Beiträge von fak

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    Darauf bin ich dem Thread zum Minifußballturnier schon eingegangen, wiederhole mich aber selbstverständlich gerne. Ich verankere sie praktisch nie, das geht auf unserem Kunstrasen auch nicht ohne weiteres, man müsste sie dazu beschweren. Ich habe zwar schon ewig vor, mir ein paar Stoffschläuche zu besorgen und sie z.B. mit Quarzsand zu befüllen, um sie dann auf den hinteren Torbogen zu legen, aber das wäre hauptsächlich gegen die recht hohe Windanfälligkeit gedacht und würde nicht verhindern, dass die Tore verschoben werden, wenn der Ball sie trifft. Da muss man sie tatsächlich mehr oder weniger permanent wieder richten, wobei man das evtl. auch in die Spiel- oder Übungsform integrieren könnte, da könnte z.B. die pausierende Mannschaft für das Richten der Tore zuständig sein, oder der Spieler, der gerade seinen Durchlauf durch hat und nun auf einen neuen Ball wartet..


    Ansonsten sind die Dinger halt auch für die Freizeit nicht schlecht, da man sie sehr gut überall hin mitnehmen kann. Für den ernsthaften Trainingsbetrieb sind sie aber nicht geeignet, sondern halt eher eine sehr mobile und kostengünstige Notlösung.


    Danke, hatte den Thread zum Minifußballturnier nicht komplett gelesen. Und die Frage zur Windanfälligkeit auch gleich mitbeantwortet. Die hatte sich mir gleich gestellt, nachdem Dienstag morgen sogar die fun-to-play-Tore durch die Gegend gerutscht sind...wobei das bei denen aber die Ausnahme war.


    Jep, verankern wäre auf unserem Hartplatz auch so eine Sache...

    Ja, die Fun-To-Play-Tore sind tatsächlich großartig, aber eben halt auch ziemlich kostspielig. Daher habe ich mir auch (selbst bezahlt) fürs Training solche Tore, wie soccerbook sie erwähnt, besorgt, vor ein paar Jahren gab es die hier mal bei Intersport für EUR 15,- pro Stück. Man bekommt sie auch bei teamsportbedarf.de für weniger als bei Amazon. Lieber vier von denen als nur ein Fun-To-Play (und dann hat man immer noch 'ne Menge über). Aber wenn man sie sich leisten kann, sind die FTPs schon was feines..


    Es kommt halt denke ich auf die Verwendung an. Wenn ich sie selbst kaufen würde, würde ich auch nicht unbedingt auf Fun-To-Play kommen, der Preis ist dann schon ne Hausnummer. Wenn sie wie bei uns im Prinzip jeden Tag auf dem Platz stehen macht es schon eher Sinn.


    Was ich mich bei den von soccerbook genannten etwa fragen würde, ist, ob die nur auf dem Rasen, dann mit Verankerung, vernünftig zu nutzen sind, oder gehen die auch ohne? Ich würde mir nämlich vorstellen, dass die zu leicht sind und dann ständig verschoben werden, wenn sie nicht verankert sind.

    Ich kenne in dem Bereich aus der Praxis nur die Fun to Play-Tore. Die sind teuer, dafür aber halt auch gut. Die werden bei uns seit einigen Jahren genutzt, sind gut verstaubar und recht stabil und haltbar. Da stehen je nach Einheit bei uns auch schon mal sechs davon in der C-Jugend auf dem Platz, sie werden quer durch den Jugendbereich verwendet.

    Bei uns ist jede Jugend eine große Gruppe, die so weit möglich (Platzbedingungen) gemeinsam trainiert und nur am Wochenende in Spielgruppen aufgeteilt wird. Unter der Woche im Training gibt es je nach Thema leistungsorientierte Gruppen (wobei Leistung dann wirklich anhand des jeweiligen Themas definiert ist, nicht allgemein) oder in den höheren Jugenden auch mal positionsspezifische Gruppen, wenn eher taktisch trainiert wird. Wir haben damit gute Erfahrungen gemacht, es entsteht im Prinzip eine große Gruppe statt mehrerer kleiner Gruppen. Wir haben eine außergewöhnlich hohe Quote, was etwa das Zuschauen von Spielern einer Mannschaft bei der anderen anbelangt, wenn mal spielfrei ist. Darüber hinaus haben wir eine große Durchlässigkeit von einer Mannschaft in die andere und die Inhalte passen zusammen, so dass Wechsel der Spielgruppen jederzeit möglich sind.


