Beiträge von thomasg

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    So, nachdem ich ein paarmal drübergeschaut habe habe ich jetzt auch mein Kreuz gesetzt. Um mich zu outen ehrlicherweise bei der Antwort 'Nein, weil wir auf Manndeckung spielen' (zumindest in der Abwehr, im Mittelfeld sollen sie lernen sich abzusprechen und die Räume und Gegner zu sehen wo sie hinmüssen). Ich bin Trainer einer Dorfmädchenmannschaft (jetzt 1. Jahr C-Jugend) und denke einfach, dass ich mit dem machbaren leben muss. Wenn die technischen Standarts im Verhältnis zu den Jungs weit unterdurchschnittlich sind, kann ich wenig an taktischen Dingen arbeiten, sondern muss dort (Ballbehandlung, Ball- an und Mitnahme, Schußtechnik usw.usw.) erst mal den Schwerpunkt setzen. Bin ja schon froh, wenn ich den Mädels beibringen kann, sich vernünftig im Raum aufzuteilen und sich weder bei gegner- noch bei eigenem Ballbesitz zu ballorientiert zu verhalten. Ich habe im letzten Jahr mal ein paar Kleinfeldübungen gemacht zum Thema Taktik im Angriff (Abstände einhalten, Anbieten, Freilaufen). Aber mit Spielerinnen, die für eine ordentliches Passpiel nicht über die hinreichende Technik verfügen bzw. zuviel damit zu tun haben, den Ball zu kontrollieren und darüber hinaus wenig die Umgebung im Blick behalten können, ist das nur eingegrenzt möglich. Den Mädels fehlt das Jungenstypische Rumgebolze in der Freizeit, um die Technik zu verfestigen, damit muss man als Mädchentrainer leben und dann eben entsprechende Schwerpunkte setzen.


    Grundsätzlich wirft aber auch dieses Thema eine Überlegung auf, die mich in der Vorbereitung der nächsten Saison, gerade vom Kinder (e/d-jugend) zum 'ernsthafteren' Fußball umtreibt: was ist meine Rolle als Trainer, ist das Ziel die bestmögliche Ausbildung oder sollte man sich eher zum Ziel setzen, den Spaß an der Sache in den Mittelpunkt zu stellen und zu vermitteln (kann das gleiche sein, aber im Nicht-Leistungsbereich ist das keinesfalls selbstverständlich. Kenne eine Schulfreundin meiner Tochter, die mit Fußball aufgehört hat weil ihr alles als zu ernst erscheint, der Spaß ist weg). Finde auch viel gegensätzliches in den Diskussionen hier, wenn Spieler bis in den Herrenbereich hinein bei der Sache bleiben, ist das Training und Spiel für sie offenbar doch völlig in Ordnung gewesen und hat sie am Ball gehalten, auch wenn sie vielleicht nicht den Ansprüchen einer modernen Ausbildung genügt.


    Als ehrenamtlicher nebenbei-Trainer darf man auch mal die Meinung vertreten, nicht perfekt ausbilden zu können. Wenn andere übernehmen wollen, gerne, gehe ich einfach als Zuschauer hin, wäre auch mal wieder schön. Wie war das noch mit der schönsten Nebensache der Welt ?

    Hallo, kann die Fragestellung gut nachvollziehen. Ich beobachte allerdings auch häufiger, dass die Zielsetzung der Trainer offenbar häufig wenig mit der Leistungsbereitschaft und Zielsetzung der Kinder/Eltern übereinstimmt, zumindest im Nicht-Leistungsbereich ist es wohl häufig so. Da muss man einfach mit leben, dass im Kader nicht nur 'Heißkisten' sind. Ich habe jetzt 4 Jahre eine Mädchentruppe als E- und D- Trainer begleitet und werde in der C wieder mit dabei sein mangels Alternativtrainer. Wir haben am ersten Samstag nach den Ferien Saisonstart, und wenn man vorher als Minimalziel 4 Trainingseinheiten angeboten haben will, muss man nun mal in den Ferien anfangen. Schon dass stößt bei vielen (sowohl Eltern als auch Kindern) auf wenig Gegenliebe.


    Ich versuche das alles mit Gelassenheit zu nehmen, ich führe keine Anwesenheitslisten und keinen Strafenkatalog. In den Ferien verkaufe ich das Training auch nur als Angebot, nicht als Pflichttermin. Die Mädchen sollen freiwillig und aus Spaß an der Sache kommen, und wenn wir dann eben nur einen Mittelplatz in der untersten Klasse hinkriegen, dann ist das eben so (nur ganz hinten will ich nicht stehen, mitschwimmen in der Klasse sollen die Mädels schon können).


