Beiträge von Goodie

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    kurz nochmal zum Thema "Reiz verlieren"
    Ich hab mal ein Foto von der Medaillenecke meines Juniors gemacht. Das ist die Ausbeute Bambini/F-Jugend. Die ersten wurden ja noch liebevoll aufgehängt aber die letzten nur noch über den Haken geworfen...


    Ich finde Siegerehrungen überbewertet!


    Vor einem Spiel, da hat man Adrenalin im Blut, es kribbelt schon beim Einspielen. Während des Spiels ist man idealerweise fokussiert, außer Atem... mittendrin. Nach dem Abpfiff wird kurz gejubelt und dann? Dann geht man was trinken, plappert mit dem Mitspieler und das Spiel ist allzu häufig schon "vergessen".


    Guckt man sich Siegerehrungen an, dann sind häufig nur die Allerkleinsten noch bei der Sache. Alle älteren Jahrgänge sind genervt, dass sie noch warten sollen. Und mal ehrlich... Einige Turnierleiter spielen nach den Vorrunden nur noch ko-Runden. Wenn ich da im Achtelfinale raus bin, warum soll ich noch 1,5 h aufm Platz umhängen, um unter müdem Applaus ne Urkunde in die Hand gedrückt zu bekommen.


    Wir waren übrigens jahrelang auf einem Turnier, da wurden Preise pro Team aufgebaut und mit Losnummern versehen. Alle Teams haben dann bei der Siegerehrung ne Losnummer gezogen und sind dann eben mit dem ausgelosten nach Hause gegangen. Der Turniersieger durfte als erstes ziehen aber obs der Hauptgewinn oder die Niete war, war halt Zufall! Und lag im Auge des Betrachters... so ne Tüte Gummibärchen ist halt für Viele ein echter Hauptgewinn :D


    War halt ein Erwachsenenturnier und Hauptgewinn war immer eine 5L-Dose Bier

    Hier ist folgendes üblich:
    Bis einschließlich F-Jugend bekommt jeder Teilnehmer eine Medaille. Kommt vor allem bei den Bambinis sehr gut an.
    Ab E-Jugend wird ein Turniersieger ausgespielt und es gibt auch Pokale (meist 3 Stück).


    Fazit aus Sicht einer Mutter ist, dass die Medaillen ihren Reiz total verlieren. Wir haben bei zwei Kindern sicher inzwischen um die 50 Stück zu Hause rumfliegen.
    Aber die Pokale ans Siegerteam verschwinden auch irgendwo in einem Keller oder Vereinsheim. Da hat der Spieler auch nichts von, außer vielleicht ein Erinnerungsfoto Kind/Pokal.


    Ich persönlich tendiere eher zu einem Eis für jeden am Ende des Turniers. :D

    Wir haben die bei den Bambinis übliche Tummelphase einfach noch gar nicht abgeschafft. Die ersten 5-10 Minuten gehören den Kindern, es liegen Bälle bereit und ich nutze die Zeit für Gespräche mit Eltern...

    Ich musste heute soooo an euch denken und habe innerlich echt gelacht.


    Nur 8 Kinder im Training, 6 Blümchenpflücker und zwei Fußballer, das ganze auf Asche... Habt ihr ein Bild vor Augen? Türmchen bauen, Bilder in die Asche malen, alles dabei. "Kommt mal zusammen" - dauerte. Zuhören? - heute hoffnungslos. Eine Übung aufgebaut, die bisher IMMER ALLEN viel Spaß gemacht hat... lief nicht. Na ja, immerhin hat's nicht geregnet.

    Ich bewundere alle die Trainer, die strikt nach Konzept fahren und alles andere egal ist. Ich kann das leider nicht immer. Ich bin kein heiliger, aber ich versuche mein bestes. Manchmal besser manchmal schlechter. Dann tut es mit leid und ich gestehe meine Fehler auch ein.

    Das ganze ist aber auch ein Entwicklungsprozess. Perfekt ist keiner und alle die sich selber reflektieren sind sehr viel weiter als alle anderen!



    Je länger ich mir den Zirkus anschaue, den die Erwachsenen rund um kleine Kinder machen, um so mehr nervt er mich.
    Überengagierte Eltern, Brüllaffen an der Seitenlinie oder das andere Extrem, wo sich die Eltern so gar nicht dafür interessieren, wer eigentlich die Kinder zwei mal die Woche beaufsichtigt...
    Vereine, die schon die talentierten F-Linge einsammeln, um sich hinterher im Erfolg zu sonnen, Eltern die auf dieses Theater reinfallen...


