Beiträge von Goodie

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    Beim Volleyball geht man davon aus, dass man einen Großen schnell bekommt, einen Kleinen jedoch nicht groß (wichtigstes Merkmal für Förderung ist Köperlänge)
    Warum sollte das beim Fußball anders sein?


    Was schätzt ihr denn schwieriger ein? Einen guten Techniker schnell zu bekommen oder einem schnellen eine verbesserte Technik beizubringen.

    Die Syptome sind IMO richtig beschrieben und auch das Phänomen "Kunde" würde ich bejahen. Wobei ich meist den Begriff "Konsument" verwende.


    In meiner Jugend habe ich selber den Niedergang eines Vereins in Richtung "Kunde" miterlebt. Ein Surfclub an einem kleinen Baggerloch, mit Plumpsklo und Grillstelle. Wir waren 153 Mitglieder und davon hingen locker 70 immer am See rum. Es wurde gelacht, repariert, gebaut, gefegt und gefachsimpelt. (und ab und an war auch genug Wind). Dann veränderte sich das ganze, der Verein wurde größer. Es wurden ordentliche Toiletten gebaut (fein), das Clubhaus ausgebaut (ok) und ein Opa engagiert, der nachmittags nach dem Rechten gucken sollte. (und das nur weil eine 13 Jährige mit einem 12 Jährigen geknutscht hatte - Skandal) Besagter Opa verkaufte dann Würstchen, Eis und Süßigkeiten, der Grill blieb immer öfter aus, das Lagerfeuer auch. Der Verein wuchs zusammen mit dem Baggersee weiter, ein Umzug des Geländes stand an und als man dann dort den Parkplatz pflastern wollte, war es endgültig nicht mehr mein Verein. Das ganze dauerte nur 6 Jahre.
    Professionalisierung? Oft ein Killer!!!


    Heute suche ich mir zu dem was ich machen möchte den passenden Verein. Eine Identifikation findet nicht u-U. nicht statt.
    Hier gibts etwa einen Verein, der das für uns perfekte Schwimmlernprogramm anbietet und wir sind seit 6 Jahren mit beiden Kindern dort. Wenn der Kleine jedoch endgültig schwimmen kann, dann treten wir dort auch wieder aus, weil ich nicht wüsste, was wir dort sonst machen sollten. Dort sind wir definitiv "Konsument".
    Dieser Verein arbeitet in den letzten Jahren vermehrt mit Kursen und verlangt dafür kräftige Preise. Diese Teilnehmer scheinen lieber tiefer in die Tasche zu greifen, als sich irgendwie zu binden und zu verpflichten.


    Dennoch gehören wir ja zu den Ehrenamtlern aber auch hier ist man ja geneigt, sich gegenseitig das Leben schwerer zu machen als sich zu unterstützen.


    Vereine sind meiner Meinung nach ein Auslaufmodel. Es wird zwar noch etwas dauern aber langfristig glaube ich nicht an deren Überleben. Indiz sind für mich die zahlreichen teuren Modelle, die gut laufen: Balettschulen, Musikschulen, Zumba-, Schwimm- und Jogakurse... Überall kann man sich von Engagement freikaufen und es wird genutzt!

    Also erst mal würde ich versuchen bei der Wahrheit zu bleiben! Wo in Deutschland gibt es denn für ein 13-jähriges Mädchen ein intensives Torwarttraining. Wobei man unter intensiv nicht nur häufig, sondern auch qualitativ hochwertig verstehen sollte?

    TW-Trainer, jetzt sei doch nicht so streng!!! Das Mädel wird es so empfunden haben und gut ist.


