainer lassen dann alles über diesen einen Spieler laufen und der Rest der Mannschaft läuft nur nebenher. Durch den Futsal, wird solch ein Vorgehen zumindest gefühlt etwas eingeschränkt.