Beiträge von Brechstange

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    Abgesehen von der mangelnden Durchführbarkeit (ich stelle mir gerade vor, wie der gegnerische Trainer entrüstet ruft: "Dein angeblicher Innenverteidiger war schon drei Mal in unserem Strafraum, Betrug!") schüttelt sich in mir alles bei der Vorstellung, dass da eine bürokratische Institution (Verband) einem Trainer die Aufstellung diktiert. Siebener ist da aus meiner Sicht noch lange nicht weit genug gegangen, denn wir sollten auch in jedem Team drei zwischen Oktober und Dezember geborene Kinder mindestens zwei Drittel der Zeit spielen lassen und entweder der Torwart oder der 6er sollten vor der 33. Schwangerschaftswoche zur Welt gekommen sein.


    Ob alle Neuregelungen, die Du, Andre, aufzählst, wirklich hilfreich sind und waren, muss ja die Geschichte zum Teil erst noch zeigen. Bei der Verkleinerung des Spielfeldes oder der Verkleinerung des Balls ist halt der Unterschied, dass eine Regel ersetzt wird, nicht eine neue Regel hinzugefügt. Mit letzterem sollte man wirklich sehr, sehr sparsam umgehen...

    Stimme tobn voll zu und würde zur Sicherstellung des regelmässigen Wechsels, wenn nicht Minifussball gespielt wird, noch eine Regel aus dem Kinder-Eis- und Unihockey vorschlagen: Das Spiel wird begonnen von den Feldspielern 1 bis 6 (laut Spielberichtsbogen), alle 5 (dort sind es alle 2) Minuten pfeift der Schiedsrichter das Spiel kurz ab. Bei ersten Wechsel rücken die Nummern 7 - x nach (sagen wir mal 7-10, 1 und 2 bleiben stehen). Beim nächsten Abpfiff kommen die Nummer 3-8 aufs Feld usw.

    Brechstange:


    Ich bezweifel aber immer noch, dass es keine guten AV gibt. Woran machst du denn fest wer ein guter u. weniger guten AV ist? Wird das nicht einfach nur in der Öffentlichkeit groß geredet, weil der Bundestrainer sich beim linken AV noch nicht festgelegt hat?


    Ich räume gerne ein, dass es mehr Gefühl als handfester Beweis ist, aber ich würde noch einmal wiederholen wollen: während "das System" gute Dribbler und Kurzpassspieler erzeugt, sehe ich nicht die Spieler, die gleichmässig stark im Offensiv- wie Defensivzweikampf sind und aus dem Sprint an der Seitenlinie die präzisen Flanken schlagen.


    Liegt es nicht letztlich immer an der Spielidee des jeweiligen Trainers wen er auf welcher Position für geeignet hält?


    Letztlich bleibe ich bei der Meinung, dass es durchaus gute AV gibt, diese aber mit unterschiedlichen Augen betrachtet werden. Aus meiner Sicht ist die Diskussion nur eine Momentaufnahme.


    Klar ist das ein Stück weit so. Ich scheine aber im thread mit dem Gefühl auch nicht ganz allein da zu stehen. International fallen mir sicherlich zehn 10er und noch mehr 6er ein, die ich als herausragend bezeichnen würde, aber wahrscheinlich weniger als zehn Aussenverteidiger (obwohl es diese ja rechts und links gibt). In Jugendmannschaften sehe ich dort eher "unauffällige" Spieler. Wenn ich mir Kriterien der Talentselektion anschaue, wird dort oft ein bestimmter Typ gesucht, im Grunde für alle Positionen. Wäre vielleicht interessant, wenn jemand der in der Sichtung unterwegs ist oder mehr Einblick in Leistungsvereine hat mal schreiben könnte, ab welchem Alter und nach welchen (unterschiedlichen) Auswahlkriterien Spieler für unterschiedliche Positionen gesichtet werden.

    Im Grundsatz verstehe ich die Idee. Würde aber vorschlagen, so etwas doch sehr Spezifisches nicht als "Regeländerung" beim Verband zu beantragen, sondern im Kleinen zu versuchen. Triffst Du Dich halt als Jugendtrainer mit allen Mannschaften, die in Deiner Gruppe sind, zu Beginn der Saison und einigst Dich auf ein paar Grundsätze. Damit kannst Du allen möglichen Spezifika Rechnung tragen. Ist auch schon ein extrem schwieriges Vorhaben, aber aus meiner Sicht realistischer und vor Allem weniger bevormundend als gleich für alles eine neue Regel zu schaffen.


