Beiträge von Goodie

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    Der Thread hat einen interessanten Verlauf

    Joh, da ich aber der TE bin gebe ich hier zu Protokoll: stört mich nicht, find ich eher gut.


    Mein Junior war mit seiner U10 am WE bei seinem ersten Turnier nach WM-Modus. Sie waren sogar im Finale, haben dann aber knapp verloren. Er war total sauer, wei das letzte Spiel nicht so lief. Selbst heute morgen lief im das noch nach. Ich bin der Ansicht, dass er das mit jetzt fast 10 verarbeiten kann. Wird vielleicht was dauern aber wird gelingen.

    Nur bin ich immer noch fest davon überzeugt, dass man die kleineren davor verschonen sollte.


    Wenn man schon mit Baum spielen muss: warum orientiert man sich nicht am Double-out der Volleyballer? Hier gibst nach dem Achtelfinale eine Trostrunde (Looserbracket)


    Es sollte bei den Kindern auch immer min. einen Co- Trainer geben.

    Ok, da sind wird dann wieder keine Trainer beim Verein verfügbar aber das resultieret auch wieder daraus das Fußball unterm Strich nix kostet. 150€ Nachwuchsförderbeitrag im Jahr ist lächerlich


    Du sprichst die Erziehung an. Wenn du in Kleingruppen ohne Wartezeiten trainierst hast auch keine Problem das die Kinder Unfug treiben, geht aber nur wenn genug Trainer vorhanden sind oder die Mannschaftsgröße angepasst ist. Hat nix mit Erziehung zu tun, viele Kinder viel Zeit und Langeweile ergibt viel Blödsinn.. ist leider die Natur.

    Maider187 dein Engagement in allen Ehren aber Ersatzbank ist schon etwas länger dabei. Beim Funinofestival können alle Kinder spielen, das sind einfach andere Rahmenbedingungen als bei euch.


    Und nein, man kann durch Trainingssteuerung nicht alles auffangen. Die Kinder, die bei euch und in 2-3 weiteren Vereinen weggeschickt werden, landen bei Ersatzbank. So einfach ist das. Er nimmt sie und betreibt somit die extremste Form von Breitensport. Ich finde, man muss diesen Überzeugungstätern höchsten Respekt zollen.


    "Behandle die Kinder gut, vielleicht ist einer am Ende dein Altenpfleger!"


    Überall wird gesellschaftlich geschwafelt, dass man die Jugendlichen von der Straße geholt werden sollen und ihnen eine Perspektive gegeben werden muss. Jedoch fehlt es auch an diesen Ecken und Enden an Geld und Personal.

    Und "Vereine", die es locker finanziell und personell könnten, tun es nicht. Die NLZs betreiben pro Jahrgang ein Team. Fertig. Wenn man diese riesen Trainingsflächen anguckt, dann ist das derart verschwedetes Potential. Wobei diese Vereine sonst sicher auch den anderen ortsansässigen Vereinen das Leben sehr schwer machen würden.


    Ambitionierte Vereine haben >4 Teams. Sie kämpfen dann ggf. mit Platzproblemen und häufig auch mit ihrem Ruf... Irgendwas ist halt immer.

    Verein: Großverein -> Abteilung -> Mannschaft

    Mit dem Gedanken kann ich einiges Anfangen. In der heutigen Zeit ist es schon schwierig, einen Termin zu finden für einen Grillnachmittag oder für eine Zeltnacht am Platz. Alle sind im Terminrausch und mir gehts kaum anders.


    Was war denn früher anders?

    1. die Kinder sind in meiner Wahrnehmung erst viel viel später in den organisierten Sport eingestiegen. Ich kann mich nicht erinnern, dass mich meine Eltern gefahren hätten. Ich war mit dem Rad unterwegs, muss also min. schon 10 gewesen sein...

    2. Verein als Heimat... das habe ich in den 80ern noch in einem Surfclub gehabt. Da hat man den ganzen Sommer verbracht. Andere finden dies auf Campingplätzen o.ä. Auch dies dürfte heutzutage dem Terminwahn zum Opfer fallen.


    Zukunftsvision meinerseits

    Ich würde mir Vereine wünschen, die neben der eigentlichen Aktivität einen Mehrwert hätten. Einen Fußballplatz mit Freibad und Liegeflächen zum Beispiel. Auf jede Sportanlage gehört ein ordentlicher Spielplatz für wartende kleine Geschwister. Und offene Spielflächen für die Sportler, die zwar gerade kein Training haben aber dennoch etwas kicken wollen.