    @AFK guck halt einfach mal in euren Trainingsplan, geh zu den Bambinis und frage ob du helfen darfst. Was soll passieren? Wenn du dich etwas einlesen möchtest, dann guck dir z.B. mal die empfohlenen Übungen beim DFB für die Altersklasse an. Nicht, dass deine Erwartungen zu hoch sind.
    Ich hatte auch schon Co-Trainer in deinem Alter und das hat immer dann gut geklappt, wenn die Jugendlichen nicht zu schüchtern waren. Wenn etwa bei einer Staffel in der Warteschlange Theater ausbricht, dann sollte ein Co-Trainer die Kinder unmissverständlich auffordern, den Blödsinn zu lassen und nicht wortlos daneben stehen und darauf warten, vom Trainer Anweisungen zu erhalten.


    Wir würden deine Hilfe (wenn es menschlich passt) sicher annehmen!


    Viel Spaß!

    Wir bekommen nächstes Jahr neue Bälle


    G alt 4er, neu 3er
    F alt 5er leicht, neu 3er
    E alt 5er leicht, neu 4er
    D alt 5er, neu 4er
    C 5er.


    DAS gab einen Aufschrei in der Gemeinde - ohnedass dort jemals einer einen 3er Ball gesehen hatte. Wir haben dann einen besorgt und es ergab sich dann folgendes Gespräch mit einem anderen Trainer:


    er: Guck dir diese "Tennisbälle" an...
    ich: ja aber jetzt vergleich doch mal: welche Schuhgröße hast du?
    er: 47
    ich: mein U9 -Spieler hat Gr. 34. Meinst du nicht, dass die Proportionen also stimmen?
    er: hmmmm, tja, schon
    ich: Sohn, mach mal einen Übersteiger mit dem 5er und jetzt einen mit dem 3er. Siehst du was ich meine? Beim 5er muss er das Knie fast bis zu den Ohren hochnehmen und die Bewegung ist total affig.
    er: stimmt.


    Aber erstmal wieder meckern...





    Btw. ich bleibe dabei: ein Auto ist nicht mit einem Ball zu vergleichen was die Einschätzung angeht!

    Ich wiederhole mich aber dennoch gerne:


    ich habe kein räumliches Sehen, und ich weiß daher, dass es einen sehr großen Unterschied zwischen einem Auto und einem Spieler/Ball/Fahrradfahrer/alles was sich irgendwie noch bewegt gibt.
    Das Einzuschätzen ist viel einfacher wenn sich die Bewegung über drei Informationen definiert (Bewegung durch den Raum, Bewegung in sich und Bewegung vor dem Hintergrund)
    Und hier bietet ein Auto im Straßenverkehr nunmal so gut wie keine Information. Der Hintergrund ist durch das große Auto verdeckt (zumal wenn man erst 1,30cm groß ist), eine Bewegung in sich gibts nicht und nur die Bewegung im Raum ist in der Tat sehr schwer zu sehen.


    Ein starres: das können die Kinder nicht, hilft überhaupt nicht weiter!
    Ich behaupte mal kühn, wenn du 10 Siebenjährigen sagen würdest: lauf dich frei, dann laufen 8 in einen freien Raum. (Ob der dann sinnvoll gewählt wäre, ist nochmal ein anderes Thema :D )


    Was jedoch die Trainer fordern ist etwas anderes: Orientierung zu jeder Zeit über den ganze Platz - Räume, Gegenspieler, Ball - DAS können die F-linge in der Tat nicht. Aber einen ihren Mitspieler sehen, den Ball klug abspielen, das habe ich vor einer Stunde noch gesehen und zwar bei beiden Teams (F-alter Jahrgang, nicht selektierte Truppen aber beide Teams ganz oben im Kreis).



    Wer es nicht glauben mag, kann ja mal ein Auge zu machen und es versuchen... Man läuft nicht vor den nächsten Baum! Versprochen.

    Wir sind beim Bierchen schon mal zu der Überzeugung gekommen, dass jeder Verein, der eine FPL-Truppe meldet, einen FPL-Beauftragten benennen sollte. Der wäre dann zuständig für die Einhaltung der Regeln, die Unterweisung der Trainerneulinge im Verein, dürfte sowohl rein rufende Eltern am Spielfeldrand erleuchten aber auch Trainer erfolgreich dazu einladen, die gemeinsame Coachingzone einzuhalten und nicht lautstark reinzubrüllen. Im Grunde also ein Schiri für Eltern und Trainer.


