Beiträge von Libra

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    Libra welches Alter trainierst du?

    U10



    Mir ist durchaus bewusst, dass wir diese Rotation viel zu selten betreiben. Das sieht man tatsächlich deutlich daran, dass wir mit Rotation, gegen eine durchschnittliche Mannschaft, schnell alt aussehen.

    Es klingt für euch sicher albern, aber wenn ich diese Rotation in der Kreisliga veranstalte, steigen mir die Eltern aufs Dach. Gerade weil die Eltern, denen es im innersten um den Erfolg geht, wissen, dass der zweite Trainer auch eher den Erfolg will. Ich habe das Gefühl, dass ich mittlerweile als der "schlechtere Trainer" gesehen werde, weil, wenn der andere Trainer die Sache in die Hand nimmt, die Siege wesentlich deutlicher und höher ausfallen. Es wird mir quasi Unwissenheit unterstellt, weil ich eben nicht sehe, wie die Mannschaft am besten spielt.


    Letzte Saison hatten wir ein Auswärtsspiel, in dem wir deutlich führten. Als der Co-Trainer in der Halbzeit los musste, habe ich versucht etwas umzustellen. Einer unserer Abwehrspieler hatte große Probleme gegen seinen Gegenspieler, so dass innerhalb kurzer Zeit über seine Seite drei Tore hintereinander fielen. Ein Spielervater wurde da ziemlich laut und ungehalten in meine Richtung, weil ich ihn seiner Meinung nach hätte auswechseln müssen. Der Sieg war schließlich in Gefahr! Hinter meinem Rücken hörte ich dann so Dinge wie: "Als der... (der andere Trainer) weg war, ging es nur noch bergab". Das nur mal als Beispiel...

    Ich möchte eine Situation eines unserer letzten Testspiele schildern. Ich habe vor dem Rückrundenstart ein paar Testspiele gegen schwächere Teams organisiert, um außerhalb unserer sehr starken Kreisliga mal zu rotieren und mit Provokationsregeln zu spielen.


    Stürmer in die Abwehr, Verteidiger in den Sturm, anderer Torwart. Wie zu erwarten, lief es so nicht wie gewohnt und wir lagen relativ schnell 0:3 hinten. In der Pause gab es Besprechung und die Kinder wussten sehr schnell selber woran es lag. Wir machten dann auch noch unsere Tore, rotierten fleißig weiter die Positionen, so daß es am Ende ein hohes Unentschieden wurde. Besser geht es eigentlich nicht, dachte ich. Der Gegner, der sonst nur gegen uns verloren hat, konnte uns mal ein Unentschieden abringen, und wir konnten eine Menge neuer Erfahrungen sammeln.


    Jetzt zum Problem: Mein Trainerkollege wurde bei diesem Spielverlauf so unruhig und ungehalten, dass er Aussagen machte wie: "Jetzt lass uns doch mal richtig spielen", "Die Saison geht bald los und das hat hier Null Traininingswirkung", "Wenn wir nicht gleich richtig spielen, dann hin ich hier weg". Ich sollte ihm dann während des laufenden Spiels doch bitte erklären, was das alles gerade bringt. Ich erklärte ihm dann die Sache mit der Rotation, von der ich eigentlich dachte, dass es schon klar wäre. Ich dachte, dass man von jemanden, der vor nicht mal einem Jahr seine C-Lizens gemacht hat, erwarten kann, dass er das Prinzip, den Sinn und die Wichtigkeit dahinter versteht.


    Ich muss sagen, dass mich das ganze ziemlich runtergezogen hat. Ich sehe mich der anderen Mannschaft gegenüber auch in einer Pflicht, sie nicht auf Teufel komm raus abzuschießen. Zumal das auch keinen Sinn macht in meinem Verständnis. Ich hätte sie jetzt auch zweistellig nach Hause schicken können, und dann???

    Ein schönes Wochenende euch!

    Moin Moin,

    bei Facebook hin ich die Tage über das Thema Tabelle in der F-Jugend gestoßen. Ich war etwas verwundert über die übermäßigen Pro-Tabelle Kommentare. Ich möchte hier mal ohne Namen zu nennen die Beiträge einbringen.


    "Sehr guter Beitrag ??. Die erste Frage meiner Kids nach einem Spiel ist "Trainer welcher Platz sind wir jetzt?"

