Beiträge von thomasg

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    Meine Mannschaft (D Jugend) hat oft (zu 40-60% der Trainingseinheiten) einfach keine Lust auf Fußballtraining (viele Spielformen bzw Wettkamofe) sondern möchte einfach frei bolzen. Mir gefällt das als Trainer natürlich nicht, aber halse ich mit dem Training nur zusätzlich etwas auf das keinem hilft oder sind die Kinder einfach zu sehr Straßenkicker? Was ist eure Meinung dazu?


    Warum nicht die Eigenmotivation nutzen und vielleicht einfach nur über die Spielfeldvorgabe und -variation Lernziele verfolgen (z.B. breites Feld, schmales Feld, 4 Tore, 1 breites und 2 schmale Tore auf der Gegenseite, Dribbeltore etc. pp.). Kann ich nichts verkehrtes dran finden.

    Schönes Thema. Ich habe in letzter Zeit hier viel mitgelesen, aber letztlich wenig geschrieben, weil mich genau die Dinge, die CokeFreak anspricht, auch sehr beschäftigen. Was ist mein Ziel, mein Anspruch als Trainer im unteren Jugendbereich bei einem Breitensportverein: bestmögliches Fußballtraining anzubieten um Verbesserungen der Spieler/der Mannschaft zu erreichen oder ist man eher Begleiter bei einer Hobbybeschäftigung, die einfach nur Spaß bringen soll und man ist eher Moderator der Veranstaltung um für einen sozialverträglichen Umgang aller Beteiligten miteinander zu sorgen ?


    Z.B. finde ich, dass jetzt in der Hallenzeit über einen Großteil der äußerst begrenzten Trainingszeit (1 Std. die Woche) gerne einfach gespielt werden kann, sofern gewisse Regeln eingehalten werden (max. 4:4, ich achte dabei sehr genau auf regelmäßiges Ein- und Auswechseln und regelm. TW-Wechsel, so dass keine länger als andere auf dem Platz stehen oder sich vor dem im-Tor-stehen drücken können, was ohne Betreuung glaube ich schief gehen würde). Ich hatte mir ursprünglich vorgenommen, zu Schulungszwecken dabei auch intensiver zu coachen und einzufrieren.


    Aber wenn das Spiel dann läuft, denke ich dann oft ach was soll's, die spielen für sich und weil es ihnen Spaß macht und was soll ich jetzt hier dauernd Anweisungen geben und ihnen den Spaß verderben in der einen Stunde Kicken die Woche ? Lass einfach laufen, hin- und wieder mal ein Lob wenn was positiv heraussticht und ab und an nen Tip und das war's. Ist das gut ? Ist das schlecht ? Bin ich mit der Einstellung überhaupt ein richtiger Trainer ? Keine Ahnung. Habe die Tage bei einem anderen Training zugeguckt, wo eine Passfolge eingeübt wurde mit zig Unterbrechungen (wieso spielst Du den Ball wieder so, habe ich nicht gerade gesagt das der Ball dahin......usw.usf.). Muss aber vielleicht so sein, weiß nicht.


    Und Andre, schön für das Forum das Du wieder dabei bist !

    Und Terminlich ist das mit dem Abi kein Problem aber ich habe Schiss dass ich meinen Kopf mit unwichtigem Kram als Sozialwissenschaften und Geschichte fülle


    Hallo, wer hat noch gesagt: Fußball ist keine Sache auf Leben und Tod, ich kann Ihnen versichern es ist noch viel ernster (irgendein englischer Trainer glaube ich)


    Ganz im Ernst, mach Dir nicht so einen Kopf. Deine sonstigen Beiträge lesen sich so, dass Du Doch ganz gut im Geschäft bist mit Deiner Mannschaft und nicht alles schief geht. Man kann auch an einem Perfektionsanspruch verzweifeln (nicht nur beim Fußball). Mir hilft bei den Selbstzweifeln, die man ja immer mal wieder so hat, ein Spruch den ich hier mal gelesen habe: Ein guter Trainer zieht die Mannschaft auf 120 % Leistung hoch, ein schlechter auf 80 % runter. In der Spanne bewegt sich der Einfluß eines Trainers. Ob das jetzt stimmt oder nicht, es entspannt unheimlich, sich das hin und wieder mal zu sagen, man kann nicht alles steuern und man hat nicht den unbegrenzten Einfluß den man als Trainer gerne hätte.

