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    Für ein weiteres klassisches Ausstiegsszenario halte ich eins, das bei mir auch gegriffen hat. Ich habe mit 17 als Trainer angefangen und habe das dann drei Jahre gemacht. Dann bin ich zum Studium in eine andere Stadt gezogen. Das hieß, dass ich im Heimatverein nicht mehr trainieren konnte; dann dort aber in irgendeinen neuen Verein zu gehen kam für mich nicht infrage. Ich glaube, dass Verbundenheit mit einem Verein, in dem man vielleicht aufgewachsen ist, eine große Rolle spielen kann, insbesondere wenn der Übergang von Spieler zu Trainer fließend ist. Aber gerade bei denjenigen, die abseits vom Heimatort studieren, ergibt sich zwangsläufig eine Unterbrechung. Um dann am neuen Wohnort wieder als Trainer tätig zu werden braucht man schon viel Eigenmotivation um das neu anzustoßen. Und selbst wenn man zurückkommt in den Heimatort ist man dann erstmal raus. Ich hatte es zwar im Hinterkopf, aber ich bin nicht sicher, ob ich von mir aus wieder eingestiegen wäre, wenn mich nicht ein Trainer, der mich von früher als guten Jugendspieler kannte, angesprochen hätte, ob ich bei ihm ins Trainerteam einsteigen will.


    Also: Dropoutgründe Studienbeginn und Umzug.

    Ich sehe den großen Vorteil dieser Konstruktion auch darin, dass es nicht so fest an Vereine gebunden ist. JSG scheitern meiner Erfahrung nach immer nach ein paar Jahren daran - wenn sie überhaupt so lange halten - dass einer der Vereine sich übervorteilt fühlt, weil dann die größte Zahl der Spieler im Seniorenbereich in einen der beteiligten Vereine wechselt etc. Die Frage ist halt, ob man es in einem JFV tatsächlich schaffen würde, solche Animositäten klein zu halten.

    Ich verstehe hier (wie leider oft bei Andre) den Ausgangspost nicht.


    Aber anhand der erwähnten Stelle aus der Jugendordnung: ich halte das auch grundsätzlich für eine gute Sache. In meinem Landesverband (Rheinland) zum Beispiel ist man mit großen Vereinen nun auch nicht gerade gesegnet, was dazu führt, dass Spieler selbst für eine mittelmäßige Ausbildung auf konstantem Niveau den Verein wechseln und oft relativ weit fahren müssen. Ansonsten gibt es immer mal kleinere Vereine, die in einzelnen Jahrgängen mit guten und engagierten Trainern eine gute Ausbildung machen und für ein paar Jahre höherklassig spielen und dann auch Spieler versammeln. Dann verschwindet das wieder und Spieler müssen wieder wechseln bzw. der Verein hat in einer bestimmten Jugend dann einfach keine entsprechende Klassenzugehörigkeit. Dem könnte man mit JFVs entgegenwirken. Ist in meiner Stadt Utopie, weil traditionell gegeneinander gearbeitet wird; funktioniert aber etwa beim JFV Rhein-Hunsrück etwa zumindest aus der Entfernung betrachtet recht gut. Früher musste man vom Hunsrück zu TuS Koblenz wechseln um hochklassig zu spielen, jetzt ist für viele Spieler auch dieser JFV eine gute Möglichkeit. Dafür, dass man, wenn's wirklich in den Profibereich gehen sollte, dann ganz aus dem FV Rheinland raus muss und entsprechend weite Fahrten in Kauf nehmen muss, bieten die JFVs dann keine Lösung, aber es wird zumindest eine Zwischenstufe eingezogen, die wenn's gut läuft relativ verlässlich eine ordentliche Qualität schafft und dazu führt, dass nicht mehr jeder Dorfverein vor sich hin werkelt. Und das im Idealfall ohne dass die grundlegende Struktur in den Orten komplett abgebaut wird, der ich grundsätzlich durchaus auch anhänge.

