Beiträge von Willi

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    Die Klausuren scheinen ja von Verband zu Verband recht unterschiedlich zu sein.
    Ihr Bayern, seid mir nicht böse, aber über die bisher genannten Themen kann ich als Württemberger eher schmunzeln. Die könnte man teilweise ja fast ohne Trainerlehrgang beantworten (nicht böse gemeint).


    Ich durfte in meiner Leistungsfußball-Klausur unter anderem
    - Schnell- und Reaktivkraft darstellen,
    - über Lehrmethodiken im Taktiktraining schreiben sowie zu jeder der Lehrmethodiken eine Hauptteil-Trainingsform zum Thema "Flügelspiel mit Torabschluss" entwickeln
    - sowie die sieben kordinativen Fähigkeiten benennen, vorgegebene Trainings diesbezüglich bewerten und die Anforderungen in vorgegebene Richtungen darin erschweren und erleichtern.


    Bitte sagt mir, dass so was auch in anderen Verbänden dran kommt. 8o

    Fußballbaron, wie es ein Vorredner schon ausdrückte: Stammtischniveau.
    Du bist nicht mal argumentativ informiert.


    Sergio Busquets z.B., der DER Spieler als tiefliegender Sechser ist (nach Meinung fast aller Fachleute der beste der Welt), wurde von Guardiola bei Barcelona B entdeckt, geformt und entwickelt.


    Aber wer auf Widerspruch mit "ich bin hier wohl defintiv am falschen Ort" reagiert, mit dem lohnt wohl auch eine argumentative Diskussion nicht.

    Fußballbaron, sorry, aber hab selten ein arroganteres Posting hier gelesen.


    Sicher darf man Trainer auch kritisieren, aber ob man sich das als kleiner Forumteilnehmer gerade mit Guardiola erlauben sollte, der

    • erwiesenermaßen einer, wenn nicht der beste Trainer der Welt ist
    • taktisch im Weltfußball eine neue Ära begonnen und geprägt hat
    • und "in game" einfach jeden Gegenüber wegcoacht,


    das sollte man sich dann schon überlegen.


    Ich finde, dass das Video eher zeigt, dass der Mann auf jede Kleinigkeit achtet und dass er mit vollem Herz dabei ist.

    @ Sir Alex:
    Auch dieses Mal werden wir wohl schlicht nicht zusammen finden.
    Das ist wohl eine Philosophiefrage.


    Ich habe an Hallentraining, da Trainer im oberen Jugendbereich, nicht den Anspruch, es möge jede mögliche Komponente des Fußballs schulen.
    Dazu haben wir zu wenig Winterpause und zu wenig Hallentraining.
    Mir gehts mehr um möglichst viel Spaß und dabei keine Velretzungen oder Sperren...


    Wahrscheinlich muss man die Wirkung von Futsal differenziert pro Altersgruppe betrachten, um zu sinnvollen Ergebnissen zu kommen.


    Zwecks Ausbildung haben wir beide eben ne eigene Birne, was Futsal bringen könnte, warum man es einsetzt und wie die Wirkungen sind. Beide Positionen sind nachvollziehbar.
    Wir werden auf die Wissenschaft warten müssen...

    Ich hab hier vor einigen Jahren schon mal mit Sir Alex recht hart über Futsal diskutiert. Ich sehe, er hat seine Meinung seither nicht geändert. :)


    Futsal ist für mich dem normalen Hallenfußball eindeutiig vorzuziehen. Warum?

    • Es gibt deutlich weniger Fouls, bedingt durch Grätschverbot und kumulierte Fouls.
    • Das Spieltempo ist viel höher, da nicht ständig nach hinten gespielt werden darf und die Vier-Sekunden-Regel kein Zeitspil erlaubt.
    • Beide vorherigen Punkte führen zu deutlich mehr fußballerischen Aktionen pro Spiel und damit zu mehr Wiederholungszahlen.
    • Das Spiel fördert den Teamgeist, weil sichere Tore die sind, bei denen vor dem Drei-Meter-Tor nochmal quergelegt wird.
    • Das Spiel erfordert das Flachpass-Zusammenspiel. Kommt mir entgegen, weil das auch auf dem Feld meine Philosophie ist.
    • Es gibt viel weniger Stress mit Gegner und Schiedsrichter.
    • Der Ball bevorteilt Techniker, hilft aber technisch schwächeren trotzdem.


