Beiträge von Goodie

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    Nee, da hab ich mich vielleicht misslich ausgedrückt. Ich finde diese Bescheinigungen unerträglich, solange man sich im echten Amateurbereich bewegt. Wenn jemand Geld fürs Kicken bekommt, kann man meinetwegen andere Regeln aufstellen. Aber bei Kindern geht das IMO garnicht.


    Und die Idee dahinter deckt ja nur einen kleinen Teil ab. Ein Probetraining beim Handball kann man damit nicht aufhalten und die kommerziellen Fußballschulen profitieren sogar davon, dass sie Zusatztraining anbieten können...

    Aber beißt sich da nicht die Katze in den Schwanz, wenn sich die Eltern beschweren sollen?


    In den "ambitionierten" Teams findet meist schon Selektion statt. Und wer nicht vollumfänglich mitzieht ist auch fix wieder aussortiert, oder? Welche Eltern haben also das Standing und/oder die Nerven zu sagen: das wird zu viel? Damit steht man idR alleine da weil auch auf Elternseite genug Heißdüsen die gegenteilige Meinung vertreten werden.

    Ich habe kürzlich ein E-Jugend-Spiel beim Handball gesehen. Der Schiri war da eher Ausbilder für die Kinder. Wenn er was gepfiffen hatte (zumeist Schritte oder klammern), dann hat er dem Kind sein Fehlverhalten kurz erläutert: "du darfst nur drei Schritte machen". Das war den Kindern sehr zugewandt und in dieser Form echt nett.


    Beim Volleyball treffen sich immer drei Teams jeder gegen jeden und der dritte pfeift. Dann stehen dort halt Kinder und müssen das Spiel leiten (Ein Schiedsgericht besteht aus 5 Personen, der 1. Schiri pfeift zunächst nur An- und Abpfiff, drin oder aus und grobe Netzfehler. Die Protokollführer zählen die Punkte und notieren den Rest) Das lief auch immer gut.

    Bemerkenswert ist, dass den Kids diese zusätzlichen Ballkontakte an den Wochenenden unheimlich weiterhelfen. Das macht sich schon während der Hallensaison bemerkbar, spätestens aber, sobald es wieder nach draußen geht. Während andere Teams durch Leerlauf während der Wintermonate in ihrer Entwicklung ins Stocken geraten, haben unsere Jungs nochmal einen enormen Schub gemacht.

    Diese Thesen lassen sich ja leider nie beweisen/widerlegen.
    Meine Kinder machen die größte Entwicklungssprünge stets nach Pausen. Mein Kleiner etwa hat nach 4 Wochen süßem Nichtstun auf einmal Brustschwimmen raus gehabt und vier Bahnen am Stück gezogen.


    Ich sehe auch die Gefahr, dass man die Kinder und auch die Familien mit so vielen Terminen überlastet. Aber wenn man in Vorfeld (vor einer Vereinsanmeldung) von einem solchen Pensum weiß, dann muss man auch im Nachgang nicht jammern...
    Das ändert aber nichts an dem Einwand, dass manchmal weniger mehr ist. Einfach mal mit den Kindern in einen Trampolinpark oder ein Eis essen, dürfte sich mindestens genauso auswirken wie das 7 Turnier am dritten Wochenende.


    "Zu" ist immer schlecht... zu viel, zu wenig, zu dick, zu dünn...

    hat er eigentlich schon geschrieben , dass er Geld nehmen möchte ?
    Die Begriffe "Kunden" und " Gewerbe" deuten darauf hin , aber in es darum geht Gewinn zu machen und wenn ja , für wen, könnte ich nicht rauslesen (oder habe es überlesen)

    Ein Gewerbe MUSS meines Wissens eine Gewinnerzielungsabsicht haben... Sonst fällt das unter Liebhaberei. Ein Steuerberater wird das sicher ausführlich erklären können

    Zitat von Mapo

    Vielleicht hängt es auch damit zusammen, dass nur ein Bruchteil der Menschen andere Sportarten ausüben und Fußball am populärsten ist. Ich denke, es würde beim Volleyball genauso oft eskalieren, wenn die Anzahl der Sporttreibenden und die Popularität/Reputation genauso hoch wäre wie beim Fußball und umgekehrt.

