Beiträge von thomasg

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    schleppi,


    das geht gar nicht. Es ist doch völlig normal, das die Kinder oder deren Eltern fragen wie lange sie spielen dürfen und wann sie reinkommen. Wenn ich mich als Trainer davon genervt fühle, bin ich im Jugendbereich definitiv falsch. Das ist doch die normalste Frage die es gibt.

    Bei den zerstückelten Einsatzzeiten muss er ständig damit rechnen, bei schlechten Aktionen sofort runtergenommen zu werden. Ich würde mir einfach mal die Ansage wünschen: "Du spielst die 1. Halbzeit (oder 2. Halbzeit) durch, egal was passiert". Werden wir diese Saison sicher nicht mehr erleben.



    genau das ist es. Zerstückelte Minuteneinsätze bringen niemanden weiter in der Entwicklung, sondern dienen lediglich dem Schein nach dem Motto 'es hat ja jeder gespielt'. Bei dem einem Spiel,wo ich alle konsequent 30 Minuten habe spielen lassen, war meiner Meinung nach in der '2. Abwehr' ein toller Lernprozess zu sehen in Bezug auf die räumliche Aufteilung. Bis dahin hatten wir aber schon 2 Tore kassiert, was mir als Trainer von einigen Eltern dann um die Ohren gehauen wurde (Wie kann man die Mannschaft so aufstellen, der hat doch keine Ahnung usw.) Leider bin ich nicht in der Lage, den Weg trotzdem einfach weiter zu verfolgen, da nicht einmal die Mittrainer voll dahinter stehen.


    Mein Ziel bleibt, durch Rotation jedem Mädchen vor dem Spiel eine verbindliche Ansage zur Spielzeit machen zu können und Kurzeinsätze völlig zu verhindern. Wir haben zwei Spiele gehabt, wo durch Geburtstage mal nur 10-11 Kinder dabei waren und nicht der volle Kader von 14. Gefehlt haben teilweise auch starke Kinder. Trotzdem hat es der Mannschaftsleistung gut getan, man sieht richtig wie viel besser es ist wenn jeder so lange auf dem Platz sein kann, um seine Rolle zu finden im Mannschaftsgefüge. Man kann nicht jeden zu einem 'Führungsspieler' auf dem Platz machen. Aber nach meiner festen Überzeugung kann auch der schwächste Spieler soweit kommen, das er der Mannschaft hilft und nicht als Schwächung anzusehen ist. Aber er muss lernen, seinen Platz in der Mannschaftsbewegung zu finden und das kann er nicht, wenn er nur 3-4 Minuten mal von vorne nach hinten laufen darf.


    Und mal von der fußballerischen Entwicklung abgesehen bleibt es auch menschlich eine Schweinerei, so mit Kindern umzugehen. Ich kann nicht 14 Kinder zum Spiel kommen lassen, und völlig ohne Einsatzplan werden die besten sechs auf den Platz geschickt und Mitte der zweite Halbzeit haben einige nur wenige Minuten oder noch gar nicht gespielt.


    Wir werden aber nicht jeden positiv beeinflußen können, so dass im Grunde nur die Hoffnung auf eine Regelung 'von oben' bleibt.

    schleppi,


    was soll der Begriff 'untalentierte Beitragszahler' gleich am Anfang ? Willst Du mir unterstellen, die schwächeren Mädchen als unerwünschte Personen anzusehen (die man aber ja leider auch mal einwechseln muss, weil sie sonst als Beitragszahler wegfallen) ?


    So ist es mit Sicherheit nicht. Vielleicht sollte ich noch erwähnen, dass es sich um die Mannschaft meiner Tochter handelt und meine Tochter selbst zu den schwächeren Mädchen gehört. Ein Vereinswechsel kommt nicht in Betracht (Verein auf dem Dorf, alle Mädchen kennen sich mehr oder weniger gut und besuchen teilweise die gleiche Schule). Ehe meine Tochter den Verein wechselt, würde sie stattdessen aufhören.


    Die Mannschaft spielt jetzt so seit ca. 2 Jahren zusammen. Ich bin als Mittrainer nach dem ersten Jahr dazu gestoßen, weil die beiden vorherigen (und immer noch tätigen) Trainer aus beruflichen Gründen sonst nicht zwei mal die Woche Training machen könnten, auch das Wintertraining in der Halle wäre (da das Training wg. Hallenbelegung Samstag vormittag stattfinden muss) für die beiden nicht regelmäßig zu machen. Die Übernahme des Hallentrainings im letzten Jahr war im Grunde der Ausgangspunkt für meine Tätigkeit, die beiden haben noch einen Mitbetreuer gesucht.