    Du bist ein junger Bursche, in dem Alter war ich auch kaum zuhause auf der Couch, da kann man sich durchaus mehr aufladen als ein Familienpapi. Trotzdem musst Du aufpassen, das du nicht zuviel machst. Ich könnte mir vorstellen das Du neben eigenem Training und als gleichberechtigter Trainer der ambitionierten U-14 keine zusätzliche 'kleine' Mannschaft mehr machen kannst. Da passt die Kombination mit der nicht so ambitionierten C-Jugend und einer zusätzlichen F-Jugend wohl besser. Obwohl ich eigenes Training und zwei mal Trainer sein schon viel finde, aber wenn die Spiel- und Trainingszeiten aufeinander abstimmbar sind, mag es in deinem jungen Alter gehen, wenn Fußball momentan das ist was Dich ausfüllt.


    Die Höhe der Spielklasse hätte für mich bei der Auswahl keine Bedeutung, eher ob es menschlich passt und wo ich mich wohler fühle. Es muss mir ja vor allem Spaß machen, wenn ich meine Zeit einbringe. Aber das mögen viele anders sehen und den Reiz der möglichst hohen Spielklasse vorziehen.


    :thumbup:


    Der Körper ist im C-Jugend Alter im 'Umbau', in der neuen DFB-Fibel 'Ausbilden mit Konzept 2' wird auch sehr ausführlich darauf eingegangen.

    Neben dem Training noch zusätzlich zu joggen sollte grundsätzlich eine freiwillige persönliche Entscheidung sein. Das 'zwangsweise' zu verordnen empfinde ich nach wie vor als falsch. Auch wenn ich tatsächlich bei einem 16'er Kader einige Spielerinnen habe, die nach dem Aufstieg in der Hinrunde in der höheren Klasse in der Rückrunde vermutlich läuferisch überfordert sein werden. Aber denke nicht im Traum daran, neben dem Training (das an Intensität natürlich angezogen werden kann) zusätzliche Laufeinheiten anzuordnen (C-Jugend).


    Vielleicht fehlt mir auch das 'Leistungs'-Gen, um das zu befürworten. Aber man muss aufpassen, das der Fußball nicht eine Überhöhung erfährt, die nicht seinem tatsächlichen Stellenwert im realen Leben entpricht. Es ist für die große Masse aller Spieler nur ein Hobby unter anderen und wird dies auch bleiben. Bei aller Freude mit der Beschäftigung am Fußball muss man denke ich gerade als Jugendtrainer aufpassen, da mit den Beinen auf dem Boden zu bleiben. Mit der Verordnung von Lauftraining geht man denke ich einen Schritt zu weit. Und LaVosa hat völlig recht, was mache ich wenn von 16 Spielerinnen nur 5 tatsächlich wie verordnet laufen gehen und die anderen dazu schlicht weg keine Lust haben, aus welchen Gründen auch immer ? Die wollen Fußball spielen, das heißt nicht das die alle auch Bock haben auf joggen. Kann ich doch allenfalls als sinnvoll anregen, niemals anordnen.


    Auch das Zeitargument kann man nicht einfach so beiseite wischen. Aus unserer Sicht haben die Kinder natürlich immer noch ne halbe Stunde, um mal zu joggen. Aber ich habe zwei 13 und 16 Jahre alte Töchter und würde so eine Forderung auch als Elternteil nicht befürworten. Seine Freizeit im Eltern- oder Trainersinn 100 % sinnvoll zu nutzen, entspricht nicht dem, was so ein Teenager auch mal braucht. Wir trainieren zwei mal die Woche 1 1/2 Stunden. Für mich bleibt es dabei, daneben werde ich keine Aktivität fordern für den Fußball.


    Meine 13-jährige Tochter wird in der Rückrunde einer der läuferischen 'Problemfälle' sein. Sie spielt am liebsten in der Verteidigung, aber ich musste sie schon in der Hinrunde ein paar mal woanders einsetzen, da sie gegen einige Stürmer einfach zu langsam war. Bei einem großen Schnelligkeitsunterschied kann das auch ein vorausschauendes Stellungsspiel nicht mehr wettmachen, da wird man einfach überrannt. Das wird ne Klasse höher sicherlich nicht besser. Sie hat auch ein paar Kilo zuviel (nicht dick, aber keine 'Laufgazelle'). Aber als Vater werde ich einen Teufel tun, darauf rumzureiten und laufen zu verordnen. Das ist immer ein komplizierter Mensch, den wir als Spieler vor uns haben, kein Fußballprofi der seinem Beruf nachgeht, nicht vergessen !

