Beiträge von thomasg

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    Ich würde mich schon selbst blöd fühlen wenn ich ständig einen Spieler nur für 5 Minuten mitnehme, aber ich habe auch ein Gewissen...


    Sehr richtig !!!!


    In meinem ersten Trainerjahr war ich Co, zu den Spielen sind wir mit 13/14 Spielerinnen gefahren, und der 'Chefcoach' hat das gemacht was die meisten tun: Die besten 6 auf den Platz und dann mal gucken was das Spiel macht ohne Einsatz-/Wechselplan. Ende vom Lied: Mitte der zweiten Halbzeit haben regelmäßig einige erst ein paar Minuten gespielt, einige gar nicht. Die kamen dann 3 Minuten vor dem Ende und hinterher hieß es: es haben ja alle gespielt.


    So geht das nicht. Seit ich selbst das wechseln in der Hand habe, verfahre ich immer so:


    - es kommen nur 10/11 Spielerinnen mit (da wir jetzt zwei Mannschaften stellen, habe ich eh nicht mehr. In der Rückrunde letztes Jahr habe ich bei 14 Spielerinnen rotiert, da waren dann immer 11 Mädchen dabei).
    - ich erstelle vor dem Spiel einen Einsatzplan, der unabhängig vom Spielgeschehen umgesetzt wird.
    - so planen, dass die Mannschaft durchgängig in etwa gleichstark besetzt ist. Bedeutet natürlich auch, dass man die beste Sechs nie gleichzeitig auf dem Platz hat. Die Vorteile überwiegen aber eindeutig.


    Es spielen nicht alle gleichlang, das muss ich zugeben. Aber unter 25-30 Minuten Einsatzzeit geht keine nach Hause. Und es ist sehr entspannend, keine Unruhe mehr am Platzrand, jeder weiß wann er wieder reinkommt. Kann ich nur empfehlen.

    FB, zu Dir kommen Kinder mit einer sehr hohen Eigenmotivation, in der Regel sehr stark unterstützt und begleitet von den Eltern. Diese Motivation und diesen Willen aller Beteiligten erwartest Du auch. Wer noch nicht so weit ist, wird nicht aufgenommen. Wer nicht mithält, wird wieder ausgeparkt (meinetwegen bei einem Partnerverein).


    Deine Herablassung gegenüber Dorftrainern, die jedes Kind aufnehmen und i.d.R. sehr inhomogene Mannschaften zu betreuen haben, kannst Du Dir wirklich mal sparen. Offenbar ist Dir Deine Botschaft doch wichtig, warum machst Du es Dir selbst so schwer ? Verstehe ich nicht.


    Wir betreuen z.Zt. 20 Kinder im Training, am Wochenende fahren wir mit zwei 10'er Mannschaften in den Spielbetrieb. Wir haben ein paar sehr motivierte 'Heißkisten' dabei, aber eben auch Kinder, die sicherlich Spaß am Fußball haben (sonst würden sie nicht kommen), aber nicht gerade mit dem Messer zwischen den Zähnen auf den Platz gehen. Und die meisten Eltern halten das Fußballspielen ihrer Kinder tatsächlich für ein harmloses Hobby und sind nicht sonderlich interessiert an dem was da abläuft (einige kommen gar nicht zum Zuschauen.). Ich habe in meiner Mannschaft zwei Mädchen,die eine Schule für Lernbehinderte besuchen. Die beiden sind eher überdurchschnittlich 'heiß' auf Fußball, haben aber große Probleme, Übungen zu verstehen sobald die simple Eingangsübung schwieriger wird. Wo bleiben denn die minder motivierten und unterdurchschnittlich begabten in deinem System des neuen Fußballs. Auch die haben ihr Recht auf Fußball, denke ich,wenn sie einfach Spaß dran haben. Haben auch die einen Platz bei Dir, die absehbar trotz bester Förderung ein gewisses Niveau nie erreichen werden ? Wenn nicht, dann laß die Angriffe gegen Dorftrainer, die sich um jeden kümmern und jedem einen Platz bieten. Eine Diskussion um Trainingskonzepte kann man auch ohne solche Ausfälle führen.

    klar, Finten kann man schlecht in einer Spielform erlernen. Aber viele isolierte, statische Übungen gehen denke ich wirklich zu Lasten des Zeitanteils, in denen man den Kindern in Spielformen ein Verständnis von Raum- und Platzaufteilung,das näherbringen von Anbietverhalten etc. vermitteln kann. Bei einem 2:2 Spiel egal in welcher Form, ob mit Dribbel- oder richtigen Toren, wird schnell klar, das der ballhaltende Spieler jemanden braucht,der sich bewegt um ihn anzuspielen. Oder eben selbst eine sich auftuende Lücke nutzen kann.


