Beiträge von Goodie

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    F-Jugend, 20 Sek. noch auf der Uhr, es steht 2:2. Der Ball geht weit ins Toraus, ein Junge macht sich auf den Weg, den Ball zu holen und es hätte noch eine Ecke gegen uns gegeben (nachdem wir die letzten Minuten eher am Drücker waren und ein 0:2 aufgeholt hatten.)

    Ich sagte dann zum gegnerischen Trainer: "dann können wir auch abpfeifen, es sind nur noch 20 Sekunden und bis der Junge mit dem Ball zurück ist, ist die Zeit auch um. "

    Er: "wir können ja auch noch ein bißchen dranhängen..."
    Ich: "nö nö, ich finde, ein 2:2 ist dem Spielverlauf absolut angemessen"
    Hat er dann mit einem Augenzwinkern auch anerkannt...

    Die Turniere, die hier stattfinden sind kostenlos und finanzieren sich nur über den Kuchenverkauf.
    Ne offizielle Hallenrune gibts für die Kleinen nicht und die Organisatoren bewerben diese Turniere immer öfter über Whatsappgruppen. Hier gilt dann häufig: wer zu erst kommt...

    Das finde ich echt bescheiden denn es gibt Trainerkollegen, die mit Handy am Ohr noch aufm Klo hocken. Hier sind Hallenturniere manchmal binnen 7 Min. ausgebucht und es kommen die immer gleichen zum Zug.

    Das Problem ist, dass immer mehr Hallen für Fußball gesperrt werden. Da wird dann auch nicht mehr zwischen alt & jung unterschieden.

    Mich stört, dass die Hallen häufig eng sind und sich dadurch die Atmosphäre aufheizt. Genau das Theater, was man dank der Fanzone erfolgreich zurückgedrängt hatte, bekommt man nun wieder in Reinstform geboten.


    So gerne ich in Hallen trainiere, so ungern spiele ich inzwischen Hallenturniere. Das Verhältnis von Spiel- zu Wartezeit ist bescheiden, der zeitliche Aufwand groß und das Gebrülle gibt mir persönlich den Rest.

    Ich improvisiere inzwischen auch mehr als dass ich vorplane. Ich habe einen groben Ablauf vor Augen und dann guck ich mal, wo ich auskomme. Mal geht nix wegen Konzentrationsdefiziten, mal rocken die das ganze locker und man kommt viel weiter als gedacht.


    Gestern waren zunächst 9 Kinder da. Prima drei Dreiergruppen... ich hab dann alles aufgebaut und dann kam noch ein Nachzügler und ich konnte von vorne beginnen... Ging aber auch. ;)

    Ich finde, der Einfluss der Trainer ist dann hoch, wenn es gelingt, den Kindern neue Bewegungsoptionen zu bieten. Bewegungen, die sie ohne Trainer nicht machen würden.

    Wenn ich sehe, dass viele Kinder z.B. keine Rolle vorwärts mehr hinbekommen, dann habe ich genügend Anhaltspunkte. Wir hatten mit unseren Bambinis besonders im Winter in der Halle schwerpunktmäßig Koordination und Bewegungsvielfalt geschult. Das war zum großen Teil ein Kinderturnen mit (Fuß)Bällen. Viele Elemente aus dem Turnen und von einer allgemeinen Ballschule standen auf dem Programm.


    Nun haben wir andere Kinder und eine F-Jugend. Ne Halle bekommen wir nur sporadisch und auch da werde ich gnadenlos das Thema Beweglichkeit schulen. Ein Purzelbaum auf nasser Asche verbietet sich ja auch irgendwie...
    Aber wir haben die Kinder signifikant zu mehr Bewegung angehalten (schneller, intensiver) durch viele Wettkampfformen den Drang sich zu messen bedient... Und die Kinder ziehen mit. Sie werden ausdauernder und verstehen, dass sich aufm Platz nicht ausgeruht wird.

    Im übrigen werden meis wahllos einzelne Übungen aus dem DFB Net benutzt, ohne sich über Coachinginhalte oder eine sinnvolle methodische und didaktische Reihen Gedanken zu machen.