    Des Weiteren sind bei ihm zwischen Dauerlauf und Sprint keine Steigerungen sichtbar. Der läuft angeblich "immer ein Tempo und hat nur ein Tempo", und zwar kein äußerst schnelles.


    Durch einen Spurt im Spiel Akzente zu setzen, ist nach meiner Beobachtung eher eine mentale Sache, weniger eine körperliche. Das man dadurch Lücken schafft, Bewegung reinbringt, muss man den Spielern, denen es nicht so liegt der 'Macher' auf dem Platz zu sein erklären und ausdrücklich loben, wenn sie die Initiative nach und nach entwickeln.

    Allerdings könnte man, wenn es denn auf 1m genau die Position bestimmt, Runtastic auf den neuen Smartwatches bei meinem Training (alles mit Ball auf dem Acker) mitlaufen lassen.


    Das wäre allerdings wirklich sinnvoll. Nicht um anschließend die Spieler anzumosern, sondern um Verbesserungsmöglichkeiten aufzuzweigen. Meistens reichen ja ein paar Meter Laufschritt, um sich vorsorglich sinnvoll zu positionieren, obwohl der Ball gerade nicht in der Nähe ist. Aber es ist ein langer Weg das zu vermitteln. Nicht umsonst nutzen Profimannschaften ja schon länger diverse, leider teure, Techniken um die Aktivitäten auf dem Platz zu analysieren und auszuwerten. Da würde ich auch ein paar Euro für ne App spenden.

    Was mich allerdings interessieren würde, ist, ob du die Aussage, dass nicht jeder Körper für den Ausdauerlauf gemacht ist, noch etwas erläutern könntest, bzw. ob du eventuell sogar Quellen dazu hast. Es würde mich zwar wundern, wenn es tatsächlich Untersuchungen gäbe, die darauf hinweisen, dass einige wenige doch eher kürzere Ausdauerläufe deutlich schädlich sein könnten, aber wenn dem so sein sollte würde das meine Sichtweise darauf massiv verändern. Deswegen würde ich mich freuen, wenn du das nochmal ausführen könntest.


    Also es ist so dass ich mit nun mehr 48 Jahren ziemlich ramponierte Kniegelenke habe. Leider ist damit nicht nur eine Einschränkung der Beweglichkeit verbunden, sondern auch erhebliche Schmerzen. Das bedeutet schon eine ziemliche Einschränkung der Lebensqualität. Ich habe seit frühester Jugend Fußball gespielt und später (so ab 20,21 Jahren) zusätzlich gejoggt. Ab Mitte 30 ging es dann los mit den Kniebeschwerden. Erst Aufgabe des aktiven Fußballs- und Laufsports, mit zunehmenden Alter dann ständige Schmerzen. Macht man sich in jungen Jahren ja keine Gedanken drüber und es macht auch zuviel Spaß, Sport zu treiben.


    Ich beschäftige mich viel damit, was man so machen kann, Schmerztherapie, Behandlungsmethoden etc. um den Einsatz von künstlichen Kniegelenken hinaus zu zögern, gehe auch hin- und wieder in entsprechende Vorträge, lese viel darüber usw. Viele Orthopäden halten vom Joggen/Laufen gar nichts und raten davon ab, da sie mit den Spätfolgen konfrontiert werden. Es kann natürlich auch gut gehen, ich kenne genug Leute, mit denen ich damals Fußball gespielt habe und die ohne Probleme in der Altliga unterwegs sind. Aber von denen hat kaum einer zusätzlich noch gejoggt. Und es ist eben auch Veranlagung, jedes Gelenk ist anders, auch so ein Spruch von Orthopäden. Kniegelenke sind zwar grundsätzlich bei allen gleich aufgebaut, aber als Material nicht immer gleich Widerstandsfähig. Es gibt z.B. individuelle Unterschiede in der Belastbarkeit und die Beschaffenheit des Puffers im Gelenk, der Knorpelmasse. Der hat nicht bei allen die gleiche Qualität. Und mit zusätzlichen Kilometern steigt eben der Verschleiß. Zumal auch wesentliche Faktoren (richtig gute Sportschuhe, Laufuntergrund, Gewicht, Lauftechnik, evtl. noch nicht erkannte Kniegelenksfehlstellungen) häufig nicht ideal sind. Die Gleichung Laufen = Gesund stimmt nicht für jeden.




