Kiriku
Meine Erfahrungen decken sich zum Großteil mit den bereits geschilderten Meinungen.
Das nächste NLZ liegt bei mir auch gut eine Autostunde entfernt. Im Feierabendverkehr ist diese eine Std. aber kaum zu schaffen. Plane die Ankunft mindestens 15 Minuten vor dem Trainingsbeginn ein. Trainingsbeginn bedeutet umgezogen und schon individuell vorbereitet auf dem Platz zu stehen.
Die Trainingszeit von 90 Min. wird häufig überschritten. Ausnahme: wenn die nächste Mannschaft den Platz beansprucht (kommt in den Übergangsmonaten manchmal auf den Kunstrasenplätzen vor). Danach häufig noch Nachbesprechung bzw. Vorbesprechung des letzten/nächsten Spiels. Durchschnittlich waren bei mir für eine Trainingseinheit insgesamt rd. 4,5 Std. einzuplanen. In der Altersklasse deiner Tochter würde ich mit 3x Training in der Woche rechnen. Plus ein Spiel am Wochenende und ein weiteres Testspiel bzw. Turnier an mind. einem Wochenende im Monat.
Der Zeitaufwand für die Spiele/Turniere hängt natürlich von den Austragungsorten ab. Bei ehemaligen Spielerinnen und Spielern war es häufig so, dass sie Wochenenden komplett weg waren. Alle Hausaufgaben mussten somit Freitag nach der Schule erledigt werden. Bei überregionalen Turnieren war teilweise schon Freitag Nachmittag die Anreise. Gerade die Schularbeit erfordert unheimlich viel Disziplin von den Kindern. Und die Familie muss ihre gesamte Zeitplanung auf die Termine deiner Tochter einstellen.
Hier wäre halt die Frage, ab wann eine Aufnahme in ein Internat erfolgen könnte, d.h. über welchen Zeitraum der Fahrtaufwand voraussichtlich betrieben werden müsste. Bei den Jungs erfolgt die Internatsunterbringung zumeist ab U14. D.h. es wäre bei einem 2007er der im Sommer wechselt nur ein Jahr Fahrerei. Die Frage, ob es individuell richtig ist, mit 13 Jahren das Kind ins Internat zu geben, lass ich jetzt mal offen.
Soweit mir bekannt, gestaltet es sich bei den Internatsplätzen für die Mädels etwas schwieriger. Eine mir bekannte Spielerin erhielt trotz 100 km Anreise keinen Platz, weil dieser für Spielerinnen vorgehalten wurde, die noch weiter weg wohnten. Das führte dann zum Wechsel des NLZ.
Ein genereller Unterschied zwischen Jungs und Mädels wurde ja schon beschrieben: Jungs wechseln früher in die NLZ als Mädels und Jungs haben es, so zumindest meine Erfahrung, in späteren Jahren ungleich schwerer vom Dorf noch den Sprung in ein NLZ zu schaffen.
Du beschreibst das Jugenteam deiner Tochter durchaus positiv und am Stützpunkt kann sie auch noch ein Jahr bleiben, warum soll sie dann in diesem Sommer schon wechseln?
Mein Vorschlag wäre: die Mädelsmannschaft bringt sie offensichtlich nicht weiter, das würde ich weglassen. Stattdessen regelmäßig am Training des NLZ und hin und wieder an Testspielen teilnehmen. So gewöhnt sie sich und ihr euch langsam an den Zeitaufwand, sie bleibt beim NLZ im Fokus und ihr lernt das Umfeld besser kennen. Sollte das NLZ ernsthaft Interesse an deiner Tochter haben, werden sie dieser Vorgehensweise zustimmen.