Beiträge von Sambu

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    Situation:


    - E-Jugend, alter Jahrgang
    - Vier Kinder auf einer Grundschule:
    Spieler 1, seit 4 Jahren dabei, Klasse A
    Spieler 2, seit 3 Jahren dabei, Klasse A
    Spieler 3, seit einem Monat dabei, Klasse A
    Spieler 4, seit einem Monat dabei, Klasse B


    Eben einen Anruf von der Mutter des Spielers 4 bekommen. Spieler 2 und 3 hätten ihn nach der Schule mit "Du kannst gar nix und wir sind viel besser als du" (usw.) aufgezogen. Sowas ist bisher noch nie vorgekommen (oder ich hab es einfach nicht mitbekommen.)


    Erster Gedanke: "Spieler 2 und 3 kriegen zwei Wochen Spielpause." Hart, aber ein Zeichen gesetzt.
    Bei genauerem Nachdenken bin ich mir aber nicht sicher, welche Auswirkungen so ein Vorgehen, auf den Schulalltag haben könnte.


    Was mir sonst noch gerade so im Kopf rumschwirrt:


    - Spieler 1 (zweiter Kapitän) fragen, ob und was er mitbekommen hat.
    - Spieler 3 deutlich sagen, dass er keineswegs besser ist als Spieler 4 (normalerweise vergleiche ich die Spieler nicht. allerdings ist es in diesem Fall vom Spieler herausgefordert worden.)



    Habt ihr Meinungen dazu oder ähnliches schon mal erlebt?

    Sehr faire und vernünftige Entscheidungen :thumbup: .

    Nicht ganz. In Situation d) hätte ich eigentlich auch jemanden runternehmen müssen, um meinen Kindern sportliche Fairniss in allen Aspekten vermitteln zu können. Aber man kann sich halt nicht immer vor den eigenen Emotionen schützen.

    Ich krieg das meistens gar nicht mit, wenn ein Gegner ohne Ersatzspieler ins Spiel geht :P


    Ich konzentriere mich komplett und ausschließlich auf meine Mannschaft. Das geht soweit, dass wenn einer meiner Spieler sich in der Halbzeit über die "dauernd foulende Nummer 3" beschwert, ich nicht weiß, von wem die Rede ist. Auch mit gut gemeinten Hinweisen seitens der Elternschaft ("Auf die 8 müßt ihr besonders aufpassen, der hat im Hinspiel drei Tore gemacht.") kann ich nichts anfangen.


    Somit ändert das Fehlen der Auswechselspieler beim Gegner rein gar nichts an meiner Spielplanung.


    Für das Verhalten bei Unterzahl des Gegners, habe ich noch keine festen Regeln. Dazu ist es bisher zu selten vorgekommen.
    a) Gegner kommt mit nur 6 Kindern zum F-Jugendspiel > Mannschaftskonferenz: "Möchte jemand beim Gegner mitspielen oder sollen wir einen Ersatzspieler mehr draußen lassen." Damals hat sich ein Freiwilliger gefunden, der beim Gegner gespielt hat. Der Vater war wenig begeistert. Mir und dem Spieler (hat ausgerechnet in diesem Spiel das erste Tor seines Lebens geschossen) wars egal.
    b) Gegner fragt an, ob wir 10 Minuten später anfangen können, da zwei Spieler noch unterwegs seien (er hatte 6 da). Dies ging aufgrund des direkt danach angesetzten Herrenspiels leider nicht. Da hab ich mit einem Mann weniger gespielt, bis seine zwei Nachzügler da waren.
    c) Gegnerischer Spieler verletzt sich beim Spielstand von 5:0 für uns. Ich nehm auch einen runter. Der Vater des Spielers schlägt die Hände überm Kopf zusammen.
    d) Gegnerischer Spieler verletzt sich beim Spielstand von 3:7 gegen uns. Während ich überlege, wen ich ebenfalls kurz runternehme, beschimpft der andere Trainer den Jungschiedsrichter als Idioten. Ich hab dann so weiter spielen lassen.

    Ich beziehe die Kinder immer mal wieder in die Aufstellung mit ein. Auch in der "Meisterschaft". Manchmal darf die Truppe die Aufstellung komplett alleine machen (auch damals in der F-Jugend schon), mal eigenständig wechseln (komplett oder "positionsbezogen"). Fördert auf jeden Fall die Kommunikation innerhalb der Truppe und langfristig verspreche ich mir von diesen und ähnlichen Aktionen ein großes Plus an Spielintelligenz.


