Beiträge von Strznievski

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    Deshalb finde ich es immer schade, wenn in Diskussionen erst die (extreme) Meinung kundgetan wird, bevor man sich den Pro- UND Contraargumenten widmet.
    Denn für eine wirklich fundierte Meinung braucht man die Kenntnis möglichst alle Argumente, die man dann erst gewichtet und sich seine Meinung bildet.
    Davon abgesehen, bringt die Zeit und der Austausch mitunter neue Erkenntnisse, neue Erfahrungen, neue Argumente, die eine Meinung verändern können, wenn man sich die Mühe macht, halbwegs offen für alle Argumente zu diskutieren.

    Wow! Schön geschrieben. Genau das war ja meine Intention als ich diesen Thread eröffnet habe. Eben weil ich mir nicht ganz sicher bin/war.

    Mal unabhängig vom direkten Themenstrang, bin ich der Meinung, dass im "Punkt Coaching" die größten Unterschiede in der Qualität von Trainern zu finden sind.

    Hat jetzt vl nur bedingt mit dem eigentlichen Thema zu tun ist aber auch interessant. Es gibt auch keine Literatur zu dem Thema.
    Ich habe für mich persönlich beschlossen sehr wenig zu "coachen". Was ich aber coache muss konkret (keine Plattitüden) und sachlich sein.
    Ich nehme mir immer vor bei jedem Spieler einen positiven (Das hast du jetzt super gelöst, der Haken den du da geschlagen hast war genau zum richtigen Zeitpunkt. Außerdem war der Tempowechsel spitze!) und einen "negativen" Kommentar (Anstatt dich über den verlorenen Ball zu ärgern, wäre es besser gewesen sofort wieder zurück zu laufen und den Ball zurückzuerobern.!) abzugeben. Gelingt mir aber nicht immer.

    " Wenn Trainer sich dogmatisch gegen jede kleinste Form der Ausbildung eines Bereiches aussprechen, zB in der Taktikschulung, dann liegt das oft auch daran, dass ihnen selbst in diesem Bereich die Fachkompetenz fehlt. "

    Das mag dann ältere Jahrgänge bestimmt betreffen. Aber ich glaube was das "taktische" im Kinderfußball angeht, wurde da viel falsch kommuniziert (auch in diesem Forum). Bitte nicht falsch verstehen: Ich bin keineswegs für die "Rückkehr der Joystick-Trainer". Ganz im Gegenteil. Aber mit einem kleinen Tipp da, einem Lob dort, einer Frage hier, einer "leisen" Kritik da, kann man sehr viel bewegen.

    Irgendwie kommt es mir vor, als hätten fast alle (mich eingeschlossen), das falsch verstanden. Als ich das Buch, das erste mal gelesen habe, hatte ich das Gefühl, dass es am besten sei, die Kinder möglichst viel spielen zu lassen, ohne selbst großartig einzugreifen.
    Ich habe das dann auch eine Zeit lang so praktiziert, kam dann aber relativ schnell zu dem Entschluss, dass das "zu wenig" ist. Ich glaube nach wie vor, dass es richtig ist, das Steuer durchaus den Kindern zu überlassen, aber die Richtung in die gefahren wird, gibt der Trainer vor.
    Jetzt nach nochmaligem Anlesen muss ich feststellen dass unser hochgeschätzter Hr. Wein durchaus der Meinung ist, das explizite Übungen und angemessenes Coaching durchaus essentiell sind. Es ist halt wichtig ständig den Bezug zum Spiel herzustellen und die Spieler mit "Problemen" zu konfrontieren, bei denen sie sich selbst die Lösung "erarbeiten" können.

    Weil mich dieses Thema noch immer sehr beschäftigt habe ich nach längerem Horst Weins Spielintelligenz im Fußball wieder ausgegraben. Als Denkanstoß möchte ich ein paar Zeilen zitieren:


    "Wenn nun ein Kind allein mit den eigenen Erfahrungen auskommen müsste, würde es kaum ein hohes geistige oder motorisches Niveau erreichen; es benötigt dazu die Erfahrungen der Erwachsenen, in Wort und Beispiel. Das gilt nicht nur in den verschiedensten Lebenssituationen des Kindes (z.B. in der Schule oder in der Familie), sondern auch für den Bereich des taktischen Denkens und Verhaltens im Fußball."


    "Eine subjektive Spielerfahrung allein, wie sie im Straßenfußball gemacht wird, genügt aber nicht. Dem Trainer fällt in diesem zielgerichteten pädagogischen Prozess (explizites Training) die wichtige Aufgabe zu, die vom Spieler schöpferisch selbst gewonnenen oder durch Fremdinformation erworbenen taktischen Kenntnisse sichtbar und bewusst zu machen, sie nach der sorgfältigen Demonstration in allen Einzelheiten zu erläutern und der besseren Übersicht wegen zu systematisieren. Erst eine präzise Anleitung und Demonstration durch eine Lehrkraft sowie eine ausreichende Wiederholung der gleichen taktischen Handlung in der gleichen Spielsituation und schließlich die Übertragung der gefundenen Lösung auf ähnliche Spielsituationen legt ein solides Fundament für ein intelligentes Spiel."

    Dieser Schuh war überhaupt nicht für Dich gedacht. Jeder zieht sich halt den Schuh an, der ihm passt.

    Lehrt man beim Dfb auch passiv/aggressiv? Wieder so ein Kommentar der niemandem weiter hilft...


    Viel mehr geholfen wäre mir wenn du mit deinem fundierten Fachwissen (dass du in vielen Threads schon unter Beweis gestellt hast) auf meine konkreten Fragen bzw. Statements Bezug nehmen würdest, bzw. deine Fragen konkretisieren würdest!


