Beiträge von koeppchen

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    Ich würde auch mit Macht auf eine E2 hinarbeiten. Wenn dies eine echte Perspektive ist, dann lohnt es sich, die nächsten Monate irgendwie zu überbrücken. Dass die zweite Mannschaft aus deiner Sicht der einzige Ausweg ist, würde ich dem Trainerkollegen und der Jugendleitung offen (nicht per Mail) mitteilen. Dann solltet ihr eine Kompromisslösung für die Hallenrunde erarbeiten, z.B. dass bei bestimmten Turnieren nur die Jüngeren spielen.
    Ich kann es aber gut nachfühlen, wie man als Co die Faust in der Hosentasche ballt, wenn man diese Ungerechtigkeiten mit ansieht.

    Für mich war es klar, dass die Trainertätigkeit in den Lebenslauf hereingehört. Ich wollte mit offenen Karten spielen. Ein Arbeitgeber, der damit ein Problem hat, wäre auch nicht das richtige Unternehmen für mich. Klar, dass man vieles tut, damit der Beruf nicht darunter leidet.
    Ich habe bei den Bewerbungsgesprächen auch keine negativen Erlebnisse damit gehabt. Wenn das Ehrenamt in den Gesprächen ein Thema war, konnte ich auch ganz gut die positiven Seiten der Persönlichkeitsentwicklung argumentieren. Schließlich besteht der Trainerjob zu einem guten Teil aus Motivation, Teamarbeit, Führung und Konfliktlösung - Eigenschaften, die in vielen Berufen wertvoll sind!

    Als ich vor etwas mehr als einem Jahr meine Mannschaft übernommen habe, gab es eine ähnliche Situation.
    Bei einem der letzten Turniere in der D-Jugend habe ich der Mannschaft gemeinsam mit einigen Spielereltern zugeschaut. Tja, das Turnier lief eher bescheiden, einer der Spieler war besonders gefrustet, stand hauptsächlich rum und meckerte seine Mitspieler an. Einige Väter riefen von der Seite rein und riefen laut, dass sich der eine Spieler endlich mal anstengen soll. Als Konsequenz stapfte der Spieler nach dem Spiel vom Platz, zog seine Kickstiefel aus und erklärte, dass er nicht mehr mitspielt.
    Ich habe dann zunächst mit den Vätern gesprochen. Sie haben in der Sache recht, verhalten sich aber falsch. Es ist nicht ihre Aufgabe, reinzurufen, weder taktische Anweisungen noch Kommentare über einzelne Spieler. Wenn dann positive Anfeuerung. Wir haben diskutiert, aber meine Botschaft kam an.
    Den Spieler habe ich mir dann auch noch zur Brust genommen. Ihm erklärt, dass er sich nicht so verhalten kann, dass jetzt keine Eltern-Kommentare mehr kommen, und dass er sich jetzt voll aufs Spiel konzentrieren soll.
    Hat dann für dieses Turnier ganz gut geklappt.
    Wenn ich das ganze heute beurteile, muss ich sagen, dass alle Eltern sich seitdem sehr vorbildlich verhalten, obwohl wir teilweise hoch verloren haben! Der Spieler jedoch hat sich nach einigen Wochen durch mehrere Aktionen selbst ins Abseits gestellt. Er war nicht bereit, sich in den Dienst der Mannschaft zu stellen und hat dann das Team verlassen.

    Danke für dieses Thema, SuperTrainer!!
    Ich habe in der Vergangenheit das gleiche erlebt. Entscheidend ist, die Spieler haben Spaß im Training und mit ihren Mannschaftskameraden. Wenn man dann als Trainer noch Hilfestellung gibt, die Ergebnisse "einzuordnen", sind die Spieler in dem Alter durchaus reif genug, um auch hohe Niederlagen wegzustecken.
    Ich erinnere mich noch genau, wie meine Mannschaft (96/97) letzte Saison nach einem 0:15 beim Tabellenführer (Zwei Drittel der Mannschaft erstes Halbjahr 95) mit hoch erhobenen Köpfen vom Spielfeld gegangen ist!
    Inzwischen haben die meisten Leute im Verein auch kapiert, dass das möglich ist...

    Hallo Hans,


    du hast ja selber schon geschrieben, dass dein Verhalten in Beispiel 2 nicht voll OK ist.
    Für die Entwicklung der Spielintelligenz ist es besser, wenn der Spieler lernt, selbst Entscheidungen zu treffen. Wenn er dann Fehler macht, kann man die in aller Ruhe in der Halbzeit oder im Training ansprechen (Lerneffekt).
    Außerdem bekommen solche Anweisungen meistens die Spieler, die auf der Seite der Trainerbank spielen (sonst müsstest du ja ganz schön brüllen), was auch ziemlich unfair ist ;)
    Ich denke, für jeden Trainer ist dein Verhalten nachvollziehbar, man schaut sich ja das Spiel an, um Verbesserungsbedarf zu finden.
    Ich selbst versuche - gelingt nicht immer - die Fehler die ich sehe, mit meinem Co-Trainer zu besprechen, oder leise mit mir selbst zu sprechen, wenn ich mich nicht zurückhalten kann...

