Es ist schon ein bisschen erschreckend, wie einfach es sich manche hier machen.
Nach dem Motto, Schule ist wichtiger als Fußball, Eltern haben das Recht über ihre Kinder zu entscheiden. Also können sie mit dieser Begründung so ziemlich nach Belieben bestrafen und müssen sich vor niemandem rechtfertigen, erst recht nicht vor dem Trainer, der soll sich gefälligst nicht innerfamiliäre Dinge einmischen.
Dass diese Argumentation in dem beschriebenen Fall überhaupt nicht passt, scheint kaum zu interessieren.
Zunächst mal ist das hier keine innerfamiliäre Angelegenheit, sondern die Mannschaft und der Trainer werden zu direkt betroffenen. Ganz abgesehen davon, dass Mannschaft und Trainer nichts dafür können, haben sie als Betroffene aus meiner Sicht absolut das Recht, ihre Meinung zu sagen und sogar eine Begründung für die Bestrafung zu verlangen. Außerdem ist es vor diesem Hintergrund des Trainers gutes Recht, andere Lösungsmöglichkeiten für den Konflikt zu diskutieren.
Stellen wir uns vor, was hier gestern abend passiert ist. Angenommen, der betroffene Spieler spielt zwar ganz gern Fußball, aber hat nicht allzu viel Verantwortungsbewusstsein der Mannschaft gegenüber. Er sitzt also daheim, zockt gemütlich PlayStation. Währenddessen sind seine Mannschaftskameraden auf dem Platz, strengen sich an und verlieren trotzdem dieses wichtige Spiel, weil ein Tick (oder ein wichtiger Spieler) fehlt. Nach dem Spiel schleichen sie mit hängenden Köpfen vom Platz, ebenso die Trainer, die viel Zeit investiert haben, die Mannschaft zum Klassenerhalt zu führen, und nun tief entäuscht sind. Da fragt man sich doch: Wer wird hier bestraft????
Wie einige schon geschrieben haben, ist eine weitere Schwachstelle, dass die Bestrafung nicht anlassbezogen ist, und daher wenig hilft.
bcefferen mit seiner reichhaltigen Trainer- und Lebenserfahrung hat natürlich recht, wenn er die menschlichen Schwächen anspricht und dass man lernen muss, damit umzugehen... Aber was für ein Signal würde gesendet, wenn die Eltern die Bestrafung revidieren (bzw. in eine andere umwandeln), nachdem sie die Sichtweise von Mannschaft und Trainer gehört haben? Geht hier wirklich die Autorität der Eltern verloren? Ich meine, hier lernen Kinder und Jugendliche, dass Probleme durch Reden und Argumente gelöst werden können bzw. ein Kompromiss gefunden wird! Wäre das nicht die beste Lektion?