Beiträge von Sambu

Du bist noch kein Trainertalker? Registriere dich kostenlos und nehme an unserer Community teil!

Du bist Trainertalker? Zur Anmeldung

    Andre scheint auch überlesen zu haben, dass "Leistung" nur eins von vier
    Kriterien ist, anhand derer die Einsatzzeiten bestimmt werden.


    Aber
    wenden wir uns zuerst mal dem offenbar genehmigten Kriterium
    "Trainingsbeteiligung" zu. Da ich in dieser Saison erstmals Statistiken
    darüber führe, um der neuen Situation Herr zu werden, kann ich hier
    beispielhafte Werte nennen (F = nicht VOR dem Training abgemeldet)



    Spieler A: 5 von 8
    Spieler B: 6 von 8 (1F)
    Spieler C: 8 von 8
    Spieler D: 4 von 8
    Spieler E: 2 von 8 (6F)
    Spieler F: 7 von 8
    Spieler G: 6 von 8 (2F)


    Nehmen
    wir jetzt eine fiktive Sportart, bei der 3 Spieler gleichzeitig auf dem
    Platz stehen, 5 Spieler ingesamt eingesetzt werden dürfen und 6 Spieler
    auf den Spielbericht passen.


    - Dass Spieler E für dieses Spiel
    nicht berücksichtigt werden kann, scheint relativ klar. Aber wie sieht
    es bei einer 10 Spiele andauernden Saison aus und gleichbleibender
    Trainingsbeteiligung bei allen Spielern?


    - Wenn es aber gilt,
    denjenigen auszusuchen, der zwar auf dem Spielbericht steht, aber nicht
    zum Einsatz kommen kann, wird klar, dass auch Trainingsbeteiligung ein
    subjektives Kriterium ist. Nimmt man Spieler D, der viermal wegen
    Krankheit gefehlt hat? Nimmt man Spieler A, der nur zweimal wegen
    Krankheit gefehlt hat und einmal, weil er mit Mutti zum einkaufen mußte?
    Nimmt man Spieler G, der sich zweimal gar nicht abgemeldet hat? Oder
    nimmt man sogar Spieler B, der sich einmal gar nicht abgemeldet hat und
    einmal abgesagt hat, weil er mit Freunden ins Kino wollte?


    - Spielen die 5, die eingesetzt werden können, alle zu gleichen Teilen?



    Mögliche Abmeldungen vom Training:


    - Bin bei Opa zum Kaffee eingeladen.
    - Opa wird 70.


    - Mein Fuß tut weh, aber morgen vormittag zum Spiel bin ich dabei.
    - Mein Fuß tut weh, meld mich nochmal wegen des Spiels morgen.


    - Bin krank.
    - Bin etwas verschnupft und möchte nicht richtig krank werden.


    - Muß zum Zahnarzt, weil ich seit drei Tagen Schmerzen habe
    - Muß zum Routine-Check beim Zahnarzt


    - Kann nicht kommen, da ich zu spät mit meinen Hausaufgaben angefangen habe.
    - Bin mit meinen Hausaufgaben noch nicht fertig


    - Will heute mal ins Schwimmbad, weil mein Freund nur heute Zeit hat
    - Hab mich mit nem Freund verabredet und vergessen, dass wir Training haben.


    - Geb ne Party, da ich heute Geburtstag habe
    - Feier heute meinen Geburtstag nach, da ich in den Ferien hatte und da nicht feiern wollte


    usw. usw.


    Welche
    Absage geht durch? Was formuliert der eine eventuell nur geschickter
    als der andere? Sind unentschuldigtes Fehlen und fragwürdige Absagen
    gleich zu behandeln? Trainingsbeteiligung wird durch die diversen
    denkbaren Absagemöglichkeiten also auch ganz schnell subjektiv.


    Erreicht man möglichst große Objektivität nicht erst durch die gemeinsame Betrachtung mehrerer subjektiver Kriterien?


    Unter
    "Leistung" verstehe ich beispielsweise auch taktische Disziplin. Ist es
    nicht legitim jemanden, der in der Abwehr aufgestellt ist, aber dauernd
    im gegnerischen Strafraum zu finden ist und dann nur nach hinten trabt
    weniger spielen zu lassen als jemanden, der die Position ernster nimmt?




    Willi:


    - Was sind "gute Gründe"?
    - Für unser Spiel am Samstag hat noch keiner von den 20 Spielern abgesagt. 18 passen auf den Spielbericht. In den letzten zwei Wochen hat niemand aus nicht nachvollziehbarem Grund beim Training gefehlt. Die letzte fragwürdige Absage gab es vor drei Wochen. Letzte Woche hat aber jemand beide Einheiten wegen Krankheit verpaßt. Und nu?

    Zitat

    Wer läßt das zu, ...20 Spieler bei einem 9`er Kader, total beklopt und nicht kindgerechte Lösung!

    Wie vor kurzem in einem anderen Thread geschrieben, hat unser Verein in den letzten 3 Jahren 60 Jugendspieler verloren, was dazu geführt hat, dass die Jahrgänge 95 bis 98 bei uns komplett ausgestorben sind. Es läuft also alles andere als rund bei uns. Ich versuche mit aller Macht dagegen anzukämpfen. Unter anderem dadurch, dass ich die zehn 99er, die schon ewig bei mir spielten, innerhalb des letzten halben Jahres durch externe Zugänge auf die gewünschten 16 aufgestockt habe. Dem 99er Jahrgang geht es im Vergleich zu anderen Jahrgängen bei uns also super. Jetzt hat es aber bereits die 2000er erwischt, bei denen es in den Sommerferien mehrere Abmeldungen gab. Vier der übrig gebliebenen Spieler habe ich aufgenommen, drei weitere sind zu den 2001ern gekommen. Wir haben derzeit eine A-Jugend, dann kommt lange nix und dann komm ich mit meinem mittlerweile 20 Spieler umfassenden "99er-Team".