    Ich bin begeistert von dem Buch von Horst Wein und trainiere viel danach. Vorteil ist nebenbei auch einfacher Übungsaufbau, Technikschulung ist in den Korrekturübungen drin, passt schon (ich trainiere allerdings eine Mädchen-D und kann den Technikfaktor weit unten einsetzen, Motto: jede Ballberührung zählt.)


    Man kann z.B. auch Übungen der DFB-Broschüre 7 '1:1 in der Defensive' mit einem entsprechendem Aufbau prima mit Spielformen nach Horst Wein kombinieren.


    Vielleicht geht momentan auch die Begeisterung etwas mit mir durch, ich bin jetzt im 3. Trainerjahr und habe in den ersten beiden Jahren das klassischen Programm gemacht (Aufwärmteil/isolierte Übungen/Abschlusspiel). Im Sommer habe ich mir das Buch von Horst Wein gekauft, tatsächlich eine völlig neue Form des Trainings für mich. Auch für mich ist das Training jetzt entspannter, einfacher zu organisieren. Den Kindern gefällts, im Spielbetrieb mithalten können sie auch. Also momentan kann ich nichts schlechtes daran finden.

    open-minded, alles richtig. Ich will hier auch keinen Stolperstein rein werfen, die Diskussion um die SI ist wirklich sehr interessant, insbesondere seit es auch etwas konkreter geworden ist.


    Mir geht es nur um die Verhältnismäßigkeit, die schnell aus den Fugen geraten kann wenn man als Trainer zu ehrgeizig ist. Ich beziehe mich jetzt ausschließlich auf die Situation in einem Dorfverein. Wir betreuen seit Beginn dieser Saison mit 3 Trainern 20 Kinder, am Wochenende fahren zwei 10-er Teams los, von den Ergebnissen her läuft alles super. Nur sind die anderen beiden Trainer von der sehr ehrgeizigen Sorte, werden im Training auch mal sehr unwirsch wenn es nicht läuft und im Spiel gibt es zur Halbzeit auch mal ne ordentliche Standpauke. Da weiß ich manchmal nicht, ob das noch so richtig ist. Aber du hast ja Recht, diese Diskussion hier ist ein Sammelbecken für alle möglichen Ideen, was immer einem zur SI einfällt. War nur so ein Einwurf am Rande.

    Eckmann,


    zu Deiner Checkliste. Ich mache zur Zeit gute Fortschritte damit (zumindest bilde ich es mir ein) Einzelziele für die Spieler zu setzen. Einzige Gruppenvorgabe: Wenn der Gegner den Ball hat, sehen wir zu das wir als Mannschaft nicht vorne stehen bleiben, sondern uns zurück ziehen, Gegenspieler suchen etc.


    Einzelziel beim Einwechseln für die Stürmer z.B.: Ihr beschäftigt und beackert die gegnerischen Verteidiger, lasst sie nicht in Ruhe.


    Einzelziel für eine Mittelfeldspielerin z.B.: Bei Ballbesitz ab nach vorne, anbieten.


    Mit zu vielen Vorgaben oder Ansprachen kann man die Kinder denke ich schneller überfordern als man denkt. Lieber kurz und sehr präzise auf den einzelnen eingehen, was man sich von ihm erhofft.

    schwierig, schwierig, schwierig. Wir haben diese Saison aus 20 Mädchen 2 Mannschaften gebildet, getrennt nach Jahrgang. Meine Mannschaft liegt in der Tabelle auf Platz 2, 5 Siege und 1 Unentschieden. Die Mannschaft ist aber nicht wirklich stark, sehr inhomogen. Tatsächlich profitiert die Mannschaft von 2 sehr starken Mittelfeldspielerinnen, die sehr viel auf eigene Faust veranstalten können, ohne die anderen Mitspielerinnen mit einzubeziehen. Wir haben ein paar Mannschaften knapp geschlagen, die spieltechnisch weiter waren als wir, besser zusammen gespielt haben.