    Tausche Reputation gegen Geld und dann bin ich bei dir.
    Es ist nicht so als ob die Gemüter beim Volleyball nicht mal hochkochen. Ganz im Gegenteil. Aber da überlegt man sich halt gut, ob man eine gelbe Karte riskiert und damit ein Punkt zum Gegner geht oder nicht. Vorallem weil das ja immer in dern Endphase eines Satzes passiert.
    Dass sich bei einem Jugendvolleyballspiel die Eltern aufführen wie Rumpelstielzchen hab ich erst ein einziges Mal erlebt und das war ein aktiver Volleyballbundesligaspieler-Papa der sowieso einen gewissen Ruf hat. Was umso verherender ist, als dass das fünfköpfige Schiedsgericht von Anfang an (ab E-Jugend) von den Kindern gestellt wird. Das wusste nach 3 h die gesamte Volleyballgemeinde der Region und das geht gar nicht.

    Für Probetrainings können sich die Vereine versichern... Unserer hat eine solche Versicherung.
    Probetrainings muss man deshalb noch lange nicht genehmigen lassen. Ich kenne mich jetzt nicht in jeder Sportart aus aber ich behaupte mal dreist: das ist einmalig.


    Angenommen, ich bin in zwei Fußballvereinen Mitglied, dann kann ich natürlich nur für einen spielen aber warum will mir jemand verbieten können, in beiden zu trainieren? Ich frage mich ja, ob das vor einem ordentlichen Gericht bestand hätte.

    Also hier gibts Fußballschulen an jeder Ecke und immer steht ein ehemaliger Profi mit seinem Namen davor oder dahinter. Aber ok.
    Dann beantworte mir bitte folgende Anfrage (fiktiv, bitte keine Rückschlüsse auf meine Kinder!!!)



    1. Ich habe eine sechsjährige Tochter, die Torwart werden möchte.
    Was kostet ein Zusatztraining bei Ihnen und wann findet dies statt? Mit wievielen Teilnehmern wird das Training stattfinden? Faiererweise teile ich Ihnen mit, dass mein Kind Aspergersyndrom hat.



    2. Für meinen Achtjährigen suche ich für die zweite Osterferienhälfte ein Camp. Bitte beachten Sie bei der Mittagsverpflegung, dass er eine Laktoseintoleranz hat. Für gelegentlich auftretenden epileptischen Anfälle geben wir dem Kind das Notfallmedikament mit.



    Bitte senden Sie mir Ihre AGBs und Ihr Trainingskonzept zu.



    Ich übertreibe jetzt mal absichtlich aber wenn ich Kunde bin, dann habe ich auch Ansprüche.
    Ich würde dir raten, in einem entsprechenden Unternehmen zu hospitieren. Oder dir mal die AGBs der anderen Schulen durchzulesen.
    Bei uns ziehen die Schulen der Profivereine wohl schon den Großteil der Kunden ab. Zumal diese jetzt auch bei Kooperationsvereinen tingeln. (Siehe Real Madrid)

    Gegenfrage: warum liest man nur vom Fußball von diesen Auswüchsen? Ich habe noch nie gelesen: "Tulmulte beim B-Jugend-Basketballlokalderby" oder "nach Fehlentscheidung: Eltern gehen auf Handballschiri los"



    Aber wer verneint, dass es einen Unterschied gibt ob man direkt an der Seitenlinie oder mit etwas Abstand zuschaut, der muss wohl von Anfang an mit soviel Schaum vor dem Mund zuschauen, dass ihn die Distanz emotional nicht erreichen kann.

    Wir machen schon mal gemeinsame Trainings mit den Eltern, z.B. das letzte vor Weihnachten. Gemeinsam Mattenrutschen macht ne Menge Spaß. Und bei den Staffelläufen machen wir es für die Eltern schwer bis unmöglich zu gewinnen. (unter einer Bank durchkrabbeln :D ) Aber auch unsere koordinativen Geschichten müssen die Eltern ausprobieren. Das gibt immer viel Gelächter.
    Im Jungjahrgang haben wir die Hallenzeit genutzt, das DFB-Schnupperabzeichen zu machen, auch hier waren die Eltern an den Stationen eingespannt.


    Generell ist es zwar wünschenswert, wenn sich die Eltern gut verstehen, zumal man sich ab der F-Jugend im Grunde jede Woche zu den Spielen sieht, aber erzwingen lässt sich freilich auch nichts.




    Was ich damit sagen möchte ist, dass unsere Kinder nicht plötzlich anders geworden sind, jedoch in einer etwas anderen Umwelt aufwachsen, wo sie manche Erfahrungen fast gar nicht mehr machen können.