    Deine Vereinserfahrungen, André, kann ich aus fünf verschiedenen Sportarten nachzeichnen. Meine Erfahrung wäre allerdings, dass sich Deine Narzissten von Regeln nicht gross beeindrucken lassen, sondern diese aushebeln.


    Zum Ausgangspost, ich verstehe immer noch nicht ganz, wie man den Job eines Innenverteidigers im ballorientiertem Spiel als langweilig bezeichnen kann. Für mich bleibt da nur, dass entweder der Trainer die Rolle entsprechend "langweilig" deutet und einordnet, oder der Spieler die an sich vielleicht interessante Rolle nicht mag. Letzteres kommt - aufgrund der Glorifizierung der Torschützen - meiner Erfahrung nach häufiger vor und ist auch ein Stück weit verständlich. Ich wäre auch dafür, dass in der C noch kräftig rotierr wird, wäre aber sicher dagegen, das alle drei Spiele zu verlangen.

    Ich halte es einfach für grundsätzlich bedenklich, immer alles Erstrebens- und Wünschenswerte in Regeln und Vorschriften packen zu wollen - dafür sind eigentlich der Staat, die Schule, die Gesellschaft und weitere Institutionen da. Ohne Einsicht und Verständnis der Beteiligten wirst Du bei vielen gutgemeinten Regelungen den gegenteiligen oder gar keinen Effekt erzielen.


    Im Hinblick auf das Regelwerk bin ich in der Tat der Meinung, dass dieses einen Rahmen schaffen muss, um das Spiel kreativ, altersgerecht und mit Spass gestalten zu können. Die entscheidende Rolle kommt aber den handelnden Personen zu. Nochmal: wenn man findet, dass es im Fussball zu viele langweilige Positionen gibt, dann kann sich anderen Sportarten zuwenden.

    André,
    Du kannst nicht Langeweile eines Spielers durch eine Regeländerung abschaffen. Ich denke auch, im C-Alter muss man es dann langsam den Kindern überlassen, ihre (eventuelle) Unzufriedenheit auszudrücken - oder ist es nur Deine, weil Du ihn lieber auf einer anderen Position sähest? Soweit ich mich erinnern kann, wäre Deine wahrscheinlichste Reaktion, wenn ein anderer User einen ähnlichen Beitrag einstellt: A. Sprich mit dem Trainer, B. Wenn das nicht hilft, such Dir halt einen anderen Verein.


    Regeländerungen verhindern nicht
    - schlechte oder unfähige Trainer
    - die Tatsache, dass man sich in einer Mannschaft eben unterordnen muss, und es dabei meist Zufriedene und weniger Zufriedene gibt.


    Ich selbst habe deswegen im D-Alter mit Fussball aufgehört und Leichtathletik und Tennis gemacht. Hat aber auch besser zu mir gepasst, weil ich mich als Kind nicht gut unterordnen konnte (über heute sprechen wir lieber nicht). Vielleicht wäre ja das die Lösung für Deinen Sohn?

    Toto2: Über die Frage, wo nun die Weltklasse beginnt können wir gerne streiten. Meine Frage rührt daher, dass es einen grossen Zufluss auf allen zentralen und Offensivpositionen gibt. Bei den Aussenverteidigern (und, wie hier schon vielfach angemerkt, auch oder vielleicht noch stärker bei den Stürmern) gibt es da ein Defizit, und ich bleibe dabei, auch international. Den von DaddlnZockn geäusserten Gedanken, dass AV und Mittelstürmer da in einer gewissen Wechselbeziehung stehen, finde ich auch überzeugend. Klose und Luca Toni hatten schon zu ihrer Zeit Probleme, die Talentscouts oder Leute aus den Leistungszentren auf sich aufmerksam zu machen, heute wäre das eventuell noch schwieriger (würde Gomez heute gesichtet werden?). Wenn mein Sohn gegen NLZ-Mannschaften gespielt hat hatte ich immer das Gefühl, dass schon in der U8 dort sehr ähnliche Spielertypen zusammen waren. Es sind halt nicht nur die Anweisungen der Trainer, die bestimmen wie eine Mannschaft spielt, sondern auch die Typen. Wenn es den Mittelstürmer nicht gibt, der den hohen langen Ball verlangt, wird auch nicht mehr der vermisst, der diesen Ball spielen kann.