    Auch deine Geschichte über die Trainer die du zum Besten gegeben hast klingt für mich zwar plausibel, aber ich bin dadurch keinen Deut schlauer als vorher. Ich zähle weder zu der einen Kategorie (der, der aus welchem Grund auch immer das Handtuch wirft), noch zu der anderen (jener der ganz alten Schule).

    Seit 10 Jahren hat sich leider nicht viel im KiFu verändert.


    Und daher ist Andre so wichtig für dieses Forum.

    Nein und Ja! Ich persönlich finde (zumindest bei uns in der österreichischen Provinz) hat sich bei manchen (bei weitem nicht allen) sehr viel im KiFu verändert. Unter anderem bei mir.
    Ich finde allerdings auch das @Andre durchaus hier in dieses Forum gehört! Auch wenn es mitunter mal etwas "lauter" und manchmal auch anstrengend wird!



    Das ideale Spiel für die U8 wäre funinho 3 gegen 3 mit je 4 Spielern pro Mannschaft regelmässigen Auswechslungen und der Trainer beobachtet und beschränkt sich aufs Loben.


    Denn hier müssen alle verteidigen und alle angreifen.

    Stimmt! Biete ich immer wieder im Training an. Wollte auch schon Freundschaftsspiele in dieser Form organisieren. Fand dann aber keine geeigneten "Gegner" bzw. war dann zu faul das weiter zu verfolgen. :whistling: Gibt es aber leider nicht als "Wettkampf" bei uns...

    So und weiter gehts...


    2. Antwort: Weil sie damit beim Spiel am WE (welches ich als 3te Trainingseinheit betrachte) mehr Ballkontakte und somit mehr Bewegungserfahrungen und dadurch mehr Spaß an der Sache und zu guter letzt einen größeren Trainingseffekt haben.


    4. Habe jetzt mal "sensible Phasen" gegoogelt. Habe ich schon gewusst und wieder vergessen. Habe jetzt das Modell der sensiblen Phasen vor mir und sehe, dass es mir eigentlich keine neuen, bzw. alten und wieder aufzufrischenden Erkenntnisse liefert. Kids saugen in diesem Alter alles bis auf die anaerobe Ausdauer (bei Mädls zusätzlich die Maximalkraft auf). Ich denke auch, dass bei meinem Eingangspost nichts drinnen steht, was dem widerspricht ?(


    5. Wäre toll, wenn du die Frage ein wenig konkretisieren könntest. Ich werde mal genauso pauschal Antworten, wie du gefragt hast: Kommt auf den Schwerpunkt und vor allem das Kind an!


    6. Ist von vielen Faktoren abhängig. Unter anderem: Anzahl der gesetzten Schwerpunkte, Homogenität der Trainingsgruppe, Art der Schwerpunkte (manches ist leichter, anderes schwerer zu erlernen), Coaching des Trainers, die Eltern der Kinder (wird das Kind zu Hause auch sportlich gefördert?). Außerdem würde ich das Spiel auch als Training werten (statt stumpfsinnigem "Aufwärmen" kann man da eigentlich vorher nochmal eine halbe Stunde "Training" anbieten). Somit komme ich auf sagen wir mal 50x2 (man muss ja nicht übertreiben) =100 Einheiten + ca. 30 Spiele = 130 Einheiten



    In der Schule bekommt man ja auch in der erste Klasse nicht gesagt: "Hier sind Stift und Papier und jetzt schreibe einen Aufsatz!"

    Habe nach einer passenden Metapher gesucht. Finde deine trifft es ziemlich gut :whistling:


    Auch in einer U9 kann man zu viel dribbeln und gerügt werden, denn nach dem was ich den Kindern beibringe wird das 1vs1 nicht zum Selbstzweck gesucht, sondern um nach einem erfolgreichen 1vs1 Zeit und Raum für eine Anschlussaktion (Pass / Schuss) zu haben. Die Maxime "Einmal dribbeln, einmal Spielen" ist der Kernsatz dafür.

    Bei mir ist es interessanterweise so, dass die stärkeren eigentlich sehr "mannschaftsdienlich" und auf den "Endzweck", also Tore zu schießen, spielen. Da muss ich eigentlich gar nichts coachen. Bei den Schwächeren bin ich hingegen froh wenn sie irgendeine Hadlung setzen, die keine "Alibitat" ist.

    Nach einer Aktion gebe ich den Jungs auch den Hinweis, wie eine Situation hätte anders/besser/erfolgreich gelöst werden können um ihnen alternativen anzubieten.

    Habe ich mich während des Spiels eigentlich noch nicht getraut. Glaube das würde in einem Desaster meinerseits enden. Entweder besprech ich das mit dem Spieler wenn er ausgewechselt wurde, bzw. versuche ich das "Problem" in eines der folgenden Trainings zu integrieren.

    Die Mutter der Dummen ist ewig schwanger. Das gilt ganz besonders für den Kinderfußball.
    Wenn jemand wissen möchte, warum diese Aussage stimmt, werde ich gerne dazu antworten.

    Mit dem kann ich bzw. auch andere Trainer nichts anfangen. Meinst du damit mich, weil ich gewagt habe eine Frage zu stellen? Wenn nicht ich gemeint bin und ganz allgemein gehalten ist, bringt es auch niemanden auch nur einen Zentimeter weiter

    Mit dem kann ich (oder auch andere Interessierte etwas anfangen). Auch wenn ich das Gefühl habe, dass du mich ein wenig testen willst und ich das eigentlich nicht notwendig habe, werde ich darauf eingehen..