    Was also tun als Trainer ? sich darüber ärgern das kaum Kombinationen aufkommen, wenig abgegeben wird ? oder sich darüber freuen, dass ein weiterer Alleingang zum Tor führt und die nächsten drei Punkte eingefahren werden ? uns was, wenn eine der beiden mal Bock hat ins Tor zu gehen ?


    seien wir doch mal ehrlich, so ganz egal ist uns der Spielverlauf und das Ergebnis doch nicht, wenn wir am Spielfeldrand stehen. Ein guter Feldspieler ist meistens auch ein guter Torwart, schon alleine aufgrund der guten Antizipation. Ich würde den besten Feldspieler, wenn er unbedingt will, auch ein bisschen im Tor spielen lassen, aber mindestens die Hälfte der Spielzeit auch im Feld.

    Hoppla, hätte ich Beitrag 42 rechtzeitig gelesen, hätte ich Beitrag 43 nicht geschrieben.


    Als Trainer einer Dorfmannschaft würde ich mir über Egodribbler in der F-Jugend aber keinen einzigen Gedanken machen. Spielen lassen.

    Nur grad mal einer von 10 dribbelt als bewusst getroffene Präferenz in der gleichwertigen Auswahl von Dribbling, Pass oder Abschluss. Aber der kann GARANTIERT auch zuhören, sich Dinge merken, ist kognitiv auf der Höhe und passt ins Team.


    also mal im Ernst, wenn ich aus solchen Kindern ein Team zusammen stellen kann, dann muss ich als Trainer nicht mehr viel bringen. Dann habe ich automatisch eine gute Truppe. In der F-Jugend über Egodribbler nachdenken ? Im Ernst ?

    schönes Gespräch diese Woche zwischen Reinhold Beckmann und Mehmet Scholl am DFB Pokal Abend. Sinngemäß hat Scholl dem Kollegen Beckmann erläutert, dass der Unterschied zwischen einem Profi und einem Dritt- oder Viertligaamateur darin besteht, dass der Amateur falsch steht und der Profi es riecht und ausnutzt.


    Das wirft die Frage auf, ist Spielverständnis bis zu einem Grad doch auch eine Frage der Veranlagung und der von Mutter Natur gegebenen Fähigkeiten ? Und wieviel davon kann man tatsächlich als Trainer beeinflussen ?


    Ich habe ein paarmal auf Turnieren die Traditionsmannschaft des VFL Osnabrück spielen sehen. Schon erstaunlich, was ausgebuffte Altprofis (teilweise sichtbar unaustrainiert) mit den Heißkisten der hiesigen Bezirksligisten so anstellen, nur dadurch dass sie ein besseres Spielverständnis haben. In einem unserer letzten Spiele hat aus Not der Torwart der spielfreien II. D im Mittelfeld mitgespielt und war auf Anhieb sehr sehr gut, ohne irgendeine Vorerfahrung als Feldspieler im Mittelfeld zu haben.


    Nicht dass man seine Mannschaft nicht so gut es geht trainieren sollte. Ich finde aber schon bedenklich, wenn aus Fußball fast eine Ersatzreligion gemacht wird. Vielleicht tut es den Kindern auch gut, wenn man als Trainer nicht ständig die höchsten Ansprüche hat und umsetzen will. Erzeugt ja auch ne Menge Druck. Ich tendiere eher zur Meinung von Andre, dass man die Leistung einer Mannschaft um ca. 20 % nach oben oder unten bewegen kann, mehr aber auch nicht. Wenn man das verinnerlicht, entspannt das ungemein.


    Hat jetzt nicht wirklich was mit Schwarmintelligenz zu tun. Aber bei allen Übungen, die man ins Training einbaut, sollte man nie vergessen, dass man als Trainer den Kindern u.a. auch ne gute Zeit verschaffen sollte (Leistungsteams natürlich ausgenommen, da gelten möglicherweise andere Prioritäten). Das sollte man bei allen Ansprüchen an die Entwicklung seiner Mannschaft nie aus den Augen verlieren. Also nicht durchdrehen wenn aus dem kämpfenden Dorfteam kein Schwarm wird !

    habe gestern beim Aufwärmen nach einer Passübung (passen und hinterherlaufen im Viereck) mal folgendes gemacht:


    Partnerübung, gegenüber aufstellen, jeder ein Ball. Der eine passt zum anderen, der andere wirft gleichzeitig zum anderen, der muss den Ball fangen. Ziel ist, sich als Partner so zu koordinieren, dass beide Bälle gleichzeitig gespielt und angenommen werden. Reine Kopfübung zum Wachwerden, Warmmacheffekt für den Körper vermutlich gleich null. Aber es machte den Kindern sichtlich Spaß, und nach ein bisschen Vorübung klappte es bei den meisten auch.