    Brechstange,


    herausstellen wollte ich, dass hier wissenschaftlich über die intergallaktischen Aufgaben eines Aussenverteidigers gedacht wird und ich meine, dass die Aufgaben auch von Menschen ohne Schulabschluß gut gemeistert werden können. Ich benötige für die Lösung der Aufgabe eines Aussen-VT kein Abitur


    ?(



    Im Gegensatz zu Dir/einigen anderen hier, trenne ich das nicht vom Profisport, weil....die gleichen Fehler auch dort gemacht werden.


    Ich habe ja explizit die Ausbildung angesprochen, diese beginnt im Kinder- und Jugendbereich. In meinem letzten Post habe ich auch geschrieben, dass ich aus Deiner wahrscheinlich verbreiteten Haltung, die Position sei ohnehin langweilig und unwichtig, schon Rückschlüsse auf ein Ausbildungsdefizit ziehen kann. Der Trainer sagt zu seinem besten Mann, "Oh tut mir leid, aber wegen der Positionsrotation musst Du heute leider den langweiligen Aussenverteidiger spielen."


    Nun gut, ich ziehe mich dann wieder raus, die Fronten dürften dann geklärt sein, wollte auch nicht eure Meinungen niedermachen oder verändern, sondern eigentlich nur auf den Missstand von "Unten" benennen und auffähren das ebend doch Parallelen von der Kreisliga bis in die BL bestehen und auch deren Gründe aus meiner Sicht benennen. Gruß Andre


    Siehe mein vorheriger Post. Der von Dir angesprochene Missstand von "Unten" sollte sich ja gleichmässig auf allen Positionen niederschlagen. Der Beoachtung nach (der Du widersprechen kannst oder nicht) gibt es eben weniger talentierten Nachwuchs auf der AV-Position, und ich glaube nicht, dass das Zufall ist. Folgt man Deiner Meinung, dass es sich um eine Position handelt, die einfacher zu spielen ist als Andere, müsste man ja eigentlich problemlos jedes Talent als AV einsetzen und das Problem wäre gelöst. Sehe ich aus genannten Gründen nicht so.

    Danke, Folkao für die Einordnung. Dennoch:


    Tja,


    in der Grundsache kann es sein, dass wir unterschiedliches Fachwissen oder meinerseits Nichtwissen haben, ist möglich. Bei dem was ich zu einem Aussen-VT und seinen Aufgaben im modernen Fußball hinterlege, bewerte ich diese Aufgabe nicht als die der wichtigsten und schwierigsten Aufgabe.


    Für mich ist die uninteressanteste Aufgabe die eines Innenverteidigers und die wichtigste Aufgabe noch vor der 10....die 6...vor allem dann, wenn das System hiervon nur einen vorbringt.


    Auch wenn ich das Thema ungeachtet der Leistungs- und Altersklasse disukutiere wundere ich mich, dass es offenbar "unwichtigere" und "uninteressante" Positionen gibt. Aber das mindset ist vielleicht nicht so selten und erklärt eben, warum viele Trainer ihre stärksten Spieler zentral einsetzen.


    Und das alles ergibt keine selbstbewußten Kinder, die mal was ausprobieren und dadurch Spielintelligenz und Spielwitz tanken...sie werden wohl von der Zwangsjacke erdrückt und können sich so nicht so entfalten, wie es ein Trainer aus dem Leerbuch tun würde.


    Ich beleuchtete das aus Sicht der Basis und zog hier eine Parallele dazu. Selbstverständlich...wer sonst wenn nicht ich ;)


    Und DAS ist nicht zu verstehen, dass man so keinen Lahm erzeugt? Was ist daran nicht zu verstehen? 8)


    Die Ausgangsfrage ist, warum das System, aus dem Draxler, Götze, Kroos, Gündogan, Reus, Holtby, Schürrle, Müller, Meyer, Werner usw. hervorgehen offenbar in weitaus geringerer Zahl potenzielle Lahms produziert. Darauf gibt Dein post nur die von Dir eigentlich unbeabsichtigte Antwort, dass Du den potenziellen Lahms ja Deine Meinung nicht vorenthälst und sie nun von Dir wissen wie uninteressant es ist, Aussenverteidiger zu spielen.

