Beiträge von Grätsche
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Darf ich nochmal auf den Ursprung des Beitrags zurück kommen? Mich würden eure Erfahrungen wirklich interessieren
Hier im Kreis gelten für alle offiziellen Turniere Futsalregeln. D.h. 1+4, bis einschl. E jedoch ohne kummulierte Fouls, 4 Sek.-Regel und effektive letzte Minute. Ich wechsel im Block nach der halben Spielzeit, wenn wir in Ballbesitz sind. Die beiden Blöcke versuche ich etwa gleich stark zu machen. Grundordnung variiere ich zwischen 2+2 oder Raute. Alle Spieler kenne vor dem Spiel ihre jeweilige Position und es gibt mit dem Blockwechsel weniger Durcheinander, als wenn einzeln gewechselt wird. Außerdem gibt es keine Fragerei "Trainer, wann komm ich rein". Durch die in etwa gleich starken Blöcke spielen zwar die besten 4 nicht zusammen, wodurch ich wahrscheinlich bessere Platzierungen verhindere, allerdings fühlt sich auch kein Block als "Loser".
Die Defizite des "dicken Paule" werden natürlich im Futsal noch deutlicher sichtbar, als beim 1+7 auf dem Feld. Meine Mannschaft und fast alle Eltern haben gelernt es zu akzeptieren, dass alle spielen, die auch trainieren.
Vielleicht hilft dabei der Umstand, dass wir qualitativ im Mittelfeld anzusiedeln sind. D.h. selbst ohne "Paule" würde es nicht zum 1. Platz reichen. Und so werden wir halt mit allen Kindern 4. oder 5. statt vielleicht 2. oder 3. nur mit den Besten.
Auch bei den Einladungsturnieren wird immer mehr Futsal gespielt, nur noch wenige spielen nach alten Regeln im 1+5 auf Kleinfeldtore. Da ich aktuell einen 13er Kader habe und eig. immer mind. 2-3 KInder nicht können, fällt dann ein Blockwechsel aus. Ich versuche dann zu wechseln, dass kein Spieler komplett durchspielt.
Meiner Erfahrung nach ist es von Vorteil, bereits vor dem Spiel, egal ob Halle oder Feld, die Wechselzeiten und Wechselspieler festzulegen. Durch entsprechende Kommunikation an Spieler und Eltern gibt es auch im Nachhinein keine Diskussion. So geplant kommen auch alle Spieler auf genügend Einsatzzeit.
Ohne vorherigen Plan kann es nur zu leicht vorkommen, dass in Abhängigkeit vom Spielstand "Paule" eben doch nur ein paar Minuten ran darf, weil der Trainer hofft, das Spiel noch zu gewinnen. Durch eine vorherige Festlegung verpasst sich der Trainer auch so eine Art "Selbstbindung", die verhindert "schwach" zu werden und nach Erfolg aufzustellen. -
Das kommt bei allen gut an.
Na dann findet sich doch sicher jemand, der dir zukünftig bei der Orga mithilft bzw. sie übernimmt.
Der Co-Trainer, der im Jan beginnt ist übrigens auch aus dem Elternkreis.
Es scheint also im Elternkreis doch ein paar Engagierte zu geben. Vielleicht kannst du die Truppe schon vor dem Sommer teilen?
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Irgendwie macht das gerade keinen Spaß und ich fühle mich wie der Depp vom Dienst.
Willkommen im Leben einen KiFu-Trainers. Unabhängig von Nationalität und Herkunft scheinen immer mehr Eltern zu glauben, sie geben ihr Kind in einem Verein ab und dann wird es betreut. Ähnlich wie in einer Ganztagsschule. Sie zahlen ihren Obolus, holen und bringen das Kind und dann war es das. Vereinsleben wie es einmal wir, gibt es nur noch sehr selten.
Dieses Verständnis, dass zu einer Mannschaft eben mehr gehört, als nur Training und Spiel, muss sich bei vielen Eltern erst entwickeln. Insbesondere wenn sie selbst nie in einem Verein aktiv waren, wird dies ein langer Weg. Im F-Alter sehen Eltern mitunter im Fußball eh nur eine temporärer Beschäftigung für ihre Kinder, in die sie nicht übermäßig Energie rein stecken wollen.