    Aufregen muss ich mich bei der Arbeit schon genug, da möchte ich nicht nach Feierabend beim Training mit weitermachen. Mir ist durchaus bewußt, dass einige Mädels womöglich einen ehrgeizigeren Trainer verdient hätten, der ihnen mehr beibringen kann, als ich es tue. Aber es auch so schon ne ziemlich zeitintensive Sache (Meine Frau würde jubeln, wenn ich ab jetzt nur noch normaler Zuschauer wäre), da fahre ich lieber die Ansprüche runter als mich zu überfordern.


    Ich habe längere Zeit nichts mehr geschrieben und nur mitgelesen. Aber es ergibt sich häufig beim Querlesen der Threads ein gewisser Widerspruch. Einerseits die Forderung, nicht der Leistungsentwicklung alles zu unterstellen, um kindgerecht zu trainieren und zu coachen und den Kindern nicht den Spaß am einfachen Spiel zu nehmen. Andererseits soll man sich hinterfragen, ab man gut genug ausbildet. Ist schon ein Spagat, finde ich. Geht für mich übernächste Woche wieder los. Dann kann ich mich fragen, soll ich mich ärgern und laut werden weil was nicht klappt oder einfach mit den Schultern zucken und mal mitlachen.

    Das Neuer ständig wie ein Libero raus musste, kann doch nun wirklich nicht zu einer so gewollten Taktik gehört haben. Wird von den Verantwortlichen zwar so dargestellt, aber das ist doch lächerlich. Super gemacht von Neuer, aber Rettungsaktionen des Torwarts in letzter Not in derartiger Anzahl lassen wohl eher darauf schließen, dass hier ein Matchplan überhaupt nicht hingehauen hat. Und keinerlei Reaktion auf das Chaos, der Wechsel von Lahm auf AV und die Hereinnahme von Khedira waren rein verletzungsbedingt.


    Man bekommt ja die internen Vorgänge nicht mit. Aber ich könnte mir vorstellen, dass irgendwann der Deckel hochfliegt. Spätestens nach der WM (falls es schiefgeht) dürfte es interessant werden zu erfahren, was die Spieler von der aktuellen Spielidee des Trainers tatsächlich gehalten haben. Spieler auf Positionen zu verheizen, die ihnen nicht liegen und die sie ansonsten nicht spielen, und der Torwart spielt den Feuerwehrmann....offenbar wurden ein, zwei Spieler beim Spielaufbau geschnitten, die unter Druck von ihren Mitspielern als Sicherheitsrisiko eingeschätzt wurden, muss man sich mal vorstellen......Und diese 'weiter so' Haltung, obwohl es doch offenbar große Schwächen im System gibt. Ich weiß nicht, bin sehr skeptisch. Die Franzosen werden das Spiel auch gesehen haben. Einen größeren Gefallen, als nichts im System zu ändern, kann Löw den Franzosen doch gar nicht machen. Ich kann nicht glauben, dass er im Grunde wieder genauso spielen lassen will. Hoffe auf eine bewußte Täuschung.

    Der Spruch: "... aus dem Migrationshintergrund müßte Özil schießen" ist meiner Meinung nach primitive Klugscheißerei. Denn sinngemaß kann es heißen: - Na ja, Özil ist ja kein "richtiger Deutscher" und weiß deshalb auch nicht, wann er am besten aufs Tor schießt! Das wissen nur die "richtigen Deutschen" und das sind ja wir! Fachlich ist das auch ziemlicher Unfug! Denn unser letzter Titel liegt mitlerweile auch schon fast zwanzig Jahre zurück!


    TW-Trainer,


    ich halte das trotzdem für einen ganz harmlosen Spruch. Der Live-Ticker von 11Freunde arbeitet viel mit Ironie, da kriegt jeder Spieler seinen Spruch, der Urdeutsche genauso wie der Migrant. Und das finde ich auch richtig so, wäre es anders dann wäre es umgekehrter Rassismus. So wird jeder gleich behandelt.


    Ich hätte aber auch nie die abwertenden Aussagen in der internationalen Presse über die seinerzeitigen 'Rumpelfüßler' in der deutschen Nationalmannschaft als rassistische Entgleisung gegen Deutsche umgedeutet. Man kann es auch übertreiben mit dem reindeuten. Und das Özil ein Top-Fußballer ist wird wohl niemand ernsthaft bestreiten. Erfrischenderweise bedient gerade Özil ja eben nicht die üblichen Mitgrantenklischees (Testosterongeladen, agressiv etc.pp.) und eignet sich als sensibler Künstler auf dem Fußballfeld nun wirklich nicht für entsprechende Anspielungen.