    Wenn ich das richtig im Kopf habe gibt es bei Kindern eine riesen große Zahl an Synapsen die sich noch verbinden können/möchten. Umso mehr Erfahrungen das Kind sammelt je mehr Synapsen verbinden sich. Nicht genutzte Synapsen verkümmern. Wie bei einem Erwachsenen gilt je mehr Eindrücke (optisch, sensorisch, akustisch...) ein Kind sammeln kann um so schneller verbinden sich diese Synapsen. Besonders nachhaltig sind jene Verbindungen, die mit allen Sinnen erfasst bzw. durch "Versuch und Irrtum" abgespeichert wurden.


    Bin selbst kein Experte auf diesem Gebiet aber sinngemäß kommt das glaube ich hin. Man möge mir widersprechen wenn das nicht stimmt.


    Bevor ich auf 1 und 2 eingehe möchte ich Punkt 3 beantworten:


    3. Ich kann mich noch dunkel daran erinnern, dass die Schwerpunkte u.a. das Kennenlernen der grundlegenden Techniken (dribbeln, schießen, passen) und vor allem um Koordination und Geschicklichkeit (mit und ohne Ball) sind. Zu meiner Schande muss ich gestehen, dass ich die "taktischen Schwerpunkte" (klingt jetzt sehr hochtrabend, ist es aber nicht) nur mehr sehr rudimentär im Kopf habe. Ich habe jetzt die Entwicklungstabelle des Dfb vor mir liegen in der steht: einfache taktische Verhaltensweisen vermitteln, die beim Tore schießen/Tore verhindern helfen.


    Mit NICHTS von dem, was ich im Eingangspost geschrieben habe, widerspreche ich dem unter Pkt. 3 genannten.


    Bevor ich auf 1 und 2 eingehe möchte ich noch ganz kurz beschreiben, worauf es MIR PERSÖNLICH AUF DAS WESENTLICHSTE REDUZIERT ankommt.


    a.) Die Kids sollen Spaß haben und mich am Ende des Trainings anbetteln, ob wir nicht noch ausnahmsweise eh nur noch ein Tor ausspielen können. Sollte eigentlich selbstverständlich sein, möchte ich aber noch mal erwähnt haben.
    b.) Ich möchte den Kindern, in Training und Spiel, so viele Bewegungserfahrungen (Synapsen siehe oben), also Ballkontakte, Zweikämpfe, Torschüsse,... wie möglich geben. Denn dann lernen sie eigentlich (fast) von ganz alleine (Zumindest was den Breitensportbereich angeht).


    Und genau jetzt bin ich Bereit auf Pkt 1 einzugehen:


    1. Antwort: Blöd gesagt, damit ich ihnen a und b (siehe oben) ermöglichen kann! Im Detail sieht das z.B so aus: Mein Bester bräuchte eigentlich keine der Maßnahmen die ich im Eingangspost geschildert habe. Der macht intuitiv so viel richtig, dass es mich selbst manchmal wundert. Jetzt ist es aber so, dass sich Kinder unterschiedlich schnell entwickeln (das ist hoffentlich ein Punkt wo wir uns alle einig sind). Ich bin der Meinung, dass es meine Pflicht ist auch den Schwächeren eine Vielzahl an Ballkontakten zu ermöglichen. Wenn der dann aber überfordert ist, denke ich ist es legitim ihm Hilfe in Form von Lösungsmöglichkeiten zu geben. Ich möchte hier ausdrücklich nochmal darauf hinweisen, dass ich niemandem etwas diktiert habe. Aber bereits die Fragestellung: Welche Möglichkeiten (Verteidiger bekommt den Ball vom TW) hast du jetzt? Kann Wunder bewirken. Ein Spieler der sonst in dieser Stresssituation nicht in der Lage ist klar zu denken und den Ball einfach wegbolzt, hat jetzt die Möglichkit in aller Ruhe nachzudenken. Das Einzige, auf das sie nicht selbst gekommen sind, war die Möglichkeit den Ball auch zum TW wieder zurück zu spielen. Das habe ich ihnen noch vorgeschlagen und sie haben das dankbar angenommen (Kann sein das ich jetzt der Teufel bin :P ). Was habe ich dadurch erreicht: Die schwächeren Spieler trauen auch sich anzubieten und am Spiel teilzunehmen Natürlich sollten allen die hier mitlesen klar sein, dass das noch lange nicht der Weisheit letzter Schluss ist. Der schwächere Spieler wird weiterhin Fehler machen (ist aber überhaupt kein Problem), aber sein Mut eines der erlernten Werkzeuge anzuwenden (welches er nimmt ist einzig und allein ihm überlassen), wird mit einem "Kopf hoch, dass hast du toll gemacht und beim nächsten mal klappts dann vielleicht auch", belohnt.
    Noch viel deutlicher wird das ganze vielleicht beim kurz abgespielten Eckball. Bis mir klar wurde, dass das eigentlich versch... Zeit ist, haben meine Spieler den Ball, wie im Fernsehen gesehen, scharf und hoch in den Straufraum geschossen. An Freund und Feind vorbei landete der Ball meist gegenüber im Seitenaus. Dann verging wieder wertvolle Spielzeit durch Ball holen und meine Kinder (auch die der gegnerischen Mannschaft) hatten eigentlich NICHTS davon. Das habe ich dann mit meinen Kindern besprochen und sie gefragt wie viele Kopfbälle wir eigentlich nach einem Corner eigentlich schon gemacht haben? Wie viele Tore geschossen? Seit Kurzem wird der Ball kurz abgespielt und der angespielte Spieler muss zumindest wieder eine Handlung setzen. Vollkommen egal ob er passt, Richtung Tor dribbelt, aufs Tor schießt, oder den Ball verliert. Er befindet sich in einer Situation aus der er wieder lernen kann (im Gegensatz zu geschossen Eckball).
    Und jetzt nehme ich gerne in Kauf der böse General zu sein, der seinen Kindern Tips gibt und Lösungsmöglichkeiten aufzeigt und nebenbei noch dafür sorgt, dass seine Schützlinge mehr Ballkontakte, Zweikämpfe....(ich wiederhole mich, wie @Andre :P ) ermöglicht, als ohne. Und das ganze ohne ihnen auch nur eine Handlung während des Spiels zu diktieren. Von mir kam noch keine einziges Mal:" Schieß!!! Spiel doch endlich ab!!! Da drüben, Andi steht frei!!!" oder ähnliches. Welche Aktion die Kinder machen, bleibt einzig und allein ihnen über.