    Hey,vor 3 Jahren begann ich auch mit der Trainerlaufbahn. Jetzt bin ich 20, habe damals mit der F-Jugend begonnen -habe sie jetzt in die E-Jugend begleitet und gebe sie zur D-Jugend ab.
    Mein Trainerkollege und Ich, haben die Mannschaft zusammen übernommen, es gab keinen Haupt und keinen Co-Trainer,wir entscheiden zusammen.
    Ich finde es war das richtige Alter um anzufangen Trainer zu sein. Allerdings muss man auch sagen,du wirst am Anfang nicht für voll genommen. Du musst dir sehr viel erarbeiten. Ein Beispiel ist,dass ein Trainer und Ich "probleme" haben. Beide haben wir die C-Lizenz absolviert und trotzdem hält er mich für den "kleinen bub".
    Ich will dir den Reiz an der Sache nicht nehmen,aber das Team sollte ,meiner Meinung nach, dem Trainer/Trainerin Respekt zollen. Ich glaube das ist bei einem so geringen Altersunterschied nicht gegeben.
    Ich würde dir zu einem Beginn im KiFu bereich raten, um dir den Einstieg zu erleichtern.

    Ich habe durchaus auch die Situation kennengelernt, dass ein 19jähriger eine B-Jugend trainiert hat und das anständig funktioniert hat. Bei mir hätte das ziemlich sicher nicht funktioniert. Ist halt eine Frage der beteiligten Charaktere.


    Nebenbei: so um 20 rum hat man doch gerne mal das Gefühl, nicht ernst genommen zu werden. Das kann berechtigt sein, muss es aber nicht. Um es mal nur auf den Trainerbereich zu beziehen: mit 20 dachte ich, dass ich doch nun mit drei Jahren Erfahrung schon ein ziemlich guter Trainer sei. Jetzt mit 30 bin ich zwar wesentlich besser als damals, halte mich aber lange nicht für so gut wie ich mich damals fand. Ich finde man darf auch ruhig in jungen Jahren ein gewisses Selbstbewusstsein haben, wenn man sich in einem Bereich auskennt; andererseits schadet es aber auch nichts, sich bewusst zu machen, dass man tatsächlich gewisse Erfahrungen, vor allem in der Menge, noch gar nicht gemacht haben kann, die man einige Jahre später haben wird und die einen auch bereichern (und hoffentlich besser machen).

    Ich hab auch mit 17 als Trainer angefangen und war zunächst allein, allerdings mit einer F-Jugend. Ob der sehr geringe Altersunterschied sich im Trainingsalltag negativ auswirkt, das hängt sehr stark von der Persönlichkeit ab, denke ich.


    Trainerschein brauchst du prinzipiell gar keinen, wenn der Verein nicht hochklassig spielt (ist aber zu empfehlen).


    Wenn es die Möglichkeit gibt, würde ich dir auch sehr empfehlen, als Co anzufangen. Was macht denn dein aktueller Trainer dann nächste Saison? Will er nicht vielleicht weiter die B machen und du könntest dann bei ihm assistieren? Vor allem was das drumherum anbelangt, ist das denke ich sehr zu empfehlen, aber auch auf dem Platz lernt man nochmal sehr viel dazu, wenn man bei jemandem reinschnuppert, der ein bisschen Erfahrung hat; bei allen Erfahrungen als Spielerin und allem Vorwissen ist es aus Trainerperspektive dann nochmal alles etwas anderes.

    "Ähnlich" kann der Dropout nicht sein, da in aller Regel Trainern, nicht Spielern die Teamgestaltung u. führung obliegt: Trainings- u. Terminplan, Aufstellung, Umgangsformen... Sie haben es also selbst als Autorität in der Hand, was sie aus ihrem Mikrosystem machen. Revolten von Teams kommen selten vor, haben in Vereinen wohl nur sportlich merklichen Misserfolg als Ursache. Somit scheitern zwar Spieler wie Trainer an eigener Leistung, sportlich, menschlich, je nach Teamplay-Konzept, somit aber der Trainer eher an sich selbst, an eigenen Motivkonflikten o. -missverstehen, seltener auch an obrigkeitlichen Vereinsstrukturen, falls man sich nicht anzupassen vermag. Man darf im Team nie nur das Spiegelbild eigener Pläne, suchen, Spieler als Materialbasis behandeln, wie es oft geschieht, muss unter erwachsenen Schäfchen sensibel für deren Widerstände, Frust, Ängste u.a. Missstimmung sein, um Erfolg zu generieren. Erfolg nährt sich selbst, erfüllt im Sicherleben mit Selbstvertrauen, macht als Ziel alle motiviert, im Scheitern aber entzweit sein Fehlen: dann bricht manches hervor. Trainer sollte man wohl mit Leib u. Seele inkl. Herz sein wollen, sonst wird der Aufwand nicht als Hobby erlebt, dies überträgt sich aufs Team u. Siege werden zu wichtig. Es ist immer ein Spagat zwischen Spaß als Motiv u. Sieg als Ziel - wer ihn nicht ernstnimmt, zu überbrücken weiß, könnte bei Misserfolg bald on the job ausbrennen o. abgeschossen werden. Gute Trainer sind Coach (Kutcher), die alles voranziehen...