Anstatt eines Teambuildingevents würde ich dir empfehlen in einem Elternabend klar deine Vorstellungen zu kommunizieren. Natürlich erreichst du damit nicht alle. Dennoch finde ich es wichtig, weil sicherlich einige Eltern dein "Problem" als solches noch gar nicht erkannt haben. Die Verkleinerung der Gruppe ab Sommer hilft dir natürlich kurzfristig nicht weiter und Bock auf ein halbes Jahr "Weiter so" hast du sicher auch nicht.
Gibt es in deiner Elternschaft engagierte Elternteile? Falls ja, binde sie als Teamleiter mit ein. Ich hatte in meinen Mannschaften im Kleinfeldbereich bislang zumindest immer ein Elternteil, welches Zeit und Lust hatte, viele organisatorische Dinge zu übernehmen. Das ging von der Weihnachtsfeier, über Ausrüstungsbestellungen bis zum Fahrdienst.
Ebenfalls sehr wichtig ist, wie die Eltern angesprochen werden. Wenn ich in eine whattsapp-Gruppe schreibe, wer nimmt die Trikots mit, wird sich niemand melden. Also frage ich konkret X und Y nehmt ihr bitte die Trikots mit? Nachdem ein paar Mal schreibe ich dann A und B waren noch nicht dran, wollt ihr die Trikots dieses WE oder nächstes WE mitnehmen?
Wenn gar nichts funktioniert, werden sie halt mal nicht gewaschen. Eltern und Kinder müssen lernen, dass der Trainer nicht das Mädchen für alles ist. Da würde ich auch schon mal eine Weihnachtsfeier ausfallen lassen.
Du schreibst von einer Neujahrsparty. Wessen Idee war das und wer organisiert das Ganze? -
Über welche soziale Norm hat sich denn ein Kind einer Breitensportmannschaft, in der es um nichts anderes als um den gemeinsamen Spaß am Fussball geht, hinweggesetzt?
Pünktlichkeit, Ehrlichkeit (Ausrede oder tatsächlicher Verhinderungsgrund), Verantwortungsbereitschaft.
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Wie wäre es beispielsweise, wenn du dem Jungen sagst, dass er sich über mehr Training mehr Spielzeit erkämpfen kann und dabei spielte er bei mir dennoch mindestens die halbe Spielzeit
Halbe Spielzeit für einen Spieler, der nur 50 % der Trainingszeit mitmacht? Wie erklärst du das den anderen Kindern, die mit 75 % Beteiligung vielleicht auch nur auf die halbe Spielzeit kommen?
Denn nur mit entsprechendem Einzugsgebiet bleiben hierbei ausreichend Spieler übrig um auch in der C-Jugend noch einen notwendigen Kader zu stellen. Und im Zweifel kann dann ja immer noch eine SG, JFG oder sonstiges herhalten. Es waren ja einfach nicht ausreichend Kinder da und das ist ja dann dsa Problem vom C-Trainer und nicht meines!!!! - daher ein Luxusproblem
Hast du schon mal ein C trainiert, bei der die Spieler von der F an kommen konnten wann sie wollten, aber immer gespielt haben? Ich weiß nicht, was da schlimmer ist ein (zu) kleiner mir motivierten Spielern oder ein auf dem Papier ausreichend großer Kader, wo man aber nie weiß, wer denn gedenkt zum Training oder zum Spiel Lust zu haben.
Wenn es in der F oder E zugelassen wird, dass Spieler sich über allgemeine soziale Normen hinweg setzen, dann wird es ganz schwer, sowas in der C wieder einzufangen. -
und ihm gesagt, dass er eigentlich dran gewesen wäre, aber seine Mutter aufgrund des Kindergeburtstags abgesagt hatte - als seine Mutter dann die Halle betrat, beschwerte er sich lauthals, dass er doch lieber Fußball spielen wollte, als auf den Geburtstag gehen, und er könne ja beides etc. Seit dem gab es nie wieder Probleme mit diesem Kind
Wie oben geschrieben, habe ich so etwas auch versucht und bin damit schön auf die Nase gefallen. Es kann also funktioniere, muss aber nicht. Ich wäre deshalb vorsichtig damit, Kind gegen Mutter "auszuspielen".