    Im letzten Winter wurden wir als Dorfklub völlig überraschend württembergischer Futsalmeister. Das mit der Hälfte Spieler vom jüngeren Jahrgang, sowie insgesamt eher schmächtig gebaut.
    Aus meiner Sicht war das nur möglich, weil das Spiel den Hallenfußball auf Technik und Taktik reduziert.
    Gegen Teams mit "Schussochsen" beim normalen Hallenfußball - Spieler, die einen normalen Fußball aus zehn Meter Entfernung zielsicher ins Fünfmetertor schweißen können - hätten wir nicht so weit kommen können.


    Mein Fazit aus mehr als fünf Jahren Futsalspiel und Training ist, dass ich seither keinen Bock mehr auf normalen Hallenfußball habe. Im Gegensatz zum Futsal ist das ein fürchterliches Gestauche.

    Anforderungsprofil


    Andre, Brechstange wies dich ja schon drauf hin:
    Da liegst du wirklich falsch.


    Zumindest im Spitzenfußball ist das Anforderungsprofil an einen "außen hinten" wohl das komplexeste von allen auf dem Spielfeld.


    Er muss alle technischen Faktoren mitbringen, die es so gibt:
    - Offensivdribbling
    - Defensivdribbling
    - BAM
    - Lauftechniken
    - Schuss- und Passtechniken
    - und vieles andere mehr


    Koordinativ verlangen schon die oben genannten technischen Fähigkeiten nahezu alle möglichen Fertigkeiten:
    - Kopplung
    - Differenzierung
    - Gleichgewicht
    - Reaktion
    - Rhythmus
    - räumliche Orientierung
    - Umstellung


    Konditionell benötigt er
    - Ausdauer (wohl mit am meisten auf dem Spielfeld)
    - Beweglichkeit
    - Kraftausdauer
    - Schnelligkeit (und alle Unterfaktoren davon)


    Taktisch hat er weit mehr zu tun als zu hinterlaufen...
    - Beherrschung aller defensiven individual-, gruppen- und mannschaftstaktischer Varianten
    - Beherrschung aller offensiven individual-, gruppen- und mannschaftstaktischer Varianten


    Darüber hinaus werden die Aufgaben aktuell noch komplexer.
    Bayern agiert z.B. unter Gardiola häufig mit einem "falschen", im Aufbauspiel nach innen abkippenden Außenverteidiger.



    Ausbildung


    Wir haben wirklich ein Ausbildungsproblem bei den Außenverteidigern. EIgentlich im Moment generell in der Viererkette.
    Die Verbandstrainer bei uns in Württemberg führen das darauf zurück, dass in den letzten Jahren vorwiegend technisch sehr starke Spieler gefragt waren, die ihre ganze Jugend dann in offensiven Positionen spielten.
    Im Spitzenfußball angekommen, ist eine Umschulung in die Viererkette dann auf höchstem Niveau nicht mehr zu machen.

    Ein Eindruck, der sich mir schon lange aufdrängt und auch aktuell m.E. durch die Wiesinger-Entlassung in Nürnberg bestätigt wird:


    Im Trainingsbereich wird im Spitzenfußball mittlerweile fast das Maximum getan. Wissenschaftliche Methoden haben Einzug gehalten, es gibt Teilbereichs-Coaches, Psychologen - auch wenn es sicher in einzelnen Vereinen oder generell in einzelnen Bereichen immer noch Optimierungsmöglichkeiten gibt.


    Im Bereich der Verantwortlichkeit für den Profifußball in der Vereinsführung
    - gibt es weder eine Ausbildung
    - scheint als Anforderung "war mal Profi" einigen Vereinen zu genügen.


    Der Trainer als wichtigster Angestellter des Klubs kann von den meisten Verantwortlichen bezüglich seiner Tätigkeit nicht valide und kenntnisreich bewertet werden. Ebenso wird seltenst analysiert, warum genau wenig Punkte zustande kommen, und einfach der Schluss "wenig Punkte - Trainer raus" gezogen. Ebenso wird im Erfolgsfall kaum hinterfragt, wie genau dieser zustande kommt - vielleicht hat der Trainer ja wenig damit zu tun?


    Einen Eindruck geben auch die folgenden zwei Links:


    http://spielverlagerung.de/201…ner-und-die-phantomkrise/
    (den finde ich richtig sensationell gut)


    http://www.zeit.de/sport/2013-…l-bundesliga-entlassungen


    Ist das nur mein Eindruck?
    Oder tatsächlich ein generelles Problem?