    Ich habe im Prínzip zwei Alternativen: Entweder ich versuche, die Einsatzzeiten im Sinne der schwächeren Mädchen durch Rotation etc. positiv zu beeinflussen, oder ich höre ganz auf weil mir das gängige Schema und das dagegen an arbeiten nicht passt. Und ich kann mir nicht helfen: Wenn es mir gelingen sollte, jedem zum Spiel eingeteilten Mädchen unabhängig vom Spielverlauf eine Einsatzzeit von mind. 2 x 10 Minuten je Halbzeit zu garantieren, ist durchaus schon etwas erreicht. Und natürlich wären an der Rotation alle Mädchen gleichermaßen beteiligt und nicht nur die schwächeren. Was anderes wäre mit mir nicht drin, ansonsten würde ich tatsächlich aufhören. Aber gleiche Einsatzzeiten für alle kann ich nicht einfach so anordnen, dafür bin ich nicht in der Machtposition als z.B. Allein- oder Cheftrainer.


    Und bitte keine Vergleiche mit dem Riesenarschloch von Trainer, den dein Sohn gerade hat. Beim Abschlusspiel mit Auswechselspielern zu arbeiten dürfte schon ein ziemliches Novum sein. Und dann auch noch als Trainer den Wechselvorgang nicht zu beeinflußen, von so einem Vorgang habe ich noch nie gehört. Dies ist ein deutliches Zeichen dafür, dass dem Trainer die schwächeren Kinder egal sind und er immer und ständig nur die Besten auf dem Platz haben will. Das ist nicht nur extrem kurzsichtig, sondern auch menschlich eine Sauerei gegenüber den Kindern. So einer dürfte nie und nimmer als Trainer im Jugendbereich arbeiten.


    Mir wäre es sehr Recht, wenn der Verband Vorschriften zu den Einsatzzeiten machen würde. Ich habe irgendwo gelesen, dass es im spanischen Verband die Regel gibt, das jedes im Spielbogen aufgeführte Kind eine Halbzeit spielen muss. Geniale Regel und sehr einfach zu überwachen durch den Gegnertrainer. Alle Diskussionen wären schlagartig vorbei. Scheint ja auch einige Landesverbände zu geben die so etwas ähnliches eingeführt haben. Der NFV leider nicht. Das wäre meiner Meinung nach der einzige Weg, um wirklich nachhaltig etwas zu verändern.

    Karl,


    ich bin nicht der liebe Gott auf dem Sportplatz. Ich habe es mit Betreuerkollegen und mit Eltern zu tun. Ich habe in einem einzigen Spiel in der Hinrunde mal komplett gleichmäßig durchgewechselt, alle Kinder hatten am Ende gleichmäßig 30 Minuten Spielzeit. Endstand 2:4. Im Anschluß wurde heftig diskutiert, da dieser Weg von vielen nicht geteilt wird. Und ohne einen Kompromiß geht es nicht weiter oder man riskiert, dass die Mannschaft komplett auseinander bricht, und wenn es nur wegen uneinsichtiger Eltern ist.


    Und sag mir nicht, dass 20 Minuten garantierte Einsatzzeit auch für das schwächste Kind ein schlechter Wert ist, da erlebe ich jede Woche ganz andere Geschichten. Wir haben im letzten Saisonspiel Mitte der 2. Halbzeit gegen den Tabellenführer 0:3 zurück gelegen, da hat sich der Trainerkollege endlich getraut aus seiner Stammformation erstmals zwei Spielerinnen rauszunehmen. Zwei Minuten später fiel das 1:3 und der Kollege hat die zwei Mädels sofort wieder eingewechselt. Nettospielzeit für die eingewechselten Mädchen: 2 Minuten.