    Zitat

    Ferner die Frage, um was ihr spielt? Um die goldene Ananas? Oder ging es um Ausbildung und die Ergebnisse sollte dir als Trainer zumindest zweitrangig sein?

    Die Spieler, die schon seit mehreren Jahren bei mir spielen, haben mich was Ehrgeiz und Ansprüche an sich selber angeht, vor ungefähr einem Jahr mehr als überholt. Das war bei vielen der Zeitpunkt des Schulwechsels von der vierten in die fünfte Klasse und hängt eventuell auch mit dem dann dort neu einsetztenden Konkurrenzkampf (Positionierung innerhalb der neuen Klasse) zusammen. Hinzu kommt, dass ca. 85% meiner Spieler Gymnasiasten sind, denen auch ein gesteigerter Ehrgeiz in anderen Lebensbereichen außerhalb des Sports zuzuschreiben ist.


    Nachdem ich der Truppe in der letzten Saison eine etwas ruhigere Saison in der dritten Staffel (kann man in Qualispielen ja etwas steuern) gegönnt habe, habe ich in der Kabine immer wieder gehört, dass die Mannschaft darüber redet, dass "in der nächsten Saison wieder Kreisliga" gespielt werden soll.


    Wir hatten gegen Ende der letzten Saison im Zuge einer Festwoche ein Spiel gegen die Kreisauswahl unseres Jahrganges. Eine Anekdote dazu:



    Spieler A, der bis vor einigen Wochen mit Fußball nichts am Hut hatte: "Was ist denn die Kreisauswahl eigentlich für ein Verein?"
    Nachdem er die Erklärungsversuche der anderen Kinder nicht zu verstehen schien, hab ichs mit "Sowas wie die Nationalmannschaft der Stadt ... nur für Kinder halt" auf den Punkt gebracht.
    Spieler B: "Warum spielt da eigentlich keiner von uns?"
    Spieler C: "Weil wir nicht Kreisliga spielen"


    Diese Herangehensweise ist natürlich noch etwas kindlich naiv, bringt die Sache aber ganz gut auf den Punkt. Die Kinder sind intelligent genug (einer der Nachteile bei so vielen Gymnasiasten) um zu wissen, dass sie die selber gesteckten Ziele nicht erreichen können, wenn der Trainer mehr sozial als ergebnisorientiert denkt.


    Dass es diese Saison (junger Jahrgang) mit der Kreisliga wohl nichts werden wird und wir uns das für übernächste Saison aufsparen sollten, habe ich den Kindern noch vermitteln können. Allerdings muß ich der Grundstimmung meiner Mannschaft auch gerecht werden. Dabei denke ich nicht in Tabellenplätzen, sondern in Gewinn-Verlust-Quote. Optimalerweise gewinnen wir zwei von drei Spielen, womit einerseits die Ansprüche der Kinder durch die zwei Siege zufriedengestellt werden, aber gleichzeitig die Trainingsbereitschaft durch die Niederlage hochgehalten wird. Heißt aber ausdrücklich auch, dass sich die Einsatzzeiten nach zwei gewonnen Spielen
    erheblich verschieben können, da das dritte Spiel dann ja aus Gründen der langfristigen Motivation sogar verloren werden "muss".


    Hinzu kommt dann noch das Abwehren von Abwerbeversuchen anderer Vereine. Ich habe in meinem Kader einen Auswahlspieler, drei weitere stehen seit längerem unter Beobachtung (sind zum nächsten Sichtungstraining eingeladen). Insgesamt haben fünf Spieler meines letztjährigen 10er-Kaders schon Anfragen von anderen Vereinen bekommen, die aber von den Spielern allesamt abgelehnt wurden. Wenn die Vereine zukünftig mit Argumenten wie "Du bist viel zu gut, um in jedem dritten Spiel nichtmal im Kader zu sein" oder "Bringts dir wirklich Spaß in Staffel 4 im unteren Mittelfeld zu stehen? Da lernst du doch nix." kommen könnten, kann ich diesen Spielern eigentlich gleich den Pass in die Hand drücken und ihm alles gute wünschen.


    Wenn man jetzt auf den Ersten Absatz dieser Antwort zurück blickt, dürfte recht schnell klar sein, dass man sich als Elternteil, Kind oder Trainer desöfteren mal die Frage stellt, ob man hier gut aufgehoben sein. Ignorieren kann man sowas, solange die Mannschaft, die schon Jahre zusammenspielt, eine Einheit bleibt. Wenn aber die ersten ein oder zwei Spieler den Verlockungen anderer Vereine erliegen, sind die Auflösungserscheinungen, denen die vorhergehenden Jahrgänge zum Opfer gefallen sind, auch bei meiner Truppe garantiert.


    Wenn ich im Eingangspost davon schrieb, dass ich mit diesem Konzept "alles" unter einen Hut bringen will, hat "alles" also eine weitaus umfassendere Bedeutung, als es auf den ersten Blick den Anschein haben mag.


    Zitat

    Bei 20 Spielern den Leistungsgedanken bei der Einteilung der Mannschaft in den Focus zu stellen, ist für mich nicht mehr machbar, da würde ich nicht mitmachen, dass ist für mich nicht mehr kindgerecht und unfair.

    Kindgerecht verhalte ich mich beispielsweise in dem Sinne, dass ich den Eltern der vier E-Jugendlichen und eines 99er-Anfängers von vorneherein genau gesagt habe, welche Bedingungen bei uns herrschen und dass sie auch andere für ihr Kind eventuell sinnvollere Mannschaften prüfen sollten. Wenn sich dann trotzdem alle für meine Mannschaft entscheiden, weiß jeder woran er ist.

    Mein Kader (D-Jugend 9er Feld) ist in den letzten Wochen auf mittlerweile 20 Spieler angewachsen. Habe mir mal Gedanken gemacht, wie man "alles" unter einen Hut bringt und bin für jede Anregung zum Feinschliff dankbar.


