Auch ich bin ein Leidensgenosse
In der Theorie klingt alles immer ganz logisch und einfach und dann kommt die Praxis...
DEN Weg gibt es vermutlich nicht. Zwar ähneln sich die Situationen, doch der Teufel steckt im Detail.
Wie sieht es denn mit der Trainingsbeteiligung aus?
Früher habe ich sehr stark auf gleiche Spielzeiten geachtet, unabhängig von der Beteiligung. Ich hatte aber immer wieder ein paar Kinder dabei, die das offensichtlich ausgenutzt haben und stattdessen lieber Eis oder Zocken waren (jedenfalls lag es nicht an den Eltern). Deshalb achte ich mittlerweile schon auf die Beteiligung und hinterfrage auch Absagen.
Angenommen bei dir ist die Beteiligung aller Kinder gleich gut, dann halte bitte auch an der Rotation fest. Auch wenn die Niederlagen weh tun und auch wenn die Eltern murren. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass die Niederlagen zwar den Kindern nicht egal sind, wenn sie aber ein Tor schießen, ist alles halb so wild. Ich hatte in den letzten Jahren immer 7 oder 8 verschiedene Torschützen bei einem 12 Kader und das obwohl wir relativ wenig Tore geschossen haben. Aktuell sind es auch schon wieder 6 Kinder. So etwas muss den Eltern auch einmal gesagt werden.
Zu deiner Frage wie rotiert werden sollte, habe ich die Erfahrung gemacht, dass es bei meinen Spieler am besten klappt, wenn sie ihre Seite (rechts/links/Mitte) beibehalten. Bei uns wird 8 gegen 8 gespielt, was die Rotation im Vergleich zum 7 gegen 7 etwas erschwert, zugleich aber auch andere Positionen möglich macht. Am Besten funktioniert die Rotation auf Turnieren, wo ein Kind eine Position für jeweils ein komplettes Spiel einnimmt.
Bei der Gruppenzusammensetzung würde ich darauf achten, stärkere und schwächere Spieler zu mischen. Ein Bekannter hat stets mit der stärksten Formation begonnen und danach immer mehr schwächere Kinder rein gebracht. Das hat nie funktioniert. Andersherum bringt es auch nicht viel, weil die guten Spieler dann fast immer mit einem Rückstand beginnen werden.
Ich habe jedenfalls versucht, die Guten und die Wenigerguten zu mischen. Allerdings kam da von Spielern und Eltern auch immer mal Kritik, weil "die Guten nie zusammenspielen durften". Konnte das dann zwar aufgrund meiner Spielzeitaufzeichnungen widerlegen, aber so richtig weg war das Thema damit nicht.
Im Training bilde ich meistens zwei Gruppen und trenne die Stärkeren von den Schwächeren. Seitens der Eltern ist das kein Problem, die sind nämlich nicht mehr dabei.
Habe vor der Saison darum gebeten, dass sie nicht mehr am Trainingsplatz benötigt werden.
Das Thema Spielaufbau wurde hier ja schon mehrfach thematisiert. Wenn du altersgemäß ausbildest und auch rotierst, werden deine Spieler mit der Zeit in der Lage sein, den Ball unter Druck annehmen zu können und auch weiterzuleiten.
Bleibe bei deinem Vorhaben, du kannst es gut begründen. Wenn du dich um des "Erfolgs" wegen von deinem Weg abbringen lässt, ärgerst du dich später mehr, als über die verlorenen Spiele.