    Eigene Gedanken machen und eigene Ideen entwickeln, sich mit seinem Sport auseinander setzen. Dies ist in meinen Augen viel besser, als immer nur das nachzuplappern bzw. nachzumachen, was der Trainer vorgibt.


    Außerdem kriegt man als Trainer so viel mehr über die einzelnen Charaktere mit. Im Moment beobachte ich meine Kinder gerne beim eigenständigen Aufwärmen. Anfangs hätte ich - nach Kriterien des Herrenbereichs - einige Kinder nach dem Aufwärmen wieder nach hause geschickt. Es wird aber von Mal zu Mal besser, weil die Kinder sich mittlerweile gegenseitig zum "richtigen Aufwärmen" animieren.



    Wenn ich die Aufstellung mache, gilt generell: Jeder soll überall spielen können. (Offizielle Aufstellung: 2:2:2)


    Dabei muß ich aber immer wieder Abstriche machen. Sei es, weil die letzten Spiele verloren wurden und die Kinder mal wieder ein Erfolgserlebnis brauchen (dann spielen alle da, wo sie am "stärksten" sind) oder weil der Gegner es im Vorfeld nicht zuläßt. Würde ich z. B. einen Spieler, der die Position "Abwehr" eh nicht mag und dort auch nicht seine Stärken hat, gegen einen starken Gegner dort spielen lassen (was bedeutet, dass er vermutlich alle 2 Minuten ziemlich doof aussieht), würde er die Position danach noch weniger mögen.


    Zu meiner Anfangszeit hatte ich feste Positionen (nach individuellen Stärken) und habe an denen eisern festgehalten. Mittlerweile habe ich aber erkannt, dass Kinder sich nicht zu früh spezialisieren dürfen. Einen lauffaulen F-Jugend-Stürmer kriegt man nicht durch Worte zum Laufen, den muß man ins Mittelfeld schmeißen.
    Manchmal bin ich auch gemein. Spieler, die gerade eine "Ich-mach-möglichst-viel-alleine-und-spiel-drei-Gegner-auf-einmal-aus"-Phase haben, werden bevorzugt in der Abwehr eingesetzt. So kriegen sie die Konsequenzen ihrer Spielweise (und der damit verbundenen Ballverluste) viel direkter mit, als wenn der Trainer immer nur "labert".

    Da die Frage auf den "einen Punkt" abzielt: Zeiteinsatz.


    Jemand, der sich intensiv mit seiner Aufgabe beschäftigt


    - Trainingsvorbereitung und Nachbereitung
    - Elterngespräche
    - Spiele analysieren
    - sich ständig hinterfragen
    - überall Anregungen suchen (z.b. in diesem Forum)
    - Training und Spiele anderer Mannschaften beobachten und auch daraus Anregungen mitnehmen
    - Organisation von Freundschaftsspielen
    - Kontaktpflege zu Mannschaften bzw. Trainern der gleichen Altersklasse
    - Organisation des eigenen Privatlebens, damit Pünktlichkeit beim Training immer gewährleistet ist
    - bei jedem seiner Spieler mindestens zwei Dinge kennen, die im Zeitrahmen X individuell verbessert werden sollten
    usw. usw.


    Jeder darf Fehler machen, aber nur durch entsprechenden Zeiteinsatz können sie hinterfragt und abgestellt werden.

    Generell: Nein, es ist nicht richtig.


    Härtefälle gibt es immer wieder (z.b. wie gestern in nem anderen Thread beschrieben: 11 Kinder wollen jedes mal alles geben, 1 Kind muß während eines Spiels alle 2 Minuten daran erinnert werden, dass Fußball ein Bewegungssport ist. Da müssen dann im Vorfeld nach diesen Kriterien die Mannschaften eingeteilt werden. Dies ist leider nicht immer möglich.


    "Alle sollen immer gleich viel spielen", triffts aber auch nicht. Man kann einzelne Kinder auch ruhig mal weniger spielen lassen, wenn sie im Training wiederholt Mist gebaut haben oder in einem bestimmten Spiel den nötigen Einsatz (nicht das Können!) vermissen lassen. Das stärkt dann die soziale Entwicklung (Teamgeist), auf die es ja auch ankommt.


