Beiträge von thomasg

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    Bei uns - einer guten, relativ leistungshomogenen Breitensportmannschaft, ebenfalls junger E-Jugendjahrgang - ist es schon so, dass die "Dribbler" und die "linearen" Spielertypen bei der Spielform ein wenig abfallen und nicht ganz so viel Aktionen und Spielfreude wie die anderen Kinder haben. Auch im Bewegungsspiel sieht man Riesenunterschiede zwischen den Kids. Umgekehrt bräuchte man die Übung auch nicht machen, wenn sie schon von allen perfekt beherrscht wird... ;)


    Ist auch meine Beobachtung. Die Übung ist ja geradezu ein 'Horst-Wein-Klassiker', nur das im Buch von Horst Wein keine zusätzlichen Außen/Anspieler eingesetzt werden. Sowas in der Art haben wir sehr häufig gemacht, auch mit Toren über Eck und breite Dribbeltore statt kleine Tore. (Tip: Die Tore einer Mannschaft unbedingt markieren mit Leibchen oder verschiedenfarbige Hütchen nehmen, sonst behält keiner die Übersicht). Auch in meiner Mannschaft war es interessant zu beobachten, dass eine im 'normalen' Spiel sehr wirkungsvolle Spielerin (Stichwort Ego-Dribblerin) eher schlecht zurecht kam -die war im Zweikampf lange Zeit so überlegen das sie weiß ihr nimmt sowieso keiner den Ball ab und hat sich wenig dafür interessiert was ihre Mitspieler so machen während sie den Ball hat - und dafür andere, die man im 'normalen' Spiel weniger sieht, im Zusammenspiel in diesem kleineren Rahmen richtig aufblühten. Diese Spielform tut aus verschiedenen Gründen beiden Spielertypen gut, denke ich. Anspieler habe ich bislang noch nicht eingesetzt, da ich fürchte dass sich diese nicht als Teil einer Mannschaft sehen und nicht so motiviert an die Sache rangehen wie es für eine gute Umsetzung der Idee nötig wäre.


    Ich bin seit zwei Tagen begeisternd schmökender Besitzer vom DFB-Buch 'Ausbilden mit Konzept 2', da ist eine vier-Tore-Variante drin wo jeweils wie bei Deiner Übung zwei Tore auf den gegenüberliegenden Seiten sind aber die Mannschaften jeweils quer auf die Tore spielen und verteidigen, also links unten und rechts oben verteidigen müssen und auf rechts unten und links oben angreifen. Sieht nach richtiger Kopfarbeit aus, versuche ich morgen mal bei den Mädchen. Wollte ohnehin morgen einfach in der Halle eine kleines Turnier spielen mit diversen Kleinfeldvarianten.

    Oha. Letztlich bei einem großen Kader durchaus Sinnvoll, aber kannst du dih dabei überhaupt aufs Spiel konzentrieren? Da ist man ja nur am Wechseln.


    In der Tat ein Problem, aber noch mehr streichen wollte ich nicht. Ich habe zu Anfang der Saison in sehr kurzen Abständen gewechselt, so nach dem Motto in beiden Halbzeiten ungefähr die hälfte Spielzeit. Das war aber wirklich zu unruhig, sowohl für mich als Trainer und auch für die Mannschaft auf dem Platz. Zu Ende der Saison hatte ich einen anderen Rythmus, länger am Stück durchspielen lassen und dafür dann eben auch etwas länger draußen (also z.B. statt 2 x 15 min dann 1 x 30 min auf dem Platz).


    Am Anfang wollte ich einfach keine eine ganze Halbzeit am Stück draußen stehen lassen, aber um das Spiel zu beruhigen ist der neue Rythmus doch deutlich besser. Ich kündige dass vorher auch an auf was die Mädels sich einstellen können hinsichtlich der Einsatzzeit und habe jetzt deutlich mehr Ruhe am Rand, dass passt jetzt schon.