    Also den Stellenwert einer Bibel hat das in meinen Augen aber auch nicht!
    Die jüngste Trainingseinheit - veröffentlicht Ende Oktober(!) - heißt Kreativ ins 1 gegen 1. https://www.dfb.de/trainer/f-j…eativ-ins-1-gegen-1-1790/

    So weit so gut! Aber was für ein Mist. Da werden Spiele nicht weiter erläutert (Handballrugby, die Tore dürfen nur per Kopf erzielt werden. :/) Ständig die Abstände verändert (20 m mit vier Minitoren, 25 m mit zwei Jugendtoren) und zu guter Letzt wird Barfußfußball angesagt! Im November???


    Also ich habe da im Trainerlehrgang was anderes gelernt. Ein Aufbau möglichst wenig modifizieren, Wettkämpfe einbauen.
    Sicher kann man diese "fertigen Einheiten" modifizieren aber das muss man dann auch tun...

    Ich habe ne Mappe in Din A5 mit Klarsichfolien
    Dort schreibe ich Übungen die gut funktioniert haben auf. Oder welche die mir gefallen und die ich mal ausprobieren möchte. Wenn ich viel Zeit habe nutze ich ein Grafikprogramm für die Bildchen, wenn nicht, hilft auch ein Bleistift. Es kommt ja auf den Content an und nicht auf die Form.


    Ich habe beim Volleyball mal versucht, was mit Evernote zu gestalten.
    Da kann man Fotos, Texte, Gemaltes, Tonaufnahmen etc sammeln und Kategorisieren.

    Aber am praktischsten ist und bleibt ein Stift und ein Stück Papier.

    Wenn das Kind in einem NLZ spielen will, dann wird es schlicht vorausgesetzt, dass alles andere (auch die Schule) untergeordnet wird.

    Alles andere? Klar. Aber Schule? In welchem Umfang? Hast du hier Einblicke? Würde mich wirklich interessieren. Ich meine mal gehört zu haben, dass die NLZs auf Schule durchaus Wert legen, damit die, die es nicht schaffen dennoch eine gescheite Grundlage für eine Zukunft haben.

    hier gibt es in der Nähe ein großes U9 Turnier mit internationaler Besetzung, wo auch die Dorfmannschaften aus dem Umland herzlich willkommen sind. Warum? Ganz einfach, man darf mitmachen, wenn man die Auswärtigen hostet. Kinder vom Flughafen abholen, hin und her kutschieren, daheim übernachten lassen, verpflegen. Der Aufwand ist riesig, zumal man ja auch noch die eigenen Kinder kegeln muss.

    Das Turnier geht über zwei Tage und splittet sich dann in eine CL-, Gold-, Silber- und Bronzerunde auf.

    Unser Verein hat letztes Jahr daran teilgenommen und ist untergegangen. Im gesamten Turnierverlauf konnten sie ein Tor schießen und haben weit über 50 kassiert.
    Wo bitte ist denn da der Lerneffekt?

    Gegen stärkere? Ja, aber doch nicht gleich mehrere Klassen. Wenn man einen Granatenjahrgang beisammen hat, dann kann man das machen. Wenn nicht - wem bringt das was? Von den Vereinen aus dem Umland haben es fünf in die Silberrunde geschafft, der Rest fand sich im Bronzetopf.

    Bei den Hallenturnieren bin ich dieses Jahr auch zurückhaltender. Letztes Jahr hatten wir ein Turnier, bei dem wir fast drei Stunden in der Halle waren für 3 x 10 Min Spielzeit <X Andere Turniere zogen sich unglaublich in die Länge und um 18:30 hingen meine Kinder hungrig und schläfrig in den Seilen aber der Turniermodus hätte noch vier Partien bis zur Siegerehrung parat gehabt...


    Wir spielen dieses Jahr nur drei Hallenturniere. Dafür geht die Freiluftsaison bei uns bis in den Dezember und startet schon wieder im Februar...

    Aus meiner Sicht: ganz klar nein, es war früher nicht so. Die Eltern waren mit anderen Dingen beschäftigt (Arbeit, Haushalt etc.). Sie hatten überhaupt keine Zeit, sich 90 Minuten in die Kälte zu stellen und dem Training ihres 9-jährigen zuzusehen. Wenn ein Kind Fußballspielen wollte, dann musste es zusehen, wie es zum Training und zurück kam.