    Turnhallenbau sähe bei mir immer so aus, dass an jeder weiterführenden Schule ein großes Zentrum entstünde. Im Untergeschoss Gymnastik, Kraft, Tanz wäre, evtl. Bowling, Klettern, Kegeln und oben dann ne Dreifachhalle und aufs Dach eine outdoor Sportanlage mit Sprunggrube und Kunstrasen. Oder eben daneben, je nach Platzverhältnissen. Solche Zentren könnten auch gleich noch Jugendzentrum sein mit Kinder/Schulbetreuung mit sinnvollen sportlichen Inhalten.
    Wenn es das gäbe, kämen Kinder und Jugendliche um 16:30 Uhr nach Hause und sie hätten die Hausaufgaben fertig, lecker gegessen und satt, hätten schon Klavier und Fußball gespielt. Und um halb fünf ist dann wirklich frei. Keine Termine mehr um von Verein 1 zu Aktivität 2 zu hetzen. Qualitytime für Familien.


    Dann allerdings stünden die Vereine im ziemlich kurzen Hemd da. Und schweineteuer wäre mein Modell sicher auch...

    Vielleicht haben die Kinder auch einfach Angst vor Berührungen (im Zweikampf)?


    Dem könntest du mit Rempelspielen entwegen wirken. Dazu brauchst du Zweierteams und eine Linie.


    paarweise an der rechten Hand fassen und den anderen über die Linie auf seine Seite ziehen (danach links)

    Rücken an Rücken schiebend über die Linie kommen.

    Schulter an Schulter über die Linie schieben

    Schulter an Schulter einbeinig hüpfen den anderen aus der Ballance bringen bis das zweite Bein auf den Boden muss.

    schiebend mit den Händen über eine Linie oder auch einbeinig aus der Balance

    einer liegt auf dem Bauch auf dem Boden, der andere quer über ihm. Der untere muss sich auf den Rücken drehen.

    Laufduell an einer Linie entlang, mit der Schulter schiebend.

    Laufduell zuerst bis zu einer Markierung nebeneinander, dann Schulter/Schulter, dann auch mit Ball

    In einem anderen Thread ergab sich eine (OT)-Diskussion um unsere Kinder und deren Aktivitäten auf Fußball aber auch ganz allgemein bezogen.


    Ich würde diese Diskussion gerne fortsetzen und sie gerne auch sehr breit in Richtung "wie verändert sich unsere Gesellschaft und wie wirkt sich das auf die Vereinskultur aus" erweitern.


    Auch der DFB hat sich ja mal des Themas angenommen und das Video "Zurück zu den Wurzeln" ins Netz gestellt. https://www.dfb.de/index.php?id=1000019

    Ist es echt ein Drama, wenn sich ein Thema entwickelt und dabei auch vom Ursprung weg läuft? Ich finde nicht denn nach ca 40 Antworten aufs Thema bezogen und einem TE, den das nicht mehr zu interessieren scheint, stört das doch niemanden. Der Rest fällt doch wohl unter Prinzipienreiterei.

    Wenn wir sowas diskutieren wollen wäre zu hinterfragen, ob eine Schulbetreuung - und ohne die gehts in vielen Familien nicht mehr - den Kindern gerecht wird oder nur dem System. Anders als im Kindergarten, wo Qualitätsmanagement und Weiterentwicklung durchaus erkennbar ist und es auch Kontrollen in Form von Elternbeirat etc gegeben ist, ist die Schulbetreuung ein schwarzes Loch.

    Ich glaube, viele Eltern - zumindest die die sich um ihre Kinder kümmern - wissen sehr gut, was ihre Kinder wann brauchen. Aber die Zeiten, wo wir selber keinen Zugriff haben, sind schon enorm. (Schule, Betreuung, auch Training)

    Leistungsdruck wird ja nicht nur durch das System und die Gesellschaft verordnet sondern geht häufig (auch unbewusst) von Eltern aus, die es ja nur gut meinen. Helikoptereltern kann man ja ne Menge vorwerfen aber gut meinen sie es alle.


    Wir haben unsere Woche jedenfalls deutlich entrümpeln und optimieren können und haben jetzt weniger Tage an denen wir durch die Gegend müssen. Das tut uns allen gut. Ich habe gestern mit meinem Junior ein Spiel gespielt und er hat verloren. Noch vor ein paar Wochen hätte er damit ein echtes Problem gehabt, gestern haben wir gemeinsam darüber lachen können. DAS ist für mich ein gutes Zeichen der Entwicklung!

    Langeweile ist definitiv negativ, das sagt auch schon die Definition. Kindern soll man also nicht in die Langeweile bringen, sondern ihnen Methoden aufzeigen, wie sie sich entspannen können -> Lösungen aufzeigen, damit sie dann, wenn sie in die Situation kommen, ein passendes Mittel parat haben.