    Fairplay Modus ist top ?? aber auch Tabelle muss sein zum orientieren für die Kids die mehr wollen ⚽?."


    " Also mal ganz ehrlich, als ich noch als kind in den Kinder DDR ligen gespielt haben war das gang und gebe. Wir wusten noch nicht mal das 1x1 aber welchen Platz wir am we erkämpft oder verloren haben. Bin erstaunt dass es das bis dato gar nicht gibt. Genau dieses übertriebene beschützen macht dass was unsere kinder jetzt sind. Sie sind weich und zerbrechlich gegenüber den jungs aus anderen Nationen. Ob schulisch sportlich oder auch medizinisch sind wir europisch im mittelmass. Mein junge ist erst 2,5 hat aber motorisch mehr auf den kasten wie die meisten 3-4 jährigen. Warum???! Weil ich ihn austesten, loben und tadel, motiviere und etappen ziele setze. Er ist glücklich, auch wenn er mal auf die schn.... fällt, dann steht er auf quengelt kurz und macht weiter um dann mit strahlenden augen den papa zu zeigen das es jetzt geklappt hat. Kinder brauchen ziele und dazu gehort auch ein ranging in form einer tabelle dazu, alles andere ist weniger als hobby nach meiner meinung."


    "Leistungsprinzip sollte nicht vernachlässigt werden und da gehört eine Tabelle und Tore mit dazu!!"


    "Auch in meiner Jugend, ohne Trainer und "Straßenfussball", war es ein Wettkampfsport und er soll es auch bleiben. Es fehlt nur noch ein Schaumstoffball und wir tanzen das Ergebnis.

    Der Umgang mit den Kindern ist etwas anders...ok.

    Aber ich hoffe beim Boxsport führen die es auch ein, wer den Gegner trifft hat verloren.?"

    Guten Abend,


    mich beschäftigt seit einiger Zeit die Laufbereitschaft einiger meiner Spieler. Ich habe letzte Saison angefangen nach Horst Wein zu trainieren. Ich baue immer wieder Funino und seit dieser Saison auch Formino ein. In letzter Zeit habe ich den Eindruck, dass 3-4 Spieler etwas faul werden, wenn man es denn so nennen kann. Sie laufen bei Ballverlust nicht wieder nach hinten oder bleiben bei Angriffen einfach hinten, weit ab vom Spielgeschehen, stehen. Ich habe nicht den Eindruck, dass sie keine Kraft oder Luft mehr haben. Ich habe wirklich den Eindruck, da fehlt etwas Ehrgeiz.

    Ich habe während des Trainings immer wieder zu mehr Bewegung animiert. Habe in Kontersituationen gerufen, sie sollen mit zurück. Nach dem Training habe ich meine Eindrücke geschildert und die Kinder haben, denke ich, verstanden was ich meine.

    Übersehe ich irgend etwas? Fehlt vielleicht doch nur die Kondition nach der Hallensaison? Wie kann ich die Kinder dazu bringen die nötigen Wege zu machen?


    Gruß!

    Von der Seite habe ich es noch nicht betrachtet. Wie ich aber letztes Jahr mitbekommen habe, wurden einige Spieler bei der Hallenkreismeisterschaft gesichtet und trainieren jetzt ein Mal die Woche bei Hannover 96. Und letztes Jahr waren wir noch U9! Das bringt mich wieder zu einem Thema, das mich in letzter Zeit beschäftigt. Ich habe nämlich immer mehr das Gefühl von einigen Eltern als derjenige gesehen zu werden, der die Kinder auf Profikurs zu bringen hat. Nach dem Motto, Fussball spielt man nicht mehr zum Spaß, sondern um mal etwas zu erreichen und viel Geld zu verdienen. Eltern fordern regelrecht eine harte Hand und sportlichen Erfolg. Das dies nicht der richtige Weg ist, wissen sie ja aus Mangel an Information nicht.

    Moin, bei uns steht nächste Woche die U10 Hallenmeisterschaft an. Eigentlich ein Ereignis, auf das man sich freuen sollte. Ich verspüre allerdings keine Freude, sondern eine Art Druck und Unbehagen. Ich weiß, dass es eigentlich nicht sein dürfte und bin deswegen in gewisser Weise auch frustriert.