    Wenn man das Thema "Aussenverteidiger" im modernen Fußball betrachtet...frage ich mich, was denn darüber hinaus das schwere Thema sein soll oder ist.


    Ich habe hier wohl Tomaten auf den Augen oder einen Gehirnstau o.ä.. Mir fällt neben den wichtigen oben benannten Eingangsmodalitäten rein fußballerisch nur das Hinterlaufen ein und ab der B ...wie sich der vordere rechte oder linke Mittelfeldspieler verhalten sollte, wenn er sieht das der Lahm gerade die Aussenlinie bedribbelt usw.. Hierzu mache ich die Spieler notfalls auf dem Taktikbrett fit und studiere es über das soeben benannte Trainingsthema ein. Ist das wirklich so ein riesen Ding. Dazu kommt dann meiner Ansicht noch Salz in wohliger Menge....in dem ich den Spieler -soweit nötig- auffordere und erMUTIGE das zu tun.


    Dann haben wir wohl eine Differenz in der Ausgangsthese. Ich behaupte, es gibt auf maximal einer anderen Position (Mittelstürmer, soll jetzt aber nicht das Thema sein) im Weltfussball so gewaltige Unterschiede auch zwischen Spitzenmannschaften und so wenige Spieler, die man als Weltklasse bezeichnen soll. Wenn dem aber so ist, kann es nur zwei Gründe haben. Das erste wurde behandelt (die guten Spieler werden eher zental und/oder offensiv gestellt). Meine Frage war, ob es darüber hinaus auch ein Ausbildungsdefizit gibt. Ich persönlich glaube daran, auch weil ich denke, dass es eben doch ein paar Unterschiede zu anderen Positionen gibt. Insbesondere habe ich das Gefühl, es gibt heute wenige Spieler, die gleichmässig stark im Offensiv- wie im Defensivdribbling sind. Ich habe auch das Gefühl, dass der Fokus auf schnellem Kurzpassspiel (auch wichtig für die AVs) ein wenig zur Vernachlässigung von Flankenbällen von der Grundlinie oder aus dem Halbfeld führt (typischerweise eine klassische und recht spezifische AV-Qualität). Und ich denke dass das mannschaftstaktische Verhalten und die geforderte Spielintelligenz des AVs deutlich komplexer ist als von André angedeutet. Man frage sich mal nur, warum man das Gefühl hat, Lahm sei immer da, wo er gerade gebraucht werde, und kaum ein anderer AV ist in der Lage, offensiv immer dabei zu sein, aber defensiv keine Löcher zu lassen.



    Tatsächlich siehts dann aber meist so aus, dass ein unzufriedener Trainer am Rand steht und das auf seine ihm persönliche Art auch signalisiert und im Unverständnis auf den modernen Fußball dazu ebend nicht auffordert, weil er sich in seinem Denken möglicherweise das Höschen voll macht...denn schließlich verläßt der böse Aussen-VT seine Position....ABER....wir spielen ja Kette, ...prima. Dabei ranzt er dann auch noch den TW an, damit der weiterhin auf der Linie klebt. :thumbup: So sieht mein Update aus, sorry! ;(:rolleyes::huh::S


    Mir ist nicht so klar, was das mit dem Ausgangsthema zu tun hat, aber es ist Dir offenbar wichtig, das loszuwerden ...

    Danke für die Antworten, finde das sehr aufschlussreich. Ich finde die Position so interessant, weil meiner naiven Beobachtung nach eigentlich viele Spiele gerade auf den AV-Positionen entschieden werden. Durch geschicktes Nachrücken, Überlaufen und gelegentlich Nach-Innen-Ziehen der AV entstehen relativ viele Torchancen. Bis die Herren Ribery und Robben sich bequemt haben, Defensivarbeit zu leisten, schien mir das eigentlich auch oft die Achillesverse der Bayern zu sein.


    Gibt es darüber hinaus auch ein Ausbildungsthema? Ab welchem Alter sollte man AVs spezifisch auf dieser Position schulen und trainieren? Werden vielleicht Trainingsinhalte, die für den AV wichtig wären, vernachlässigt (z.B. weil diese Spieler eben in starker Häufung zentral eingesetzt werden)?