    Viele von uns Erwachsenen haben längst verlernt, Langeweile auszuhalten oder ggf. die daraus mögliche Kreativität sinnvoll zu nutzen. Unser Alltag ist vollgeballert und im Beruf kein Leerlauf mehr vorgesehen.


    Das ist aber bei den Kindern ganz anders. Die haben nämlich noch ausreichend viel Phantasie! Die brauchen keine Anleitung, wie man sich entspannen kann (wieder angeleitet???) sondern Freiraum, ihr negatives Gefühl "langweilig" in ein kreatives umzuwandeln. Wenn man dies zulässt und als Elternteil nicht gleich TV, Tablet oder Playsi genehmigt, weil man das nölende Kind nicht aushalten will, dann wird man erstaunt sein, auf welche Ideen die Kinder ganz von alleine kommen. Erst kürzlich wurde hier die Holzeisenbahn mit der Kugelbahn kombiniert und sogar das Staubsaugerrohr wurde einbezogen. Es gab eine wilde Konstruktion durchs ganze erste OG. Und ich dachte schon seit längerem, dass wir die Holzsachen eigentlich mal verkaufen könnten.


    "Mama, mir ist langweilig"
    Antwort: "wenn mir langweilig ist, lese ich ganz gerne ein Buch. "

    "och nööööö".
    Antwort: "tja, dann weiß ich es auch nicht. Dann fällt mir nur noch Zimmer aufräumen ein. Oder magst du Rasen mähen?"


    Spätestens da wird der Eiweißprozessor angeworfen.

    na ja, man kann Langeweile auch zwischendurch finden. Wenn die Kinder um 14 Uhr aus der Schule kommen und um 18 Uhr noch ne Stunde Schwimmtraining haben, dann kann das als Ruhephase schon reichen. Wenn sie um 15 Uhr heimkommen und es geht um 17 Uhr weiter, sieht das anders aus. Eine pauschale Aussage kann man also gar nicht unbedingt treffen.

    Überfordern nicht aber "überspielen", also dass es irgendwann seinen Reiz verliert...

    Ich finde Vielfalt auch eher gut.


    Meine Kinder spielen auch jeden Tag mit dem Ball aber deshalb haben sie noch lang nicht Lust auf jeden Tag Training. Das freie Spielen (auch kicken) ist total wichtig

    Doch es gibt auch andere Eltern, die sich das einfach nicht leisten können. Kauf mal einen Tennisschläger, die Schuhe dazu und dann noch die Trainerstunden. Selbiges gilt für Schwimmen -> Trainerstunden, Kurskosten, Eintritte etc.

    Hier muss ich doch noch mal meinen Senf dazu geben.
    Du hast sicher recht: Tennis ist nicht für jeden machbar. Aber wenn die Ressource Geld knapp ist, dann heißt das noch lange nicht das nichts geht. Hier gibts z.B. einen Verein, der Kinderturnen, Badminton, Volleyball und Schwimmkurse anbietet. Für schlanke 7€ im Monat. Andere große Vereine sind ähnlich aufgestellt.
    Das mag aufm flachen Land in strukturarmer Gegend nicht ganz so rosig sein, aber a bissl was geht immer.


    Man muss halt nur wollen. Die Armut in diesem Land betrifft nämlich häufig weniger die monetäre Seite als die kulturelle Armut. Ich kenne genug Familien, wo Geld für ne Playstation und das 9. Tattoo der Mutter da ist, aber für ne Fahrradtour oder einen Schwimmbadbesuch reichts nicht? Is klar.
    Es ist halt anstrengend, alles unter einen Hut zu bekommen!

    Meiner geht dann noch 1x Basketball, 2x Turnen, 1x Badminton und 1x Schwimmen.

    So ähnlich würde sich mein Großer das auch vorstellen. Mach ich aber nicht mit 8o Wir haben noch 1x schwimmen und 1 x Musikschule. Er will noch Tischtennis, das passt aber überhaupt nicht mehr in den Familienkalender.

    Wie sinnvoll ist es bereits im Kinderbereich, wenn die Kids zu viele Verpflichtungen wie Klavier, Klettern, Fußball, Judo usw. haben. Teilweise haben die Kids einen Terminplan der dem eines Managers gleicht. Ist das so sinnvoll für ein Kind?

    nein, ist es nicht. Aber ich bin ja auch nicht diejenige, die für eine regelmäßige dritte Einheit Fußball plädiert 8o

    Ein Instrument zu erlernen halte ich hingegen für angemessen. Das wird bei uns zur Zeit innerhalb der Schulbetreuung angeboten, wandert aber ab der 3. Klasse in den Freizeitbereich außerhalb der Schule (leider)


    Eine Stunde Training kostet ja auch die Familien mit Zeiten fürs Umziehen und An- und Abfahrt locker 90 Min, eher mehr.
    Da "kostet" eine Stunde draußen spielen auch wirklich nur 60 Min.