    Ach so, bei dem 16-Kader haben wir teilweise zu 7, teilweise zu 9 gespielt. Ich habe bei den 7'er Spielen immer 4 gestrichen und bei den 9'er Spielen immer 2, so dass ich immer 5 Wechselspielerinnen hatte. Gestrichen wurde im Doppel immer 1 aus dem stärkeren und 1 aus dem schwächeren Pott. Wenn man das konsequent handhabt dann wird das auch akzeptiert. Ich trainiere allerdings ne Mädchenmannschaft und weiß nicht, ab dass bei den Jungs genauso gemacht werden könnte oder ich dann nach 3 Spieltagen gefeuert wäre. Wie haben allerdings auch das Glück auf unserer Seite gehabt und diese Serie alle Spiele gewonnen, auch die die knapp waren. Bei stattdessen einigen knappen Niederlagen hätte ist vielleicht Diskussionen gegeben, aber ich wäre trotzdem gerne diesen Weg gegangen. Es zeigt sich nach einiger Zeit einfach dass dann auch alle einsetzbar sind und was fürs Team bringen können. Ohne Vertrauen und Aushalten wird das nichts, dann hat man eben nur ne starke Kernmannschaft und die anderen bleiben zurück.

    ich muss 16aufmrücken beipflichten, oftmals wird man positiv überrascht wenn man auch den schwächeren ne Chance gibt und ihnen die Zeit einräumt, die es braucht um sich auf dem Platz zurecht zu finden (5 Minuten Einsätze gehen gar nicht, bringt für keinen Beteiligten irgend etwas). Nach meiner Erfahrung kann jeder auf dem Platz eine Rolle finden, in der er für das Team was bringen kann (es sei denn schon rein körperlich sind Einschränkungen vorhanden, die das verhindern. Aber so ein Mädchen habe ich in jetzt 4 Betreuerjahren nur ein mal erlebt, die war einfach läuferisch nicht in der Lage, auch nur mit den schwächsten mitzuhalten, dann wird es natürlich wirklich schwierig).


    Der Rest ist eine Frage der Balance, neben oder hinter einem schwächeren Mädchen muss dann eben eine der Starken spielen. Ich habe 16 Mädchen im Kader, für mich kommt nicht in Frage zu Beginn eines Spiels eine stärkste Mannschaft auf den Platz zu bringen. Dann kann das Wechseln nur probleme bereiten. Ziel ist über 70 min gleichstark auf dem Platz zu stehen, ich gebe zu die stärksten haben länger auf dem Platz gestanden als einige andere, aber niemand weniger als 25-30 min. Das kann man hinkriegen, und irgendwann hat man dann einen Kader wo man auch jeden ohne große Bedenken bringen kann und in der Breite gut aufgestellt ist. Ich habe allerdings z.Zt. auch einen Kader ohne echte 'dicke Paula'.

    man kann das Spiel auch in die Breite ziehen oder sonstwie verändern, indem man auch mal auf 4 Tore spielt (2 nebeneinander oder auch über eck), um den Blick für das Ausnutzen von Räumen zu schärfen. Aber ist vielleicht für Bambinis oder f noch kein Ansatz, weiß nicht habe so junge noch nicht trainiert. Ansonsten ganz wichtig wie Fußballvadder schon schreibt: Kleine Teams bilden damit jeder beteiligt ist und lieber mit den kleinen Teams in Turnierform spielen als 7:7 oder so.

    Du must das beenden. Entweder Du machst das ohne ihn weiter oder gar nicht. Ich glaube nicht, dass mit diesem Typ Trainer, wie Du ihn beschreibst, befriedigende Lösungen hinzubekommen sind. Also meutern oder aufhören. Ich hatte auch so einen ähnlichen Einstieg die ersten zwei Jahre (nicht ganz so schlimm, denke ich). Niemals würde ich wieder in einem Trainerteam mitmachen, in dem grundlegende Dinge wie Aufgabenverteilung, Vorstellungen vom Training, Aufstellung/Einsatzzeiten, Ansprache an das Team völlig auseinander klaffen.

    günther,


    ich meinte jetzt eher gezielt den Film 'die Mannschaft' und meine Erwartungshaltung dabei. Da kann ich mir tatsächlich besser einiges auf Youtube anschauen, kommt das gleiche bei rum. Mit E-Kids würde ich mir zu einem Kinobesuch als Gemeinschaftserlebnis eher einen 'richtigen' Film für diese Altersgruppe rauspicken. Drachenzähmen 2 läuft gerade an, sowas in der Art.