    Natürlich geht das, gerade in den unteren Jahrgängen, ein wenig zulasten solcher Dinge wie Zugehörigkeitsgefühl zu einer kleinen Gruppe, klarer Orientierung und im Bezug auf wechselnde Spielgruppen vielleicht manchmal auch auf sowas wie "Mannschaftsgeist". Für mich überwiegen bei uns aber die Vorteile. Ein weiterer Faktor wäre für mich, um was für einen Verein es sich handelt. Bei uns ist halt Dorfverein, d.h. die Kinder kennen sich sowieso mehr oder weniger, wahnsinnige dauerhafte Konfliktherde gibt es von einem Spieler eine Jugend unter uns abgesehen auch nicht.


    Wobei ich gerade nochmal sehe, dass es bei euch um Stationentraining gehen soll. Damit habe ich nicht so die Erfahrung, das haben wir selten gemacht.

    Für mich stellt sich die Frage: warum wollt ihr zwingend aufsteigen? Was ist in der Kreisklasse A besser/anders als in der Kreisklasse B?


    Nehmt auf keinen Fall zu viel Geld in die Hand und schaut, dass jeder in der Mannschaft einen gewissen Bezug zum Verein hat - das hat sich bei uns bewährt und bewährt sich nun wieder, nachdem man zwanghaft versucht hat mit einer "Söldnertruppe" den aufzusteigen und es nicht geschafft hat - ergo: außer Spesen nichts gewesen. Nun besinnt man sich wieder auf die eigenen Spieler und man steht sogar besser in der Tabelle als im vergangenen Jahr.


    Das ist glaube ich überall so. Es gibt immer mal wieder die Höhenflüge, bis dann irgendein Privatsponsor die Lust verliert und man im Verein gezwungen ist, sicher wieder darauf zu besinnen, worum es eigentlich geht.

    Ich sehe es im Prinzip auch so wie meine Vorredner: der eigenen Linie treu bleiben und ruhig mal stolz darauf sein, dass man sich selbst vernünftig verhält. Allerdings gilt für mich auch die Einschränkung, dass es nicht massiv zum Nachteil der eigenen Mannschaft werden sollte. Wenn der Trainer also zu unfairem Spiel auffordert oder wenn man den Eindruck hat, dass ein Schiedsrichter sich von ständigem Gebrülle beeinflussen lässt. Letzterem begegne ich in der Regel damit, dass ich entgegen meiner Gewohnheit auch anfange, in ruhigem Ton die ein oder andere Aktion im Spiel zu kommentieren mit einem "Foul" oder "Abseits" in ruhigem Ton. Ich sehe es da dann als meine Aufgabe an, dafür zu sorgen, dass der Schiedsrichter sich nicht einseitig beeinflussen lässt. Habe das meinen Spielern auch schon mehrfach mitgeteilt, dass wenn Kommunikation mit dem Schiedsrichter nötig ist, ich das schon mache, sie sollen sich aufs Spielen konzentrieren.


    Was ich bei Kollegen, die mir zu viel Lärm an der Seitenlinie machen, ohne dabei unfair zu sein, schon mal gemacht habe, ist, dass ich versucht habe, ein Gespräch mit denen anzufangen. Wenn der Kollege sich darauf einlässt, ist für die Zeit dann schon mal Ruhe auf dem Spielfeld. Man muss natürlich abwägen, weil man dann in der Zeit auch selbst keine Anweisungen geben kann; ich gebe aber sowieso eher wenige Anweisungen und im Zweifelsfall ist es für das Spiel dann besser, wenn auf beiden Seiten Anweisungen fehlen, als wenn von außen Dauergebrüll herrscht. Klappt natürlich nicht bei jedem Trainer, ist aber einen Versuch wert und manchmal klappt's.