    Meine Abneigung beruht daher auf eigenen schlechten Langzeiterfahrungen, wirkliche Untersuchungen zu diesem Thema kenne ich nicht und ich glaube ich nicht, dass man eine Athrose tatsächlich dahingehend untersuchen kann, welche Belastung dazu geführt hat. Nur dass es zuviel war dürfte dann feststehen.

    Ausdauerläufe verordnen außerhalb des Fußballtrainings lehne ich bei Jugendlichen völlig ab. Zunächst mal empfinde ich das als einen Eingriff in die Privatsphäre, die Kinder brauchen auch Zeit für Schule, für Freunde, sonstige Aktivitäten etc. Nur damit meine Mannschaft (vielleicht) am Ende etwas fitter auf dem Platz steht, kann ich doch nicht so einen massiven Eingriff in die Freizeit der Kinder anordnen. Halte ich für völlig überzogen.


    Auch ist nicht jeder Körper für den Ausdauerlauf geboren, schon mal über langzeitfolgen für Gelenke nachgedacht ?

    26 Spieler bei einer Mannschaft, und hier soll (auch wenn es offenbar nicht sauber angewendet wird) streng nach Leistung und Trainingsbeteiligung aufgestellt werden ? Das kann nicht klappen, würde ich mir als Trainer nicht antun. Ist doch keine Profi-BL Mannschaft, bei denen wird das Nicht-Eingesetztwerden mit ordentlich Schmerzensgeld vergütet. Bezirk und Leistung hin und her, trotzdem ist es eine C-Jugend-Hobby-Jugendmannschaft. Gerade die korrekte Anwendung des Leistungsgedanken würde ja bedeuten, dass ich die Spieler Nr. 17-26 nie einsetzen kann. Das lässt sich im Leben nicht so regeln, dass keine Unzufriedenheit entsteht. Es sei denn, man schwört dem Leistungsgedanken völlig ab und spielt jedes Wochenende mit einer anderen gemischten Mannschaft, damit alle zum Zug kommen. Alternativ kann man natürlich die Unzufriedenheit und die Abgänge einiger Spieler in Kauf nehmen. Aber der Trainer ist bei der Ausgangssituation die ärmste Sau, da halte ich mich mit Vorwürfen zurück.

    Warum sollte ein ehemaliger Torwart, der in der eigenen sportlichen Vergangenheit 'nur' auf der Linie gestanden hat und allenfalls mal bei Flanken rausgelaufen ist, nicht ein guter Vermittler der neueren aktiveren Spielweise des Torwarts sein ? Wichtig ist doch nur, dass er Interesse an der Entwicklung im Fußball hat und sich darüber auf dem laufenden hält, was alles so zusätzliches an Aufgaben auf den Torwart zugekommen ist.


    Wichtiger als die persönliche Fußballvergangenheit ist doch das Interesse und die Neugier an den Entwicklungen, die es so gibt. Bedenklich wäre nur der Typus 'Brauchen wir nicht, haben wir damals auch nicht gemacht, alles Blödsinn'. Insofern würde ich es eher (wenn ich denn in der luxuriösen Lage wäre mir einen TW-Trainer aussuchen zu können-man wäre das schön, bei uns läuft der TW mehr oder weniger im Training so mit) von einem Gespräch abhängig machen, ob sich jemand eignet und nicht so sehr der Blick auf dessen sportliche Vita.

    Fairerweise sollte man aber nicht unterschlagen, dass die meisten Mannschaften draußen 2mal pro Woche trainieren, insgesamt bis zu 3 Stunden. In der Hallensaison ist man meist froh, wenn man eine Stunde Hallenzeit zugesprochen bekommt.


    So ist es z.B. auch bei uns, ein Mal die Woche Hallenzeit von 10.00 - 11.00 Samstags vormittags. Und ein bisschen Zeit für Aufwärmen,koordinative Dinge etc./Aufbauen/Abbauen muss man ja auch noch von der fußballerischen Ausbildungszeit abziehen, da direkt vorher und hinterher auch Mannschaften in der Halle sind und man kaum was vorbereiten kann.


    Bedenkt man noch dabei, dass die Teilnahme an einem Hallenturnier i.d.R. viel Stand- und wenig Spielzeit bedeutet (10 min. Spiel, wo auch einige Auswechslungen erfolgen also Nettospielzeit durchschnittlich ca. 5 Minuten pro Spiel, dann ca. 20 - 40 Minuten Wartezeit bis zum nächsten Spiel je nach Turniergröße), muss ich mir um die fußballerische Weiterentwicklung in der Hallensaison keine so großen Gedanken machen. Wir benutzen daher die ganz normalen Lederbälle im Training, die wir auch draußen haben.