    Kollegen, die es entspannt angehen, fallen mir immer sofort auf, weil sie so selten sind... Ich finde das schade. Hab kürzlich sogar ein Turnier zurückgezogen als ich die anderen Teams sah und dort alle "Experten" versammelt waren.
    Aber mir hilft das Forum, aufm Teppich zu bleiben und festzustellen, dass ich nicht alleine bin. :thumbup:

    Genau das ist mir auch schon des öfteren aufgefallen. Wo der Trainer, Eltern etc wissen, das deren Kinder schwach sind, die sehen das alles sehr locker. Und andersrum natürlich auch, ist aber auch verständlich. Macht euch doch selbst nichts vor.

    Meine Beobachtung ist etwas anders: die besseren Teams ordnen schon viel zu früh alles dem Erfolg unter. Das macht sich zum Beispiel beim Einwechseln bemerkbar. Wenn das Team zur Halbzeit 8:0 führt, darf der dicke Paul rein aber bei einem 3:4? Halleluja!
    Und hier genau machen sich die Trainer der guten Teams was vor... Mein Sohn war in einem guten, gepushtem, erfolgsverwöhnten Team. Er wurde NIE ausgewechselt, wenn es irgendwie eng war. NIE!

    Meine Erfahrung ist, dass es eine Frage der Überwindung ist.


    Probier mal folgendes: die Kinder sollen durch den Raum gehen und immer wenn sie einer anderen Spielerin begegnen sollen sie einander "ich bin die Größte" sagen. Das dürften sie komplett peinlich finden. Und wenn es gut läuft, dann wird es am Ende laute Dialoge geben wer denn nun die Größte ist und wer nicht. (Übung aus der Theaterpädagogik)


    Zweite Übung ähnlich simpel...
    zwei Kinder stehen mit etwas Abstand in Torschussnähe. Anspiel auf eine der beiden Spielerinnen. Die den Ball bekommt ruft laut: "hab ich". Die andere löst sich und erwartet einen Pass mit den Worten "zu mir". Dann Torschuss, Doppelpass (zB mit Namen rufen) oder was auch immer... Im zweiten Schritt auch mit Gegnerdruck...


    Es gibt viele Übungen mit Nachdenken/Reden. Zu zweit hin und her passen, die den Ball hat stellt eine Rechenaufgabe, wenn die Lösung zurückgerufen wird, wird der Ball rüber gespielt. (schwerer: zweiter Ball hin und her werfen, leichter: Finger hochhalten und der andere muss ansagen, wieviele das waren)

    mit der Methode, eine einfache Übung immer weiter zu verkomplizieren, habe ich auch sehr sehr gute Erfahrungen gemacht. Die 2 Min. sollte man sich nehmen, mit einem ganz simplen Teilschritt zu beginnen.


    Ich hab mal in der Halle eine Serie gemacht und eine Übung über 8 Stufen entwickelt. Als mein Mann dazu kam staunte er nicht schlecht ob der Komplexität der Abläufe(Bambinis). In der Woche darauf wollte er die Übung nachstellen und gleich mit Schritt 4 starten. Ich sag nur "Erklärbär am Rande eines Nervenzusammenbruchs" :D Tja, wer nicht hören will, muss leiden und inzwischen ist er grauhaarig.


    Im übrigen kann man die Kinder total gut motivieren mit Aussagen wie "schafft ihr auch..?" oder "aber das ... bekommt ihr nicht hin, oder?"


    Zu dem Thema: Heute alles zu weich...
    Ich glaube, dass man a) seine eigene Kindheit verklärt und b) wir damals (zumindest gilt das für mich) erst viel später überhaupt in den Vereinssport eingestiegen sind. Ich war in der dritten Klasse als ich Handball ausprobierte. Mein Mann ist erst in der D-Jugend im Vereinsfußball eingestiegen...
    Ich habe mal einen Bambinitrainer toben hören: "was für ein Kindergarten hier." Und ich dachte nur: ja, richtig, guck dich um, deine Kinder sind 5 Jahre. Das IST Kindergarten. Benimm dich doch einfach entsprechend...

    Wir hier diskutieren immer wieder die FPL und dass die Ausbildung vor den Ergebnissen zu stehen hat.