    Uzunbacak,


    ich habe auch nicht wirklich vermutet, dass du Gewalt tolerierst. Natürlich können wir viel über Integration etc. schreiben, aber als Inländer ist die Perspektive tatsächlich zu begrenzt, um darüber etwas sagen zu können wie sich die Situation für Migranten oder deren Kinder anfühlt. Ich kann mich da nur auf den Fußball begrenzen und teile die Meinung, gegen Mannschaften wo es immer wieder größere Probleme gibt einfach nicht mehr anzutreten, Strafen/Punktabzug egal. Das würde ich mit dem Jugendleiter schon klären. Löst natürlich nicht wirklich die eigentlichen Probleme, aber letztlich kann ich als Trainer nur die Geschicke meiner Mannschaft regeln und bin meinen Spielern gegenüber verantwortlich.


    Aber vielleicht noch ein niedlicher Spruch zu diesem schweren Thema, im Liveticker 11Freunde zum deutschen Spiel gestern:


    Der Regen prasselt, Fritz-Walter-Wetter, aus dem Migrationshintergrund müsste Özil schießen.....


    Gruß Thomas

    3-5-2 auf Neunerfeld ? was sagt denn der Gegner dazu, beschweren die sich nicht =) ?


    Ich trainiere nächste Saison erstmalig auf 9'er Feld und bin sehr gespannt auf die Veränderungen (bislang nur 6'er Feld trainiert). Ich tendiere derzeit zu einem 3-2-3 aufgrund der angesprochenen kürzlichen Diskussion hier im Forum (alles Spieler, die bislang nur 6'er Feld kennen und mannschaftstaktisch nicht ausgebildet sind, nur grobe 2-3-1 als bisherige Marschroute um den Platz aufzuteilen ohne viel speziellere Vorgaben). 3-2-3 scheint dann erst mal etwas leichter verdaulich zu sein als Spielkonzept). Unsere B spielt im 3-4-1, da weiß ich aber nicht inwieweit die Mittelfeldspieler konkrete Aufgaben zugewiesen bekommen.


    Aber da deine Spieler 9'er Feld offenbar schon länger kennen und bei 2 Meisterschaften auch wohl ganz gut zurecht kommen, warum nicht was anderes einführen als bislang gemacht wird ? Aber welches System spielen die bisher und welche Formation willst du tatsächlich einführen und aus welchen Gründen ? Interessiert mich da ich mich auf 9'er Feld noch überhaupt nicht auskenne und soviele Infos wie möglich brauchen kann.

    Uzunbacak,


    das sich jemand beschwert und einen Spruch macht ist Grund genug für Gewalttätigkeiten ? Nach dem Motto 'selbst schuld' ? Siehst Du das tatsächlich so ? Kommt ein bisschen so rüber. Was ist mit Selbstkontrolle und Selbstdisziplin. Zuviel verlangt ? Meiner Meinung nach das Mindeste bei Teilnahme an einem Wettkampf- und Spielbetrieb. Ich jedenfalls würde mit meiner D-Jugend ungern zu einem Verein fahren, der für solche Auffälligkeiten bekannt ist. Ist doch wohl selbstverständlich, dass man davon ausgehen kann nicht körperlich angegangen zu werden. Ansonsten wäre das ein zu hoher Preis für die Ausübung eines Hobbys, hätte ich keine Lust drauf. Genauso wenig wie für alle sonstigen Entschuldigungen (wenn die einen Kunstrasenplatz kriegen und wir nicht, dann treten wir denen eben auf die Socken wenn die zu uns kommen, hallo ? Was können die B-Jugendlichen auf dem Platz denn dafür ? Die können sicherlich als letzte was für soziale Schieflagen und dürfen hoffen, ihr Fußballhobby ohne Gewalt auszuüben. Meiner Meinung nach müssten Vereine, wo so etwas öfter vorkommt, konsequent vom Spielbetrieb ausgeschlossen werden. Alleine als Schutzmaßnahme für die anderen Beteiligten, offene Gewalt ist nicht zu akzeptieren und zu entschuldigen.