    Ich finde auch, dass das Warmmachen nicht nur dem Körper dienen sollte, sondern vielmehr (und bis zur D-Jugend auch hauptsächlich) dem Kopf, um sich aufs Spiel einzustellen und wach zu werden.

    intelligente Fußballschulung (Zur Schulung zähle ich nicht nur das Training, sondern auch die Punktspiele) sollte das Ziel haben, wache Spieler zu erzeugen. Mit dem Begriff 'wacher' Spieler meine ich, das ein Spieler in der Lage sein sollte, ohne Steuerung von außen sinnvoll auf Spielsituationen zu reagieren. Habe ich lauter 'wache' Spieler auf dem Platz, habe ich ein Gebilde, das in der Außenwahrnehmung in etwa so rüberkommt wie ein gemeinsam agierender Schwarm. Ich finde daher den Begriff Schwarmintelligenz ganz passend.


    Es versteht sich von selbst, dass ein Joysticktrainer es nicht schaffen wird, seinen Spieler 'wach' zu bekommen, da er ihm erst gar nicht die Möglichkeit gibt, eigene Entscheidungen zu treffen. Für das laufende Spiel ist also klar, wie man sich als Trainer verhalten sollte = möglichst defensiv und möglichst wenig in Erscheinung tretend.


    Die Frage, wie man im Training auf den 'wachen' Spieler hintrainiert, ist weit schwieriger. Es gibt wie ich finde gute Leitbilder, ganz oben sei erwähnt das einschlägige Buch von Horst Wein 'Entwicklung der Spielintelligenz'. Was Horst Wein zur Trainingsgestaltung vorschlägt, finde ich hervorragend. Die sogenannten kleinen Fußballspiele sind ein Riesenunterschied zum Jugendtraining früherer Tage. Ich kann mich jedenfalls nicht daran erinnern (ich bin 46 Jahre alt) im Training jemals z.B. 4:4 auf 4 Tore gespielt zu haben, dafür gab es bis zum Erbrechen statische Passübungen.


    In einem anderen Thread wurden schon mal andere Methoden angesprochen, die Spieler 'wach' zu bekommen. Z.B. farbige Tafeln hochhalten, nach denen die Spieler gewisse Aktionen ausführen sollen anstatt ihnen direkt zuzurufen was sie machen sollen.


    F.B. spricht davon, wieder einen neuen Weg zu gehen, ohne im Detail Übungen erklären zu wollen.


    Wie ist es F.B., magst Du uns nicht zumindest mal einen Brocken hinwerfen, damit man sich darunter etwas vorstellen kann ?


    Keine Sorge, ich will das ganze nicht verallbern. Ich würde sicherlich nicht im Training Spielformen von Horst Wein anwenden und fast jeden Tag auf Soccerdrills einmal durchschauen,wenn ich nicht auf der Suche nach vernünftigen Angeboten und Alternativen für das Training wäre. Aber diese Diskussion ist doch sehr theoretisch, die Frage die mich interessiert ist aber auch: kann ich davon was in mein Training für eine durchschnittlich begabte Dorfmannschaft einbauen ? oder ist es nur etwas für eine Leistungsmannschaft mit entsprechend begabten Kindern und 4 x Training die Woche ?

    FB,


    der Satz mit dem Fischschwarm kommt nicht von mir, sondern war wie der ganze erste Absatz ein Zitat aus dem Beitrag über meinem (Beitrag 61). Ich habe wohl die Zitierfunktion nicht richtig bedient, dafür sorry. Eine Zitat sollte natürlich auch als solches erkennbar sein, sonst geht die Übersicht verloren, werde künftig genauer drauf achten.


    Auch mir geht es nicht um den Begriff Schwarmintelligenz. Der Begriff ist egal.