    Dagegen sehe ich Mannschaften, die neben uns an der Tabellenspitze stehen, aber bei denen alles über 1,2 Mädchen läuft. Der Gegner vom letzten Wochenende hat zwei Mädchen, die beide schon bei über 30 Toren in der Hinrunde angekommen sind. Wir haben es geschafft, beide auszuschalten und haben am Ende 6:0 gewonnen. Das ist ja dann auch nicht ganz Sinn der Sache, da ist mir das Passspiel schon wichtiger.


    Die Frage ist doch aber, sind meine Einflussmöglichkeiten als Trainer bei der Durchschnittsdorfmannschaft ohne Vorauswahl nach Können etc., wo wirklich jeder mitspielt bei sehr unterschiedlichem Leistungsstand, wirklich so groß wie ich mir das einbilde ? Spielt die Mannschaft tatsächlich so gut weil ich sie so einstelle als Trainer bin oder habe ich vielleicht mal einen außergewöhnlich guten Kader und nächstes Jahr dann wieder den 'normalen' Durchschnitt.


    Letztes Jahr hatte ich so eine Mannschaft wie Du sie beschreibst. Zwei sehr gute Mädchen, die eine ansonsten Klassendurchschnittliche Mannschaft sowohl in der Hin- als auch in der Rückrunde jeweils auf den zweiten Platz getragen und geschossen haben. Da habe ich durchaus von einigen Trainern nach dem Spiel mal nen Kommentar bekommen nach dem Motto 'wenn ihr die nicht hättet' 'die macht ja alles' und so. Mir hat die Spielweise meiner Mannschaft auch nicht gefallen, bin ansonsten großer Horst-Wein-Fan mit vielen Trainingsbestandteilen aus seiner 'Lehre', aber im Wettkampfbetrieb war ein schönes Zusammenspiel einfach nicht mit Gewalt herzustellen aufgrund der Leistungsunterschiede. Im Training bei 3:3 Spielen sah dass schon anders aus, aber die schwächeren Spieler hatten auf dem größeren Feld im Wettkampf einfach nicht die Power, sich besonders wirksam in das Spiel nach vorne einzuschalten. Die Mädchen waren vom fußballerischen her gar nicht so schwach, das bezieht sich mehr auf das läuferische.


    Die Mädchen sind alle mitgewechselt von der D in die C Jugend, dazu habe ich 6 Spielerinnen bekommen die jetzt im 2. Jahr C Jugend sind. Unser Spiel sieht jetzt ganz anders aus, sehr offenkundig haben den beiden stärkeren Spielerinnen ein paar Mitspielerinnen gefehlt, die sie mehr mit einbinden können ins Spiel. Aus einer klassischen Ego-Shooterin hat sich eine richtig toll abspielende und ihre Mitspielerin suchende Spielerin entwickelt.


    Eine Lehre daraus ist mir, dass neben dem fußballerischem Können einfach auch der läuferische Aspekt nicht zu unterschätzen ist. Mehr läuferische Power = mehr Variablen auf dem Feld = mehr Zusammenspiel, eine ganz natürliche Entwicklung ohne große Einflußnahme von außen. Schwaches Zusammenspiel im Aufbau ist nicht nur eine Frage des fußballerischen Könnens, sondern insbesondere auch eine Frage der läuferischen Möglichkeiten im Team.


    Ich bleibe auch bei meiner Meinung, dass mannschaftstaktische Dinge zunächst vernachlässigt werden und später noch Einzug halten können. Die mannschaftstaktische Komponente kann sich doch sowieso von Jahr zu Jahr verändern je nach Trainer, aber die Individualausbildung nimmt das Kind als Rüstzeug überall hin mit. Ich habe jedenfalls bislang noch keine Spielzüge geübt und habe das auch für die Rückrunde nicht weiter vor. Aber mal schauen was im neuen DFB-Buch 'Ausbilden mit Konzept 2' steht, habe ich mir gestern vormerken lassen, aber laut Buchhändler ist das Buch noch nicht raus, ich hoffe ich kann es mir Weihnachten zum Schmökern über die Feiertage unter den Baum legen. Behandelt wird ja insbesondere die D und C Jugend, mal gucken ob zum Thema Spielsystheme was drinsteht.

