Ich sehe es so:
Solange das Umfeld, Spielniveau und das Training passt, besteht keine Notwendigkeit, einen Spieler in einen NLZ oder LZ-Kader zu bringen. Soziales Umfeld, Freunde und Entwicklung sind höher zu bewerten als eine sogenannte tolle Ausbildung. Hier verfallen manche dem Regulierungs- und Konzeptwahn, man glaubt, so etwas wie die fussballerische Entwicklung planen zu können, beschränkt seine Denkweise aber nur auf das Fachliche. Dabei spielt so viel anderes auch eine große Rolle.
Der Wechsel ist aber auf jeden Fall angebracht, wenn ein Spieler seine Mannschaftskameraden deutlich überstrahlt, wenn das Umfeld einfach nicht passt oder wenn der Spieler selbst den Wunsch äußert, jetzt vorwärts gehen zu wollen. Letzteres wird aber erst ab U14 oder U15 tatsächlich sichtbar werden, vorher wird das zuletzt am Frühstückstisch Gesagte wiederholt werden.
Ich bin nur Kreisligatrainer, ich kann Spieler ab einem bestimmten Niveau nicht mehr "fussballerisch voranbringen", deshalb muss ich manchen Abgang akzeptieren. Aber ich könnte kotzen, wenn in einer U13 oder U14 ein "linker Aussenverteidiger" gesucht und gefunden wird. Und das ist in den LZ leider fast immer der Fall.
Bei einem mir bekannten NLZ wird die U15 als letztes Alter genannt, in der man sich um die Aufnahme bewerben kann, danach wird man gescoutet. Das heisst aber letzlich auch vor allem, das ab U16 verstärkt EU-Ausländer oder Spieler aus weitem Umfeld dazugelotst werden und dann die NLZ-Karriere der Frühwechsler aus dem Umland zu Ende geht. Garantiert kann das Kind sehr viel in dieser Zeit erleben, aber ist die Erwartung tasächlich richtig transportiert worden? Ich will nicht falsch verstanden werden, aber man kann auch bei anderen Aktivitäten viel erleben und mitnehmen und ein etwas breiteres KnowHow in Lebenserfahrung ausser der runden Kugel hat noch keinem geschadet.
Ich kenne Familien, deren Urlaubsplanung und Wochenendleben richtet sich ausschliesslich an den Spielplänen des NLZ aus, die stecken in die tollen Trainingslager auf Gran Canaria und in die Ausrüstung Unsummen, und mit 14 sagt der Bub, das Ihm alles zu viel wird. Da hängt er Haussegen erstmal schief!
Was will ich eigentlich sagen? Ich denke, in den jüngeren Jahrgängen (unter U14) sollte das NLZ einfach nur als gut geführter Verein gesehen werden, aber mit den gleichen persönlichen Zielsetzungen wie in einem gut geführten Dorfverein. Der Wechsel macht unter bestimmten Umständen Sinn, ist bestimmt selten schlecht, die Einseitigkeit der Ausrichtung darf aber nicht unterschätzt werden. Wer aber das Ziel PROFI vor Augen hat, setzt halt auf den Sechser im Lotto. Deshalb kann ich @Don genau folgen, aber genau so sollte man es sehen.