    Bevor ich auf die anderen Punkte eingehe möchte ich noch sagen, dass @Andre s Sichtweise, mEn genauso ihre Daseinsberechtigung hat, wie alle anderen. Wir haben jetzt schon vielle Grabenkämpfe auf sachlicher Ebene ausgetragen und das ist für mich vollkommen in Ordnung.


    Muss jetzt schnell weg meine kleine Hexe vom Kindergarten holen. Melde mich später um auf die anderen Punkte auch noch einzugehen.


    Mahlzeit!

    Für mich hört es sich so an, als wolltest du zu viel auf einmal. Du kannst nicht innerhalb weniger Wochen das gut machen, was andere verbockt haben. An deiner Stelle, würde ich Koordinations und Techniktraining ala MFS und dazwischen viele Kleinfeldspiele anbieten.
    Taktisches würde ich lediglich Step by Step coachen. Also erst wenn der erste Schritt sitzt (auch im Spiel) den nächsten Schritt machen.
    Der Idealzustand wäre es den Spielern eine Aufgabe zu stellen, die sie vor dem Training noch nicht beherrschen, aber am Ende des Trainings schon ein Fortschritt ersichtlich ist.

    Aufgrund deiner Beschreibung möchtest du den Kindern Impulse geben in Form von Möglichkeiten, aber sie selbst entscheiden lassen. Weil du ihnen die Hinweise vorher gibt, statt ins Spiel (je nach Spielstand oder Laune) hineinzurufen, gibst du ihnen die Möglichkeit selbst erste Erfahrungen beim Fussballspiel zu sammeln. Wurdest du während des Spiels Hinweise geben, so würden die Kinder nicht nur in ihrer Konzentration gestört, sondern sie würden als Folge daraus zukünftig nicht mehr eigene Entscheidungen treffen, sondern auf Trainerkommandos warten.

    Ich denke, dass es ganz wichtig ist, während des Spiels wenig bis gar keine "Anweisungen" zu geben. Ich finde es auch immer fürchterlich wenn Kinder zum Trainer raus blicken um vielleicht zu erfahren, was sie als nächstes tun müssen/dürfen. Das ist ein Zustand den ich keineswegs haben will.

    Dann erkannte ich, dass Trainer meist dieses Spiel (alle rennen hinter dem Ball her) schnell "verbessern" wollen, was eigentlich Quatsch ist, denn man könnte dieses Spiel besser so erhalten wie es ist und im Laufe der Zeit in "Bahnen" lenken. Das tue ich, in dem ich über Spielformen in den Trainings ala Horst Wein Trainings anbiete, wo sie über Erfahrungen zu Ergebnissen kommen, OHNE vom Trainer instruiert worden zu sein (ohne Anweisung, sondern durch Selbsterkenntnis). Das PUNKTSPIEL ist für mich seitdem als Trainer ein Trainingsspiel gewesen....deshalb gab ich dort auch keine Anweisungen mehr, sondern schaute nur, was sie sich -über die Trainingsformen- selbst beibrachten. Hier versagte ich manchmal, weil mein Gewinndenken dann doch wieder durch kam, aber weitestgehend klappte das MIT MIR.

    Jetzt "kennen" wir uns ja schon ne Weile @Andre(wenn man das in einem Forum so sagen kann). Alle gleichzeitig auf den Ball halte ich aber für Quatsch. Alle in Ballnähe halte ich für sinnvoll. Mittlerweile ist die sicher auch bekannt das ich großer Freund von Horst Weins Denkweise bin. Nirgends in meinen Post steht, dass ich den Kindern einfach gesagt habe:"So machen wir das ab heute!".

    Hier wurde instruiert...das erkannten sie nicht selbst...haben sie nicht selbst erarbeitet....wurde ...wenns gut lief in einer Spielform statt statisch vorgegeben geübt.

    Es wäre vielleicht übertrieben wenn ich behaupten würde, dass sich die Kids das selbst erarbeitet haben. Aber ich traue mich mit bestem Gewissen zu behaupten, dass wir das GEMEINSAM erarbeitet haben.... und JA, das würde in Spielformen geübt.

    Richtiger wäre, über Spielformen das Thema versteckt anzubieten, um dann über ein kurzes nicht zu oft verwendetes STOP kurz die Spieler zu Fragen was denn gerade besonders genial gemacht wurde oder besser gemacht werden könnte um danach das GO zu geben. Über Provokationsregeln (wenige aber gute sinnvolle am Thema orientierte einbauen) hätte/kann man diese neuen Erkenntnisse des Spielers dann in wettkampfform verbauen.

