Jetzt muss ich aber doch mal ne Lanze für die Eltern-Trainer brechen.
Hier im Umkreis und auch im Verein sind ausschließlich Eltern im Einsatz.
Die Frage ist dann eher, was diese Väter daraus machen!
Viele dürften sich auf ihre Erfahrungen als Spieler stützen. Und je nachdem welche Schule sie selber durchlaufen haben, ist das Training dann mehr oder weniger für die jeweilige Altergruppe geeignet.
Nach der Anfangseuphorie gehts dann aber IMO ins Eingemachte: bin ich bereit, mich auf moderne Kifu-Methoden einzulassen oder brauche ich am Ende des Tages die goldene Ananas? Und hier trennt sich dann schnell die Spreu vom Weizen.
Was ich vorallem bei Turnieren beobachte ist, dass 85% der Trainer die goldene Ananas spätestens ab F-Jugend alter Jahrgang zwingend brauchen.
Was dem entgegen wirken könnte ist Fortbildung. Und damit verbunden die Erkenntnis, dass die Kindervarianten einer jeden Sportart mit der Erwachsenenversion meist nur das Spielgerät gemein haben. Doch man kann sich einlesen, fortbilden, erleuchten lassen.
Die traurige Bilanz dürfte jedoch sein, dass das die wenigsten machen.
Wobei auch alles jenseits eines Buches schwierig wird. Familiär sind diese Väter schon 2-3 mal die Woche raus. Wenn dann noch ein Trainerlehrgang 2 x wöchentlich abends dazu kommt, dann dürfte das schon zu gemurre in der Familie führen.
Denn zum Traineramt kommen ja die Nebenarbeiten hinzu... Trainersitzung hier, Trikots besorgen da, Turnier finden, Mannschaftslisten führen, den Anmeldungen hinterher rennen, hier fehlt ein Schlüssel, da muss sich der Trainer auch noch um den Kaffeeverkauf kümmern...
Und innerhalb eines Vereins kann auch Krieg ausbrechen wegen absolutem Kleinkram. Bescheuert aber Realität.
Für uns galt daher schon immer der Gedanke: das soziale Engagement muss den Lebensumständen folgen. Als unsere Kinder noch Babys/Kleinkinder waren, hätte ich meinem Mann den Hals umgedreht, wenn er noch 3 x die Woche für irgendeine Mannschaft weg gewesen wäre. Und auch den Kindern hätten wir das nicht antun mögen.
Dementsprechend war mein Mann derjenige, der dem Start des 10er Jahrgangs durchaus entgegengefiebert hatte während ich nachmittags bei einer Ballsportstunde meiner Jungs als Co-Trainerin mitgeholfen hatte.
Aber frage ich mal in die Runde:
Wo sind denn die jungen, erwachsenen Fußballer, die die Jugend mit hoffentlich guten Trainern durchlaufen haben und nun in deren Fußstapfen treten wollen? Wird da irgendetwas getan, überhaupt zu vermitteln, dass man auch was zurückgeben kann?
In meiner Sportart war es "Pflicht", dass aus jeder Seniorenmannschaft mindestens einer eine Jugendmannschaft trainert... Das hat zwar den Bedarf auch nicht gedeckt aber es war ein Grundstock. Und schon B- und A-Jugendspieler wurden zum Co-Trainerdarsein angehalten... Ich hatte es übrigens so gehalten, dass ich meinen jugendlichen Co-Trainern meine spärliche Aufwandsentschädigung abgetreten habe. Die Jugendlichen konnten das Geld besser brauchen als ich...