    Wenn sich Trainer unfair verhalten gehe ich in einen Konflikt. Habe ich schon mal gemacht, als ein Trainer ständig Ausbälle (oder eben Bälle, die noch im Spielfeld waren) so anzeigte, dass es seiner Mannschaft zu pass kam - ist natürlich ein milderer Fall, aber da hat es dann auch geholfen, mal rüberzurufen, dass er das nicht einseitig machen soll. Bei einem Trainer, der per ständigem Gebrüll mit fragwürdigem Inhalt in Richtung eigene Mannschaft wie Schiedsrichter auffiel bin ich auch schon mal bewusst in einen Konflikt gegangen als der Schiedsrichter in der Nähe war und habe den aufrecht erhalten, bis der Schiedsrichter sich gezwungen sah, einzugreifen. Das gab dann zwar eine Ermahnung für beide Trainer, aber danach war dann auch Ruhe.


    Ob man sowas sinnvoll machen kann hängt natürlich davon ab, was man selbst für ein Typ ist. Ich bin ein ruhiger Typ und bin aber in der Lage, dann Aggression zu "schauspielern", wenn ich das für hilfreich halte und aber im nächsten Moment auch ganz schnell wieder zurückzufahren und mich auf meine Aufgaben zu konzentrieren. Wenn man dafür nicht der Typ ist sollte man letztere Variante wohl nicht anwenden. Aber das Gespräch mit dem gegnerischen Trainer suchen bzw. auch mit dem Schiedsrichter halte ich für sinnvoll.

    Wir spielen generell auf Teufel komm raus hinten raus, egal wie der Platz aussieht. Weil die Ausbildung halt über dem Spielerfolg steht. Allerdings sind wir auch erst in der C-Jugend, je nach Ansicht kann man da ja in der A-Jugend wieder anders abwägen.


    Wobei aber mittlerweile auch lange Bälle mal als Variante eingestreut sind, allerdings geplant. Das würde ich auch bei euch als Ansatz sehen, zumindest anhand den knappen Ausführungen. Für mich klingt es so, dass ihr grundsätzlich Fußball spielen wollt und das auch das ist, was ihr übt. Anhand der Platzverhältnisse sehen die Spieler aber anscheinend Langpassspiel als sicherere Lösung. Dieses Langpassspiel geschieht dann aber, wenn ich dich richtig geschehe, relativ ungeplant. Wie du schreibst verstehst du aber auch, warum die Spieler sich so entscheiden. Hier wäre dann der Ansatzpunkt für mich, zu schauen, wo ihr da Hilfestellungen geben könnt. Indem ihr das Langpassspiel gezielt trainiert. Wie wird der lange Pass vorbereitet, von wo wird er gespielt, in welchen Raum, wie positionieren sich die Spieler dort, wie kommt ihr dann an zweite Bälle. Das heißt ja dann auch nicht, dass ihr das ständig macht, aber ihr verbessert eure Erfolgsaussichten und lange Bälle, die dem Gegner gefährlich erscheinen, führen ja auch oft dazu, dass der Gegner etwas vorsichtiger verteidigt, was dann wiederum zu mehr Platz für Kombinationsspiel auf einem schlechten Platz bietet. Bei uns stellen viele Gegner vorne zu und wir haben damit gute Erfahrungen gemacht, dann zu Beginn mehrfach eine Variante des Spielaufbaus zu nutzen, die lange Bälle beinhaltet. Das führt dann meist zu Räumen fürs Kombinationsspiel.

    Da gibt's vieles. Laufen die Stürmer nur weg? Dann könnte ein simples Klatschen und Gehen schon weiterhelfen. Laufen Stürmer ins Abseits? Entlang der Abseitslinie laufen und dann in den Raum starten. Ist es zu statisch? Wellenartiges Einlaufen. Je nachdem wie bei euch verteidigt wird kann kreuzen ein wirkungsvolles Mittel sein.


    Aber ich denke hier braucht's noch ein paar mehr Informationen. Wie ist das Niveau der Mannschaft; was klappt schon, was noch nicht und was ist konkret das Problem, an dem du arbeiten willst. Natürlich kann auch jemand irgendwelche Übungen raussuchen, aber das kannst du ja im Prinzip auch selbst. Richtig hilfreich könnte es wohl eher dann werden, wenn wir konkret wissen, wo das Problem liegt.