    Vorab meine bisherige Planung, als ich von einem 16er Kader ausgegangen bin:


    Die bisherigen Testspiele haben gezeigt, dass 13 die optimale Spieleranzahl für ein Spiel ist. Da erfahrungsgemäß immer mal wieder Spieler nicht zum Spiel können, sollte der 16er-Kader genau die richtige Größe haben, um immer die geforderten 13 Spieler am Spieltag aufstellen zu können. Sollten mehr als 13 Kinder zur Verfügung stehen, wird am Tag vor dem Spiel bekannt gegeben, wer Nummer 14 bis 16 im Kader ist. Diese Kinder dürfen dann natürlich mit zum Spiel (müssen es aber nicht), es kann ihnen aber passieren, dass sie nur zu Kurzeinsätzen kommen oder sogar gar nicht spielen. Kriterien dafür: Leistung, Trainingsbeteiligung, Verhalten, Zuverlässigkeit, „jeder ist mal dran“.



    Jetzt zu den aktuellen Überlegungen:


    1. "jeder ist mal dran" muß als Kriterium komplett gestrichen werden, da bei dieser Kadergröße gar nicht mehr komplett durchrotiert werden kann, ohne das benötige Grundgerüst zu verlieren.


    2. Statt 13 erhalten jetzt 14 Spieler eine Einsatzgarantie, es werden aber zusätzlich die Einsatzzeiten genauer definiert.


    2a. Die Spieler, die nicht unter den ersten 14 sind, werden dies weiterhin spätestens einen Tag vor dem Spiel erfahren. Sie dürfen auch weiterhin zum Spiel kommen, es wird aber klar angesagt, dass aufgrund der veränderten Kadergröße selbst Kurzeinsätze nahezu unmöglich sind.


    3. Die Kinder werden in anhand der verbliebenen Kriterien in verschiedene Gruppen eingeteilt. Die Zusammensetzung dieser Gruppen muss vor allem aufgrund des Faktors Trainingsbeteiligung mindestens einmal monatlich überprüft werden.


    4. Anhand dieser Gruppen wird nach einem festgelegten System der Kader für das nächste Spiel zusammengestellt.


    Konkret:


    a) 5 von 5 aus Gruppe "Grundgerüst"
    b) 1 von 2 aus Gruppe "Torhüter"
    c) 3 von 4 aus Gruppe "Abwehr"
    d) 3 von 5 aus Gruppe "Ersatzspieler"
    e) 2 von 5 aus Gruppe "is denn schon wieder Training?"
    (Der zweite Torhüter versteckt sich als Feldspieler in der vierten Gruppe)


    Ausfälle werden zuerst aus den ersten vier Gruppen aufgefüllt. Aus der letzten Gruppe wird nur aufgefüllt, wenn gar nichts anderes mehr geht.


    Von Mannschaftsteil d) sollte pro Spiel jeder auf mindestens 25 Minuten Spielzeit kommen, wenn die Einsatzbereitschaft an diesem Tag stimmt.


    Die Spielzeit von Mannschaftsteil e) wird bei bereits entschiedenem Spiel möglichst hoch sein, um der möglichen Unzufriedenheit, die in dieser Gruppe am wahrscheinlichsten ist, entgegenzuwirken. Bei engem Spiel werden diese Spieler sich aber auch mit 10 Minuten begnügen müssen.
    (Zwischenbemerkung: Die Mannschaft hat in den letzten Jahren quasi eigendynamisch Ehrgeiz und Ansprüche an sich selber entwickelt, denen ich als Trainer irgendwie gerecht werden muss und früher mehr aufs Ergebnis achten muss, als es in meinem Langzeitplan mal gestanden hat.)



    Mit diesem System haben wir sowohl die einsetzende Leistungsorientierung als auch das "Bei Laune halten" der Nachzügler ausreichend berücksichtigt. Geht man pro Spiel von mindestens einem Ausfall aus den derzeitigen "Top 15" aus, wird jeder Spieler aus Gruppe "Abwehr" und Gruppe "Ersatzspieler" maximal jedes vierte Spiel aussetzen müssen. Das ist absolut vertretbar. Da in Gruppe "is denn schon wieder Training?" wohl auch in den meisten Fällen mit einem Ausfall gerechnet werden kann, ist auch jeder dieser Spieler in jedem zweiten Spiel dabei. Generell auch vertretbar, wird aber eventuell dem ein oder anderen (besonders den Eltern) nicht reichen.


    Mit diesem System kann man sogar Absagen wegen Omis Geburtstag so berücksichtigen, dass der Enkel wegen sowas nicht zwei Spiele hintereinander aussetzen muss (rechtzeitige Info vorausgesetzt).

    Da eine Revidierung der Entscheidung für das Turnier eh zu spät gewesen wäre und es in den nächsten zwei bis drei Wochen noch andere "Kleinigkeiten" zu klären gilt, warte ich derzeit erstmal ab, um dann gegebenenfalls mit mehreren Punkten gesammelt beim Vorstand vorstellig zu werden. Dann wären auch alle Eltern wieder da (hier sind noch Ferien), so dass ich auch mal nen Elternabend einberufen könnte.


    Ich denke auch, dass der Großteil einem Wechsel zustimmen würde. Aber obs alle machen? (Manche meiner Spieler haben noch kleinere Geschwister in anderen Mannschaften) Eventuell gibt der Elternabend Klarheit, wenn er denn stattfindet.


    Thema "falsche Trainerwahl" beim Verein, der angefragt hatte:


    Dazu gibt es eine kleine Anekdote: Ich habe im letzten Sommer den Jugendobmann des Vereins angerufen, um die Namen und Nummer des neuen Trainers zu erfahren, da ich ein Testspiel gegen die vereinbaren wollte. Als er mir gesagt hat, wer der neue Trainer ist, habe ich von einem Testspiel Abstand genommen und dem Jugendobmann geraten, sich nach einer anderen Lösung umzuschauen (natürlich mit ausführlicher Begründung). Allerdings war mein Rat offenbar nicht handlungsweisend, so dass die Mannschaft dann im Winter abgemeldet wurde. Falsche Trainerwahl ist also keine Aussage des anderen Vereins, der damit irgendwas beschönigen will, sondern meine persönliche (Voraus-)Sicht.