    In unserem Landkreis herrscht leider ein gewisses Konkurrenzdenken. Die Trainer der starken Mannschaften sind Brülltrainer, denen es einzig und allein ums gewinnen geht. Dadurch sitzen manche Spieler dieser Mannschaften auch mal gerne ein komplettes Spiel auf der Bank. Ich habe schon auf Turnieren erlebt, dass Trainer dieser Mannschaften bei unseren Spielen, an denen sie selber also gar nicht beteiligt sind, am Spielfeldrand stehen, und versuchen auf Schiedsrichter Entscheidungen Einfluß zu nehmen. Also ekelhafter geht es kaum. Geht es euch vielleicht ähnlich?


    Gruß!

    Moin Moin,

    ich würde gerne mal wissen, wie und in welchem Umfang euer Verein eure Trainingsausrüstung finanziert. Gibt es immer das nötige Kleingeld für neue Bälle, Leibchen, Hütchen, Koordinationsleitern usw.?

    Ich habe sogar schon von ehrenamtlichen Trainern gehört, die das alles aus eigener Tasche bezahlen. Die Mannschaftskasse wurde beim ein oder anderen wohl auch schon vorgeholt.

    Wie läuft das also bei euch? Müsst ihr da lange betteln? Müssen es immer die neuesten Bälle sein und muss jedes Kind einen eigenen Ball haben beim Training?

    Ich persönlich hätte es gerne so, dass meine gut 20 Kinder einen eigenen Ball beim Training haben. Das ganze kostet aber ca. 300 Euro. Kann man das in einem Dorfverein verlangen?


    Gruß!

    Dass der Trainer ein Spiegelbild seines Spielers ist, geht aus meiner Sicht nicht. Allerdings ist für mich die Lösung auch nicht eindeutig bzw. einfach.

    Ich kann den Spieler runter nehmen und "abkühlen" lassen. Damit verhindere ich allerdings eine Selbstregulation des Spielers. Ihn auf dem Spielfeld zu lassen geht aus meiner Sicht allerdings auch nicht (FairPlay Gedanke). Was tun?

    Im Training solche Situationen provozieren und den Umgang damit schulen bzw. trainieren? Kann aber auch eskalieren. Gespräche und Verständnis erzeugen - möglich, aber andere Situation. Ehrgeiz und Aggressivität verurteilen, ist aus meiner Sicht auch nicht erstrebenswert - ich bin heute froh, wenn das noch jemand zeigt (Leidenschaft). Was macht ihr in solchen Fällen?

    Wenn meine Spieler Leidenschaft, Ehrgeiz und eine gesunde Aggressivität an den Tag legen, dann habe ich nichts dagegen. Wenn es aber so aussieht, dass er versucht einem Gegenspieler absichtlich weh zu tun oder gar zu verletzen, dann muss ich doch einschreiten. Ich habe es in dieser Altersklasse noch NIE erlebt, dass ein Spieler so mit dem Schiedsrichter umgeht.

    Ich würde es in diesem Fall auch nicht so abtun, als könne das mal passieren. Dieses Kind ist nämlich in jedem Spiel, das etwas enger ist, genau so. In einem anderen Spiel, welches vor dem Spiel gegen uns stattfand, musste eine Mutter ihren Jungen vom Platz tragen, weil der besagte Spieler in rüde umgegrätscht hatte. So einen Bengel möchte man, das eigene Kind am Boden liegend, gerne mal am Ohr packen und vom Platz ziehen.

    Guten Morgen,


    nach dem gestrigen Hallenspieltag bin ich eigentlich nicht frustriert, sondern eher verärgert.

    Unsere U9 Mannschaft hat gegen einen direkten Konkurrenten um den Einzug in die Endrunde gespielt. In diesem Team spielt ein Junge, der trotz seines Alters extrem unsympathisch rüber kommt. Überschwängliche Torjubel, aggressive Körpersprache, aggressive Spielweise und ständige Diskussionen mit Gegenspielern und Schiedsrichtern, weil er sich ungerecht behandelt fühlt.