    GsD war Bier im Spiel, sonst hätte ich jetzt einen neuen Job... :D


    Beim Handball in der E-Jugend etwa gibts einen Schiri, der nach einem Pfiff zu dem Kind geht und das Vergehen erläutert... Das fände ich gut. Nur das nötigste Pfeifen oder eingreifen wenn es unsachlich wird. Nicht jede von Kindern getroffene Entscheidung ist nämlich auch richtig. Allzuhäufig setzen sich die dreisteren durch und das wird von Jahr zu Jahr schlimmer...
    Beim Volleyball gibts ab der E-Jugend Miniturniere mit drei Teams: zwei spielen, eines pfeift. Der Trainer der Schiritruppe passt auf dass alles richtig gemacht wird und hilft ggf. seinen jungen Schiris. (Anschreiber, Netzrichter und Hauptschiri, dazu zwei Linienrichter)

    Ich finde, die Verlinkung zum Straßenverkehr hinkt immer ganz gewaltig denn a) sind die Geschwindigkeiten viel höher und b) soll ein starres Gebilde sicher eingeschätzt werden.


    Es ist ein großer Unterschied, ob ein laufender Mensch oder ein Auto beurteilt werden sollen. Ich selber bin einäugig und habe daher eine andere Sichtweise, im wahrsten Sinne des Wortes. Entfernungen und Geschwindigkeiten kann man nämlich auch ohne räumliche Sehkraft sicher und richtig einschätzen, wenn es einen zweiten Bezugspunkt gibt.


    Einen rotierenden Ball der sich vor einer Hallenwand oder auf dem Boden bewegt kann ich sehr zuverlässig einschätzen. Kommt der Ball jedoch senkrecht von oben (Kerze) wohlmöglich ohne nennenswerte Rotation und vor einem wolkenlosen Himmel, dann bin ich verraten und verkauft und gehe besser in Deckung.
    Viel schlimmer im Verkehr: Von der Seite ist das alles kein Problem. Interessant wird es erst im Spiegel, wenn mich einer überholen will. Der bleibt dann (bei angenommen gleichbleibender Geschwindigkeit) im Spiegel einige Sekunden scheinbar stehen, um dann plötzlich sehr schnell anzukommen.


    Was ich damit sagen will: ich glaube sehr wohl, dass sich Kinder prinzipiell zuverlässig im Raum orientieren können. Die Frage dürfte viel mehr sein, ob ein Kind die Notwendigkeit für sich entdeckt hat, das auch zu tun. Bei Fangspielen sind die meisten Kinder sehr wohl in der Lage sich so im Raum zu positionieren, dass sie gut ausweichen können. Nur die allerkleinsten dürften sich in einer Ecke "verstecken".



    Eins meiner Lieblingsspiele in der Halle ist übrigens folgendes:


    Ballreservoir auf die Grundlinie des Volleyballfeldes, Trainer mit Ball, Kind daneben. Der Trainer wirft den Ball im Schockwurf (von unten beidhändig in hohem Bogen) in den Raum. Das Kind muss den Ball vor dem zweiten Aufprellen fangen.
    Ich lasse die Kinder immer in zwei Schlangen rechts und links von mir Aufstellung nehmen, dann kann ich in schnellerer Abfolge die Bälle etwas nach rechts und links versetzt werfen und es kommt richtig Bewegung rein (vorallem für die Trainer :D ).
    Variationen sind dann:
    halbe Drehung unmittelbar vor dem Fangen
    ganze Drehung beim laufen zum Ball
    Start auf dem Bauch liegend
    einen Ring mitnehmen und den Ball nach dem ersten Auftippsen durch den Ring fliegen lassen.
    Den Ring dort auf den Boden legen, wo der Ball zum zweiten mal auftippt.