    Fußballvadder,


    danke für den Link. Mal gucken ob ich an den Film irgendwie rankommen kann, da kommt im Trailer schon mehr rüber von dem was mich interessiert als bei 'Die Mannschaft' im ganzen Film. Aber ihr habt natürlich Recht, 'Die Mannschaft' soll ja gar kein Film in dieser Richtung sein und damit war die Enttäuschung natürlich vorprogrammiert. Aber richtig gut gemacht ist er auch für die anderen Zwecke eben nicht, da kann ich besser auf Youtube Weltmeisterschaftsclips suchen, kann man sich den Weg ins Kino sparen.

    Mit E-Jugendlichen würde ich nicht reingehen, so fesselnd ist der Film nicht das so junge Kinder 90 min. gebannt dabei bleiben. Ich glaube das wird sehr unruhig mit den Kids.


    Unabhängig davon war ich sehr enttäuscht von dem Film. Ich hätte es sehr interessant gefunden mal Einblicke davon zu erhalten, wie die Mannschaft auf den Gegner eingestellt wird, wie die Taktik vorbereitet wird, wie eine Teamsitzung aussieht usw. Aber nichts davon im Film. Einmal wurde Löw im Gespräch mit Urs Siegenthaler gezeigt. Aber aus 20 m Entfernung mit dem Hinweis: Wichtiger Mann der Siegenthaler, anasysiert vorab die Gegner, dann wird die Taktik festgelegt. Aber wie denn, wie machen die das auf diesem Spielniveau ? Hätte man doch rückblickend mal sporadisch zeigen können, der Titel ist doch da und wird nicht mehr geklaut. Schade.Schwitzende Sportler beim Training (auch hier ohne jede begleitende Erklärung warum dies und jenes gemacht wird) kann ich auch auf youtube gucken.

    Egal wie das Spiel gelaufen ist, gut/schlecht, Führung oder Rückstand, ich lass die Mädels erst mal ein paar Minuten in Ruhe. Wir gehen i.d.R. auch nicht in die Kabine, um Zeit zu sparen (das würde ich nur bei schlechtem Wetter machen). Dann rufe ich die Mädels zusammen und spreche i.d.R. ein paar Dinge an, die mir positiv oder negativ aufgefallen sind und was man besser machen könnte. Aber alles ruhig, von der Blut-und-Boden-Rhetorik halte ich überhaupt nichts. Und ich kriege doch auch niemanden selbstbewußt und mutig auf den Platz zurück, den ich vorher aber mal so richtig zusammeng......habe. Und Ansprachen a' la 'und ab jetzt will ich keinen Fehler mehr sehen, reißt euch endlich zusammen' dürfte auch eher verunsichernd und kontraproduktiv sein.

    Ich trainiere eine Mädchenmannschaft. Die Mädchen haben nicht diese 'Bolzphase' im Freizeitverhalten wie die Jungs und eignen sich außerhalb des Trainings kaum etwas an (Ausnahmen bestätigen natürlich die Regel). Auf dementsprechend niedrigel Level bewegt sich das Ganze. Ich könnte z.B. nur schwer funktionierende Provo-Regeln in ein Spiel aufbauen wie 'vor dem Torabschluss muss jeder am Ball gewesen sein' oder 'nur zwei Ballkontakte bis zur Ballabgabe'. Das würde nicht gut klappen. Ich bin schon froh wenn z.B. durch das Spiel auf 4 tore erkannt wird, das die ganze Platzbreite genutzt werden kann und Abspiele quer über den Platz erfolgen anstatt das alles immer nur in Torrichtung geht. Alles was ich vor der Spielform mache dient der Verbesserung der Ballbehandlung in jeder Form. Ich habe z.B. beim Aufwärmen teilweise ganz einfache Sachen gemacht wie z.B. aus dem Buch 'Tipps für Kinderfussball' von Bischops/Gerards im Punkt Einstimmen/Aufwärmen beschrieben, also in einer Linie dribbeln mit dem Ball und dann verschiedene Aufgaben durchführen, damit der Blick vom Ball hochkommt. Das Buch richtet sich an das Fußballalter 6-10, ich halte es für meine C-Mädchen in diesem Punkt aber immer noch für geeignet. Mal so als Maßstab.