    Es ist bis zu einer gewissen Grenze möglich, den Kindern zu vermitteln, dass die einzelnen Ergebnisse und der aktuelle Tabellenstand nicht in den Vordergrund gestellt dürfen, sondern das Ziel die stetige Weiterentwicklung ist. (Natürlich hat man dabei die Eltern selten auf seiner Seite.) Die Grenze wird überschritten, wenn sich Sieg und Niederlage nicht mehr brav abwechseln, sondern es eine ganze Niederlagenserie gibt. Da fangen die Kinder dann irgendwann an, dem Trainer nicht mehr zu glauben (wie denn auch, wenn der Rest der Gesellschaft anderes vorlebt). Da kommt jeder Trainer mal in die Situation aufs Ergebnis schauen zu müssen. Wenn unbedingt ein Erfolgserlebnis gebraucht wird, gibts aber andere Methoden als die Einsatzzeiten zu reduzieren.

    Da du schreibst, dass dein Feldspieler


    a) alter Jahrgang ist
    b) eine wichtige Säule ist
    c) die Abwehr mit ihm im Tor mehr Ruhe ausstrahlt


    gehe ich mal davon dass, dein Feldspieler im Allgemeinen über ein größeres "Standing" in der Mannschaft verfügt als der Torwart.
    Er wird jemand sein, bei dem die Mitspieler auch im Feld nicht über Fehler mosern.


    Ob er der bessere Torwart ist, kann man nicht innerhalb von 3 Spielen entscheiden. Da gehts auch um die Motivation. Sicherlich war er als offensichtlicher Führungsspieler gerne bereit, für den erkrankten Keeper einzuspringen. Wenn du ihn für seinen uneigennützigen Einsatz damit "belohnst", ihn dauerhaft auf der eigentlich ungeliebten Position (diese Frage hast du unbeantwortet gelassen) spielen zu lassen, kann das die Motivation und die Leistung ganz schnell verändern.


    Das eigentliche Problem ist aber eher langfristig. Setzt du deinen eigentlichen Torwart jetzt auf die Bank, könnte er natürlich die Lust verlieren. Viel wichtiger aber: Deine Feldspieler werden ihn in der nächsten Saison noch weniger akzeptieren, wenn du ihn dann wieder ins Tor stellen mußt.


    Meine Meinung: Setz ihn wieder ein und verschaff ihm ein besseres Standing innerhalb der Mannschaft. Lob ihn vor der Truppe für gute Leistungen und stärk ihm bei Fehlern den Rücken. Du mußt der Mannschaft deutlich machen, dass jeder von ihnen Fehler macht. Feldspieler haben immer noch jemanden, der die wieder ausbügeln kann. Ein Torwart hat im Normalfall niemanden. Sprich: Fängt sich dein Keeper ein unglückliches Gegentor, kannst du das natürlich kurz ansprechen. Etwas länger solltest du dann aber über die in der Abwehr oder im Mittelfeld gemachten Fehler sprechen, die letztendlich dazu geführt haben, dass dein Keeper unglücklich aussah.

    Altersklasse?
    Kann bzw. möchte dein Torwart auch mal im Feld spielen?
    Möchte der als Torwart eingesetzte Feldspieler dauerhaft ins Tor?

    Zum Ergebnisdenken:


    Fall 1: Auch in der Qualifikation hatten wir einen Gegner, bei dem ich schon
    vor dem Spiel wußte, dass das Spiel ganz klar gegen uns ausgeht. Ich
    habe mich damals dazu entschlossen, diese Tatsache den Jungs und Mädels
    nicht vorzuenthalten und als Tagesziel einfach nur ausgegeben, zwei
    Tore zu schießen und natürlich so wie immer "alles zu geben". Das Spiel
    war fantastisch. Meine Truppe hat gekämpft bis zum Umfallen. Drei
    Minuten vor Schluß sind wir tatsächlich mit dem zweiten Tor belohnt
    worden. Das Spiel wurde mit 14:2 verloren aber meine Jungs waren stolz auf sich und ich auf sie.


    Für das damals ausgegebene Ziel wurde ich zwar im Nachhinein von anderen
    Trainern unseres Vereins belächelt. Aber die haben ja auch nicht in die
    Augen der Kinder geschaut, als ich Ihnen mitgeteilt habe, dass unser
    damaliger Gegner die Qualifikation mit 77:2 Toren (in 5 Spielen) abgeschlossen hat.




