Beiträge von Grätsche

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    mir hat man vom NFV untersagt eine 2011er Mannschaft , deren Spieler gesperrt sind an unseren Vereinsturnieren tteilnehmen zu lassen

    Bin grad sprachlos.
    Eine 2011er Mannschaft die Turniere spielt?
    Und davon sind auch noch Spieler gesperrt?. D.h. da haben 5-jährige schon den Verein gewechselt?

    Oft genug sehe ich in der E-Jugend Trainerkinder, die mit allen Freiheiten ausgestattet divenhaft über den Platz schweben

    Ich nehme eher das Gegenteil wahr, nämlich dass die Trainerkinder härter ran genommen werden. Was da teilweise für Sprüche fliegen. "Ist ja schließlich das eigene Kind und nicht das eines anderen." Die Diven sehe ich nur vereinzelt. Das wird nach meinen Erfahrungen nach oben hin immer seltener, weil die Trainerkinder irgendwann die Lust verlieren oder das Teamgefüge kollabiert.
    Zur Ausgangsfrage: Ich sehe in einer "Bevorzugung" dann kein Problem, wenn das Trainerkind immer voll mitzieht und ein Vorbild an Einstellung ist, während es andere Kinder schleifen lassen.
    Mittlerweile bin ich an dem Punkt, dass ich Spielzeiten von der Einstellung abhängig mache. Es ist in meinen Augen genauso eine unfaire Behandlung der motivierten Kinder, wenn die unmotivierten Kinder genauso viel Spielzeit erhalten.
    Den Sohn als Co-Trainer einsetzen birgt auch die Gefahr, dass dieser sich herausgehoben fühlt. Das kommt dann wieder auf den Charakter des Kindes an. Wenn der kleine Co dann Anweisungen an seine Teamkameraden geben will, kann das auch schief gehen.
    Also @Libra ich würde es von den oben genannten Faktoren abhängig machen. Im konkreten Einzelfall kannst nur du die Situation einschätzen.

    Du hast 2004er Mädchen und 2007er Jungs in einer Mannschaft. Fußballerisch kann das vielleicht sogar passen. In ihrer Persönlichkeitsentwicklung sind die Mädchen aber meilenweit vor den Jungs. Das wird eine Zweckgemeinschaft - aber vermutlich keine Mannschaft.

    Deine Aussage ist Theorie. Ich setze die Praxis dagegen: bei mir hat es sehr gut funktioniert. Es war ein verschworener Haufen.

    @zidane77
    Ich stand vorherige Saison vor dem gleichen Problem. Hatte hier im Forum darüber berichtet.Habe dann 4 2007er hochgezogen und es war für die Kinder ne gute Sache. Sie mussten sich natürlich körperlich erst einmal daran gewöhnen, aber so haben sie sich in jedem Spiel weiterentwickelt, was gegen teilweise 2008er bei den F-Junioren wohl kaum der Fall gewesen wäre.
    Die Kinder waren bei mir aber auch körperlich und geistig in der Lage, einen Jahrgang höher zu spielen. Durch diese Maßnahme haben die 4 praktisch den 2005er Jahrgang gerettet, die übrigens in dieser Saison zusammengeblieben sind.
    Allerdings haben die Kinder bei mir nicht mehr in der F ausgeholfen, das würde ich an deiner Stelle auf das Nötigste beschränken. Zwei Spiele am WE und davon eines gegen zwei Jahre ältere Kinder finde ich eine sehr hohe Belastung.

    Daher finde ich, dass man den Junioren beide Wege aufzeigen aber kein Dogma daraus machen sollte. Wichtiger wäre, diese Spielintelligenz zu entwickeln, zu entscheiden, wohin in dieser Situation am besten gedoppelt werden sollte...

    Diesen Ansatz finde ich richtig. Bei der Vermittlung würde ich auf jeden Fall beide Möglichkeiten aufzeigen.
    Im Wettkampf richtet sich die Ausrichtung dann nach den eigenen Spielern und nach den Fähigkeiten der Gegner. Wenn der Gegner gute Flankengeber hat, dann wäre ein nach innen lenken wohl eine gute Option.
    Gerade außerhalb des Leistungsbereiches macht es aus meiner Sicht mehr Sinn, die Taktik auf Basis der eigenen Stärken und Schwächen festzulegen, anstatt mit den vorhandenen Spielern eine Wunschtaktik umsetzen zu wollen.

    Woher haben den 6 jährige die Einstellung, wenn nicht von den Eltern vorgesprochen?