    Das Spiel ging so los, dass dieser Spieler das erste Tor schoss und seine Mannschaft in Führung brachte. Darauf folgte ein 20 Sekunden Jubeltanz. Unsere Mannschaft machte dann kurze Zeit später den Ausgleich und sogar den Führungstreffer, worauf seine Laune wesentlich schlechter wurde. Er fing an unsere Spieler zu foulen und laut zu werden. Er stieg 2 Mal so hart ein, dass ein Spieler weinend ausgewechselt werden musste und ein anderer kurz davor war. Die Eltern unserer Mannschaft waren ziemlich am toben. Unser Trainer suchte den Kontakt zum anderen Trainer und gab ihm zu verstehen, dass man diesen Jungen vielleicht mal vom Spielfeld nehmen sollte, damit er sich beruhigt und nicht noch jemanden verletzt. Der andere Trainer wechselte den Spieler nicht aus. Unser Team machte gegen Ende noch das 3:1 und der Junge brach in Tränen aus, lief zur Schiedsrichterin und schrie sie an. Er war der Meinung, dass Tor wäre nicht regulär gewesen. Auch sein Trainer schrie auf die Schiedsrichterin ein. Der Torwart hatte den Ball ins Spiel gebracht und ein Mitspieler nahm ihn außerhalb des 7Meterraums an. Einer unserer Spieler, der hinter der gestrichelten Linie lauerte, eroberte den Ball und erzielte ein Tor. Also eigentlich alles regulär. Das Spiel endete dann 3:1 und der besagte Junge schrie auch nach dem Spiel noch auf die Schiedsrichterin ein. Ich muss ehrlich zugeben, dass es eine Genugtuung war, diesen Jungen verlieren zu sehen. Ich weiß, dass er nur ein 9 jähriges Kind ist. Aber so ein Verhalten sieht man nicht alle Tage von einem Kind.

    Also bei uns kann man in der U10 schon auf-und absteigen.

    Ich habe übrigens gleich mehrere Kandidaten im Team, wo ich sofort die Eltern auf der Matte oder abends am Telefonhörer habe, wenn auch nur der Anschein enstanden ist, das Kind hätte zu wenig Spielzeit bekommen.

    Wieviele Kinder hast du denn im Kader?

    Ich habe 10 Kinder im Kader und wir spielen 6+1. Außerdem haben wir noch eine zweite Mannschaft, die auch nochmal aus 12 Spielern besteht. Wir greifen aber nie auf Spieler der 2. Mannschaft zurück, weil meine Spieler sehr zuverlässig sind an den Spieltagen.


    Das größte Problem sehe ich auch darin, den Kurs von heute auf morgen zu ändern. Es wird definitiv Ärger mit den Eltern der nicht so starken Kinder geben. Zwar könnte man Freundschaftsspiele organisieren, um das auszugleichen, aber ich weiß das dies nichts bringen wird. Am Ende wird es aber sicher drauf hinauslaufen.


    Jemand stellte noch die Frage, wie erfolgreich wir spielen. Wir sind meist zweiter oder Dritter, ob Turnier oder Liga.

    Hallo liebe Trainergemeinde,


    ich bin mittlerweile Trainer einer U10 Mannschaft. Angefangen habe ich in der U7, in der ich zwei Jahre verbracht habe, um dann Jahr für Jahr mit den Jungs mitzugehen. Ich habe von Anfang an immer versucht die Sache ernst zu nehmen und allen Kindern gerecht zu werden. Das bedeutet, ich habe mich im Internet informiert, mich mit Trainerkollegen ausgetauscht und irgendwann auch in diesem Forum angemeldet. Ich habe dann sehr schnell gemerkt, dass Kinderfussball wenig mit Erwachsenenfussball zu tun hat. Ich habe das immer so gut es ging beherzigt und dementsprechend gehandelt. Das man sich damit nicht nur Freunde macht, vor allem bei einigen Eltern, dürfte klar sein. Ich hatte etliche Diskussionen mit Eltern meiner Mannschaft und Trainern anderer Mannschaften. Am Ende ging es immer darum, ihnen vor Augen zu führen, dass es sich um Kinder handelt. Ich war Neuling und wollte es nicht wahr haben, dass meine Art als Trainer zu handeln, in diesem Landkreis klar in der Minderheit ist. Es geht hier sehr früh schon um den Erfolg.