    Damals habe ich auch Ergebnisdenken praktiziert. Ich wollte damals unbedingt
    diese 2 Tore und habe damals ca. 10 Minuten vor Schluß damit
    angefangen, so zu wechseln, dass nach und nach die stärkste Truppe auf
    dem Feld stand. Da haben einzelne Kinder vielleicht drei bis vier
    Minuten weniger gespielt als "normal", es hat sich aber gelohnt ;)


    Fall 2: Die oben schon kurz erwähnten Ergebnisse mal einzeln:



    a)13:4 Niederlage gegen eine der stärksten Mannschaften im 98er-Bereich.
    Meine Truppe hat alles gegeben und ihren Möglichkeiten entsprechend am
    Limit gespielt. Alle (auch die Kinder und erst recht der Trainer) waren
    zufrieden mit dem Spiel.


    b) 12:5 Niederlage gegen eine eigentlich gleichwertige Mannschaft (E2). Diese Mannschaft hatte aber
    jemanden dabei, bei dem auf dem Spielerpaß offenbar ein Fehler
    unterlaufen war (Zahlendreher 98 und 89 *g*). Dieser Junge hat 9 Tore
    selber gemacht, 3 weitere vorbereitet und war einfach nicht in den
    Griff zu kriegen. Trotzdem hätte das Spiel unentschieden ausgehen
    können, da wir richtig gut mitgespielt haben und uns eine Chance nach
    der anderen herausgearbeitet haben. Die wurden dann aber allesamt
    richtig kläglich vergeben.


    Unterhaltung nach dem Spiel:
    Trainer: "Wir haben heute 5:0 gewonnen."
    Mannschaft: Lauter Fragezeichen in den Gesichtern.
    Trainer:
    "Der Spieler X interessiert uns nicht. Der gehört eigentlich nicht in
    die Mannschaft. Gegen den konntet ihr einfach noch nichts ausrichten."
    Mannschaft: grinsen
    Trainer:
    "Klar, war heute mehr drin. Wir haben uns nicht stören lassen und
    trotzdem unser Spiel gemacht. Die Chancenverwertung war heute aber ..."
    (Pause, auffordernder Blick in Richtung der Kinder)
    ein Spieler: "... katastrophal".
    Trainer:
    "Danke. Aber sowas passiert halt mal. Beim nächsten Spiel sind die
    Dinger wieder drin. Nun rennt zu euren Eltern und laßt euch feiern."


    ... und alle waren zufrieden ;)




    c) 2:10 gegen einen zwar stärkeren Gegner, aber dennoch zu hoch. An diesem
    Tage lief bei uns absolut nichts zusammen. So Tage gibt es immer wieder
    mal, aber mit den zwei voran gegangenen schweren Schlappen ist sowas
    nur schwer zu verkraften. Da ist mir nach dem Spiel auf die Schnelle
    auch nichts eingefallen.



    d) 1:12 gegen den Tabellenführer. Der Spielausgang war vorher klar. Allerdings hat man deutliuch gemerkt,
    dass die Luft raus war. Die Kinder liefen bereits nach dem 0:2 nur noch
    unmotiviert neben dem Gegner her.




    Und dann habe ich gestern wieder mal auf Ergebnis gespielt. Auswärtsspiel bei einem eigentlich
    sehr viel stärkeren Gegner. Erste Halbzeit hinten dicht gemacht.
    (Offizielle Aufstellung ein ungewohntes 3:2:1, aber die beiden
    Mittelfeldspieler auch immer wieder in die Abwehr beordert, so dass wir
    faktisch 5:1 gespielt haben.)


    Ergebnis zur Halbzeit 0:3 gegen uns. Und mit diesem ertäglichen Ergebnis kam die Motivation zurück.


    Halbzeitansprache
    (sinngemäß): "Hey Jungs, es geht doch. Ihr könnt auch gegen spielstarke
    98er bestehen. Die drei Gegentore können fallen, aber wenn ihr weiter
    Gas gebt, werden es von Spiel zu Spiel weniger. Auf die Leistung von
    eben können wir aufbauen."




    Und dann habe ich mal wieder die Mannschaft in Entscheidungen mit einbezogen (dafür werde ich auch gerne
    und oft belächelt): "Ihr habt euch selber bewiesen, dass ihr es noch
    könnt. Wie es jetzt weiter geht, ist mir egal. Wir können so weiter
    spielen um das Ergebnis so zu halten oder wir nehmen die Erfahrung der
    Ersten Halbzeit mit und versuchen auch noch mal ein Tor zu schießen.
    Bedenkt, dass das aber auch kräftig in die Hose gehen kann."