    Als Alternative (die ich auch schon erwogen habe) könnte ich auch hinschmeißen, da meine Philosophie nicht von allen geteilt wird. Aber wer hätte was davon ? Die Mädchen ganz sicher nicht, dann geht völlig ohne Wiederspruch alles nach dem Motto: Erst mal die besten Sechs auf den Platz und dann mal gucken was das Spiel macht........

    schleppi,


    vielleicht hat dein Junge ja bei einem Arbeitskollegen von mir gespielt. Ich wußte, dass der Kollege schon seit zig Jahren als Fußballtrainer im Jugendbereich arbeitet und ich habe ihn als Frischling im Trainerbereich in einer Mittagspause mal angesprochen, wie er das mit den Einsatzzeiten so handhaben würde. Die Antwort hat mich sehr entsetzt: Bei mir spielen nur die besten, die anderen gar nicht. Die können sich ja im Training empfehlen.


    Dann hat er noch gesagt, dass er dies auch offensiv gegenüber den Eltern vertreten würde und die eben akzeptieren müssten, das ihr Kind nicht spielt wenn es bessere gibt. Das ist dann eben so, ansonsten können sie ihr Kind ja auch abmelden. Er mache das schließlich auch für sich und sieht nicht ein, sich den Samstag um die Ohren zu schlagen wenn er aufgrund der schwächeren Spieler dann verliert.


    Sicherlich sind nicht alle so extrem, aber ein richtiges Durchwechseln aller Akteure habe ich auch noch nie gesehen. Bei aller Diskussion hier im Forum hat sich in der Praxis am Samstag nicht wirklich viel geändert seit meinen aktiven Zeiten (auch schon 35 Jahre her, seit ich E-Jugendlicher war). Die guten spielen lange, die nicht so guten weniger bis hin zum scheinheiligen 3-Minuten-Kurzeinsatz.


    Ich selbst bemühe mich gerade darum, eine Rotation durchzusetzen, damit jedes zum Spiel eingeteilte Kind auf eine garantierte Einsatzzeit von zumindest 20 Minuten bekommt, wobei die besten trotzdem länger spielen oder ganz durchspielen. Aber ohne Kompromisse ist das nicht zu machen, meine Trainerkollegen sind selbst zu diesem Kompromiss noch nicht wirklich bereit, weil man dann keinen Samstag die 'Top-6' Spieler beisammen hat. Und wir spielen als jüngerer D-Jugend-Jahrgang in der Rückrunde in der 2. Kreisklasse, allerdings da auch mit Chancen die Staffel zu gewinnen (aber nur wenn die besten 6 möglichst lange auf dem Platz sind, ansonsten droht ein Platz im Mittelfeld........). Wir haben 14 Kinder. Und ich finde es schon merkwürdig, im Betreuerteam der Einzige zu sein, der auf vernünftige Spielzeiten für alle drängt. Aber mach was dran........

    Die Bezeichnung Schlüsselspieler wird häufig mit auffälliger Spieler verwechselt. Mir fällt da Ballack ein, der sich im Dienste der Mannschaft in der NM völlig uneigennützig vom offensiven Mittelfeldspieler zum defensiven Sechser hat umfunktionieren lassen, weil es zur Stabilität der Mannschaft damals einfach notwendig war. Aufgrund der dann weniger vorhandenen Offensivaktionen kam dann oft der Vorwurf was ist mit Ballack los, den 'sieht' man ja gar nicht mehr, der bringt nicht mehr so viel. Völlig falsch, nie war Ballack wichtiger als seinerzeit als Sechser in der NM der Ära vor den vielen neuen Talenten.


    Seien wir mal ehrlich, auch im Kinderfußball gibt es die, die den Laden auf dem Platz zusammen halten und Aktionen nach vorne einleiten können und die, die eher mitlaufen. Das würde ich bei nur 6 Feldspielern nicht an der Position festmachen. Und die Auseinandersetzung damit, wer mit wie viel Zeitanteilen auf den Platz kommt, wird wohl ewig weiter geführt werden......

    Es passt vielleicht nicht ganz zum Thema, aber eine Geschichte von vor 2 Wochen möchte ich erzählen:


    Die Trainerin der D1 (älterer Jahrgang) musste früher vom Training weg und hatte mich schon in der Vorwoche gebeten, ihre Mannschaft für die letzten 20 Minuten zu übernehmen (wir trainieren mit der D2 -jüngerer Jahrgang- in der Halle direkt hinterher).


