Deinen Link habe ich selbstverständlicherweise gelesen. Aber nur, weil es dort steht, muss es ja nicht so sein. Für mich liegen die Gründe nicht daran. Viele Mannschaften werden von Personen betreut, die vielleicht ihre eigene Erfolgslosigkeit über die Mannschaft kompensieren müssen. Dazu kommen Eltern, denen es ähnlich geht. Damit haben Schiedsrichter wenig zu tun, das Problem ist eine Art falscher Ehrgeiz, den es aber schon lange gibt. Ich habe schon Eltern gesehen, die ihre weinenden Kinder wieder aufs Feld geschickt haben, DAS ist das Problem, nicht irgendein Fairplay-Gedöns. Die Kinder haben doch, wie du selbst sagt, ein ausgeprägtes Gefühl für Fairness und respektvollem Umgang miteinander, die Erwachsenen herum zerstören es.
Zu deinem zweiten Link, beziehungsweise dem Absatz außen rum: Die gesunde Mischung machts. Ich bin 18 Jahre alt, als ich mit dem Fußball angefangen habe war ich acht oder neun. Klassischer Couch-Potato, wie man damals noch so schön sagte. Meine Eltern haben wir nie Ehrgeiz oder Ellbogen mit auf den Weg gegeben, ich war immer "der Klügere, der nachgibt." Beim Fußball hab ich nur auf die Fress'e bekommen auf gut Deutsch, irgendwann mit zehn hatte ich dann plötzlich ein neuen Trainer. Der hat mir den Ehrgeiz mitgegeben und durchaus aus mir etwas (was auch immer
) gemacht. Dennoch hat er uns auch Respekt beigebracht, wir haben zum Beispiel gelernt, dem Gegner immer die Hand zu geben und aufzuhelfen. Das mache ich heute noch.
ZitatWenn das heißt, dass ihr bewusst übertrieben hart gespielt habt, so finde ich das wiederum nicht in Ordnung. Aus der Ferne kann und möchte ich es aber nicht beurteilen.
Haben wir nicht, ich meine, dass die Karten wegen Zeitspiel, zu frühem Einlaufen beim Einwechseln und Ballsperre waren. Aber sicher bin ich mir nicht mehr, ist schon ein bisschen her. Ich habe nur definitiv nie dazu aufgefordert, überhart zu spielen, das wäre der Leistungsklasse absolut nicht angemessen gewesen.
ZitatUnd allgemein mag ich keine Gesänge oder andere Ausdrucksformen, die den Gegner abwerten, also z.B. das allseits bekannte "so sehen Sieger aus".
Das finde ich fast schon den interessantesten Satz aus den ganzen 30.000 Zeichen. Das signalisiert nämlich ganz klar deine Einstellung, die leider eine ist, die ich überhaupt nicht verstehen kann. Vielleicht fehlt mir da ein bisschen Feingefühl, aber ich denke, man kann sich durchaus mit diesem Lied feiern lassen, wenn man ein Spiel gewonnen hat. Die Gegner wissen doch so oder so, dass sie verloren haben und irgendwo sind es auch immer noch Gegner, denen man unter die Nase reiben will, dass man besser war. Das treibt an, das motiviert. Man müsste ja praktisch auf Tormusik verbieten, weil man einen Treffer feiert. Soll man sich lieber dafür entschuldigen, dass man gerade "böse" war? Womit wir wirklich beim "Gruppenkuscheln" wären, das wir aus dem Titel kennen. Der Begriff trifft es wohl am besten und Fußball ist nun mal Wettkampf und keine Wohlfühloase.
Soll ich mich ab Sofort bereits im Vorhinein dafür entschuldigen, dass meine Stürmerin heute Tore schießt und meine Keeperin den Stürmerinnen des Gegners die Glücksgefühle durch Paraden nimmt? Soll ich mich dafür entschuldigen, dass ich im Kreis vor dem Spiel als Kapitän meine Mannschaft mit den Worten motiviere: "Und jetzt gehen wir und hauen ihnen die Bude voll"? Fußball oder grundsätzlich jeder Sport macht am meisten Spaß, wenn eine Herausforderung da ist und wenn man auch mal zurückstecken muss. Wenn immer alles freundlich abläuft, wenn ich mich mehr auf den Gegner konzentriere, als auf mich selbst, dann kann ich auch zu Hause bleiben und stricken oder Briefmarken sammeln. Soll auch Spaß machen, da entsteht aber keine Konkurrenz. Und Konkurrenz ist förderlich, egal in welchem Alter. Ich bin auch früher aus der Schule nach Hause gekommen und war stolz auf meine Eins, während die blöde Zicke neben mir nur eine Vier hatte. Genauso hab ich mich geärgert, wenn es andersherum war.
Fairplay ist ja ein super Gedanke, den ich auch unterstütze, solange es im richtigen Rahmen bleibt.