    Ich bin sehr überrascht, dass offenbar die ganze Nation einen leicht-lockeren Sieg gegen Ghana erwartet hat. Mit Sicherheit die stärkste afrikanische Mannschaft, und schon beim letzten Mal mit einem Bein im Halbfinale gewesen. Das gleiche Spiel gegen einen Namen wie Argentinien oder England und alle würden begeistert von einem epischen Spiel sprechen. Ich denke auch dass man sich einfach davon verabschieden muss, die Fußballnationen in 'groß' und 'klein' zu trennen, mittlerweile können sich doch alle qualifizierten Mannschaften aus Spielerpools bedienen, die in ordentlichen Ligen und Vereinen ihr Geld verdienen. Da rückt man einfach näher zusammen. Und die richtigen Stars sind irgendwann mal überspielt, da sind eher die unbekannten im Vorteil, die übers Jahr einige Spiele weniger hatten und jetzt alles geben, um sich zu zeigen.


    Und ob die 'Kraftmannschaften' ihren Stil so durchziehen können, bleibt auch abzuwarten. Die Chilenen haben jedenfalls gerade gegen Holland schon wesentlich menschlicher gewirkt als im beängstigenden Haudraufstil gegen Spanien.


    Aber ich würde schon gerne mal Podolski oder Schürrle erleben, die haben in den letzten Testspielen eine Körpersprache vermittelt die einigen anderen unserer Spieler etwas abgeht.

    Ich hatte am Wochenende eine interessante Erfahrung, die vielleicht auch im weiteren Sinn mit dem Thema Rotation und Entwicklung von Spielintelligenz zu tun hat. Wir haben gegen einen spielerisch bekannt überlegenen Gegner gespielt, die haben letztes Jahr als Altjahrgang in der E-Jugend alles gewonnen (Kreismeister draußen und in der Halle, VGH-Cup Sieger) und sind jetzt als Jungjahrgang in der D-Jugend mit uns (reiner Altjahrgang D-Jugend) in der Rückrunde in der 1. Kreisklasse gelandet (mittlere Spielklasse zwischen 2. Kreisklasse und Kreisliga). Wir können spielerisch was die Organisation, Aufteilung und Struktur auf dem Platz betrifft bei weitem nicht mithalten.


    Ein Mädchen von denen war für die Offensive als Ballverteilerin sehr wichtig. Sie hat sich immer so Höhe Mittellinie aufgehalten (nicht ganz vorne), wurde oft angespielt und hat die Bälle gut weitergeleitet. Sie war die meiste Zeit ungedeckt (da zu weit hinten um als echte Stürmerin wahrgenommen und von einer Verteidigerin gedeckt zur werden, und eine feste Zuordnung im Mittelfeld gebe ich nicht vor, das kann natürlich bei Schwächen in der Rückwärtsbewegung zu erheblichen Lücken führen.....war Samstag nicht unser Tag.....).


    In der Halbzeitpause habe ich für das Mädchen dann doch Manndeckung angeordnet, um etwas Ordnung reinzubringen. Meine Tochter hat die ersten 15 Minuten 'übernommen', dann wurde sie erst mal ausgewechselt. Für mich völlig überraschend war ihr Kommentar als sie neben mir stand: "Endlich, war das langweilig. Die steht ja nur rum"


    Für mich ergeben sich da einige Erkenntnisse:


    - das Mädchen der anderen Mannschaft hat sich ihre Spielweise nicht selbst erarbeitet. Ihr ist klar vorgegeben worden, das sie sich in einem bestimmten Bereich des Spielfeldes aufhalten soll.
    - sie hatte keine Antwort darauf, gedeckt zu werden. Sie hat nichts unternommen, ihr Spiel nicht verändert. Sie war einfach aus dem Spiel weil jemand neben ihr stand. Und meine Tochter ist nun wirklich keine bissige Wadenbeißerin.
    - eine Mannschaft, die von außen betrachtet intelligenten Fußball spielt hat mitunter nicht wirklich mehr eigene Spielintelligenz als die andere Mannschaft, sie ist oftmals nur cleverer 'eingestellt' von außen


    Ich denke wenn man zuviel vorgibt und zu starr spielen läßt (z.B. ohne jede Rotation, um den Bogen zum Thread nochmal zu kriegen) erstickt man Entwicklungspotentiale. Ist aber verführerisch, gebe ich zu. Der schnellste Weg um die Mannschaft gut aussehen zu lassen.