    Je nach Leistungsstand des Kindes wirft man den Ball eben nur wenige Meter weit oder 2/3 durch die Halle...


    Zweite Übung, gleicher Aufbau: die Kinder müssen vor dem Start nach vorne gucken (nicht zum Ball). Der Ball wird gerollt, das Kind setzt nach sobald es den Ball sieht und muss ihn stoppen, bevor er eine gewisse Linie überrollt. Hier kann man div. Möglichkeiten einfordern (re/li, mit den Händen aufnehmen, vorher drehen)


    Dritter Teil: beide Varianten im beliebigen Wechsel, der Trainer steht hinter dem Spieler und der Spieler darf nicht zum Trainer schielen. (Stichwort peripheres Sehen)

    Oma Goodie schnappt sich inzwischen die Multifunktionsbrille, um sich das letzte Spiel Afrika gegen Südamerika nochmal gemütlich auf dem Sofa anzugucken. Dank intergalaktischer 4 D-Brille muss sie nicht mehr bei nasskaltem Wetter raus. An der Technologie der Rheumadecken wurde übrigens seit 30 Jahren nichts mehr weiter entwickelt, gutes bleibt.

    TW-Trainer
    ich finde deine Gedankengänge ja nicht falsch aber für die breite Masse einfach nicht umsetzbar.


    An den Realitäten kommt man kaum vorbei und Reformen können immer nur langsam und sanft gelingen, weil man sonst, wie es auch Ersatzbank bestätigt, die Aktiven verschreckt. "Dann mach doch selber" kann ja nicht der Weisheit letzter Schluss sein.



    Ich glaube ja sogar, dass das Konstrukt Verein ein Auslaufmodell ist!


    Die Muckibuden schießen überall aus den Böden, Balett- und Tanzschulen allüberall, die Fußballschulen laufen auch. Vielleicht benötigen wir ganz neue Konzepte zumal die Kinder und Jugendlichen immer länger in den Schulen sind. Hier hat etwa eine Schule in der 5. Klasse zwei mal wöchentlich nachmittags Unterricht. Die Eltern stöhnen ebenfalls über die Lasten, wenn sie nachmittags noch von Hüh nach Hott müssen. Vielleicht wäre der Weg ja über die Schulen? Wie es in Amerika läuft? Qualifizierter Sport in die Nachmittagsbetreuungen...


    In meinem Utopia kämen die Kinder um 16 Uhr heim, wären gesund satt geworden, hätten auf die Woche verteilt Sport getrieben, ein Instrument gelernt und hätten dann Feierabend!!! Das wäre mir auch den ein oder anderen Euro wert! Denn das würde teuer... In Schulen käme ja niemand überhaupt auf die Idee, einen Haufen Laien ohne Konzept und ohne Kontrolle auf die Kinder loszulassen. :D

    Sind es denn nicht genau die genannten Schwachstellen, die einen u.U. dazu bewegen, als Elternteil selber aktiv zu sein damit das Kind nicht in die Hände noch größerer Stümper gibt? X/


    Ich erlebe die Trainer hier im Umkreis (alles Väter) sehr sehr unterschiedlich. Von nett, ruhig und kollegial bis zum Vollpfosten ist alles dabei und ja, solange man sich nicht selbst einbringt ist es purer Zufall an wen mein Kind gerät. Und auch wenn es anfangs passen sollte muss das ja nicht so bleiben...


    Alternativen stellen zur Zeit wohl nur die größeren Vereine mit Leistungsorientierung da aber so eine Tretmühle ist auch nicht für jedes Kind das richtige.