    Ich gehe hier mit Andre's Meinung größtenteils mit. Die Mannschaftseinteilung wäre bei mir genauso. Bei Hänseleien in der Schule haben sich die Eltern und die Lehrer zu kümmern, bzw die Kinder selbst. Man muß sich als Erwachsener nicht überall einmischen und alles für die Kinder regeln wollen. Ich würde hier nur als Trainer aufklären, wie man sportlich miteinander umgehen sollte. Ansonsten mische ich mich dort nicht ein, solange es keine Auswirkungen auf den Trainingsbetrieb und die Mannschaft hat, da ich wohl kaum feststellen kann, was wirklich der Wahrheit entspricht. Von Dritten irgendwelche Sachen zu erfahren und dann Sanktionen zu verhängen, davon halte ich nichts.

    Wenn das "Mobbing" so stattgefunden hat, wie Thomekz es beschreibt, dann HAT es Auswirkungen auf den Trainingsbetrieb und das komplette Mannschaftsklima!!! Wenn der Trainer das nicht in den Griff bekommt, hat er seine Aufgabe nicht erfüllt und darf im Winter seine D2-Mannschaft abmelden. TRPietro und Andre haben einige gute Ansätze geliefert. Augen zu und Ohren zu ist der falsche Weg.
    Die Einschätzung, ob Eltern übertreiben oder ob es sich so abgespielt hat, bleibt Thomekz selbst überlassen, da er die Beteiligten kennt.

    Ja, aber der Trainerkurs sollte eine grundsätzliche Ahnung von Taktik und auch Trainingslehre vermitteln. Trainierst du taktische Dinge? Bist du im Training in der Lage, die Dinge zu erklären und zu korrigieren? Dann wirst du auch im Spiel erkennen, ob dies umgesetzt wurde. Du solltest dir Schwerpunkte im Training setzen, die dann auch die wichtigsten Punkte der Spielanalyse bilden. D.h. erst überlegen, wie deine Mannschaft spielen soll, was du ihr beibringen möchtest, und dann die Spielanalyse daran ausrichten.
    Ich habe das Gefühl, dass du - auf der Suche nach einem vorgefertigten Formular - irgendwie verkehrt herum vorgehst...

    Es gibt tatsächlich Menschen, die ÄNDERN ihre Einstellung auf Grund guter Argumente und gemachter Erfahrungen. Andre und einige andere hier im Forum sind ein gutes Beispiel dafür. Dies geht nur, wenn die Themen (z.B. Erfolgsdenken im Kinderfußball) auch diskutiert werden, im Gespräch sind. Und die Abschaffung der Tabellen ist einfach ein super Mittel zum Zweck!

    Sambu, das ist ein beeindruckendes System, das offensichtlich in viele Richtungen durchdacht ist - mit dem Ziel, allen Spielern gerecht zu werden. Mir als Freund der Zahlen ist eine solche "unbestechliche" Vorgehensweise sehr sympathisch.


    Sei dir aber der Grenzen des Systems bewusst

    • allen gerecht zu werden ist unmöglich. Pass auf, dass du die Ansprüche an dich selbst nicht zu hoch setzt (Perfektionist?)
    • einige Spieler werden dein System als gerecht anerkennen. Viele Spieler (und Eltern!) aber sind dazu nicht in der Lage. Sie sehen im Endeffekt hauptsächlich, was mit ihnen passiert, dass sie an dem einen oder anderen Spiel nicht teilnehmen können.
    • Selbst im Rahmen des Systems musst du flexibel reagieren können, wenn ein Spieler mal nicht so mitmacht, oder das Training stört.
    • Das System nimmt dir ein Stückweit die Möglichkeit zu Bauchentscheidungen.

    Günter, was ist genau der Vorteil eines "Fußballers" als Trainer gegeüber einem "Nichtfußballer"?

    • Dass er die Techniken einwandfrei durchführen oder vormachen kann oder
    • dass er sie selbst erlernt hat, d.h. den Weg, den seine Spieler gehen sollen, selbst gegangen ist?

    Mit anderen Worten: Ist das Fußball-Naturtalent am besten als Trainer geeignet oder derjenige, der sich selbst alles erarbeiten musste? Wer kann wohl besser eine Technik vereinfachen, in Einzelteile zerlegen, wer versteht besser, was den Fußball ausmacht?

    Du solltest dringend die Umfrage von deiner Homepage runternehmen:
    Was haltet ihr von Christian G. als Trainer?


    Ich stelle mir nach dem Durchlesen dieses Themas die Frage: Warum bist
    du mit Leib und Seele Jugendtrainer? Was treibt dich an? Was begeistert
    dich an der Tätigkeit?


    Wenn du diese Fragen beantworten kannst, dann wirst du auch eine Lösung für deine Situation finden.