    Soweit ich das richtig verstanden habe, wird der Jahrgang, der kommende Saison Bambinis spielt, die ganze F so spielen.
    Heißt:
    13/14 FPL bei den Bambinis
    14/15 FPL bei den Bambinis und F2
    15/16 FPL bei den Bambinis, F1 und F2


    Bei der Vorstellung haben wohl zwar wieder zwei, drei Unverbesserliche aus den Reihen der Vereine den Untergang des Abendlandes propagiert, die waren aber anscheinend deutlich in der Minderheit.


    Ob eine "Evolution" in Richtung E-Junioren geplant ist, weiß ich nicht.


    Gott Sei Dank haben wir hier im Bezirk einen gescheiten Jugend-Ausschuss, der auch Neuigkeiten gegenüber aufgeschlossen ist.
    Was sich z.B. auch an Bezirks-Futsal-Meisterschaften niederschlägt... letztes Jahr z.B. 59 teilnehmende Teams bei den B-Junioren.

    Wir haben dieses Jahr drei Titel geholt (Meister auf dem Feld, in der Halle und Pokalsieger).


    Mein größter Erfolg war trotzdem, vor einigen Jahren erst für eine zweite B-Jugend gekämpft zu haben ("ich trainiere nur dieses Team, sonst keines, dann höre ich ganz auf"), dann mit einem Kader von 11 Spielern für ein 11er-Team kein Spiel in Unterzahl bestritten zu haben und kein Spiel zweistellig verloren zu haben.


    Einer der Spieler von damals ist heute unser Jugendleiter.

    Bei uns in Württemberg wird in der Trainerausbildung gelehrt, den Torspieler in das System mit einzubeziehen.
    Es ist ja auch selbstverständlich, dass wir mit Abwehrspielern spielen, und die lassen wir auch nicht weg. Insofern ist es für mich eine Frage des Respekts gegenüber der Position des Torspielers, ihn mit aufzuführen.
    Wir sagen hier auch "Torspieler" statt "Torwart", um die gestiegenen Anforderungen an sein Spiel zu würdigen.
    Aber das ist ein Nebenkriegsschauplatz. :)


    Mir ist bewusst, dass die "höhere" Kunst z.B. darin bestände, den Gegner nach innen zu holen, z.B. den gegnerischen Sechser anspielen zu lassen und diesen dann zu pressen und den Ball zu gewinnen. Von dort aus hätte ich schon rein logisch gesehen mehr Optionen, selber etwas vernünftiges mit dem Ball anzufangen, als bei Ballgewinn außen.
    Aber wie du schreibst: Ich denke man muss die Kirche im Dorf lassen.
    Wir spielen mit Jugend und Aktiven Bezirksliga. Es bringt nichts, wenn ich das außerhalb eines jeden Ausbildungskonzepts mit einer einzelnen Mannschaft so einübe.

    Du wirst lachen - aber wir spielen es genau andersrum:
    Bei gegnerischem Ballbesitz formen wir eher ein 1-4-2-3-1, bei eigenem ein 1-4-4-2. Sprich, meist (zumindest gegen stärkere Gegner) verlange ich von einem meiner beiden Stürmer, sich auf die 10 fallen zu lassen, wenn der Gegner den Ball hat. Der andere geht dafür tiefer.


    Hintergrund war/ist, dass das taktische Anlaufen schon sehr gut funktioniert und wir den Ball zur Seite drängen. Teils lässt sich der gegnerische Innenverteidiger aber nicht drauf ein, sondern spielt den langen Ball. Den hat unsere Kette gut im Griff und gewinnt eigentlich fast jeden ersten Ball - wehrt in aber oft "vor" unsere Doppelsechs ab und der Gegner sammelt einen einfachen zweiten Ball ein. Deswegen lasse ich diesen Raum durch einen Stürmer besetzen.


    Damit sich nicht beide Stürmer abhetzen, wechseln sie sich in beiden Rollen ab und haben damit bezüglich ihrer Laufwege gegen den Ball quasi eine Pendelbewegung auf nur einer Spielfeldseite anstatt auf dem ganzen Spielfeld.


    Das Umschalten auf den eigenen Ballbesitz haben wir wie beschrieben noch gar nicht trainiert. Unsere Flügelspieler haben aber Anweisung, bei Ballgewinn sofort breit zu gehen. Wir wollen unsererseits, sollte der Direktpass in die Spitze nicht möglich sein, wenn es geht eine direkte Seitenverlagerung spielen, um nicht selber in das Gegenpressing zu geraten. Klappt super und hat gerade in der Rückrunde zu vielen Toren geführt, weil unsere Spieler so oft in eine 1-gegen-1-Situation in Strafraumnähe kamen und den Tempovorteil hatten.