    Andrés Ausführungen klingen logisch und machbar. Aber in der Realität dürfte es anders aussehen.
    In der Versammlung sitzen 20 Leute, (also der Vorstand und die Trainer) und dann geht also jemand hin und will das gesamte Gefüge umkrempeln. Er argumentiert gut und schlüssig und dann kommt es:


    Wer soll das denn umsetzen? W
    oher kommen denn die qualifizierten Leute?
    Ich habe keine Zeit für Fortbildung.
    Wir sind doch nicht Bayern München.
    Läuft doch.



    Denn so ein Vorschlag implementiert ja immer auch Kritik und die wird leider zu häufig persönlich genommen. So und wenn du dann damit gescheitert bist, bist du im Verein verbrannt. Auch nicht sehr attraktiv

    Dass man die Trainer besser aus dem Pool der Aktiven rekrutieren sollte habe ich ja schon mal gesagt... beim Volleyball absolut üblich
    Aber da "Verein" nicht konsumieren sondern mitmachen bedeutet, darf man durchaus auch aktiv um Mithilfe bitten. Sowohl bei der 3. Herren wie auch bei den Eltern.

    So ganz kann ich das nicht verstehen...
    Ihr sollt keine Kinder ablehnen, das ist verständlich aber hat auch Grenzen. Wenn sich keine neuen Gruppen/Trainer auftun, dann wird das irgendwann gefährlich weil man das nicht mehr sinnvoll überblicken kann. Wenn dir am Ende einer der 2012er abhanden kommt, dann gucken alle sparsam. DU bist nämlich während der Trainingszeit verantwortlich!


    Auch den Spuk kann man schnell lösen:


    1.) Liebe Eltern, wenn sich nicht bis zum ... drei aus euren Reihen als zuverlässige Betreuuer/Co-Trainer finden lassen, bin ich raus! Wobei man hier a) auch Mütter ansprechen darf und b) die meisten lieber gefragt werden wollen als sich selber zu melden. Du siehst ja wer Zeit hat und am Platz rumlungert :D


    2.) Lieber Vorstand, wir machen das nicht mehr mit. Wenn ihr nicht bis zum ... eine Lösung präsentiert, dann sind wir raus. Wenn das alle Trainer die überlastet sind, übereinstimmend von sich geben, was soll der Vorstand machen? Dann steht er in Zukunft ohne Trainer da... Muss man sich halt mal zusammen tun.


    Ich würde erstmal den Aufstand im kleinen proben. Wie gesagt: hinschmeißen kann man immer noch

    Meinst du wirklich, dass es bei den Eltern so krass unterschiedlich gesehen wird? Also ich beobachte auch Mädchen auf Inliner, Board, Rollern, usw., weshalb ich diese strikte Trennung: Jungen hasten, Mädchen sizten nicht so nachempfinden kann. Wo du sicherlich recht hast, dass Jungen und Mädchen schon früh in Rollen gedrängt werden.

    Ich glaube gar nicht so sehr dass sie in Rollen gedrängt werden sondern dass sie in diese Rollen auch wollen. Alle vierjährigen Mädchen wollen zu Karneval eine hübsche Prinzessin sein... Natürlich haben auch Mädchen einen Bewegungsdrang aber sie finden andere Möglichkeiten des Auslebens. Mädchen machen zum Beispiel zu jedem passenden oder unpassendem Moment noch schnell einen Radschlag. Oder einen Spagat. DAS sieht man bei Jungs nie.


    Bei uns war der Papa beim zweiten Kind zwei Jahre daheim, hat gewickelt, gebadet, den Kinderwagen geschoben, das ganze Programm. Und es gab auch ne Puppe für den Großen, falls er das Geschehen rund um den kleinen Bruder nachspielen will. Und? Nix wars. Das ist "Mädchenkram". Obwohl er es daheim anders erlebt hat.


    Die Tochter meiner Freundin ist ein richtiges Mädchen. Der Papa - übrigens Sportlehrer - war ne Zeit lang schier am verzweifeln, dass die Kleine nicht so wollte wie er :D . Er war immer ganz Feuer und Flamme für meinen Großen, welcher total gerne mit ihm in seinen Sportkeller gegangen ist... Seine Tochter nannte er irgendwann Girlygirl und hat sich damit abgefunden. Es ist also längst nicht alles Erziehung. Umwelt und auch Veranlagung spielen ebenso mit rein.