    Der Spiegel schreibt heute zu einem Thema (nicht neu), über dass ich auch schon mehrfach nachgedacht habe: http://www.spiegel.de/sport/fu…erteidigern-a-934582.html
    In aller Kürze geht es um den Mangel an hochklassigen Aussenverteidigern. Mich würde interessieren, ob Ihr die Argumente im Artikel teilt (nämlich, dass die talentierten Fussballer ins Zentrum und auf die Offensivpositionen gelotst werden). Aus meiner SIcht ist dies nur Teil des Problems. In Kürze meine eigene Meinung:


    1. Nicht nur im deutschen Fussball, sondern auch in anderen Ländern (und bei vielen der Top-Vereine) ist häufig auszumachen, dass es keine oder nur einen Weltklasse-Aussenverteidiger gibt.
    2. Ich denke eher, dass das Qualifikationsprofil extrem hoch, nahezu überladen ist. Man könnte auch sagen: Ein heutiger Aussenverteidiger soll schnell wie ein Stürmer, zweikampfstark wie ein Innenverteidiger, spielintelligent wie ein Zehner und ballsicher wie ein Sechser sein. Auf keiner anderen Position im modernen Fussball darf man sich so wenig Schwächen erlauben (in Massen dürfen z.B. ein Sechser langsam und ein Stürmer zweikampfschwach sein). Hat der Aussenverteidiger sich defensiv stark gezeigt, wird er für mangelndes Offensivspiel kritisiert. Hat er sich offensiv eingeschaltet, aber der entscheidende Gegenangriff lief über seine Seite, hat er seine Hauptaufgabe vernachlässigt.


    Wie seht Ihr das? Gibt es andere Gründe dafür, dass es so wenige starke Aussenverteidiger gibt?

    Ich denke man darf die Rückmeldung, die Spieler und Trainer jede Woche in den Matches bekommen, nicht ausser Acht lassen. Angeblich ist es ja bis in den Profibereich so, dass 40% aller Tore dem Zufall entspringen ( http://www.zeit.de/sport/2010-…all-fussball-pokal-bayern ). Im G-E Bereich würde ich auf eine weit höhere Quote tippen. Ob aus einer Aktion am Ende ein Tor folgt, ist aber für jeden Beteiligten, Trainer wie Spieler, am Ende (oft unbewusst) ein starker Lernimpuls. Gerade in den unteren Altersklassen gibt es ja immer mal wieder schöne Spielzüge und Aktionen zu sehen, die spielentscheiden Momente sind aber Standards, individuelle Fehler etc. ... wie gesagt, bis in den Profibereich, nur die gestrigen CL-Partien sind hierfür Beleg. Dadurch entsteht der Eindruck, erfolgreiche offensive Aktionen haben mit "Glück" zu tun, im besten Fall muss man "das Glück erzwingen". Damit reduziert sich das Training auf die letzte Meile - eben den Torschuss.


    Zum konkreten Fall denke ich auch, dass man hier das Verhalten des ballfernen Stürmers herausheben sollte. Dafür fände ich 8:6 oder 6:6 zu gross. 5:4 mit drei offensiven Mittelfeldspielern und zwei beweglichen Stürmern gegen eine Viererkette mit verschiedenen (bei einer starken Mannschaft flexiben) Varianten. Sonst finde ich das 2+2 von Steini auch eine super-Übung.

    Die Skaninavische die mittlerweile auch in einigen Kantonen der Schweiz angekommen ist.


    Hüstel. Weder in Deutschland noch der Schweiz kann man sich dazu Durchringen, Sitzenbleiben und Hausaufgaben abzuschaffen. In beiden Ländern findet eine frühe "Sortierung" der Kinder statt, in der Schweiz der Theorie und je nach Kanton ein paar Jahre später. Allerdings selektieren viele Lehrer gedanklich bereits im 2. Schuljahr (gerade wieder die Wortwahl "hoffnungslose Fälle" im Kontext von Zweitklässlern erfahren und bin als "weichgespülter" Deutscher zusammengezuckt). In der Schweiz kommt hinzu, dass man über die niedrige Maturaquote ca. 80% der Bevölkerung eine allgemeine Schulbildung von mehr als neun Jahren verweigert (bei gutem Willen kommen wir durch Zählung der Fachmatura auf knapp über 30%). In Deutschland 16 verschiedene Schulsysteme, in der Schweiz 26, ein Wechsel vom Aargau in den Kanton Zürich wird als kaum zu überwindendes Hindernis beschrieben (Berlin-Bayern dürfte ähnlich sein). In der Summe: Reformstau, aus meiner eingeschränkten Sicht hat sich in der Schweiz wenig, in Deutschland sehr wenig bewegt in den letzten 30 Jahren. Jedenfalls kommen nicht nur unbedarfte Trottel wie ich, sondern auch Leute wie Remo Largo zu dieser Schlussfolgerung. Das soll ja kein thread über allgemeine Pädagogik sein, aber: Wenn die Arbeit mit dem Wochenplan jetzt für die Revolution steht, die Du im Fussball durch SI erzielen willst, sehe ich jetzt noch keine neue Spezies über den Platz huschen.