    Gar keine.

    Zum Thema unterschiedliches Aufwärmen: ich betreue mit Trainerkollegen zusammen eine Gruppe C-Jugendlicher, da geht's vom talentierten Spieler mit Profiambitionen bis zum untalentierten Dorfvereinskicker der hauptsächlich kommt, weil's halt Spaß macht mit den Kumpels. An Spieltagen haben wir zwei Spielgruppen und da muss das Aufwärmen unterschiedlich aussehen. Wenn ich mit der zweiten Mannschaft das Aufwärmen der ersten Mannschaft mache und dieselbe Intensität einfordere, dann sind bei Spielbeginn schon die Hälfte der Spieler platt. Und das ist jetzt nur der Unterschied von einem schwachen C-Jugend-Staffel-Spieler zu einem guten C-Jugend-Bezirksligaspieler. Ich denke schon, dass es einen Unterschied gibt, wie das Aufwärmen aussehen sollte, abhängig von der Leistungsfähigkeit.

    Wenn du schnelle Richtungswechsel, Sprünge etc. machen willst, dann machst du die ja nicht aus dem Stand, ohne vorher etwas bewegt zu haben. Klar, die sind die Vorbereitung für das, was dann im Fußball dran kommt, aber wenn man direkt mit schnellen Richtungswechseln oder Sprüngen anfängt, würde man das Aufwärmen meines Erachtens ja ad absurdum führen, weil man eben direkt auf eine hohe Belastungsstufe geht.


    Ich kann in dem Zusammenhang nur nochmal auf FIFA11+ verweisen, das finde ich in seinem Aufbau recht logisch. Du hast lockere Läufe drin am Anfang, dann Bewegungen etwa seitwärts, später auch Sprünge gegeneinander, am Ende Läufe auf Tempo und Stabilisierungsübungen. Wenn man das auf die jeweilige Trainingseinheit und generell die eigenen Bedürfnisse etwas anpasst, finde ich das schon sinnvoll. Darüber hinaus versuche ich (allerdings ohne noch gültige Lizenz und ohne dass wir wirklich im Leistungsbereich wären), dann auch frühzeitig schon das einzubauen, was später Thema sein wird. Wenn wir also später im Training die Ballmitnahme in hohem Tempo in seitliche Richtung trainieren, mit Gegnerdruck, dann lasse ich im Aufwärmen vielleicht mal einzelne Elemente des Standardaufwärmens weg und es kommt halt schon mal der Ball dazu und es werden seitliche Mitnahmen ohne volles Tempo eingebaut. Danach gehe ich dann zum Beispiel nochmal in Läufe mit hohem Tempo und schnelle Richtungsänderungen isoliert + Aktivierung für etwa das Sprunggelenk und wenn dann alles von der Bewegung her vorbereitet ist, dann kann das Thema in voller Intensität kommen.


    Ich halte die Kombination aus standardisierten Elementen (Laufelemente + Aktivierung/Stabilisierung) und Übungen mit Ball, die schon auf das Hauptthema hinführen, für sinnvoll.

    Mich wundern hier immer wieder diese Aufgabenstellungen. Da wird ein, meines Erachtens, nicht besonders gebräuchlicher Begriff wie "Zielstoß" verwendet. Das wäre ja ok, wenn der dann im Lehrgang auch verwendet worden wäre, aber anscheinend ist er das nicht!? Ich meine sowas jetzt schon öfter bei ähnlichen Themen gesehen zu haben.


    Zum Thema: du müsstest erstens etwas genauere Angaben machen und zweitens sehe ich es auch so wie raicoon, dass du auch schreiben solltest, was so deine Vorstellungen bislang sind.