    Wenn ich von mir selber ausgehe: alle Kontaktsportarten sind mir echt unangenehm. Fußball oder Handball? Ich würde wohl spätestens wenn ich zum dritten mal gefoult worden wäre, zurücktreten und dann vom Platz fliegen. Basketball? Schon besser aber der doofe Korb ist auch bei Frauen auf 3,05m... Volleyball? Perfekt, der Gegner bleibt schön auf der anderen Seite und das Netz ist auch nicht zu hoch!


    Ein weiterer Unterschied mag sicher auch darin bestehen, dass der Anteil der Frauen, die in Kindergärten und Grundschulen arbeiten sehr hoch ist und darunter ein beträchtlicher Anteil von "Fussball-Hassern", wodurch sich die höhere Quote bei anderen Sportarten erklären ließe.

    Da hast du sicher ein Stück weit recht. Aber auch hier haben wir andere Erfahrungen gemacht. Unser Kindergarten nimmt jährlich einmal an einem Kindergartenfußballturnier teil.
    Das Ganze wird dann als Projekt aufgezogen und geht knapp 2 Monate. Das fängt an mit Teambuilding (Namen finden, Fähnchen malen etc.) und geht dann irgendwann auch auf den benachbarten Sportplatz. Im ersten und zweiten Jahr hatte mein Mann auch diese Kinder unter seinen Fittichen. Zu den Trainings waren rund 1/3 Mädchen angemeldet. Alle sind also zum Sportplatz marschiert und als dann dort wirklich Fußball gespielt werden sollte, waren die Mädchen ziemlich verwirrt. Soooo hätten sie sich das ja nicht vorgestellt. Ein paar wenige haben mitgemacht, die anderen haben dann lieber an den Balustraden rumgeturnt. Dann kam das Turnier: Alle Mädchen an Bord. Die Stutzen des Trikotsatzes sind sehr lang und die Mädchen haben sie ganz hoch gezogen. Die kamen sich wohl alle vor, wie Pippi Langstrumpf. Moral von der Geschichte: am Ende wollten alle doch mitmachen.
    Im Jahr drauf hat eine Erzieherin additiv eine Gruppe Cheerleader ins Leben gerufen. Fazit: beim Fußball noch 2 Mädchen, der Rest in der Tanzgruppe... Und so ist das Bild seit dem geblieben.


    Ich glaube, die Kinder waren im ersten Jahr einfach nur froh, dass es mal was Neues war und wollten zwar dabei sein aber nicht unbedingt kicken. Nun, mit der Auswahl Tanz oder Fußball trennt es sich wieder geschlechterspezifisch. Ist das gut oder schlecht? Ich weiß es ehrlich gesagt nicht. (aus Kindersicht)

    Hallo,


    hier wird ja immer darauf hingewiesen dass man ein Jugendkonzept haben sollte. Nun, wir haben keins. Kennt jemand ein gutes, welches öffentlich zugänglich ist? Was ich bisher beim googeln gefunden habe war so allgemein dass sich da immer noch jeder austoben kann.
    Danke

    Ich frage mich ja immer, ob das Gras auf der anderen Seite des Zauns grüner ist oder nur so aussieht.
    Wenn du dich einem neuen Verein anbietest, dann werden sie dir alles erzählen was du hören willst. Die Probleme dort wird wohl keiner offen ansprechen.
    In sofern...


    Wenn ihr eigentlich im Verein einen guten Draht zu einander habt, könntest du deine Verbesserungsvorschläge sanft einbringen.