    Mit dieser Story haben wir übrigens eine nette Verbindung zu meinem Verein. Dort habe ich auch auf diversen Sitzungen schon vor vielen Dingen gewarnt. Dabei habe ich auch schon alle erdenklichen Strategien ausprobiert. Von "Wir sollten mal drüber nachdenken, ob wir nicht eventuell..." bis zu "Wir müssen JETZT xyz tun, damit nicht ...." - Wird immer abgetan mit "das wird schon", "das haben wir noch nie so gemacht" (kommt meistens von Leuten, die 30 Jahre mehr "Erfahrung" haben) und "dafür ist auch noch nach den Osterferien Zeit" und ähnlichem abgetan.


    Es ist teilweise auch sowas wie ein Generationskonflikt. Kein langgedienter Vereinsfunktionär läßt sich gerne von einem wie mir (langhaarig, meist unrasiert, Kettenraucher (natürlich nicht im Umgang mit der Mannschaft), gammelige Klamotten, nie Fußball gespielt) sagen, wohin der Weg gehen sollte. Die Hoffnung, dass man irgendwann merkt, dass der "Penner" mit seinen "Prophezeiungen" IMMER (ist wirklich so) Recht behalten hat, habe ich längst aufgegeben. Aber deswegen geh ich bestimmt nicht zum Friseur :D





    Thema Spaß:


    Heute morgen (wir trainieren in den Ferien vormittags) waren bei strömendem Regen 13 von 16 Kindern beim Training. Gefehlt wurde nur wegen Urlaub und Krankheit. - Natürlich macht das dann Spaß.


    Wenn man dann aber zu hause sitzt und feststellt, dass man wegen irgendwas organisatorischem mal zur nächsten Jugendsitzung muß, kann man auch gleich nen Termin beim Zahnarzt machen.

    Danke für die vielen Antworten der letzten Stunden.


    Natürlich frag ich mich dauernd, ob ich in diesem Verein richtig aufgehoben bin und habe sogar in der letzten Sommerpause selber hingeschmissen, wurde dann aber von den Eltern zum weitermachen überredet.


    Warum ich mir das immer noch antue, läßt sich am besten an meinem "Werdegang" erklären. Vor etwas mehr als 5 Jahren habe ich den Sohn meiner Freundin zu seinem ersten Fußballtraining begleitet und mir das auch immer brav von Anfang bis Ende angeguckt, während andere Eltern zwischendurch einkaufen waren oder im Vereinsheim getratscht haben. Dass man sowas als Elternteil nicht machen sollte, habe ich damals nicht gewußt. Es war, als hätten die Vereinsverantwortlichen einen Roten Pfeil über meinem Kopf schweben sehen. Auf dem Pfeil muss sowas wie "Der sitzt immer da, der hat Zeit, der kann Betreuer machen" gestanden haben. Also wurde ich prompt gefragt, ob ich nach den Sommerferien mit helfen könnte. Nachdem ich erklärt hatte, dass ich selber zuletzt als zehnjähriger gegen den Ball getreten hatte, kam als Antwort, dass ich ja nur Hütchen aufstellen und Schuhe zubinden müsse. Dagegen fiel mir damals nicht schnell genug ein Argument ein. Während der Sommerferien habe ich dann überlegt, wie ich aus der Nummer wieder rauskomme und mich dann für folgende Strategie entschieden: Drei Wochen hingehen und dann sagen: "Sorry Leute, ich habs versucht. Aber irgendwie ist das so gar nix für mich".


    Während dieser drei Wochen gab es aber zwei Ereignisse, die diese Strategie zunichte gemacht haben.


    Zur Ausgangssituation: Ich war Betreuer in der F2, der damals untersten Mannschaft des Vereins. Naturgemäß gab es nach den Sommerferien viele Neue, die noch überhaupt noch nicht wußten, was sie mit dem Ball überhaupt anfangen sollen.


    Ereignis 1:


    Freundschaftspiel, kein Schiri da, der Trainer pfeift und ich "darf" auswechsel. Spielstand 4:0 für uns. Ich wechsel also den "besten" aus und bring ein Kind, das erst einmal vorher beim Training war. Dem pfeifenden Trainer ist beinahe die Pfeife aus dem Mund gefallen und nach dem Spiel habe ich für diesen "Wechselfehler" ordentlich was auf die Mütze bekommen.


    Ereignis 2:


    Erstes Qualispiel, auswärts. Zwei der Neuen dürfen mit. Die beiden ziehen sich um, strahlen wie die Schneekönige (zum ersten mal in einem richtigen Trikot). Danach dürfen sie sich 40 Minuten ein Fußballspiel von außen anschauen und sich dann wieder umziehen.



    Da kam ich zu dem Schluß, dass der Trainer an den neuen überhaupt kein Interesse hat und ich habe es nicht übers Herz gebracht, die kleinen in dieser Situation wieder zu verlassen. Habe mir dann die Geburtsjahrgänge der neuen angeschaut und festgestellt, dass sie allesamt (zu dem Zeitpunkt 9) noch G-Jugend spielen könnten. Bin dann zum Jugendvorstand gelaufen, mich über die beiden oben beschriebenen Ereignisse beschwert und angeregt, eine G-Jugend zu gründen und angeboten dann diese neue Mannschaft zu betreuen. Ich wurde dann gefragt, ob ich die Mannschaft erstmal ein wenig beschäftigen könne, weil man ca. 2 Wochen brauchen würde, um einen Trainer für die Truppe zu finden. "Laß sie bis dahin einfach ein wenig aufs Tor schießen und danach gleich spielen." Also gut, zwei Wochen kriegt man irgendwie über die Bühne. - Ich seh euer Grinsen beim Lesen gerade richtig vor mir. Denn die meisten von euch werden sich denken können, dass ich auf den zugesagten Trainer bis heute warte. -


    So stand ich dann also plötzlich mit lauter 4 bis 5 jährigen auf dem Platz, die genau so wenig Ahnung vom Fußball hatten wie ich. Und es wurden immer mehr. Teilweise hatte ich alleine über 20 Kinder beim Training. Die ersten Monate liefen ungefair so ab: 3 Stunden Zeitaufwand, um eine 90Minuten-Einheit zu planen und dann nach dem Training total verzweifelt dazustehen, weil ca. 70 Minuten überhaupt nicht funktioniert haben.