    Als ich in die Halle kam, wurden gerade die Materalien eingeräumt, anschließend sollte ich nur noch das Abschlußspiel beaufsichtigen, die Trainerin verabschiedete sich. Die Mädchen wirkten alle sehr cool und haben nicht groß auf mich reagiert, beginnende Pubertät halt. Durch das eine Jahr Unterschied wirken sie auch schon körperlich anders als meine Mädchen, die teilweise noch im E-Jgd. Alter sind. Ich habe mich daher nicht groß eingemischt, habe in einem Nebenraum Bälle aufgepumpt u.ä. und nicht weiter auf das Spiel geachtet. Nach ein paar Minuten gehe ich rein und sehe, dass ein Mädchen nicht mitspielt und am Rand sitzt. Ich habe mich neben sie gesetzt und gefragt was los ist, und das vorher so cool auf mich wirkende Mädchen schluchzt los: Ich darf nicht mitspielen, weil ich Läuse hatte, aber das ist längst vorbei und xxxx hat gesagt, du passt auf uns auf aber du guckst ja gar nicht.......
    Das ließ sich dann schnell regeln (zwei 'Rudel'-Führerinnen haben das Mädchen ausgeschlossen), aber mich hat das doch sehr nachdenklich gemacht.


    Ich habe zwei Töchter (11 und 14) und trotzdem bin ich mal wieder auf die abgeklärte und cool wirkende Haltung der Mädchen reingefallen ohne zu Bedenken, dass dies vielleicht nur die äußere Fassade ist.


    Daher finde ich den Ansatz, hin und wieder das Einzelgespräch zu suchen, sehr wichtig und lobenswert. Es ist eine Chance, einen Blick in die Gedankenwelt der Kinder zu erhaschen. Ich fürchte, und das passiert auch mir, man behandelt sie in der Beurteilung viel zu oft als kleine Erwachsene (warum spielt die wieder nicht ab, man ist die egoistisch usw.).

    kicker,


    da ist ein Mord passiert. Warum die Jugendlichen so hemmungslos waren, können wir sicherlich alle nicht nachvollziehen, dazu fehlt uns der Erfahrungshintergrund. Ich bin nicht als marrokanischer Migrant aufgewachsen und kann mich nicht in deren Lebenswelt hineinversetzen.


    Aber die These aufzustellen, dies ist passiert, weil im Fußball die falschen Leute in den Vereinen am Ruder sitzen und die falschen Ziele vorgeben, ist ja wohl völlig daneben. Die Ursache für diese Gewaltbereitschaft liegt nicht im Fußball, auch wenn die Gewalt am Rand eines Spiels eskaliert ist. Die Jugendlichen -die nach den Berichten schon öfter aufgefallen sind- sind nicht durch den Fußball zu Gewalttätern ausgebildet worden. Die Ursache für diese Gewaltbereitschaft sitzt sehr viel tiefer, sonst würden wir am Wochenende ja alle ständig übereinander herfallen.


    Egal, ob es sich um Migranten oder Deutsche mit Stammbaum bis ins Mittelalter handelt (bei den Hools sollen ja viele dabeisein, die eine gutbürgerliche Erziehung mit Abi, Berufsabschluss und sicherem Job etc.pp. haben). Wer zur Gewalt fähig ist, diese sogar gezielt sucht, hier eine geringe Hemmschwelle aufweist, den hat nicht der Fußball dazu gemacht. Er hat nur im Fußball ein Ventil gefunden.


    Automatisch eine direkte Schuldzuweisung für 'austickende' Spieler an deren Trainer zu geben, ist unverschämt. Wer sagt Dir, dass nicht gerade der Trainer versucht hat, die Jungs durch den Sport in eine vernünftige Richtung zu lenken, ihnen Halt zu geben in einer Umgebung, die vermutlich nicht so lustig ist ?


    Dieser Mord ist nicht der richtige Anlass, um über falsche Spielphilosophien und -ideen im Jugendfußball zu lamentieren. Die Täter sind nicht Täter geworden, weil sie zu früh in falsche Positionen gedrückt worden sind oder zu wenig Spielzeit hatten oder zu gewinnorientierte Trainer oder sonst irgendwas, was mit dem Fußball zu tun hat. Dann hätten wir damals ja alle rohe Schlächter werden müssen, wer hat denn zu unserer Zeit von Zielen des KiFu geredet (ich bin 46). Diese Dinge in einem direkten Zusammenhang zu stellen, ist absurd.