    In freier Wildbahn und auch kürzlich in einer Trainer Whatsapp Gruppe sieht es allerdings ganz anders aus: Da wird bemängelt, dass es bei der F-Jugend keine Turniersieger geben darf, dass das Spiel ohne SR Mist sei, man ergötzt sich an einem 19:0 und bei FB liest man Spielberichte mit Begriffen wie Pressing etc bei der F-Jugend.


    Machen wir uns was vor? Sind wir die Insel der glückseeligen? Überziehen wir hier in die andere Richtung?


    Hier sind ja durchaus auch einige, die offen das Leistungsprinzip vertreten. Andere bekommen schon Schnappatmung, wenn man das Wort Leistung in Verbindung mit einer F-Jugend auch nur erwähnt...
    Daher meine Frage: Wieviele Trainierkollegen, die du so kennst, sind der entspannte Typ?

    weisst du was das Kind an diesen Tag bereits intus hatte?


    Welche Belastungen, welche Streitigkeiten(mit Eltern,mit Freunden....)


    Warum zum Teufel kapieren manche trainer einfach nicht, dass auch Kinder ein Leben haben das NICHT mit Fussball zu tun hat, und auch mal aufgrund vorbelastungen, nicht auf Knopfdruck funktionieren???

    Wenn mal ein Kind einen außergewöhnlich schlechten Tag hat... meist sind es aber die immer gleichen Pappenheimer die nie zuhören, nix kapieren und ständig dazwischen quatschen. In einer E-Jugend nervt das dann auch schon die fokusierten Kinder!


    Das ist hier doch der Frustabbau-Thread, da darf das dann auch mal raus!
    Ein Trainer mit 16 Kindern kann schlecht auf 16 Tagesabläufe Rücksicht nehmen. Wie sollte das aussehen?

    • Kevin, du hattest ne gute Note? Dann mach mal erst ein Tempodribbling, zwei Finten und dann nach einer 360° Drehung einen Vollspannschuss ins linke obere Eck


    • Jason, ärger mit Mama? Na gut, dann schieß nur so aufs Tor. Geh schön nah ran und sag dem Torwart, er soll aus dem Weg gehen, damit du auch triffst.

    Wir haben auch 2010er, haben aber noch nicht angefangen, mit Positionen zu spielen. Da wir die Kinder erst neu übernommen haben, stand bisher das Kennenlernen in Training und Spiel im Vordergrund.


    Ich gruppiere die Kinder gedanklich in drei Gruppen: Anfänger - Mittel - Könner.
    Dann achte ich darauf, dass aus jeder Gruppe anfangs einer auf der Bank sitzt. Und nach ca 5 Min. fange ich an, die Kinder innerhalb ihrer Könnensgruppe zu wechseln.
    So kommt es zu deutlich mehr Wechseln als rechnersich nötig. Aber ich kann flexibel reagieren auf weinende Kinder, offene Schnürsenkel, mein Bedürfnis einem Kind was zu erklären, Blümchenpflücker die keine Lust mehr haben usw.
    Je nach Spielverlauf hole ich auch schon mal 2 Spieler der Könnergruppe und den besten der Mittleren vom Platz um an Ende eine Schlussoffensive zu gestalten. Vorallem weil auch diese Kinder ja mal zusammenspielen wollen. Auf dem Feld organisieren sich die Kinder dann alleine. Vorne, Mitte, hinten?


    Da bei uns im Kreis noch in der F2 Spielfeste abgehalten werden, wir also 3 x 20 Min. Spielzeit haben, sind am Ende auch alle genug gelaufen. Ob jetzt alle die exakt gleichen Spielminuten haben ist eher unwahrscheinlich denn beim letzten Spieltag hat sich zum Beispiel ein Kind für 15 Min aufs WC zurückgezogen und ein anderer hatte keine Lust mehr. Ich rufe auch keine Kinder von ihren Eltern zurück ("ich geh was trinken"). So what. :D Spielen halt die mehr, die echt Bock haben. :thumbup:

    @Goodie


    Wir haben bei unseren Bambini auch Superfußballer. Die spielen auch Pässe, weil sie es im heimischen Garten so vorgelebt bekommen haben. Ist doch völlig klar, dass man Kinder dahin gedrillt bekommt. Oft sind die Abspiele sinnfrei, weil sich dadurch 0,0 Situationsverbesserung ergibt. Hin und wieder sieht das gut aus. Manchmal finden sich auch Paare. Das sind so seltene Ereignisse und auf der anderen Seite gibt es in diesem Alter so hohes Entwicklungspotential bei anderen Punkten, dass es sich doch überhaupt nicht lohnt, Passspiel zu fördern. Diese anderen Entwicklungsmöglichkeiten anzuregen, da denke ich schon, dass Betreuer eine Rolle spielen. Eine Stunde Straßenfußball wäre auch gut, aber da dürfte oder wöllte der dicke Paul vielleicht nicht mitmachen.....

    schon klar, mir ging es nur darum, dass eben die kleinen Passgeber noch längst keine Supertalente sein müssen sondern oft auf Bolzplätzen und Schulhöfen entsprechend gedrillt werden.

    Ja, @luibo, du hast recht, es gibt trotz all dieser Schwierigkeiten Kinder die schon im ganz frühen Alter zu gutem Passspiel In der Lage sind. Toni Kroos war so ein Kind. Ich selbst habe mal bei einem Fußball-Camp einen 6jährigen Doppelpässe spielen sehen, genial. Ja, es gibt das. Aber das sind absolute Mega-Ausnahme-Talente.

    Ich glaube nicht, dass das alles Mega-Ausnahme-Talente sind. Häufig sind das auch einfach kleine Brüder. Mein kleiner (6) hat einen permanenten und sehr strengen Trainer, nämlich seinen zwei Jahre älteren Bruder. Zwischen den Beiden sitzt jeder Pass und der Kleine weiß durchaus schon wie man den Ball in den Lauf spielt.

    Wenn ihr welche habt, dann kann man sich sicher Spiele drum herum überlegen. Ob das funktioniert und den Kindern Spaß macht weiß ich freilich nicht. Ist das Gefummel mit dem Gurtzeug nicht viel zu aufwendig im Vergleich zu anderen Geschichten?


    Man kann auch einfach dünne Decken/Handtücher mitnehmen und immer zwei Kinder müssen ein drittes damit transportieren. Oder man schlingt die Decke um die Hüfte eines Kindes, zwei Kinder halten hinten die beiden Enden und der erste versucht den beiden anderen wegzulaufen. Mit den Handtücher kann man dann gleich noch Bälle hochwerfen (zu zweit) oder geworfene Bälle damit auffangen...

    Ich habe heute nach langer Zeit mal wieder nen Parcour bemüht. Ich bin zum "schwierigsten" Abschnitt und habe die Übung erklärt. Natürlich war die Hälfte mit den Gedanken woanders. Das ist hier genau so wie überall
    Dann sollte es losgehen. Der erste steht am Start...
    Kind 1 "äh, ich weiß nicht was ich machen soll" - "na gut, dann stell dich hinten an und guck zu."
    Kind 2 dribbelt völlig planlos los - "auch nicht aufgepasst? Stell dich hinten an."
    Kind 3 hat gar noch ne Trinkflasche in der Hand - "stell die Trinkflasche weg und stell dich hinten an. Ich bin gespannt wann der erste vorne ist der aufgepasst hat"
    Das vierte Kind hat dann schon mal grob die Richtige Richtung eingeschlagen. Und als ich dann die Korrekturen genannt hatte (und somit die Übung auch nochmal kundgetan hatte) haben ALLE mitgeschnitten, wie es geht.
    Geht doch.


    Die nächste halbe Stunde waren alle eifrig bei der Sache und ich konnte rumgehen und an einzelnen Stationen Hilfestellungen bieten. War gut heute. Und endlich war ich mal nicht pläddernass!


    Das hat mich nämlich in letzter Zeit frustriert: das Wetter.

    Ich glaube es gibt noch einen Mittelweg. Bei mir dürfen die Kinder auch rumalbern aber eben nicht in den Übungen. Wer Blödsinn machen will, kann das am Anfang (Tummelphase), zwischen den Übungen oder am Rand tun. Nur wer mitmachen will, muss auch mitmachen. Klar wecke ich die Träumerle und stehe schon mal "zufällig" genau neben einem potentiellen Störer. Aber wenn man sich von 2-3 Kindern alles torpedieren lässt, dann wird man ja den 12 anderen nicht gerecht...


    Von dem Hühnerhaufen den wir im Juni übernommen haben ist fast nichts mehr zu sehen, die Kinder kommen regelmäßig und gerne.


    Gradlienig dürfte das richtige Wort dafür sein