    Sicher, dass du hier im richtigen Thread bist? Die Diskussion darüber, was einen guten Trainer ausmacht, gibt's hier im Forum schon reichlich. Hier soll's doch darum gehen, warum Trainer irgendwann aufhören.

    Gut aufgestellter Verein für den ein Sichtungstraining Sinn machen kann und dann 11 Spieler, die du auch noch als schwach bezeichntest; das klingt für mich genau wie für DSV seltsam.

    Ich denke, dass Torspieler keine gute Position für jemanden mit ADHS ist. Da gibt es einfach zu wenige direkte, klar wahrnehmbare Reize über große Teile des Spiels hinweg. Deswegen sucht der Junge dann die Reize und verhakt sich im Tornetz und ähnliches. Torspieler scheint mir also nicht die passende Position für dieses Kind.


    Mal von dem einen Kind weg: Ist die Angabe "Betreuer G-Junioren" korrekt? Also es handelt sich um die Altersgruppe bis 6? Da halte ich sowieso nichts von festen Positionen. Also soll der Junge halt ruhig mal ein Spiel im Tor machen, aber dann ist im nächsten Spiel wieder jemand anders im Tor. Vielleicht können andere noch etwas zu besonderen Maßnahmen beisteuern, aber ich würde zunächst mal sagen, dass in dem Alter (ob mit oder ohne ADHS) Konzentrationsschwankungen einfach völlig normal sind und nicht besonders behandelt werden müssen.


    "Athletische" Spieler in der U9 ? Kann es sein, dass bezüglich "Athletik" da ev. schon zu früh zu viel gefordert wird ?

    Ich würde davon ausgehen, dass das nur eine Formulierung für "die Kinder können für ihr Alter einigermaßen schnell und ausdauernd laufen" ist; aber das kann der Themenersteller ja auch nochmal beantworten.

    Wie empfinden das denn die Kinder? Wenn das für die nicht so unerträglich ist wie für dich, dann wäre es ja vielleicht wirklich die Möglichkeit, davon auszugehen, dass sich das irgendwann einfach gibt. Insbesondere wenn das (vernünftigerweise) schon ärztlich untersucht wurde.

    Meine Frage wäre, ob der Wechsel für die Spieler sinnvoll ist, oder nicht. Wechsel sind halt mittlerweile üblich. Problematisch ist es 1. dann, wenn es in dem Alter nur über die Kinder (statt über Eltern) geht und irgendein Quatsch versprochen wird und 2. wenn der Verein, zu dem gewechselt werden soll, keine besonders gute Arbeit macht. Wenn letzteres aber der Fall sein sollte und der Verein vielleicht auch noch gute Spielklassen anbieten kann, dann würde ich mich freuen, dass ihr Spieler so gut ausgebildet habt, dass sie für den Verein interessant sind.

    Ok, bei F1 und F2 gehe ich erstmal von zwei Wettkampfmannschaften aus. Du meinst wahrscheinlich dann die Jahrgänge? Wie auch immer...