    Wenn man noch das ganze andere drum herum dazu rechnet, wird es noch mehr. Freundschaftsspiele abstimmen, das Team zu Spielen und Turnieren zusammentrommeln, dafür Sorgen, dass einer die Trikots wäscht, Mannschaftslisten abgleichen, Trainersitzungen, Spieltagsverlegungen



    Nach einem sehr heftigen Winter hatten wir in der E-Jugend im April/Mai mehrfach englische Wochen. Ich bin zu nix mehr gekommen. War 4-6 mal die Woche aufm Fußballplatz. Wäsche, Einkaufen, kochen?

    F-linge gehören auf Bäume und Tretroller, auf Spielplätze (mit und ohne Ball) und in Schwimmbäder. Sie sollen eine sehr vielseitige Bewegungsschule durchlaufen, das geht nicht auf einem platten Fußballplatz. Sie sollen Zeit für Freunde und Schule haben, ggf. ein Instrument kennenlernen. Dazu kommen Einladungen zu Geburtstagsfeiern, hier mal ein Spendenlauf, da mal eine Zeltübernachtung.

    Die Kinder sind im Alltag oftmals bis 15 Uhr in Betreuungssystemen, da ist es eh schon schwer, alle Termine zu koordinieren.


    Und wenn man eigene Kinder in dem Alter hat, dann weiß man auch, dass die Kinder Ruhephasen benötigen. Nicht dass sie dann bewegungslos auf dem Sessel sitzen aber Tage ohne Termine sind superwichtig. Langeweile ebenso.


    Ich würde den Trainern einen Vogel zeigen, wenn sie meine Kinder ein viertes Mal die Woche sehen wollten. (2x Training, 1xSpiel) Ab der D-Jugend kann man meiner Meinung nach darüber nachdenken, dann können die Kinder auch mit dem Rad zum Training. (Sind zumindest dafür alt genug und klar, je nach Verkehrssituation auch schwierig)




    #Herrenteams

    wenn man unsere richtig laufen sehen will muss man nur rufen: "der letzte muss sich mal eine Stunde um ne F-Jugend kümmern"
    Eine Identifikation kommt nur auf, wenn eigene Kinder im Spiel sind. Dass man auch mal was zurückgeben könnte, kommt doch in der heutigen Gesellschaft kaum noch vor.


    fussballschule_tirol

    nette Ansätze! Wenn das bei euch klappt, ist das prima. Ich hatte so was mal in anderem Zusammenhang eingefordert. Da ist mir schon der Trainer der H1 ins Gesicht sprungen.

    Ich habs beim Volleyball so gelernt:


    Übungsformen

    Bei Übungsformen haben die Spieler keine Wahl in der Ausführung. Technik wird vermittelt, Erlerntes automatisiert. Daher erfolgen Übungen zunächst unter Standardbedingungen, dann mit koordinativen Zusatzaufgaben, Technikvarianten oder mit angeleiteten Handlungsketten.


    Anwendungstraining

    hier wird dem Spieler mehr Freiheit gelassen. Er soll die erlernten Techniken situationstypisch, wahrnehmungs- und entscheidungsabhängig auswählen, anpassen und durchführen.


    Wettkampftraining

    Hier kommt dann in Spielformen der Stress hinzu.


    Das in Kurzform. Wer sich damit auseinandersetzen will: hier http://www.vobamooc.de/de/trainingsarten. Sicher nicht nur für Volleyballer interessant sondern auch auf andere Ballsportarten zu übertragen. Wobei sich beim Fußball Anwendungs/Wettkampftraining sofort vermischen. Das ist beim VB natürlich anders

    engagieren will sich auch kener mehr, weil man ja Beitrag zahlt.

    Ich glaube, das ist viel häufiger ein Zeit- als ein Geldproblem. Viele stecken in bekloppten Jobs, stehen dann noch im Berufsverkehr im Stau etc.
    Im unteren Jugendbereich jedenfalls sieht man idR. nur Mütter während der Trainingszeiten. Väter kommen evtl. abholen. Und viele Frauen sind halt so desinteressiert, dass sie auch nach 6 Jahren an der Seitenlinie noch keine Blick für das Geschehen entwickelt haben (finde ich immer wieder sehr erstaunlich).

    luibo, du glaubst doch nicht, dass es Ü45 ruhiger wird. Da müssen immer noch fast alle Dorfweltmeister werden. Mein Mann versucht es immer mal wieder und es ist immer das gleiche Ergebnis. Blessuren und Gemecker.