    Die Mannschaft hat sich dafür entschieden, trotz der Horror-Ergebnisse der
    letzten Wochen, wieder eine hohe Niederlage zu riskieren.


    Ich habe also umgestellt auf ein sehr offensives 1:3:2. Was dann passiert ist, kann ich bis heute nicht glauben:


    Nach 4 Minuten der zweiten Halbzeit waren wir auf 3:2 dran. Dann erstmal zu
    lange gefeiert und im Gegenzug das 4:2 kassiert. Hab der Truppe kurz
    zugerufen, dass wir uns davon nicht stören lassen und so weiter spielen
    wie vor dem Gegentor. Und die Truppe hat sich nicht stören lassen. Die
    waren wieder heiß ohne Ende. 3 Tore innerhalb von 6 Minuten zur 5:4
    Führung.


    Dann ist der Gegner, der das Spiel offenbar in der
    Halbzeit schon für gewonnen erklärt hatte, wieder aufgewacht und es
    folgte eine 14minütige Abwehrschlacht meiner Truppe. Und das mit einem
    absolut genialen Einsatz. Alle sind über sich hinaus gewachsen. Jeder
    einzelne.




    Ergebnisdenken in Halbzeit 1:


    - ein System, dass für die Entwicklung der Kinder nicht gerade förderlich ist
    - die schwächeren nach vorne




    Ergebnisdenken in Halbzeit 2:


    Die etwas schwächeren Spieler habe ich je nach Spielsituation auf
    unkritische Positionen beordert. (z.B. durften die Zweikampfschwächeren
    Spieler bei Ecken des Gegners die gegnerischen Verteidiger an der
    Mittellinie decken und habe sie auch ansonsten immer wieder (meist ohne
    irgendeinen "normalen" sinn) ganz nach vorne beordert)




    Ergebnisdenken muß also leider manchmal sein. Es geht aber auch ohne Verkürzung der
    Einsatzzeiten. Gefeiert haben eh alle gemeinsam und gleichermaßen.
    (Mich hat es nur geärgert, dass man mit ner E-Jugend nach so einem
    Spiel noch nicht bis nachts um drei feiern gehen kann :D )



    Fazit des Ganzen:




    Man braucht eine Mannschaft, keine Einzelspieler. Unser letztjähriger
    E1-Trainer (damals hatten wir insgesamt 3 E) wollte partout nur 8
    Kinder in seinem Kader haben. Am Ende der Saison hat er dann
    festgestellt, dass die 8 nicht für Großfeld reichen und gleichzeitig
    bekundet, dass die Spieler aus E2 und E3 sich nicht ausreichend
    entwickelt hätten. Sprachs und war mit seiner Truppe zum Nachbarverein
    entschwunden.

    Zum Thema schwacher E-Jugend-Spieler kann ich ganz aktuell auch was beisteuern:


    Meine
    E-Jugend bestand bis vor kurzem aus 12 Kindern. 10 99ern und einem
    2001er, die schon länger (teilweise seit 4 Jahren) bei mir in der
    Truppe spielen und einem 98er, der erst letztes Jahr begonnen hat.
    Mir ist wichtig, dass die Kinder spielen wollen, dass sie einen gewissen Biss
    haben. Und das hatte der 98er nun überhaupt nicht. Eher im Gegenteil:
    Das war ein Spieler, dem man jedesmal erst was zurufen mußte, bis er
    sich Richtung Ball bewegt hat.
    Aber was solls: Wir haben nur eine E-Jugend und er gehörte halt dazu.


    Ich
    hab versucht, ihn möglichst gleich viel spielen zu lassen. Auch gerne
    mal in der Startformation. Es ging aber leider nicht immer. Mir
    persönlich ist relativ egal, ob wir gewinnen oder verlieren. Ziel ist
    "immer Gas geben" und die damit verbundene stetige Weiterentwicklung.
    Allerdings können die Kinder dieser Philosophie nach zwei oder mehr
    verlorenen Spielen in Folge nicht immer folgen. So ist es vorgekommen,
    dass der 98er nach zwei Niederlagen in Folge im dritten Spiel etwas
    weniger gespielt hat. Dafür hat er dann in anderen Spielen, die bereits
    für uns oder gegen uns entschieden waren, auch mal länger gespielt als
    sonst.