    Einen "Helfertag" mit grillen kann man recht leicht umsetzen, vielleicht muss nur einer sagen "ich kümmere mich" ...
    Auch könntest du sagen: "noch 3 Monate, dann sortiere ich 10 Kinder aus. Sucht ne Lösung
    Die, von denen du dir eine formale Anerkennung wünschst werden auch keine erhalten. So traurig das alles ist. Und je länger man sich reinhängt um so mehr negative Erfahrungen sammelt man.
    Statt auf die Engagierten sauer zu sein (egal ob sie es gut oder schlecht machen) konzentriert sich mein Frust inzwischen auf die die nie irgendwo mithelfen. Die Vereine nur konsumieren.


    Die aktuellen Probleme in deiner Mannschaft mit besagtem Vater würde ich gedanklich abkoppeln. Es gibt ne Lösung und wenn der Junge kein Überflieger ist, dann wird das total hart für das Kind. Was wäre die Alternative? Das Kind fliegt aus dem Verein weil sich der Vater nicht benimmt?


    Ich glaube ich würde an deiner Stelle einen Termin mit den Verantwortlichen machen und über deinen Frust sprechen. Konzentriere dich auf die wichtigsten Punkte und biete Lösungsvorschläge. Wenn das am Ende alles nichts nützt kannst du immer noch die Brocken hinschmeißen.

    Mein subjektiver Eindruck ist jedoch, dass bereits in den Kindergärten eine Art Verschulung stattfindet, sodass motorische Fähigkeiten aufgrund von Bewegungsmangel in der G-Jugend nachgeholt werden müssen. Konnten viele Kinder vor 30 Jahren zuerst klettern und dann lesen, so scheint sich dieses Verhältnis verkehrt zu haben? Leider gibt es zu wenig Untersuchungen darüber, sodass die Vermutungen sehr weit auseinander gehen.

    Ich kenne hier drei Kindergärten im Ort und alle sind komplett unterschiedlich. In den Einrichtungen kann jeder sein eigenes Süppchen kochen und deshalb findet man auch unterschiedliche Konzepte. Was für alle gilt ist, dass die Kinder länger als früher in den Einrichtungen sind und daher nachmittags kaum noch Kompensation stattfindet. Man kann den Strukturen von früher, wo große Kinderbanden durch die Nachbarschaft gezogen sind, zwar nachtrauern, reaktiviert bekommt man diese jedoch nicht mehr. Man findet diese vielleicht noch in Neubaugebieten und bei uns ist es auch so, dass der Spielkamerad meiner Kinder nebenan wohnt, aber ich weiß auch von vielen, die per Auto zu jedem verabredeten Spielbesuch gefahren werden müssen.


    Ich berichte mal von einer Situation bei uns in der Nachbarschaft diesen Sommer (ein Haufen Kinder zwischen 4 und 8): die Jungs rennen umher, spielen Ball, dann fangen, dann klettern sie auf den Baum, anschließen suchen sie Papier für Papierflieger und hüpfen doch noch mal schnell ins Planschbecken bevor sie eine Wasserschlacht anfangen. Das Programm einer knappen Stunde
    In der gleichen Zeit sitzten die Mädchen auf einer Decke und spielen mit ihren Puppen "Tee trinken".
    Und das ist auch der Bogen zu folgender Frage:

    Eine Frage, die in diesem Zusammenhang noch gar nicht gestellt wurde ist, warum so wenig Mädchen früh in den Vereinsfussball starten. Denn auch hier könnte die Vermutung naheliegen, dass es mit der Einstellung der Trainer für diese Altersgruppe zu tun hat? Sei es, dass die Mehrheit der Trainer den Fussball als Jungensport ansehen,


    Ich glaube, der Gedanke, dass Fußball was für Jungs ist ist bei den Eltern sehr viel intensiver verankert als bei den Trainern. Die Mädchen selber haben einfach andere Vorstellungen, die rosa-glitzer-Welt ist ja Realität! Selbst Eltern von sportinteressierten Mädchen werden ihre Mädchen eher beim Tanz oder Tennis anmelden als beim Fußball... Bei den Handballminis waren wir 50:50 besetzt.