    Im Zeitalter der Einzelkinder fokussiert sich alles auf das Kind. Im Kita-Alter beginnt die Konkurrenzsituation. Ich kann es nicht mehr hören, wie sich Eltern bereits da duellieren, welches Kind was eher oder besser kann als ein anderes. Hinzu kommt, dass versucht wird alle Gefahren, Unannehmlichkeiten oder negativen Erlebnisse von den Kindern abzuwehren. Alles wird organisiert und geplant, damit ja nichts passiert. Die Kinder dürfen nicht zur Schule laufen, weil der Schulweg so gefährlich ist. Allein irgendwo spielen? Zu gefährlich, sie könnten sich verletzen oder verunfallen. Diese Kinder kommen dann zum Sportverein und dort vielleicht zum ersten Mal intensiv mit gruppendynamischen Prozessen in Kontakt. Bsp. das Herausbilden einer Gruppenstruktur. Völlig normal, aber von 12 kleinen Königen ist plötzlich nur noch einer das Alpha-Tier. Das geht dann weiter mit dem Thema Rotation. Warum muss mein Kind auf die Bank, nur damit ein anderes spielen kann? Ein völlig neuer Aspekt für die Kinder, aber auch für die Eltern.

    Während früher in der Regel das Team im Vordergrund stand und sich die Spieler insoweit auch über ihre Mitgliedschaft im Team definierten (Wir sind Meister geworden), geht es doch heute fast nur noch um individuelle Erfolge und persönliche Glücksmomente.

    Ich stimme dir zu, möchte aber noch hinzufügen, dass der organisierte Sport zu meiner Zeit (bin Jahrgang 70) erst viel später anfing. Schwimmen mit ca. 6 Jahren, dann erst wieder der erste Verein in der dritten Klasse.

    Auch mein Mann hat erst in der D-Jugend mit Fußball begonnen und konnte gucken, wie er bei Wind und Wetter zum Platz kam.


    Btw:

    du kannst es als Elternteil nicht richtig machen. Bleibste am Platz bist du ruckzuck ne Helikoptermutter, gehste weg dann schallt dir der Vorwurf entgegen, dass die Kinder nur zur Bespaßung abgekippt werden. Bietest du deine Hilfe ein, dann mischt man sich ein, macht man es nicht, ist man nicht interessiert.

    Spieler-Papas Anspruch etwa, dass sich das gesamte Familienkonstrukt an den Spiel-und Turnierplan der Tochter ausrichtet mag für ihn ok sein, für viele andere eben nicht.
    Wir haben ein Kind im Training, da schleppt die Mutter immer noch zwei Kleinkinder/Babys mit. Wie lange wird sie das noch durchhalten und was soll sie machen, wenn die kleinen auch noch Hobbys entwickeln?


    Gelassenheit an vielen Ecken und Enden könnte wohl helfen... Dann spielt die F3 aus Kleingroßstadt eben nur im Mittelmaß... Ist das wirklich schlimm?

    Zitat

    Es kommt aber darauf an ....ob die Bewertung positiv oder negativ ist und vom wehm.

    Wenn du glaubst dass man nur positive Kommentare wertschätzt, dann hast du das nicht richtig verstanden.


    Hier mal ein paar Beispiele

    "ihr macht das super, die Mannschaft gewinnt ja immer" - Mutter bei den Bambinis


    "die Kinder wollen ja gewinnen, da kann man die ruhig mal härter anfassen" - Vater F-Jugend


    "mein Sohn ist nach dem Training oft geknickt. Die Aussagen mögen ja richtig sein aber könnt ihr noch mal über eure Formulierung nachdenken?" Mutter -F-Jugend.


    Aufgeschnappt bei Bambinis: "Kann man mal nen vernünftigen Torwart einsetzen?" - "ach, die machen doch hier gar nichts mit den Torleuten. Jeder darf mal und die Talente werden nicht gefördert. Echt schlimm"


    Viel Spaß beim bewerten ;)

    Die Frage ist immer, wer was und vorallem wie sagt.


    Zufällig aufgeschnapptes ist vielleicht mal interessant aber häufig nicht reflektiert sondern gern aus dem Moment heraus. Wert? Niedrig. Da würde ich mich fragen, ob der der Sprecher dies auch in direktem Gespräch wiederholen würde.


