1) Der wichtigste Punkt scheint mir, dass hier klare Verhältnisse her müssen. Die Kinder müssen wissen, wer das Sagen hat. Wenn ich das richtig verstehe bist du seit langer Zeit immer dabei, aber jeweils als Co. Der andere Trainer wechselte immer mal wieder. Damit kommen dann andere Verhaltensweisen des Trainers, andere Ansprüche, immer wieder was anderes, an dem sie sich orientieren müssen. Das ist schwierig in dem Alter. Es ist auch schwierig für sie, dann deine Position einzuschätzen, vermute ich. Irgendwie bist du immer da, das werden sie im Prinzip zu schätzen wissen, aber ob du nun Ahnung hast (die anderen sind ja immer Chef) und was zu sagen hast, das wird ihnen nicht so klar sein. Ich finde am jetzigen Punkt musst du dich dahingehend entscheiden: willst du Chefin von dem liebenswerten Haufen werden, oder willst du das nicht? Anhand der Tatsache, wie du dich engagierst und fortbildest würde ich davon ausgehen, dass du es willst. Und auch kannst, da würde ich mal keine so großen Bedenken haben. Mir scheint es sinnvoll, dass du hier die Cheftrainerin wirst, denn auf dich scheint Verlass zu sein, auf andere, die schon mal dazu kamen, ja wohl nicht. Und wenn sie da waren, hatten sie Vorgehensweisen, die dir nicht angemessen schienen (daraus spricht, dass du auch klare Vorstellungen hast im Grunde). Du musst das aber für dich klar haben: will ich das übernehmen, oder nicht? Und wenn du das willst, dann bist du aber auch die Chefin von jetzt an.
2) 16 Spieler in der E-Jugend alleine betreuen ist grenzwertig. Es ist wirklich schwierig, da alles in einem vernünftigen Rahmen ablaufen zu lassen. Dinge wie Stationentraining und möglichst geringe Standzeiten wurden hier schon genannt (insbesondere letzteres würde ich immer wieder hinterfragen, ob das im letzten Training hingehauen hat; Standzeiten sind gerade in der Altersklasse der Aufmerksamkeitskiller schlechthin). Wenn irgendwie möglich, versuch dir jemanden als Co zu verpflichten. Aber wirklich derjenige/diejenige dann als Co, nicht du wieder. Das kann ein engagierter Vater, eine engagierte Mutter sein, aber vielleicht auch ein älterer Jugendspieler, dem du das charakterlich zutraust (ab B-, besser A-Jugend - wenn du die nicht kennst vielleicht mal deren Trainer dazu fragen, ob da jemand infrage kommt). Mit dem- oder derjenigen kannst du dann absprechen, wie ihr das Training gemeinsam gestaltet und etwa zwei Gruppen machen; 8 Kinder sind dann zum Beispiel eine sehr gute Gruppengröße.
3) Nimm deine Regeln ernst. Egal wie sie zustande gekommen sind. Es gibt ja auch immer wieder die Empfehlung, die mit Spielern zusammen zu erarbeiten. Habe ich noch nie gemacht und kann daher wenig dazu sagen. Aber egal ob Regeln so zustande kommen oder von dir stammen, nimm sie ernst. D.h. versehe sie mit entsprechenden Konsequenzen. Nimm den Trainingsbeginn als Zeit, zu der das Training beginnt, nicht als Zeitpunkt, zu dem erst die Spieler eintreffen. Und dann folgen Konsequenzen, wenn das nicht eingehalten wird. Wer ohne vorherige Absprache zu spät kommt läuft erstmal zwei Runden. Wer sehr viel oder wiederholt zu spät kommt trainiert nicht mit. Du hast jetzt nicht so viele Details geschildert, dass es sicher zu beurteilen wäre, aber ich glaube, du musst dich mehr Konflikte trauen. Es wird immer Kinder und Eltern geben, die bestimmte Regeln nicht sinnvoll finden oder es einfach unangenehm finden, sich an etwas halten zu müssen. Aber wenn die Regeln für dich für einen sinnvollen Ablauf hilfreich sind, dann beharre darauf. Auch innerhalb des Trainings würde ich versuchen, konsequenter in der Hinsicht zu sein. Klare Signale geben; was bei mir in der Altersklasse immer gut geklappt hat, wenn ich was erklären wollte, ist laut von 3 runter zählen (oder von 5), dann müssen alle da sein und ruhig sein. Wer sich nicht dran hält, macht drei Liegestütze. Wer dann nochmal auffällt (oder dabei Quatsch macht) sitzt mal draußen. Und wer in einem Training draußen saß, der spielt am Wochenende mal wenig oder auch gar nicht. Versuch, deutliche Grenzen zu setzen. Wenn du selbst letztlich verantwortlich bist, im Training wie im Spiel, lässt sich das gut umsetzen, weil du nicht erst noch mit jemandem alles abstimmen musst oder die Kompetenzen überhaupt nicht geklärt sind. Und bei 16 Spielern wird auch kein Spiel ausfallen müssen, nur weil mal einer oder zwei von dir aus ein Wochenende pausieren müssen. Die, die pausieren müssen, werden sich es aber hinterher besser überlegen, wie sie sich im Training verhalten.