    Volle Zustimmung. Ich sehe die Regel als klar an. Aus Torspielerperspektive kann man sich sicherlich wünschen, dass in manchen Situationen etwas großzügiger damit umgegangen wird, wann noch eine gute Chance bestanden hätte und wann nicht, aber da geht es meiner Ansicht nach eher um Regelinterpretation als um die Regel an sich. Ein ähnliches Beispiel ist die Handspielregelung, die ich, so wie sie ist, sehr gut und sinnvoll finde, die nur in den letzten Jahren in Deutschland in der öffentlichen Debatte so verquatscht wurde, dass viele überhaupt nicht (mehr) wissen, was die Regel eigentlich ist. Wenn man die Regeln in beiden Fällen kennt und sich dann auch damit abfindet, dass es bei beiden Regeln (notwendigerweise) einen Auslegungsspielraum für Schiedsrichter gibt, dann ist da für mich alles gut eigentlich.


    P.S. sehe gerade @faks Post. "Du musst Dich mehr Konflikte trauen" scheint ein echter Widerspruch zu meinem Statement zu sein. Ist es nicht unbedingt: Definiere die Dinge die nicht "verhandelbar" sind und sei da konsequent, aber lass einige Konfliktherde dafür vielleicht weg.


    Ich sehe das auch nicht als Widerspruch an und finde deine Hinweise sehr wertvoll und wahrscheinlich noch wichtiger als meine. Man verliert das manchmal aus den Augen, dass eine einzelne Äußerung nicht unbedingt etwas über die ganze Gruppe aussagt. Und ein gewisses Maß an Gelassenheit ist so generell unerlässlich, sonst stresst das Ganze nur. Und was bei mir ja denke ich auch schon anklang, ist, dass wenn man "im Großen" konsequent ist, man "im Kleinen" möglicherweise weniger häufig eingreifen muss; das deckt sich dementsprechend auch wieder mit deinen Aussagen.

    1) Der wichtigste Punkt scheint mir, dass hier klare Verhältnisse her müssen. Die Kinder müssen wissen, wer das Sagen hat. Wenn ich das richtig verstehe bist du seit langer Zeit immer dabei, aber jeweils als Co. Der andere Trainer wechselte immer mal wieder. Damit kommen dann andere Verhaltensweisen des Trainers, andere Ansprüche, immer wieder was anderes, an dem sie sich orientieren müssen. Das ist schwierig in dem Alter. Es ist auch schwierig für sie, dann deine Position einzuschätzen, vermute ich. Irgendwie bist du immer da, das werden sie im Prinzip zu schätzen wissen, aber ob du nun Ahnung hast (die anderen sind ja immer Chef) und was zu sagen hast, das wird ihnen nicht so klar sein. Ich finde am jetzigen Punkt musst du dich dahingehend entscheiden: willst du Chefin von dem liebenswerten Haufen werden, oder willst du das nicht? Anhand der Tatsache, wie du dich engagierst und fortbildest würde ich davon ausgehen, dass du es willst. Und auch kannst, da würde ich mal keine so großen Bedenken haben. Mir scheint es sinnvoll, dass du hier die Cheftrainerin wirst, denn auf dich scheint Verlass zu sein, auf andere, die schon mal dazu kamen, ja wohl nicht. Und wenn sie da waren, hatten sie Vorgehensweisen, die dir nicht angemessen schienen (daraus spricht, dass du auch klare Vorstellungen hast im Grunde). Du musst das aber für dich klar haben: will ich das übernehmen, oder nicht? Und wenn du das willst, dann bist du aber auch die Chefin von jetzt an.


    2) 16 Spieler in der E-Jugend alleine betreuen ist grenzwertig. Es ist wirklich schwierig, da alles in einem vernünftigen Rahmen ablaufen zu lassen. Dinge wie Stationentraining und möglichst geringe Standzeiten wurden hier schon genannt (insbesondere letzteres würde ich immer wieder hinterfragen, ob das im letzten Training hingehauen hat; Standzeiten sind gerade in der Altersklasse der Aufmerksamkeitskiller schlechthin). Wenn irgendwie möglich, versuch dir jemanden als Co zu verpflichten. Aber wirklich derjenige/diejenige dann als Co, nicht du wieder. Das kann ein engagierter Vater, eine engagierte Mutter sein, aber vielleicht auch ein älterer Jugendspieler, dem du das charakterlich zutraust (ab B-, besser A-Jugend - wenn du die nicht kennst vielleicht mal deren Trainer dazu fragen, ob da jemand infrage kommt). Mit dem- oder derjenigen kannst du dann absprechen, wie ihr das Training gemeinsam gestaltet und etwa zwei Gruppen machen; 8 Kinder sind dann zum Beispiel eine sehr gute Gruppengröße.