    Fakt aber ist: Die Strukturen der skandinavische Unterrichtsgestaltung findest du wohl kaum auf einem Fussballplatz. Auch bei uns (noch) nicht. Sie wird da nicht mal ansatzweise diskutiert. Wir - als Verein - haben aber immerhin schon einiges übernommen und "experimentieren" damit.
    DAS war mit Post 136 gemeint und ich denke, in DIESEM Kontext ist meine Aussage vermutlich gar nicht mehr so falsch, wie du sie aufgenommen hast.
    Ich denke, man muss mich nur genau lesen, und vielleicht auch nochmals nachfragen was GENAU ich mit meinen Aussagen meinen, denn oft ist es eben nicht das was "man" schon kennt - im Dorf :)


    Ne, FB, Du musst schon mal klar schreiben, was Du meinst. Deine Analogie zur Schweizer (und ein Beitrag späte ist es dann schon die Skandinavische) Pädagogik fällt ja jetzt auch vom Himmel. Wenn ich Deine Beiträge zusammennehme habe ich das Gefühl, Deine SI ist ein so fluides Konzept, dass es sich jedes Mal ändert, wenn Du darüber schreibst.

    Wow, so schnell kann man gar nicht lesen, wie hier die Auseinandersetzung fortschreitet ...


    Brechstange, wir schreiben komplett aneinander vorbei.


    Das fürchte ich leider auch, aber noch besteht ja Hoffnung, dass wir uns deswegen nicht gleich gegenseitig Inkompetenz vorwerfen ...

    Erstmal ist der Leser hier kein dummes Schaf, würde ich nie behaupten. Damit triffst du mich schwer, frag einfach mal FB, was er von den Schreibern und Lesern hier hält.


    Ne, mache ich nicht. "Das kann so nicht stehen bleiben" oder Andres "das muss entlarvt werden" deuten ja darauf hin, dass Ihr unbedingt Aufklärung betreiben wollt. Abgesehen davon, dass FB in seinen letzten Beiträgen ja wirklich viel Aufklärungsarbeit geleistet hat (echt ne Riesenshow!) denke ich, gerade die Sätze, die unter die Gürtellinie gehen, entfalten die grösste Wirkung, wenn sie da kommentarlos stehen und damit voll auf ihren Absender zurückfallen. Nicht ganz einfach, wenn man sich persönlich angegriffen fühlt, ich weiss...


    Wenn du wirklich glaubst, FB ist mit seinem Beitrag nicht übers Ziel hinausgeschossen, dann müssen wir uns nicht weiter darüber unterhalten.


    Siehe oben. Was ich wirklich glaube ist, dass die Forenleser sich auf Basis des Geschriebenen gut ein eigenes Urteil bilden können. Hab ich sogar auch getan. Und wenn ich es allen mitteile, geht der thread vor die Hunde. Mehr wollte ich gar nicht sagen, und damit wollte ich auch keiner einzelnen Person die Schuld zuweisen. Es gab ca. 6 Beiträge am Stück, die nichts mehr mit dem Thema zu tun hatten, und dann war es halt vorbei.

    Zudem möchte ich euch auf den Weg geben, dass ich euer Interesse zwar ok und legitim finde, jedoch ecken wir hier nun an, weil mich interessierte das Thema bis zu meiner abschließenden Meinungsbildung auch, allerdings habe ich als alter Hase und kleiner Weltverbesserer auch immer die Verantwortung für die Trainerkollegen und damit deren anvertrauten Kindern im Auge...ihr anscheinend nicht. Das finde ich schade...ich verurteile es nicht...finde es aber schade und das ist meine Kritik an Euch, die diesen Spagat hier nicht so gerne sehen wollen. Darf ich das sagen?