    Aber ich hab mich durchgebissen und lerne seitdem einfach gemeinsam mit den Kindern. In dieser Zeit sind einem die Kinder natürlich ans Herz gewachsen (5 der ursprünglichen 9 spielen immer noch bei mir, 4 weitere sind nach meinem ersten Jahr hinzugekommen). Natürlich brauche ich immer noch mehr Zeit für die Vorbereitung als ein erfahrener Trainer oder ehemaliger Fußballer. Schließlich ist jeder neue Trainingsinhalt, jede neue Übung auch für mich absolutes Neuland. Aber die Kinder sind diesen Aufwand wert und mittlerweile funktionieren bei einer 90Minuten-Einheit auch immer mindestens 80 Minuten ;)


    Ich muß mich auch immer selber überprüfen. Will ja nicht in einigen Jahren feststellen, dass ich aus Unwissenheit entscheidende Dinge vergessen habe. Bisher fallen diese Überprüfungen aber recht gut aus.


    - Ein Mädel meiner Mannschaft (eine der ursprünglichen 9) ist Spielmacherin in der Kreisauswahl, drei Jungs sind zum nächsten Sichtungstraining eingeladen.
    - Bei der letzten Hallenkreismeisterschaft haben wir Platz 5 von 36 belegt.
    - Meine Mannschaft kann verlieren ohne dass irgendein Spieler in Tränen ausbricht oder über Mitspieler, die entscheidende Fehler gemacht haben, herzuziehen.


    Die wichtigste Bestätigung geben aber die Kinder selbst. Beispiel: Mitte Juni Testspiel unter D-Jugendbedingungen zum "Reinschnuppern" in die neue Saison. Gefühlte 50 Grad im Schatten, Spiel geht 5:1 verloren, Kinder total platt. Ich gebe für den nächsten Tag trainingsfrei. Die Kinder protestieren.


    Es ist einfach ne super Truppe. Daher habe ich den hier auch (indirekt) genannten Vorschlag, mit der Mannschaft den Verein zu wechseln, zwar schon seit über zwei Jahren im Kopf, aber nichts in die Richtung übernommen, weil ich Sorgen habe, dass dabei nicht ALLE mitziehen. Möglichkeiten für so einen Wechsel gibt es bei drei weiteren Vereinen im Umkreis eines Kilometers genügend. Ein etwas weiter enfernter Verein (12 Min Busfahrt) hat sogar konkret angefragt, ob ich nicht Lust hätte mit meiner Truppe zu denen zu wechseln. (Dieser Verein hat nen Kunstrasenplatz und auch ansonsten traumhafte Bedingungen. Spielt generell höherklassig, hat aber "meinen" Jahrgang durch eine falsche Trainerwahl komplett verloren.)


    Mit diesem kleinen Ausflug in meine Vergangenheit sollte hoffentlich deutlich geworden sein, warum ich (bei 0 Cent Aufwandsentschädigung) immer noch mehrmals pro Woche auf dem Platz stehe.


    Zurück zum eigentlichen Thema:


    Da ich mit Übungen aus dem Internet nicht viel anfangen kann, sondern die Hintergründe der Übung selber verstehen will, denke ich mir alle Sachen selber aus oder schau sie mir in der Praxis bei anderen ab, um sie dann meiner Altersklasse entsprechend anzupassen. Also war ich heute als Zaungast beim Training unserer A-Jugend. Der Trainer hat mir - ohne, dass ich vorab irgendwas sagen mußte - zur Begrüßung gleich seinen Unmut über das geplante Hobby-Turnier mitgeteilt. Zum einen aufgrund der seiner Meinung nach extrem unnötigen Belastung des Platzes und zum anderen, weil man ihn gebeten hat, auch eine Mannschaft zu stellen (das Turnier findet unmittelbar im Anschluß an das erste Punktspiel der A-Jugend statt.) Ich stehe mit meinem Unmut also nicht alleine da, auch wenn der A-Jugend-Trainer teilweise andere Beweggründe hat als ich. Andere Trainer konnten nicht befragt werden. B- und C- haben wir (nicht mehr) und E und jünger sind noch in den Ferien.

    Chaos ist ein gutes Stichwort. Das herrscht bei uns nämlich schon. Kann man am einfachsten durch zwei Fakten belegen:


    a)
    Spieleranzahl in den Jahrgängen 95 bis 98 im Sommer 2007: ca. 60
    Spieleranzahl in den Jahrgängen 95 bis 98 im Sommer 2010: 2 (beides 98er, die von mir für diese Saison angeworben wurden)


    b)
    Anzahl der Jugendtrainer, die während dieses Zeitraums ihren Hut genommen haben: 16


    Dementsprechend stellt das hier beispielhaft genannte "Problemchen" nur die Spitze des Eisberges dar. Es geht mir viel mehr darum, Mittel und Wege zu finden, die Verantwortlichen von der "wird schon irgendwie laufen"-Einstellung wegzubekommen.

    Es wurde ja keine Wertung vorgenommen.


    "Das Turnier wurde nicht genehmigt, weil der Vorstand den Platz schonen möchte und daher keine Turniere mehr genehmigt."


    Hätte ja auch sein können, "weil an dem Tag die Herren nen Pokalspiel haben".


    Beides keine Wertung.


    Wenn ichs nicht gleich dazu gesagt hätte, hätten die Kinder in jedem Fall nachgefragt. Und ein Dialog wie


    Trainer: "Turnier wurde nicht genehmigt".
    Kinder: "Warum nicht?"
    Trainer: "Sag ich euch nicht."


    passt irgendwie so gar nicht zu meiner Philosophie was Umgang zwischen Trainer und Mannschaft angeht.