    3) Nimm deine Regeln ernst. Egal wie sie zustande gekommen sind. Es gibt ja auch immer wieder die Empfehlung, die mit Spielern zusammen zu erarbeiten. Habe ich noch nie gemacht und kann daher wenig dazu sagen. Aber egal ob Regeln so zustande kommen oder von dir stammen, nimm sie ernst. D.h. versehe sie mit entsprechenden Konsequenzen. Nimm den Trainingsbeginn als Zeit, zu der das Training beginnt, nicht als Zeitpunkt, zu dem erst die Spieler eintreffen. Und dann folgen Konsequenzen, wenn das nicht eingehalten wird. Wer ohne vorherige Absprache zu spät kommt läuft erstmal zwei Runden. Wer sehr viel oder wiederholt zu spät kommt trainiert nicht mit. Du hast jetzt nicht so viele Details geschildert, dass es sicher zu beurteilen wäre, aber ich glaube, du musst dich mehr Konflikte trauen. Es wird immer Kinder und Eltern geben, die bestimmte Regeln nicht sinnvoll finden oder es einfach unangenehm finden, sich an etwas halten zu müssen. Aber wenn die Regeln für dich für einen sinnvollen Ablauf hilfreich sind, dann beharre darauf. Auch innerhalb des Trainings würde ich versuchen, konsequenter in der Hinsicht zu sein. Klare Signale geben; was bei mir in der Altersklasse immer gut geklappt hat, wenn ich was erklären wollte, ist laut von 3 runter zählen (oder von 5), dann müssen alle da sein und ruhig sein. Wer sich nicht dran hält, macht drei Liegestütze. Wer dann nochmal auffällt (oder dabei Quatsch macht) sitzt mal draußen. Und wer in einem Training draußen saß, der spielt am Wochenende mal wenig oder auch gar nicht. Versuch, deutliche Grenzen zu setzen. Wenn du selbst letztlich verantwortlich bist, im Training wie im Spiel, lässt sich das gut umsetzen, weil du nicht erst noch mit jemandem alles abstimmen musst oder die Kompetenzen überhaupt nicht geklärt sind. Und bei 16 Spielern wird auch kein Spiel ausfallen müssen, nur weil mal einer oder zwei von dir aus ein Wochenende pausieren müssen. Die, die pausieren müssen, werden sich es aber hinterher besser überlegen, wie sie sich im Training verhalten.

    Eigentlich sollte das ja schon bekannt sein. Horst Wein beschäftigte sich ja in seinem Buch auch unter anderem mit der Ballgröße. Und zu den gesundheitlichen Schäden (Kniegelenkschäden) soll es wohl eine relativ aktuelle Studie geben, leider weiß ich nicht von wem...


    Interessant wäre diese Berechnung sicherlich auch mal im Bezug auf Futsal-Bälle. Die, glaube ich bei Erwachsenen ca. 400g wiegen bei Größe 4. Was das im Bezug auf F- oder E-Jugendliche heißen würde, kann man zumindest schonmal erahnen


    Bei Futsalbällen gibt es ja auch unterschiedliche Gewichte. Bei uns wurden damals unterschiedliche Bälle getestet, bevor eine Empfehlung und Bestimmungen für den Kreis rauskamen. Wir hatten uns als Testverein gemeldet und verschiedene Marken und vor allem verschiedene Gewichte getestet. Die Kinder mochten mit einer knappen Mehrheit die schwereren Bälle lieber, wir haben dann aber trotzdem die leichteren als Favorit gemeldet und die sind's dann auch geworden. Zu genauen Gewichten kann ich allerdings nicht mehr sagen, sowas vergesse ich gleich wieder.

    Ich stehe einer Verpflichtung zur Lizenz auch skeptisch gegenüber, aus den genannten Gründen. Eine verpflichtende Kurzschulung fände ich allerdings eine Überlegung wert.