    Wieder: Ich habe ja nie behauptet das anders gemacht zu haben.

    und weiter gehts mit den Taktiken die Instruiert/vorgegeben wurden....was ich für nicht gut halte...

    ... wieder eine Unterstellung.

    ....für mich....alle verteidigen...alle greifen an....einfach und gut formuliert, leicht verständlich...und was SIE daraus machen...ist IHR Ding.

    JEIN! Ich möchte ja auch nicht, dass meine Verteidiger hinter der Mittellinie warten und als reiner Back-Up fungieren. Sie sollen ja mit nach vorne, dribbeln, schießen, passen... ABER, die zwei sind dann die, die sich sofort wieder zurückziehen. Genauso wenig will ich das meine Stürmer nur vorne auf den Ball warten. ABER sollten wir in Ballbesitz sein, vor allem wenn der TW den Ball hat sollten sie sich nach vorne begeben. Erstens um anspielbar zu sein und zweitens um Platz für die Verteidiger zu machen, damit sie den Ball verarbeiten können und ja jetzt gebe ich dir uneingeschränkt recht, alles was folgt ist IHR Ding. Die Spieler entscheiden, ob sie dribbeln, passen, oder den Ball zurück spielen. Das Einzige was ich nicht will (und das sage ich ihnen auch) ist, dass sie den Ball aus Angst vor Fehlern, blind nach vorne, oder ins Out dreschen.

    So sollten alle Spielen. Ich verstehe es für diese Altersgruppe heute so, dass ich z.B. beim 6+1 ...mehr oder minder einfach ein 3:3 vorgeben...was auch schon Taktik ist....und über die Spielformen sorge ich dafür, dass das Spiel der Minis in diese Bahnen "geleitet" wird. Wenn die dann....irgendwann als 3:3 im Prinzip verschieben...den Gegner sogar zustellen...das Spiel in Ballnähe eng machen, weil sie ja auf den Ball lauern bei Ballbesitz Gegner....dann wäre das im Prinzip schon sehr viel mehr, was so manche A Jugend heute zeigt, dessen Spieler ewig in einem Korsett ausgebildet wurden"!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!! ...von Trainern, die davon aber auch nichts verstanden haben!!!!!!!!!!!!!!!!!

    Ich mache eigentlich nichts anderes. Nur wird bei uns noch 1+4 gespielt.

    dann aber - im Gegenzug erwähnt - dass es eine selbstständige Entscheidung des/der Spieler sein soll. Daran glaube ich nicht.

    Musst du auch nicht, ist aber so!

    Ich erwähne das nicht, um STrznievski (den ich schätze, weil er mit Sicherheit kein schlechter ist...ganz im Gegenteil!!!!!) bloss zu stellen, sondern ich möchte meine Denke hier klar machen. Das ist im letzten Sinne Pressing...und damit Mannschaftstaktik...also kein Thema für eine U8.....ES SEI DENN....sie rufen es für sich ab, weil ich es als Trainer über die Spielformen und das Stimulieren als Lösung angeboten habe. Ab der B...würde ich es offiziell vorgeben und abrufen....mit fließenden Grenzen zur C. Das...weil die Vorjahre das dann - nach meiner Idee - so möglich machen würden UND....weil sie dazu vom Entwicklungsstand (wissenschaftlich angelehnte Erkenntnis) in der Lage sind. Das erfaßt so auch das DFB-Konzept...wobei mir persönlich egal ist, ob da DFB drüber steht oder sonst was...das ist einfach sinnvoll und damit gut.

    Selbst wenn du mich bloß stellen würdest, wäre es ja kein Problem. Schließlich habe ich ja nach für und wider eurerseits gebeten und aus konstruktiver Kritik kann viel positives entstehen.


    Zählt man mal durch, was da an taktischen Vorgaben bereits eingeflossen sind, ...und setzt damit wissenschaftliche Fakten auf die Machbarkeiten und körperlichen wie geistigen Möglichkeiten von Kindern dieser Altersgruppe in Relation, wird mir eine Überforderung der Kinder klar.

    Na dann Zahl mal durch und du wirst sehen, dass es sich um 3 "taktische Maßnahmen"(mag den Ausdruck nicht wirklich in dem Zusammenhang, aber mirfällt nix besseres ein) die wir in 3-jährigem Training erarbeitet haben. Was die Machbarkeit anbelangt bitte ich dich mir einfach zu glauben. Denn ich garantiere dir: Es ist machbar, wenn man das im Training übt und mit ein paar pädagogischen Tricks schmackhaft macht. Außerdem sind die Kinder dankbar wenn man ihnen eine gewisse Hilfestellung gibt. Ein Beispiel: Überfall wird propagiert, die Kinder von hinten raus spielen zu lassen. Hast du das schon mal probiert, ohne die Kinder darauf vorzubereiten? Ich schon! Dass sieht dann im Normalfall so aus, dass der gegnerische Trainer, seineszeichens gewiefter Taktikfuchs, seine Spieler sofort deine Spieler zustellen lässt. Für die zwei individuell stärksten Spieler deines Teams ist das vielleicht genau die Herausforderung die sie brauchen. Der Rest wird OHNE HILFE überfordert sein. Ich Rede auch nicht davon, den Spielern jetzt zu diktieren was sie zu tun haben, sondern ihnen mehrere Lösungen (auf die dürfen sie selbst auch kommen) zu präsentieren.



