Beiträge von koeppchen

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    Jonglieren, und zwar beidbeinig. Mal nur starker Fuß, mal nur schwacher Fuß, mal abwechselnd. Oder mal innenseite oder sogar Außenseite zum jonglieren nutzen. Evtl. noch mit Knie und Kopf. Setze dir Ziele und erhöhe sie mit der Zeit. Mir hat das wirklich mehr Ballgefühl gebracht und Beidfüßigkeit. (Naja, sagen wir mal eine deutliche Verbesserung auf jedoch niedrigem Niveau ;-))

    Hm grundsätzlich werden sich Spieler nur anwerben lassen, wenn ihr schon höherklässig (mindestens Bezirksstaffel) spielt. Was für einen Sinn sollte es für einen Spieler sonst haben, zu euch zu wechseln? 10:0 Siege in der Kreisstaffel bringen die Spieler auch nicht weiter...

    wie gesagt statt die absoluten Newbies anzuwerben würde ich dann doch lieber unsere Bambinis einsetzen, wie ich es im Moment schon tue.

    Ja das verstehe ich auch wirklich nicht. Dein Ziel sollte doch auch sein, längerfristig in deinem Jahrgang genügend Spieler zu haben? Wenn man ständig auf die nächstjüngere Mannschaft zurückgreift, nützt das weder deinem Team noch den Bambini-Spielern!

    TRPietro, ich behaupte mal, nach 4 Wochen hat man nicht mehr als eine grobe Einschätzung, die in 70% der Fälle zutrifft und in 30% nicht.
    Gerade nach einem Trainerwechsel... Die einen sind motivierter als vorher, weil sie einen guten Eindruck machen wollen. Andere halten sich zurück, weil sie Angst haben vor dem unbekannten.

    Ehrlich gesagt würde ich diese Diskussion nicht nur auf den E- und F-Jugend-Bereich beschränken. Nach dem Motto, "bis zur E-Jugend kindgerecht, danach kommt es auf die Leistung an." Eine vergleichbare Aussage hört man immer wieder.


    Aus meiner Sicht ist in ALLEN Altersklassen der Bedarf an Breitenfußball ohne Leistungsdruck größer als der Bedarf an Fußball, bei dem es hauptsächlich ums Gewinnen geht! Optimal ist hier natürlich, wenn ein Verein in den verschiedenen Altersklassen mind. zwei Mannschaften hat und so beide Bedürfnisse erfüllen kann. Aber ein kleiner Verein muss sich eben entscheiden, wenn er keinen Spagat machen will. Ich glaube, dass in vielen kleineren Vereinen in A-C-Jugend die Trainer und Verantwortlichen "mit Gewalt" den Erfolg wollen und deshalb in diesen Altersklassen so viele Spieler wegbrechen. Ich kann nur sagen, überdenkt eure Maßstäbe!


    Ein kleines Beispiel: In unserem Verein haben wir derzeit 2 A-Jugend-Mannschaften, 75% der Spieler kommen aus unserem Ort (ca. 8000 Einwohner). In den letzten Jahren haben sich hier immer wieder Leute darum bemüht, eine 2. Mannschaft für die "Breitensportinteressierten" anzubieten. Das zahlt sich aus: Einerseits hat natürlich die A1 einen sehr wertvollen Unterbau, andererseits (viel wichtiger!!) sind sehr viele dieser Spieler inzwischen im Verein engagiert, als Schiedsrichter, F-Jugend-Trainer usw.! Hätte man sich früher z.B. in der C-Jugend entschieden, hier hauptsächlich auf die Leistung zu achten, wären sicher viele dieser Spieler jetzt weg.


    Selbst bei Erwachsenen sind aus meiner Sicht die "Spaßfußballer" in der Mehrheit. Ich spiele häufig in verschiedenen Gruppen von Hobbyfußballern mit. Nach dem Spielen weiß ich oft nicht, ob meine Mannschaft häufiger gewonnen oder verloren hat. Ich weiß aber genau, ob es Spaß gemacht hat, erinnere mich an schöne Spielszenen, aber auch an Fehlpässe... Und so geht es den meisten von uns.
    Was mich interessieren würde: Wie spielt ihr selbst am liebsten Fußball? Setzt ihr die Leistungsorientierung, die ihr z.T. von euren Kindern verlangt, auch selbst beim Sport um?