    Richtig. Und da hilft der Blick zurück auch nur wenig weiter wenn es keine Gräben mehr gibt, weil alle längst zugeschüttet sind. :thumbdown:
    Wir wohnen so, dass wir unseren Jungs ne Menge Freiraum bieten können und einen sehr großen Aktionsradius. Ich weiß manchmal 2-3 h nicht, wo sich mein 8 Jähriger rumtreibt. Aber damit bin ich in der Minderheit. Der Überwachungswahn der Eltern hat längst um sich gegriffen. "Weißt du was alles passieren kann?" ist genauso ein Killer wie "welche Versicherung zahlt denn wenn was passiert?"


    Und auch beim Schulsport in der Grundschule war in den letzten Jahren jeglicher Wettkampf verpönt, weil es Verlierer mit entsprechenden Tränen gibt. Das hat dazu geführt, dass viele einfach gar nicht mehr verlieren können und es gibt wieder eine moderate Gegenbewegung. Früher auf dem Bolzplatz durfte der Dicke Paul nur mitmachen, wenn man ungerade war. Fertig. Was das mit dem Kind gemacht hat, hat die Kumpels nicht interessiert.


    Die Ablehnung der Bundesjugendspiele geht ja in die gleiche Richtung.


    Ich weiß auch keinen goldenen Mittelweg. Ich verstehe, dass man sich im sportlichen Wettkampf messen möchte und ich finde, die guten müssen auch gut sein dürfen... Ich verstehe aber auch, dass man keinen Zwang möchte. Aber manche Gutmenschen können ja schon nicht ab, dass nur die Besten in eine Schulmannschaft kommen. ("Aber mein Arthur-Sören hat sich doch angestrengt...")


    Schwierig. Denn das Problem ist, dass man mit dem Leistungsgedanken einfach immer früher anfängt. Das finde ich schädlich. Wenn die ganze Förderung im Fußball erst konsequent mit der D-Jugend losginge und auch die NLZs die jüngeren noch in Ruhe ließen, wäre wohl schon etwas Luft zum Atmen da.

    @AKjfv,du sprichst mir aus der Seele.
    Kürzlich habe ich das Thema mit einer Sportlehrerin diskutiert und sie war auch der Meinung dass es immer weiter bergab ginge. Doch dann hat sie mal Ergebnisse von Bundesjugendspielen verglichen und festgestellt dass das so nicht stimmt. Die sportlichen sind immer noch sportlich und die unsportlichen sind immer noch unsportlich.


    Was sich meiner Meinung nach geändert hat ist, dass sich das "draußen toben" in den Sportverein verlagert hat.
    Auch sind die Kinder heutzutage viel länger in den Betreuungssystemen und so bleibt vor dem Training keine Zeit mehr. Oder es fehlen die Spielkameraden...
    Die Gründe sind vielfältig.


    Und auf der anderen Seite buhlen die Vereine immer früher um die Kinder... So ziemlich jede Abteilung bietet inzwischen Minigruppen an und allzu häufig geht das mit einer Spezialisierung einher.
    Hier würde allen etwas mehr Gelassenheit wohl gut tun.

    Seh ich anders. Bei den Bambinis ist in der ersten Zeit ein ständiges kommen und gehen. Viele probieren sich ein paar Wochen aus und sind dann wieder verschwunden. Wenn man sie mitmachen lassen möchte (kein Kind soll ausgeschlossen sein), dann muss schnell ein Spielerpass her. Der administrative Aufwand steht in keinem Verhältnis zum nutzen. Wie gesagt... bei den Kleinen. (ab E-Jugend klingt ja richting gut!)


    Anderes Beispiel. Mein 8Jähriger ist sich nicht sicher, ob er noch in der richtigen Mannschaft ist. Ich glaube, es würde ihm gut tun, mal wo anders zum Training zu gehen um entweder festzustellen dass es woanders besser ist oder dass es in seiner Mannschaft doch gut ist. Geht aber nicht, ohne die Pferde unnötig scheu zu machen. Denn mal im ernst: das wird einem Kind sofort zum Nachteil gereichen, wenn von Wechselabsichten was bekannt wird, ob die dann zum Tragen kommen oder nicht. Mit welcher Berechtigung muss ich einen Verein fragen, ob ich mal wo anders zum Training darf. Das kenne ich von anderen Sportarten nicht.


    Mir geht es ja nicht um die notwendigen Regeln, damit man einen Spielbetrieb aufrecht erhalten kann. Das muss ja sein.


    Viele Regeln wurden offensichtlich eingeführt, damit man das Geschäft Fußball handhaben kann und dann runtergebrochen bis zu den kleinsten. Andere dienen der Disziplinierung.
    Und es scheint ja einen bunten Strauß an Regeln und Verordnungen je nach Verband zu geben...