    Ich stell die Frage mal anders:Wieviel Taktik benötigt eine U8?
    Dass man dabei auf irgendeine Weise Positionen definiert, finde ich nachvollziehbar. Allerdings nur, wenn die Spieler dann auch unterschiedliche Positionen spielen. Auf der anderen Seite finde ich das beim 4+1, das bei Euch gespielt wird, gar nicht mal sooo wichtig. Wenn der Platz entsprechend klein ist, wird man da ohnehin nicht an den Positionen kleben können.
    Was Du oben beschrieben hast, sind ja allesamt Verhaltensweisen bei ruhendem Ball. Generell musst Du Dir bei jeder antrainierten Verhaltensweise die Frage stellen, ob Du damit Kreativität verhinderst. Wenn Euer TW den Ball hat und sich vor einem Spieler ein Raum auftut, dann ist es doch herrlich, wenn er das erkennt und ihn entgegen Deiner Anweisung direkt auf die Reise schickt. Heißt die Regel aber "Wenn Verteidiger frei, dann Verteidiger anrollen", wird er wohl zunächst die Regel befolgen.


    Ich stell die Frage mal anders:Wieviel Taktik benötigt eine U8?
    Dass man dabei auf irgendeine Weise Positionen definiert, finde ich nachvollziehbar. Allerdings nur, wenn die Spieler dann auch unterschiedliche Positionen spielen. Auf der anderen Seite finde ich das beim 4+1, das bei Euch gespielt wird, gar nicht mal sooo wichtig. Wenn der Platz entsprechend klein ist, wird man da ohnehin nicht an den Positionen kleben können.
    Was Du oben beschrieben hast, sind ja allesamt Verhaltensweisen bei ruhendem Ball. Generell musst Du Dir bei jeder antrainierten Verhaltensweise die Frage stellen, ob Du damit Kreativität verhinderst. Wenn Euer TW den Ball hat und sich vor einem Spieler ein Raum auftut, dann ist es doch herrlich, wenn er das erkennt und ihn entgegen Deiner Anweisung direkt auf die Reise schickt. Heißt die Regel aber "Wenn Verteidiger frei, dann Verteidiger anrollen", wird er wohl zunächst die Regel befolgen.

    Wie so oft steckt der Teufel im Detail und ich muss dir recht geben. Deine Fragestellung finde ich auch besser. Es ist auch nicht sooo wichtig, aber eben auch ein kleiner Bestandteil. Ich will auch nicht, dass sie auf ihren Positionen kleben bleiben. Ganz im Gegenteil. Einerseits will ich natürlich, dass sich die Verteidiger offensiv beteiligen und die Stürmer hinten mithelfen. Andererseits möchte ich ihnen auch klarmachen, dass bei eigenem Ballbesitz vorne jemand anspielbar sein sollte (Stürmer) und es auch jemanden geben sollte, der bei Ballverlust vielleicht nicht unbedingt den Ballführenden attackiert sondern sich mal auf den Gegenspieler konzentriert, der sich am zum eigenen Tor befindet.
    Dein letzter Absatz stellt dann für mich das eigentliche Problem dar. Denn die Frage, ob ich sie damit in ihrer Kreativität einschränken, stelle ich mir eigentlich regelmäßig.

    Am einfachsten zu erlernen, aber trotzdem effektiv sind Standtricks:


    z.B.: Ich nenne sie 1. Zurückziehen Innenseite, 2. Zurückziehen Hinten vorbei, 3. Zurückkziehen Fußwechsel


    Ich habe keine passenden Videos auf Youtube gefunden. Ich versuche sie zu beschreiben.


    1. Der Ball befindet sich links, vor dem linken Fuß. Unmittelbar bevor der Gegner den Ball erreicht wird der Ball mit der rechten Sohle zurückgezogen, die Hüfte nach rechts gedreht und dann der Ball mit der rechten Innenseite, nach rechts vorne in die Bewegung gespielt. Im Idealfall sollte dann der Gegenspieler links an dir vorbei ins leere laufen.


    3. Funktioniert genau so wie 1 nur wird der Ball mit der linken Sohle zurück gezogen und dann mit der rechten Innenseite weitergespielt.


    2. Geht auch ähnlich, nur befindet sich der Ball rechts, vor dem rechten Fuß. Der Ball wird dann mit der rechten Sohle zurückgezogen (rechts am Standbein vorbei) und dann mit der rechten Innenseite nach links hinter dem Standbein vorbei gespielt.


    Hast du 100% schon gesehen. Ich hoffe ich konnte sie auch so beschreiben, dass es verständlich ist.

    Ansonsten lasse ich hin und wieder mal Trainingsspiele von meinen "Meckerköpfen" leiten- anschließend kommt meistens die Erkenntnis, wie schwer es doch ist, einige Sachen zu entscheiden.

    Ich denke das ich im Vergleich zu anderen immer recht fair mit dem Schiri umgegangen bin. Seit ich aber selbst ein paar Freundschaftsspiele von Trainerkollegen gepfiffen habe, wird bis auf ganz wenige Ausnahmen (und das nur bei ganz gravierenden Sachen, die unter vier Augen, in sachlichem Ton geführt werden) werden Pfiffe, bzw. ausbleibenden Pfiffe von mir GAR NICHT kommentiert.
    Das ist vielleicht eine gute Idee, die Querulanten mal pfeifen zu lassen...

    Wenn Gelb den Ball zugespielt bekommt, muss eine Finte, zum Punktgewinn durch geführt werden, oder muss mit der Finte Rot umspielt werden?

    Ich würde es am Anfang dabei belassen, die bloße Ausführung der Finte mit einem Punkt zu belohnen. Mit ein wenig Fingerspitzengefühle kann man den Abstand der zwei Gruppen so wählen, dass Gelb kurz vor dem Antreffen von Rot mit, also unter Zeitdruck, mit der Finte fertig ist. Bei mir ging es relativ schnell, dass die Kinder dann die Finte auch so eingesetzt haben, dass damit auch tatsächlich der Gegenspieler ausgespielt wurde.