    Ich denke man muss hier feiner unterscheiden. Nicht jeder e.V. ist gemeinnützig. Ich glaube auch nicht, dass Gemeinnützigkeit damit zu tun hat, jeden aufzunehmen.
    Allerdings könnte ich mir vorstellen, dass eine Stadt/Gemeinde ihre Unterstützung für einen Verein (Sportgelände, Sporthallen u.v.m.) von einer solchen Verpflichtung abhängig machen könnte. Ein Verein, der viele Steuergelder von einer Stadt oder Gemeinde erhält, muss meiner Meinung nach auch für alle Bürger zugänglich sein!

    Aus meiner Sicht diskutieren wir über ein Symptom, nicht über das Grundproblem. Die Frage ist doch, welche Ziele habe ich als Trainer, wenn ich zum Training oder Spiel fahre? Nach welchen Kriterien beurteile ich, ob das Spiel/Training heute gut war oder nicht?
    Wenn diese Grundeinstellung stimmt, dann passen die anderen Dinge auch und es wird nicht passieren, dass ein Spieler in der D/E/F zum Spiel mitgenommen aber nicht eingesetzt wird.


    Zur Beurteilung von clubfans Aktion, einen Spieler komplett draußen zu lassen, fällt mir auf:

    Wenn bsw. ein schwächerer Spieler im Training oft nur rumsteht,


    sich nicht wirklich reinhängt, dann entscheide ich, ob er in der zweiten Hälfte rein kommt.


    Wie wird ein stärkerer Spieler behandelt, der im Training nur rumsteht?? Ich habe es noch fast nie erlebt, dass ein stärkerer Spieler ein ganzes Spiel von draußen zusehen muss. In gewissem Rahmen kann man schon Bemühungen der Spieler belohnen, bzw. Lustlosigkeit bestrafen, das meint Uwe wohl auch mit den Ausnahmen... Jedoch muss man dabei beachten wie die Möglichkeiten des Spielers sind. Entscheiden muss dann sein, wie sich ein Spieler im Verhältnis zu seinen Möglichkeiten anstrengt.


    Aber wie gesagt, ich würde nicht diesen einen Fall jetzt in der Luft zerreißen, sondern eher die Grundeinstellung diskutieren... Was sollte das #1 Ziel eines Trainers sein? Das Wohl aller einzelnen Spieler? Das Wohl der Mannschaft? Und wie definieren wir dieses Wohl??

    Uwe, ich kann hier jedes deiner Worte unterschreiben!
    Leider wird selbst ein Kindertrainer oft am "Erfolg" gemessen und misst sich selbst daran! Wann kann ein Trainer zufrieden mit sich sein? Wenn er ein knappes Spiel gewonnen hat, aber das "Opfer" bringen musste, dass einige ganz draußen bleiben? Oder wenn ein knappes Spiel verloren wurde, weil im entscheidenden Moment der Spieler, der nicht kicken kann, aber das halbe Spiel eingesetzt wurde, mal wieder den Fehlpass spielte?
    Ich messe Trainer daran, wie sie mit den schwächeren Spielern umgehen, wie sie es schaffen in der Mannschaft gegenseitige Akzeptanz zu erzeugen, unabhängig von der Stärke. Es hört sich so an, als wäre das eine schwierige Aufgabe, nicht verstanden von den ganzen Ex-aktiven Fußballern in Verein und Elternkreis.
    Ich habe es anders erlebt. Wer sich als Trainer (in erster Linie soziale) Ziele setzt, die unabhängig von den Tagesergebnissen sind, hat weniger Frust, setzt sich selbst weniger unter Druck, ist gelassener usw. Wenn man sozusagen abgestempelt ist als "nicht erfolgsorientierter" Trainer wird man zwar von manchen belächelt, ich habe aber mich in der Situation eher wohl gefühlt. Diejenigen die mich belächelt haben, sind mir sowieso egal, auf der anderen Seite bekommt man auch unerwartete Anerkennung.

    Man sollte auch nicht mit Kanonen auf Spatzen schießen. Das derzeit bei uns geltende Regelwerk ist m.E. vollkommen ausreichend. Eine frühzeitige Spielverlegung in beiderseitigem Einverständnis muss weiterhin möglich sein, auch ohne Strafe! Der Jugendfußball ist nun mal nicht der Mittelpunkt der Welt, nach dem sich alles andere richten muss!