    Die im Brief erwähnten Vorstandsmitglieder XXXX und YYYY sind "Platzkommission" und Jugendobmann. Der normale Dienstweg wurde also eingehalten.


    siebener: Mit der Aussage "unser Turnier kann leider nicht stattfinden" habe ich es eigentlich versucht. Allerdings habe ich die Begründung des Vorstandes für die Nichtgenehmigung nachgeschoben um die Kinder ausführlich zu informieren und sie als kleinen Nebeneffekt für weitere Einschränkungen zu sensibilisieren. Zu dem Zeitpunkt konnte ich ja nicht damit rechnen, dass der Vorstand einige Tage später gegen seine eigene Begründung "verstößt".

    Guten Morgen und danke für die bisherigen Antworten.



    Es gab in den letzten 5 Jahren schon reichlich an offenen Aussprachen. Entweder man wird gleich abgebügelt oder erntet ein "Öhm, ja ... blöd gelaufen." Sonst wäre ich ja gar nicht auf die Idee gekommen, dem Vorstand gegenüber mit Verstärkung aufzutreten.


    madd!!:


    Du schreibst, dass die Spieler nichts erfahren sollten. Das läßt sich aber nicht mehr vermeiden. Ich habe die Spieler bereits brav informiert, dass unser Turnier nicht stattfinden kann, weil der Vorstand den Platz schonen möchte und demnach keine Turniere mehr genehmigt. Wenn die Spieler zum nächsten Training kommen, werden sie aber Werbung für das jetzt kurzfristig angesetzte Hobby-Turnier vorfinden. Soll ich jetzt einfach hoffen, dass keiner der Spieler 1 und 1 zusammenzählt?



    Wie würdet ihr Eltern und Spielern erklären, dass


    a) wir den Platz nicht mal außerhalb der Punktspiele nutzen dürfen
    b) vereinsfremde Damenmannschaften den Platz nutzen dürfen und damit die "eingeschränkten Nutzungsrechte" der vereinseigenen Jugendmannschaften begründet werden
    c) trotzdem ein Hobby-Herrenturnier genehmigt wird



    Mir fallen da keine Argumente ein ...

    Moin!


    Jeder von uns kennt Meinungsverschiedenheiten zwischen Trainer und Vereins- bzw. Jugendvorstand. Meist fühlt man sich danach, als hätte man gegen Windmühlen gekämpft. Aufgrund eines aktuellen Vorfalls bin ich derzeit am überlegen, ob ich mir Verstärkung holen sollte. Sprich ein Brief an den Vorstand, der von allen Spielern und Eltern mit unterschrieben wird. Führt natürlich dazu, dass viel mehr "öffentlich" ausgetragen wird, als wenn der Trainer immer alleine an die Tür des Vorstands klopft.


    Hier der Brief, den ich zum aktuellen Vorfall entworfen habe:


    "An den Vorstand des VVVVVVVVV


    Anfrage bezüglich Stellenwert der Jugend
    Die D-Jugend hatte geplant, am 21.08. ein Blitzturnier als Bestandteil der Saisonvorbereitung zu veranstalten (ein Kleinfeld, vier Mannschaften, Dauer ca. 2 Stunden). Leider wurde dieses Turnier von den Vorstandsmitgliedern XXXXXX und YYYYYYY nicht genehmigt. Als Begründung wurde angeführt, dass man den Platz keiner zusätzlichen Belastung aussetzen wollte und er wegen der Rückkehr der Damenmannschaften des Vereins HHHHHHH besonders geschont werden müsse.


    Daher waren wir schon sehr verwundert, als wir der Webseite des Vereins entnehmen durften, dass am 28.08. - also nur eine Woche nach unserem geplanten Termin – ein fünfstündiges Turnier mit 12 Hobby(!)-Herrenmannschaften auf zwei Kleinfeldern stattfinden kann. Dieses Turnier entspricht allein vom benötigten Platz und der geplanten Zeit der zehnfachen Belastung.
    Wir bitten um schriftliche Stellungnahme, wie es zu diesen Entscheidungen kommen konnte und wie bzw. ob derartige Ungleichbehandlungen zukünftig verhindert werden sollen.


    Mit freundlichen Grüßen


    Spieler, Eltern und Trainer der D-Jugend"


    Würdet ihr sowas durchziehen?

    Natürlich ist das ne Sache des gesunden Menschenverstandes und es wird in der Praxis überall etwas lockerer gehandhabt werden. Wenn nun aber ein Verein den gesunden Menschenverstand ausschaltet und das Regelwerk rausholt, kann der Verband nur so entscheiden, wie in diesem Fall.



    Tatsachenentscheid/Regelverstoß:


    Alles was Auslegungssache ist


    - war der Ball im Tor oder nicht?
    - klare Torchance verhindert oder "normales" Foul
    - Handspiel oder nicht?
    - Abseits oder nicht
    usw.


    ist ein Tatsachenentscheid. Dass die Schiedsrichter bei solchen Entscheidungen manchmal daneben liegen, ist normal, aber kein Regelverstoß, weil sie die Situation ja "nach bestem Wissen und Gewissen" bewertet haben.


    Ein Regelverstoß kann nur bei Dingen erfolgen, die nicht auslegbar sind:


    - einen Strafstoß geben, obwohl man einen Spieler der angreifenden Mannschaft wegen des begangenen Handspiels verwarnt (hab ich in einem Spiel der Zweiten Damen-Bundesliga mal gesehen)
    - demselben Spieler zweimal die Gelbe Karte zeigen

    In vielen Vereinen dürfte außerdem die Bereitschaft für sowas fehlen, weil es "ja noch nie so gemacht wurde". Derartige Argumente kommen immer von Vereinsfunktionären, die zwar 30 Jahre dabei sind aber auch noch genau so handeln, wie es vor 30 Jahren eventuell richtig gewesen sein mag.