    Das ging im ersten Teil der Saison ganz gut. Siege und
    Niederlagen haben sich brav abgewechselt. Mit Beginn der Rückrunde
    wurden wir allerdings als junger Jahrgang in eine viel zu schwere
    Staffel gesteckt (die Zweithöchste Staffel im hiesigen
    E-Jugend-Bereich). Das Schicksal einer "Ersten" Mannschaft.


    In
    den ersten Spielen waren wir hoffnungslos unterlegen. 4:13, 5:12, 2:10,
    1:12 gab es auf die Mütze. Meine Truppe ist sozusagen von der 4.
    Schulklasse direkt in die 6. gekommen und muß dort auch gleich Arbeiten
    mitschreiben. Für den 98er war das zuviel, die Einsatzzeiten wurden
    kürzer. Habe dann mit dem F-Jugend-Trainer und dem Jugendvorstand
    gesprochen, ob man bereit wäre die F2 als Mannschaft ohne Wertung
    umzumelden, damit der 98er dort leistungsgerechter gefördert werden
    könnte. Als ich die Zustimmung hatte, habe ich mich mit seiner Mutter
    auseinandergesetzt. Der 98er sollte am Mittwoch bei mir spielen und am
    Samstag bei der F2. Danach hätte er selber entscheiden können, wo es
    ihm (aufgrund der Einsatzzeiten) mehr Spaß macht. Dazu ist es dann
    nicht mehr gekommen, weil die Mutter offenbar beleidigt war, weil ich
    es gewagt habe, überhaupt darüber nachzudenken, ausgerechnet Ihren Sohn
    jetzt weniger einzusetzen. Das Spiel am Mittwoch wurde also gar nicht
    mehr wahrgenommen. Dafür spielt und trainiert der Junge jetzt aber
    wirklich in der F und die Mutter würdigt mich keines Blickes mehr. Was
    solls ... Thema durch.


    Bei dem Rest meiner Truppe gibts auch
    natürlich auch gute und weniger gute. Da habe ich aber keine Bedenken,
    auch die schwächeren gleich viel spielen zu lassen. Wenn ich alle Mann
    an Bord habe, mach ich mir sogar vor dem Spiel einen Plan, wer in
    welcher Minute gegen wen ausgewechselt wird (bei zu vielen
    Auswechselspielern, verliert man sonst leicht den Überblick). Eine
    kürzere Einsatzzeit für allgemein schwächere Spieler gibt es also (bis
    auf den oben genannten Sonderfall) nicht. Allerdings erlaube ich mir ab
    und an, Spieler weniger einzusetzen, die offenbar nen schlechten Tag
    erwischt haben, was den Einsatzwillen angeht.
    Jemand, der nen
    schlechten Tag erwischt hat, was das Können angeht, sich aber sichtlich
    bemüht, darf in der E-Jugend natürlich trotzdem "normal" lange spielen.

    Zu meiner Anfangszeit habe ich versucht, jedem Wunsch zu entsprechen. Auch zwei Tage vorher noch. War jedesmal ein ziemlicher Aufwand. Schließlich mußte ich erstmal rausfinden, ob ich am neuen Termin überhaupt genug Spieler habe. Und das bei teilweise haarsträubenden Verlegungsgründen.


    Mittlerweile akzeptiere ich Verlegungswünsche nur noch, wenn sie rechtzeitig (drei bis vier Wochen vorher) mitgeteilt werden.


    Spontan fallen mir keine Gründe für eine kurzfristige Spielverlegung ein.


    Hier mal eine Auflistung der Verlegungsgründe, die bisher so an mich herangetragen wurden:


    a) Krankheit:
    kein Grund für eine Spielverlegung. Beim krankheitsbedingten Ausfall von Spielern, kann das Spiel jederzeit über den Verband abgesetzt werden.


    b) "Bei uns sind alle Plätze belegt":
    2 Tage vorher: kein Grund, schließlich stehen die Spielpläne lange genug im Netz. 3 Wochen vorher laß ich mit mir reden, natürlich auch dann mit dem Hinweis, dass einem sowas auch früher auffallen kann. (Interessant dabei: Wenn ich anbiete, das Heimrecht zu tauschen, findet sich plötzlich doch noch Platz beim Gegner)


    c) "Halbe Mannschaft auf Klassenfahrt"
    siehe b)


    d) "Trainer des Gegners möchte mit nem Kumpel das Spitzenspiel der Bundesliga im TV gucken"
    Wie bitte?