    Ich hatte ja geschrieben, dass ich nach unserer Rückrunde mal berichten werde.


    Wir sind bedingt durch verschiedene Umstände (Witterung, viele Wochentagsnachhol- und Pokalspiele) eigentlich nur bis zum "Umschalten auf Ballbesitz des Gegners" = Gegenpressing gekommen.
    Verbunden aber mit der Basislegung in der vergangenen Saison sowie des Trainings des mannschaftstaktischen Verhaltens gegen den Ball in der Vorrunde hat sich aber schon da wirklich ein ziemlich großer Unterschied gezeigt - und zwar positiv.


    Spiele gegen Teams, die "ein kleines bisschen schwächer" als wir sind (bitte nicht als Arroganz verstehen, sondern nur als Situationsbeschreibung), die in der Hinrunde noch knapp waren, wurden in der Rückrunde hoch gewonnen - meist war zur Halbzeit bereits eine Führung mit drei oder mehr Toren zu verzeichnen.


    Die Spiele gegen die direkten Konkurrenten um die Meisterschaft wurden dominiert und auch jeweils verdient gewonnen.


    Allen Spielen war gemein, dass der Ball entweder früh gewonnen werden konnte oder der Gegner zum langen Ball gezwungen war, der unsererseits prima verteidigt werden konnte. Kein Gegner fand zu "seinem" Spiel.
    Einen solchen Unterschied habe ich zuletzt bei der Umstellung von Manndeckung auf ballorientiertes Spiel erlebt.


    Da wir mit dem Großteil des Teams eine Jugend nach oben wandern, werden wir kommende Saison neben Intensivierungen des bisher absolvierten auch auf die Phase "Umschalten auf eigenen Ballbesitz" eingehen. Ich bin mal gespannt, welche Auswirkungen das haben wird.


    Mein Fazit:
    Ich kann nur empfehlen, sich mit den Umschaltphasen zunächst theoretisch ausführlich zu beschäftigen und diese dann zeitlich gesehen als Blocktraining anzubieten.
    Für mich ist vor allem das Gegenpressing tatsächlich ein taktischer Trend, dessen frühzeitige Entwicklung und Anwendung viele Vorteile gegenüber anderen Teams bescheren kann.

    Hallo ihr Lieben,


    wir sind diese Saison Hallen- und Feldmeister geworden.
    Am Samstag kommt vielleicht noch der Pokal dazu.


    Egal wie es ausgeht:
    Wir werden uns auf jeden Fall einen Packen Meistershirts gönnen.


    Neben den entsprechenden Daten soll vielleicht auch ein lustiger Spruch drauf.
    Z.B.
    - "wir sind dann mal geil"
    - "alle wollen - wir können"
    oder ähnliches.


    Habt ihr einen lustigen Spruch, den ihr mir empfehlen könntet?



    Es handelt sich jeweils um Trainingsblöcke von sechs Wochen = ungefähr 12 Trainings. Die bauen aufeinander auf.

    Kicker, deine Frage wurde von tobn ja scho treffend beantwortet, deswegen gehe ich nicht mehr darauf ein.


    Ich möchte aber nochmals generell in den Raum stellen, dass ich es für keinen Zufall halte, dass Teams wie Dortmund oder Mainz quasi Dauer-Überperformer sind, wenn man Spielerpotential und Mannschaftsleistung/-punkte vergleicht.
    Für mich liegt das relativ eindeutig an der Adaption der "neuen" Taktik.


    Ich werde mit meiner B in der Rückrunde in zwei großen Trainingsblöcken fast ausschließlich das Umschalten trainieren. Erst das auf gegnerischen, dann das auf eigenen Ballbesitz.
    Bin mal gespannt, ob wir ähnliche Effekte erzielen. :D

    Hallo Guenter,


    mit "Ball nach vorne knallen" hat das, was ich meine, wenig zu tun.


    Ich verlange von meinen Mannschaften grundsätzlich, flach - schnell - direkt zu spielen.
    Aber ich werde den Teufel tun, ihnen Spielzüge über x Stationen vorzugeben.


    Ein positives Beispiel für das, was ich meine, war einer unserer Bambinitrainer vor einigen Jahren.
    Der verbot seinem Torspieler den Abstoß und wies ihn an, immer einen Mitspieler kurz anzuwerfen oder noch besser anzuspielen.
    Das bedeutete zwar zunächst viele Gegentore und verlorene Spiele - und unzufriedene Eltern - war aber langfristig aus meiner Sicht goldrichtig.