    Ich kämpf gerade bei mir im Verein für etwas, das in die Richtung des oben genannten Vorschlags geht. Allerdings in viel kleinerem Rahmen. Es betrifft nämlich nur zwei Spieler. Diese beiden Spieler kamen vor etwa 2,5 Jahren bei mir zum Training. Aufgrund des Jahrgangs (1999) waren sie dort auch richtig, allerdings habe ich sie damals recht schnell zu den 2000ern geschickt.


    Gründe:


    - Ich hatte bereits 11 Kinder, die seit mehreren Jahren zusammen spielen und IMMER da waren.
    - Wir haben damals in der höchstmöglichen F-Jugend-Staffel gespielt. Für Anfänger nicht unbedingt der geeignete Einstieg.
    - Die 2000er hatten einen Kader von 12, aber zum Spiel im Schnitt nur 8.


    So hatten die beiden neuen eine Mannschaft in der sie entsprechend ihres Leistungsstandes viel besser gefördert werden konnten und die 2000er hatten keine Probleme mehr, die Mannschaft voll zu bekommen.


    So lief das jetzt über mehrere Jahre, die beiden haben sich in ihrer Mannschaft integriert und fühlen sich dort wohl. Zur nächsten Saison soll ich die beiden aber wieder aufnehmen, weil sie halt "mein Jahrgang" sind. Das stößt bei mir auf völliges Unverständnis.



    - Mein Kader ist mittlerweile auf zuverlässige 16 Spieler angewachsen. Die beiden wären Nummer 17 und 18, nicht nur von der Anzahl her, sondern auch nach Leistung. Wir spielen nächste Saison D-Jugend-9er-Feld.


    - Die 2000er sind weiterhin 12. Mit den beiden 99ern sind es 14. Sie müßten nach dem einen Jahr bei mir also wahrscheinlich eh wieder dort spielen, da die 2000er sonst nicht eigenständig als D-Jugend existieren können.


    - Meine Truppe ist sehr ehgeizig, redet in der Kabine davon, wieder Kreisliga spielen zu wollen. Dies hat sich quasi eigendynamisch entwickelt. Ich kann der Truppe dieses Ziel kaum noch ausreden.
    Meine Mannschaft ist eh absolut verrückt. Ich hab einmal eine Laufeinheit von 2mal 25 Minuten durchgezogen, um nach einem total vergurkten Spiel (nach 3:0 Führung waren sie sich zu sicher, haben drei Gänge zurückgeschaltet und wollten alles alleine machen) ein einmaliges(!) Zeichen zu setzen. Seitdem fordern die Kinder das immer wieder.
    Trainingsfrei wird auch generell abgelehnt. Gerade gestern habe ich das nach nem Testspiel wieder angeboten. "Wollt ihr trainieren oder mal ausspannen und Brasilien gegen Portugal gucken?" Ging 11 zu 4 für Training aus. Diese Abstimmungen mache ich mehrmals pro Saison. Es gibt immer wieder Gegenstimmen (niemals die gleichen Spieler), aber es endet jedesmal deutlich für Training.
    Für die beiden Spieler, die ich jetzt aufnehmen soll, wäre das eine ganz andere Welt.


    - Ich stehe alleine auf dem Trainingsplatz und hab derzeit keine Idee, wie ich auf zwei Nachzügler individuell eingehen könnte, ohne die übrigen 16 dabei zu unterfordern.



    Ich habe beim Jugendvorstand angeregt, die 2000er für nächste Saison ohne Wertung zu melden, damit die beiden in einer Mannschaft spielen, in die sie leistungsmäßig gehören, in der sie seit Jahren spielen, in die sie übernächste Saison sehr wahrscheinlich zurück müssen und die ihrer Einstellung zum Sport eher entspricht als meine "Spaß-Profis". Wurde abgelehnt.

    Hmmm, also der Verband macht ja die regeln und es sit schon eigenartig, dass in der D-jugend der Betreuer erst reingewunken werden muss, bevor er auf das Feld darf, daher ist der Verband nicht ganz unschuldig.

    Das ist ne Regel der FIFA.


    Die FIFA verpflichtet die Mitgliedverbände (z.b. den DFB) nach diesen Regeln zu agieren. Der DFB wiederum gibt diese Verpflichtung an die Mitgliedsverbände weiter. So kommt es dann zum Beispiel in Schleswig-Holstein an:


    "Spielordnung
    § 1 Austragung nach internationalen Regeln
    1. Alle Spiele werden nach den internationalen Regeln (FIFA) und dazu den vom DFB
    erlassenen Ausführungsbestimmungen durchgeführt."




    Anpassungen sind möglich. Die FIFA gibt aber die Bereiche in denen Anpassungen möglich sind, ganz genau vor:


    "ANMERKUNGEN ZU DEN FUSSBALLREGELN
    Anpassungen
    Wenn der betroffene Mitgliedsverband zustimmt und die Grundsätze dieser
    Regeln eingehalten werden, können die Regeln für Spiele von Teams mit unter
    16-Jährigen, Frauen, über 35-Jährigen oder Behinderten angepasst werden.
    Erlaubt sind die nachfolgend aufgeführten Anpassungen:
    • Grösse des Spielfelds
    • Grösse, Gewicht und Material des Balls
    • Grösse des Tores
    • Dauer des Spiels
    • Auswechslungen
    Jede andere Anpassung muss vom International F. A. Board genehmigt werden."



    Falls jemand zuviel Zeit hat: Dürfen wir in F- und E- eigentlich ohne Abseits spielen? Ist das eine der genehmigten Anpassungen? Dazu hab ich auf die schnelle nichts gefunden :)

    Keiner versteht den Protest, keiner versteht die Entscheidung des Verbandes.

    Du hast leider nicht dazu geschrieben, wie der Verband entschieden hat. Da du aber vom Unverständnis schreibst, tipp ich mal darauf, dass ein Wiederholungsspiel angesetzt wurde.


    Zumindest würde das hier gültigen Regeln entsprechen, wenn ein Spiel durch einen Regelverstoß des Schiedsrichters beeinflußt wird. Der Verband hat da keine andere Wahl als sich an die gültigen Regeln zu halten und dementsprechend zu entscheiden.