    Wenn ich manchmal so mitlese bin ich ganz froh Mädchentrainer zu sein. Dort geht es wohl deutlich entspannter zu als im Jungsbereich, wohl auch weil nicht die große Karriere mit vielen Millionen wartet. Kommt mir von meinen Ambitionen sehr entgegen, mir geht es da ähnlich wie LaVosa. Meine Mädchen sollen da, wo sie spielen mithalten können und der Sport soll ihnen Erfolgserlebnisse geben, Teamfähigkeit vermitteln und durchaus auch Charakterschulung sein (im Umgang mit Niederlagen und schwächeren Mitspielerinnen). Sie sollen neben dem sportlichen auch lernen, in einer Gruppe zurecht zu kommen. Ob das in der 2. Kreisklasse passiert oder in der Kreisliga, ist mir völlig egal. Das ist momentan auch die ganze Spannbreite im hiesigen Mädchenfußball, meist insgesamt so um die 20 Mannschaften im Kreis. Meine spielen in der 1. Kreisklasse und sind kein Kanonenfutter, passt.


    Selbst habe ich begeistert bis zum ca. 30. Lebensjahr gespielt, dann wollten die Knie nicht mehr. Kann leider nicht mal mehr in der Altliga spielen, schluchz. Ich habe es mangels Talent und körperlichen Voraussetzungen (die Geschwindigkeit, bin auch als Jungspund nie schneller als 13,5 über 100 m gewesen) nie über die örtlichen Kreisklassen hinauf geschafft.

    Meine Mannschaft (Altjahrgang D-Jugend) hat extreme Leistungsunterschiede. Ich habe drei Mädchen, die in den letzten Jahren immer viel auf dem Platz waren und entsprechend robust und sicher auftreten. Ich habe aber auch sechs Mädchen, die in den letzten Jahren immer nur die berühmten 5 Minuten auf den Platz durften und sehr unsicher auf dem Platz waren, da sie vorher noch nie eine tragende Rolle im Team hatten. Mit denen betreibe ich keine Rotation. Wir spielen ein 2-3-1, wobei ich eins der starken Mädchen leider zur Absicherung häufig nach hinten stellen muss, da wir auch ein Schnelligkeitsproblem in der Mannschaft haben. Das andere starke Mädchen spielt dann zentral im Mittelfeld und ist auch wirklich so stark, dass sie nach hinten und vorne viel Wirkung hat. Die anderen sollen erst mal Sicherheit tanken, nach einer Ausprobierphase zu Beginn der Saison spielen sie feste Positionen, was zumindest beim Blocken des Gegners ganz gut funktioniert, wenn auch im Spiel nach vorne noch viel Luft nach oben ist. Aber die Mädels kommen zurecht und sind kein Punktelieferant.


    Ich finde man muß sein Spielsystem und die Frage, ob viel rotiert wird oder nicht an seinen Spielern orientieren und kann nicht grundsätzlich immer sagen das Rotation sein muss. Wir haben auch noch einen völlig neuen Torwart, die im 2. D-Jugend-Jahr erst mit Fußball angefangen ist und ein Mädchen mit einer sehr starken Lernbehinderung, die von den anderen auf dem Platz mit durchgezogen werden muss wenn sie ihre Einsatzzeit hat. Da gehen mir solide Ergebnisse vor den Rotationsgedanken, wenn die Mannschaft nur Klatschen kriegen würde wäre auch keinem geholfen, womöglich hätte der Verein dann am Saisonende ein paar Spielerinnen weniger. Zu Beginn der Saison hat die eine oder andere schon gemunkelt: Mit der im Tor velieren wir doch nur. Auch das Lernbehinderte Mädchen ist schwierig, die kann ich nur vorne als 'Störspielerin' ohne große Wirkung einsetzen. Da kann die Akzeptanz für diese Mitspielerinnen in der Mannschaft auch schnell verloren gehen, wenn es nur hohe Niederlagen hagelt. So habe ich den schönen Erfolg, das alle 10 Mädchen im nächsten Jahr in der C-Jugend weitermachen wollen, keine hört auf. Muss man auch mal von der Seite betrachten.


    Ob man Rotation zu Gunsten einer Erfolgsorientierung nach oben hin (z.B. Meister statt Dritter werden) sein lassen sollte, bezweifle ich. Aber wenn es ums blanke Überleben in der Klasse geht, um überhaupt einigermaßen mithalten zu können ist das finde ich o.k.

    vielen Dank an alle für die Tips, kann ich brauchen. Ich bin jetzt zwar auch schon insgesamt 3 Jahre dabei, aber das erste Jahr als verantwortlicher Trainer beim Ein-/Auswechseln, Coachen etc. Und da ich nur eine Mannschaft als Betreuer/Trainer kenne, sind zweite Meinungen immer ganz hilfreich, da sich viele Dinge auch einschleifen.


