So, nachdem ich ein paarmal drübergeschaut habe habe ich jetzt auch mein Kreuz gesetzt. Um mich zu outen ehrlicherweise bei der Antwort 'Nein, weil wir auf Manndeckung spielen' (zumindest in der Abwehr, im Mittelfeld sollen sie lernen sich abzusprechen und die Räume und Gegner zu sehen wo sie hinmüssen). Ich bin Trainer einer Dorfmädchenmannschaft (jetzt 1. Jahr C-Jugend) und denke einfach, dass ich mit dem machbaren leben muss. Wenn die technischen Standarts im Verhältnis zu den Jungs weit unterdurchschnittlich sind, kann ich wenig an taktischen Dingen arbeiten, sondern muss dort (Ballbehandlung, Ball- an und Mitnahme, Schußtechnik usw.usw.) erst mal den Schwerpunkt setzen. Bin ja schon froh, wenn ich den Mädels beibringen kann, sich vernünftig im Raum aufzuteilen und sich weder bei gegner- noch bei eigenem Ballbesitz zu ballorientiert zu verhalten. Ich habe im letzten Jahr mal ein paar Kleinfeldübungen gemacht zum Thema Taktik im Angriff (Abstände einhalten, Anbieten, Freilaufen). Aber mit Spielerinnen, die für eine ordentliches Passpiel nicht über die hinreichende Technik verfügen bzw. zuviel damit zu tun haben, den Ball zu kontrollieren und darüber hinaus wenig die Umgebung im Blick behalten können, ist das nur eingegrenzt möglich. Den Mädels fehlt das Jungenstypische Rumgebolze in der Freizeit, um die Technik zu verfestigen, damit muss man als Mädchentrainer leben und dann eben entsprechende Schwerpunkte setzen.
Grundsätzlich wirft aber auch dieses Thema eine Überlegung auf, die mich in der Vorbereitung der nächsten Saison, gerade vom Kinder (e/d-jugend) zum 'ernsthafteren' Fußball umtreibt: was ist meine Rolle als Trainer, ist das Ziel die bestmögliche Ausbildung oder sollte man sich eher zum Ziel setzen, den Spaß an der Sache in den Mittelpunkt zu stellen und zu vermitteln (kann das gleiche sein, aber im Nicht-Leistungsbereich ist das keinesfalls selbstverständlich. Kenne eine Schulfreundin meiner Tochter, die mit Fußball aufgehört hat weil ihr alles als zu ernst erscheint, der Spaß ist weg). Finde auch viel gegensätzliches in den Diskussionen hier, wenn Spieler bis in den Herrenbereich hinein bei der Sache bleiben, ist das Training und Spiel für sie offenbar doch völlig in Ordnung gewesen und hat sie am Ball gehalten, auch wenn sie vielleicht nicht den Ansprüchen einer modernen Ausbildung genügt.
Als ehrenamtlicher nebenbei-Trainer darf man auch mal die Meinung vertreten, nicht perfekt ausbilden zu können. Wenn andere übernehmen wollen, gerne, gehe ich einfach als Zuschauer hin, wäre auch mal wieder schön. Wie war das noch mit der schönsten Nebensache der Welt ?