    Sachlich und persönlich setze ich mich gerne mit jedem auseinander. Elternkommunikation ist wichtig, ebenso der Austausch im Verein und ich wäre über jeden Hinweis dankbar, wenn ich von meinen eigenen Zielen (aus welchen Gründen auch immer) abweichen würde. Was man dann davon annimmt oder ablehnt, ist ja dann immer noch ein anderer Schuh.


    Grundsätzlich sollte die Basis stimmen, alle in etwa auf dem gleichen Weg sein. Für Kämpfe im eigenen Revier hätte ich keine Kraft und dazu auch keine Lust! Dann räume ich meinen Posten.

    Hier hat ja mal einer die These vertreten, dass er noch kein Fairplayspiel gesehen hätte.


    Ich hatte heute morgen Spielfest mit insgesamt 4 Teams und das war ein Lehrstück und perfekte Werbung für die FPL!

    Drei nette Gegner, vier ruhige Trainergespanne, kein Gebrülle von niemandem, faire Eltern, Szenenapplaus für eine tolle TW-Parade von allen, alle Teams in etwa gleich stark und in allen Spielen enge Ergebnisse.


    Bin immer noch ganz begeistert!
    Und dazu noch zwei Einladungen zu FS... 8) Das hat aber mal so was von Spaß gemacht.

    Bei uns ist folgendes festgelegt:

    Bis zur E-Jugend einschließlich findet keine Leistungsselektion statt.

    Mit der D-Jugend finden Sichtungstrainings statt und die Teams werden nach Leistung sortiert. Zielvorgabe für die 1er-Teams: Kreisleistungsklasse

    Da braucht auch kein Vater oder Trainer anderer Meinung zu sein oder so... Isso - fertig


    Habt ihr ein Jugendkonzept? Da sollte so was drin stehen

    Am Ende jedoch zeigt es doch sehr schön wie schwer es ist allein den Mittelweg zu erkennen. Geschweige ihn dann auch noch zu beschreiten. Leite ich Kinder an sehen Sie den Weg der Erwachsenen und im Idealfall ergänzen Sie diesen mit eigenen Herangehensweisen oder Ideen (auch der Brüllaffe dessen Kinder auf dem Bolzplatz selbst noch oft frei spielen). Oder aber man überläßt den Kindern die eigenen Lösungsfindung komplett und nimmt auch in Kauf das mal nichts gelernt wird (Ruhiger Trainer der gar nichts sagt). Wenn die Kinder hier jedoch nur 1-2x in der Woche 1,5std Fußball spielen wird nicht viel bei rum kommen.

    alles prima! Genau so habe ich es gemeint. Es gibt nicht immer den Königsweg und manchmal muss man auch von seinen Prinzipien abweichen. (Wobei ich hoffe, dass er von den wenigen Einzelfällen, bei denen ich ihm helfe profitiert; nicht so sehr vom Inhalt sondern mehr von der Herangehensweise... :S)

    Beim Training/Spiel ist es vielleicht ähnlich...


    Wenn wir die Kinder durch geschickte Fragen dazu bringen, eine gute Lösung zu erkennen, dann steuern wir die Kinder sehr wohl. Und das ist ja auch Sinn der Übung, dass wir unser Wissen transferieren. Und ab und an sagen wir auch klipp und klar, was wir wollen (Stichwort Regeleinhaltung)

    Aber die Kinder werden zum Mitdenken angeleitet.
    Bei der "Verschwörungstheorie" hatte ich diesen Link schon mal gepostet: https://www.dshs-koeln.de/file…ior14_04_ansichts_pdf.pdf

    Deswegen sind Waldorfschulen auch besser als staatliche, deswegen verbessert Eltern ihre Kinder auch nicht mehr bei den Hausaufgaben, sondern lassen die Kinder das alles selbst erkennen. Diesen Ansatz darfst Du gerne als gegeben betrachten...

    Gewagte These!

    Nehmen wir die Hausaufgaben... Jeden Tag tauschen sich Eltern in Whatsappgruppen aus, was die Kinder denn auf haben. (Eigenverantwortung? Fehlanzeige)
    Abbrechen wenn die Lehrerin viel zu viel aufgegeben hat? Macht keiner trotz regelmäßiger Bitten der Lehrerin.