    Auch bei 25 F-Jugend-Kindern kann ich mit Erfahrung dienen, zufälligerweise ;-). Und meine Erfahrung dahingehend sagt: das geht nicht. Zumindest nicht vernünftig. Also: wenn du verdammt gut bist bekommst du es vielleicht hin, dass es kein totales Chaos gibt und dass alle genug in Bewegung sind. Aber da kannst du ja null mal auf Einzelne eingehen oder für eine etwas konzentriertere Atmosphäre (so weit das halt in der F-Jugend möglich bzw. überhaupt wünschenswert ist) sorgen. Da wäre meine erste Priorität mal zu schauen, ob du nicht jemand findest, der dich in der Trainertätigkeit unterstützen kann. Der Co ist "fußballtechnisch nicht so versiert", schreibst du. Was heißt das? Wenn er vernünftig mit Kindern umgehen kann und sich entsprechend einliest wird er doch, wenn er nicht sonst überhaupt keinen Bezug zum Fußball hat, ein erträgliches Training halten können!? Was heißt denn "Co" überhaupt, wenn er kein Training macht/machen kann? Wie wäre es, wenn du mit ihm das Training vorher kurz besprechen würdest, ihr trennt die Gruppe und macht aber beide dasselbe Training? Wenn das nicht machbar ist, dann überleg doch mal, ob du ein Elternteil als weiteren Trainer gewinnen könntest. Oder eventuell einen Jugendspieler aus B- oder A-Jugend. Das zentrale Problem scheint mir hier nicht zu sein, ob ihr einen Spieler mit schlechten körperlichen Voraussetzungen aufnehmt, sondern dass ihr eine schlechte Betreuungssituation habt, weil 25 Kinder zu viele zum trainieren und eigentlich auch zu viele für eine Mannschaft sind. Unter den Umständen würde ich tatsächlich nicht unbedingt noch zusätzliche Spieler aufnehmen; aber unabhängig davon, ob die talentiert sein könnten, oder nicht. Grundsätzlich, weil es einfach schon mehr sind als vernünftig zu betreuen sind.

    Was nochmal konkret den Neuzugang anbelangt: wenn der im Breitensportverein spielen will und es da keine gesundheitlichen Bedenken gibt, dass er sich oder anderen massiv schadet, dann darf er im Breitensportverein selbstverständlich spielen. Lass ihn mal drei bis vier Wochen trainieren, wenn er dann noch Spaß dran hat kann man den Passantrag machen und ihn dann auch zu Spielen mitnehmen. Wenn du Angst hast, dass deine anderen Spieler nicht vernünftig mit ihm umgehen, dann ist das doch die Gelegenheit für diese, etwas zu lernen.

    Nur damit ich es richtig verstehe: es sind 25 Kinder und 2 Wettkampfmannschaften gemeldet? Ich gehe mal von 7er-Mannschaften aus? D.h. 11 Spieler wären für mich sinnvoll pro Spiel.


    Von einer Unterscheidung in Freundschaftsspiele und Pflichtspiele halte ich in dem Altersbereich gar nichts. In der F-Jugend gibt es nur Freundschaftsspiele.


    Meine Empfehlung: die Mannschaften etwa gleichstark machen, beide gemischt. Dann bekommt jedes Kind, das regelmäßig da ist im Training, die gleiche Spielzeit. Ich bin seit dem ersten Jahr E-Jugend in einem Trainerteam dabei, unser "Hauptjahrgang" ist jetzt im älteren D-Jugendjahrgang. Mittlerweile stufen wir leicht leistungsmäßig und noch stärker nach sozialer Kompetenz und regelmäßiger Anwesenheit ab, was Einsatzzeiten anbelangt, aber in der E-Jugend und vorher auch in der F-Jugend haben die Kinder exakt gleiche Einsatzzeiten bekommen (in der F-Jugend pro Spiel, in der E-Jugend pro Halbrunde). Das mittelfristige Ergebnis dieser Vorgehensweise: sowohl in der Breite top Ergebnisse (unser Jahrgang ist doppelt so groß wie vorher in diesem Verein üblich; Spieler, die Jahre lang kaum eine Entwicklung zeigten, zeigen sie auf einmal doch) als auch in der Spitze gute Ergebnisse (drei Stützpunktspieler in einem Jahrgang sind ungewöhnlich für den Verein - das Zusammenspielen mit schwächeren Spielern scheint also nicht groß geschadet zu haben). Der Nachbar- und Traditionsverein, bei dem leistungsorientierter vorgegangen wird, auch schon im unteren Bereich, hat uns in F- und teilweise auch noch E-Jugend Klatschen verpasst. Diese Saison haben wir im Pokal mit den 1. D-Jugenden gegeneinander gespielt, 4:0 gewonnen und die letzte Viertelstunde haben unsere Stützpunktspieler nebeneinander auf der Bank Platz genommen. Das Spiel der 2. Mannschaften gegeneinander haben wir in der Hinrunde knapp verloren, in der Rückrunde knapp gewonnen. Und zwei Wochen später haben sie ihre 2. Mannschaft aus Spielermangel abmelden müssen.