    Bcefferen, ich stimme dir zu, was du beschreibst ist das Ziel, das würde ich sofort unterschreiben. Ich wäre in deiner Situation auch sauer gewesen! Schade eigentlich, dass die Realität häufig noch so aussieht, wie ich es beschrieben habe. Bei uns übrigens auch. Ob es daran liegt, dass an vielen Orten die Mädchenmannschaften erst seit kurzem existieren? Bei uns z.B. spielen die meisten B-Mädchen erst seit höchstens 2-3 Jahren, das erste Jahr nur Training und wenige Freundschaftsspiele. Bei den Jungs wird die "richtige" Einstellung zum Fußball, z.B. was Terminplanung angeht, schon viel früher vermittelt. Vielleicht wird der Mädchenfußball in einem Verein auch um so mehr ernsthaft betrieben, je länger die Mädchenabteilung schon "etabliert" ist?

    Bcefferen hat recht, wenn er schreibt:


    Im Prinzip wissen deine Spieler auch was nicht stimmt. Es handelt sich um die Einstellung!!!


    Du schreibst ja auch, dass die Spieler mehr Potenzial hätten! Ich denke, auf Grund der Ergebnisse ist Frust da, der äußert sich so, dass die Spieler die Ergebnisse verdrängen, nach dem Motto "Ist uns doch egal, ob wir verlieren, wir spielen nur aus Spaß...". Wäre Erfolg da, würde es anders aussehen.
    Es geht hier um eine kurzfristige Sache, dass die Mannschaft noch mal das Ruder herumreißt. In der Bundesliga würde es jetzt heißen, der Trainer muss im mentalen Bereich arbeiten.
    1. Reizpunkte setzen: Mal einen Stammspieler draußen lassen, der sich im Training und Spiel hängen lässt.
    2. Der Mannschaft die Bedeutung klar machen, wenn sie diese aussichtslose Situation noch schafft. ("Etwas ganz besonderes") Evtl. kann der Jugendleiter vor einem wichtigen Spiel ein paar Worte zum Team sagen.
    3. Die Mannschaft soll sich beweisen wollen: "Von den anderen Mannschaften, selbst im eigenen Verein glauben nur ganz wenige an euch. Die haben euch alle schon abgeschrieben! Wenn ihr das noch schafft, dann werden die ganz schön staunen"
    4. Belohnung: Wenn das Ziel erreicht ist, machen wir eine Party/einen Ausflug.
    5. Führungsspieler: jemanden zum Kapitän machen, der die Mannschaft mitreißen könnte, der mit der derzeitigen Situation unzufrieden ist.
    6. Teamgeist betonen: "Wenn wir etwas erreichen wollen, dann nur gemeinsam. Beim ersten Fehlpass zu meckern führt nur zum nächsten Fehlpass. Motiviert euch gegenseitig und muntert euch auf, je lauter desto besser!"
    Sportlich, auch bei der Videoanalyse, beschränkt euch auf 2-3 wichtige
    Punkte. Auch wenn die Mannschaft alles falsch macht, kann man ihr nicht
    alles aufzählen. Da nimmt sonst kein Spieler etwas mit.
    Das sind die Hauptpunkte, wie unsere C-Jugend-Mannschaft letzte Saison den Klassenerhalt geschafft hat. Im Winter hatten wir als Tabellenletzter 3 Punkte und fünf Punkte Rückstand auf den Drittletzten.