    Ich mache auch bewußt keine Übungen zu einem geplanten Spielaufbau (bis auf ganz einfache Tipps z.B. außen anbieten wenn der Torwart den Ball hat), ich setze darauf das durch die Kleinfeldspiele ein natürliches Verständnis für das Verhalten im Raum entsteht. Der Rest kommt durch die Erfahrung im Spiel und durch das Coaching (hoffe ich), zumindest gehe ich in der Halbzeit und im nächsten Training immer gezielt auf einzelne Dinge ein, die im Spiel gut oder weniger gut gelaufen sind (z.B. musste ich dringend abstellen, dass eine sehr gute Mittelfeldspielerin sich bei gegnerischem Ballbesitz immer sehr weit nach hinten, fast schon als Abwehrspielerin, eingeordnet hat. Solche Sachen).


    Und es läuft, wir hatten in der Hinrunde 29:2 Tore und gehören in der Rückrunde zur 'Elite' von 6 Mannschaften in der Kreisliga (Wobei im Kreis insgesamt nur 15 Mädchenmannschaften am Start sind). Ich mache also vermutlich nicht alles falsch. Vielleicht habe ich auch einfach das Glück überdurchschnittlich viele fitte Mädchen in der Mannschaft zu haben (wirklich ein Fülhorn an Mädchen die ordentlich Gas geben können, ein paar die läuferisch 'normal' drauf sind und keine einzige 'dicke Paula') und werde in der Rückrunde von den strukturierter spielenden Mannschaften auf den Boden der Tatsachen zurück geholt.


    Im letzten Saisonspiel haben wir gegen die spielerisch deutlich beste Mannschaft in unserer Klasse gespielt. Die hatten einen wirklich guten Spielaufbau, hatten das Spiel 'hintenrum' einschließlich Torwart gut drauf, die zentrale Abwehrspielerin kam mit Doppelpässen mit nach vorne, sah wirklich gut aus. Ich habe während der ersten Halbzeit den anderen Trainer darauf angesprochen, der sagte das wird auch gut geübt im Training. Trotzdem haben meine Mädchen es geschafft, kaum Torchancen zuzulassen. Im Gegenzug sind wir ein paarmal durchgekommen und haben 2:0 gewonnen. So ganz auf dem falschen Dampfer bin ich glaube ich nicht.

    Wichtig finde ich auf jeden Fall, dass man, wie es die Trainerausbildung fordert, wie es auch Horst Wein sieht, einer Übung, eine Spielform folgen lässt.


    Ich muß allerdings einräumen, dass ich in den Spielformen vorher geübte Techniken nicht vehement einfordere, sondern nur hin und wieder daran erinnere was besser wäre (z.B. das Prinzip der offenen Ballannahme in Spielrichtung). Ich fürchte, sonst müsste ich das Spiel zu oft unterbrechen und es wäre kaum Spielfluß vorhanden. Insofern geht es bei mir in den Spielformen nicht ausdrücklich darum, vorher geübte Techniken einzusetzen. Dies macht m.E. nur Sinn wenn der technische Ausbildungsstand dies auch hergibt.

    Wie ein Training aussieht, bei Spielformen mit Vorgabe ohne vorherige spezielle Übungsformen habe ich beim Training


    gesehen, das ein älterer Jahrgang nach meinem Training durchzog. Selbst meine jüngeren Spieler haben da amüsiert


    Aber was ist mit dem guten alten Straßenfußball, der ja angeblich die besten Techniker und Dribbler hervorgebracht hat ? verschiedeneSpielformen anzubieten, auch wenn die Technik noch nicht so richtig sitzt halte ich für eine unerläßliche Trainingsform. Wenn ich bei meinen Mädchen solange Technik üben will, bis alles perfekt gelingt und sie dann erst spielen lasse, ist das Trainingsjahr rum. Das kann es ja auch nicht sein, und die Fähigkeit sich sinnvoll mit dem Spiel mitzubewegen müssen alle lernen, auch wenn die Technik noch zu wünschen übrig lässt. Eine sich auf dem Platz clever verhaltene Mannschaft kann einer technisch besseren Mannschaft große Probleme bereiten, wenn sie in der gemeinschaftlichen Bewegung (von einer echten Mannschaftstaktik will ich bei meiner Mannschaft noch nicht reden) einiges richtig macht.