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@Philirinho
Kenne die Situation nur zu gut. Habe bei mir auch zwei 2007er, bei denen die übervorsichtigen Mütter zu Trainingsausfällen von 30 % und mehr beitragen. Der Grund Schule wird gern vorgeschoben, ist aber in diesem Alter wirklich nur selten die wahre Ursache. Im Durchschnitt kommen meine Spieler (3. und 4. Klasse) auf etwa 15-30 Minuten Hausaufgabe pro Tag. IdR ist spätestens 13 Uhr 30 Schulschluss, bis zum Trainingsbeginn um 17 Uhr ist ausreichend Zeit, um die Hausaufgaben zu erledigen. Wenn Arbeiten anstehen muss gelernt werden, ok. Aber lernen die Kinder wirklich abends um 17-18 Uhr 30? Oder am Wochenende vormittags, wenn die Spiel sind?
Ich habe mit meinen betreffenden Müttern das Gespräch gesucht. Habe ihnen die Gründe aufgeführt, warum es wichtig ist, dass die Kinder regelmäßig trainieren (die Kinder selbst sind eig. total fußballverrückt), habe die gruppendynamischen Prozesse erläutert, die sie ihren Kindern vorenthalten, habe meine Hilfe beim Transport der Kinder angeboten. Die eine Mutter hat sich alles angehört, geändert hat sich nichts.
Die andere Mutter versucht meine Hilfe anzunehmen, ist aber von ihrer Natur her unheimlich besorgt. D.h. bei Schnupfen wird nicht trainiert, wenn das Kind sich nach der Schule schlapp fühlt, wird es vom Training entschuldigt.
Letztlich muss ich die Situation akzeptieren. Es gibt nun mal Eltern, für die haben andere Dinge Vorrang. Und da ich eine Dorfmannschaft trainiere, kann und werde ich auf diese Kinder auch nicht verzichten. Es wurmt halt schon, aber ist wohl nicht zu ändern. Bei einem anderen Spieler hatte ich einmal versucht, ihn zu überzeugen, seine Wünsche (nämlich regelmäßig zu trainieren) gegenüber seiner Mutter deutlich zu vertreten. Dieser Versuch ist kläglich gescheitert und die Mutter hat dem Spieler das Training richtig madig gemacht, so dass er am Ende gar nicht mehr kam.
Ich empfehle dir also, mit der Mutter zu sprechen. Mglw. gibt es besondere Umstände bei ihr. Versuche sie zu überzeugen, ihrem Sohn die Teilnahme öfter als bislang zu ermöglichen. Wenn sich nichts ändert, würde er bei mir weniger Spielzeit bekommen. Es ist vielleicht hart, den Jungen für das Verhalten seiner Mutter zu bestrafen, aber im Team kommt es mit Sicherheit bei denen, die fast immer trainieren, nicht gut an, wenn er genauso viel Spielzeit bekommt. -
@Don Quijote
Interessanter Artikel, interessant auch deshalb, weil der Artikel schon etwas älter ist. Die Zahlen beim VfB dürften nach dem Doppelabstieg deutlich niedriger ausfallen.
Den von Kraaz angebotenen Vergleich nehme ich einmal auf: zumindest aktuell wäre Mainz wohl vorn. Von der II. haben es Seydel, Hack und Serdar zu Einsätzen in der BuLi gebracht. Bei Frankfurt fällt mir nur Barkok ein, dem Sprung vom Juniorenbereich gelungen ist.
Natürlich ist dies auch nur wieder eine Momentaufnahme.
Wenn ich jetzt die Marktwerte der drei Mainzer als Berechnungsgrundlage nehme, dann würden die eingesparten Ablösesummen das NLZ für ein Jahr fast schon refinanzieren. Natürlich kann man hinterfragen, ob Mainz die Spieler tatsächlich gekauft hätte. Allerdings scheint der Bedarf vorhanden gewesen zu sein und die Qualität stimmt offensichtlich auch.
Die Eintracht dagegen hat sich einige jüngere Spieler ausgeliehen. Sofern diese überhaupt fest verpflichtet werden können, werden sie ordentlich Geld kosten.