    Meine Erfahrungen sind etwas differenzierter. Das Ergebnis interessiert schon manche Kinder, vornehmlich die, die auch am Wochenende Bundesliga gucken. Das hängt zwar auch von den Eltern ab, aber nicht immer werden sie auf Ergebnisse getrimmt. Doch selbst bei diesen Kindern ist 5 Minuten nach dem Abpfiff das Ergebnis vergessen, wenn es nicht von den Eltern wieder thematisiert wird.
    Bei den Hardcore-Eltern die selbst bei 6-jährigen mit Tabellenplätzen prahlen, helfen mitunter auch gut gemeinte Gespräche nicht.

    Ich sage auch danke.
    Die Übung kam sehr gut an.


    Und der erste Spieler muss nicht aufs Tor spielen sondern ist gleich Verteidiger, denn alleine aufs Tor laufen mach nicht so



    viel Sinn.( (die Jungs haben sich gewundert "Alleine auf´s Tor ohne Gegner?" )

    Bei mir haben sie auch erst mal dumm geguckt. Die ersten Male sind sie dann direkt vor das Tor gedribbelt und haben sich gewundert, warum sie als Verteidiger gar nicht mehr in den Zweikampf kamen. Sie haben dann relativ schnelle allein kapiert, dass die Schussposition nach dem Umschalten maßgebend für den Zweikampf ist.

    Viele Junge brauchen einfach noch Zeit,... zwar beginnen sie alle immer ziemlich motiviert, jedoch lässt das sehr schnell nach.

    Du lieferst die Antwort selbst.
    Hast du mal versucht mit einem 5-jährigen ein Brettspiel zu spielen? Wenn sie 10 Min. durchhalten, dann ist das schon viel.
    Es ist eben in dem Alter so, dass sich ein Großteil nicht sehr lange auf eine Sache konzentrieren oder begeistern kann. Das kommt mit dem Alter. Es entwickelt sich wenn sie die Vorschule besuchen und wenn sie dann eingeschult sind wird es auch spürbar besser.
    Auf Belohnung würde ich verzichten. Sie spielen weil es ihnen Spaß macht und nicht für eine Belohnung. Als ich dieser Altersgruppe bespaßt habe, gab es immer Gummibärchen, egal ob gewonnen oder verloren.

    Aber er ist glaub auch sehr sensibel. Und ich habe das Gefühl das er es auch sehr geniesst der "Leader" zu sein. Also weis ich nicht ob er sich in der Rolle wohl fühlen würde unter den Großen.

    Bei dem von mir beschriebenen Spieler ist es so, dass er lieber "ohne große Anstrengung" der Star seiner F-Truppe ist, als sich in einer E "beweisen" zu müssen. Für mich wählen er und seine Eltern den "Weg des geringsten Widerstandes". Körperlich und geistig hätte er auf jeden Fall in der E mitspielen können.
    Wie die Situation bei deinem Spieler ist, kannst nur du einschätzen. Aber vielleicht wäre es auch für seine Entwicklung besser, sich durchbeißen zu müssen.
    In der letzten Saison musste ich 4 Spieler aus der F mit hochziehen in die E, damit diese Mannschaft spielfähig bleibt. Hatte das hier auch im Forum thematisiert. Die vier waren alle deutlich überdurchschnittlich in der F und körperlich sowie geistig geeignet. Sie haben ihre Grenzen aufgezeigt bekommen und mussten sich in jedem Spiel beweisen. Einer der vier ist etwas stagniert, die anderen drei haben deutliche Sprünge gemacht. Das sieht man nun im Vergleich mit ihren Altersgenossen, die erst diese Saison zur E gewechselt sind. Und für die verbliebenen Spieler war es letzte Saison auch nicht von Nachteil, dass die Besten weg waren. So kamen sie auf mehr Spielzeit und waren mehr auf sich gestellt.