    Allerdings finde ich es auch als großer Horst Wein-Fan sehr befremdlich, dass die technische Ausbildung eine so untergeordnete Rolle in seiner 'Lehre' spielt. Ich biete daher auch immer viele Übungen am Ball an, bevor es ans Spielen geht.

    AKjfv, ich habe mir den Ausgangsthread nochmal durchgelesen,sogar mehrfach. Die Intention des Ausgangsthreads ist nicht besonders eindeutig. Es gibt durchaus unterschiedliche Interpretationsmöglichkeiten, wie die lange Diskussion zeigt. Nicht mal die Threaderstellerin selbst kann in späteren Beiträgen eindeutig klarstellen, was sie eigentlich ausdrücken wollte. Für mich hat der Beitrag nicht sonderlich sympathisch gewirkt so nach dem Motto : Schön dass es Euch als Trainer gibt aber übertreibt es mal nicht. War vielleicht ja nicht so gemeint, habe ich aber so rausgelesen.


    Günter, es geht mir nicht darum das andere meiner Arbeit viel Bedeutung zumessen. Aber die Bedeutung, die ich ihr selber zumesse, die lasse ich mir nicht nehmen. Ich trainiere ne Mädchenmannschaft, das ist nun sowieso das Stiefkind des Fußballs. Da muss man mit leben können, und das kann ich gut. Trotzdem versuche ich den Mädels was beizubringen und erfreue mich an den Fortschritten und vor allen Dingen daran, dass alle mit Herz dabei sind.

    meine ewige Unsicherheit: machen wir ihn durch die ganzen Diskussionen nicht noch schwieriger.
    Ich zumindest habe schon Probleme gesucht und gefunden, die gar nicht gegeben waren.


    Ich hab auch schon oft gedanklich Ansprachen zum nächsten Training oder Spiel vorbereitet, weil ich glaubte alles mögliche besprechen zu müssen. In der Realität habe ich dann meistens gemerkt, dass seitens der Spieler der Gesprächsbedarf nicht so da war, man muss sich als Trainer dann auch einbremsen können. Aber dass ich beispielsweise Sonntag nachmittag beim Kaffee oder Hefeweizen trinken mit Frau und Clique gedanklich immer noch beim Spiel vom Vortag bin - das halte ich für völlig normal. Ohne Leidenschaft für Fußball würde man den Trainerjob nicht machen.


    Der Punkt ist doch einfach - um mal auf den Ausgangsthread einzugehen, da ging es ja um die so empfundene angebliche Wichtigtuerei der Trainer - ist das was man als Trainer will und veranstaltet im angemessenem Verhältnis zum Können und zur Leistungsbereitschaft der Mannschaft ? Den meisten Ärger gibt es glaube ich wenn man zu überambitioniert und streng an das Training rangeht ohne zu erkennen dass man dafür eventuell nicht die richtige Mannschaft hat. Aber nochmal, mir als Fußballtrainer -Breitensport hin oder her- einfach mal mit dem Ausgangsthread zu sagen 'Was nimmst Du dich so ernst, das interessiert doch keinen wirklich' ist völlig daneben. Wenn ich es nicht ernst nehmen würde wäre ich kein Trainer, das bedingt sich gegenseitig. Dann können wir das Forum auch einstellen.

    "typisch Fussballmänner, jeder Furz wird nach dem Spiel disktuiert und bis ins kleinste auseinandergenommen, und das nicht nur einmal. Dabei ist der Fussball doch so einfach.