    Zuvor gäbe es bei mir Bewegungserfahrungen/Turnen und (Ball-)Spiele im Verein, aber kein Fußballtraining. Komischerweise wird so oft im Basketball oder Volleyball gehandelt - weil sonst lernen die Kinder die falsche Technik. Und im Fußball brauche ich keine Technik? Ein anderes Beispiel ist der Schwimmverein, der wählt seine Kinder auch aus und wer noch nicht schwimmen kann, muss zuerst einen Schwimmkurs machen.

    Ich glaube, das siehst du - was die Kleinsten angeht - zu eng.


    (Volleyball ist ne Ausnahme weil technisch so anspruchsvoll, dass man erst mit Drittklässlern in den "Kindergarten" einsteigen kann. Echtes Volleyball mit ca. 12 Jahren. Die Volleyballer nehmen am liebsten übrigens Tennisspieler oder Turner. Bei den Jungs bekommen die Volleyballer häufig die "Resterampe", die in anderen Sportarten gescheitert sind oder gefrustet abwandern wollen. Ein Teil des von den Fußballern beschriebenen Dropout landet in der Tat beim Volleyall. Aber das ist ein anderes Thema.)


    Ein Schwimmverein HAT eigene Schwimmkurse und rekrutiert daraus seine Bahnenzieher, die Basketballer bieten eine Minigruppe ebenso wie die Handballer. Hier finden sich Elemente des Kinderturnens mit vielen einfachen Ballspielen. Und wenn man nur auf einen Staffellauf einen Ball mitnimmt.
    Bambinitraining reiht sich nach meiner Auffassung nahtlos dort ein und heißt doch "Bewegungserfahrung". Fußball ist aus meiner Sicht übrigens für ballaffine Kleinkinder super geeignet weil man Fußball langsam spielen kann. Wenn einer den Ball beim Versuch ihn zu schießen nicht trifft, dann liegt er noch genau vor dem Kleinkind und er kann es noch mal versuchen. Bei allen anderen Ballspielen ist der Ball nach einem Fehlversuch (werfen/fangen oder schlagen) weg und das Spiel unterbrochen. Und gerade jetzt in der Halle greifen wir auf viele Elemente aus dem Kinderturnen zurück.


    Deshalb finde ich auch unsere Kombination ideal.


    In Utopia könnte ich mir ja Vorstellen, dass Kinder bis sechs ausschließlich breit geschult würden. Schwimmkurs mit 5 und den Rest im Breitensport... Aber was machste dann mit Kindern die unbedingt ihren Eltern nacheifern wollen und Karate machen wollen? Oder wenn im Breitensportteil dann Tanz dran ist und dein Fußballerkind heult nach jedem Training?
    Nee, da finde ich es hilfreich, dass man sich schon in eine Richtung orientiert und dort hoffentlich altersgerechtes Training vorfindet.


    Und doch: gebt mir bis zu meiner Rente meinen Lohn und ich stehe täglich 7.5 h mit Kindern im Alter von 3-8 in Turnhallen oder auf Sportplätzen. ICH würde das sofort machen - das macht doch total Spaß! Am liebsten übrigens mit Jungs...

    ich würde mir die Truppe mal aus der Distanz anschauen und ggf. gleich als Co mitmischen.


    "Kennst" du achtjährige? In der Gruppe manchmal großmäulig, (vor)laut aber auch eigentlich total motiviert und verspielt, noch echte Kinder eben. Dementsprechend musst du dich in einer Trainingseinheit darauf einstellen, dass es währenddessen starke schwankungen bei der Konzentration gibt.


    Und eine nicht bestätigte Wahrnehmung meinerseits: Bei Vollmond und kurz danach sind Kindergruppen ätzend anstrengend.


    Viel Spaß mit den Kids! Die werden sich sicher freuen, wenn sie einen neuen motivierten Trainer bekommen.