    Also: wenn du gutes Training anbieten kannst und nicht lauter bekloppte Eltern hast, die ihre Stars in der F-Jugend zum "besseren" Verein transferieren müssen, dann ist die vom Verband vorgeschlagene Vorgehensweise nicht nur theoretisch gut, sondern führt auch in der Praxis nach meiner Erfahrung zu guten Ergebnissen. Zumindest mittelfristig. Bei uns bin ich dann gespannt, ob sich das auch in den nächsten Jahren bewahrheitet, wie viele von den Spielern dann noch übrig bleiben.

    Ich würde es anhand deiner Beiträge so einschätzen, dass die richtige Lösung für dich sein könnte, zwar darauf zu bestehen, dass der Jugendobmann da tatsächlich nochmal fragt - also wenn er dir nicht von sich aus Bescheid gibt, nochmal nachhaken in 1-2 Wochen - wenn es aber so sein sollte, dass da nichts bei rumkommt, es tatsächlich zu den Akten zu legen. Das war zwar dann wohl nicht korrekt so, aber solange das dein Verhältnis zum Verein nicht komplett dreht (du scheinst dich ja doch verbunden zu fühlen) würde ich es halt als Erfahrung verbuchen, die man in jungen Jahren so macht. Würdest du in Zukunft nochmal woanders in einer ähnlichen Situation sein, würdest du dann halt früher nachfragen. "Druck erhöhen" wäre für mich nur dann eine passende Option, wenn für dich das Ergebnis, dass du nicht mehr in dem Verein aktiv bist, auch ein letztlich gangbares wäre. Das scheint mir nicht der Fall zu sein.

    Schöne Geschichte, freut mich.


    Wir haben bei uns im Verein aktuell auch einige junge Trainer mit wenig bis gar keiner Erfahrung als Spieler. Der zentrale Punkt dabei ist denke ich, dass man anfangs nicht auf sich allein gestellt ist, sondern mit jemandem zusammen arbeiten kann, der (mindestens) Erfahrung als Spieler und bestenfalls auch als Trainer hat. Wenn das gegeben ist spricht nun wirklich nichts dagegen auch mit keiner eigenen Erfahrung einzusteigen und man lernt schnell dazu.

    Ich bin kein Torwarttrainer, aber stimulieren statt instruieren ist immer möglich. Letzten Endes läuft es ja auf den Unterschied zwischen "mach das doch mal so" und "wie, denkst du, könntest du das noch besser machen" hinaus. Diesen Unterschied im Umgang kann man immer umsetzen. Selbstverständlich gibt es auch beim Ansatz, zu stimulieren, dann Abstufungen, wie eng man führt. Auch bei Feldspielern wird man ja oft nicht komplett ergebnisoffen agieren, sondern man hat schon eine Vorstellung, in welche Richtung sich die Überzeugungen der Spieler verändern sollen.


    Bei Bewegungen, bei denen relativ klar ist, welche Abläufe vorteilhaft sind, glaube ich, dass man oft relativ eng führen wird. Aber etwa beim Verhalten bei Schüssen aus spitzem Winkel kann man denke ich recht gut einfach nur bestimmte Gegebenheiten mitteilen und hat gute Chancen, dass ein Torspieler selbst auf sinnvolle Ergebnisse kommt (hier etwa die Erkenntnis: das zu verteidigende Tor ist je nach Winkel wesentlich höher als es breit ist -> es macht wenig Sinn, sich am Boden dem Angreifer entgegen zu werfen, stattdessen sollte der Torspieler aufrechter bleiben) die sich dann vielleicht mehr verfestigen, als wenn sie vorgekaut werden. Also: gerade bei der Individualtaktik ist stimulieren statt instruieren glaube ich gut möglich; bei Bewegungsabläufen ist es meines Erachtens genau wie bei Feldspielertechniken auch in einem gewissen Maße dadurch eingeschränkt, dass optimale Bewegungsabläufe meiner Einschätzung nach für Spieler schwerer selbständig zu erschließen sind als sinnvolle taktische Verhaltensweisen.

    Erstens glaube ich, dass diese enormen Schwankungen in der Altersklasse ganz normal sind. Mir kommt das "Problem" nur zu bekannt vor.


    Zweitens würde ich es vielleicht damit versuchen, in der Halbzeitpause unabhängig von der ersten Halbzeit über Dinge zu sprechen, die in der zweiten Halbzeit noch anders oder besser gemacht werden könnten (das aber natürlich bei der E-Jugend auch nur in eingeschränktem Maße). Loben dann vielleicht eher nach dem Spiel und vom Seitenrand - aber nicht vergessen.