    Ich merke in letzter Zeit zunehmend, wie es mich wurmt, dass meine Jungs am Ende immer nur als Zweiter oder Dritter vom Platz gehen. Ich habe eine Mannschaft, die in der Breite ganz gut ist. Trotz alledem sind zwei, drei Spieler besser als alle anderen. Die Mannschaften, die die letzten Jahre die Kreisliga "dominieren", haben auch ihre ein bis drei "Überflieger" in der Mannschaft, welche die Spiele am Ende immer entscheiden. Mannschaften mit nur einem "Überflieger", verschwinden in der jetzigen Altersklasse langsam in der Versenkung, obwohl sie die letzten Jahre noch oben mitgespielt haben. Ich beobachte schon seit der U8, dass diese Spieler in den "Topspielen" immer durchspielen. Im letzten Spiel gegen eines dieser Topmannschaften, welches wir leider wieder mal knapp verloren, gab es in der gegnerischen Mannschaft zwei Spieler, die über die vollen 50 Minuten nicht zum Einsatz kamen. Natürlich waren dies Spieler, die zu den fussballerisch weniger fortgeschrittenen gehörten.

    Ich bin mir ziemlich sicher, dass wir unsere Chancen erheblich steigern könnten, wenn ich den ein oder anderen unserer Spieler mehr Spielzeit geben würde. Gemacht habe ich dies noch nicht. So bleibt mir nur wieder der Anblick, wie die Trainer der gegnerischen Mannschaft sich am Ende wieder feiern lassen. Trainer, die steuern, schreien und einfach nur unangenehme Zeitgenossen sind. Ich selber bin wieder mal der Idiot, der allen Spielern im Team seine gleichberechtigte Einsatzzeit gegeben hat. Ich sehe mich natürlich nicht als Idioten, sondern weiß, dass ich alles richtig gemacht habe. Trotzdem erwische ich mich zunehmend dabei, diesen "Fluch", immer und immer wieder gegen diese Manschaft zu verlieren, durchbrechen zu wollen! Ich weiß mittlerweile, dass ich in den Augen einiger, weniger Eltern kein guter Trainer bin, denn der Misserfolg in solchen Spielen gibt ihnen vermeintlich Recht.


    Nun zu der Frage des Threadtitels: Ab wann zählt der Leistungsgedanke?

    Diesen Sommer geht meine Mannschaft in die U11. Ist es in diesem Alter in Ordnung, dem ein oder anderen Spieler für den Erfolg des Teams auch mal mehr Spielzeit zu geben? Ist die Aussicht darauf, einmal Kreismeister zu werden und am Ende der strahlende Sieger zu sein, höher zu bewerten, als gleiche Spielzeit in jedem Spiel? Während ich diese Fragen aufschreibe, merke ich schon den Widerspruch zur Philosophie des Kinderfussballs. Aber die feuchten Kinderaugen, nach jedem Saisonfinale und jedem Kreispokal Endspiel, lassen sie mich trotzdem stellen.


    Ich hoffe ihr zerreisst mich aufgrund dieser Gedankengänge nicht direkt in der Luft und wir haben eine gute Diskussion.


    Gruß!

    Wenn mir ein F-Junioren Trainer sagen würde , was mein Kind essen darf und was nicht, würde ich ihn fragen, ob er noch alle Latten am Zaun hat!

    Mit so jemanden kann man doch keine Kinder betreuen. Wenn du eine andere Meinung zu diesem Thema hast, dann steh auch dazu, sowohl vor den Eltern als auch vor dem Vorstand.

    Da ist zwischen den Eltern von grundauf schon so eine Konkurrenzstimmung. Da ist kein Miteinander. Nachdem man hoch genug führt, kommt da bei einigen auf einmal eine Großkotzigkeit zum Vorschein, die man einfach nur runterschlucken sollte, damit es nicht zum Streit kommt. Süffisante Kommentare und provokante Bemerkungen, gerade so laut, dass die gegnerischen Eltern es auch hören. Ekelhaft.

    Ich komme gerade direkt von einem U9 FairPlayLiga Kreispokal Spiel. Heute nur als Zuschauer der Mannschaft meines Sohnes und nicht in Trainerfunktion.