    Den Trainern eine derartige Verantwortung zu attestieren, kann im Umkehrschluss nur eines bedeuten : Die sofortig Einstellung des Spielbetriebes. Denn wer soll eine solche Verantwortung tragen ? Wer kann von sich behaupten, 'seine Jungs' - z.B. 15 Jugendliche im Alter von 16, 17 Jahren - durch sein tolles Training und seine vorgelebte Fairness so positiv zu beeinflussen, dass niemals auch nur einer davon eine Gewalttat begeht ? So etwas zu behaupten ist vermessen.

    es ist Winterpause, also viele Trainingseinheiten ohne Wettkampf am Wochenende. Auch wenn es eine leistungsorientierte C1 ist, warum nicht einfach mal ein bisschen spielen lassen und die Zügel erst im neuen Jahr wieder anziehen. So eine Phase kann doch auch regenerierend für die Mannschaft wirken. Ich würde das nicht so eng sehen, ist doch schön wenn die Jungs -zeitweise- einfach so mal pölen, in dem Alter machen sie das ja sonst nicht mehr so oft.

    Je mehr ich mich mit dem Thread beschäftige, desto sinnvoller erscheint mir die Einführung des Spiels ohne Schiedsrichter von der G-Jugend an aufwärts zu sein, zumindest durch die ersten Jugendjahre. Oder die etwas 'abgeschwächte' Form mit den eigenen Entscheidungen der Kinder, wer Einwurf hat, ob Ecke oder Abstoß ist etc. unter Aufsicht einer Leitung, meinetwegen die beiden Trainer, die sich dann ja auch irgendwie einigen müssen.


    Ich habe dieser Idee skeptisch gegenüber gestanden, als ich das erstemal davon gehört habe. Mittlerweile erscheint es mir ein sehr praktikabler Weg zu sein, Kindern die Idee des Fairplay und der Fairness nahe zu bringen. Sie würden unter Anleitung lernen, sich miteinander zu verständigen und Auseinandersetzungen friedlich zu lösen - hoffentlich. Und mit etwas Glück würde das bis in die Jugend- und Erwachsenenjahrgänge nachwirken, wenn man es verinnerlicht hat. Und es würde sicherlich auch beruhigend auf das ganze Drumherum (Eltern, sonstige Zuschauer etc.) einwirken. Warum am Rand rumschreien, wenn die Spieler beider Mannschaften an den Entscheidungen beteiligt sind und damit irgendwie klarkommen ?


    Ich komme gerade vom BL-gucken. Natürlich wieder diskussionswürdige Entscheidungen (Elfmeter und Rot gegen Dortmund) dabei. Aber unter dem Eindruck des Mordes in Holland wieder und wieder das ständige Lamentieren und die
    aufgeputschten Emotionen gegen die Schiedsrichter zu sehen.......da fehlt Komplett das Bewußtsein, dass auch der Schiedsrichter nur ein Mensch und damit fehlbar ist. Ganz ehrlich, dass sich immer noch so viele Schiedsrichter finden, die das in den unteren Ligen und im Jugendfußball mitmachen, die ganze Rumschreierei bis hin zu echten bedrohlichen Situationen, eigentlich ein Wunder.

    Nach einer solchen Tat macht man sich Gedanken, ob die Berichterstattung zu reißerisch oder zu tendenziös sein könnte ?


    Ein Linienrichter wird totgeschlagen, weil sich ein paar Kids benachteiligt fühlten und man macht sich Gedanken, ob die Herkunft erwähnt werden darf ?


    Tut mir leid, aber mir kommt hier das Kotzen. Ein Linienrichter wird einfach so totgeschlagen, weil er seinen -ehrenamtlichen- Job gemacht hat und mitgeholfen hat, den Spielbetrieb aufrecht zu erhalten. JEDEM von uns könnte es ähnlich gehen und ich mache nicht DER GESELLSCHAFT einen Vorwurf. Auch der Linienrichter war Teil der Gesellschaft. Soll er sich jetzt selbst fragen, was er falsch gemacht hat und warum er tot geschlagen wurde ?


    Auch den Hinweis auf unterlassene Hilfeleistung lasse ich nicht gelten. Weder ist darüber berichtet worden, noch kann sich von uns jemand sicher sein, als Zuschauer beherzt zu reagieren (und sei es aus Schock, da man auf ein solche Situationn nicht vorbereitet ist. Ähnlich wie bei Unfällen, wo meiner Meinung nach oftmals eine Schockreaktion den Zeugen dazu bringt, nicht anzuhalten und nicht eine bewußte Entscheidung nach dem Motto: Ich hab jetzt Feierabend und will schnell nach Hause, was geht es mich an. Mit dieser Einschätzung macht man es sich sehr leicht. Bequem am Tisch sitzend mit einer Tasse Kaffee und der Zeitung sagen wir uns sicher alle : Ich hätte eingegriffen; aber wer weiß ob wir tatsächlich dazu fähig sind in einer Ausnahmesituation, auf die uns nichts vorbereitet hat, zu handeln ?