    Interessant. Die einzige Mannschaft meines Vereins, von der ich so was schon gehört habe sind die B-Mädchen! Ich versuch mich mal an Erklärungen....
    Kann es sein, dass es zwei Sorten Mannschaften bei den B-Mädchen gibt - die einen sind hauptsächlich Spaßmannschaften, die anderen (wie offensichtlich das Team von bcefferen) sind eher erfolgsorientiert. Mit Spaßmannschaften meine ich nicht, dass die nicht gewinnen wollen, sondern dass für die meisten Spielerinnen Fußball nicht so wichtig ist, sondern v.a. am Wochenende andere Dinge Priorität haben. In der Bezirksliga kann ich mir solche Spaßmannschaften schon vorstellen!
    Aus der Perspektive dieser Spielerinnen ist es jetzt so, dass sie am Wochenende diese wahnsinnig wichtige Party haben, und am Donnerstag im Training fällt ihnen dann ein, dem Trainer Bescheid zu sagen. Dieser versucht seine Spielerinnen natürlich zu überreden, doch zum Spiel zu kommen, aber entweder hat er wenig Autorität oder er kommt gegen die Gruppendynamik der Spielerinnen nicht an. OK versuche ich also das Spiel zu verlegen. Damit es nicht ganz ausfällt. Muss der Trainer also dir, bcefferen, gegenüber so argumentieren, dass du einverstanden bist. Tja, Pech gehabt, du bist ein "harter Knochen". Trainer erzählt also den Spielerinnen, der Gegner will nicht verlegen, wir müssen spielen, versucht es irgendwie hinzubekommen. Die Spielerinnen sind sauer, manche gehen trotzdem zur Party, andere organisieren widerwillig, dass sie nachher zur Party gehen. Die die zum Spiel gehen sind noch sauer auf die anderen, die nicht zum Spiel kommen, ärgern sich, dass die eine oder andere gute Spielerin fehlt. Und wer ist schuld? Der Gegner, der das Spiel nicht verlegen will. Dabei wär das doch kein Problem!
    So lässt sich eine aufgeheizte Stimmung beim Spiel schon erklären, finde ich. Dazu kommt noch, dass eine B-Mädchen Truppe hier eine größere Eigendynamik entwickeln kann ("Zickigkeit") als eine Jungsmannschaft, und dann kann ich mir vorstellen, dass ein wohlmeinender Trainer hier auf taube Ohren stößt.
    Das ist nur ein Versuch, die ganze Sache zu erklären....
    Bei einer Jungsmannschaft würde m.E. einiges anders laufen, wie siebener weiter oben geschrieben hat.

    Ich finde, ein E-Jugend-Spieler muss nicht wissen, dasss es für ein Spiel 3 Punkte gibt, und er muss nicht wissen, wo sein Team in der Tabelle steht. Es ist aus meiner Sicht kindgerecht, dass die 10-jährige aus Spaß Fußball spielen. OK nach dem Spiel sollten sie vielleicht das Ergebnis wissen, aber auch das ist kein Muss.
    Was die entspannten Eltern angeht, da gebe ich meinen Vorrednern Recht, es wäre mir auch lieber so. Ein bisschen Interesse ist natürlich schon gut, aber besser die Eltern interessieren sich dafür, wie der Umgang in der Mannschaft ist, ob Teamgeist gelebt wird, ob der Trainer gerecht ist und wie sie unterstützen können (Kuchen backen, fahren). Eltern müssen sich nicht dafür interessieren, ob Spiele gewonnen werden, welche Taktik die beste ist oder wer die guten und wer die schlechten Spieler sind.

    Ich habe auch, gerade in der C-Jugend, Ähnliches erlebt... Da erfährt man über dritte, dass ein Spieler weggeht bzw. aufhört, und er verabschiedet sich noch nicht einmal. Ich kann mir gut vorstellen wie es dir geht. Allerdings ist es mir meistens gelungen, noch ein Gespräch mit den Spielern zu führen und einen "sauberen Abgang" hinzubekommen. Wohlgemerkt ging der Wunsch zum Gespräch in diesen Fällen von mir aus. Das würde ich an deiner Stelle auch versuchen. Mit den betreffenden Spielern habe ich dadurch immer noch ein gutes Verhältnis.


    Im Nachhinein betrachtet sehe ich es so wie bcefferen. Ich brauche als Bestätigung für meine Arbeit keine spätere Dankbarkeit der Spieler. In meiner Arbeit als Trainer liegt schon die Bestätigung.

    Die Frage ist, wie du die Medaillen so verteilst, dass die Kinder es fair und gerecht finden. Wenn du 3 Kinder belohnst, gehen viele leer aus. Daraus kann auch Neid entstehen und die ganze Aktion hat evtl. einen unerwünschten Effekt. Schwer im Voraus einzuschätzen, wie es bei der Mannschaft ankommt.
    Anders ist es, wenn nachvollziehbare Dinge belohnt werden, z.B. wie oft die Spieler im Training sind.
    Bin auf jeden Fall gespannt, wie es bei dir läuft, falls du dich entscheidest, die Medaillen zu verteilen...