Im Laufe der Evolution hat sich beim Menschen die Dominanz einer Hand
entwickelt. Die gewaltigen Entwicklungsschritte des menschlichen
Geistes konnten nur durch eine Spezialisierung der beiden Hirnhälften
und durch deren perfektes Zusammenspiel geschehen. Da jede
Hirnhemisphäre ihren spezifischen Anteil an der Informationsverarbeitung
hat, bezeichnet man dies auch als funktionelle Asymmetrie. Um die
hochkomplexen Abläufe im Gehirn zu regeln, hat es sich durchgesetzt,
dass eine Hirnhälfte die Führung übernimmt. Jede Hirnhälfte ist über
Hauptnervenstränge mit der jeweils gegenseitigen Körperhälfte verbunden
und steuert diese. Bei Linkshändigkeit kann also von einer führenden
Rolle der rechten Hirnhälfte ausgegangen werden.
Die dominante Hand kann schneller, exakter, stärker agieren. Vor
allem, wenn eine spontane Reaktion gefordert ist, und bei Tätigkeiten,
die mit einer besonderen kognitiven Leistung verbunden sind. Das heißt
aber nicht, dass eine Hand alles kann und die andere nichts. Vielmehr
haben die Hände spezifische Aufgabenbereiche, die sich ergänzen. Diese
Spezialisierung wird von Wissenschaftlern auch als „Beidhändigkeit
höherer Ordnung“[2] bezeichnet:
- dominant = Hauptakteur, schnelle Reaktion, besondere Feinmotorik und Geschicklichkeit
- nichtdominant = Vorbereiten und Begleiten der Aktion, aktive Haltefunktionen[3]