Eine Bewertung beim VfB fällt natürlich schwieriger aus. Aber immerhin stammen mit Baumgartl, Sama und Zimmermann immerhin drei Spieler aus der II. Mannschaft der jüngeren Vergangenheit. Baumgartl war ja im Sommer bereits viel umworben. Bei einem Wechsel würde der VfB ordentlich verdienen. -
Wer von euch macht Teambesprechung zur Halbserie bzw generell und lasst Ihr darin Dinge einfließen die nicht immer gut laufen?
Und wenn ja welche? Wir möchten bei uns einmal die ständigen Abmeldungen zum Training ansprechen bzw das ständige zu spät kommen.Offensichtlich hat sich bei euch ein Problem aufgebaut. Meine Frage: habt ihr das Problem schon einmal (für alle) thematisiert?
Ich finde es nicht gut, Disziplinlosigkeiten eine Weile laufen zu lassen und erst zur Winterpause besprechen zu wollen. So habe ich deinen Text verstanden, korrigiere mich bitte, wenn ich das falsch interpretiert habe.
Persönlich spreche ich Dinge wie zu spät kommen, unterbliebene Abmeldungen etc. sofort an. In meinem Altersbereich liegt es ja meistens noch an den Eltern, in der D schon häufiger an den Spielern selbst. Du siehst sie doch jede Woche, sprich sie doch direkt an.
Für grundsätzliche Ansagen nutze ich gern auch die Weihnachtsfeier. Eltern und Spieler wissen, dass eine kleine Auswertung der Halbserie inklusive statistischer Auswertung der Trainingsbeteiligung kommt. Dort spreche ich dann auch immer die Dinge an, die gut gelaufen sind und auch die, die weniger gut gelaufen sind. -
Ist das bei euch noch so, dass man auf den Bolzplatz geht und guckt , ob da ein paar andere Kinder zum kicken sind oder wird das irgendwie organisiert ?
Ja, bei uns auf dem Dorf ist das auch noch so. Entweder sprechen sich die Kids in der Schule ab oder über whatsapp.
Meine Beobachtung ist, dass die Kids auf dem Bolzplatz an ihren Stärken arbeiten, aber nicht an ihren Schwächen. Der Dribbelkönig versucht alle im Alleingang zu lösen, der Junge mit den dicken Oberschenkeln schießt aus allen Lagen und der Paule geht am liebsten ins Tor, weil er so auch mitspielen darf und sonst eh keiner ins Tor möchte.
Ich kann nicht erkennen, dass das Spielen auf dem Bolzplatz allgemein gültige Rückschlüsse auf irgendeine bestimmte Entwicklung zu lässt. Dies gilt allerdings für unseren Dorfbolzplatz. In den Großstädten, wo teilweise um Geld gezockt wird, ist es sicher anders. Hier besteht letztlich auch ein andere Antrieb an den Schwächen zu arbeiten, sei es Geld oder sei es einfach nur, um einen Platz im Team zu erspielen. Eine solche Konkurrenzsituation gibt es bei uns nicht. Es sind nie zu viele für zwei Mannschaften.
Um auf das eigentliche Thema Handlungsschnelligkeit zurückzukommen: Spielformen oder Übungsformen mit Entscheidungsdruck. Entscheidungen zu treffen lernen die Kids nur, wenn sie sie auch treffen müssen. -
Von diesem Maedchen hat unser Trainer immer gesagt, dass sie Weltklasse sei.
Diese und ähnliche Einschätzungen höre ich immer nur von Personen, die selbst nur Kreisklasse gespielt haben.

Somit muss zunächst die Bezugsgruppe feststehen, bevor der Begriff "Talent" definiert werden kann.
Ausgehend von oben geschriebenem, kommen Einschätzungen zu Spielern eben häufig auch von Personen die außer der eigenen Mannschaft keinen Vergleichsrahmen haben.
Ich empfehle jedem Nachwuchstrainer im Altersbereich E/D einmal zum Sichtungstraining des Stützpunktes in seiner Nähe zu gehen. Da relativieren sich die "herausragenden" Fähigkeiten einiger Dorfstars ganz schnell.