    Keine Coachingzonen, die Elternzone wird ignoriert und man positioniert sich ganz einfach auf der anderen Seite des Spielfelder. Und selbstverständlich auch genau am Spielfeldrand. Außerdem steht auch wieder ein Schiedsrichter vom Heimatverein gestellt auf dem Platz, der das Spiel von Anfang bis Ende leitet.

    Sie spielen sehr ruppig und es gibt im Spielverlauf mehrere harte Fouls. Man merkt, dass unsere Jungs mit dieser Spielweise nicht umgehen können. Sie fühlen sich ungerecht behandelt, weil diese Spielweise auch nicht unterbunden wird.

    Die Eltern des Gegners, die direkt an der Außenlinie stehen, kommentieren und schreien ununterbrochen rein. Der Wortschatz einer Mutter beschränkt sich auf "LAUF!!!" Meiner Meinung nach trägt das Verhalten der Eltern erheblich zu der Spielweise der Kinder bei.

    Einer unserer Spieler bekommt einen Querschläger direkt ins Gesicht. Unser Spieler liegt weinend am Boden. Der gegnerische Trainer brüllt: "Spielt weiter! Spielt weiter! Sollen die den doch da runterziehen!" Gegen Ende des Spiels ruft er: "Ich habs euch doch gesagt! Wir hauen die heute weg!" Außerdem fordert er seine Spieler immer wieder laut und offen zum Zeitspiel auf.


    Ich habe mir heute vorgenommen, mich komplett zurückzuhalten. Ist mir erstaunlicherweise auch gelungen. Ich werde nun mal wieder an die Staffelleitung melden und am Ende wieder feststellen, dass nichts passiert...

    In den letzten Trainings habe ich mit meinen Spielern viel versucht, was Überzahlspiel und Deckungsschatten angeht. Ich habe vier Spieler in der Mannschaft, die das ganze richtig gut umsetzen können. Sie lassen in Überzahl den Ball gut laufen, bewegen sich in die freien Räume und bilden ganz von allein Dreiecke. Dann habe ich einige Spieler, die es nicht so gut umsetzen können, die aber bemüht wirken.

    Nun zu meinem Problem :


    Ich habe drei Spieler im Team, bei denen ich den Eindruck habe, dass sie zwar wissen wie man es richtig macht, es aber aus Faulheit nicht umsetzen. Sie stehen auf einer Stelle und warten auf den Ball. Keine Bewegung, keine Körperspannung und die Hände in den Jackenärmeln. Ich halte das Spiel immer wieder an und frage, wo man sich jetzt besser positionieren könnte, um einen Pass zu empfangen und dem Mitspieler eine Anspielstation zu bieten. Sie wissen es dann auch immer, aber sie setzen es einfach nicht um! Es ist teilweise zum verrückt werden! Diese Spieler schaffen es keine 15 Sekunden den Ball in den eigenen Reihen zu halten, wenn sie 3vs1 spielen! Ich würde mich nicht so darüber ärgern, wenn ich den Eindruck hätte, dass sie es einfach vom Kopf her nicht umsetzen können. Es sieht für mich wie gesagt so aus, als wenn sie es könnten, aber nicht wollen. Ich weiß nicht was ich machen kann, damit sie sich endlich mal mehr bewegen und sich frei laufen.

    Goodie

    Das mit dem Talent sollte eigentlich nur exemplarisch sein. Es ist sozusagen das Extrembeispiel aus meiner Mannschaft.


    Was Skriwer schreibt finde ich gut. Ich versuche auch immer es mir selber klar zu machen, dass ich ja alles unentgeltlich mache und somit niemanden eine Rechenschaft schuldig bin. Trotzdem ist das manchmal nicht so einfach. Man verspürt, wie gesagt, einen gewissen Druck, der durch einige hohe Erwartungshaltungen ausgelöst wird.

    Hallo liebe Trainergemeinde,


    mir geistern seit einiger Zeit viele Gedanken durch den Kopf. Gedanken bezüglich der Sinnhaftigkeit meiner Trainerarbeit. Was ist der Sinn dieser ganzen Stunden, welche ich für die Mannschaft und den Verein opfere? Natürlich werden viele sofort sagen, dass sie es für die Kinder machen und das es ohne Ehrenamt eben nicht geht. Natürlich mach auch ich es für die Kinder. Ich möchte das sie Spaß haben und sich verbessern. Außerdem bekommt man auch eine Menge zurück. Ein gutes Gefühl durch strahlende Kindergesichter unter anderem. Ein bisschen sportlicher Erfolg tut mir als Trainer auch sehr gut, auch wenn es nicht im Vordergrund stehen sollte. Man arbeitet an einem guten Unterbau für den Herrenbereich. Aber ist das wirklich so?