    Diese Situation kommt gar nicht so selten vor. In den typischen "Dorfmannschaften" hat man eher häufig einen Überflieger pro Team.
    Ist dieser Spieler körperlich und geistig dazu in der Lage, würde ich ihn hoch ziehen. Im vorliegenden Fall in eine E2 oder vielleicht sogar E1.
    Auch wenn seine Freunde in der F1 verbleiben, würde ich ihn zum Training auch nur noch zur E2 oder E1 schicken. Er findet im Training mit der F1 keine Herausforderung. Mit Beschränkungen zu arbeiten macht meiner Meinung nach wenig Sinn. Ich selbst hatte es mal versucht mit der Vorgabe, nur noch den schwachen Fuß zu benutzen. Aber dadurch fördert man die Entwicklung des "Talents" nur sehr bedingt. Es bringt höchstens für die anderen den Vorteil, dass sie nun eine Chance haben.
    Ich beobachte auch gerade einen Spieler einer F in der Nähe. Dort überlassen die übrigen Kids dem besten Spieler die Bälle, der nimmt dann die Gegner aus und hämmert den Ball in den Winkel. Wenn er nächste Saison in die E 2 wechselt, werden es die in der F verbleibenden Spieler doppelt schwer haben, weil sie es nicht gelernt haben, sich selbst etwas zuzutrauen. Leider forciert der Trainer dieses Verhalten noch, in dem er die übrigen Spieler auffordert, den Ball immer an diesen Spieler weiterzugeben.

    ie kleinen Vereine können mit 4 Kindern am Spielbetrieb teilnehmen

    Und das ist für mich das Hauptargument, warum es sich über kurz oder lang durchsetzen wird. Hier in der demografisch geschwächten Provinz haben selbst in der F-Jugend viele Vereine Probleme die erforderlichen 10-12 Kinder für eine 7+1 Mannschaft zusammen zu bekommen.

    Oder man verteidigt als ganzen Team nach Totabschluss in der eigenen Hälfte.

    Genau das habe ich schon einmal praktiziert. Der Gegner war natürlich ziemlich verblüfft. Allerdings setzt so eine Spielweise voraus, dass der Gegner dann in der eigenen Verteidigungshälfte unter Druck gesetzt wird. Andernfalls wird dann von 25 Metern in den Winkel gekloppt und der Gegner bedankt sich noch.
    Was mir ebenfalls aufgefallen ist, dass der Weg zum eigenen Torerfolg recht weit wird. Hatte alle Spieler in der eigenen Hälfte, so dass keine tiefe Anspielstation vorhanden war. Bis dann meine Spieler vor dem gegnerischen Tor waren, war dann häufig die Kraft weg. Ich wollte aber bewusst nicht "die einsame Sturmspitze" vorn parken.

    @fak
    Haben sich die Ergebnis irgendwann gedreht, d.h. hat es sich später "bezahlt gemacht" so vorzugehen?
    Ich frage deshalb, weil ich in den beiden letzten Jahren u.a. durch die Rotation und Spielzeitenverteilung relativ viel verloren habe. Wie du es auch schon beschrieben hast, sind bei mir ebenfalls Kinder dazu gekommen bzw. ein Kind geblieben, welches in den meisten anderen Mannschaften wohl aussortiert worden wäre.
    Mein subjektiver Eindruck ist, dass "meine" Spieler variabler sind, als die meisten Gegner. Allerdings schlägt sich das in den Ergebnissen nicht nieder. Einige Kinder hatten vorher einen Trainer, der rein nach Ergebnis aufgestellt hat, keine Positionsrotation und klare Trennung zwischen Stamm- und Wechselspielern. Die Eltern von den "Wechselspielern" sind natürlich froh, dass ihre Kinder nun mehr spielen. Allerdings sieht man nun ihre Defizite noch deutlicher. Hingegen rumort es bei zwei- drei Eltern der früheren Stammspieler schon manchmal.

    also mit libero

    Habt ihr in der Vorbereitung bzw. in den bisherigen Spielen auch mit Libero gespielt?
    Wenn ja, würde ich das zumindest für das Spiel gegen den Tabellenführer beibehalten. Wir brauchen uns hier sicher nicht über die Vorteile einer Raumverteidigung unterhalten. Dennoch würde ich gegen den Spitzenreiter keine Experimente versuchen. Die Einführung der Raumverteidigung bei einer Dorfmannschaft mit 1 bis 2 mal Training in der Woche und ggfs. noch wechselnder Beteiligung dauert nach meiner Erfahrung mehrere Monate, bis es einigermaßen sitzt (ich gehe davon aus, die Spieler haben bislang nur mit Libero gespielt).