    Am Wochenende gab es eine 1:4 Niederlage, da wir in der ganzen 1. Halbzeit schlecht organisiert waren. Bei Ballverlust wurde oftmals abgeschaltet, so dass wir hinten mehrfach in Unterzahl agieren mussten. Der Gegner konnte sich den Ball ganz ordentlich zuspielen und hat unsere Lücken gut genutzt (0:3 Halbzeit). Zudem wurde eine Spielerin des Gegners, die für die Einleitung der Angriffe wichtig war, kaum gedeckt. Ich habe das ganze trotzdem recht kommentarlos bis zur Halbzeit laufen lassen und habe dann die Halbzeit genutzt, einige Dinge anzusprechen und ein paar genaue Anweisungen auszusprechen. Eigentlich war das bislang nicht nötig, das hat mich echt überrascht. Ein mangelhaftes Defensivverhalten war bislang nicht unser Problem (eher das Aufbauspiel, das Zusammenspiel ist noch enorm verbesserungswürdig, das wird z.Zt. von zwei individuell sehr starken Mittelfeldspielerinnen überdeckt).


    Ich war bislang immer der Meinung, der gute Jugendtrainer greift so wenig wie möglich ins laufende Spiel ein und spricht die Dinge in der Halbzeit, nach dem Spiel und im Training an. Ich komme aber allmählich zu der Überzeugung, das bei entsprechenden Spielverläufen auch deutliche Korrekturen auch während des Spiels erfolgen dürfen. Natürlich muss man abwägen, was die Kinder von dem eigentlich verarbeiten können, was da alles so reingerufen wird. Präzise muss es sein, genau in der Ansprache. Das Kind muss wissen, was genau es ändern soll. Immer, wen es für die eigene Mannschaft nicht so läuft, finden sich immer welche die mit Allgemeinplätzen wie 'die haben keine Einstellung heute' 'die wollen heute nicht richtig' 'die kämpfen heute nicht' usw. kommen. Das sagt aber zu 99% nie tatsächlich etwas darüber aus, warum es bei der einen Mannschaft läuft und bei der anderen nicht. Das ist beim Sky-gucken in der Kneipe nicht aanders als Samstag nachmittag bei der D-Jugend. Ich jedenfalls habe eine gut organisierte gegnerische Mannschaft gegen eine schlecht organisierte eigene Mannschaft gesehen, da war nichts mit fehlender Einstellung. Und den Schuh muss ich mir als Trainer selbst anziehen und nicht die Kinder anmachen. Da muss ich als Trainer dran schrauben und nicht den Kindern den schwarzen Peter zuschieben.

    Wir hatten letztes Wochenende ein Spiel, das mich doch etwas nachdenklich gemacht hat hinsichtlich des (notwendigen ?) Einwirken des Trainers im laufenden Spiel auf seine Mannschaft. Ich bin eher ruhig veranlagt, bin mir auch sicher das dies seine Vorteile hat. Im Grunde können meine Mädels spielen, ohne das Fehler zu lautstarken Kommentaren führen. Allerdings kommt von mir auch keine intensive Motivation, ich lasse mehr oder weniger erst mal viel so laufen.


    Der letzte Gegner hatte einen Trainer, der dafür bekannt ist, sehr viel 'Alarm' zu machen. 2 x 30 min extrem intensive und lautstarke Unterstützung seiner Mannschaft (draaauuuuf, kooooommmmm), es gab keine Minute Ruhe am Platz. Allerdings, das muss ich sagen, es gab von ihm keine negativen Äußerungen gegenüber seiner Mannschaft, er hat seine Mannschaft (im positiven Sinn ?) permanent 'angespitzt. Und, es hat funktioniert. Die Mädels waren sehr kampfstark, gingen ständig drauf und kämpften wirklich 60 Minuten was sie konnten. Sie machten auch nicht den Eindruck, von ihrem Trainer sehr eingeschüchtert oder verängstigt zu sein.


    Muss man doch lauter sein ? Unterstütze ich meine Mannschaft nicht genug wenn ich nicht auch lautstark 'dagegenhalte' ? Mache ich da sogar einen Fehler, wenn ich zu leise bin ? War das jetzt positiver Druck oder sollte man des trotzdem lassen ?


