Ich finde, die Verlinkung zum Straßenverkehr hinkt immer ganz gewaltig denn a) sind die Geschwindigkeiten viel höher und b) soll ein starres Gebilde sicher eingeschätzt werden.
Es ist ein großer Unterschied, ob ein laufender Mensch oder ein Auto beurteilt werden sollen. Ich selber bin einäugig und habe daher eine andere Sichtweise, im wahrsten Sinne des Wortes. Entfernungen und Geschwindigkeiten kann man nämlich auch ohne räumliche Sehkraft sicher und richtig einschätzen, wenn es einen zweiten Bezugspunkt gibt.
Einen rotierenden Ball der sich vor einer Hallenwand oder auf dem Boden bewegt kann ich sehr zuverlässig einschätzen. Kommt der Ball jedoch senkrecht von oben (Kerze) wohlmöglich ohne nennenswerte Rotation und vor einem wolkenlosen Himmel, dann bin ich verraten und verkauft und gehe besser in Deckung.
Viel schlimmer im Verkehr: Von der Seite ist das alles kein Problem. Interessant wird es erst im Spiegel, wenn mich einer überholen will. Der bleibt dann (bei angenommen gleichbleibender Geschwindigkeit) im Spiegel einige Sekunden scheinbar stehen, um dann plötzlich sehr schnell anzukommen.
Was ich damit sagen will: ich glaube sehr wohl, dass sich Kinder prinzipiell zuverlässig im Raum orientieren können. Die Frage dürfte viel mehr sein, ob ein Kind die Notwendigkeit für sich entdeckt hat, das auch zu tun. Bei Fangspielen sind die meisten Kinder sehr wohl in der Lage sich so im Raum zu positionieren, dass sie gut ausweichen können. Nur die allerkleinsten dürften sich in einer Ecke "verstecken".
Eins meiner Lieblingsspiele in der Halle ist übrigens folgendes:
Ballreservoir auf die Grundlinie des Volleyballfeldes, Trainer mit Ball, Kind daneben. Der Trainer wirft den Ball im Schockwurf (von unten beidhändig in hohem Bogen) in den Raum. Das Kind muss den Ball vor dem zweiten Aufprellen fangen.
Ich lasse die Kinder immer in zwei Schlangen rechts und links von mir Aufstellung nehmen, dann kann ich in schnellerer Abfolge die Bälle etwas nach rechts und links versetzt werfen und es kommt richtig Bewegung rein (vorallem für die Trainer
).
Variationen sind dann:
halbe Drehung unmittelbar vor dem Fangen
ganze Drehung beim laufen zum Ball
Start auf dem Bauch liegend
einen Ring mitnehmen und den Ball nach dem ersten Auftippsen durch den Ring fliegen lassen.
Den Ring dort auf den Boden legen, wo der Ball zum zweiten mal auftippt.
Je nach Leistungsstand des Kindes wirft man den Ball eben nur wenige Meter weit oder 2/3 durch die Halle...
Zweite Übung, gleicher Aufbau: die Kinder müssen vor dem Start nach vorne gucken (nicht zum Ball). Der Ball wird gerollt, das Kind setzt nach sobald es den Ball sieht und muss ihn stoppen, bevor er eine gewisse Linie überrollt. Hier kann man div. Möglichkeiten einfordern (re/li, mit den Händen aufnehmen, vorher drehen)
Dritter Teil: beide Varianten im beliebigen Wechsel, der Trainer steht hinter dem Spieler und der Spieler darf nicht zum Trainer schielen. (Stichwort peripheres Sehen)