Letztlich können doch im KiFu nur die wenigsten Trainer die Fähigkeiten ihrer Spieler objektiv an den Lernzielen der Altersklasse einschätzen. Typisches Beispiel ist für mich die Anzahl der erzielten Tor. Im Bereich bis F1 teilweise sogar noch E2 reicht ein harter, einigermaßen platzierter, Schuss aus, um reichlich Tore zu schießen. Ein solcher Spieler wird von den unwissenden Eltern und leider auch Trainern dann als Supertalent gefeiert. Beweglichkeit im Spielen und Denken, Leistungswille etc. werden häufig ausgeblendet.
Ausgehend von meinen Erfahrungen haben diejenigen Spieler die "besten" Entwicklungen genommen, deren Willen am ausgeprägtesten war und die für ihren Sport gelebt haben. Das waren nicht immer die besten Fußballer, aber vielleicht die Leidenschaftlichsten.
Diese Leidenschaft ist aber eben auch nicht konstant. Und hier sehe ich einen Grund für den drop out vieler "Talente".Sie brennen so für ihren Sport, dass sie am Ende verbrennen.
Aktuell habe ich einen Spieler vor Augen, der wahrscheinlich gerade dabei ist, sein Talent zu verspielen. Im F-Alter überragend. Wechsel zu einem NLZ. Dort im Kleinfeldbereich auch überragend. Tore über Tore. Technisch stark, schnell, Übersicht. Aber die Lust sich zu quälen geht allmählich verloren. "Es ging ja sonst auch". Irgendwann reicht das "Talent" allein eben nicht mehr. Mit Wechsel auf das Großfeld wurde es immer schwieriger. Nun steht er am Scheideweg, Junioren-Bundesliga oder zurück ins Dorf.
Gegenbeispiel: Fleißiger Arbeiter, der einen unglaublichen Willen hat. Er muss sich alles erarbeiten, bekam nichts in die Wiege gelegt. Über Jahre hinweg macht er selbst die einfachsten Übungen gewissenhaft und korrekt, versucht sich bei jedem Training weiter zu entwickeln. Inzwischen im Großfeldbereich ein vielseitig einsetzbarer Akteur und Leistungsträger in einer NLZ- Mannschaft.Einen letzten, aus meiner Sicht, wichtigen Punkt möchte ich noch ansprechen: die Familie im Hintergrund. Oftmals werden Vorurteile bestätigt. Selbst hier auf dem Dorf habe ich in den vergangenen Jahren genügend Beispiele kennengelernt. Vom schlampigen Genie mit absolut chaotischen Eltern, über den erfolgsgeilen Vater mit Kreisklassenvergangenheit der seinen Sohn unbedingt im NLZ sehen will, bis hin zum Straßenkicker, bei dem die Eltern mit dem Thema Fußball gar nichts anfangen können und wollen.
Es ist kaum verwunderlich, dass sich die Kinder, deren Eltern das Hobby unterstützen, ohne Druck auszuüben (wobei auch mal ein Tritt in den Hintern erlaubt ist) nach meiner Erfahrung am besten entwickelt haben (im Sinne von Spaß am Fußball erhalten haben, dabei geblieben sein und sich fußballerisch verbessert haben). -
In unserem Verein haben aus der Jugend mehrere Teams (interessanterweise die besten) eine Teilnahme an der Hallen-Kreismeisterschaft abgesagt, weil mit Futsal gespielt wird.
Die Begründung ist immer die gleiche: Futsal-Bälle wären im Schuss zu langsam, außerdem kleiner als normale 5er Bälle und das Ganze hätte nichts mit Fußball zu tun. Ich sehe das anders, aber in der Realität sieht es tatsächlich so aus, dass wir nur bei der offiziellen Hallen-Kreismeisterschaft mit Futsal-Ball und nach Futal-Regeln spielen.
Ich weiß gar nicht was schlimmer ist, eure Trainer, die die Hallenmeisterschaft mit diesen fadenscheinigen Gründen ablehnen oder die Funktionäre eures Kreisverbandes, die diese Absage akzeptieren. Bei uns ist die Hallenrunde nach Futsalregeln Pflichtveranstaltung. Wer nicht teilnimmt bekommt ne saftige Geldstrafe. Spätestens da müssen sich die Trainer/Jugendleiter gegenüber dem Vorstand rechtfertigen und das macht keiner gerne.