    Den besten Lerneffekt im Training in der Halle sehe ich darin, im Abschlußspiel (kann deshalb auch gerne mind. 1/3 der Trainingszeit ausmachen in der Halle) ausschließlich 4-4 spielen zu lassen mit vielen Wechseln. Da habe ich automatisch die Bedingungen, die ich 'draußen' durch konstruierte Kleinfeldspiele künstlich erzeugen muss (jeder trägt Verantwortung, jeder muss mitmachen und anspielbar sein nach vorne und hinten - zumindest sollen sie es lernen. In der Halle ist bei nur 4 Spielern das Prinzip des Spielens und anschl. 'Mitgehens' mit dem Spiel sehr gut verständlich zu machen, da z.B. ansonsten die Spieler vorne sehr schnell aufgeschmissen sind, wenn die Defensiven nicht mitaufrücken und wieder angespielt werden können). Diesen Lerneffekt halte ich für sehr viel wichtiger als die Verwendung eines anderen Balles. Ich coache in der Halle auch etwas energischer als draußen, um dieses Lernziel zu vermitteln.

    [quote='16aufmrücken','index.php?page=Thread&postID=97125#post97125']Auch wenn ich es als unbefriedigend dass Tore durch Zufall rausgespielt werden.


    Aber wenn eine Mannschaft lernt den Raum zu nutzen, sich auch nach Abspielen weiter anzubieten und mit dem Spiel und Ball 'mitzuwandern' fallen die Tore eben nicht durch Zufall, sondern weil die Mannschaft dann schon fast zwangsläufig zu mehr Chancen kommt als bei einem eher statischem Positionsverhalten. Ich sehe das genau umgekehrt, mir sind die Lerneffekte und spielerischen Erfolge viel wichtiger als hier und da ein Torerfolg nach einem 'eingepaukten' Standartverhalten. Ich finde auch, die Einübung von Laufwegen ist der letzte Schritt bei einer ansonsten schon 'fertigen' Mannschaft mit Spielern, die grundsätzlich wissen wie man sich sinnvoll im Raum bewegt.


    Ich habe letztes Jahr in der D-Jugend eine laufstarke Mittelfeldspielerin (ansonsten aber körperlich schwach und wenig durchsetzungsstark) dazu angehalten, bei Angriffen immer in der Mitte mitzugehen, damit vorne dann eine zusätzliche Anspielstation ist. Wenn der Angriff vorbei ist, sollte sie sich wieder zurück Richtung Mittellinie orientieren. Hat ein bißchen gedauert, sie war auch ein wenig erschrocken über den 'Sonderauftrag' (sie hat mich tatsächlich gefragt: was ist wenn ich nicht rechtzeitig zurück komme; das war doch wirklich taktisches Selbst-begreifen). Jetzt in der C-Jugend bewegt sie sich wie selbstverständlich viel mit auf dem Platz und ist im Grunde immer aktiv, auch wenn sie den Ball nicht hat. Solche Erfolge betrachte ich als nachhaltig, nicht den Torerfolg nach einer genau eingeübten Passfolge. Das kann man, wie die Vorredner schon sagen, den Seniorentrainern überlassen.

    Also sowas simples wie Laufwege um Ständige Überzahl zu garantieren (Passfolgen nicht, das bringt in meinen Augen nichts) und einzelne Elemente von Passfolgen die beliebig kombiniert werden können


    Ich würde in diesem Alter, auch noch in der C-Jugend noch nicht, mit dem Einstudieren oder Vorgaben von genauen Laufwegen anfangen. Auch ich finde hier das DFB-Konzept sehr schlüssig, das zu starre taktische Konzepte ablehnt, da zu einengend für die Kinder und dem vielseitigem Ausbildungsgedanken nicht förderlich. Die Kinder sollen vielmehr dazu angeregt werden (z.b. durch Über-/Unterzahlspielformen) eigene zu Lösungen zu finden. Also mehr Anregung (bewegt euch in freie Räume, seht zu das Anspielstationen für den ballführenden Spieler da sind) als genaue Vorgabe der Handlung. Finde ich sehr gut nachvollziebar und auch schöner für die Trainingsgestaltung. Mach doch viel mehr Spaß helfend und mit Ratschlägen daneben zu stehen und sich an Entwicklungsschritten zu erfreuen als den Drillinstructor zu geben.