    Hier auf dem Land haben die Dörfer ca. 1000 Einwohner, manche ein paar mehr, manche ein paar weniger. Gibt auch noch kleinere Dörfer, wo es jedoch keine eigenständigen Vereine (mehr) gibt.
    In den Dörfern mit Vereinen gibt es meist nur noch im Kleinfeldbereich eigene Mannschaften, dann fast immer aus mehreren Jahrgängen gemischt. Ab D-Junioren gibt es eig. nur noch Spielgemeinschaften. Reine Jahrgangsmannschaften gibt es aber auch dort nur selten. Bei den städtischen Vereinen gibt es pro Jahrgang eine Mannschaft, bis etwa B-Junioren. Im gesamten Fußballkreis gibt es bei den B-Junioren noch drei-vier städtische Vereine, die zwei Mannschaften bilden können.
    Unter dieser Rahmenbedingungen ist es fast ausgeschlossen, mit einer Dorfmannschaft (bleibe mal bei den 1000 Einwohnern) irgendetwas zu gewinnen. Alle paar Jahre gibt es aber eine besonders starke Truppe, wo dann auch mal etwas möglich ist. Erinnere mich an eine Mannschaft aus einem 700 Einwohnerdorf. Diese Truppe spielte den gesamten Nachwuchs zusammen und hatte das Glück, immer auch gute Trainer zu haben. Sie schafften es im Seniorenbereich bis in die damalige 5. Liga, ohne Einkäufe von außen.

    Auch ich bin ein Leidensgenosse ;)
    In der Theorie klingt alles immer ganz logisch und einfach und dann kommt die Praxis...
    DEN Weg gibt es vermutlich nicht. Zwar ähneln sich die Situationen, doch der Teufel steckt im Detail.
    Wie sieht es denn mit der Trainingsbeteiligung aus?
    Früher habe ich sehr stark auf gleiche Spielzeiten geachtet, unabhängig von der Beteiligung. Ich hatte aber immer wieder ein paar Kinder dabei, die das offensichtlich ausgenutzt haben und stattdessen lieber Eis oder Zocken waren (jedenfalls lag es nicht an den Eltern). Deshalb achte ich mittlerweile schon auf die Beteiligung und hinterfrage auch Absagen.
    Angenommen bei dir ist die Beteiligung aller Kinder gleich gut, dann halte bitte auch an der Rotation fest. Auch wenn die Niederlagen weh tun und auch wenn die Eltern murren. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass die Niederlagen zwar den Kindern nicht egal sind, wenn sie aber ein Tor schießen, ist alles halb so wild. Ich hatte in den letzten Jahren immer 7 oder 8 verschiedene Torschützen bei einem 12 Kader und das obwohl wir relativ wenig Tore geschossen haben. Aktuell sind es auch schon wieder 6 Kinder. So etwas muss den Eltern auch einmal gesagt werden.
    Zu deiner Frage wie rotiert werden sollte, habe ich die Erfahrung gemacht, dass es bei meinen Spieler am besten klappt, wenn sie ihre Seite (rechts/links/Mitte) beibehalten. Bei uns wird 8 gegen 8 gespielt, was die Rotation im Vergleich zum 7 gegen 7 etwas erschwert, zugleich aber auch andere Positionen möglich macht. Am Besten funktioniert die Rotation auf Turnieren, wo ein Kind eine Position für jeweils ein komplettes Spiel einnimmt.
    Bei der Gruppenzusammensetzung würde ich darauf achten, stärkere und schwächere Spieler zu mischen. Ein Bekannter hat stets mit der stärksten Formation begonnen und danach immer mehr schwächere Kinder rein gebracht. Das hat nie funktioniert. Andersherum bringt es auch nicht viel, weil die guten Spieler dann fast immer mit einem Rückstand beginnen werden.
    Ich habe jedenfalls versucht, die Guten und die Wenigerguten zu mischen. Allerdings kam da von Spielern und Eltern auch immer mal Kritik, weil "die Guten nie zusammenspielen durften". Konnte das dann zwar aufgrund meiner Spielzeitaufzeichnungen widerlegen, aber so richtig weg war das Thema damit nicht.
    Im Training bilde ich meistens zwei Gruppen und trenne die Stärkeren von den Schwächeren. Seitens der Eltern ist das kein Problem, die sind nämlich nicht mehr dabei. :D Habe vor der Saison darum gebeten, dass sie nicht mehr am Trainingsplatz benötigt werden.
    Das Thema Spielaufbau wurde hier ja schon mehrfach thematisiert. Wenn du altersgemäß ausbildest und auch rotierst, werden deine Spieler mit der Zeit in der Lage sein, den Ball unter Druck annehmen zu können und auch weiterzuleiten.
    Bleibe bei deinem Vorhaben, du kannst es gut begründen. Wenn du dich um des "Erfolgs" wegen von deinem Weg abbringen lässt, ärgerst du dich später mehr, als über die verlorenen Spiele.