    Und ich möchte nicht wissen, wie viele Eltern die Lösungen diktieren...

    Mein Junior macht die Hausaufgaben idR. selber und eigenständig. Er lebt auch mit den Konsequenzen (pos. wie neg). Und jetzt kommt das große ABER

    Wenn ich mit meinem Viertklässler in seltenen Ausnahmen die Hausaufgabe zusammen mache, dann kommt ein sehr viel besseres Resultat heraus als alleine.
    "Ich muss was über ein Land meiner Wahl zusammenstellen und möchte das Land nehmen in dem wir in Urlaub waren".
    Ok! Ich habe ihm die zahlreichen Flyer gegeben, die Reiseführer, ihm auf der Straßenkarte nochmal den Reiseverlauf gezeigt und alles nochmal Revue passieren lassen. Er hat dann die Strecke mit einem Edding markiert, wichtige Haltepunkte notiert, Flyer dazu gepackt und gemeinsam haben wir dann noch im Internet Einwohner, Fläche etc. rausgesucht.
    Wie weit wäre er wohl alleine gekommen?

    Mein Mann hat ne Zeit lang die These vertreten, dass man die Kinder anpeitschen muss um sie auch ein Stückweit gesundheitlich zu schützen. Dass Kinder in Bewegung nicht so gefährdet seien, wie die die Rumstehen. Ihn trieb echt die Sorge um, dass die Kinder umgerannt und verletzt werden könnten (Bambinis). Leider neigt man dann dazu, sich reinzusteigern. Denn wie hier schon erwähnt wurde, kann man das anpeitschen nicht mit ruhigem, freundlichen Ton und es wird - von außen betrachtet - sehr schnell aggressiv(er).
    Seinerzeit habe ich mich auf dem Platz noch nicht aktiv beteiligt sondern war nur auf den Betreuer/Orgapart beschränkt.

    Parallel gabs ne verpflichtende Schulung des Kreises für alle FPL-Trainer, wo eindringlich Ruhe am Platz gefordert wurde. U.a. durfte nur noch ein Trainer an der Seitenlinie stehen.
    Wir Erwachsene haben dies zum Anlass genommen, unser Tun zu überdenken. Kurzum, wir haben das umgestellt und uns entsprechend verhalten.

    Haha, war lustig. :pinch: Beim folgenden Heimturnier haben wir nicht ein Spiel gewonnen, wurden überrannt von gesteuerten, ambitionierten Teams. Die Eltern am Schäumen... Worte wie "die sind ja hilflos" fielen und das hat schlussendlich eine Teilung des Teams ein Jahr später eingeleitet.


    Inzwischen haben wir wohl eine ganz passable Lösung zwischen Hilfestellungen und Klappe halten gefunden. Laut wird es nur, wenn ich meine Kröten zur Auswechselung vom Platz rufe. Da sind sie nämlich alle selektiv schwerhörig.
    Ja, sie laufen nicht so schnell. Aber sie laufen aus eigenem Antrieb und nicht weil sie nen Anschiss fürchten. Einige hängen sich voll rein - meine kleinen Vollblutfußballer:love: . Andere finden den Zeppelin am Himmel halt doch VIEL interessanter.



    Geh doch einfach mal als unbeteiligter Zuschauer zu einem Spiel. Etwa zum ein Jahr älteren Jahrgangs und beobachte mal die Trainer und Spieler.

    "LAUF" Kind läuft. Irgendwie, irgendwo hin... Trainer zufrieden. Was hats gebracht außer Schweiß? Häufig nix.

    "Schieß!" Klar, die Schussposition ist günstig, vielleicht ist sogar der Weg zum Tor frei. Aber ist der Ball auf dem richtigen Fuß? Hat das Kind das auch gesehen und kann reagieren? Meist nicht.
    "Spiel ab" ja, wohin denn? Gucken, orientieren und schon ist die Situation doch wieder anders.
    Dies sind die häufigsten "Hilfestellungen". Und eigentlich doch totaler Quatsch.

    Die richtig gesteuerten hören: "zu Jason-Rüdiger" und wissen auch genau wo der ist. Weil der immer da ist. Mein Großer in der E-Jugend weiß nach einigen Minuten wer Jason-Rüdiger ist. Der wird dann zugestellt und gut ist. Und dann? Zweite oder gar eigene Handlungsoption? Ups...

