na gut, dann gehen wir mal auf mögliche gründe ein, die sicher nicht im fußball zu suchen sind sondern in der gesellschaft.
mir ist diese wut und dieses temperament der migranten jungs bekannt. wie ich ja schon schrieb, habe ich eine besonders bunte truppe zusammen.
so stehen wir auch recht weit oben in der fairnesstabelle, trotz unterschiedlichster herkunft und status der eltern.
da gibt es einen albaner aus einer akademikerfamilie, türken aus klassischer arbeiterhaushalten, flüchtlinge aus sri lanka und spanier und kroaten aus "normalen" familien.
hinzu deutsche mit genau den gleichen familienverhältnissen. alle gehen gemeinsam zu den unterschiedlichsten schulformen, meistens gymnasium.
doch wer wird trotz gleicher leistung und elternhaus benachteiligt? die migranten.
sie bekommen keine nebenjobs, erhalten keine vorstellungsgespräche bei gleicher bewerbung in gleichen betrieben trotz besserer noten usw.
der wunsch ihrer eltern, macht es besser, lernt und strengt euch an, erfüllen sie weitesgehend, wer dies nicht honoriert sind wir, die gesellschaft.
kommen wir zum fußball. wir alle kennen die reinen migranten teams aus türkischen, kroatischen oder afrikanischen jungens.
warum ist das so? weil sie untereinander besser klarkommen. ist das wirklich so? nein, aber fragt mal xbeliebige trainer:
"türken? superspieler, aber mehr als einen und du hast ärger!" ja, kann ich unterstreichen wenn man den persönlichen aufwand misst
um sie zu betreuen, motivieren, einzufangen oder zu erziehen, aber man bekommt das in griff und es lohnt sich,
ich weiss wovon ich spreche. sie sind in jeder hinsicht anders: gefühlvoller, aufgeregter, temperamentvoller oder aggressiver.
aber man kann das kanalisieren, wenn man sich bemüht. geben sich genügend diese mühe? ich glaube nicht...
in meinem verein bin ich der einzige trainer der dieses konzept fährt. alle anderen teams.
von der bambini bis A jugend sind von 100 bis 90 prozent deutsch!
warum ist das so? manche vorurteile sprechen sich halt rum, genauso wie konzepte wie meine.
klar gibt es oft zwei gruppen im team, die migranten und die deutschen, das ist selbst bei uns so,
aber beim spiel ist das ein team! die gehen zusammen duschen, laufen und kämpfen füreinander.
trifft man sich, geht man nicht vorbei. gute jungs halt.
aber was müssen sie erdulden während ihrer spiele? "hurensohn" ist die freundlichste begrüßung.
es gibt trainer, die spielen genau damit, weil sie wissen, irgendwann tillen sie dann aus.
meine jungs inzwischen weniger bis gar nicht mehr, aber die anderen, "deutschen" versuchen es immer wieder.
woher kommt also diese wut? tja, aus der chancenlosigkeit in ihrem leben?
dem geringen respekt? den medien, den youtube videos, den computerspielen?
dies ist eine erklärung, rein subjektiv gedacht, aber bei weiten keine entschuldigung oder gar ein freibrief!
die jungs, die diese schreckliche tat begangen haben, müssen hart bestraft werden, auch zukünftig in deutschland,
wo vieles noch nach einem jugendrecht und jugendschutzgesetz gehandhabt wird, obwohl sich die grenzen hier in den letzten 20 jahren enorm verschoben haben.
so ist ein 15 jähriger 2012 nicht der gleiche wie 1980. die jungs heute sind weiter, größer, stärker und auch erwachsener.
also sollten sie auch anders bewertet werden. was bringt das? schwer zu sagen, aber auf jeden fall mehr gefühlte gerechtigkeit.
kann man dies im fußball ändern? in griff bekommen?
ich denke nein, da sind wir chancenlos!
das ist eine gesellschaftspolitische aufgabe, die vordringlicher ist, als alles was wir momentan erleben...
die größte gefahr für unsere gesellschaft, die zivilisation, so haben wissenschaftler von einiger zeit festgestellt,
ist die riesige wachsende menge von zornigen jungen männern zwischen 15 und 25 jahren überall auf der welt.
gab es früher die herzogtümer, die ihre jungens in scharmützeln bewusst und aus diesen gründen aufeinander hetzten,
die schrecklichen kriege, die die jugenden der welt erbarmungslos verheizten so gibt es heute möglicherweise zu wenig möglichkeiten,
seine kraft zu messen. das wollen wir nicht ändern, weil gewalt und krieg falsch ist, aber so hat das früher funktioniert.
haben wir das erkannt und suchen wirklich aktiv nach neuen lösungen neben verblödungsfernsehen, was uns dumm und zufrieden halten soll?
während mein vater abends kaputt nach der arbeit zuhause auf dem sofa lag,
suche ich doch inzwischen bewusst nach dem langweiligen bürojob die körperliche ertüchtigung beim sport.
andere auch, aber was kommt, wenn es keinen job gibt und kein geld für sport?