    Fairplay ist nicht genau definiert und nicht einklagbar. Satzungen und Regeln hingegen sind klar niedergeschrieben und einklagbar ... und das im Zweifelsfall durch alle Instanzen.

    In Schleswig-Holstein wird zur nächsten Saison bei F- und E-Jugend von 4er Leicht auf 5er 290g gewechselt.
    Diese Änderung habe ich heute zufällig mitbekommen, obwohl sie seit Monaten festzustehen seid. Bei kaum einem Verein wird das schon bekannt sein. Die Vereine, die für die nächste Saison schon neue Bälle bestellt haben, ohne die anstehende Regeländerung zu kennen, werden sich bedanken.

    Danke schonmal für die Antworten.


    TRPietro:
    Ja, Anruf war "frisch" und ja: ich bin richtig entsetzt.
    Bestrafen (falls ich mich dafür entscheide) natürlich erst nach klärendem Gespräch.


    Chris:
    Da es auf Fußball bezogen ist, ist es mein "Verwaltungsbereich". Würden die sich in der Schule gegenseitig eins auf die Mütze geben, weil der eine dem anderen nen Stift geklaut hat, sähe das natürlich anders aus.


    Karl:
    Für dich mag das normales Kinderverhalten sein, für mich ist das der Beginn von Mobbing. Vielleicht bin ich da auch ein gebranntes Kind. Diese Truppe ist meine erste Trainerstation und in den 5 Jahren bis jetzt, durfte ich mitanschauen, wie ältere Mannschaften (immer die jeweiligen D-Jugend-Jahrgänge) auseinander gefallen sind. Grund dafür: Man hat bei Verfehlungen die Augen zugedrückt, weil "man die Spieler ja braucht", was zur Folge hatte, dass die "Braven" gegangen sind oder aufgehört haben und die "Pflegefälle" alleine nicht ausreichten, um eine Mannschaft zu stellen. So fehlen unserem Verein nun 2 komplette Altersklassen.


    Andre:
    Option 1 ziehe ich durch. Nicht nach jedem Training / Spiel und auch teilweise etwas anders verpackt, als du es schilderst, aber generell liegen wir da auf einer Linie.
    Das einzige, was mich dabei ein wenig stört: Sie machen sich bei Turnieren teilweise über andere Mannschaften lustig (nur intern, nicht den anderen Mannschaften gegenüber), wenn sich dort Spieler absolut daneben benehmen (Mitspieler beschimpfen, Gegenspieler "umkloppen", Schiri den Vogel zeigen, usw. usw.), weil ihre Mannschaft am verlieren ist. Selbiges passiert auch, wenn ein anderer Trainer "austickt". Sich über andere lustig zu machen, ist zwar auch nicht die feine englische Art, aber so lange, sie es nur unter sich besprechen, dulde ich das. Es zeigt ja immerhin, dass sie verstanden haben, dass die Dinge, über die sie sich lustig machen, im Mannschaftsport nichts zu suchen haben.


    Stärken und Schwächen werden (normalerweise) auch akzeptiert. Seien es die des Einzelnen oder die der gesamten Mannschaft. Am letzten Wochenende haben die ausgewechselten Spieler bei einem Hallenturnier sich darüber unterhalten, dass das gerade laufende Spiel bisher am meisten Spaß gemacht hat. Es stand zu dem Zeitpunkt bereits 0:3 gegen uns. Es wurde halt akzeptiert, dass der Gegner einfach besser war, wir aber alles geben, um dagegen zu halten.



    Wie ich in dem Fall jetzt reagiere ... darüber muss ich erstmal ne Nacht schlafen. Ich vermute momentan aber stark, dass das ganze von dem zweiten Neuzugang ausging und der zweite Spieler einfach mitgezogen wurde. (Guppenzwang? Interessant wäre es, die "Rangordnung" in der Klasse zu kennen.)


    ---


    Nachtrag:


    koeppchen:


    Ich versuche, "gut sein" aus allem rauszuhalten. Es geht mehr um "sich Mühe geben" kontra "wenn einer von uns nicht läuft, spielen wir in Unterzahl".
    (Also nicht: "wenn einer von uns gerade erst angefangen hat und noch gar nicht recht weiß, was er machen soll, spielen wir in Unterzahl" --- was aber de facto manchmal so ist :rolleyes: )


    Es gibt im Jahr ca. zwei Situationen, in denen ich alle Grundsätze kurzzeitig über Bord werfe und strikt auf Ergebnis spiele.
    Beispiel von vor zwei Wochen: Wichtiges Spiel bei der Hallenkreismeisterschaftsquali. Ansprache in etwa: "Seid ihr damit einverstanden, dass wir die Spieler, die am besten zum Gegner passen, möglichst lange spielen lassen - notfalls sogar komplett?" - Die Truppe war einverstanden (weiß man vorher, wenn man die 5 Jahre trainiert) und als ich bereits nach zwei Minuten meine eher schmächtige Abwehrspielerin gegen einen etwas molligen, aber fitten eigentlichen Mittelfeldspieler ersetzt habe, weil über die Seite ein wahrer "Schrank" als Gegner daher gelaufen kam, hat die ausgewechselte - und später nach dem Spiel die komplette Mannschaft - sofort verstanden, warum so gewechselt wurde.


    "Gut sein" gibt es nicht. Normalerweise werden alle gleichberechtigt eingesetzt (und schon dadurch irgendwann alle "gut") und situationsbedingte Wechsel, wie der oben beschriebene, finden eher zufällig statt. Dafür wird jedesmal, wenn sich zufällig ein "sinnvoller" Wechsel ergibt, dieser entsprechend erläutert. So kriegt man die Kinder zu der Einsicht, dass nicht der Einzelne zählt, sondern die komplette Mannschaft "gut" sein muss. Und "gut" sieht halt da immer anders aus. Im Moment noch etwas gesteuert und eher zufällig aber in späteren Jahren (wenn dann irgendwann wirklich nur auf Ergebnis gespielt wird), wird es ja tatsächlich so sein.