Zum 5er Ball: bei uns wird im Kreis bis einschließlich U 11 mit einem 4er gespielt und das finde ich auch richtig. U12 und U 13 dann mit 5er light.
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Große Veranstaltung bei F-Junioren? Mmh...
Meiner Erfahrung nach sind es wohl eher für die Eltern/Trainer große Veranstaltungen. Für die Kinder in dem Alter sind alle Turniere/Spiele gleich wichtig.
Deshalb meine Empfehlung: anstatt über die Wichtigkeit zu sprechen, einfach sagen am Wochenende steht ein Turnier/Spiel an und mehr nicht dazu sagen. Wenn vorher Spannung aufgebaut wird, wie z.B. zum Turnier kommen NLZ A, B und C oder "wenn ihr erster werdet zieht ihr in die Endrunde ein", dann muss man sich nicht wundern, wenn die Kinder übernervös reagieren. Ein Grundmaß an Nervosität ist sicher normal und auch gut für die Leistung (insofern passt das Statement erfahrener Sportler), aber durch "künstlich" erzeugten Druck wird man eher schaden.
Vor einer Arbeit in der Schule sagt man seinem Kind auch nicht: du musst eine 1 bekommen, sondern lern fleißig, damit du eine gute Note bekommst. -
hab einen Festen der das Talent hat und es langfristigt ausüben möchte.
Von einem festen Keeper rate ich dir ab. Und "langfristig ausüben" kann bei einem F-ling nächste Woche ganz anders aussehen.
Es spricht sicher nichts dagegen, wenn einer besonders gern ins Tor geht, ihn öfter rein zu stellen als Andere, aber nicht ausschließlich. Ich habe in der F mal eine Saison durchgezogen, wo jeder wenigstens ein Spiel ins Tor "musste". Bis auf einen, der sich absolut geweigert hat, standen auch alle mal drin. -
Ich frage mich ob es für die Kinder nicht auch eine wichtige Erfahrung ist, akzeptieren zu müssen, dass man eben nicht alles aushandeln kann und man manchmal auch einfach eine Entscheidung eines anderen akzeptieren muss, selbst wenn sie falsch sein sollte.
Diese Frage beschäftigt mich auch seit geraumer Zeit. In der Zeiten der "Blümchen-Pädagogik" blicken Kinder recht schnell, dass sie sich mit guten Ausreden vieles erlauben können, ohne sanktioniert zu werden. Aktuelles Bsp. von einem Spieler: ein Mitspieler isst prinzipiell im Unterricht, anstatt in der Pause. Am Anfang wurde er von der Lehrerin noch ermahnt, nach endlosen Diskussionen hatte sie jedoch keine Lust mehr darauf und hat das Verhalten zugelassen.
Und solche Kids kommen dann zum Sportverein und meinen sich dort genauso benehmen zu können.
Nach meinen Erfahrungen wird ohne Schiris auch mehr diskutiert. Zum Großteil wird dies von erfolgsorientierten Trainern vorgelebt, aber zum Teil kommt es eben auch von die Kids selbst. Hingegen ist ein Schiri in dieser Altersklasse eher noch eine Respektsperson, wo eben nicht diskutiert wird, wenn eine Entscheidung getroffen wurde.
In meiner örtlichen Grundschule gibt es bis zum Halbjahr der 3. Klasse keine Noten. Gerade leistungsstarke Schüler empfinden dies häufig als negativ, weil sie ihre guten Leistungen nicht honoriert sehen.
Vergangenen Winter habe ich mit meiner damaligen U11 an einem Hallenturnier teilgenommen, bei dem es keine Platzierungen gab. Am Ende wollten fast alle Spieler wissen, welchen Platz sie belegt haben.
Gestern habe ich mir mal den Spaß gemacht und bei den Bambinis unseren Vereins zugesehen. Was war am Ende des Abschlussspiels für die Knirpse wichtig? Wer hat gewonnen.Letztlich habe ich mich in der Schulzeit schon immer ein wenig über die Vergabe von "mündlichen" Noten aufgeregt,
Das ging mir genauso. Ich hatte immer den Eindruck, dass es keine wirkliche Bewertungsmatrix wie bei schriftlichen Tests gab, sondern das aus dem Bauch heraus nach Sympathie und Antipathie entschieden wurde.
