Na das klingt doch recht gut!
Wenn es dir gelingt, dein Training so aufzubauen, dass es nicht auf eine bestimmte Anzahl Spieler ankommt, dann kannst du super planen. Aber wenn eine Übung nur mit 5 aber nicht mit 4 funktioniert, dann nutzt der beste Plan nix, wenn einer nicht kommt oder mittendrin aufhört. Mir tuts ein Zettel besser als was digitales. Und du solltest immer bereit sein, deinen Plan zu verwerfen. Es gibt immer so Tage an denen nix zu funktionieren scheint. Mal sind die Übungen zu kompliziert, mal ist die Gruppe unkonzentriert, zu kalt oder warm... Da hilft entweder zu improvisieren oder die Kinder zu fragen. Warum auch nicht.
Aber ja, einen Plan zu haben - vorallem ein langfristiger, quasi ein roter Faden - ist sinnvoll. Wenn du dir dann noch überlegst, welches Kind an was arbeiten sollte, biste schon recht weit vorne.
Idealerweise vermeidest du es die Kinder über den Platz zu dirigieren (weil du es gut meinst) und ihnen statt dessen Spielprinzipien beibringst. Was machen wir, wenn der Gegner den Ball hat, was machen wir wenn wir den Ball erobern? Und das bitte in kindgerechter Sprache oder mit entsprechend eingeführten Vokabeln. Ich sehe jetzt in der C-Jugend meines Sohnes immer noch Teams, da brüllt der Trainer: "Spiel breit!" und keiner regt sich. Da fehlt es augenscheinlich am Spielverständnis.
Ich mag zahlreiche Übungen aus dem Buch von Horst Wein.
Alles mit Wettkampfcharakter (Zeit- oder Gegnerdruck) ist genau richtig in dieser Altersklasse. 3vs0, 3vs1, 3vs2 in diversen Ausprägungen (Gegenspieler starten von hinten oder vorn, unterschiedliche Feldgrößen)...
Auch Wettläufe mit und ohne Ball sind super (wobei der ohne Ball ne längere Strecke läuft und den Ball erobern soll während der andere ein Tor erzielen soll)
Was ich bei Traineranfängern häufig sehe ist, dass die Kinder erstmal mühsam auf einer Linie aufgestellt werden mit Abstand zu einander. Das klappt schon nur mäßig und der Trainer rauft sich unauffällig die Haare. Dann sollen sie z.B. bis zu einer anderen Linie mit dem Ball dribbeln und zurückkommen. Spätestens da laufen alle wieder in die Mitte zusammen. Und ich frage mich dann immer: außer dass wir Erwachsene das machen: warum? Im Spiel kommts nicht vor. Also lass die Kinder lieber im Chaos laufen, dribbeln. Sie lernen dann gucken und ausweichen.
Kennst du die "menschliche Sanduhr"? Eine Gruppe muss zum Beispiel 10 mal durch ein kleines Hütchentor hin und her passen ohne dass der Ball verspringt und in der Zeit darf die anderer Gruppe zum Beispiel ein Hütchen umschießen und zählen wie oft das geklappt hat. Dann wechseln. Laut zählen!
Je nach Gruppengröße (meine letzte F-Jugend war viel zu groß) hab ich immer 3vs3 auf einem Nebenfeld ohne Aufsicht zocken lassen, während andere in den Übungen waren.