    Wir hatten schon bei den Bambinis einen Gegner in einem Turnier, der sehr genau wusste, was er machen muss: Pass nach außen, ein paar Meter vor, dann Flanke in die Mitte, Torschuss. Erst guckte ich so: 8| Aber nach 10 Min. zugucken konnte man klar sehen: das machen die immer genau so. Nie abweichend. und immer nur über die linke Seite. Und auch wenn schon der Pass nach außen die schlechteste Option war... Hier war ich dann mal über einen Sieg wirklich froh, dass sich unser munteres: "alle greifen an, alle wehren ab" durchsetzen konnte

    Das Problem liegt doch woanders: die Interessierten lesen sich eh ein. Sie kennen die Datenbanken, die Foren, die Whatsapp- und Facebookgruppen. Unterstellen wir mal, dass sie das Gelesene auch verstehen und durch Selbsterfahrung und Reflektion (Anfängerstadium) verinnerlichen und umsetzen. Die findet man dann auch nach einer Startphase in den Trainerlehrgängen.


    Und dann gibst die zweite Gruppe: vom Verein in die Trainerlehrgänge genötigt... Besagte "Kollegen" stehen dann in der Pause mit der Kippe in der Schnute zusammen und geben folgendes zum Besten:
    Erster: "ist doch alles quatsch was die hier erzählen. Spaß, Spaß, Spaß, wenn ich das schön höre. Meine Jungs brauchen Zucht & Ordnung"
    Zweiter: "genau! und von wegen das können die noch nicht! Das muss man denen halt erklären" (Anm.: <- Brülltrainer, dem ich aus dem Weg gehe)
    Dritter: "ich bin eh nur hier weil der Verein das verlangt. Na ja, sitze ich die Zeit hier halt ab"


    Und ob du es glaubst oder nicht: ja, ich kenne die Datenbank.


    Ich bediene mich im Moment lieber bei Herrn Wein. Eine weitere Quelle sind meine Augen denn ich beobachte ja als Mutter immer die Gruppe meines Großen (zwei Jahre älter), oder auch die anderen Trainingsgruppen.
    Übungen, die mir gefallen schreibe ich auf, für später oder vereinfacht runtergebrochen direkt. Ich bin in den Lehrgängen bis zum Teamleiter Kinder gegangen. Der C-Schein mit der Ausrichtung auf die älteren überlasse ich den gelernten Fußballern. Vereinfachen ist eine meiner Stärken. Ich erkläre Übungen kaum sondern baue sie vom ersten bis zum letzten Schritt (gewünschte Durchführung) auf. Dabei reize ich die Kinder gerne mit Aussagen wie: "Aber wenn wir das jetzt noch so machen, dann bekommt ihr das nicht hin, oder?"


    Aber ich hatte auch meine Anfängerzeit. Nämlich als Volleyball-Jugendtrainerin. Hier hatte ich über die Jahre div. Gruppen, von der Voba-Kindergartengruppe (7-9 Jahre), über E- und C-Jugend Jungs, jetzt ne Leistungsmixedmannschaft Erwachsene. Ich turne seit nunmehr 14 Jahren als Trainerin durch die Lande. Und was habe ich da als erstes gemacht? Jugendkonzepte gelesen und hospitiert.

    Das ist nämlich auch dein Denkfehler: nicht jeder, der neu ist, ist auch doof/unerfahren! Manche nähern sich vielleicht von ganz anderen Seiten dem Thema. Andere sind Eltern geworden und haben sehr guten Kontakt zu den Kindern.
    Alle hier - auch wenn ich nicht mit jedem Konform gehe - befassen sich mit dem Thema und sind somit MITTENDRIN in der Fortbildung!

    Vielleicht hättest du dir in deiner Anfängerzeit gewünscht, dass man dich besser unterstützt hätte. Komm aber mal von dem Ross runter, dass sich die Deppen der Nation hier versammelt haben. Hier sind die Interessierten, aufgeschlossenen!

    Genau das ist das Unverzeihliche der Verbände...des Hauptverbandes DFB....der Vereine...Eurer Vereine. Ständig wechseln die Trainer...z.B. weil die eigenen Söhne rauswachsen oder man vergrault fern bleibt. Dann wachsen andere Trainer nach und alles fängt von vorne an.