    Migrantenkinder haben es schwer, keine Frage. Nicht umsonst gab es kürzlich irgendwo ein Modellprojekt für anonymisierte Bewerbungen, um nicht schon mit der Namensnennung im Nachteil zu sein und aussortiert zu werden.


    Aber wir haben auch viele Vietnamesen hier. Schon mal was von einem Gewaltproblem unter vietnamesischen Jugendlichen gehört ? Die vietnamesischen Eltern bekommen es offenbar hin, ihre Kinder zur Gewaltlosigkeit anzuhalten. Unsere Erziehung ist auch davon geprägt, das Gewalt keine Lösung und zu vermeiden ist. Müssen wir umschwenken und unsere Kinder dahin erziehen, dass ein Junge hart sein muss und sich wehren kann, damit er nicht als Opfer angesehen wird ?


    Migranten haben es auf der ganzen Welt schwer, das liegt in der Natur des Menschen. Damit Gewalt zu entschuldigen, kommt nicht in Frage.


    Ich kann das Gerede über unser angeblich ach so fremdenfeindliches Land und dass wir nicht jedem offen und vorurteilsfrei begegnen, nicht mehr hören. Wer ist schon vorurteilsfrei ? Gibt es so etwas überhaupt ? sind etwa alle anderen vorurteilsfrei ? ich bin da sehr skeptisch und wäre schon zufrieden,wenn jeder zumindest ein Mindestmaß an Anstand und Respekt gegenüber dem Mitmenschen mitbringen würde. Und wenn es jemanden daran mangelt, habe ich keine Lust mehr auf die Frage, was in der GESELLSCHAFT schiefgelaufen ist. DIE GESELLSCHAFT als homogene Masse gibt es nicht.

    fußballer49,


    ich denke auch das der Einfluß des angebotenen Trainings auf die fußballerische Entwicklung eher überschätzt wird. Ansonsten würde sich jeder Spieler mit dem gleichen Training ja gleich gut entwickeln. Dass dem nicht so ist, weiß jeder der schon mal über einen längeren Zeitraum eine Mannschaft betreut hat oder selber die Jugendjahre auf dem Fußballplatz zugebracht hat. Trotz gleicher Bedingungen entwickeln sich die Spieler einer Mannschaft doch sehr unterschiedlich.


    Sicher sind die Grundlagen zu vermitteln, um technisch sauberen Fußball spielen zu können. Aber man kann nicht jeden zu einer Granate auf dem Platz machen. Genauso wenig kann man aus jedem einen Olympialteilnehmer im 100-m-Lauf oder im Weitsprung machen, und wenn das Training noch so gut ist. Wir sind nicht alle gleich in der Veranlagung und im Talent, und man kann nicht jeden gleich weit bringen.


    Wenn man sich den Werdegang späterer Bundesligaspieler anschaut, stößt man oft auf eine Konstante: In ihren ersten Fußballjahren im heimatlichen Dorfferein hatten viele astronomische Torquoten. Sie waren nicht nur talentiert oder etwas auffälliger als ihre Mannschaftskameraden, sondern haben diese turmhoch überragt. Und das ganz ohne spezielles Sondertraining, sie haben die gleichen Trainer gehabt wie ihre Mannschaftskameraden - zumindest in den ersten Jugendjahren bis zum fälligen Wechsel zu einem größeren Verein.


    Sicher kann man jeden im Rahmen seines vorgegebenen Potentials durch Training verbessern und das sollte auch das Ziel sein.


    Und da Fußball nicht zuletzt im Kopf stattfindet (Angst, Nervosität, Aufgeregtheit, alles kann dazu führen das vorhandene körperliche und technische Können im Spiel nicht abzurufen), kann eine Stärkung der Psyche durch Mentaltraining enorm hilfreich sein. Ich wüßte gerne wie das geht, wenn ich die Mentalität der 'Kämpferinnen' auf alle Spielerinnen übertragen könnte durch Fingerschnippen, das wär schon was.


