Hall uzu,
ich versuche mich mal so diplomatisch und vorsichtig wie möglich auszudrücken, ohne irgendwelche Gefühle oder sonstiges zu verletzten. Ich finde es schonmal gut, dass du selbst schon geschrieben hast, dass du hier sehr empfindlich reagierst. Genau das ist auch mein Eindruck. Du kritisierst Kollege "16" dafür, dass er ein "Problem gegen die Migranten" haben würde. Finde ich jetzt bei diesem Thema nicht nachvollziehbar. Vielmehr könnte man dich auch kritisieren, dass du bei dem Thema auch unreflektiert und stur deine ich nenne es mal Migranten-Fraktion zu schützen, zu verteidigen, zu vertreten. Das ist zwar alles legitim, und verurteile ich auch nicht, aber das deine subjektiven Standpunkte einem korrekten Umgang mit dem Thema ermöglichen, glaube ich nicht. Es ist wie so häufig im Leben: Partei A sagt etwas, Partei B fühlt sich angegriffen, schlägt zurück, setzt sich aber nicht mit dem Thema auseinander, darauf hat Partei A wieder drauf, und eine Lösung ist in weite Ferne gerückt.
Du hast recht, wenn du sagst du lässt dir in deiner Freizeit nicht deine Muttersprache verbieten. Absolut in Ordnung, das steht auch niemanden zu. Ich sehe es aber in bestimmten Situationen durchaus als notwendigen Umgang, auf seine Muttersprache zu verzichten. Kurz hierzu ein Bezug auf deine Beispiele aus dem Job.
- Natürlich kann dir kein Arbeitskollege verbieten, mit einem dritten Kollegen in eurer Muttersprache sich zu unterhalten. Ob das in einem Arbeiter-Gemeinschaftlichen Umgang sinnvoll ist, muss jeder für sich entscheiden. Das sich der dritte ausgegrenzt fühlt, und seine Phantasie dadurch befeuert wird, ob es ggf um ihn gehen könnte, halte ich für jetzt nicht komplett absurd, und negativ. Das es also Unstimmigkeiten hier geben kann ist letztlich mutwillig in Kauf genommen. Das ist nach wie vor nicht verboten, aber man darf sich eben auch nicht wundern, wenn sich darüber beschwert wird.
- Im Arbeitsumfeld gibt es in meinen Augen aber sehr wohl eine Person, die die Befugnis hat, eure Muttersprache zu untersagen. Das ist der Chef. Wenn er angibt, dass die Umgangssprache Deutsch zu sein hat, ist das so, und daran hat sich dann auch jeder in meinen Augen daran zu halten. Obs einen passt oder nicht.
- Wie Leute sich auf der Straße oder Zuhause mit Freunden, Familie, Bekannten unterhalten, geht niemanden etwas an, und ist daher auch völlig Frei.
Ich möchte jetzt im folgenden noch auf das eigentliche Thema eingehen. Eine allgemeine Sprache im Fußball wird es nicht geben. Ist auch Quatsch. Das auf internationalen Turnieren wie hier angeführt sind, dieser Vergleich quatsch ist, sollte jedem einläuchten. Das bei internationalen Spielen (zB Länderspielen) es auch unterschiedliche Sprachen exisitieren ist auch logisch und nicht verwerflich. Wir reden hier aber auch von proffessionellen Fußball, bzw internationalen "Freundschafts" Spielen/Turniere.
Ich kann 16 schon mit seiner Thematik verstehen, und teile auch seinen Wunsch, das vor ab. Es geht hier um einen nationalen Vereinssport, man kann es auch deutschen Vereinssport nennen. Klingt härter, als ich es meiner, aber wird im folgenden eventuell etwas klarer. Vorweg: Ich unterstelle hier auf keinen Fall, dass Migranten ihre Muttersprache aus Gründen zu Beleidigen, Gewaltprovozierenden Hintergründen beim Fußball nutzen. Nun sind wir aber hier in Deutschland, das heißt die allgemein verwendete Sprache in Vereinen, Schule, Betriebe, usw usw ist deutsch. Jetzt gibt es im Fußball regeln, wie der Verbot von Beleidigungen, die unter Strafe gestellt sind. Jetzt beleidigt Spieler A auf deutsch, und wird dafür völlig zurecht bestraft. Ein Spieler B beleidigt auf XYZ jemanden. Der Schiedsrichter ist dieser Sprache nicht mächtig, kann da also auch nicht die faire und korrekte Bestrafung vollziehen. Ist das im Sinne des Fair Plays? In meinen Augen auf keinen Fall. Von daher ist es für mich schon nachvollziehbar, dass man sich mit der hier vorliegenden Situation nicht unbedingt glücklich schätzt.
Ich hole jetzt nicht die komplette Integrationsschiene raus, aber was ist denn bitte so verwerflich, wenn sich auch Migranten in einem Gruppenorganisierten Sport auf die allgemein gültige Landessprache beschränkt? Warum will man sich durch verwenden von Fremdsprachen von anderen abgrenzen? (Im übrigen reden wir hier von F-Jugend, also kommt mir auch nicht mit taktischen Gründen)
Es ist für mich völlig logisch, dass der Verband das Fremdsprachen nutzen nicht verbieten kann und wird. Allein vor Angst der Fremdenfeindlichkeit etc. Was ja sowieso soetwas wie ein totschlag Argument ist. Für mich ist hier der Trainer gefragt. In einer Mannschaft sollte dieser darauf hinwirken, dass deutsch gesprochen wird. Der Gegner oder der Schiedsrichter haben da keine Möglichkeiten des eingreifens. Wenn sich dann einzelne Leute angegriffen fühlen in ihrer Ehre, oder in das verwenden ihrer Muttersprache müssen diese halt einen anderen Verein suchen, den ein ordentlciher Integrierter Umgang egal ist. Die krasseste Lösung wäre vermutlich eine eigenständige Liga einer Migrantengruppe. Meinetwegen eine türkische Liga, in der nur türkische Vereine spielen. Da können die dann auch türkisch reden, ist ja auch irgendwo dann wieder fair.
Sicherlich eine harte Aussage, aber bin ich jetzt böse, gar Fremdenfeindlich? Ich glaube von mir behaupten zu können, dass ich unglaublich tolerant sein kann. Aber eines bin ich noch viel mehr: Ich bin jemand der Gerecht behandelt werden will, einer der das Fair Play und die Regeln eingehalten werden sehen will. Und das beinhaltet, dass sich speziell jetzt im Fußball darum geht es: Jeder der allgemein gültigen Landessprache unterwirft, um so einen ordentlichen Umgang untereinander zu gewährleisten.
Eine letzte Provokante Aussage jetzt: Türkischer Spieler ruft etwas auf türkisch. deutscher Schiedsrichter, nicht der türkischen Sprache mächtig, interpretiert das gesagt als Beleidigung, und gibt rot. In Wahrheit war das aber keine Beleidigung. Und trotzdem muss er vom Platz. Ist das im Sinne der Fairniss? Ist das Gerecht? Sicherlich nicht, aber zumindest selbstverschuldet und billigend in Kauf genommen.