    e) "Ein Kind meiner Mannschaft feiert Geburtstag und hat die komplette Mannschaft eingeladen"
    2 Tage vorher: vergiss es, 3 Wochen vorher: Okay, aber ich such mir den Termin aus


    f) "Mein Torwart kann nicht"
    Und? Mein linker Verteidiger kann aber nur genau zum angesetzten Termin.


    g) "Trainer des Gegners muß arbeiten".
    2 Tage vorher: Ich muß leider am gewünschten neuen Termin arbeiten. 3 Wochen vorher: Meinetwegen, wenn wir nen passenden Termin finden.



    usw. usw.


    Generell gilt:


    2 Tage vorher: Da hat der Gegner sich nicht rechtzeitig gekümmert. Soll ich jetzt für dessen schlechte Organisation Himmel und Hölle in Bewegung setzen?
    3 Wochen vorher: Da lehne ich nur exotische Gründe ab, achte aber darauf, dass der neue Termin so gelegt wird, dass ich keine Probleme haben sollte, eine Mannschaft vollzukriegen (sprich: neuer Termin an einem meiner Trainingstage)
    1 bis x Monate vorher: Da akzeptier ich alles.

    Zum Thema Ballgröße kann ich seit letztem Wochenende leider auch einen Beitrag leisten. Der Einfachheit halber mit Hilfe des Protestschreibens, das ich direkt nach dem Spiel an den KJO geschickt habe:

    ------------

    Hiermit legt der Verein A Protest gegen die Wertung des Spiels

    Verein B gegen Verein A der Kreisklasse A der E-Jugend ein.


    Zur Begründung:

    Bereits nach wenigen Sekunden des Spiels mußte ich feststellen, dass sich die Spieler mit dem Spielball ungewöhnlich schwer taten. Als der Ball in der 5. Minute in meiner Nähe ins Aus rollte, habe ich die Gelegenheit genutzt und den Ball überprüft. Dabei mußte ich feststellen, dass es sich um einen Normalball der Größe 4 handelte, der obendrein extrem hart aufgepumpt war. Daraufhin habe ich den Trainer des Verein B (M. S.) darauf hingewiesen, dass auch in der E-Jugend Leichtbälle vorgeschrieben sind. Dieses hat er jedoch abgestritten. Meine darauffolgende Frage, ob im Vereinsheim des Verein B ein Internetzugang zur Verfügung steht, damit man diese Regelfrage in der Halbzeit überprüfen könnte, wurde bejaht. Ich bin daher davon ausgegangen, dass diese Prüfung in der Halbzeit auch vorgenommen wird.

    Direkt nach dem Halbzeitpfiff bin ich also zum Schiedsrichter und zum Trainer des Verein B gegangen und habe darauf bestanden, dass zumindest die zweite Halbzeit mit einem den Regeln entsprechenden Ball bestritten wird. Der Trainer hat dies strikt abgelehnt und dies unter anderem damit begründet, dass ihm gar keine Leichtbälle zur Verfügung ständen. Mein Angebot, das Spiel mit den Leichtbällen des Verein A fortzusetzen wurde in etwa mit den Worten "Wir spielen nicht mit einem Leichtball. Wir haben mit dem Ball angefangen und spielen mit dem auch weiter". Meine Bitte dies anhand der Regeln zu überprüfen, wurde ebenfalls abgelehnt.

    Dem Schiedsrichter waren die Regeln in diesem Punkt ebenfalls nicht bekannt. Ich habe ihn gebeten, dies mit dem Jugendobmann zu klären. Da stellte sich allerdings heraus, dass M. S. sowohl Trainer der E-Jugend als auch Jugendobmann ist.

    Nachdem nun also feststand, dass das Spiel auch in der zweiten Halbzeit mit dem für Kinder ungeeigneten Ball fortgesetzt werden mußte, habe ich meiner Mannschaft freigestellt, das Spiel weiter fortzuführen oder abzubrechen. (Schließlich kann ein Erwachsener nicht beurteilen, wie sich die Kinder im Umgang mit einem solch überharten und zu schweren Ball fühlen und sie also nicht ungefragt zum Weiterspielen zwingen.) Die Mannschaft hat betont, dass ihnen der Ball erhebliche Schwierigkeiten bereitet, sich aber dafür ausgesprochen, das Spiel auch unter diesen Voraussetzungen fortzuführen.
    So wurde das Spiel also unter Protest zu Ende gebracht.

