Ein Aspekt, der mir noch fehlt ist der familiäre...
Wer übernimmt die Fahrdienste zum Training?
Bei den jüngeren Jahrgängen fängt das Training um 17 Uhr an, also so gegen 16:45 Uhr muss man da sein, die Wege auf den Gelände sind ja gerne etwas weiter. Also ist man mittendrin im Berufsverkehr, gerade im Ruhrgebiet muss man das einkalkulieren.
Ich weiß jetzt nicht wie weit es der Fragensteller hat aber wenn man so gegen 16 Uhr aus dem Haus muss, dann muss man sich die Frage stellen, wie man das organisiert. Sind um diese Uhrzeit beide Elternteile schon zu Hause? Oder bleibt das an der Frau hängen? (bitte keine Genderdebatte!)
Gibt es wohlmöglich noch Geschwister? Sind die alt genug, alleine zu Hause zu bleiben oder muss man die sogar mitschleppen weil sie noch zu klein sind? Können Oma/Opa hier aushelfen?
Ganz praktisch ist auch, wenn ein Elternteil bringt, das andere holt später ab. Aber das heißt auch doppelte Fahrtkosten. Auch nicht gerade wenig wenn man sich die Spritpreise ansieht.
Um 19 Uhr sind die Kinder dann geduscht, der Heimweg geht meist schneller.
Wann wird der Rest vom Haushalt erledigt?
Die Zeitspanne fürs Kind zwischen heimkommen aus der Schule, Essen, Hausaufgaben darf man schon als knapp bezeichnen, kommen hier noch Fahrtzeiten zur Schule dazu, wird es richtig eng.
In den älteren Jahrgängen wirds ja nicht besser, da der Aufwand für Schule stetig steigt.
Ich kenne eine Familie, da hat die Mutter ihrem 15 Jährigen mittags warmes, gesundes Essen in die Schule gebracht, dann nach dem Nachmittagsunterricht sofort ins Auto, durchs halbe Ruhrgebiet zum NLZ. Die Trainer dort haben die Trainingszeiten gerne mal um ne knappe Stunde verlängert (Taktiktafel oder so was) und da standen dann die Eltern in der Kälte. Na Glückwunsch! Der Gesamtaufwand für die Familie war so immens, dass der Junge nach einem Jahr NLZ aufgehört hat und er möchte sich lieber auf die Oberstufe fokussieren. Was das mit dem Geschwisterkind macht, möchte ich gar nicht wissen.
Ich finde, man darf da nicht nur ein Kind in den Mittelpunkt rücken sondern muss die ganze Familie betrachten. Macht ja keinen Sinn, wenn ein Kind gefördert wird und auf der anderen Seite zwei andere unbeachtet bleiben.
Ich will die Jugend nicht komplett pauschalisieren, aber ich hätte gerne meinen Sohn im NLZ als 3 Tage in der Woche mehr frei wo er nichts mit der Zeit anzufangen weiß, dass bekomme ich nämlich öfter bei vielen anderen mit.
Ich kann deinen Gedanken nachvollziehen, finde ihn aber falsch.
Dein Sohn kommt in ein paar Jahren in die Pubertät, die Peergroup wird immer wichtiger, die Kinder ziehen alleine in die Welt... Hier bei uns gibts etwa ne Wasserskianlage, die die Jugend anzieht.
Auch eine zweite Sportart wäre eine sinnvolle Ergänzung, die die Kinder vom Gammeln vor dem PC abhalten. Schul-AGs, ein Instrument, mal ins Kino, im Sommer ins Freibad, die ersten Herzchen...
Die Welt ist so groß und ich finde, man muss sie den Kindern anbieten.
Folge ich deinem Gedanken, dann setzt du nur auf angeleiteten Fußball als Gegenentwurf zum Zocken. Mir wäre das ehrlich gesagt zu einseitig.