    Ich finde, in keinem anderen Sport ist der Regulierungswahn so ausgeprägt wie beim Fußball. Wie seht ihr das? Sind die Regeln notwendig (und wenn ja, warum) oder eine Quelle für Geldeinnahmen? Welche sind sinnvoll, welche renovierungswürdig oder gar abzuschaffen?


    Ich finde z.B. eine Trainingsgenehmigung extrem schwachsinnig.
    Spielerpässe bei 5-6 Jährigen?
    Warum muss ich bei Kindern den Trikotsponsor angeben sollen?


    Müssten die, die die Regeln aufstellen nicht auch deren Einhaltung sicherstellen und Kontrollen durchführen?

    mir ist auch nicht klar, warum das für die Spieler ein Nachteil sein soll. Bisher habe ich noch nie ein Kind jammern gehört.


    Wo soll man auch eine Bande hernehmen, wenn die Halle z.B. wegen einer Tribüne keine hat... Und wenn es nur Handballtore gibt, dann ist das eben so. Deswegen kutschiert man doch keine 5m-Tore durch die Landschaft.

    Was mich aber extrem gestört hat, ist der Umstand, dass es doch vollkommen klar ist, dass ein 2010er Team niemals ein Problem haben wird, gegen eine 2011/2012er Mannschaft haushoch zu gewinnen. Erst recht gilt das, wenn man mit den Kindern gutes Training macht. Und das unterstelle ich bei Dir. Ich finde es ja auch gut, dass Ihr Euch Gedanken gemacht habt, es nicht zu deutlich zu mache.

    Dann erläutere doch mal, was du gemacht hättest...

    @holzi, fällt das jetzt unter "Haar in der Suppe suchen"?


    Die "Aufstellung" folgt wie schon gesagt den Vorlieben der Kinder. Die Kröten wollen unbedingt vorher hören, wer Stürmer ist und wer in die Abwehr geht: "Ich will diesmal Stürmer sein". "Darf ich ins Tor, darf ich ins Tor?" Und wir haben auch Kinder, die sich hinten wohler fühlen. Aber müssen muss bei uns noch keiner. Wir fragen und fertig.


    Mit den Fundis kann ich nichts anfangen. Ich bin der Meinung, dass man einfach auch seinen Kindern gerecht werden muss. Und es gibt - anders als die Publikationen glauben machen - einen Übergang von Bambinis zu F-Jugend. Lies mal nach: bei den Bambinis nur Spielstunden, dann bei der F-Jugend auf einmal "richtige" Übungen. Sorry, soooo ganz funktioniert das dann auch nicht. Unsere wollen nicht 60 Min. Feuer-Wasser-Luft o.ä. spielen. Auch mit einer "Drumherum"-Geschichte braucht man unseren Strategen nicht kommen. Wir haben viele kleine Brüder von fußballspielenden Geschwistern und die wissen ziemlich genau was Phase ist.
    Daher ist unser Training ein Mischmasch aus Bambini- und leichteren F-Jugend-Übungen, die dann ggf. vereinfacht werden. Etwa dass man statt eines kleinen Kastens einen großen nimmt, um die Trefferfläche zu vergrößern. Das heißt ja deshalb noch lange nicht, dass wir die spielerischen Element vernachlässigen. Ganz im Gegenteil!


    Positionen heißt für uns, dass sich die Kinder beim Anstoß entsprechend aufstellen und z.B. beim Abstoß des gegnerischen TW sich entsprechend verteilen. Mehr nicht. Aber die Kinder sind ja nicht doof und haben schon verstanden, dass man im Rudelhaufen den Ball nicht spielen kann weil überall Füße im Weg sind. Einige laufen sich schon frei, andere stehen etwas verloren rum. Ganz normal eben.


    Für mich ist es ein nicht auflösbarer Zirkelbezug wenn man keine Positionen vorgeben, es aber Abwechselung geben soll. Rotieren kann ich erst, wenn es auch Positionen gibt. Soweit sind wir noch nicht. Mein Sohn zum Beispiel kann man in den Sturm schicken, nach drei Minuten bleibt er wieder hinten und wehrt ab. "Mama, ich passe lieber hinten gut auf"


    Ich finde es jedenfalls spitze, wenn sich die Kinder entgegen ihrer Lieblingspositionen auf einer anderen versuchen (und somit zeitgleich der gegnersiche TW vor den harten Schüssen geschützt wird) und wenn ein Sechsjähriger absichtlich ein Tor mit dem schwachen Fuß macht und stolz wie bolle zum Trainer läuft.
    Und eins kannst du mir glauben: wir waren die einzigen, die überhaupt Rücksicht auf die ganz kleinen genommen haben.