    Ich schaue mich bei Kollegen im Landkreis um und sehe, dass Vereinstreue nichts mehr wert ist. Kinder wechseln hin und her, meist getrieben von ehrgeizigen Eltern, die sich die große Karriere erhoffen. Ich sehe in unserem Landkreis Mannschaften, die komplett "ausgeräubert" werden. Die Kinder wechseln zum ambitionierten Verein, weil man sich dort bessere Chancen verspricht. Ganze Jahrgänge müssen abgemeldet werden, die über Jahre trainiert und aufgebaut wurden. Die paar untalentierteren Spieler, die übrig bleiben, schließen sich mit dem Nachbarverein zu einer SG zusammen, die auch noch ein paar Spieler über haben, die der große Verein nicht wollte. Die Trainer stehen im Prinzip vor einem Scherbenhaufen. Sie haben Kindern über Jahre alles bestmöglich vermittelt und beigebracht, damit sich ein anderer Verein am Ende mit seiner guten Jugendarbeit und hochklassigen Ligateilnahmen schmücken kann. Ich rede hier nicht mal von 13 oder 14 Jährigen. Ich rede von Kindern im Alter von 9 Jahren aufwärts.

    Geht es hier eigentlich noch um den Spaß am Sport? Muss denn wirklich immer alles dafür getan werden, um zukünftige Profis zu produzieren?


    Eltern sind Egoisten. Das ist sicher nicht neu, doch ich finde es nimmt neue Ausmaße an. Ich persönlich komme mir teilweise vor wie ein Dienstleister. Nur das ich nicht als solcher bezahlt werde. Wenn der Papa einer meiner besten Spieler mein Training beobachtet, dann nur deshalb, um zu schauen, ob es auch gut genug ist und den Ansprüchen genügt. Ich weiß ganz genau, dass dieser Spieler nur auf der Durchreise ist und nicht sehr lange bei uns spielen wird. Er ist ganz offensichtich zu Höherem berufen. Ich mache meinen "Job" in dieser Altersklasse anscheinend gut genug, so das ich ihn eine Zeit lang begleiten darf, bevor er dann zum größeren Verein wechselt. Mit 9 Jahren wird dieser Spieler in eine Stützpunktmannschaft für 12 Jährige "eingeschleust", dessen Training im Winter auch regelmäßig meinem Training vorgezogen werden soll (fällt auf den selben Wochentag). Schließlich könne man sich diese "Chance nicht entgehen lassen". Soviel dazu.

    Vielleicht liegt es auch an mir, aber ich verspüre einen gewissen Druck. Einen Druck den Anforderungen einiger Eltern gerecht werden zu müssen. Ich möchte den Kindern immer gutes Training bieten und sie besser machen. Das ist mein persönlicher Anspruch. Aber dürfen Eltern Ansprüche an einen ehrenamtlichen Trainer stellen?


    Am Ende kann man niemanden vorschreiben zu bleiben. Vereinswechsel sind jetzt auch nichts ungewöhnliches. Aber ist es nicht frustrierend, dass am Ende oft andere die Lorbeeren ernten sollen? Das man nur als Mittel zum Zweck gesehen wird? Die ganzen Auseinandersetzungen wegen zu wenig Spielzeit, falscher Positionen, zu laschem oder falschem Training...wofür?


    Habt ihr solche Gedanken auch? Vielleicht können wir diesen Thread dafür nutzen, solche Gedanken aufzuschreiben und darüber zu diskutieren.


    Gruß!

    Moin Moin,


    meine Mannschaft ist zur neuen Saison eine U10 E-Jugend. Neben einigen Änderungen (Spielzeit, Spielfeldgröße, Schiedsrichter...), kommt es für die Mannschaft zu einer großen Umstellung, es wird nämlich mit Abseits gespielt.

    Kennt ihr gute Übungen, mit denen ich die Kinder zur neue Saison gut auf diese Regel vorbereiten kann?


    MfG!