    Und so einfach ist der Fußball eben nicht, das macht ihn und die Diskussionen darüber ja so interessant. Ein Beispiel vom vorletzten Wochenende, habe bei einem Mädchen B-Jugend Spiel zugesehen, was unsere Heimannschaft 0:3 gegen einen technisch stärkeren und auch vom Spielaufbau deutlich besseren Gegener verloren hat. Kommentar einer mir sehr gut bekannten Mutter: kein Wunder wenn die nicht kämpfen, die hatten wohl alle keinen Bock heute. Genau das ist immer der typische Kommentar, wenn das Spiel nicht zur eigenen Zufriedenheit verläuft. Die spielerischen Unterschiede werden gar nicht wahrgenommen, alles reduziert sich auf das Kämpfen (Standartkommentar auch bei CL-Abenden in der Kneipe, wenn es nicht so läuft: Die tun heute aber auch nichts.) Mit der gleichen Mutter als Sitznachbarin habe ich eine Woche vorher ebenfalls ein B-Mädchen Spiel ihrer Tochter geschaut (einige C-Mädels meiner Mannschaft haben ausgeholfen, daher war ich ein paarmal dabei). Habe ein bisschen übers eigene Training, über die Entwicklung einiger Spielerinnen gesprochen. Meine Frau ist eine gute Freundin von ihr und hat mir später erzählt, dass ihr das eher seltsam vorkam dass man sich solange über Fußball unterhalten kann............Aber im Ernst, als Fußball-Trainer muss ich mir doch nicht vorhalten lassen, dass ich Fußball ernst nehme und mich viel damit beschäftige ? Die Frage ist doch nur, bin ich im Trainings- und Spielbetrieb noch verträglich gelassen oder lasse ich den Diktator raushängen, weil ich zu 100 % eine Zielerreichung einfordere ? Dann wäre es in der Tat mal Zeit für eine Pause....

    Ich kann mir eigentlich nicht vorstellen, dass sich die Eltern überhaupt nicht für das Fußballspiel ihrer Söhne interessieren. Was kann also der Grund sein, dass sie nicht kommen, sich nicht beteiligen ? Vielleicht könnte es sich doch lohnen, Versuche der Kommunikation aufzunehmen. Da scheint ja bislang nicht besonders viel gelaufen zu sein. Einen Elternabend habe ich auch noch nie gemacht, aber das mindeste ist doch wohl eine Art 'Elternbrief' mit Trainingszeiten, Spielterminen und ähnlichem, was einem als Trainer wichtig ist. Ist nun wirklich kein großer Aufwand, so einen Zettel zu schreiben und den Kindern beim ersten Training mitzugeben. Wenn wirklich ein Großteil so gar nicht kommt und Du nicht einmal genügend Fahrer für Auswärtsspiele hast, würde ich durchaus die direkte Ansprache suchen und einfach mal nachfragen, ob nicht doch ein gewisses Interesse für den Sport der Kinder besteht. Da Du noch sehr jung bist, sollte Dich der Verein hier unterstützen anstatt Dich im Regen stehen zu lassen. Du sagts doch dass dein JL hinter Dir steht, kann der hier nicht was machen mit Dir gemeinsam ? Im D-Jugendalter sind die Kinder definitiv zu jung dafür, dass alles nur über die Kinder läuft.

    Solche vorgegebenen Kombinationsformen mache ich höchstens mal als Aufwärmübung, nicht weil ich mir da was für's Spiel verspreche. Da ist ja auch viel technisches drin, Ballan- und mitnahme etc. was man immer üben kann. Ich glaube für meine Mädchen ist die gedankliche Übersetzung zum Anwenden im Spiel zu praxisfern, als das ich mir da alzu viel von verspreche. Kommt auch als Übungsform nicht gut an, und das Wecken der Motivation ist ja auch wichtig für die Stimmung im Training. Ich finde das Training soll und darf keine zusätzliche Schulstunde sein (zumindest im Breiten-Dorfsport, wo ich mich bewege), und diese Übungsform, auch gewisse Trainingsformen im Stationsrythmus, haben da ein bisschen was von. Da setze ich lieber auf diverse Spielformen, z.B. auch funinio mit Anspielern, um das Bewegen im Raum zu fördern.