fak
ich will dir nicht deine Illusionen nehmen, aber Seminar ist viel Theorie, und die folgende Praxis vor Ort wird anders aussehen.
Ist zumindest die Aussage meiner Tochter, die das hinter sich hat auch kritisiert, dass dieser diesbezügliche Ausbildung
einen zu geringen Raum eingeräumt wird.
ansonsten finde ich deinen Beitrag sehr gut.
besonders deinen Hinweis Offen zu sein, aber nicht Suchender ist ein bemerkenswerter Hinweis.
Der Hinweis auf Vergleichbarkeit Trainer zu Lehrer und Training zu Schule mag sicherlich in einigen Dingen zutreffen.
Trotzdem gibt es da für mich wesentliche Unterschiede.
der tägliche und auch längere Zeit Umgang ist bei Schule und Verein nicht vergleichbar, führt zu anderen Grundlagen und Vorraussetzungen.
ein ganz wesentlicher Punkt ist für mich jedoch der, dass gerade belastete Kinder einen Raum und auch Zeit brauche, in denen
sie von ihren Problemen abgelenkt werden, diese mal beiseite stellen können. Für mich ist da Training und Spiel ideal zu geeignet.
für mich wichtig ist genauso, dass sie einen ganz normalen Umgang mit Personen erleben, bei denen diese Probleme
nicht irgendwo im Raum stehen, dafür kann dann auch der Trainer stehen.
In der Kinderhilfe mit stark belasteten Kindern ist es ein Ansatzpunkt, solche Zeiten und solchen Umgang gezielt zu schaffen.
Ich selbst habe zwar schon des öfteren erlebt, dass Kinder Alltagsprobleme angesprochen haben, aber noch nie, dass sie mit
der wirklichen Problematik, die ja im Inneren ist, mich angesprochen haben.
Du selbst wärest ja froh gewesen, einen richtigen Gesprächspartner gehabt zu haben. Das siehst du heute so, hast du das damals auch so gesehen? Und vor allem, bist du jemals auf einen zugegangen?
insgesamt ein schwieriges Thema.
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Keine Angst, du nimmst mir keine Illusionen...ich bin sowieso der Meinung, dass die Lehrerausbildung an der Uni in Deutschland schlecht ist - bzw, dass es in Deutschland gar keine Lehrerausbildung an der Uni gibt. Man wird irgendwie zu den anderen gestopft, die die inhaltlichen Fächer studieren. Dann gibt's hier und da was in Psychologie, Pädagogik, Soziologie. Aber in den Veranstaltungen wird man in der Regel von Dozenten beschimpft, wenn man vorsichtig anfragt, ob das ganze nicht ein wenig mehr Praxisbezug haben könnte. Ist mir so mehrfach passiert und ich bin wirklich in der Lage, mich vorsichtig zu äußern, also kein Fall von wie man in den Wald hineinruft...Nichtsdestotrotz bin ich aber der Meinung, dass die Grundzüge dessen, was ich da eben beschrieben habe, richtig sind. Obwohl sie aus einem Lehramtsseminar stammen :-).
Selbstverständlich kann der richtige Umgang mit einem alltäglichen Problem auch sein, dass der Fußball dann der Bereich ist, in dem das keine Rolle spielt. Diese Spieler werden ja die meisten kennen: Schule schwierig, Zuhause schwierig, in der Fußballwelt absolut zuhause, selbstbewusst und fröhlich. Klar, wie gesagt, Klappe halten kann auch mal richtig sein.
Zu meiner persönlichen Erfahrung: nein, ich hätte das damals nicht so gesehen, zumindest niemals bewusst ausgesprochen. Und es kann gut sein, dass ich, wenn mich jemand angesprochen hätte, gesagt hätte, dass schon alles in Ordnung ist. Aber das hätte trotzdem das Potential gehabt, mir mal bewusst zu machen, dass da ordentlich was schief läuft. Das war mir nämlich nicht richtig bewusst, obwohl es eigentlich offensichtlich war. Es war eine mehr oder weniger durch den Fußball ausgelöste Krise: ich war nur auf Fußball fokussiert, jeden Tag, habe dann Verletzungsprobleme bekommen und bin immer weiter auf den Fußball fokussiert geblieben. Fünf Jahre lang, bis ich irgendwann keine Kraft mehr hatte, dann hab ich's endlich aufgegeben, wieder richtig spielen zu können. Darüber hab ich alles andere vernachlässigt, mich immer weiter zurückgezogen. Aus dem fast schon übertrieben gestylten Mädchenschwarm wurde der zurückgezogene Typ, der äußerlich fast schon verwahrlost aussah. Aus dem guten Schüler mit wenig Anstrengung der mittelmäßige bis schlechte Schüler, der gar nichts mehr gemacht hat. Aus dem Supersportler der träge Typ mit irgendwann deutlichem Übergewicht. Das ganze über fünf Jahre hinweg, in denen mich einfach keiner mal danach gefragt hat, ob es mir wohl nicht so gut geht. Das wäre natürlich von Eltern oder Freunden aus noch viel naheliegender gewesen, aber eine Möglichkeit wäre halt auch ein Lehrer gewesen, oder eben auch ein Trainer. Das ist halt meine persönliche Geschichte, die es beeinflusst, wie ich zu diesen Dingen stehe. Ich will nicht, dass vor meinen Augen jemand total emotional kaputt geht und ich noch nicht mal versucht habe, das mal anzusprechen. Wenn auch mit dem Bewusstsein, dass ich keinen "retten" kann und dass ich für niemanden verantwortlich bin, letzten Endes muss jeder seinen weiteren Weg selbst wählen und gehen. Ich glaube halt aber schon, dass man in gewissen Situationen jemanden in die richtige Richtung schubsen kann. Dem wirst du ja auch grundsätzlich wahrscheinlich gar nicht widersprechen.