    Dieser Kreislauf ist für mich seit Jahren so zu beobachten, und das bei meiner Ansicht, dass ein Verein ein festes Ausbildungskonzept geschützt vorbringen sollte. Wie das laufen könnte...könnt ihr woanders nachlesen. Das machen Vereine aber nicht und arme Kerle wie ihr werden dann in das kalte Wasser geworfen und die Kinder dadurch auch.

    Ja, jeder fängt als Anfänger von vorne an. Aber so wie dein viel zitierter F-Jugendlicher keinen Pass spielen kann, so kann man auch das Anfängerdarsein eines Trainers nicht überspringen.
    In jeder Berufsausbildung wird man erstmal ausgebildet. Man ist Anfänger.
    In der Fahrschule wird man ausgebildet, man ist Anfänger.
    Beim Trainerdarsein kann man zwar einfach mal loslegen und wird in der Regel nicht von erfahrenen Trainern angeleitet aber man hat eine Ausbildung erfahren als Sportler und ggf. auch als Elternteil. Damit sollte man den ersten Teil überstehen. Denn die Ausbilder stehen auch beim Fußball bereit. Man muss nur hingehen!
    Würdest du das einfordern, dann hätte keiner mehr Probleme mit Platzverfügbarkeiten denn die Vereine müssten mangels Trainern aufgeben.


    Natürlich wäre es besser, wenn man die Ausbildung voran stellen könnte aber das ist nun mal Utopie!

    Es ist aber echt naiv zu glauben, dass man einen echten Brüllaffen/Joysticktrainer durch ein Gespräch von seinem Tun abhalten kann. Da ist immer der, der das Fehlverhalten anspricht am Ende auch noch der Doofe. Nein danke.

    Ich habe mal vor einem Spiel, wo klar war, dass wir deutlich auf die Mütze bekommen werden, gesagt: "Wenn es langsam richtig zweistellig geht (1x20 Min Spielfestmodus), dann kannste deinen Jungs ruhig Eskalationsregeln wie nur noch mit links auferlegen. Wir sind dann auch nicht beleidigt!" Der Blick war göttlich!

    Meine Beobachtung ist auch, dass die Kinder beim gesteuerten Spiel optisch überlegen sind und beim Ergebnis auch. Und ja, man bekommt die Kinder durch anpeitschen signifikant schneller! Da wir vor ca. 2 Jahren von engagierten zu eher ruhigeren Vertretern mutiert sind, haben wir den Abfall deutlich gemerkt. Aber ich sehe dadurch folgenden Effekt: die Kinder nehmen sich mehr Zeit und treffen ihre Entscheidungen sorgfältiger. Besonders bei den TW sieht man das sehr gut. Da kann es schon mal 20 Sek. dauern, bis der Ball wieder ins Spiel gebracht wird. Aber auch ein Feldspieler, der nicht sofort losrennt oder "Pass zu Jason-Rüdiger" zu hören bekommt, guckt sich um und sucht eine eigene Lösung. Die kann dann freilich beliebig richtig oder falsch sein während der Pass zu Jason-Rüdiger sicher eine gute Option ist. Aber ist es dann das Spiel der Kinder oder das des Trainers? Ich finde es besonders unfair, weil die Kinder ja einen halben Meter weiter unten gucken.
    Nichts destotrotz rufen wir auch das ein oder andere rein. Und wenn ich mit einer Lösung komplett unzufrieden war, dann hole ich mir einen Spieler auch schon mal für ein kurzes Gespräch vom Platz. ("warum dribbelst du mit dem Ball vors eigene Tor?")


    Letzte Woche bei der E-Jugend brüllt der gegnerische Trainer seinen Spieler mit den Worten: "Warum machst du nicht das, was ich dir sage?" an. Ich hab fast vor Lachen meinen Kaffee verschüttet. Kinder, 9 Jahre, dürfen bei diesen Trainertypen nicht entscheiden, wann sie den Ball wo hin spielen. Spielintelligenz kann da eigentlich nicht gedeihen, ich vermute sogar, dass diese bei eigentlich kreativen Spielern verkümmert.
    Mein Großer war ja da das beste Beispiel. Gesteuert in einem ergebnisstarken Team, bis er keinen Bock mehr hatte.