Ich zitiere dich nochmal:"Ein weiterer Aspekt ist die Fokussierung auf simple Spielstile: 4-4-2 mit Flügel- und Flankenfokus, in denen natürlich große Spieler benötigt werden, die die hohen Hereingaben verwerten/abwehren können. Das ist übrigens die vorherrschende Spielweise in den Bundesligen von U17 und U19 (und natürlich darunter). Zu wenige Mannschaften versuchen, einen konstruktiven Spielstil umzusetzen, in dem technisch-taktische Fähigkeiten über das Wohl und Wehe entscheiden und nicht die körperlichen Attribute."
Welches U17 oder U19 Team spielt denn so? Ich kenne da vereinzelt Teams, aber vorherrschende Spielweise?
Also alle Halbfinalisten der letzten Jahre in den DM SPielen des Nachwuchses haben nicht 4-4-2 gespielt. Ich wüsste jetzt nicht, welche so gespielt haben sollte.
Diesen Aspekt der Thematik würde ich gern noch näher beleuchten.
Soweit mir bekannt, spielt die Zugehörigkeit zur U17 bzw. U19 Bundesliga finanziell eine Rolle. Daneben natürlich auch aus Image- und Marketinggründen. Gut ein Drittel der Mannschaften spielt regelmäßig gegen den Abstieg und somit auf Ergebnis und nicht unmittelbar auf Spielerentwicklung. Daher ist es aus meiner Sicht nahe liegend, ein eher einfaches System spielen zu lassen, bei dem die Abläufe relativ schnell einigermaßen sitzen.
Diejenigen Teams, die ohne Abstiegsdruck spielen können, zeigen dann womöglich auch größere taktische Variabilität. Diese Vermutung sehe ich durch die Beobachtungen von @Sir Alex bestätigt.
Hinzu kommt, dass wegen dem Abstiegsdruck mitunter in der U 17 und U 19 gerade auch körperlich weit entwickelte Spieler geholt werden, um "dagegen halten zu können". Ich habe da einige Fälle vor Augen, wo ich den Eindruck hatte, die Spieler wurden nur geholt um die Bundesliga zu halten und es war klar, dass sie später im Profiteam keine Chance haben werden.
Generell bieten sich einfache Spielweisen an, wenn viele neue Akteure im Team sind. In der Altersklasse U15, U16 und U17 fanden/finden mitunter starke Fluktuationen statt. Wenn man als Trainer so eine neu zusammengestellte Truppe vor sich hat und den Auftrag bekommt die Liga zu erhalten, dann werden wohl nur die wenigstens Trainer mit einem hochkomplizierten Spiel beginnen.
In der U15 Regionalliga wurde/wird teilweise ohne Abstieg gespielt. Im Hinblick auf die Entwicklung der Spieler wäre es vielleicht eine Überlegung wert, dies flächendeckend so zu handhaben und vielleicht auf die U17 auszuweiten.
Der beschriebene Gleichförmigkeit der NLZ liese sich doch entgegenwirken, wenn sie Alleinstellungsmerkmale entwickeln würden. Als Bsp. möchte ich das NLZ von Eintracht Braunschweig nennen. Aufgrund der räumlichen Nähe zu Wolfsburg und Hannover mussten sich die Braunschweiger etwas einfallen lassen, um sich von den Nachbarn abzuheben. Sie versuchen es über eine individuellere Ausbildung der Spieler. Wenn dieser Ansatz zu einer hohen Zahl von Talenten führt, die im Profibereich ankommen, kann ich mir gut vorstellen, dass diese Besonderheit als Wettbewerbsvorteil greifen wird.
Genauso kann ich mir vorstellen, dass die Zusage einer garantierten Verweildauer von zwei Jahren im NLZ positive Effekte auf die Spieler bzw. auch potentielle Spieler haben dürfte. Wenn alle 6 Monate aussortiert wird, passen sich die Spieler doch automatisch an die Vorgaben an, auch wenn diese für die eigene Entwicklung nicht optimal sein sollten.
Da ich jedoch nicht zu denjenigen gehören, die meinen in den NLZ wird sich keine Gedanken gemacht, gehe ich davon aus, dass solche oder ähnliche Überlegungen an der Tagesordnung sind.