    Kann der zu verteidigende Spieler, nach Balleroberung auch ein Tor erzielen?

    Ja, natürlich.



    Es gibt 2 Punkte zu vergeben, einen für das Tor und einen für den gewonnen Sprint zum Hütchen?

    Insgesamt gibt es theoretisch 4 Punkte zu Vergeben: Rot macht eine Finte (1:0 für Rot), Gelb jagt ihm den Ball ab und macht ebenfalls eine Finte (1:1), Gelb schießt den Ball in ein Tor (1:2), Rot gewinnt den Sprint (2:2).



    Warum stehen die Hütchen neben den Toren in unterschiedlichen Abständen zu einander?

    Weil es schlecht gezeichnet ist :P . Die Abstände sind natürlich gleich.



    Welche Spielfeldgrösse kannst Du empfehlen?

    Bei meinen Kids (U8) sind die Abstände (sowohl der zwei Gruppen, als auch der Tore zueinander) ca. 6-7m. Die Hütchen befinden sich ca 1,5m neben den Toren. Du trainierst glaube ich eine U11, da würde ich die Abstände noch 2-3m vergrößern.

    Sehr geschätzte Trainerkollegen!


    Aus gegebenem Anlass möchte ich mal folgende Frage in den Raum stellen:


    Wieviel "Taktik" verträgt eine U8?

    Kurze Info zu meiner Mannschaft:


    Ich habe 4 Mädls Jahrgang 2008, 4 Jungs Jahrgang 2009, und 3 Jungs Jahrgang 2008 (dabei ein Oktober und ein November Kind). Es dürften also alle bis auf meine 3 "großen" Jungs noch U7 spielen. Die "besseren" Spieler sind eigentlich 2 2009er Jungs und zwei Mädls. Wenn wir auch mal an U7 Spielen bzw. Turnieren teilnehmen gewinnen wir fast alles (obwohl das "Gewinnen" nicht im Vordergrund steht) und meine 2009er sind eigentlich unterfordert. Spielen wir U8 ist es so, dass wir ca. ein Drittel der Spiele hoch verlieren und zwei Drittel ebenbürtig sind.
    Wir trainieren jetzt seit drei Jahren miteinander und ich habe immer danach getrachtet kindgerecht trainieren und auch spielen zu lassen. Bei uns in Österreich spielen wir U7 und U8 1+4 (finde ich toll).
    Am Anfang habe ich ohne jede Anweisung einfach spielen lassen. Erstens wollte ich das alle Kids auch tatsächlich am Spiel teilnehmen und nicht nur hinten stehen und ausputzen. Zweitens bin auch überzeugt davon, dass ich sie mit taktischen Anweisungen überfordert hätte. Dann habe ich versucht schrittweise sowas wie "Spielkultur" in unser Spiel zu integrieren.
    Erster Schritt war, dass ich "verlangt" habe, dass sich die Kinder seitlich vom Tor positionieren und den Ball vom TW zugerollt bekommen. Wichtig war mir immer bei solchen "Anweisungen" dem TW die Entscheidung zu überlassen, zu wem er den Ball rollt. Also kein: Spiel den Ball endlich zu Andi, der steht frei!". Allerdings habe ich sehr wohl den TW dazu animiert, rasch zu handeln. Im Training wurde das geübt und demonstriert, dass es alle umso leichter haben, desto schneller das von statten geht.
    Nächster Schritt war dann die Installation von zwei "Verteidigern". Wir haben dann mit einem TW, zwei Verteidigern, und zwei Spielern ohne "Position" gespielt. Meine Verteidiger hatten 3 Aufgaben:
    1. Sich links bzw. rechts des Tor aufstellen, bei Abstoß TW.
    2. Aktiv am Angriff teilnehmen
    3. Sollte der Gegner den Ball erobern SOFORT hinter den Ball
    Der TW hatte folgende Aufgaben:
    1. Selbstständig entscheiden, ob einer der zwei Verteidiger anspielbar ist. (Besonders schlaue Taktikfüchse unter den Trainerkollegen, stellen die Verteidiger zu, so dass kein Spielaufbau möglich ist.)
    2. Ist dies der Fall: Selbstständig entscheiden zu welchem Verteidiger gerollt wird.
    3. Ist dies nicht der Fall: Ausschießen
    Seit diesem Winter sind meine Spieler auch angehalten, den Eckstoß kurz auszuführen. Das machen die "Nicht Verteidiger".
    Vor Kurzem habe ich jetzt auch einen Mittelfeldspieler und einen Stürmer "eingeführt". Beide haben eigentlich nur Aufgaben, wo sie sich positionieren, bei eigenem Abstoß. Erstens als Anspielstation für den Verteidiger, der den Ball vom TW erhalten hat (natürlich obliegt dem Verteidiger die Entscheidung, ob er ins Dribbling geht, den Ball nach vorne passt, oder unter Bedrängnis den Ball wieder zurück zum TW spielt. Zweitens das auch jemand "vorne" ist, sollte unser TW den Ball ausschießen. Natürlich ist keiner der zwei von Defensivaufgaben entbunden.


    Die nächsten Schritte, die ich geplant habe sind folgende:
    a. Wo sich meine Spieler bei Abstoß Gegner positionieren.
    b. Dass der Spieler, welcher den Eckball kurz ausgeführt hat, in einem Bogen den Spieler, welchem er den Ball zugepasst hat in einem Bogen umläuft, dass er wieder als Anspielstation zur Verfügung steht.