    Wir sind in der Hinrunde aufgestiegen und kriegen es in der Rückrunde mit weit stärkeren Gegnern zu tun. Da mache ich mir auch meine Gedanken ob das gut geht, da der Leistungsunterschied zwischen Kreisklasse und Kreisliga meist sehr hoch ist. I.d.R. krebst der Aufsteiger aus der Kreisklasse in der Rückrunde am Tabellenende der Kreisliga rum. Dementsprechend möchte ich im Training auch manchmal ganz anders loslegen. Aber es nutzt nichts, das Training ist an den Bedürfnissen der Spieler zu orientieren und nicht an dem Willen des Trainers, wenn das dauerhaft funktionieren soll. Man kann eine Lustlosigkeit der Spieler auch selbst herbei führen.

    Ich schmökere gerade im 'Ausbilden mit Konzept 2' vom DFB. Selbst im C-Jugendbereich wird bei der Gestaltung der Inhalte noch ein Anteil von 40 % der Trainingszeit auf Fußballspiele gelegt (mit Schwerpunkten, aber auch freies Spiel). Bei dem was man als Trainer alles beibringen will, muss man wohl eher aufpassen dass man am Ende nicht 90 % Übungen macht und 10 % Spiel. Ich glaube hier liegt oft 'der Hund begraben', die Kinder kommen und freuen sich auf Fußball und kriegen stattdessen ne zusätzliche Schulstunde, wenn man nicht aufpasst.


    aufmücken16, freu Dich doch erst mal das die Ergebnisse stimmen. Bei einer Mannschaft in der es menschlich und sportlich nicht passt stimmen die Ergebnisse meist nämlich nicht. Mehr beibringen will man immer, aber man darf auch nicht verkrampfen. Dann ist man am Ende der frustrierte Schreitrainer mit schlechter Laune auf beiden Seiten. Ich würde auch gerne 'mehr' machen, aber man muss sich auch das Gespür dafür bewahren wass die Kinder wollen und um was es eigentlich geht. Und das ist viel mehr als die geilste Taktik in der Staffel zu haben.

    bei der Ausgangslage sollten dringend zwei gleichstarke Mannschaften aufgestellt werden, auch wenn es Widerstände gibt. Leider gibt es immer noch viele Leute in den Vereinen, die solche Überlegungen als Schwachsinn abtun.


    Als Trainer solltes Du sowieso so handeln, wie du es für richtig hältst, sonst wirst du nicht glücklich mit dem was du tust. Es ist Deine Energie, Deine Zeit, Deine Leidenschaft für Fußball die Du einbringst. Dann hast Du auch das Recht das Vorgehen zu bestimmen, solange du deine Jungs für Fußball begeisterst ist alles o.k., die müssen überzeugt werden und zufrieden sein, nicht irgendwelche Erwachsenen. Erkläre den Kindern warum du gleichstark aufstellst.

    Schimanski,


    gut nachzuvollziehende Ausführungen zu den Wandspielern, werde ich dann doch mal versuchen. Ich habe im Training auch schon mal eine Funiniovariante gespielt mit Pass in eine Endzone zum Passabnehmer statt Torabschluss, aber nach dem Pass auf den Wandspieler geht hier -anders als beim Pass in die Endzone- das Spiel weiter, der Abspieler muss also gleich wieder was tun. Hört sich sinnvoll an, mal gucken wie die Mädels das verarbeiten.

    So, der Buchhändler hat mich vorgestern angerufen und ich konnte den DFB-Wälzer 'Ausbilden mit Konzept 2' in Empfang nehmen. Mit 38,- Euro ein stolzer Preis für den Dorftrainer mit der Breitensportklassischen Mannschaft, aber man will ja ein sinnvolles und interessantes Training anbieten. Tatsächlich wird die Frage der Gruppentaktik nicht dem Zufall nach dem Motto 'Das wird schon von alleine' überlassen, sondern ab C-Jugend werden zielgerichtet Gruppentaktische Dinge wie 'Gegenpressing' 'Fallenlassen' 'Umschalten' etc. behandelt und Trainingsvorschläge vorgestellt.


    Hätte ich nicht gedacht, ich war ja eher der Meinung die üblichen Kleinfeldspiele a'la Horst Wein sind erst mal ausreichend. Aber die Trainingsvorschläge sind spielnah und sehen auch für meine Mädels überwiegend machbar aus, nach dem ersten Durchblättern eine durchaus logische Weiterentwicklung der einfacheren Kleinfeldspiele die ich schon kannte mit gewissen gruppentaktischen Zielsetzungen. Ich denke nicht das ich die Ausgabe der 38 Euronen bedauern werde.