    Die Heimmannschaft hatte durch den gewählten Ball deutliche Vorteile. Zum einen, weil die Mannschaft des Verein A komplett aus dem jungen Jahrgang bzw. sogar aus F-Jugendlichen bestand. Dies war beim Verein B nicht der Fall, so dass die etwas älteren Spieler mit dem Ball nicht derart große Probleme hatten. Außerdem ist die Mannschaft des Verein B an solche Bälle gewöhnt, da sie ja offenbar auch mit solchen Bällen trainiert.

    Unabhängig von dem Grund des Protestes ist weiterhin festzustellen, dass dieses Spiel von einigen negativen Randerscheinungen begleitet wurde:

    - das Spielfeld war viel zu groß aufgebaut (es war z. B. ganze 11m zu breit, was natürlich auch einen Vorteil für die körperlich überlegene Mannschaft bedeutet)
    - das Spiel wurde von Seiten des Verein B extrem hart geführt; die Spieler des Verein A wurden immer wieder gehalten, was vom Schiedsrichter nicht unterbunden wurde
    - ein Spieler des Verein A wurde nach eigener Aussage während des Spiels in den Bauch geboxt (habe ich nicht gesehen)
    - die am Rand stehenden Ersatzspieler des Verein B haben ihre Mannschaft unter anderem mit den Worten "Tritt ihm in die Eier, dann kann er nicht mehr laufen!" angefeuert. Der direkt daneben stehende Trainer des Verein B hat nichts dagegen unternommen.


    Außerdem möchte ich dem Kreisjugendausschuß empfehlen nochmal durch ein Rundschreiben auf die seit der letzten Saison geänderten Kleinfeldregeln hinzuweisen. Wenn selbst - wie heute erlebt - Jugendobleute diese Regeln nicht kennen, besteht dringender Handlungsbedarf. Desweiteren sollte darüber nachgedacht werden, bei den Spielfeldgrößen statt "ca. Maßen" Mindest- und Maximalmaße anzugeben, um der Möglichkeit der Vorteilsgewinnung durch die gewählte Spielfeldgröße Einhalt zu gebieten.


    ------------

    Ausgegangen ist das Spiel übrigens 4:4 (Halbzeit 1:1). Ich hätte aber selbst bei einem gewonnenen Spiel "Meldung gemacht". Was ich während des Spiels zu sehen bekam, hatte mit Fußball nicht viel zu tun. Das sah so aus, als wenn Erwachsene mit nem Medizinball spielen müßten.
    Unsere Tore haben wir allesamt aus ca. 2m ins Tor geschoben. Schüsse aus 10m sind ca. 3m vorm Tor liegen geblieben.

    Moin!

    Da wir dieses Jahr aufgrund von fehlenden Hallenzeiten kein eigenes Turnier veranstalten können, fallen dieses Jahr auch die "Gegeneinladungen" weg, so dass ich für meine Truppe bisher erst ein Turnier auf dem Zettel habe.

    Eventuell gibt es hier ja den ein oder anderen aus Schleswig-Holstein oder Hamburg, dessen Hallenturnier noch nicht voll hat. Wir würden uns über Einladungen freuen. (Die Mannschaft besteht komplett aus dem 99er Jahrgang)

    Gruß

    Michael

    unglaublich.

    laß die eltern nen brief schreiben.

    "Sehr geehrter Vorstand,

    mein Kind XXXX spielt in Ihrem Verein seit mehreren Jahren Fußball und zahlt dementsprechend lange die monatlichen Mitgliedbeiträge.
    Da aber in der Mannschaft meines Kindes nicht mal für jedes Kind ein Ball zur Verfügung steht, bitte ich um Aufschlüsselung, wofür die gezahlten Beiträge benutzt werden."

    Teil die 20 Spieler in fünf 4er-Gruppen ein.
    Die Eltern dieser vier Kinder müssen immer mindestens ein Auto stellen. Organisation ist dann Elternsache und in 4er-Gruppen leicht zu bewerkstelligen.

    Die Gruppen sollten natürlich geschickt eingeteilt werden. Also nicht unbedingt alle Eltern, die erfahrungsgemäß eh fast immer dabei sind, in eine Gruppe packen.