    Das Spiel ging übrigens 1:1 aus, meine Mädels haben auch ohne Schreierei dagegen gehalten (wollen eben auch nicht verlieren, ohne dass der Trainer laut wird, schon aus Eigeninteresse. Eins meiner Mittelfeld-Mädchen hat sehr defensiv gespielt, fast einen dritten Verteidiger, obwohl ich ihr mehrfach zugerufen habe, sie solle sich weiter nach vorne orientieren, da wir in der ersten Halbzeit kaum Druck nach vorne bekommen. In der Halbzeit habe ich sie gefragt, warum sie nicht weiter nach vorne geht. Antwort: Ich will nicht das die ein Tor schießen. Einer anderen habe ich in der Halbzeit den 'Auftrag' mitgegeben, unsere Angriffe in der Mitte mitzulaufen. Nachfrage von ihr: was ist wenn ich dann nicht schnell genug zurück komme ? Zeigt m.E. das die Kinder sich selbst schon genug Druck machen und keine Fehler machen wollen).


    Trotzdem hat mich das Ganze nachdenklich gemacht, muss/sollte man als Trainer manchmal laut sein, läßt man sonst seine Mannschaft gegen 'intensiv' betreuende Trainer im Stich ?

    der D-Trainer, der von der G an hochgestiegen ist, egal ob als Vatertrainer mit seinem Kind hochgegangen, oder der Neuling, der aufgrund seiner Leistung aufgestiegen ist, wär sicherlich ein sehr guter F oder E Trainer, in der D fängt er aber eigendlich auch in vielen Dingen neu an.


    Ist bei mir z.B. so. Bin als Vatertrainer jetzt im 2. D Jahr und würde eigentlich gerne D-Trainer bleiben. Mir macht das Training mit dieser Altersstufe viel Spaß und ich fühle mich momentan recht sicher bei dem was ich tue und würde am liebsten noch ne Weile in diesem Altersbereich verbleiben. Geht aber nicht, die nächste D hat schon 2 Trainer (die Väter, die jetzt schon die Mannschaft betreuen) und die nächste C hat noch keinen Trainer, meine Tochter geht in die C....wer wird es wohl ? Kenne noch keinen Mitbewerber, allzu hart wird das Auswahlverfahren nicht. Feste Trainer für jede Altersstufe halte ich auch für ideal, ist aber zumindest bei uns bei den Mädchen eine absolute Wunschvorstellung. Bei den Jungs gibt es das teilweise, finde ich deutlich besser.

    Ist doch der Normalzustand. Kann man enttäuschend finden, und klar wäre ein durchstrukturiertes Gesamtkonzept schöner. Aber die anderen im Verein sind auch Ehrenamtler, wem kann man also mit welchem Recht und Anspruchsdenken was vorwerfen ? Man beteiligt sich und ist sich im klaren drüber, das man irgendwie allein klarkommen muss (mehr oder weniger). Ich für meinen Teil bin mir sicher, dass ohne mein Zutun meine Mannschaft schlechter betreut werden würde als mit mir (ich kenne nämlich die 'Arbeit' des Vorgängers, und eine andere Betreuungsmöglichkeit als mich - oder eben meinen Vorgänger - hat die Mannschaft momentan nicht).


    Das reicht mir, um weiter zu machen. Ich mache auch nichts anderes als nur meine Mannschaft zu betreuen, ich bringe kein Konzept in Gang, ich habe null Ambitionen Jugendleiter oder etwas in der Richtung zu werden da ich eine Ahnung habe, welche Arbeit das mit sich bringt. Da kann ich auch keinem Verantwortlichen etwas vorwerfen, wenn ich selbst nicht bereit bin deren Jobs zu übernehmen.


    Horst Wein finde ich auch gut und habe immer wieder Elemente davon im Training. Mein Vorgänger hat noch nie von Horst Wein gehört, ist auch erstaunlich desinteressiert an Trainingshilfen wie Soccerdrills, dfbwissen u.ä. für jemanden, der von sich sagt er macht seit 10 Jahren Trainer und ihm fällt immer was ein (z.B. einfach ein großes 8 gegen 8 Spiel als Training ohne irgendein anderes Element vorher, so sind sicherlich die Hälfte der 'Trainingseinheiten' unter seiner Regie gelaufen, vielleicht noch ein bisschen Torschusstraining mit der bekannten Schlange von 15 Kids, die auf ihren Einsatz warten). Ich kann solche Typen nicht ändern und verhindern, dass der irgendwann wieder ne andere Mannschaft macht. Aber zumindest meine Mädels sind vor dem sicher, solange ich den Trainer mache. Mehr Einfluss ist aber nicht.


    Siehs einfach positiv, du hast die Möglichkeit mit einer Dir anvertrauten Mannschaft Deine Ideen und Vorstellungen umzusetzen, ist doch herrlich.