    Sollte das (auch) auf mich bezogen sein, bin ich jetzt überfordert .... ich interessiere mich für das Thema des threads und bin deswegen den Trainern und Kindern gegenüber unverantwortlich? Du hast Dich auch dafür interessiert, aber aus Verantwortungsgefühl Dein Interesse abgelegt?


    open-minded, Brechstange, was haltet ihr denn vom Beitrag 136? Alles andere sind nur notwendige Reaktionen darauf.


    Hinter der "Besorgnis" über die überforderten Trainerkollegen und der "notwendigen" Reaktion scheint mir das Weltbild zu stehen, dass der Forenleser und Trainerkollege, das dumme Schaf, angeleitet werden muss, wie er die Diskussion hier zu interpretieren hat.


    @Uwe, ich hoffe das soll hier kein Verhör sein. Da du diesem Beitrag aber so viel Gewicht beimisst: Ich habe das kurz gelesen und gedacht, dass mir wohl der Kontext fehlt, um den Inhalt zu verstehen. Bin mir immer noch nicht ganz klar darüber, wie der Satz gemeint war. Aufgrund Deiner Erregung verstehe ich nun, wie Du ihn auffasst und dass Du Dich davon provoziert fühlst - wenn er so gemeint war, hat FB vermutlich sein Ziel erreicht.


    Brechstange hat bisher ausschließlich hier gepostet.


    Ich bekenne mich schuldig, hier bislang deutlich mehr zu lesen als zu schreiben. Bin nämlich sehr begeistert von dem Forum und der thread soll der Auftakt gewesen sein, dieses zu ändern.

    Zitat von »Brechstange«

    Schade, dass es in der Diskussion nur noch um Ideologie geht bzw. darum, sich gegenseitig Modernität oder Weltfremdheit zu beweisen..
    Nein Brechstange, darum geht es nicht. Wenn FB hier (in seinem iegenen Thema!) Dinge behauptet oder unertstellt, die jegliche Grundlage vermissen lassen, dann muss darauf geantwortet werden.


    Ist mir jetzt nicht genau klar, was gemeint war. Vielleicht bezieht sich das auf eine Diskussion in einem anderen Thread?
    Mir geht es ja nicht darum, dass nicht diskutiert oder zurechtgerückt wird - sondern dass die Diskussion über ein - zugegen sehr abstraktes - Thema in einem Schlagabtausch über vermeintliche Weltanschauung mündet.


    Zitat von Uwe

    Ich bin jedenfalls nicht bereit bei solchen Aussagen stillzuhalten, nur um vermeintliches Fußballfachwissen von einem vermeintlichen Kinderfußballtrainerprofi zu erhalten..


    "Vermeintlich ..." "Kinderfussballtrainerprofi" .... mangelnde Modernität in der Pädagogik (ohnehin fraglich, ob der letzte Schrei in der Pädagogik so erstrebenswert ist ... ) Jeder Forenteilnehmer kann ja solche Einschätzungen für sich vornehmen, aber sie mehrfach reinzuschreiben killt halt die Diskussion.


    Wenn die Auswahl einer Trainingsübung zur Weltanschauungsfrage wird, überschätzt man den Einfluss, den man auf die kids hat, meine ich.


    Darauf weist auch Uwe hin, wenn er sagt, man darf Kinder nicht (schon) in ein enges Korsett von Vorgaben (z.B. 3 x Ballkontakt) einengen, sondern ihre Phanasie anregen.



    Die Regel "3x Ballkontakt" scheint mir auch eher nicht zu einer U9 zu passen, auch nicht zu einer sehr guten U9. Dennoch: Den Automatismus "mehr Regeln, weniger Kreativität" würde ich jedenfalls hinterfragen. Kreativität entfaltet sich da am besten, wo ein "richtiges" Mass an Rahmenbedingungen gesetzt ist. In einer bestimmten Situation für einen bestimmten Spieler mag so eine Vorgabe auch mal "richtig" sein. Weiss aber auch nicht was das noch mit dem Ausgangsthema zu tun haben soll.


    Schade, dass es in der Diskussion nur noch um Ideologie geht bzw. darum, sich gegenseitig Modernität oder Weltfremdheit zu beweisen..