    Aber zu glauben, man könnte jeden beliebigen Spieler durch das richtige Trainingsangebot in den bezahlten Fußball bringen, ist vermessen. Kein 'vergessenes' Talent kickt in der Kreisliga C vor sich hin, weil er durch böse Trainer als Jugendlicher nicht zum richtigen LZ gekommen ist. Talent setzt sich durch, weil es auf dem Platz durch entsprechende Leistungen auf sich aufmerksam macht. Zumindest ein Talent, dass es bis zu den Profis schaffen kann dürfte schon als E-Jugendlicher extrem auffallende Leistungen bringen und nicht nur ein bißchen besser sein als die anderen.

    ich bin jetzt 2 Jahre Trainer bei einer Mädchenmannschaft und habe glaube ich noch nie eine schauspielerische Einlage einer Spielerin gesehen, auch absichtliche Fouls gibt es so gut wie gar nicht. Weder bei uns noch bei den anderen Mannschaften.


    Vielleicht liegt es daran, dass sich die Mädels nicht für Fußball im Fernsehen interessieren und sich das nicht zum Vorbild nehmen (Faustregel: je höher die Spielklasse, desto mehr wälzen nach dem Foul. Wenns wirklich immer so schlimm wäre, müsste eine BL-Partie nach 30 Minuten beendet werden wg. Spielermangel)

    gleiche Spielzeit für alle ist schwer umzusetzen, aber mind. 20 Minuten Spielzeit für jedes Kind das zum Spiel kommt sind Minimum in der E-Jgd. Und wer eingewechselt wird hat mind. 10 Minuten am Stück auf dem Platz zu stehen. Wenn zuviele Kinder in einer Mannschaft sind, um diese Zeiten an einem Spieltag zu garantieren, sollte man die Rotation einführen. Besser hin- und wieder mal aussetzen als jedes mal dabei sein und dann nur 5 Minuten auf dem Platz zu haben.


    Wer schon in der E-Jugend nur die besten 6 spielen lässt und die anderen nicht mehr als nötig, hat in diesem Jugendbereich als Trainer eindeutig nichts verloren (und auch nicht in der D-Jgd, aber leider gibt es sehr viele davon....)

    wir haben erst im Februar unsere Hallenkreismeisterschaft und seit Ende Oktober schon Hallentraining (1 x die Woche Samstag von 10 - 11, vor uns trainiert die 1. D von 9-10). Um die Sache aufzulockern, probieren wir jetzt folgendes alle paar Wochen:


    wir laden zusätzlich 1 Mannschaft ein und spielen ein 'inoffizielles' Turnier von 9-11. Mit richtig Trikots an wg. Wettkampfcharakter für die Kinder, aber es ist eher ein Training. Es gibt also keinen Kuchenverkauf o.ä., und anwesend sind nur die Trainer da das Ganze als Training läuft und nicht als richtiges Turnier. War jetzt am Samstag das erste Mal, und wir hatten vier Teams mit Spielzeiten von 15 Minuten und jeder gegen jeden.


    Vorteil: viel Spielzeit für die Kinder, maximal 2 Spiele Pause bis zum nächsten Spiel, insgesamt eine sehr entspannte Atmosphäre (da kaum Eltern da waren und die Mannschaften quasi unter sich waren, sowenig Geschrei vom Rand war nie, herrlich....). Die Mannschaften die aufgrund der Kinderanzahl 2 Teams stellen wollen können dies flexibel handhaben (waren diesmal nur wir, in der D 2 haben wir 14 Kinder. Der 'Gast' hatte nur 7 Kinder und die 1. D 10 Kinder). Insgesamt sehr ruhig das Ganze im Vergleich zu 'normalen' Turnieren. Und alles ist in 2 Stunden abgewickelt.


    Nachteil: keine Einnahmen, dafür aber auch kein nennenswerter Aufwand.


    Fazit: kann ich nur empfehlen, würde ich jedem 'normalen' Turnier vorziehen. Aber für die Mannschaftskasse kommt natürlich nichts rein, aber da mache ich lieber ne Umlage.

    Ich finde die Debatte ja sehr interessant, aber mit fehlt zunehmend der Praxisbezug, also was ich -und in welcher Form- für das Training einer Dorf-D-Jugend hieraus mitnehmen kann?