    Die Suchfunktion bemühen und einfach Geduld mitbringen. Die Mannschaften die in dem frühen Alter schon sehr positionstreu spielen und mit Pässen glänzen haben dies eingeimpft bekommen. Sieht gut aus, bleibt aber die Frage ob schon fußballerisches Verständnis vorliegt oder einfach Anweisungen des Trainers befolgt werden. Nach meiner Beobachtung (wie im anderen Thread erwähnt bin ich jetzt vom 1. E-Jugend bis 2. D-Jugend-Jahr dabei) wächst sich dieser Vorsprung irgendwann aus. Lieber Schwerpunkt auf 1:1 Spiele setzen, Mut und Zweikampfverhalten ist erstmal das wichtigste, wenn sie sich das trauen kommt der Rest dann schon. An der Ballzirkulation kann man später noch arbeiten.

    meine Mädchen habe ich jetzt im 2. D-Jugendjahr. Angefangen haben wir im ersten Jahr E-Jugend. Rückblickend betrachtet ist es ganz schlecht, schon zu früh feste Positionen zu vergeben (also immer Abwehr oder immer vorne).


    Ich würde den Kindern durchaus schon vermitteln wollen, das eine sinnvolle Aufteilung auf dem Platz nicht von Nachteil ist. Ich würde die Kinder mit einer Empfehlung auf den Platz schicken, für einen bestimmten Abschnitt auf dem Spielfeld verantwortlich zu sein. Es sollte aber in der F allenfalls eine gutgemeinte Empfehlung sein, die nicht mit Schaum vor dem Mund vom Seitenrand aus ständig eingefordert wird.


    Gerne ein wenig korrigierend eingreifen (wir kennen ja alle die berühmten zwei Verteidiger, die positionstreu 30 Meter von jedem Geschehen entfernt treu die völlig verwaiste eigene Spielhälfte sichern), im Zweifel aber großzügig laufen lassen, wenn man 4 Jahre später Spieler haben will, die eigene Entscheidungen auf dem Platz treffen. Und von Spiel zu Spiel mal vorne und mal hinten spielen lassen.

    Verstehe ich das richtig, dass in Eurem Fußballkreis die Spielfeldgrößen nicht vorgeschrieben sind und jeder den Platz so groß abzeichnet wie er das für richtig hält ? Und bei 'Riesenspielfeldern' (weil der Gastverein zwei talentierte Mittelstreckler in den Reihen hat) kann man nur auf die empfohlenen Richtlinien des DFB verweisen und das Beste hoffen ?


    Bei uns im Kreis Vechta sind bei D-Juniorinnen 7'er 68m x 35m vorgeschrieben, die zumindest nahezu eingehalten werden müssen, ansonsten kann der Gastverein Beschwerde einlegen.


    Verstehe ich überhaupt nicht, das gerade im Kleinfeldbereich keine verbindlichen Vorgaben existieren, darauf würde ich als Verein doch drängen. Wir waren mal im Nachbarkreis Osnabrück auf einem Turnier, da waren die Plätze auch in etwa doppelt so breit wie wir das kennen (Spielfeld längs quer über den Platz, aber Breite ganze Hälfte statt wie bei uns Breite von Sechzehner bis Mittellinie). Habe ich auch entsetzt angesprochen, musste mich aber auf die Ausschreibung im Landkreis Osnabrück verweisen lassen, da spielt man tatsächlich einheitlich schon auf einer Fläche wie bei uns in der C-Jugend (bei 7'er).


    Wie auch immer man das festlegt, aber das muss kreisweit doch einheitlich geregelt sein ?!

    Ich mache überhaupt keine motivierende Gesamt-Ansprachen an die Mannschaft, weder vor dem Spiel noch in der Halbzeitpause. Es gibt die Mannschaftsaufstellung und kleine Ansagen an die einzelnen Spieler (z.B. an den Stürmer: die Verteidiger nicht in Ruhe lassen, ob du an den Ball kommen kannst oder nicht). Ich glaube einfach nicht daran, dass Motivationsansprachen große Wirkung haben. Ich denke wenn jeder Spieler das Gefühl hat, er darf Fehler machen ohne zusammen gesch'..... 'zu werden ist das am meisten wert für die Einsatzfreude. Das kann ich auch ohne große Ansprachen vermitteln, in dem ich mit jedem einzelnen kurz rede, meinetwegen auch zwischendurch bei einer letzten Torschußübung vor dem Spiel oder so oder zwischendurch beim Training. Ich glaube für das Selbstvertrauen der Spieler ist weniger hier mehr, besser ganz in Ruhe lassen und Fehler auch nicht groß kommentieren als große Ansprachen halten und dann beim Fehlpass losbölken.