    Mich würde interessieren, ob und in welcher Form ihr den Spielern in vergleichbarem Alter "Taktik" vermittelt, bzw. welche Eindrücke ihr von meinem Vorgehen habt.

    Thomas Tuchel hat wohl in Mainz öfters mal im Training bewusst falsch gepfiffen

    Beim guten, alten Anstoß-Manager konnte man das auch machen. Dort fiel dann aber die Moral der Truppe in den Keller...


    Ich glaube, dass es essentiell ist diese Maxime auch vorzuleben. So wie @Don Quijote schon schrieb: Jede Entscheidung des Schiedsrichters akzeptieren (ggf. in der Pause unter vier Augen besprechen). Außerdem würde ich die Eltern mit einbeziehen. Es bringt nichts wenn du die Fehler die Schiris mit stoischer Ruhe über dich ergehen lässt und sich zwei deiner Väter gegenseitig aufschaukeln und in Rage brüllen.

    ... und zum Thema 1v1 finde ich folgene Übung spitze:


    Immer zwei Spieler treten gegeneinander an. Rot Passt zu Gelb und startet somit das Spiel. Jeder Spieler hat drei Möglichkeiten einen Punkt zu erzielen.


    Möglichkeit 1: durch eine vorgegebene Finte (Man kann es hier gelb einfacher machen, wenn man den Abstand zu Rot erhöht. Die Kids haben dann Zeit die Finte durchzuführen bis Rot nahe genug ist um in den Zweikampf zu gehen).


    Möglichkeit 2: den Ball in eines der beiden Minitore zu schießen.


    Möglichkeit 3: Sobald der Ball im Tor ist, wird SOFORT zu einem der gegenüberliegenden, neben dem Tor stehenden Hütchen gesprintet. Der, der zuerst ein Hütchen berührt bekommt auch einen Punkt.


    Das Grundgerüst dieses Spiels ist glaube ich aus dem Coerver-Fundus. Als ich es das erste mal probierte war ich überrascht mit welcher Intensität die Kids dabei an die Sache gehen. Ich finde das es so viele Punkte des 1v1 abdeckt. Finten, Wenden, Zweikampf, Handlungsschnelligkeit. Ich denke mal das uns diese Übung noch lange begleiten wird...

    Hi, @bob-rooney!
    Ich misch mich mal ein. Auf deine Frage wie du 2v2, 3v3 lösen kannst, habe ich vielleicht einen guten Rat parat. Ich würde Funino (bzw. verschiedene Formen davon) empfehlen. Da wird Grundsätzlich 3v3 gespielt.
    Bzgl dem Problem, was man mit den anderen Kids macht, löse ich das normalerweise so:
    6 Spieler: Alles Paletti
    7 Spieler: Entweder 1 Wechselspieler, oder eine Mannschaft spielt zu viert.
    8 Spieler: 2 Wechselspieler
    9 Spieler: 3 Mannschaften. Eine Mannschaft macht z.B. intensives Techniktraining (da hat man Zeit genau zu coachen), die anderen zwei Teams spielen gegeneinander (ev. unter Aufsicht Spielerpapa).
    10 Spieler: Eine der 3 Mannschaften spielt/trainiert zu viert bzw. mit Wechselspieler
    11 Spieler: Zwei Teams zu viert
    12 Spieler: Entweder zwei Funino Felder aufbauen, oder alle Teams mit Wechselspieler
    usw...
    Die Wechselspieler wechseln jedes Tor in einer vorgegebenen Reihenfolge. Das bedeutet eine Pause von max 1min.

    ...um auf das eigentliche Thema Bezug zu nehmen:


    Ein Strafenkatalog dient m.E.n lediglich dazu die Mannschaftskasse aufzubessern. Dass man dadurch Disziplin in die Mannschaft bekommt bezweifle ich stark. Manche "Freigeister" (s.O.) fühlen sich dadurch vielleicht erst recht provoziert, über die Stränge zu schlagen.

    Zum Thema "Strafenkatalog" fällt mir eine witzige Anekdote ein, die sich vor ca. 15Jahren ereignet hat.


    Ich war damals 16, vielleicht 17 Jahre alt und war nach dem letzten Meisterschaftsspiel wieder mal einer von jenen die am längsten zum Duschen und Umziehen brauchten. Ich zog mich gemeinsam mit einem etwa gleichaltrigen Kollegen und einem älteren wieder an. Der Ältere war ortsansässiger Wirt, Eisenfuß, richtiges Original und bräuchte für seine Wortmeldungen eigentlich einen Waffenschein. Die Stimmung war ob der gut abgeschlossenen Saison losgelöst und es wurde viel gescherzt. Der ältere Kollege betrachtete noch mal den in der Kabine ausgehängten Strafenkatalog auf dem unter anderem stand, dass Rauchen in der Kabine 50€ kostet. Ehe ich mich versah legte er 50, 100, 150€ auf den Tisch und bot mir und dem anderen jeweils eine Zigarette an. "Strafe ist schon bezahlt".
    Unser damaliger Trainer war eher autoritärer Natur und absoluter Ehrgeizler. Als dieser wieder die Kabine betrat fand er drei Spieler rauchend in der Kabine vor und wollte gerade mit einem riesen Donnerwetter beginnen. Als er aber auf die 150€ Strafe hingewiesen wurde, fehlten im irgendwie die Argumente und er zog wieder von dannen.
    Der Anstifter und Übeltäter meinte nur:" Dieser Blick war auf jeden Fall 150€ wert."