    Angenommen, es geht mir vorrangig darum, dass jedes Kind angstfrei in das Spiel und damit in die Wettbewerbssituation geht. Zielsetzung wäre, das sich jeder auf das Spiel freut und sein Potential abrufen kann und nicht wie blockiert auf dem Platz steht und vom brauchbaren Spieler im Training zum 'Alibifußballer' im Spiel mutiert. Ist doch eigentlich schade drum und hat nichts mit Gewinndenken zu tun. Mir tun die Spieler eher leid, die vor Nervosität den Ball eigentlich gar nicht haben wollen.


    Viele Kinder haben hier weniger Probleme, aber andere sind auch nach 2 Jahren Fußball immer noch gehemmt und sehr verschüchtert, wenn es in das 'richtige' Spiel geht.


    Außer den gängigen Standartsprüchen 'jeder kann Fehler machen' fällt mir nicht ganz viel ein. Kann hier Mentalcoaching hilfreich sein und wie kann das aussehen ? Benötigt man einen externen Spezialisten oder gibt es einfache Übungen, die gefahrlos für die Kinder ausprobiert werden können ? Spricht Mentalcoaching auch den Einzelnen an oder geht es nur um die Maximierung der Gruppenleistung, des Teamgeistes ? Oder bin ich als Trainer einer Dorf-D-Jugend hier im falschen Thread und Mentalcoaching richtet sich grundsätzlich an leistungsorientierte Gruppierungen ?

    Kicker,


    mal losgelöst vom Thema: Du hast oft geäußert, dass Du mit deinen Vorstellungen und Ideen auf Ablehnung gestoßen bist. Natürlich lag es nach Deiner Meinung dann immer an den bornierten Betonköpfen in den Vereinen.


    Aber kann es sein, dass Dich einfach keiner aushält ?


    Wie wohltuend dagegen in diesem Thread die Beiträge von Mentala, der es trotz Fachkompetenz schafft, sich auch für Nichtpsychologen verständlich auszudrücken. Gehört übrigens auch zur Sozialkompetenz, diese Fähigkeit. Scheint Dir abzugehen. Wenn Du im realen Umgang genau so bist, verstehe ich warum es Dir vorkommst als wenn Du ständig gegen die Wand läufst. Aber die Gründe dafür sehen wir wohl unterschiedlich.

    schon richtig, die Mädchen hinken mangels freien Herumbolzens abseits des Trainings- und Spielbetriebs den Jungs deutlich hinterher. Taktische Feinheiten abzuverlangen, wenn schon das fußballerische Grundhandwerkszeug nicht besonders gut ausgebildet ist, halte ich nicht für praktikabel. Man muss beim Mädchenfußball wirklich 1-2 Jahre vom Stand gleichaltriger Jungsmannschaften abziehen, wenn man sich an den DFB-Vorgaben für Spiel und Training orientiert.


    Ich bin seit 2 Jahren im Mädchenbereich unterwegs, hier gibt es als höchste Spielklasse in der E- und D- Jugend aber nur die Kreisliga. Keine Ahnung, was Landesliga Brandenburg von der Qualität her bedeutet.


    Ich würde bei 7 Feldspielerinnen auf jeden Fall mit 2 echten Stürmerinnen spielen, da ich nicht glaube, das ein agieren in echten Ketten mit Positionswechseln je nach Spielsituation Sinn macht. Dahinter 2 Verteidiger und 3 im Mittelfeld (bei überlegenen Gegnern umgekehrt), wobei ich hier zumindest ein 'Mitaufrücken' mit der Spielsituation erwarten und fossieren würde.

    nochmal zur Nettospielzeit von z.B. genau 60 Minuten, Sportarten wie Handball machen es vor, dort wird bei jeder Spielunterbrechung die Uhr angehalten und keiner schindet Zeit, warum auch ? es werden auf jeden Fall 60 Minuten gespielt, egal wie lange sich einer herum wälzen sollte. Es geht eben nicht darum, eine ungefähre Anzahl von Minuten nachzuspielen, die womöglich der Bruttospielzeit durch Zeitschinderei 'geklaut' worden sind, sondern genau und garantierte 60 Minuten zu spielen.


    Daher hinkt auch der vorgenannte Vergleich mit dem Pokalspiel CL-Sieger gegen Viertligist, denn auch hier würde die Nettospielzeit genau 60 Minuten betragen, da keine Nachspielzeit geschätzt wird sondern die tatsächliche Nettospielzeit genau abgestoppt wird. Ergo: null Nachteile für den Viertligisten, egal was der clevere CL-Sieger an Psychospielchen auffährt. Gespielt wird netto, nicht brutto, und das immer 60 minuten.