    Vereinfacht gesagt geht es hier doch um die Frage, sind entprechend spielintelligent ausgebildetete Spieler in der Lage, aufgrund ihrer Basis aus der Ausbildung ohne größere Abstimmung aufeinander ein funktionierendes Kollektiv auf dem Platz zu bilden (da sie ja alle intuitiv die richtigen Entscheidungen treffen). Oder ist auch bei bestmöglicher Einzelausbildung aller Spieler eine mit allen trainierte Abstimmung notwendig, damit alle Rädchen ineinander greifen ?


    Ich bleibe dabei, meiner Meinung nach ist eine Abstimmung der Spieler und Mannschaftsteile erforderlich. Sieht man ja gerade beim großen FCB. Neuer Trainer, neues System und deutliche Defizite in der Defensive nach Ballverlusten. Und den Spielern kann man sicherlich unterstellen, eine entsprechende Ausbildung durchlaufen zu haben und jede Menge Spielintelligenz zu besitzen.


    Eine an die Entwicklung der Spielintelligenz orientierte Ausbildung z.B. mit kleinen Fußballspielen nach Horst Wein ist sicherlich von Vorteil, um später in einem intelligenten Spielsystem fernab vom Positionsspiel früherer Tage mitmachen zu können. Das sollte das Ziel jeder Fußballausbildung zu sein. Aber eine Mannschaftsabstimmung der später gemeinsam auflaufenden Spieler ersetzt diese Ausbildung nicht. Diese kann sich natürlich auch von selbst bilden durch das gemeinsame Spiel ohne große Einwirkung von außen. Aber jeder neue Spieler wird das vorhandene System vorerst wieder instabil machen, bis er sich 'eingearbeitet' hat.

    Kann man nicht zwei Mannschaften melden ? Gibt es mehrere Spielklassen, wo eine 2. F, tiefer gemeldet, zurecht kommen würde ?


    Natürlich ist der Kader für 2 Mannschaften knapp, und alle müssten fast immer zuverlässig da sein, viel Ausfälle dürften nicht passieren. Aber eine Hälfte der Mannschaft quasi gar nicht am Spielbetrieb teilnehmen lassen, wäre doch schade. Gelernt wird am meisten auf dem Platz, und zig Freundschaftspiele abmachen damit die anderen auch zugange kommen wäre mir zu anstrengend. Dann lieber gleich in der Spielrunde melden und alleine die Betreuung am Spieltag durchziehen. In dem Alter sind doch immer viele Eltern zu Unterstützung dabei (Spielbericht ausfüllen etc., was so anfällt), dürfte doch kein Problem sein.


    Wir haben z.Zt. auch exakt 20 Mädchen (im Training ein paar mehr, aber noch ohne Spielerpass) und haben 2 Mannschaften gemeldet. 2 Spieltage sind rum, bis lang läuft es super. Alle kriegen viel Spielpraxis. Aber demnächst sind einige auf Jugendfreizeiten, an dem Wochenende sind dann pro Mannschaft nur noch 7,8 Spielerinnen da. Vielleicht rede ich hinterher anders....

    Zum Thema Dribbelspiele im Quadrat und Tannenbaum, kennen die Kinder zwar aber stell ich mir zB. bei einem Auswärtsspiel schwierig vor in der Umsetzung. Für 12 Kinder Bälle mitnehmen und Hütchen aufbauen und einteilen!?


    Warum schwierig ? Ein Netz mit 11 Bällen und einen 'flachen' Hütchenstapel (die wie Untertassen aussehen, sehr praktisch zu tragen) habe ich für jedes Training im Auto, kann man genauso zum Spiel mitnehmen. Dann kann man das Aufwärmen wie eine kleine Trainingseinheit machen, jeder einen Ball, vorher ein paar 'Untertassen' auslegen und los gehts. Kann ich sehr empfehlen, auf jeden Fall besser als laufen ohne Ball und so aufwendig ist das nicht. Ich glaube man hat eher das problem, das einige Erwachsene komisch gucken wenn man zum Aufwärmen extra was aufbaut, sieht man eher selten. Aber das legt sich wenn man das ein paarmal gemacht hat, sollen die anderen doch gucken.