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Hier kann man Ansetzen. Kein freier Zugang zu städtischen Anlagen ohne Jugendarbeit. Keine Zuschüsse von kommunalen Träger ohne Jugendarbeit. Mindestens 50 Prozent der gemeldeten Spieler müssen Jugendliche sein. Ansonsten kein Zugang zur offiziellen Spielrunden.
Erst wenn die Vereine gezwungen werden, sich im Wettbewerb um und zu Gunsten der Kinder zu bewegen, werden die Vereine wieder einen Teil ihrer auch normierten Aufgaben wieder wahrnehmen.Auch wenn ich kein Freund von Verboten und Vorgaben bin, hier sehe ich es genauso. Anscheinend geht es nicht ohne Zwang.
Jahrelang gab es zu wenig Schiris. Dann wurden die Vereine erst mit Geldstrafen und dann mit Punktabzügen bestraft. Und siehe da, plötzlich gab es wieder mehr Schiris.
Oder die Ausbildungsentschädigung bei Fehlen einer A-. B- oder C-Juniorenmannschaft. Da wird ein Wechsel selbst in der Kreisklasse richtig teuer.
Nichts anderes wurde gemacht, als die Profivereine zum Aufbau von NLZ gezwungen wurden.
Was würde wohl passieren, wenn die 1. Seniorenmannschaft einen Punktabzug erhält, weil der Verein nicht genug Nachwuchsmannschaften hat?
Spätestens im C-Juniorenalter gehen die Kinder doch ihre eigenen Wege, stimmt da die Qualität des Trainers nicht (Brüllaffe), fliegen die Mannschaften auseinander. Also muss der Verein automatisch an guter Nachwuchsarbeit interessiert sein. Eine weitere Möglichkeit wäre die Vergabe von Hallenzeiten oder Sportplätzen an die Zahl der Kinder und Jugendlichen zu koppeln. Was glaubt ihr wie schnell sich etwas ändert, wenn die 1. Seniorenmannschaft nicht auf den Rasenplatz darf. -
Ich schließe mich an: ein 0:8 gegen eine zwei Ligen höher spielende Mannschaft ist in der B ein sehr gutes Ergebnis. Solche Ergebnisse kommen hier in der Gegend häufig innerhalb der gleichen Liga vor.
Positive Erfahrungen habe ich mit Rugby oder American Football gemacht. Bei den aktuellen Platzbedingungen macht es noch mehr Spaß. Schlamm und Körpereinsatz.
Die Jungs powern sich ordentlich aus und kommen auf andere Gedanken. -
Denn nach dem ich mehr Zeit zur Beobachtung der inneren Strukturen von Vereinen hatte, zeigt sich insbesondere bei den Trainern die nicht Vater eines Spielers sind, trotzdem ein starker Nespotismus. Hier werden teilweise in erschreckender Weise Spieler mit entsprechendem familiären Hintergrund bevorzugt. Dies wird aber nicht in dem selben Umfang thematisiert.
Scheinbar weil die entsprechenden Eltern auch gegenüber dem Trainerpapa über mehr Einfluss verfügen.
Danke, @AKjfv, genau diese Beobachtungen habe ich auch gemacht. Sei es der Sohn des Vereinspräsidenten oder der des Hauptsponsors oder der Sohn des Firmenchefs, bei dem der Trainer arbeitet. Diese Spannungsverhältnisse werden sehr viel seltener thematisiert, als bei der Vater-Sohn-Beziehung.
Diskussionen kommen i.d.R. aber immer nur von einzelnen Eltern auf, wenn ihre eigenen Kinder betroffen sind. So lange die eigenen Kinder ihre Spielzeiten bekommen und vielleicht auch der Erfolg da ist, wird fast alles akzeptiert, obwohl die meisten Eltern merken, dass die Vorgehensweise nicht gut ist. Viele haben Angst öffentlich etwas zu sagen, weil sie Nachteile für ihr Kind befürchten. -
Ab wann sollst du die F denn übernehmen?
Wenn es erst zur nächsten Saison sein sollte, dann würde ich dir empfehlen bis dahin als Co-Trainer einzusteigen.
Die Hinweise von @st_84 sind sehr gut.