    Nach wie vor kann ich mit der Schwarmintelluigenz im Fussball nichts anfangen. Wenn Fischschwärme angegriffen werden, schwimmen sie im Kreis, entweder bis die Angreifer satt sind, oder keine Fische mehr da sind. Oder Ameisen. Da sind reine Verhaltensmuster, die bei ameisen "intelligent" aussehen.
    Die einzige Schwarmintelligenz im Fussballstadion ist die LaOla-Welle. Und je mehr "Fachbegriffe" und Fremdwörter in der Diskussion verwendet werden, umso suspekter wird mir das Ganz:
    Oder wie Trainer Ludwig sagt: "Fussball isch so oifach!"


    Kann ich hundertprozentig unterschreiben. Was im Fußball wie Schwarmintelligenz aussieht, ist nichts anderes als eine perfekte Zuordnung und Abstimmung aller Mannschaftsteile und Spieler aufeinander, die auf jede Spielsituation durch trainierte Verhaltensmuster vorbereitet sind und eine entsprechende Reaktion parat haben. Intuitiv geschieht da sicherlich eher wenig.

    Halte durch !


    Das Argument 'so hoch wie möglich spielen, denn da lernt man am meisten' kann ich nicht mehr hören. Fußball lernt man am besten, wenn man defensive und offensive Aktionen auf dem Platz hat und nicht in 0:10 Abwehrschlachten, wo der Ball nur so gut es geht hinten rausgeschaufelt wird. Was soll man denn dabei lernen ? Wie der Ball vernünftig hinten raus gespielt wird bestimmt nicht.


    Den Kindern dürfte es egal sein, in welcher Klasse sie spielen, die wollen kicken und sollten dabei auch mithalten können, sonst verlieren sie den Spaß an der Sache. Wenn das in einer unteren Klasse gewährleistet ist, dann meldet man eben unten. Alles andere befriedigt nur den Ehrgeiz des Trainers.

    Ein direkter Freistoß eröffnet doch nur die Möglichkeit, den Ball ohne vorherige Berührung sofort aufs Tor zu nageln. Ist also ein großer Vorteil für die Mannschaft,die den Freistoß hat. Ich habe noch nie davon gehört, dass man den Ball auch unbedingt direkt aufs Tor schießen muss und nicht abspielen darf.


    Ich denke, dass der Hintergedanke der Regelung bei Euch der ist, dass die Spieler in der E-Jugend womöglich mit der Ausführung eines indirekten Freistoßes überfordert sein könnten und man deshalb die Möglichkeit bietet, alle Freistöße direkt auszuführen. Es dürfte aber wohl völlig unbedenklich sein,ihn trotzdem indirekt auszuführen.

    Ich finde den Artikel jetzt nicht mehr wieder, aber ich habe kürzlich etwas darüber gelesen, dass die Mannschaft des BVB es von der Reaktion auf Spielsituationen und -verläufe auf eine neue Ebene geschafft hätte und völlig unabhängig von außen reagieren kann. Damit hätte sie fast ein Alleinstellungsmerkmal.


    Trotzdem sehe ich es wie Brechstange, es handelt sich um eine -wenn auch perfekte- Form der Mannschaftstaktik.


    Ich habe am Freitag BVB-Bremen geschaut. Wären die 11 BVB-Spieler in der Lage, ohne vorheriges längeres gemeinsames Training, nur weil sie viel Spielintelligenz besitzen und die richtigen Typen (= bedingungslos arbeitend fürs Kollektiv) dafür sind, sich derartig perfekt aufeinander abgestimmt zu bewegen ? Ich glaube nicht. Wenn man elf noch so hoch veranlagte Spieler einfach zusammen würfelt und ohne Training auf den Platz stellt, wird sich nie so eine perfekte Abstimmung ergeben. Das braucht Zeit und Training und ja, auch die Laufwege müssen bekannt sein bzw. der eine muss wissen wie sich die anderen verhalten, wenn dies und jenes auf dem Platz passiert. Schwarmintelligenz -wenn man es denn so nennen will weil es bildlich so perfekt passt- ist nicht einfach da, sondern ist eingeübt und damit eine Form der Mannschaftstaktik.


    Jeder Spieler ist immer noch ein Individuum, und wenn er noch so mannschaftsdienlich und spielintelligent geschult ist. Daher kann jeder Spieler auf jede Spielsituation etwas anders reagieren, als ein ähnlich trainierter und veranlagter Spieler. Die Spieler sind ja keine Schachcomputer und die eine perfekte Reaktion auf eine Spielsituation gibt es auch nicht. Also ist Abstimmung durch Training immer notwendig = Mannschaftstaktik.